Stimmt es

Hallo Wolfgang.

Vielleicht wäre es gut gewesen, wenn man z.B. schon in
vergangenen Jahrhunderten souverän genug gewesen wäre, die
„bösen“ Fragen in aufklärerischer Weise anzunehmen.

Vielleicht wäre es gut gewesen, wenn DU einmal ein Geschichtsbuch in die Hand nimmst und nachliest, bevor du hier solche Unterstellungen in den Raum stellst. Über Jahrtausende haben die Juden sich in dieser Form verteidigt, obwohl sie nur leben wollten und dennoch kam die Barbarei über sie. Und darüber wie auch die Argumente etc. gibt es genügend Bücher.

Schalom,
Eli

Morgen Marion.

oder ob es völlig aus der Luft gegriffen ist.

Ehrlich gesagt, ist das nicht sogar egal? Wenn es in Deutschland eine Gruppe gäbe, welche von allen anderen denken würde, dass sie Arschl… sind. Und, muss ich nun anfangen diese Gruppe zu hassen und zu bekämpfen? Nein und es gibt diese Gruppe.

Insofern erscheint es mir der Vorgang an sich nicht
wirklich „befremdlich“.

Aber würdest du aus solchen Diskussionen hier zitieren und ernsthaft(!) nachfragen, ob die eine Seite mit X recht hat? Vor allem wenn die Gruppe wegen diesem X schon verfolgt wurde und wegen der Behauptung leiden musste? Diese „Naivität“ halte ich für befremdlich.

Mag sein…allerdings beantwortet das dann für mich auch die
Frage, für wen der Schatten der Progrome tatsächlich eher
präsent ist, nämlich für denjenigen, der den Kontext
herstellt.

Dann ist aber auch die Frage, welche Schlüsse der Betreffende daraus zieht. Ich sehe mich dadurch weder als Opfer, noch andere heute als Täter, sondern lerne daraus, dass Meinungen (eigentlich ja Lügen und Hass) irgend wann auch töten können. Und somit kann man das hier auch ansprechen.

Was ich damit sagen will: Dies ist eben „dein“ Thema. Und wenn
andere dabei eher mit den Achseln zucken, dann mag das
schlicht und ergreifend Desinteresse sein, weil es keinen
Bezug zu ihrem Leben hat.

Und, dann muss man sich dem ja auch nicht aussetzen. Mir kann niemand erzählen, dass er in der BRD zu dieser Auseinandersetzung gezwungen wird. Auch hier zu diesem Thema muss man sich nicht äusser, wenn wirklich Desinteresse dahinter steht. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass hinter aggressiven Abwehrhaltungen Desinteresse steckt.

und eben auch nicht unbedingt nur als Opfer, sorry.

Aber es kommt immer mit: „Müssten sie es nicht gelernt haben…“ etc. Und auch bei den anderen ist man sich nicht zu schade, auf deren Geschichte hinzuweisen. Als hätte Wahrschau irgend etwas mir Literaturkritik zu tun.

Wenn das nicht gelingt, bleibt auch das Verständnis aus.

Dann kann man das aber auch akzeptieren. Oder? Ich muss nicht jeden verstehen.

Soll ich mich jetzt als Opfer oder Täter akzeptieren?

Weder noch, sondern den Teil der entsprechenden deutschen Geschichte. Aber bei dir sehe ich da auch nicht das Problem.

dass es letztendlich doch kein gemeinsamer Weg ist, oder was
meintest du ?

Es geht hier in der Diskussion ja um konkrete Punkte im Verhältnis von Nichtjuden und Juden und eben nicht um die deutsche Wiedervereinigung. Bei diesen Themen, welche immer wieder aufkommen, gibt es noch keinen gemeinsamen Weg.

dass diejenigen, die etwas damit zutun hatten,
egal wer es denn letztendlich war, heute zumeist tod sind, und
das stimmt ja auch.

Sicher. Nur halte diese eine bestimmte Haltung und ich behaupte und die entsprechenden Diskussion hier belegen das für mich auch, dass diese an ihre Nachkommen weitergegeben wurden. Wir gehen nicht unbelastet durch die Geschichte, sondern schleppen sie immer mit.

Soll das ein Scherz sein ? (Ich meine das mit der
„aufgeklärten, modernen Gesellschaft“).

Nein, nicht anders als es auch heute ein Scherz wäre. Womit ich nicht behaupten will, dass die Barbarei an unsere Tür klopft, aber was ist das Trennende, was sichert und heute davor? Welche Bedingungen kennen wir, um das früh genug zu erkennen?

Schalom,
Eli

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Moin Eli,

oder ob es völlig aus der Luft gegriffen ist.

Ehrlich gesagt, ist das nicht sogar egal?

Mir schon. Aber wie gesagt, ich beurteile einen Menschen auch nicht nach seiner Religionszugehörigkeit. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass man zumindest mit der „passenden“ Deutung der Lehren des Christentums und des Islam anscheinend sowohl Mord, Eroberung, Vertreibung, als auch Nächstenliebe, Verzeihen und Toleranz rechtfertigen kann. Dies scheint ein Problem der Religionen zu sein, die darauf angewiesen sind, dass Schriften gedeutet werden. Diese Deutung geschieht allerings durch Menschen und ist eben so gut wie der Mensch, welcher deutet. Wie das beim Judentum ist, weiss ich nicht. Aber ich kann mir vorstellen, dass es sich da ähnlich verhält.

Religion ist für mich ein Werkzeug. Es liegt am Menschen, was er daraus macht.

Wenn es in

Deutschland eine Gruppe gäbe, welche von allen anderen denken
würde, dass sie Arschl… sind. Und, muss ich nun anfangen
diese Gruppe zu hassen und zu bekämpfen? Nein und es gibt
diese Gruppe.

Das kann nur jeder für sich selbst entscheiden. Menschen die hassen, sind allerdings selten beneidenswert, öfter bemitleidenswert.

Insofern erscheint es mir der Vorgang an sich nicht
wirklich „befremdlich“.

Aber würdest du aus solchen Diskussionen hier zitieren und
ernsthaft(!) nachfragen, ob die eine Seite mit X recht hat?
Vor allem wenn die Gruppe wegen diesem X schon verfolgt wurde
und wegen der Behauptung leiden musste? Diese „Naivität“ halte
ich für befremdlich.

