Stromausfall in Berlin Anfang Januar 2026

Also wenn ich mir überlege, was früher unter der Last des kalten Krieges so ging, halte ich das nicht grundsätzlich für unbeherrschbar. Der 115km lange Elbe-Seitenkanal zum Beispiel, wenn sein Bau an sich nicht vielleicht sogar in Wirklichkeit militärische Gründe hatte, wurde zB als Ganzes als Panzersperre gegen den Osten errichtet. In den Brücken gibt es zudem Sprengschächte, in den Unterführungen Panzersperren. Sowas wurde auch anderswo gemacht, beim Elbtunnel etwa.
Wenn man dann andererseits sieht, dass unser Staat mal eben so auf 11Mrd CumEx-Euro verzichtet. Wenn man dann andererseits sieht, dass sich in unserem Staat Behörden und Gerichte ganze 30 Jahre lang wegen 5 (!) km Autobahn beschäftigen. Dann könnte man schon auf die Idee kommen, dass eine zweite Flussquerung in Berlin sowohl sinnvoller gewesen wäre, als auch weniger Aufwand bedeutet hätte.

VG
J~

Ja, das waren andere Zeiten (ich will nicht sagen, dass sie besser waren)! Bis in die 70er hinein konnte man Großprojekte im Sinne von Wiederaufbau, Wirtschaftswunder und im militärischen Bereich in Hinblick auf die Bedrohung im Rahmen des kalten Krieges noch recht schnell und einfach umsetzen. Da gab es noch einen recht großen gesellschaftlichen Konsens im Sinne des Strebens nach Wohlstand, der eine Opferbereitschaft im Sinne von “ich ertrage das Kraftwerk und Du den Flughafen” beinhaltete, und eine Fortschrittsgläubigkeit, die teilweise recht unkritisch war. Natur- und Umweltschutz spielten noch keine große Rolle, und es waren eher kleine Gruppen von “Spinnern”, die man noch recht leicht ignorieren konnte, zumal der Rechtsschutz in diesem Bereich noch nicht so weit ausgeprägt war.

Heute ist es vollkommen egal, was für ein Großprojekt Du wo auch nur zart in ersten Andeutungen erwähnst, und schon hast Du massenhaft Leute auf der Matte stehen, die nur darauf warten, sich “mal wieder engagieren zu können”. Natürlich gibt es bei solchen Projekten viele echte Betroffene, denen man Opfer abverlangen muss, natürlich gibt es Menschen, die von echten Bedenken in Sachen Natur- und Umweltschutz getragen sind, … Aber es gibt eben auch viele “Gelangweilte”, viele “aus Prinzip dagegen”, viele, die aus eigenen wirtschaftlichen Interessen agieren, … und wir haben inzwischen Standards im Rechtsschutz und in den Verfahren etabliert, die schon lange das Maß dessen weit überschritten haben, das man noch als sinnvoll, angemessen und wünschenswert in einem funktionierenden Staat betrachten kann. Das erlebt man gerade im Bereich der Energiewende täglich schmerzhaft. Der von @Aprilfisch angesprochene Südlink ist ein aus mehreren Gründen hier eher unpassendes Beispiel, weil u.a. viele Verzögerungen aus politischen Entscheidungen/Gründen herrühren, also nichts mit der eigentlichen Planung zu tun haben, und das Projekt wirklich außerordentliche technische Herausforderungen wie die Elbquerung hat. Es geht in der Masse der Projekte durchaus deutlich schneller. Aber was da oft - gerade auch von Leuten und Gruppen, die große Erfahrung haben, und die genau wissen, wie der Hase läuft - so getrieben wird, um Dinge vorsätzlich wider besseres Wissen zu eskalieren, Betroffene aufzuwiegeln, zu verzögern und auf Kosten zu treiben (Geld mit dem man andere Projekte finanzieren könnte), geht auf keine Kuhhaut.

Leute die vorgestern gegen Kernkraft und gestern gegen Kohlekraftwerke auf die Straße gegangen sind, rennen heute mit einem geraden Strich als rein schematischer Skizze einer neu benötigten Freileitung zwischen A und B für die Energiewende von Haus zu Haus, und stacheln Leute mit dem Märchen von der Leitung über ihrem Garten auf, obwohl sie das aufwändige und extrem zeitintensive Trassierungsverfahren, an dessen Ende dann eine an jedem dritten Mast verspringende Strecke raus kommt, die bestmöglich versucht alle berechtigten Schutzinteressen zu berücksichtigen, natürlich kennen, und genau wissen, dass keine Leitungen quer über Wohnbebauung errichtet werden.

