Studiengebühren allgemein

Hi!

Mich würde einfach mal ganz allgemein interessieren, was eigentlich gegen Studiengebühren spricht, wenn man sich die Sache mal von dem gesellschaftspolitischen Konsensgedanken her ansieht.

Als ich studierte habe ich argumentiert, dass ich es für fair halte, keine Studiengebühren zu bezahlen, da ich später durch ein besseres Einkommen ja auch mehr Steuern bezahlen würde.
Es gibt jedoch genug Gegenbeispiele und wenn man es realistisch sieht, muss man schon 10-15 Jahre arbeiten, um den Gehaltsvorteil gegenüber einem ambitionierten Menschen mit Lehre auszugleichen. Und in dieser Zeit kann viel passieren.
Es bleibt also der Vorteil, mehr feiern zu können und nicht so früh arbeiten zu müssen. Und das auch noch gratis.

Das zweite Argument ist, dass die Chancengleichheit beeinträchtigt würde. Dies ist jedoch nicht der Fall, denn man könnte die Sache ja über einen günstigen Studienkredit finanzieren. Eine Struktur dafür zu schaffen, dürfte leicht sein, denn die Banken werden sich schon um die zukünftigen Akademiker kümmern wollen…
In Irland beispielsweise klappt das auch gut, und ein irischer Student ist oftmals eine so arme Sau, das können sich unsere hennarotgefärbten Schickimicky-Soziologinnen gar nicht vorstellen.
Und dem Iren ist es Recht. Er zahlt seinen Kredit zurück, wenn er im Job ist, und die Sache hat sich. Der Altag läuft über Leasing. Sogar der Fernseher wird geleast.

Ausserdem haben wir ja noch Bafög und Steuerabschreibungen für die Eltern.
Ein US-Amerikaner hat das nicht. Aber in den USA gibt es dafür Stipendien. Das heisst, es zählt eher die Leistung (was ja auch gut ist) und Stipendien sind nicht so exklusiv wie in Deutschland. Chancengleichheit gibt es dort allerdings nicht. Es darf nicht jeder Depp an die Uni, sondern wer kein Geld hat, muss sich eben richtig anstrengen.

Übrig bleibt also nur die Motivation, etwas für sein Studium zu tun.

Da man ja ohnehin nur darüber diskutiert, Gebühren für das Zweitstudium und für Langzeitstudenten einzuführen, ist das alles also gar nicht mal so wild, sondern bedeutet notwendige und für 90% der Studierenden schmerzfreie Einschränkungen, die der ganzen steuerzahlenden Bevölkerung zugute kommen.
Der Steuerzahler hat nicht dafür zu sorgen, dass gewisse Leute mit 40 noch gratis an der Uni rumhängen können. Irgendwann fängt der Ernst des Lebens für jeden mal an.

Oder etwa nicht…?

Grüße,

Mathias

Moin Mathias!

Studiengebühren wären okay - wenn bestimmte Bedingungen erfüllt wären:

Erstens:

Schule Studium: Da müsste sich was tun!

Es erfolgt einfach keine vernünftige Vorbereitung auf ein mögliches Studium.
Teilweise wird man von Lehrern sogar falsch informiert (wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann).
Das schulische System unterscheidet sich zu stark von dem der Unis.

Natürlich wird daran gearbeitet und es sollen sowohl an Schulen als auch an Unis Reformen kommen - das ist ja auch gut so.
Aber die Studiengebühren treffen diejenigen, die noch nach dem alten System die Schule erlebt haben und vielleicht sogar in einem Studiengang sind, den in dieser Form bald nicht mehr geben wird.

Ein Studienwechsel ist bei vielen normal, weil sie es sich halt ganz anders vorgestellt haben und mit der gegebenen Situation nicht klarkommen.
Ein Schwerpunktwechsel gehört bei vielen auch zum normalen Ablauf des Studiums. Vor allem beim Magisterstudium, wenn man ein Hauptfach und zwei Nebenfächer studiert, kommt es häufig vor, dass ein Student die Prioritäten seiner Fächer wechselt (Nebenfach wird Hauptfach, das Hauptfach dafür Nebenfach) oder ein Fach komplett gegen ein neues austauscht.

Selbst beim BaföG darf man bis zu zwei mal wechseln.
Erst dann wird es gestrichen.
In den Infoheften der BaföG-Ämter steht sogar, dass ein bis zwei Studien- bzw. Fachrichtungswechsel mehr oder weniger normal sind.
Die wissen schon warum!

Zweitens:

Es wurde mittlerweile klar herausgestellt, dass das Land NRW bis 2005 von diesem Geld seinen Haushalt sanieren will.
Erst in den danach folgenden Jahren würde das Geld den Unis zu Gute kommen!

Wer hat hier das Nachsehen?
Die Unis, denen es eh schon schlecht geht!!!

An vielen Unis gibt es innovative Konzepte für eine Modernisierung und Globalisierung von Studiengängen.
Auch komplett neue Studiengänge liegen fertig ausgearbeitet in der Schublade, mit denen man die Anforderungen und den Bedarf einiger recht neuen Berufsbilder decken könnte (z.B. in der IT-Branche).

Und was ist?
Vieles davon kann nicht umgesetzt werden, weil kein Geld dafür da ist!

Das Land NRW hat aber nichts besseres zu tun, als scheinheilig von einem „Verwaltungsbeitrag für die Universitäten“ zu sprechen und füllt auf Kosten der Studenten sein Haushaltsdefizit.
Die Studenten selbst haben davon nichts, weil die Unis von dem Geld nichts zur Verfügung bekommen und dementsprechend wie imemr zu wenig Geld für die Umsetzung von guten und nötigen Neuerungen haben!

Ist es da ein Wunder, dass auch die Professoren gegen diesen Beschluss Sturm laufen???

Vor allem auch, weil viele Studenten sich mittlerweile nach Alternativen umsehen (mich eingeschlossen, siehe meine Antwort auf Annikas Posting „Der Langzeitstudent und der Steuerzahler“).

Solange es so läuft, sind Studiengebühren m.E. schlicht und einfach nicht akzeptabel!!!

Gruss
Lanzelot

Tach!