Nein, ich nicht Eli, mir liegt es nicht daran, irgend eine Religion schlecht zu machen und ich würde solche Diskussionen daher gar nicht erst führen. Aber ich kann das religiöse Diskussionsverhalten anderer sehr schwer beurteilen und will es auch gar nicht. Mein Rat: Wenn jemand den Eindruck gewinnt, ein anderer versucht nicht durch Fragen Erkenntnisse über seine Religion zu gewinnen, sondern sie schlecht zu machen und gegen sie zu hetzen, dann möge er/sie ihm argumentativ eins auf die Nuss hauen :smile: Zumindest würde ich mich so verhalten. Nur darf man nicht vergessen, das Außenstehenden auch entsprechend zu vermitteln, sonst steht man nämlich letztendlich selbst als der „aggressive“ da, der den Anschein erweckt, dass er nur unangenehmen Fragen ausweichen will.

Mag sein…allerdings beantwortet das dann für mich auch die
Frage, für wen der Schatten der Progrome tatsächlich eher
präsent ist, nämlich für denjenigen, der den Kontext
herstellt.

Dann ist aber auch die Frage, welche Schlüsse der Betreffende
daraus zieht. Ich sehe mich dadurch weder als Opfer, noch
andere heute als Täter, sondern lerne daraus, dass Meinungen
(eigentlich ja Lügen und Hass) irgend wann auch töten können.
Und somit kann man das hier auch ansprechen.

Das ist richtig. Nur kommt dabei IMHO die Motivation des Einzelnen und seine persönliche Konsequenz dabei zu kurz, da auf sie eigentlich gar nicht mehr eingegangen wird, sondern das Darstellen einer möglichen Konsequenz das Gespräch eigentlich beenden soll in der Hoffnung, dass diese Konsequenz schreckt. Nur, was wenn sie nicht (mehr) schreckt ? Wenn zum Beispiel wie in Kriegszeiten Mord an Kleinkindern allenfalls ein schlecht gespieltes Bedauern für die internationale Presse nach sich zieht ? Wenn eine Konsequenz seinen Schrecken verliert, dann ist ihre Darstellung wirkungslos geworden. Solche Bilder wie „Progrom“ wirken nur bei Leuten, die solche Bilder als etwas Grauenvolles empfinden, in diesem Fall also bei der „falschen“ Zielgruppe. Gefährlich sind nämlich die anderen.

Was ich damit sagen will: Dies ist eben „dein“ Thema. Und wenn
andere dabei eher mit den Achseln zucken, dann mag das
schlicht und ergreifend Desinteresse sein, weil es keinen
Bezug zu ihrem Leben hat.

Und, dann muss man sich dem ja auch nicht aussetzen. Mir kann
niemand erzählen, dass er in der BRD zu dieser
Auseinandersetzung gezwungen wird. Auch hier zu diesem Thema
muss man sich nicht äusser, wenn wirklich Desinteresse
dahinter steht. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass
hinter aggressiven Abwehrhaltungen Desinteresse steckt.

ok, aber du bedauerst ja an anderer Stelle auch, dass sich viele Menschen offensichtlich nicht mit dem Thema auseinandersetzen, ja ich meine da sogar einen leichten Vorwurf gehört zu haben. Anscheinend hast du doch also ein Interesse daran, dies zu thematisieren. Aggressive Abwehrhaltung heisst für mich zunächst einmal, dass jemand echt keine Lust hat, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Desinteresse ist debei für mich nur einer der möglichen Gründe. Ich hab ihn auch deshalb nur angeführt, weil ich eben nicht denke, dass „Verdrängung“ oder ähnliches, wie ihr es hier dargestellt habt, der alleinige Grund bei jedem sein muss.

und eben auch nicht unbedingt nur als Opfer, sorry.

Aber es kommt immer mit: „Müssten sie es nicht gelernt
haben…“ etc. Und auch bei den anderen ist man sich nicht zu
schade, auf deren Geschichte hinzuweisen. Als hätte Wahrschau
irgend etwas mir Literaturkritik zu tun.

Ich denke, dies ist eine fatale Fehlschlussfolgerung der „Laienpsychologie“. Viele Menschen gehen eben davon aus, dass Leute, denen schreckliches geschehen ist, „bessere“ Menschen werden müssten, grade weil sie Leid am eigenen Leib erfahren haben. Bei vielen Menschen macht sich dann auch eine gewisse Mutlosigkeit breit, so nach dem Motto: wenn nicht mal diese Menschen es schaffen, eine „bessere“ Gesellschaft zu bilden…

Nur: Toleranz und Nächstenliebe zählen eben nicht zu den psychologischen Hauptfolgen von Traumatisierung.

Wenn das nicht gelingt, bleibt auch das Verständnis aus.

Dann kann man das aber auch akzeptieren. Oder? Ich muss nicht
jeden verstehen.

Und wie steht es dann mit dem gemeinsamen Weg ? Oder reicht Akzeptanz dafür schon aus ? Ist das nicht eher ein Nebeneinander, als ein Miteinander ?

Soll das ein Scherz sein ? (Ich meine das mit der
„aufgeklärten, modernen Gesellschaft“).

Nein, nicht anders als es auch heute ein Scherz wäre. Womit
ich nicht behaupten will, dass die Barbarei an unsere Tür
klopft, aber was ist das Trennende, was sichert und heute
davor? Welche Bedingungen kennen wir, um das früh genug zu
erkennen?

Meine Kriterien:
Wird versucht, gegen Menschen, aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe Stimmung gemacht ?
Wenn ja, wo liegen Motiviation und Zielsetzung dieser Stimmungsmache ?
Und am allerwichtigsten: Wie geht der Staat damit um, oder geht diese Verfolgung sogar vom Staat aus ?
Wenn letzteres der Fall ist, dann ist die Lage extrem mies, weil die Verfolgten keinen staatlichen Schutz mehr in Anspruch nehmen können. Geht diese Verfolgung jedoch von Gruppen aus, die vom Staat durch die Gesetze, die für alle Gruppen gleichermaßen gilt, sanktioniet und auch tatsächlich (im Rahmen dieser Gesetze) geahndet wird, dann sehe ich Grund zur Hoffnung.

Entscheident ist für mich immer die Art und Weise des Agierens eines Staates, also inwiefern sich eine Regierung selbst an Menschenrecht und Völkerrecht hält.

Gruss
Marion

Keine Entschuldigung nötig
Hallo Elimelech,

Dein Verweis auf intensiveres Literaturstudium ist vollkommen richtig am Ende dieser Diskussion.

Allerdings wäre ein auf der Lektüre der kritischen wie apologetischen Literatur basierender Disput in diesem Forum wohl nicht mehr so ganz recht am Platze.

Gruß,

Wolfgang Berger

Morgen Marion.