Da findet sich dann auf einer intensiv landwirtschaftlich genutzten Fläche (mit vollem Einsatz der Agarchemie) eine kleine Senke, in der sich gelegentlich etwas Wasser sammelt, und dann dürften da hunderttausende Euro für den Schutz eines “Biotops” ausgegeben werden, durch das nach Abbau der Schutzzäune der Bauer gleich wieder mit dem großen Schlepper und der Spritze durchfährt.

Da gibt es in SH massenhaft landschaftstypische Knicks, kleine Erdwälle, die die Bauern zwischen Flächen zur Abgrenzung irgendwann mal angelegt haben, auf denen sich dann alles mögliche Buschwerk von ganz alleine kurzfristig angesiedelt hat, und dies bei Zerstörung auch wieder tun wird. Jeder einzelne Eingriff in einen solchen Knick muss genehmigt werden, die Sträucher müssen auf den Stock gesetzt werden, einzelne Teilstücke müssen insgesamt im Stück entfernt, gelagter, gepflegt und dann wieder in ursprünglicher Reihenfolge eingebaut werden. Was der Spaß kostet, kannst Du Dir nicht vorstellen. Ich bin selbstverständlich dafür, das Landschaftsbild und die Ökologie vor Ort bei Baumaßnahmen zu schützen, aber wir reden hier von Dingen, die sich ganz von alleine kurzfristig wieder normalisieren würden.

Ich war an einem millionenschweren Projekt beteiligt, mit dem die “negativen Auswirkungen einer für die Energiewende gebauten Freileitung für das Landschaftbild” kompensiert werden sollten. Man hat jahrelang nach einer Möglichkeit gesucht, diese gesetzliche Pflicht irgendwo ansatzweise sinnvoll erfüllen zu können.

Dieses Projekt fand in freier Natur mit minimalen Anwohnern statt, und hätte man grundsätzlich in einem Jahr realisieren können (Naturschutzauflagen steckten es dann auf zwei Jahre, ein defektes Kabel auf drei). Das wäre gut vergleichbar mit einer zusätzlichen Kanalquerung in Berlin (HDD unter Fluss/Kanal hindurch). Die Baustelleneinrichtungsfläche auf beiden Seiten der Querung brauchte deutlich mehr als ein Fußballfeld, und die Schutzrohre mussten vor Ort aus Stücken auf die Gesamtlänge vorab verschweißt werden. D.h. man brauchte eine ganz erhebliche Fläche, diese Rohre vorzubereiten. Dazu ganz erheblicher Baustellenverkehr für die Anlieferung von Bentonit zur Stabilisierung der Bohrungen und Abfuhr von Bohrgut. Die Bohrmaschinen sind auch nicht gerade leise. Dazu eine ganz erhebliche Wasserhaltung, die gerade in Berlin auch schon immer erforderlich war, und gerne auch mal zu Rissen in Gebäuden in der Nachbarschaft führt. Viel Spaß dabei, so ein Projekt heutzutage in Berlin auf den Weg zu bringen!

5 „Gefällt mir“

Inzwischen ist das … mir fällt kein besseres Wort ein … Pamphlet der „Vulkangruppe“ bei Indymedia zu lesen. Ich verlinke es bewusst nicht, ich will die Seite nicht noch pushen.

Ich habe seit 1989 nicht mehr solch einen schwulstigen Müll gelesen. In den wenigen konkreten Aussagen zur Tat schützen sie Unwissenheit vor, die mir nur wenig glaubwürdig erscheint.

Ist gekannt, ob das nahegelegene Heizkraftwerk vom Netz genommen wurde?

1 „Gefällt mir“
  • heute Abend bin ich über eine Quelle gestolpert - mal wieder die Radionachrichten, hier SWR 2, die mir (klingt seltsam) schon seit Jahrzehnten „authentischer“ vorkommen als TV-Nachrichten, weil sie schneller und damit weniger aufbereitet sind:

Die mittlerweile an den Orten des Geschehens eingetroffenen Kräfte der Bundeswehr werden u.a. zum Auftanken der Notstromdiesel von Kliniken und Pflegeheimen eingesetzt! D.h. Intensivpatienten und Leute mit Pflegestufe 4 wurden in irgendwelche provisorisch zurechtgerichteten Turnhallen evakuiert, weil Notstromdiesel mangels Diesel nicht mehr weiterlaufen konnten!

