Stressbewältigung - wie?

Hallo,

ich stelle in den letzten Monaten fest, daß mein Partner zunehmend auch gesundheitliche Probleme hat in außergewöhnlichen Stresssituationen. Er ist im allgemeinen gut belastbar und flexibel, hat viel Erfahrung und kann und muß oft schwierige Situationen meistern. Dennoch ist es in diesem Jahr im Verlauf jeweils eines besonders schwierigen Falls nun das dritte Mal, daß sich körperliche Stresssymptone zeigen: vor allem Herz- und Kreislaufprobleme und Magenbeschwerden. Untersuchungen zeigen kein Ergebnis, und da mit Erledigung des Falls auch die Symptome nicht mehr auftreten, ist auch ihm bewußt, daß es psychosomatische Beschwerden sind. Doch das Wissen allein hilft halt noch nicht… Auch mein Wissen hilft nicht, da ich ihm nur Tipps aus meiner persönlichen Erfahrung geben kann, aber er seinen eigenen Weg finden muß.

Er hat leider keinen Hausarzt seines Vertrauens, mit dem er sich austauschen kann. Wenn er Probleme hat, geht er zum Internisten im Krankenhaus und läßt sich durchchecken oder zu einem Facharzt. Ich dachte schon an einen Kuraufenthalt, wo er in einer geeigneten Klinik
unter anderem wohl auch Entspannungstechniken vermittelt bekommt.
Welche Vorgehensweise oder Technik (ggf. welche und wo erlernbar)könnt Ihr vorschlagen oder erachtet Ihr aus Eurer Erfahrung oder Fachkenntnis für sinnvoll?

Dank Euch schon jetzt für vielfältige fundierte Antworten!

Gruss, Eva

Hallo Eva,

als Tipp kann ich dir (ihm) Qigong als Entspannungsmethode vorschlagen.
Mehr dazu kannst du hier erfahren :
http://www.qigong-gesellschaft.de/

Als ich damit angefangen habe, wollte ich einfach irgend was machen, weiß gar nicht mehr wie ich dazu kam grade Qigong auszuwählen… und war sowohl von der Atmosphäre, als auch von der Qigong Lehererin und auch von den Teilnehmer genervt :smile: eben total gestresst. Aber diese Bewegungen haben mich einfach zu Ruhe gebracht, es war erstaunlich wie sehr das wirkt - auch nachhaltig.

Mir half das auch in grössten Stresssituationen zu Ruhe und Gelassenheit zu kommen. Mal abgesehen von den esoterischen Aspekten, die mich nicht interessieren, ist Qigong als Entspannungsmethode meine erste Wahl.

Vielleicht mag dein Partner das ausprobieren.
Falls ja, gib einfach in Google dein Wohnort und Qigong Kurse als Suchbegriffe ein und schau mal…

Manchmal aber braucht man eher körperliche Anstrengungen, um den Ausgleich zu dem geistigen Stress zu schaffen.
Z.B. Radfahren oder Holzhacken :wink: oder Joggen, Rudern…

Natürlich sollte das Ganze mit Regelmäßigkeit erfolgen, sonst bringt das ja nichts.

Ich wünsche ihm gute Besserung und euch beiden alles Gute…

Gruß,
Maja

p.s. finde es rührend und schön dass du dich um deinen Partner so kümmerst :smile:.

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Hallo Eva,

nun - als ich Deinen Text gelesen habe dachte ich schon meine Frau hätte das hier rein gestellt.
Einziger Unterschied ist, dass ich (wir) durchaus Techniken des Ausgleichs kennen, können, und diese auch anwenden. Leider aber nicht regelmäßig genug.

Meditation liegt bei mir persönlich recht nahe, da ich schon seit fast 20 jahren eine Kampfkunst betreibe.
Hinzu kommt drei mal wöchentliches Lauftraining (zur zeit 5000m im Intervall 6min laufen 1min gehen) - da macht die ganze Familie mit.
Ziel ist es in einem Jahr einen Marathon mit zu laufen.
Der ausgleich ist in den Wochen in denen wir (ich) das tun sehr gut gegeben.
Techniken und Möglichkeiten gibt es genug.

Aber zu den Magenbeschwerden:
Sollte es sich hierbei um Sodbrennen handeln (Übersäuerung), ist
es wichtig dagegen was zu tun, denn da steigt das Krebsrisiko.
Hier eignet sich in erster Möglichkeit „Bullrichsalz“.
Das gibt es in jeder Drogerie als Tabletten im 100er Pack.
Es ist nebenwirkungsfrei und bindet die Säure unter freisetzung
von Kohlendioxid (Rülpsen wie nach Mineralwasser).
Kaffee, Fett und Zucker weg lassen.

Für Erfahrungsaustausch kannst Du mich gerne via Mail anschreiben.
Das Thema ist nicht unbedingt auf die leichte Schulter zu nehmen.

Viele Grüße
Hagen

Hallo Maja,
ich danke Dir für Deinen Tipp und werde ihn gerne an ihn weitergeben. Für körperlichen Ausgleich sorgt er regelmäßig, aber das reicht offenbar nicht. Bin gespannt, ob ihn Dein Vorschlag anspricht.
Gruss, Eva

Hallo Hagen,

danke für Deine Hinweise. Sportlich ist mein Mann regelmäßig aktiv (wöch. 2-3x), aber ich habe den deutlichen Eindruck, daß er die geistige Entspannung bzw. die Kraft der Gedanken und des Unterbewußtseins unterschätzt (dies war immer meine Art der Entspannung - bei ihm war es immer die körperliche Aktivität) und der sportliche Ausgleich nicht mehr reicht. Wir haben darüber gesprochen und grundsätzlich stimmt er dem auch zu. Aber zu Zeiten starker Belastung kostet es ihn zusätzliche Energie, sich neuer „Entspannungstechnik“ zuzuwenden, geht es ihm wieder gut, wendet er sich lieber wieder anderen Dingen zu. Keinesfalls möchte ich ihn bedrängen, aber ihn doch irgendwie „ins Boot holen“. -

Was mich erstaunt: Du schreibst, Du meditierst - dennoch machen sich wohl die negativen Stresssymptome bemerkbar. Führst Du es auf die mangelnde Regelmäßigkeit zurück? Und noch eine Frage bitte: Wie geht man am besten vor auf dem Weg der Meditation?

Liebe Grüsse, Eva

so wie er es will
hi,

dein mann tut doch schon etwas: er geht zum facharzt direkt in die klinik um sich zu beruhigen, dass nix schlimmes los ist. dass man darüber geteilter meinung sein kann, ist hier nicht das thema, sondern eher, dass man es auch schon positiv sehen kann. dass du vielleicht viel sanfter, vorsichtiger und sorgsamer präventive entspannung befürwortest, kann ja sein, aber für einen mann, der im streß steckt, klingt das unter umständen eher nach weichei…
will sagen: wenn er dich nicht direkt fragt „was kann ich tun?“, dann nützt es wenig, die standardtips der gesundheitsprophylaxe zu beten.

männer gehen oft schonungslos mit sich um. veränderungen von außen bringen da eher abwehr. manchmal muß man eben mitansehen, wie sich der partner schadet. aber ob du wegen einer schusseligen bewegung morgen im krankenhaus liegst, weisst du ja auch nicht.

lass ihn, deine möglichkeiten gehen gegen null und er selbst fragt ja schon den facharzt. wenn der ihm sagen sollte, „herr xy, so geht das nicht weiter!“ dann wird er ihm vertrauen und sich vielleicht verändern.