Wie das beim Judentum ist, weiss ich nicht.
Aber ich kann mir vorstellen, dass es sich da ähnlich verhält.

Warum sollte es sich da anders verhalten. So muss man ja erst einmal genau abgrenzen, was gemeint ist. Ich habe damit aber keine Probleme, da sich die Welt ständig ändert. Aus diesem Grund kann es für mich generelle Verbote nicht geben, sondern es muss abgewogen werden. Manchmal kann es auch gerecht sein, einen anderen Menschen zu töten. Aber leicht sollte man es sich dabei nie machen. Ausserdem muss man unterscheiden, zwischen dem Anspruch der Religion und dem wie die Gläubigen handeln. Im Judentum wird nie erwartet, dass dieses identisch ist - ansonsten wäre der Moschiach schon da :smile:

ok, aber du bedauerst ja an anderer Stelle auch, dass sich
viele Menschen offensichtlich nicht mit dem Thema
auseinandersetzen, ja ich meine da sogar einen leichten
Vorwurf gehört zu haben.

Diese Leute kommen und sagen, sie habe schon so viel davon gehört und können nun nichts mehr höre. Angeblich wurde schon alles gesagt. Wenn mir jemand mit einer solchen Haltung gegenübertritt dann erwarte ich schon, dass er wenigsten die Grundlage dieser Sache auch kennt. Somit messe ich die Leute hier an ihren eigenen Ansprüche und wenn da Widersprüche auftreten, kann man das auch benennen.

wenn nicht mal diese
Menschen es schaffen, eine „bessere“ Gesellschaft zu bilden…

Was hat den jetzt Literaturkritik mit Lehren aus der Schoah zu tun? Darf man ein Buch deswegen nicht mehr scharf kritisieren?

Und wie steht es dann mit dem gemeinsamen Weg ? Oder reicht
Akzeptanz dafür schon aus ? Ist das nicht eher ein
Nebeneinander, als ein Miteinander ?

Bezogen auf das Judesein ist es ein Nebeneinander. Aber in allen anderen Bereichen kann dann ein Miteinander entstehen, weil ich das „störende“ akzeptiere und dadurch auf einen kleinen Bereich beschränken. Will heissen, es ist unwichtig ob ein Juden Bücher kritisiert oder im Fernsehen leute arogant ausfragt. Solange hier aber immer wieder darauf verwiesen wird, dass deren Judesein eine Rolle spielt, ist es nicht akzeptiert und ein Miteinander gibt es so auch nicht.

Meine Kriterien:
Wird versucht, gegen Menschen, aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu
einer bestimmten Gruppe Stimmung gemacht?

Ja, wenn die Frage in den Raum gestellt wird, dass Juden sich für etwas besseres halten und sogar verpflichtet sind über Nichtjuden schlecht zu reden, dann wird damit diese Stimmung gemacht. Ob gewollt oder nicht.

Wenn ja, wo liegen Motiviation und Zielsetzung dieser
Stimmungsmache ?

Was fragst Du micht das.

Und am allerwichtigsten: Wie geht der Staat damit um, oder
geht diese Verfolgung sogar vom Staat aus ?

Nein, aber wir hier sind auch nicht der Staat, sondern w.w.w. und über unseren Umgang hier reden wir. Über nichts anderes.

dann sehe ich Grund zur Hoffnung.

Nicht nur Hoffnung, ich denke wir können hierauf auch vertrauen. Dennoch müssen wir nicht akzeptieren, dass die Gruppen und deren Verhalten gefördert wird, nur weil wir wissen, dass irgendwann der Staat eingreift.

Schalom,
Eli

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Moin Eli

Manchmal kann es auch gerecht sein,

einen anderen Menschen zu töten. Aber leicht sollte man es
sich dabei nie machen.

Ist das nun deine persönliche Meinung oder erlaubt dir deine Religion das Töten, wenn du als Mensch es als „gerecht“ empfindest ?

Ausserdem muss man unterscheiden,

zwischen dem Anspruch der Religion und dem wie die Gläubigen
handeln. Im Judentum wird nie erwartet, dass dieses identisch
ist - ansonsten wäre der Moschiach schon da :smile:

öh…wer ?

Diese Leute kommen und sagen, sie habe schon so viel davon
gehört und können nun nichts mehr höre. Angeblich wurde schon
alles gesagt. Wenn mir jemand mit einer solchen Haltung
gegenübertritt dann erwarte ich schon, dass er wenigsten die
Grundlage dieser Sache auch kennt. Somit messe ich die Leute
hier an ihren eigenen Ansprüche und wenn da Widersprüche
auftreten, kann man das auch benennen.

Vermutlich interessiert es sie einfach nicht weiter. Wer außer mir interessiert sich schon für die europäische Kolonisation und deren Folgen, kaum einer. Muss ich auch mit leben :smile:

wenn nicht mal diese
Menschen es schaffen, eine „bessere“ Gesellschaft zu bilden…

Was hat den jetzt Literaturkritik mit Lehren aus der Schoah zu
tun?

Keine Ahnung. Mit „besserer Gesellschaft“ habe ich Israel gemeint.

Und wie steht es dann mit dem gemeinsamen Weg ? Oder reicht
Akzeptanz dafür schon aus ? Ist das nicht eher ein
Nebeneinander, als ein Miteinander ?

Bezogen auf das Judesein ist es ein Nebeneinander. Aber in
allen anderen Bereichen kann dann ein Miteinander entstehen,
weil ich das „störende“ akzeptiere und dadurch auf einen
kleinen Bereich beschränken.

Also mich stört es nicht, wenn Leute ihre Religion ausüben, hauptsache es ist nicht ganz so arg laut :smile:

Will heissen, es ist unwichtig ob

ein Juden Bücher kritisiert oder im Fernsehen leute arogant
ausfragt. Solange hier aber immer wieder darauf verwiesen
wird, dass deren Judesein eine Rolle spielt, ist es nicht
akzeptiert und ein Miteinander gibt es so auch nicht.

Es sei denn, derjenige macht von sich aus auf diese Eigenschaft immer wieder aufmerksam, zum Beispiel als Vize des Zentralrats der Juden.

Zu Thema: wie erkennt man rechtzeitig die Vorzeichen kann ich nur noch sagen:
Ich hab deine Meinung über den Staatsterrorismus Israels zur Kenntnis genommen. Solange es Leute gibt, die zwar jede kleine feindliche Nuance in einem Gespräch registrieren und anprangern, sofern es sie selbst betrifft, aber die Entrechtung, den Mord und den Raub eines Staates an einer anderen Volksgruppe mit einem Schulterzucken abtun, solange sehe ich schwarz für das „wehret den Anfängen“. Wenn man sich nur wehrt, wenn es einem selbst an den Kragen geht, dann hat man sich zu spät gewehrt.

