Hallo,
Also so undifferenziert (jeder zahlt nur für das, was er/sie
tatsächlich braucht) darf man die Situation sicherlich nicht
betrachten.
Dann verkneif Dir doch das nächste mal das saublöde „ich will ja auch nicht, dass die Allgemeinheit meine Ausgaben im Supermarkt bezahlt“ Argument.
Immerhin gibt es Ausgaben die der Staat, mangels
Rentabilität aus privatwirtschaftlicher Sicht, übernimmt und
von denen ALLE einen Nutzen haben sollen (z.B. ein
Krankenhaus. Für das übrigens auch gezahlt sein will…).
Hä? Krankenhäuser sollen nicht rentabel sein? Sie werden gerade in großem Tempo privatisiert. Übrigens in Hamburg gegen den erklärten Willen von 75% der Bevölkerung, aber seit wann hören Politiker denn darauf, was das Volk gerne möchte.
Ich verstehe auch nicht, wieso die Allgemeinheit mehr von Krankenhäusern, als von Universitäten profitiert. Ich kenne einen Haufen Menschen, die noch nie ein Krankenhaus von innen gesehen haben. Aufnahmekriterien gibt es da zwar nicht direkt, aber in jedem (öffentlichen) Krankenhaus haben die Chefärzte ihre (öffentlich) bezahlte Privatabteilung, wo dann nur Privatpatienten behandelt werden. Wieso ist da also das öffentliche Interesse größer?
Im Gegensatz zu
z.B. einem Studium, für dessen Aufnahme Bedingungen erfüllt
sein wollen.
Die Bedingung für Krankenhaus ist: Krankheit und ggf. Privatpatient. Insbesondere letzteres ist per Gesetz den meisten Menschen hierzulande streng verboten. Bedingung für Studium ist Abitur. Der entsprechende Schulbesuch steht jedem frei (noch)!
Und da ja keiner zu seinem Glück gezwungen werden
soll, überlässt man den Individuum selbst, OB es eine
erreichbare Dienstleistung in Anspruch nimmt.
Es steht doch wohl außer Frage, dass die Allgemeinheit ein extrem starkes Interesse an hochqualifizierten Menschen hat. Wenn wir uns hier alle nur noch gegenseitig die Haare schneiden bzw. den Müll wegkarren, dann ist hier schnell zappenduster. Mit den Studiengebüren wird eine große Bevölkerungsgruppe (nämlich die Kinder gerade derer, die jetzt besonders laut „Jaa! Die blöden Studis sollen mal kräftig bluten!“ gröhlen) de Facto vom Studium ausgeschlossen. Und das, obwohl sie die Aufnahmekriterien (Abitur) erfüllen.
Das Stiependienwesen ist in Deutschland so unbedeutend, das man sagen kann, es existiert nicht. Föderung nach BAFöG ist ein schlechter Witz.
Und das beste ist: Die Gebühren kommen ja nicht einmal den Hochschulen zu Gute! Anstatt deren Budgets zu erhöhen, werden munter Haushaltslöcher gestopft.
Wenn man dagegen ALLES privatisieren würde, wäre nur der
Nutzen für den Einzelnen der Antrieb zur technischen
(Weiter)Entwicklung der Gesellschaft.
Hä?
So etwas wie eine
Hüftprothese wäre also noch gar nicht erfunden, WENN es nicht
jemanden gäbe, der diese bräuchte…
Hmm, wieso meinst Du ist den die Hüftprothese erfunden worden? Ein verbeamteter Wissenschaftler mit Dotter im Bart hat in einem Topf gerührt bis „Huch? Was ist denn das?“ … eine Hüftprothese rauskam?
Interessanter ist da schon der „Junge Union“ Ansatz, dass alte Menschen kein Anrecht mehr auf eine solche haben. Sind ja schließlich alt und könnten eigentlich demnächst sowieso mal sterben bitte. Liegen der Öffentlichkeit sonst nur auf der Tasche und nehmen manchmal sogar jungen, aufstrebenden Akademikern einen Studienplatz weg!
Gruß
Fritze