„Wissen Sie, dafür ist sonst der Herr Effinger zuständig, und der ist grade in ReHa - da kann ich Ihnen jetzt gar nicht weiterhelfen, ich bin ja nur halbtags da…“

Ja, es gab schon Dinge, auf die ich - in „wilden Zeiten“ insgeheim, aber immerhin doch - stolz war in diesem unserem Land. Aber sowas gehört nicht dazu, gar nicht.

Schöne Grüße

MM

Nun, die AFD hatte ja erst vor kurzem genau diese ganzen sicherheitsrelevanten Anfragen für genau diesen Stromnetz-Bereich (Schwachstellen, etc) gestellt

und wie wir wissen versorgt die AFD Putin mit diesen sicherheitsrelevanten Informationen…

und wie wir wissen sind demnächst Wahlen in den östlichen Bundesländern…

und Putin hilft der AfD ja gern in den Sattel, damit er Deutschland auf dem Silbertablett überreicht bekommen kann….

Qui Bono →die 5. Kolonie Putins - die AfD

5 „Gefällt mir“

Wars dann ein Anschlag in russischem Auftrag? Vielleicht schießt man sich voreilig auf Linksextremisten ein. Einige glauben, dass der Bekennerbrief ne schlechte Übersetzung aus den Russischen ist mit KI übersetzt und nachbearbeitet. Gewisse Fehler deuteten darauf hin. Mh. Kann ja sein, aber kann man es zuordnen?

Haben die Terroristen ihr Ziel erreicht? Nach dem Inhalt des Bekennerschreibens Anschlag der „Vulkangruppe“ auf Stromversorgung: Das Bekennerschreiben im Wortlaut wollten die ja das Gaskraftwerk treffen und keinen Stromausfall machen… Da halte ich das Zerstören von Leitungen für ungeeignet; das Kraftwerk zu sprengen wäre aus Terroristensicht eigentlich logischer, aber war wohl doch zu aufwendig…

2 „Gefällt mir“

Das kann schon sein - solche Aggregate gibt es ja in allen möglichen Leistungsklassen, und die Kosten für einen Stromerzeuger, der fürs Weichenstellen und die Signale ausreicht, dürften eher übersichtlich sein - zumal es bei der Bahn überall möglich ist, dass (mindestens bis 1990) irgendwas aus anderen Haushaltsmitteln kam, um sie kriegstüchtig zu machen, und in der ganzen AG-Zeit bis heute kann man auch nicht ausschließen, dass irgendeine technische Vorgabe - zumal für eine so frontnah gelegene Strecke - „aus Versehen“ übriggeblieben ist, die die weiland Bundesbahn von der NATO (und die Mittel dafür nicht vom Verkehrs-Schorsch, sondern vom Verteidigungs-Schorsch) bekommen hat.

Schöne Grüße

MM

1 „Gefällt mir“

Ein paar Stellen sind halt schon sehr interessant, besonders bei der Schreibweise von Namen. So steht dort Vans statt Vance, was der kyrillischen Schreibweise (Вэнс) entspricht. Ähnlich bei Miley statt Milei (Милей) und Giffay statt Giffey (Гиффай).

Natürlich alles kein Beweis.

2 „Gefällt mir“

Was genau willst Du damit sagen? Daß man die Namen auch in Kyrillisch schreiben kann? Naja wenn ich wollte könnte ich meinen Namen auch in Kyrillisch schreiben, und viele andere Namen auch. Aber was wäre damit dann „bewiesen“ oder was ist die Aussage dahinter?

Dass es so aussieht, als hätte man beim Verfassen die kyrillische Schreibweise der Namen im Kopf gehabt, die sich leicht von der deutschen Schreibweise unterscheidet.

Ein Beweis ist es wie gesagt nicht. Es zeigt aber die Möglichkeit auf, dass der Urheber eventuell nicht (nur) Deutsch sondern Russisch (oder eine ähnliche Sprache) als Muttersprache hat.

2 „Gefällt mir“

Es war die Salamibande!

“Es ist ein zweites Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Polizei, die BILD und Alexander Dobrindt schätzen es als sehr vertrauenswürdig und echt ein.

Ganz klar linksextremistisch! Eindeutig! Aber SOWASVON!

Die „SALAMIBANDE“, eine 1973 in Worms gegründete Kinderbande, die den Alltag durch das Pfeifen von dissonantem Liedgut, durch diverse Streiche (Klingelstreich, Telefonstreiche) und vor allen Dingen durch das Entwenden von einzelnen Salamischeiben berüchtigt wurde, hat sich zu dem Anschlag auf die kritische Infrastruktur bekannt.