Studiengebühren wären okay - wenn bestimmte Bedingungen
erfüllt wären:

Erstens:

Schule Studium: Da müsste sich was tun!

Es erfolgt einfach keine vernünftige Vorbereitung auf ein
mögliches Studium.
Teilweise wird man von Lehrern sogar falsch informiert (wie
ich aus eigener Erfahrung berichten kann).

Das stimmt. Da niemand die Leistungen der Lehrer messen und v.a. Konsequenzen aus den Ergebnissen ziehen darf, wird sich daran auch nichts ändern, solange Lehrer verbeamtet werden.

Das schulische System unterscheidet sich zu stark von dem der
Unis.

Das stimmt, wirft aber eine ganz neue Diskussion auf.
Soll die Schule mehr universitär oder die Uni mehr schulisch aufgezogen werden?

Natürlich wird daran gearbeitet und es sollen sowohl an
Schulen als auch an Unis Reformen kommen - das ist ja auch gut
so.
Aber die Studiengebühren treffen diejenigen, die noch nach dem
alten System die Schule erlebt haben und vielleicht sogar in
einem Studiengang sind, den in dieser Form bald nicht mehr
geben wird.

Das ist wiederum ein anderes Thema.

Ein Studienwechsel ist bei vielen normal, weil sie es sich
halt ganz anders vorgestellt haben und mit der gegebenen
Situation nicht klarkommen.

Korrekt. Habe ich auch zweimal gemacht.
Soweit ich weiss, geht es jedoch um Langzeitstudenten und um Leute, die nach Abschluß des Erststudiums ein zweites Studium aufnehmen.
Das ist dann wirklich Privatspass und geht die Allgemeinheit nichts mehr an.

Ein Schwerpunktwechsel gehört bei vielen auch zum normalen
Ablauf des Studiums. Vor allem beim Magisterstudium, wenn man
ein Hauptfach und zwei Nebenfächer studiert, kommt es häufig
vor, dass ein Student die Prioritäten seiner Fächer wechselt
(Nebenfach wird Hauptfach, das Hauptfach dafür Nebenfach) oder
ein Fach komplett gegen ein neues austauscht.

HIerfür sollte es sicherlich Sonderregelungen geben.

Selbst beim BaföG darf man bis zu zwei mal wechseln.
Erst dann wird es gestrichen.
In den Infoheften der BaföG-Ämter steht sogar, dass ein bis
zwei Studien- bzw. Fachrichtungswechsel mehr oder weniger
normal sind.
Die wissen schon warum!

Bafög ist ein anderes Thema.
Die Vedrteilung ist hier höchst suspekt, ich favorisiere Studienkredite.

Zweitens:

Es wurde mittlerweile klar herausgestellt, dass das Land NRW
bis 2005 von diesem Geld seinen Haushalt sanieren will.
Erst in den danach folgenden Jahren würde das Geld den Unis zu
Gute kommen!

Wer hat hier das Nachsehen?
Die Unis, denen es eh schon schlecht geht!!!

So etwas ist inakzeptabel.
Studiengebühren müssen den Unis zur Verfügung stehen.

An vielen Unis gibt es innovative Konzepte für eine
Modernisierung und Globalisierung von Studiengängen.
Auch komplett neue Studiengänge liegen fertig ausgearbeitet in
der Schublade, mit denen man die Anforderungen und den Bedarf
einiger recht neuen Berufsbilder decken könnte (z.B. in der
IT-Branche).

Und was ist?
Vieles davon kann nicht umgesetzt werden, weil kein Geld dafür
da ist!

s.o.
Dass die Unis an der Realität vorbei ausbilden, ist allerdings nichts neues und ficht die Professoren, Dekane und Bildungsminister in keiner Weise an.

Das Land NRW hat aber nichts besseres zu tun, als scheinheilig
von einem „Verwaltungsbeitrag für die Universitäten“ zu
sprechen und füllt auf Kosten der Studenten sein
Haushaltsdefizit.
Die Studenten selbst haben davon nichts, weil die Unis von dem
Geld nichts zur Verfügung bekommen und dementsprechend wie
imemr zu wenig Geld für die Umsetzung von guten und nötigen
Neuerungen haben!

Ist es da ein Wunder, dass auch die Professoren gegen diesen
Beschluss Sturm laufen???

Wohl nicht in ausreichender Weise.

Vor allem auch, weil viele Studenten sich mittlerweile nach
Alternativen umsehen (mich eingeschlossen, siehe meine Antwort
auf Annikas Posting „Der Langzeitstudent und der
Steuerzahler“).

Das kann ich auch nur empfehlen.
Weshalb noch für eine unterdurchschnittliche Ausbildung bezahlen?

Solange es so läuft, sind Studiengebühren m.E. schlicht und
einfach nicht akzeptabel!!!

D´accord.

Grüße,

Mathias

Hallo Mathias,

Mich würde einfach mal ganz allgemein interessieren, was
eigentlich gegen Studiengebühren spricht, wenn man sich die
Sache mal von dem gesellschaftspolitischen Konsensgedanken her
ansieht.

ich habe ein ganz einfaches Argument pro Studiengebühren. Wenn man zahlt, hat man nämlich auch Anspruch auf Leistung. Die Teile der Univerwaltung, die ich kennenzulernen das zweifelhafte Vergnügen hatte, sahen im Studenten einen lästigen Bittsteller. Ich hatte immer den Eindruck, daß die Verwaltung sich sehr gut ohne Studenten beschäftigen können.

Wäre der Student zahlender Kunde, sähe die Sache schon anders aus. Das ist nämlich der/ein Unterschied zwischen Gebühren und Steuern. Gebühren sind anlaßgebunden, d.h. man zahlt für etwas bestimmtes und eben nicht in den großen Steuertopf. Wenn ich die Gebühr bezahle und keine entsprechende Gegenleistung erhalte, kann ich gewisse Forderungen geltend machen.

Gruß
Christian

Hallo Mathias!