Gruss
Marion

Hallo Marion.

Ist das nun deine persönliche Meinung oder erlaubt dir deine
Religion das Töten, wenn du als Mensch es als „gerecht“
empfindest ?

Das ist die Haltung der Religion. Zur Rettung von Menschenleben kann es erlaubt sein, andere zu gefährden oder zu töten - wenn diese die Gefahr darstellen. Aber das befindet sich eher am Rand der Religion - eigentlich befürworten wir das Leben und darum muss alles getan werden, dieses zu erhalten.

ansonsten wäre der Moschiach schon da :smile:

öh…wer ?

Der Messias. Noch nie davon gehört? Die Christen glauben, dass Jesus der Messias ist/war. Wir warten noch.

Vermutlich interessiert es sie einfach nicht weiter.

Dann kann man das sagen und Ruhe ist. Diskussion in w.w.w. anzuleihern ist aber nicht gerade der Weg sein Desinteresse auszudrücken :wink:

Es sei denn, derjenige macht von sich aus auf diese
Eigenschaft immer wieder aufmerksam, zum Beispiel als Vize des
Zentralrats der Juden.

Mir ist aber nicht bekannt, dass er in seinen Fernsehsendungen darauf aufmerksam macht. Gut, wenn die Leute ein Problem damit haben zwischen Amt und Person zu unterscheiden - aber dann sind wir nicht weit davon entfernt nicht zwischen Religion und Person zu unterscheiden.

den Mord und den Raub eines Staates an einer
anderen Volksgruppe mit einem Schulterzucken abtun, solange
sehe ich schwarz für das „wehret den Anfängen“.

Nette Unterstellung, aber wer tut dieses denn? Hier bei w.w.w. sehe ich eigentlich nur Leute die Israel massiv kritisieren und andere, welche hier relativieren und aufzeigen, dass es ein Konflikt mit mehreren Parteien ist, welche sich in nichts nachstehen. Wo aber sind die Schulterzucken?

Wenn man sich nur wehrt, wenn es einem selbst an den Kragen
geht, dann hat man sich zu spät gewehrt.

Ja, eben.

Schalom,
Eli

Moin Eli

Ist das nun deine persönliche Meinung oder erlaubt dir deine
Religion das Töten, wenn du als Mensch es als „gerecht“
empfindest ?

Das ist die Haltung der Religion. Zur Rettung von
Menschenleben kann es erlaubt sein, andere zu gefährden oder
zu töten - wenn diese die Gefahr darstellen.

Ja, ich kenn dieses Rumgeeiere aus dem Christentum. Ich bin froh, dass ich einer Weltanschauung angehöre, die da eindeutige Aussagen macht.

Aber das befindet

sich eher am Rand der Religion

sozugan das „Kleingedruckte“ bei den 10 Geboten ? :smile:

  • eigentlich befürworten wir

das Leben und darum muss alles getan werden, dieses zu
erhalten.

ja, hier ist es ja wieder…und hier muss sich jeder Mensch eben ganz individuell entscheiden…bedingungslose Nächstenliebe oder „gerechtfertigte Tötung“…das eine schließt das andere aus.

ansonsten wäre der Moschiach schon da :smile:

öh…wer ?

Der Messias. Noch nie davon gehört? Die Christen glauben, dass
Jesus der Messias ist/war. Wir warten noch.

Ja klar, vom Messias schon. Irgendwer hat es wohl versäumt, mir hebräisch beizubringen, falls das hebräisch war :smile:
Was passiert denn, wenn „euer“ Messias kommt ? Merken das auch Nicht-Juden irgendwie ?

Vermutlich interessiert es sie einfach nicht weiter.

Dann kann man das sagen und Ruhe ist. Diskussion in w.w.w.
anzuleihern ist aber nicht gerade der Weg sein Desinteresse
auszudrücken :wink:

*schmunzel*
ok :smile:

Mir ist aber nicht bekannt, dass er in seinen Fernsehsendungen
darauf aufmerksam macht. Gut, wenn die Leute ein Problem damit
haben zwischen Amt und Person zu unterscheiden - aber dann
sind wir nicht weit davon entfernt nicht zwischen Religion und
Person zu unterscheiden.

Ich hab auch nie behauptet, das meine Einstellung allgemein verbreitet ist.

Ich denke aber auch, dass diese nicht unbedingt auf den gleichen Ebenen aubläuft. Die Tatsache, welcher Religion angehört, hat u.U. Auswirkungen auf dessen Leben und das Umfeld, je nachdem welchen Stellenwert er dieser Religion auch selbst in seinem Leben einräumt.

Nur mal ein Beispiel: mir ist es zwar bei bei meiner Einschätzung von dir als Mensch völlig egal, welcher Religion du angehörst, trotzdem würde ich mich vorher erkundigen, wie das mit dem „koscher essen“ bei dir ist, wenn ich mal vor hätte, dich zum Essen einzuladen. Verstehst du, wie ich das meine ?

den Mord und den Raub eines Staates an einer
anderen Volksgruppe mit einem Schulterzucken abtun, solange
sehe ich schwarz für das „wehret den Anfängen“.

Nette Unterstellung, aber wer tut dieses denn? Hier bei w.w.w.
sehe ich eigentlich nur Leute die Israel massiv kritisieren
und andere, welche hier relativieren und aufzeigen, dass es
ein Konflikt mit mehreren Parteien ist, welche sich in nichts
nachstehen.

Das wäre der Fall, wenn die Palästinenser über eine ähnliche umfangreiche und modern ausgestattete Armee wie die IDF verfügen würden. Dies ist aber meines Wissens nicht der Fall. Wär aber vielleicht eine gute Idee, dann müssten Palästinenser keine feigen Selbstmordattentate unternehmen sondern können bei jedem toten isralischen Zivilisten sagen…sehr bedauerlich…

Wo aber sind die Schulterzucken?

Damit meinte ich z.B. ganz konkret dich.
Für mich zählst du eindeutig zur Fraktion der Wegschauer und Nicht-Wahrhaben-Woller…sorry, wenn ich das jetzt mal so offen sage, ich versuche sonst eher nicht hier persönlich zu werden, ich hatte eigentlich gehofft, du hättest meinen Hinweis im letzten Posting verstanden.