Man sollte es ungesehen und ungeprüft glauben.

Genau so wie mit dem Bekennerschreiben der Vulkanbande. Die waren das!

----------

Hm. Dass die AfD gerade kürzlich eine kleine Anfrage zu kritischer Infrastruktur gestellt hat: geschenkt.

Dass Putin gern im Winter dafür sorgt, dass Menschen frieren: Zufall! Dass es mehr Auffälligkeiten zu geben scheint als Fettfetzen in einer Salamischeibe: egal.

Den sog. „Linksextremisten“ nützt dieser Anschlag überhaupt nicht. Im Gegenteil. Der einzigen extremistischen Gruppierung, der dieser Anschlag samt Bekennerschreiben nützt, ist die AfD.”

Text und Bild mit freundlicher Genehmigung von sorgenboy.com

2 „Gefällt mir“

Servus,

sprachlich hat das Dings tatsächlich einige Eigenarten, die darauf hindeuten, dass der Verfasser kein deutscher Muttersprachler ist, und inhaltlich passt auch allerhand nicht so recht zusammen.

Ob ein Zusammenhang dieses Textes mit dem Anschlag besteht (und ob der veröffentlichte Text überhaupt der des „Bekennerschreibens“ ist), sei dahingestellt. Mit Geheimdienstoffizier Giftzwerg kann man das wohl kaum in Verbindung bringen - die waren (und sind vermutlich immer noch) besser.

Schöne Grüße

MM

so wenig wie die Verwendung von Worten, die selbsternannten „Linksradikalen“ einigermaßen fremd sein werden („… ‚Widerspenstigen‘ - Wie? Was? Was für ein Gespenst?“) und einige inhaltlichen eingermaßen blödsinnigen Verquickungen, die an die ständige Verwechslung von „Nationalist“ und „Nazi“ durch den Familiennamenerfinder Lorbeer, der ausgerechnet Annalena Baerbock als „ungebildet“ abkanzelte, denken lassen. Dieser darf aber ohne Genehmigung durch Kamerad Giftzwerg genauso wenig Stuß ablassen wie Dmitri Alkoholjewitsch oder Dmitri Zmeyewitsch P.

Schöne Grüße

MM

1 „Gefällt mir“

„Kursierenden Unterstellungen“, dass der Anschlag die Tat eines ausländischen Staates wie Russland war, die dieser nur als linksextrem kaschierte, weise man klar zurück.

Ok, aber ist das nicht genau das, was ein russischer Saboteur schreiben würde? :man_shrugging:

2 „Gefällt mir“

Zumal auch hier wieder deutliche Formulierungs- und Übersetzungsfehler zu sehen sind :woman_shrugging:t3:

Шайсе… :neutral_face:

Ok, jetzt wird es lustig:

Die Frage der Verantwortung für den tagelangen Blackout in Berlin wird immer verworrener. Nach einem zweiten Bekennerschreiben der vermeintlichen „Vulkangruppe“ tauchte nun auf der linken Onlineplattform Indymedia ein weiteres Schreiben einer angeblichen „Vulkan“-Ursprungsgruppe auf, die sich von der Aktion im Berliner Stadtteil Lichterfelde distanziert.

1 „Gefällt mir“

Ich glaube nicht, dass es eine linke Gruppe war.

Die Hauptfrage ist: Wem nützt es? Einer wie wie immer gearteten bzw. entarten “Ökogruppe” überhaupt nicht. Obs Russland nützt? Vielleicht. Für haben sich Polizei und Bügelmeister zu schnell eingeschossen. Man muss objetiv prüfen, ob das von links, rechts, Russland oder sonstwem kommt.

Und: wurde das Terrorziel erreicht, die Sabotage des Kraftwerks? Letzteres: klares Nein. Da hätte man eher das Kraftwerk sprengen müssen aus Terroristensicht. Nur ne Stromleitung, das juckt das Kraftwerk wenig, das wird nach der Reparatur wieder Strom einspeisen.

1 „Gefällt mir“

in der tat greift der monty python-vergleich recht gut. wers nicht kennen sollte:

ein launiger artikel zum thema:

e_c

1 „Gefällt mir“

Na, da zeigt die CDU mal wieder, wofür das C steht: Cen­tre­court :tennis:

1 „Gefällt mir“