Das Argument für Studiengebühren am Beispiel der schlechten Gegenleistung etwa durch die Betreuung durch das Studentensekretariat halte ich zunächst nicht für besonders stichhaltig, da das doch von Uni zu Uni differieren kann. Unsere Uni gehört sicher nicht zu den Top-Adressen, jedoch kann ich mich nicht über eine unzureichende Unterstützung (nicht nur vom Studentensekretariat, sondern von von nahezu allen Profs und Angestellten) beklagen.
Wer als Student eine Wohnung sowie seinen gesamten Lebensunterhalt (Kleidung, Lebensmittel, Telefon, usw.) zu bestreiten hat, und nicht auf die Unterstützung von zu hause hoffen kann, hat eine monatliche Belastung von etwa 500-700 Euro. Die meisten die ich kenne, müssen sich dieses Geld in Jobs neben dem Studium verdienen. Zudem steigen die Semestergebühren halbjährlich und diverse Leistungen fallen weg (der Gültigkeitsbereich des Semestertickets für öffentliche Verkehrsmittel ist bei uns beispielsweise kleiner geworden). Ich habe eher den Eindruck, daß gerade die Leute erfolgreich im Studium sind , die nicht durch das Elternhaus vom Geld gesegnet sind, und ihre Fachrichtung aus ehrlichem Interesse heraus gewählt haben, obwohl sie wissen, daß sie für die Dauer des Studiums den Gürtel enger schnallen müssen. Mit der Einführung von Studiengebühren würde man vielen Leuten die Chance auf eine gute Ausbildung verwehren.

Gruß

Michael

Hallo Mathias,

ich halte alle Begründungen für und gegen für vorgeschoben. Es gibt z.B. keinen für mich ersichtlichen Grund, warum eine Evaluierung der Lehre zur Qualitätsverbesserung bei Studiengebühren besser funktionieren soll als ohne.
Die Argumentation, daß die zahlenden Studenten einen höheren Einfluss auf die Qualität der Lehre hätten/wollten, ist genauso plausibel, wie eine Argumentation, daß eine öffentliche Mittelzuteilung nach dem Ergebnis einer Evaluierung der Lehre die Qualität von Universitäten erhöht. Letztendlich kommt es so oder so nur drauf an, endlich Wettbewerb zwischen den lahmen Universitäten zu schaffen, wie auch immer.

Ich sehe tatsächlich eher das Problem der Chancengleichheit, da auch heute schon aus Kostengründen eine ganze Anzahl Begabter nicht ein Studium aufgreifen. Dies könnte bei Studiengebühren alleine durch verbreiterte Stipendien vermindert werden (Darlehen sind nicht wirklich eine Hilfe, denn wer geht gerne mit vielleicht überraschend unsicheren Berufsaussichten schwer verschuldet aus einem Studium?), nur wer soll auf die schnelle diese Stipendien schaffen? Der Staat? Und wo ist dann die gewollte Ersparnis und der verringerte Aufwand?

Außerdem müßte man eigentlich auch mal andiskutieren, ob sich nicht über die Diskussion der Einführung von Studiengebühren einige aus ihrer Verantwortung zur Schaffung von qualifiziertem Nachwuchs herausstehlen wollen. Letztendlich haben diese ein kostenloses Studium genossen (wenn sie wollten und konnten) und weigern sich jetzt aus Kostengründen, der nächsten Generation die selbe Möglichkeit zu bieten. Also gibt es dann mindestens 1 Generation, die weder für ihr eigenes Studium noch für das der Nachfolger gezahlt hat, oder? (Und ich gehöre vielleicht dazu, diesmal (im Gegensatz zum Rentensystem) Glück gehabt…:smile:)

Jürgen

Moin Mathias!

Soweit ich weiss, geht es jedoch um Langzeitstudenten und um
Leute, die nach Abschluß des Erststudiums ein zweites Studium
aufnehmen.

Hmm, wer gilt denn jetzt als Langzeitstudent?
So wie das bisher verstadnen habe, würde ich dazu gezählt.

Um es klar zu machen:
3 Semester, nach dem ersten Semester 1 Fachwechsel, dann komplett neuer Studiengang an einer anderen Uni, im neuen Studiengang jetzt im 6. Semester und absolut unzufrieden,
also bahnt sich ein weiterer Wechsel bzw. Studienabbruch an.

Das ist dann wirklich Privatspass und geht die Allgemeinheit
nichts mehr an.

Da stimme ich Dir allerdings zu.

So etwas ist inakzeptabel.
Studiengebühren müssen den Unis zur Verfügung stehen.

Eben!
Wusstest Du noch nicht, das NRW da anders plant?

Das ist da gemeine daran!

Gruss
Lanzelot

Moin Christian!

Wenn ich
die Gebühr bezahle und keine entsprechende Gegenleistung
erhalte, kann ich gewisse Forderungen geltend machen.

Dann kann das ganze ja noch richtig spannend werden…!

Wie soll eine Uni denn die Leistung erbringen können, wenn sich das Land NRW die Kohle einsteckt (korrekt ausgedrückt: das Haushaltsloch damit füllen will) und die Unis das nachsehen haben?

Ich muss zugeben, dass ich in der Schule in Sozialkunde und Politik nicht immer aufmerksam zugehört habe.
Aber ging 1968 nicht auch um nicht erfüllte Forderungen und Ansprüche seitens der Studenten?

Ich will ja nichts heraufbeschwören, aber irgendwie macht mich das jetzt schon ein bisschen ängstlich…!?!

Gruss
Lanzelot

hallo alle!

Schule Studium: Da müsste sich was tun!

Es erfolgt einfach keine vernünftige Vorbereitung auf ein
mögliches Studium.

