Erzeugter Störer …
Hallo Nic,
jetzt wo so viele dir geantwortet haben, möchte ich auch noch selbst zu deiner Antwort Stellung nehmen (ich war außer Haus, deshalb so spät, sorry). Da deine Antwort sich diskutierbar anhört, versuche ich weniger scharf zu antworten, aber ich meine das, was ich sage schon sehr bestimmt.
Vorweg: Ich bin Vater von drei Kindern, und wir haben das erste Kind, das im nächsten Monat 6 Jahre alt wird, bekommen, als ich 36 Jahre alt war. Ich will damit deutlich machen, dass ich kein Besuchspapa bin, sondern dass ich mir meine Stellung zu meinen Kindern sehr gut überlegt habe (und zwar bevor ich sie in die Welt setzte) - und das auch von allen anderen Eltern im Interesse ihrer Kinder fordere! Und ich habe mit meiner Frau schon vor der Ehe (die Hochzeit ist 7 Jahre her, aber ich kenne meine Frau schon wesentlich länger) besprochen, dass falls die Ehe wider Erwarten zerbricht - aus welchem Grund auch immer - wir alles daran setzen, die Kinder daran nicht leiden zu lassen. Denn schließlich sind ja die Kinder in den seltensten Fällen an zerbrochenen Ehen schuld! Und das bedeutet selbstverständlich (!), dass trotz Trennung der Umgang für den, der die Kinder dann nicht bei sich hätte, gewährleistet sein muss.
sicher besteht das juristische Recht, aber gut ist das nur für
der Vater.
Das Recht ist nicht nur ein juristisches Recht, sondern ist eigentlich schon ein Menschenrecht - auch wenn es in keiner internationalen Charta steht.
Für die Kleine wäre es 1000 Mal besser in einer „normalen“
Vater-Mutter-Kind Familie aufzuwachsen.
Es wurde schon gesagt, dass die Normalität schlicht nicht da ist. Und außerdem muss das, was „man“ unter „normal“ versteht, nicht unbedingt das wirklich Normale sein, oder? (Ich habe vor kurzem irgendwo gelesen, dass jedes fünfte Kind in Deutschland nicht mit dem leiblichen Vater zusammenlebt. Ich kann das jetzt nicht überprüfen, wie seriös das ist, aber wenn das so ist, dann muss man sich mal über den Begriff des „Normalen“ Gedanken machen, was eh an der Zeit ist.)
Das er rausgeflogen ist, ist seine eigene Schuld. Erst
unbedingt ein Kind haben wollen und dann den eigenen
Schnirpfel nicht unter Kontrolle halten können. Aber das war
vor meiner Zeit und gehört auch nicht zur Sache.
Das siehst du ganz richtig, jedenfalls was den letzten Teil des letzten Satzes angeht: Es gehört nicht zur Sache! Und wenn der leibliche Vater sonstwas getan hat: Solange er dem Kind nicht schadet, ist es für die Beziehung zwischen seinem leiblichen Kind und ihm völlig belanglos, wohin er seinen Schniedel hält bzw. wo er in hineinsteckt.
Bei jedem Besuch schärft er Ihr ein, daß er der Papa ist
Das ist ja auch ein Faktum.
und wenn sie dann in einem Kinderbuch Mama, Papa und Kind sieht,
fragt sie sich wo ihr Papa jetzt ist und warum er nicht da
ist. Was sagst Du da?
Er ist doch inzwischen drei Jahre alt, oder? Da kann man ihm das doch kindgerecht erklären, oder etwa nicht? Sachlich und ohne Wertungen (!), sondern vielleicht auch so, dass das Kind vielleicht sogar stolz darauf ist, mehr als einen Papa zu haben. Übrigens gibt es für sowas Beratungsstellen, die ich euch dringend empfehlen möchte - im Interesse des Kindes.
Versetz dich mal in die Logik des Kindes.
Anders herum: Versetz dich in die Lage des Kindes (und drücke ihm nicht irgendeine „Logik“ auf, von der du meinst, dass das Kind sie besitzt). Was hättest du wissen wollen, wenn du in der Lage des Kindes wärest?
Also redest Du drumherum, weil Du dem Kind die Wahrheit nicht sagen
kannst und am Ende sind wir dann noch die bösen.
Aber selbstverständlich kann man einem Kind die Wahrheit sagen. Denn die Wahrheit besteht aus Fakten, die das Kind auch verarbeiten kann, wenn man es kindgerecht rüberbringt und nicht mit erwachsenen Wertungen wie „böse“ an das Kind herantritt. Wenn man gar nicht mehr weiterweiß, kann man immer noch darauf verweisen, dass „du das später sicher einmal besser verstehst, wenn du etwas älter bist“. Das ist zwar auch nicht befriedigend, wäre als Ausweg aber immer noch besser als das, was im Moment so bei euch abläuft.
Wer weis was er ihr noch einseuselt.
Er sagt die Wahrheit. Ich finde es sehr merkwürdig, ja geradezu bedenklich, dass du das als „Einsäuseln“ abqualifizierst …
Hätte man ihn gleich garnicht ans Kind gelassen, hätte die
kleine ganz normal aufwachsen können.
Absurd! Das kann gar nicht klappen. Sowas ist immer eine Zeitbombe. Kinder sind verständiger, als manche Erwachsene denken.
Jeder trägt die Verantwortung für seine Handlungen aber alle
anderen leiden unter den Folgen.
Das verstehe ich nicht, denn Verantwortung hat man doch nur für die Folgen; wofür denn sonst? Bestimmte Leiden kann man sogar gerade dadurch vermeiden, dass man deren Ursachen antizipiert.
BRRRRRRRRRRRRRRR Ja sorry aber das mußte mal raus.
(Jetzt ist mir wohler 
Fein, das ist doch schon was! Kannst du jetzt klarer denken?
Herzliche Grüße
Thomas Miller