Wenn man sich nur wehrt, wenn es einem selbst an den Kragen
geht, dann hat man sich zu spät gewehrt.

Ja, eben.

Und welche Konsequenz hat diese „ja eben“ nun ? Oder ist das so eine Floskel, wie…ja…eigentlich müsste man ja was tun…eigentlich…

Gruss
Marion

E|n Gluecksbuddah
hallo marion,

Der Messias. Noch nie davon gehört? Die Christen glauben, dass
Jesus der Messias ist/war. Wir warten noch.

Ja klar, vom Messias schon. Irgendwer hat es wohl versäumt,
mir hebräisch beizubringen, falls das hebräisch war :smile:
Was passiert denn, wenn „euer“ Messias kommt ? Merken das auch
Nicht-Juden irgendwie ?

klar merken sie es dann, naemlich dass alle menschen sich verstehen und in frieden miteinander leben, und besonders buddhisten werden sich freuen, denn wenn dann, wird der loewe neben dem schaf in eintracht leben, ja sogar zusammen liegen mit dem schaf, um mittagsruhe zu halten. toll nicht!?!

e|n gluecksbuddah ----->.

Hallo Marion.

Ja, ich kenn dieses Rumgeeiere aus dem Christentum.

Es geht hier nicht um rumgeeiere, sondern darum den besten Weg zu finden, wenn alle Alternativen ihre Nachteile haben. So ist das Leben.

Ich bin
froh, dass ich einer Weltanschauung angehöre, die da
eindeutige Aussagen macht.

Ich bin froh, dass meine Religion, sich hier nicht festlegt sondern sieht, dass wir in jeder Situation die Wahl haben.

sozugan das „Kleingedruckte“ bei den 10 Geboten ? :smile:

Im Judentum gibt es nicht nur die 10 Gebote, sonder 613. Und diese sind auch nur die Gebote. Und Kleingedruckt ist dabei keines. Will heissen, wir müssen versuchen alle(!) in Einklang zu bringen. Leben retten und nicht töten kann manchmal im Widerspruch stehen - was dann?

ja, hier ist es ja wieder…und hier muss sich jeder Mensch
eben ganz individuell entscheiden…bedingungslose
Nächstenliebe oder „gerechtfertigte Tötung“…das eine
schließt das andere aus.

Eben. Das Leben ist halt nicht einfach und besteht aus Entscheidungen.

Ja klar, vom Messias schon. Irgendwer hat es wohl versäumt,
mir hebräisch beizubringen, falls das hebräisch war :smile:
Was passiert denn, wenn „euer“ Messias kommt ? Merken das auch
Nicht-Juden irgendwie ?

Sicher. Er wird ja für die ganze Menschheit kommen.

Verstehst du, wie ich das meine ?

Ja, aber ich hatte mich auch eigentlich nicht mehr auf dich bezogen. Somit war hier auch nicht mehr offen.

Wär aber vielleicht eine gute Idee, dann müssten Palästinenser
keine feigen Selbstmordattentate unternehmen sondern können
bei jedem toten isralischen Zivilisten sagen…sehr
bedauerlich…

Die Ziele sind völlig unterschiedlich und diese solltest Du hier nicht einfach unter die Tastatur schieben. Ausserdem verstehe ich das Argument nicht. Ist jetzt Terror gegen Menschen legitim, weil die Betreffenden eine Armee haben? Der Terror geht ja nicht gegen die Armee noch gegen den Staat sondern gegen Menschen. Gegen Zivilisten.

Damit meinte ich z.B. ganz konkret dich.
Für mich zählst du eindeutig zur Fraktion der Wegschauer und
Nicht-Wahrhaben-Woller…sorry, wenn ich das jetzt mal so
offen sage, ich versuche sonst eher nicht hier persönlich zu
werden, ich hatte eigentlich gehofft, du hättest meinen
Hinweis im letzten Posting verstanden.

Was will ich denn nicht wahrhaben? Wo sehe ich denn weg? Bei dem Terror welcher von Israel verbreitet wird? Nein und ich behaupte sogar, dass mir der klarer ist, als den meisten Kritiker von Israel hier. Ich weiss und erfahre, was es heisst unter Terror zu leben. Somit sehe ich hier nie weg. Genauso wie ich Entschuldigungen für die Israelis finde, finde ich sie für die Palästinenser. Aber beides ist für mich auch kein Thema. Es geht hier verdammt noch einmal nicht um Schuld. Es geht um zukünftigen Frieden und Gerechtigkeit jetzt. Falsch Urteile tragen nicht zur Gerechtigkeit noch zum Frieden bei.

Und welche Konsequenz hat diese „ja eben“ nun ? Oder ist das
so eine Floskel, wie…ja…eigentlich müsste man ja was
tun…eigentlich…

Ich tue etwas. Aber ich wollte mich jetzt hier unter den ganzen Theoretikern nicht damit brüsten, dass man auch praktische Dinge tun kann. War hier bislang auch nie Thema.

Schalom,
Eli

Moin Eli,

Ja, ich kenn dieses Rumgeeiere aus dem Christentum.

Es geht hier nicht um rumgeeiere, sondern darum den besten Weg
zu finden, wenn alle Alternativen ihre Nachteile haben. So ist
das Leben.

Jemand, der diese Einstellung hat, dessen Leben ist so, ja.

Ich bin
froh, dass ich einer Weltanschauung angehöre, die da
eindeutige Aussagen macht.

Ich bin froh, dass meine Religion, sich hier nicht festlegt
sondern sieht, dass wir in jeder Situation die Wahl haben.

Wie war das mit der Freiheit der Entscheidung ? *schmunzel*

sozugan das „Kleingedruckte“ bei den 10 Geboten ? :smile:

Im Judentum gibt es nicht nur die 10 Gebote, sonder 613. Und
diese sind auch nur die Gebote. Und Kleingedruckt ist dabei
keines. Will heissen, wir müssen versuchen alle(!) in Einklang
zu bringen. Leben retten und nicht töten kann manchmal im
Widerspruch stehen - was dann?

Du meinst, Situationen in denen man nur ein Leben retten kann, in dem man ein anderes Leben gewaltsam nimmt ? Ach Eli, willst du als Mensch da entscheiden, wessen Leben „wertvoller“ ist ? Ich hab echt Schwierigkeiten, mich in diese Art zu denken einzufinden…

ja, hier ist es ja wieder…und hier muss sich jeder Mensch
eben ganz individuell entscheiden…bedingungslose
Nächstenliebe oder „gerechtfertigte Tötung“…das eine
schließt das andere aus.