Jepp! Das kann ich bestätigen! Darüber hab ich sogar nen Artikel in unserer Streikzeitung geschrieben :oD
Ich hatte nach meinem Abi (1997) keinen blassen Schimmer, was ich mal beruflich machen wollte. Erst letzten Sommer kam die Erleuchtung - davor war ich mal zwei Semester für irgendwas an irgendeiner Uni eingeschrieben, hab dann ne Tischler-Ausbildung gemacht und mich auch mal bei der ZVS für ein Architekturstudium beworben… Jetzt will ich Journalistin werden!!! Welch eine Karriere…
Klar, in den zwei „Pseudosemestern“ hab ich sozusagen „schmarotzt“ (oder so)… Semesterticket im VRR ist schon was Feines. Aber was hätte ich sonst machen sollen? Arbeitslos melden? *Dann* hätte ich ja dem Steuerzahler mal wirklich auf der Tasche gelegen. Und wäre womöglich noch in irgendeine Jobmaßnahme gesteckt worden, die mich in Depressionen gestürzt, aber kein Stück weitergebracht hätte. Die Berater im Arbeitsamt haben mir auch noch nie helfen können (wirkten auch selten wirklich interessiert), und diese komischen Computerergebnisse in Sachen „Traumjob“ waren echt zum Totlachen… Friseuse sollte ich werden, oder Herrenschneiderin. Nichts gegen diese Berufe, aber das ist *absolut* nicht mein Ding! Wie kommt so’n Computer dadrauf?? Egal.
Jedenfalls musste ich erstmal mich selbst finden, Erfahrungen machen, verschiedene Jobs ausprobieren. Ich war ja durchaus nicht untätig in dieser Zeit. Hab mir selbst HTML beigebracht, Schwedisch, deutsche Geographie (waren das noch Zeiten, als das Semesterticket 35 DM für zwei Tage kostete…), hab ohne Ende englische Bücher und Filme konsumiert (das das was gebracht hat, merke ich jetzt im Studium - die Leute, die frisch von der Schule kommen, haben alle im Einstufungstest (auf Niveau der Zwischenprüfung) total mies abgeschnitten, ich dagegen hab schon vor Beginn des Studiums theoretisch einen Teil der Zwischenprüfung bestanden…) und hab auch sozusagen das Selbstbewusstsein entwickelt, mal den Mund aufzumachen, wenn ich was zu sagen hab. In der Schule hat mich die mündliche Note immer total runtergezogen. Und wenn man den Mund nicht aufkriegt, hat man an der Uni schon verloren! Die ganzen Referate und so machen einen dann doch total fertig. Darauf zum Beispiel wird man überhaupt nicht vorbereitet. Irgendwie dachte ich bei Studium immer nur an Leute, die in Hörsälen sitzen und ohne Ende Notizen machen…
Es wäre z.B. gut, wenn man ein Fach wie „Berufskunde“ hätte, auch am Gymnasium. Da sollte man dann am Besten auch ab und zu mal „lebende Beispiele“ aus den verschiedenen Berufen einladen, und die Schüler Fragen stellen lassen. Studenten sollten natürlich auch zu Wort kommen.
Ganz wichtig wären auch kleinere Klassen, bzw einfach mal das Aufspüren und Fördern von Talenten. Ich war nie in der Schülerzeitung, schon weil ich nicht die Traute hatte, aber in der Berufsschule hat mir dann mal eine Lehrerin gesagt, ich hätte einen richtig guten Schreibstil, und ob ich das denn nicht mal professionell nutzen wolle? Da war ich vorher nie drauf gekommen, obwohl das Schreiben von Reiseberichten und Kulturkritiken im Internet das einzige war, worauf ich mich während langer Arbeitstage immer wirklich gefreut hab… Das war noch nicht mal ne „gute“ Lehrerin (konnte sich nicht durchsetzen), aber immerhin hat sie sich die Mühe gemacht, ihre Schüler zu beobachten und auf Besonderheiten hinzuweisen. Die meisten anderen wollten doch immer bloß mit ihrem Stoff durchkommen.

Und noch ein Wort (nach dieser Laberei ;oP) zum Thema Studiengebühren an und für sich:
Was ich an der ganzen Sache am gefährlichsten finde, ist die Wahrscheinlichkeit, das, wenn einmal Gebühren da sind, die auch ansteigen werden. Wenn die Regierung wirklich der Meinung ist, dass Studiengebühren ein Muss zum Mithalten in der internationalen Konkurrenz sind, wie lange dauert es dann wohl, bis wir solche Zustände haben wie in Amerika und weiß der Geier wo noch? Und obwohl es da viele Stipendien und sowas gibt, fallen doch immer wieder höchst begabte Leute durch die Maschen des „sozialen Netzes“, vor allem solche Leute, deren Begabung nicht ganz in das Raster passt, sprich, die was Neues und Innovatives einbringen könnten. Ich kenn da so einen Fall… er reißt sich in seiner Freizeit (mit Verlaub) seinen Arsch auf, um Reisende kostenlos mit richtig guten Urlaubsinfos zu versorgen, und das einzige was er dafür kriegt ist ein relativ hoher Platz in der Rangliste von www.virtualtourist.com. Bezahlen tut ihm das keiner, er macht es nur Spaß - sicherlich würde er in einem tourismusorientierten Studiengang ganz gut aufgehoben sein (bloß leider wäre dieser Studiengang vermutlich eher auf „normalen“ Tourismus ausgelegt, weniger auf Rucksackreisen, was sein Spezialgebiet ist), aber so ein Studium kann er sich nicht leisten.
Und ich auch nicht, sonst wäre das nämlich meine erste Wahl gewesen. Aber 6000 Euro im Jahr bezahlen, bzw unter Leistungsdruck ein Stipendium durchziehen, das schreckt mich schlicht und einfach ab. Ich kann mit Stress nicht besonders gut umgehen, hatte auch während meiner Ausbildung durchaus schon depressionsartige Zustände (auch wegen mieser Arbeitskollegen, vor allem aber, weil ich keine Zeit für meine eigentlichen Interessen hatte, sprich: mich nicht ausleben konnte).
Alle reden immer schön von Burnout-Syndrom und stressgeschädigter Gesellschaft - schön, ich bin stressgeschädigt, weshalb ich’s auch in den ersten zwei Semestern meines jetzigen Studiums eher langsam hab angehen lassen. Nicht *ganz* langsam, aber *etwas* langsamer. Dank der Strukturierung meines Studiengangs verlängert sich dadurch mein Studium automatisch schon mal um zwei Semester (Veranstaltungen beginnen nur einmal im Jahr). Mir persönlich macht das nicht viel aus, ich hab`s nicht sooo schrecklich eilig Als Journalistin, denke ich, muss man ne Menge außergewöhnliche Lebenserfahrung sammeln, um fundierte Berichte abliefern zu können (ich hasse es, mit nichts als meinem eigenen Halbwissen als Grundlage etwas schreiben zu müssen!). Außerdem weiß ich ja, wie übel Stress mir zusetzt… aber erklär das mal der Regierung…

Und nun, zu guter Letzt, meine „Traumvision“ vom netteren Weg zur finanziellen Unterstützung der Unis: Angenommen, die Leute wären nicht egoistisch, angenommen, sie hätten keinerlei Bedürfnisse, irgendwen mit irgendwas zu bestechen, dann könnte man doch zum Beispiel konkrete Projekte an den jeweiligen Unis ankündigen (z.B.: Leute, wir brauchen ein neues Altertumslexikon, Kostenpunkt 20.000 DM…), und dann die Studenten und sonstige Willige zum Spenden bitten. Ich selbst bin nicht wirklich reich, aber ich habe schon z.B. für die Erhaltung eines Internetforums gespendet, nur weil ich es für sinnvoll und nötig hielt. Und ich würde auch für etwas mehr Farbe an meiner Uni spenden ;oP Auch wenn das vielleicht albern klingt, angesichts überfüllter Kurse und mangelnder Materialien, ich bin mir ziemlich sicher, dass ein angenehmes Umfeld auch die Studi-Laune, und somit die Lerneffektivität anhebt.

Genug geschwallert.
ciao
Annie

Hi!

Soweit ich weiss, geht es jedoch um Langzeitstudenten und um
Leute, die nach Abschluß des Erststudiums ein zweites Studium
aufnehmen.

Hmm, wer gilt denn jetzt als Langzeitstudent?
So wie das bisher verstadnen habe, würde ich dazu gezählt.

Ich denke wir reden hier von 12. - 13. Semester aufwärts.
Ich war nun echt ein Penner im Studium, war aber mit 13 Semestern dann auch irgendwann mal fertig.
Hätte ich zahlen müssen, wäre das sicherlich fixer gegangen…

Um es klar zu machen:
3 Semester, nach dem ersten Semester 1 Fachwechsel, dann
komplett neuer Studiengang an einer anderen Uni, im neuen
Studiengang jetzt im 6. Semester und absolut unzufrieden,
also bahnt sich ein weiterer Wechsel bzw. Studienabbruch an.

Das ist hart, aber nicht die Regel und führt außerdem zu vielleicht 2 Semestern mit Gebühren á 300-600€ pro Semester. Das sollte zu verschmerzen sein.

Das ist dann wirklich Privatspass und geht die Allgemeinheit
nichts mehr an.

Da stimme ich Dir allerdings zu.

Fein. Denn nur darum geht es doch. WEer außergewöhnliche Mehrleistungen von der Allgemeinheit fordert, sollte sich ein wenig beteiligen. Genauso, wie das bei Arbeitslosen- und Sozialhilfe der Fall sein sollte.

So etwas ist inakzeptabel.
Studiengebühren müssen den Unis zur Verfügung stehen.

Eben!
Wusstest Du noch nicht, das NRW da anders plant?

Nein. Mich interessiert NRW nur rudimentär muss ich zugeben.
Ich habe in Rheinland-Pfalz und Bayern studiert.
In NRW war ich nur mal 3 Wochen, in Bochum zum Japanischkurs. Die Ruhruni ist für mich der Alptraum gewesen.

Das ist da gemeine daran!

Richtig.
Kommt nach Bayern, da läuft das!

Grüße,

Mathias

Moin Mathias!

Ich denke wir reden hier von 12. - 13. Semester aufwärts.

Naja, das wäre ja auch okay.
Ab dann würde ich mich ja selbst auch als Langzeitstudent bezeichnen.

Gibt’s hier noch jemanden, der wirklich weiss, wie die das meinen?

Hätte ich zahlen müssen, wäre das sicherlich fixer gegangen…

Hmm, wahrscheinlich…

Das ist hart, aber nicht die Regel und führt außerdem zu
vielleicht 2 Semestern mit Gebühren á 300-600€ pro Semester.
Das sollte zu verschmerzen sein.

Damit könnte ich dann wohl auch leben (vorausgesetzt die Uni kriegt das Geld).

Genauso, wie das bei Arbeitslosen- und
Sozialhilfe der Fall sein sollte.

Ich weiss zwar nicht wie Du Dir das vorstellst.
Aber zumindest bei denen, die bewusst nicht arbeiten wollen, wäre irgendetwas in der Art vielleicht gar nicht so falsch.

Richtig.
Kommt nach Bayern, da läuft das!

Danke für die Einladung!
Mich zieht’s allerdings mehr in den Norden :wink:

Gruss
Lanzelot

Moin Annika!

Abi (1997)

Hallo, Frau Kollegin!

Welch eine Karriere…

Kommt mir irgendwie bekannt vor…

Semesterticket im VRR ist schon was Feines.

Nenn mir eine Buslinie und ich sage Dir wo sie hinfährt :wink:

Ich hätte damals einfach viel schneller die Entscheidung zum wechseln treffen sollen, dann hätte ich jetzt 2 sinnlose Semester weniger auf dem Buckel.

Das Dumme ist, das ich jetzt eigentlich nicht faulenze, aber trotzdem das Gefühl habe nicht weiterzukommen.

Die ganzen Referate und so machen einen dann doch total fertig.
Darauf zum Beispiel wird man überhaupt nicht vorbereitet.

…und es macht auch nicht gerade Spass den Leuten dann zuzuhören.

Sorry an alle, die sich betroffen fühlen, aber leider kann man sich wirklich kaum auf den Inhalt konzentrieren, wenn vorne jemand steht und total nervös ist.

Daher:

Es wäre z.B. gut, wenn man ein Fach wie „Berufskunde“ hätte,
auch am Gymnasium. Studenten sollten natürlich auch zu Wort
kommen.

Auf jeden Fall!
Bei uns wurde damals sowas versucht, aber es war einfach nur schlecht organisiert und brachte überhaupt nichts.

Ganz wichtig wären auch kleinere Klassen

Das alte und immer wieder aktuelle Problem *seufz*

Außerdem weiß ich ja, wie übel Stress mir zusetzt…
aber erklär das mal der Regierung…

„Alles Einzelfälle!“

Das ist nicht meine Meinung, das war purer Zynismus.
Wäre wahrscheinlich eine zu erwartende Antwort.

meine „Traumvision“ vom netteren Weg zur finanziellen
Unterstützung der Unis

Wieso Traumvision?
Finde ich ehrlich gesagt gar nicht so abwegig.