Eben. Das Leben ist halt nicht einfach und besteht aus
Entscheidungen.

Das ist richtig, und ich schätze einen Menschen nach der Art seiner Entscheidung, nicht danach, ob diese Entscheidung noch igendwie durch seine Religion getragen wird. Für mich persönlich gibts es allerdings keine „gerechtfertigte Tötung“.

Ja klar, vom Messias schon. Irgendwer hat es wohl versäumt,

mir hebräisch beizubringen, falls das hebräisch war :smile:
Was passiert denn, wenn „euer“ Messias kommt ? Merken das auch
Nicht-Juden irgendwie ?

Sicher. Er wird ja für die ganze Menschheit kommen.

Und woher kommt er ?

Wär aber vielleicht eine gute Idee, dann müssten Palästinenser
keine feigen Selbstmordattentate unternehmen sondern können
bei jedem toten isralischen Zivilisten sagen…sehr
bedauerlich…

Die Ziele sind völlig unterschiedlich und diese solltest Du
hier nicht einfach unter die Tastatur schieben. Ausserdem
verstehe ich das Argument nicht. Ist jetzt Terror gegen
Menschen legitim, weil die Betreffenden eine Armee haben? Der
Terror geht ja nicht gegen die Armee noch gegen den Staat
sondern gegen Menschen. Gegen Zivilisten.

Ja, genau wie der israelische Terror. Die Palästinenser haben keine reguläre Armee, um ihr Volk zu schützen. Jeder tote Palästinenser ist ein Zivilist, egal ob er 2 Monate oder 80 Jahre alt ist. Aber ich denke, das weisst du auch, also was red ich hier eigentlich.

Damit meinte ich z.B. ganz konkret dich.
Für mich zählst du eindeutig zur Fraktion der Wegschauer und
Nicht-Wahrhaben-Woller…sorry, wenn ich das jetzt mal so
offen sage, ich versuche sonst eher nicht hier persönlich zu
werden, ich hatte eigentlich gehofft, du hättest meinen
Hinweis im letzten Posting verstanden.

Was will ich denn nicht wahrhaben? Wo sehe ich denn weg? Bei
dem Terror welcher von Israel verbreitet wird? Nein und ich
behaupte sogar, dass mir der klarer ist, als den meisten
Kritiker von Israel hier. Ich weiss und erfahre, was es heisst
unter Terror zu leben. Somit sehe ich hier nie weg. Genauso
wie ich Entschuldigungen für die Israelis finde, finde ich sie
für die Palästinenser. Aber beides ist für mich auch kein
Thema. Es geht hier verdammt noch einmal nicht um Schuld. Es
geht um zukünftigen Frieden und Gerechtigkeit jetzt. Falsch
Urteile tragen nicht zur Gerechtigkeit noch zum Frieden bei.

Es gibt nur eine Lösung Eli: Stop das Morden, stop den Landraub. Raus mit den Israelis und seinen unheilvollen Siedlern aus den besetzten Gebieten.
Mord radikalisiert, wer Selbstmordanschläge verhindern will, muss das Gegenteil versuchen. Selbst wenn die Wahl lautet: Tote isralische Zivilisten und tote palästinensische Zivilisten oder nur tote israelische Zivilisten und keine toten palästinensischen Zivilisten, wie würdest du dich entscheiden Eli ?

Aus Unheil erwächst weiteres Unheil. Wenn du es schon nicht verhindern kannst, ohne selbst wiederum Schaden anzurichten, dann mehre es wenigstens nicht noch durch deine eigenen Taten.

Was passiert in einer Gesellschaft, die es nicht mehr schreckt, legalisiert durch Staat und Religion Kinder zu töten ? Was passiert mit den Menschen dort ? Das ist Barbarei und wird von zivilisierten Staaten zurecht menschenverachtenden Terrorismus genannt. Ja, auch auf der Seite der Palästinenser…

Gruss
Marion

Hallo Marian.

Du meinst, Situationen in denen man nur ein Leben retten kann,
in dem man ein anderes Leben gewaltsam nimmt ? Ach Eli, willst
du als Mensch da entscheiden, wessen Leben „wertvoller“ ist ?
Ich hab echt Schwierigkeiten, mich in diese Art zu denken
einzufinden…

… ich mit der Haltung, sich dieser Entscheidung zu entziehen. Auch dieses ist einen Entscheidung. Warum also vorher nicht darüber nachdenken und abwägen?

Und woher kommt er ?

Aus dem Bauch seiner Mutter, woher denn sonst?

Es gibt nur eine Lösung Eli: Stop das Morden, stop den
Landraub. Raus mit den Israelis und seinen unheilvollen
Siedlern aus den besetzten Gebieten.

Wir befinden uns hier im falschen Forum dafür.

Was passiert in einer Gesellschaft, die es nicht mehr
schreckt, legalisiert durch Staat und Religion Kinder zu töten
? Was passiert mit den Menschen dort ?

Aha, ich liebe diese einseitigen Verkürzungen. Aber gut, wenn du meinst und du damit zufrieden bist, nur auf den Folgenen herzumzureiten und die eigentlichen Ursachen immer ausblenden willst - gut. Aber dann wirst Du dort auf keine Lösung kommen. Ich weiger mich komplexe Zusammenhänge so zu reduzieren, vor allem wenn dabei herauskommt, dass jemand akzeptieren muss, dass er ermordert wird.

Schalom,
Eli

1 „Gefällt mir“

jüdische Ethik

Hallo Marian.

Also wenn schon Marian, dann bitte Lady Marian *g*

Du meinst, Situationen in denen man nur ein Leben retten kann,
in dem man ein anderes Leben gewaltsam nimmt ? Ach Eli, willst
du als Mensch da entscheiden, wessen Leben „wertvoller“ ist ?
Ich hab echt Schwierigkeiten, mich in diese Art zu denken
einzufinden…

… ich mit der Haltung, sich dieser Entscheidung zu entziehen.
Auch dieses ist einen Entscheidung. Warum also vorher nicht
darüber nachdenken und abwägen?

Ich kann dir versichern, dass auch die Entscheidung, sich in keinem Fall als Richter über Leben und Tod aufzuspielen, viel vorheriges Nachdenken erfordert. Glaub nicht, dass mir das leicht fällt. Ich gehör vom Temperatment her auch eher zu den Leuten, die einem Angreifer an die Gurgel gehen möchten, wenn sie Gefahr im Verzug sehen.