Bei uns hat die Fachschaft schonmal für etwas ähnliches einen Spendenaufruf gestartet und das Ergebnis war besser als erwartet.
Dürfte natürlich nicht zu oft vorkommen.

Wer sich aber sicher ist im richtigen Studiengang zu sein und nicht mit dem Gedanken spielt die Uni zu wechseln, ist vielleicht gerne bereit aktiv bei einer Optimierung mitzuhelfen.
Egal ob durch Geld oder Handarbeit bzw. wissenschaftliche Arbeit.
Das trifft zumindest auf einen Grossteil der Leute zu, die ich kenne und die mit ihrer Studienwahl zufrieden sind.

Natürlich interessiert es einen Informatiker wohl herzlich wenig, wenn die Sprachwissenschaftler eine neue Lexikonreihe anschaffen wollen.
Aber es würde doch auch schon viel helfen, wenn die Studenten nur für „ihr“ Institut bzw. für „ihren“ Fachbereich etwas tun.

Bringt mich auf eine Idee:
Wie wär’s denn mit Sponsoring?

Also mich würde es nicht stören, wenn auf den Computern der Informatiker ein fetter Aufkleber des örtlichen Computerladens prangert oder auf den Keyboards der Musikpädagogen ein grosser Schriftzug des örtlichen Musikalienhändlers klebt.

Gruss
Lanzelot

Hi!

Ich denke wir reden hier von 12. - 13. Semester aufwärts.

Naja, das wäre ja auch okay.
Ab dann würde ich mich ja selbst auch als Langzeitstudent
bezeichnen.

Gibt’s hier noch jemanden, der wirklich weiss, wie die das
meinen?

Ich denke, es wird über Regelstudienzeit plus evtl. 1 Semester gesprochen.

Hätte ich zahlen müssen, wäre das sicherlich fixer gegangen…

Hmm, wahrscheinlich…

Garantiert!
Zumindest hätte ich meinen zweiten Wechsel schneller beschlossen bzw., was das beste gewesen wäre, den ersten Wechsel gar nicht erst gemacht.
Mnachmal braucht man (zumindest ich) etwas Druck.

Das ist hart, aber nicht die Regel und führt außerdem zu
vielleicht 2 Semestern mit Gebühren á 300-600€ pro Semester.
Das sollte zu verschmerzen sein.

Damit könnte ich dann wohl auch leben (vorausgesetzt die Uni
kriegt das Geld).

Eben.
Ich denke nicht, dass es hier um tausende von Euro pro Jahr geht.

Genauso, wie das bei Arbeitslosen- und
Sozialhilfe der Fall sein sollte.

Ich weiss zwar nicht wie Du Dir das vorstellst.
Aber zumindest bei denen, die bewusst nicht arbeiten wollen,
wäre irgendetwas in der Art vielleicht gar nicht so falsch.

Richtig.

Richtig.
Kommt nach Bayern, da läuft das!

Danke für die Einladung!
Mich zieht’s allerdings mehr in den Norden :wink:

Oh, HH oder Kiel ist auch nicht schlecht.
Die beste Lösung allerdings um sein Studium billig durchzuziehen ist der wilde Osten des Landes. Allein durch die Einsparungen an Miete und Nahrung kannst Du einige Hundert Euro Studiengebühren locker bezahlen.
Aber, so komisch es ist, viele Wessis wehren sich immer noch standhaft gegen ein Studium in DD oder L.
Wo das, gerade als Single-Mann doch eigentlich saublöd ist…!

Grüße,

Mathias

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etwas off topic
Moin Mathias!

Oh, HH oder Kiel ist auch nicht schlecht.

Ich möchte gerne noch Lübeck hinzufügen :wink:

Allein durch die
Einsparungen an Miete und Nahrung kannst Du einige Hundert
Euro Studiengebühren locker bezahlen.

So gesehen hast Du recht.
Allerdings bekommt man dort leider nicht so schnell einen 325-Euro-Job wie hier im Ruhrgebiet und Münsterland.
Und der wäre schon nötig.

Ich verstehe auch nicht, warum immer noch so viele was gegen die östlichen Teile unseres Landes haben.
Bekannte von mir haben in Halle studiert und waren zufrieden. Ist auch 'ne schöne Stadt.

Die Uni Greifswald bietet schon seit mehreren Jahren Bachelor-Studien an.
Da müssen einige Unis im Westen noch ganz schön umdenken!

Gruss
Lanzelot

‚Langzeitstudenten‘
Hallo zusammen,

ich muss doch auch noch mal meinen Senf dazugeben.

Es wurde hier die ganze Zeit von Langzeitstudenten gesprochen. Die Frage ist, was versteht ihr unter Langzeitstudenten?
Für das Land NRW ist jeder Studi, der 4 Semester über Regelstudienzeit ist, ein Langzeitstudi und soll demnächst 500 bzw. 650 Euro pro Semester bezahlen.

Das ist doch absolut lächerlich, wenn ich mir allein in meinem Studiengang die durchschnittliche Studiendauer anschaue. Durchschnitt sind 14 Semester bei einer Regelstudienzeit von 9 Semestern. Als ich mein Studium begann dachte ich mir auch, dass man das doch locker hinkriegt, und wie dumm und oder faul die anderen doch seien. Doch wie sieht die Realität aus.
Du musst nur eine oder zwei Klausuren verhauen, dann kannst Du schon mal mindestens ein Semester (eher mehr, da sich meist eine Prüfungsangst herausbildet) dranhängen. Biste dann endlich im Hauptstudium brauchst Du erst nen Schein bevor Du die Klausur schreiben darfst. Doch um diesen Schein zu machen bzw. um sich für das Seminar dafür anzumelden brauchst Du das Vordiplom schon ein Semester früher. Man verliert also noch ein Semester. Dann bist während eines Semesters mal richtig krank (volles Programm = mit Krankenhausaufenthalt) und schon wieder fehlt ein Semester.

Und Ruckzuck bist Du im zweistelligen Semesterbereich, ohne wirklich faul gewesen zu sein oder den Studiengang gewechselt zu haben. Von organisatorischen Mängel bzw. mangelhaftem Service seitens der Uni/Lehrstühle will ich mal überhaupt nicht reden.
Ich hoffe ich konnte das Bild des „Langzeitstudenten“ mal ins rechte Licht rücken.

Außerdem wen juckts denn, wenn da so ein paar Leute im 30. Semester an der Uni rumhängen? Die gehen doch eh nicht zu den Veranstaltungen und belegen kaum Kapazitäten. Die liegen doch keinem wirklich auf der Tasche. Zum arbeiten (Vollzeit) kriegt man die eh nicht, da sie entweder über keine nachgefragte Qualifikation besitzen oder einfach keinen Bock haben. Wenn die aufgrund von Studiengebühren nicht mehr eingeschrieben wären würde sich an der Uni real nichts ändern. Außer dass die Leute dann Stütze bekommen (als Studi gibts keine Sozialhilfe) und dann dem Steuerzahler wirklich auf der Tasche liegen.

Zu den Studiengebühren:
Grundsätzlich habe ich nichts gegen Studiengebühren. Doch diesen Gebühren sollten auch entsprechende Leistungen gegenüberstehen. Ich wäre nur bereit zu zahlen, wenn man seinen Studiengang auch in der Regelstudienzeit schaffen kann. Da dies faktisch nicht der Fall ist, und auch keine Veränderung in Sicht ist, bin ich nicht bereit die aktuell diskutierten Studiengebühren zu zahlen.
Ich hoffe, dass die Studiengebühren (kommen sowieso) nicht einigen Leute kurz vor erfolgreichem Studienabschluss das Genick brechen. Ich wüsst nämlich nicht, wo ich pro Semester 500€ ausser der Reihe herbekäme.

So das reicht!

MfG
(ein total gefrusteter) Stephan

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Mich würde interessieren…
…was denn eigentlich für Studiengebühren spricht.

In der Diskussion werden Studiengebühren meist mit verbesserter
Qualität gleichgesetzt. Hier liegt schon der Fehler, wie man an
tausenden unbekannten (weil schlechten) Unis in Amerika
erkennen kann, für die man aber trotzdem zahlen muß. Oder an
den vielen neugegründeten Privatunis hier in Deutschland, die
zwar ihre Studenten abzocken, im direkten Vergleich mit den
staatlichen Hochschulen aber ziemlich blass aussehen.
Kostenlose Bildung ist doch eine Errungenschaft die man
verteidigen sollte.
Das Niveau deutscher Hochschulen ist hoch und vorallem
gleichmäßig. Auch dies ist letztlich ein Ergebnis des
gebührenfreien Studiums.

Wer die Qualität der Lehre verbessern will, der sollte sich für
ein eigenes Wissenschaftstarifrecht starkmachen. Wir müssen
unseren Wissenschaftlern auch finanzielle Anreize geben hier zu
bleiben und nicht nach Amerika auszuwandern, wo man locker das
doppelte verdienen kann.

Gruß
Tom

Hi!

Mich würde einfach mal ganz allgemein interessieren, was
eigentlich gegen Studiengebühren spricht, wenn man sich die
Sache mal von dem gesellschaftspolitischen Konsensgedanken her
ansieht.

Ich kann die Diskussion über Studiengebühren nur verwundert zur Kenntnis nehmen. Da gibt es allen Ernstes Studenten, die meinen mit der Bezahlung von Gebühren automatisch ein einklagbares Recht auf ein optimales Studium bei motivierten Professoren in bestens ausgestatteten Hochschulen zu erlangen. Schließlich seien sie ja jetzt zahlende Kunden.

Dabei ist das so offensichtlicher Quark, dass sich einem die Fußnägel aufrollen. Wieso sollte sich ein fauljackiger Studenten hassender C3 oder C4 Professor einen feuchten Kehricht um die Ansichten seiner Studenten kümmern, nur weil die jetzt 500 EUR/Semester abdrücken, um den Steinkohlebergbau oder ein Stück Autobahn quer zu subventionieren?

Das Geld bekommen ja nicht die Hochschulen, sondern erst einmal das Land. Professoren sind nach wie vor Beamte auf Lebenszeit und das wird sich vermutlich in den nächsten 1000 Jahren in Deutschland nicht ändern. Sind also immun gegen jegliche Kritik aus den Reihen der Studenten, pardon, Kunden.

Auch leuchtet mir nicht ein, wieso gerade Langzeitstudenten so besonders schlimme Drückeberger wären. Anstatt also nach soundsoviel Semestern zwangsexmatrikuliert zu werden, sollte man vielleicht das Modell der Vorlesungsgutscheine bevorzugen. Demnach steht jedem Studenten eine bestimmte Anzahl „gratis“ Vorlesungen zur Verfügung. Es steht ihm frei, diese alle in einem Semester oder meinetwegen verteilt auf 40 Semester zu verbrauchen. Sollte dieses Modell nicht in NRW eingeführt werden?

Ich verstehe ausserdem nicht, warum ein Azubi ab dem ersten Lehrjahr bezahlt werden muss, Studenten hingegen immer nur drauflegen sollen. Dann könnte man konsequenterweise doch auch wieder Lehrgeld und Schulgeld einführen. Das da nach PISA noch keiner drauf gekommen ist. Schließlich wird dann die Qualität der deutschen Schulen raketenartig nach oben gehen, sind die Schüler doch urplötzlich zahlende Kunden! Mit dem eingenommenen Geld könnte das Land dann endlich die maroden Autobahnen reparieren und Flughafenausbauten bezahlen.

Gruß

Fritze

hallö!

Auch leuchtet mir nicht ein, wieso gerade Langzeitstudenten so
besonders schlimme Drückeberger wären. Anstatt also nach
soundsoviel Semestern zwangsexmatrikuliert zu werden, sollte
man vielleicht das Modell der Vorlesungsgutscheine bevorzugen.
Demnach steht jedem Studenten eine bestimmte Anzahl „gratis“
Vorlesungen zur Verfügung. Es steht ihm frei, diese alle in
einem Semester oder meinetwegen verteilt auf 40 Semester zu
verbrauchen. Sollte dieses Modell nicht in NRW eingeführt
werden?

dazu nur eben ein zitat aus der streikausgabe der BSZ (bochumer studenten zeitung) vom 10.6. „Keine faulen Kompromisse“:

_… Sind diese verbraucht, muss gezahlt werden. Und zwar nicht zu knapp. In der Diskussion sind 25 Euro pro zusätzliche SWS. Schon für eine weitere Veranstaltung muss man also 50 Euro zahlen. Da sind schnell mal 350 Euro oder mehr in einem Semester zusammen.