Wenn es einem allerdings die eigene Einstellung in jedem Fall unmöglich macht, einen Menschen zu töten, dann geht eine Tür zu einem viel komplexeren Bereich auf, nämlich dann wird es zwingend notwendig sich darüber Gedanken zu machen, wie man dazu beitragen kann, dass solche Situationen gar nicht erst entstehen (einleiten und konsequentes Durchführen friedensbildender Maßnahmen, auch wenn deren Erfolge vielleicht erst in Jahren sichtbar sind), bzw. welche alternativen Handlungsmöglichkeiten man in solch einer Situation hat. (man könnte z.B. versuchen, den Angreifer unschädlich zu machen, selbst auf die Gefahr hin, dabei das eigene Leben zu riskieren).

Als Beispiel, wie unterschiedlich die Folgen sein können, die sich aus einer entsprechenden Lebenseinstellung ergeben, möchte ich dir einfach mal das Schicksal des palästinensischen und des tibetischen Volkes vor Augen führen, dass ja ein ähnliches ist. Beide leben unter einer Besatzungsmacht in ihrem eigenen Land. In Tibet hat es hingegen kaum gewalttätigen Aufstände gegen die chinesischen Besatzer gegeben, obwohl die Chinesen bald die komplette kulturelle und religiöse Identität der Tibeter in Tibet zerstört haben (zum Glück lebt diese im Ausland weiter). Nicht nur ist das Ausmaß diese Zerstörung eine Katastrophe, auch interessiert es kaum einen, weil es eben keine medienträchtigen Attentate und Terrorgruppen gibt, mit denen die Tibeter die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf ihre Situation lenken.

Du siehst, diese Gewaltlosigkeit hat den Tibetern auf den ersten (europäischen) Blick nicht viel gebracht. Für einen Buddhisten stellt sich das jedoch anders dar.

Und woher kommt er ?

Aus dem Bauch seiner Mutter, woher denn sonst?

ok, sorry, ich hatte wohl irgendwie was spektakuläreres erwartet *verlegen schau*. Ein Mensch also…
Und was passiert wenn er kommt ? Woran erkennt man ihn (oder kann es auch eine sie sein ?).

Es gibt nur eine Lösung Eli: Stop das Morden, stop den
Landraub. Raus mit den Israelis und seinen unheilvollen
Siedlern aus den besetzten Gebieten.

Wir befinden uns hier im falschen Forum dafür.

Was passiert in einer Gesellschaft, die es nicht mehr
schreckt, legalisiert durch Staat und Religion Kinder zu töten
? Was passiert mit den Menschen dort ?

Aha, ich liebe diese einseitigen Verkürzungen. Aber gut, wenn
du meinst und du damit zufrieden bist, nur auf den Folgenen
herzumzureiten und die eigentlichen Ursachen immer ausblenden
willst - gut. Aber dann wirst Du dort auf keine Lösung kommen.

Sehr witzig. Wenn ich die Ursachen darstelle sagst du, dass gehört nicht in dieses Formum.

Ich weiger mich komplexe Zusammenhänge so zu reduzieren, vor
allem wenn dabei herauskommt, dass jemand akzeptieren muss,
dass er ermordert wird.

Nun ja, wir befinden uns hier im Brett Religion und Ethik und meine Frage zielte in eine ganz andere Richtung.

Das Beispiel Tibets im Hinterkopf frage ich mich nämlich, wie eine jüdische Gesellschaft mit den durch die israelische Armee begangenen Kriegsverbrechen umgeht. (und dass es diese gibt ist unbestritten Eli, ich liefere dir gerne entsprechende israelische Quellen, die dererlei anprangern und warum Israel keinen internationalen Gerichtshof will, sollte auch allen klar sein).

Ganz so einfach, wie du es hier darstellt, kann es nämlich auch nicht sein, dass fällt selbst mir auf, obwohl ich nun wirklich nicht viel über den jüdischen Glauben weiss. Auffällig ist zum Beispiel, wieso eine Gruppe orthodoxer Juden aus religiösen Gründen vom Militärdienst ausgenommen ist (falls meine Informationen hier nicht stimmen, korrigier mich bitte).

Auch würde mich die Verhältnismäßigkeit der Mittel interessieren, die als „Schutz des eigenen Lebens“ noch von der jüdisch/religiösen Ethik mitgetragen werden. Wenn man einen direkten Angreifen tötet, um sein Leben zu schützen, ist das dann ok ? Wenn man einen Menschen tötet, der indirekt für Anschläge auf das eigene Volk verantwortilich ist, ist das dann ok ? Wenn man diesen Menschen tötet, und es sterben dabei zusätzlich noch 14 Unschuldige, davon die Mehrzahl Kinder, ist das dann ok ? Wenn man eine Stadt ausradiert, weil sich darin viele potentielle Angreifer befinden, ist das dann ok ?

Das sind Fragen, auf die ich absolut keine Antwort habe, weil ich mich in der jüdischen Religion nicht auskenne, die aber vielleicht wichtig sind, um den Konflikt in der Religion, und die Art, warum z.B. Israel so handelt, zu verstehen. Und ich erhoffe mir hier eine Antwort darauf.

(Schließlich weiss man ja auch, dass z.B. die Selbstmordattentate durch den religiösen Hintergrund eines Jihad erst in der Form möglich sind, und daher ist auch auf der Seite der Palästinenser ein wichtiger ethisch/religiöser Aspekt, den man kennen muss, um diese Seite zu verstehen).

Gruss
Marion

Also wenn schon Marian, dann bitte Lady Marian *g*

Lody Marian*

*wir wollen das O ja nicht ganz unterdrücken und ihm eine neue Position zuweisen.

Ich kann dir versichern, dass auch die Entscheidung, sich in
keinem Fall als Richter über Leben und Tod aufzuspielen, viel
vorheriges Nachdenken erfordert.

Ich bezog das aber auf den Einzelfall, wo diese Frage jedesmal neu gestellt werden muss.

[…] nämlich dann wird es
zwingend notwendig sich darüber Gedanken zu machen, wie man
dazu beitragen kann, dass solche Situationen gar nicht erst
entstehen (einleiten und konsequentes Durchführen
friedensbildender Maßnahmen, auch wenn deren Erfolge
vielleicht erst in Jahren sichtbar sind), bzw. welche
alternativen Handlungsmöglichkeiten man in solch einer
Situation hat.

Gut, dann sind wir wieder doch nicht soweit von einander entfernt.

(man könnte z.B. versuchen, den Angreifer

unschädlich zu machen, selbst auf die Gefahr hin, dabei das
eigene Leben zu riskieren).

Aber was macht man, wenn es hier nicht um das eigene Leben geht, sondern das von Soldaten. Somit musst Du doch entscheiden, welches Leben zu retten ist etc. Aber wahrscheinlich gibt es keine Armeen mehr. Nun dem widerspreche ich nicht und dieses ist das jüdische Ideal. Allerdings sehen wir, dass wir in einer Welt leben, die dafür noch nicht bereit ist und unsere Aufgabe ist es, dorthin zu kommen. Aber solange gibt es Bedingungen, wo solches Handeln Selbstmord wäre. Und der ist im Judentum nur in wenigen Fällen überhaupt denkbar.

Du siehst, diese Gewaltlosigkeit hat den Tibetern auf den
ersten (europäischen) Blick nicht viel gebracht. Für einen
Buddhisten stellt sich das jedoch anders dar.

Für mich eigentlich auch nicht, da unsere Geschichte auch nicht viel anders aussieht. Allerdings sehe ich hier auch wieder das Problem, dass wir die verschiedenen Herrschaftsformen beachten müssen. Und so weit ich weiss, waren die Tiberter nicht immer so friedlich.

Aus dem Bauch seiner Mutter, woher denn sonst?

ok, sorry, ich hatte wohl irgendwie was spektakuläreres
erwartet *verlegen schau*. Ein Mensch also…

Ja, sicher.

Und was passiert wenn er kommt ? Woran erkennt man ihn (oder
kann es auch eine sie sein ?).

Er selber ist nur ein Zeichen seiner Zeit. Was wesentlich dabei ist, sind mehr die Umständen unter denen er kommt. Es wird die Zeit sein, wo G’ttes Gegenwart wieder in diese Welt kommt. Er wird sich vor uns nicht mehr verbergen und wir werden ihn wieder erkennen. Die Menschheit wird zwar weiterleben und arbeiten, aber die Bedingungen haben sich etwas verändert. Er wird dabei nur der neue Herrscher im jüdischen Volk, welcher auch hauptsächlich nur die politischen Aufgaben übernimmt. Alles weitere ist aber unklar, da wir uns erst einmal auf die Aufgabe konzentrieren sollten, denn es liegt auch an uns, wann er kommen wird.

Sehr witzig. Wenn ich die Ursachen darstelle sagst du, dass
gehört nicht in dieses Formum.

Ich habe nur an meinen Antworten gemerkt, dass wir das Thema verlassen.

Das Beispiel Tibets im Hinterkopf frage ich mich nämlich, wie
eine jüdische Gesellschaft mit den durch die israelische Armee
begangenen Kriegsverbrechen umgeht.

Hierzu muss ich leider sagen, dass ich dazu fast nichts gelernt habe und es mich bislang auch nicht gross interessiert hat. Somit kann ich nur sagen, dass es ausdiskutiert wird, was ja auch passiert. Es wird versucht einen gangbaren Weg zu finden. Wenn du genaueres wissen willst, musst du konkretere Fälle benennen.

([…] und warum Israel
keinen internationalen Gerichtshof will, sollte auch allen
klar sein).

Klar schon, dennoch denke ich, dass wir dabei an Unterschiedliches denken.

Auffällig ist zum Beispiel, wieso eine Gruppe orthodoxer Juden
aus religiösen Gründen vom Militärdienst ausgenommen ist
(falls meine Informationen hier nicht stimmen, korrigier mich
bitte).

Dieses stellt aber keine Ablehnung des Militärs dar, sondern nur einen Aufgabenteilung wie sie auch schon in der Tora zu finden ist.

Auch würde mich die Verhältnismäßigkeit der Mittel
interessieren, die als „Schutz des eigenen Lebens“ noch von
der jüdisch/religiösen Ethik mitgetragen werden. Wenn man
einen direkten Angreifen tötet, um sein Leben zu schützen, ist
das dann ok ?

Ja.

Wenn man einen Menschen tötet, der indirekt für
Anschläge auf das eigene Volk verantwortilich ist, ist das
dann ok ?

Nur, wenn nachweisbar ist, dass er zukünftig weitere Menschleben gekostet hätte. Bei allen weiteren Fälle kommt es auf die konkreten Gegebenheiten an und sie müssen wesentlich komplexer sein, als das was du geschrieben hast. In dieser Einfachheit wäre die Antwort erst einmal ‚nein‘. Aber die Realität ist nun einmal nicht so einfach und da kann es dann schon ‚ja‘ heissen.

Das oberste Ziel ist dabei aber den Frieden zu suchen. Alleine auf diese Massnahmen reduziert, wäre davon nichts gerecht.

Schalom,
Eli

PS. Bin demnächst im Urlaub. Wenn also keine Antworten mehr kommen, weisst Du warum.

Moin Eli

Bin demnächst im Urlaub. Wenn also keine Antworten mehr

kommen, weisst Du warum.

ok, dann werde ich mal geduldig auf deine Rückkehr warten :smile:
Die beiden Themen „Messias“ und „jüdische Ethik“ würde ich nämlich schon gerne weiterdiskutieren.

Auch wie dieses „jüdische Ideal“ einer Gesellschaft aussehen würde finde ich spannend.

Vielleicht nutze ich die Zeit und les mal ein bisschen übers Judentum, kann ja nicht schaden. :smile:

Also schönen Urlaub und…pass auf dich auf.

lieben Gruss
Marion

hallo marion,

ich empfehle

norman solomon
judentum - eine kurze einfuehrung
reclam
170 seiten A6
sehr viel inhalt, umfassend, doch kurz.

mehr waere s.ph. de vries
juedische riten und symbole
ro ro ro
340 seiten, ca A5.5

beide natuerlich keine religioese literatur

aber zu religion und politik, 70 pro aller israelis sind saekulaer, der krieg hat weniger mit der religion zu tun, als man meint, also der eigentliche krieg, du hast siche meine neuen beitraege zu winkel und lehi und exc bei aussen gelesen. man sollte das trennen, oder was fuehrt die chinesen dazu, in tibet quasi krieg zu fuehren? rest dazu siehe aussenbrett.

beste gruesse, lego

ok, dann werde ich mal geduldig auf deine Rückkehr warten :smile:
Die beiden Themen „Messias“ und „jüdische Ethik“ würde ich
nämlich schon gerne weiterdiskutieren.

Auch wie dieses „jüdische Ideal“ einer Gesellschaft aussehen
würde finde ich spannend.

Vielleicht nutze ich die Zeit und les mal ein bisschen übers
Judentum, kann ja nicht schaden. :smile:

Also schönen Urlaub und…pass auf dich auf.

lieben Gruss
Marion