Diese Regelung klingt ja erstmal ganz moderat im Vergleich zu den derzeitigen Plänen von Ministerpräsident Clement (650 Euro für alle ab dem 13. Semester). Bei Studienkonten dürfte man die einfache Regelstudienzeit überschreiten, ohne sofort zu zahlen. Es wird daher immer propagiert, dass sich z.B. Studieren mit Nebenjob oder mit Kind so besser realisieren lasse. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber: Studienkonten klingen besser, sind aber genauso unsozial.
Die meisten Studierenden werden zahlen müssen. Nur wer sich genau an die vorgegebenen Studienabläufe hält, wird ohne Gebühren davonkommen. Die normale Biographie eines Studis sieht aber anders aus: Studienfachwechsel, Auslandsemester oder der Wechsel des Studienortes gehören zur Normalität. Genauso, dass man Veranstaltungen mal abbricht, weil man krank wird oder sich partout mit der/dem DozentIn nicht versteht. Bei all diesen Punkten fallen aber meist zusätzliche Veranstaltungen (also SWS!) an, weil man Stoff nachholen muss etc. Zur Kasse bitte.
Ebenfalls zahlen muss, wer nicht nur das Pflichtwissen lernen will, sondern sich durch zusätzliche Veranstaltungen weiteres Wissen aneignen will. Umfassend gebildete Menschen scheinen nicht gebraucht zu werden. Damit fällt die Uni ein weiteres mal hinter ihren Anspruch zurück, nicht nur Durchlaufstation Richtung Arbeitsmarkt, sondern auch Ort der Bildung, des Wissens und der Kritik zu sein. EinE StudentIn, die sich mit letzt-eren Sachen „aufhalten“ will, wird kräftig zur Kasse gebeten. Der Studienablauf wird so über einen Pflichtkanon normiert, vielfältige Studienbiographien scheinen nicht erwünscht. _

wenn das also wirklich alles so käme, bzw wenn es jetzt schon so wäre, dann hätte ich möglicherweise gerade ganze zwei kurse bezahlen dürfen (so ganz klar ist das noch nicht, da mir noch keiner sagen kann, ob ich sie nicht doch auf mein „vorgeschriebenes“ studienprogramm anrechnen kann… ist ja alles noch in der experimentierphase). beide kurse interessieren mich aber, und bringen mir sehr viel (übersetzungsübungen und ein seminar über den nordirlandkonflikt). mit einführung der studienkonten wär dann nix mehr mit allgemeinbildung. und da ich journalistin werden will, finde ich selbige überaus wichtig. ich will ja die leute nicht einseitig informieren (im gegensatz zum jetzt teilweise herrschenden usus…).

tschö
annie

Hallo Annika,

da Du ja Journalistin werden willst, beherrschst Du das zu lange Zitieren bereits hervorragend, bei der Rechtschreibung fehlt es indes noch ein wenig. Es gibt auch nach den neuen Schreibregeln so etwas wie GROSS und kleinschreibung. Wenn Du dann noch ab und zu einen Absatz machst, dann kann man Deine Texte vielleicht sogar lesen :smile:

Wie auch immer, man muss ja nicht die kurzsichtigen Vorschläge eines Herrn Klehmännt aus NRW übernehmen, man könnte doch auch großzügiger Gutscheine vergeben: z.B. entsprechend dem längsten Studiengang (was ist das, Medizin?) +20%. Dann sollten auch ein frühzeitiger Wechsel oder eine plötzliche Krankheit abgedeckt sein.

Auf jeden Fall ist das erheblich besser, als eine Pauschalgebühr für alle ab dem x. Semester.

Noch besser wäre es allerdings, die Volkswirtschaftlich komplett unsinnige Steinkohlesubvention abzuschaffen und das Geld in Schulen und Universitäten zu stecken. Aber da hat Herr Klehmännt vermutlich zu viele Aktien im Depot …

Gruß

Fritze

Hallo Fritze!

bei der Rechtschreibung

fehlt es indes noch ein wenig. Es gibt auch nach den neuen
Schreibregeln so etwas wie GROSS und kleinschreibung.

Nein, ehrlich? ;oP Naja, den meisten Leuten scheint’s ja nichts auszumachen, aber für dich (klein, nach der neuen Rechtschreibung ;o)) mach ich mal eine Ausnahme und schreibe alles korrekt (nach bestem Wissen und Gewissen).

Wenn Du

dann noch ab und zu einen Absatz machst, dann kann man Deine
Texte vielleicht sogar lesen :smile:

Ja, *seufz* das gute alte Absatzproblem… ehrlich, der eine erzählt mir, ich mach zu viele davon, der andere, ich mach zu wenig… noch hab ich keinen goldenen Mittelweg gefunden, aber ich bin ja noch in der Ausbildung :oD

längsten Studiengang (was ist das, Medizin?) +20%. Dann
sollten auch ein frühzeitiger Wechsel oder eine plötzliche
Krankheit abgedeckt sein.

Naja, aber damit wäre ja immer noch nicht die Freiheit gegeben, mal den ein oder anderen Sprachkurs oder sowas zu machen, bzw fächerübergreifende Sachen, die man theoretisch nicht wirklich braucht.
Ich zumindest würde dann schön drauf achten, meine Studentzahl so gering wie möglich zu halten, denn wer weiß denn schon, ob ich nicht kurz vor Ende krank werde oder Prüfungsangst entwickle oder mir sonstwas dazwischen kommt.
Ich würde viel eher daran arbeiten, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene fürs Lernen und Arbeiten zu begeistern (soll ja angeblich auch Spaß machen können *ahem*). Dazu müsste man freilich so ganz generell einiges in unserer Gesellschaft umkrempeln…
(Waren das jetzt genug Absätze? Oder wieder zu viele? ;o))

Auf jeden Fall ist das erheblich besser, als eine
Pauschalgebühr für alle ab dem x. Semester.

Vermutlich schon.

Tschö
Annie