Studiengebüren ab dem 1. Semester

Hi,

allerdings würde Deine Auffassung bereits bedeuten, dass es ein
Hochschulrahmengesetz an sich schon nicht geben dürfte. Ist nicht die
Zuständigkeit automatisch dadurch geregelt, dass alles, was nicht im Hochschulrahmengesetz geregelt wird, automatisch Ländersache ist?

unimportant

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Hi,

Auch gegen eine generelle Studiengebühr spricht für mich
nichts, wenn es entsprechende Ausnahmen für besonders Begabte
gibt. Denn wenn ich sehe, wie viele meiner gescheiterten

ähem, indiskrete Frage, wie würdest Du diese Gebühren aufbringen?
Nehmen wir mal an, Du bekommst Bafög und Du sagst, dann verdien ich eben noch 100 Euro im Monat dazu, dann bekommst Du aber automatisch 100 Euro Bafög weniger usw.

Oder wenn Du kein Bafög bekommst, dann liegt das daran, dass das Einkommen Deiner Eltern über irgendeiner Bemessungsgrenze liegt. Was tust Du, wenn Dir Deine Eltern, die über dieser Grenze liegen, das Studium mit Studiengebühr nicht finanzieren wollen? Juristisch ist der Fall klar. Du hast ein Recht darauf, dass Deine Eltern Dir eine Ausbildung finanzieren, auch wenn dies ein Studium sein sollte. Wenn sie das nicht wollen, dann kannst Du das von ihnen einklagen. Wenn sie dadurch in andere Bedrängnis geraten und vielleicht die Raten für ein Haus nicht mehr bezahlen können, ist das ihr Problem. Durch Studiengebühren wird es gewiss nicht weniger Eltern geben, die ‚Nein‘ zum Studium ihres Sprößlings sagen werden. Es ist gewiss keine sehr schöne Alternative entweder auf das Studium zu verzichten ( wenn man dafür geboren ist ) oder die eigenen Eltern verklagen zu müssen, um studieren zu können und damit einen oft unversöhnlichen familiären Bruch auszulösen.

Kommilitonen sich nicht informiert hatten, was sie da
studieren wollten, kann das meines Erachtens nicht sein. Wenn
man jedoch dafür etwas bezahlen muss, überlegt man es sich
bestimmt genauer!

Studieren, nur damit man studiert hat, ist auch nichts, was ich befürworten kann. Eine gewisse Begeisterung gehört zu einem erfolgreichen Studium mit dazu. Und wer die Begeisterung verspürt, dem sollten keine formalen Hürden in den Weg gelegt werden.

Ich finde, es würde der Politik gut stehen, mit ebendieser Begeisterung nach Lösungen zu suchen, die für jedermann verträglich sind. Ich könnte mir solche Lösungen vorstellen. Lösungen, bei denen enthusiastische, talentierte aber arme Studenten sich den Stoff anhand von frei zugänglichem Lehrmaterial selbst erschliessen und lediglich zu Prüfungsabnahmen erscheinen (zumindest als Option), also unbetreutes lernen.
Letztlich besteht das Lernen an der Uni ja doch daraus, dass man sich den Stoff selbst erschliesst. Vorgekaut wird einem da nichts.

grüße

unimportant

Noch ein Wort zu den anderen Beiträgen.
Eigentlich seid ihr doch alle einer Meinung: Studiengebüren
ja, aber richtig durchdacht. Meiner Meinung nach sollte der
Ansatz so gestaltet werden, dass auch der Schwächste (schwach
heisst nicht unfähig) einen gut Chance hat ein Studium zu
absolvieren. Es geht für mich also nich um gerecht und
ungerecht. Und über die Hochbegabten muss man sich glaube ich,
keine Sorgen machen.

jepp. es darf keiner wegen seiner sozialen situation in der bildung benachteiligt werden. ich glaube alles andere wäre sowieso leicht verfassungswidrig.

Hallo unimportant,

also ich habe das so gemeint, dass gute Studenten (beispielsweise die Besten x% eines jeden Studienjahrgangs) für das darauffolgende Semester keine Gebühren bezahlen müssen. Wäre für viele Leute bestimmt ein Anreiz, sich mehr ins Zeug zu legen. Und ausßerdem müsste dazu noch ein entprechend Stipendien-freudiges Umfeld geschaffen werden. Dadurch könnten gute Schüler / Studenten, die nicht den finanziellen Background haben, ebenso gut studieren wie solche von vermögenden Eltern.

Solange solche Bedingungen nicht geschaffen werden, da gebe ich Dir Recht, sind allgemeine Studiengebühren kontraproduktiv. Aber nur auf Masse anstatt auf Klasse bei den Studenten zu setzen, bringt den Wirtschaftstandort Deutschland auch nicht voran.

Es müssen also entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit eine allgemeine Studiengebühr nicht die Geldelite zu Lasten der Wissenselite (Worte eines früheren Lehrers) bevorteilt.

Sind die Rahmenbedingungen geschaffen, halte ich diese Studiengebühr für durchaus sinnvoll.

Grüße, Nina

Hallo saus,

wenn deine meinung umgesetzt werden würde, würden
viele nicht den mut zum studium haben, weils einfach an den
finanzen scheitert.

Ich dachte an leistungsbezogene Gebühren. Es sollte GAR NICHTS kosten, wenn ein Student ausreichende Leistungen erbringt. Und zusätzliche Härtefallregelungen sollten auch vorgesehen sein. Dementsprechend sehe ich nicht, wo hier etwas an den Finanzen scheitern könnte. Wenn, dann höchstens am Mut.

als ich mich fürs studium entschieden
habe, war mein vater arbeitslos, meine mutter alleinverdiener
für vier personen - mein bruder steckte in der ausbildung und
musste ebenfalls finanziert werden. woher also 1000€ für zwei
studenten pro semester? deshalb bin ich der meinung, dass die
gebühren nach dem studium gezahlt werden sollten und z.b.
durch Institutionen „vorgeschossen“ werden, wie’s z.b. mit dem
bafög ist.

Da wärst Du offensichtlich ein Härtefall. s.o.

btw: meine situation war kein einzelfall, davon
gibt es unzählige.

Soo viele nun auch nicht. Allerdings gibt es viele, die MEINEN, sie wären finanziell zu schwach ausgestattet. Weil es vielleicht nicht zum Auto und der eigenen Wohnung reicht. Oder man nicht jeden Abend in der Disko oder Kneipe verbringen kann. Oder das Handy zu teuer ist, etc.
In vielen Fällen würde es reichen, einfach mal die Massstäbe wieder zurecht zu rücken.

alles, was dir dazu hier schon erklärt wurde, stimmt.

Ein wenig pauschal, nicht? Ich hab auch ein paar Argumente.

nein, find ich nicht. welche sind denn deine noch so?

Lies einfach.

weist du, man kann keine qualifikation anwenden, die man nicht
hat. insofern ist ein studium die ideale basis.

Ein Studium ist nicht die Basis für eine Qualifikation, sondern die Qualifikation selber. Aber nicht jedes Studium erfüllt diesen Zweck. Wer das Studium abbricht, hat nur Geld gekostet. Wer Germanistik studiert und hinterher arbeitslos ist, auch. Nochmal: Qualifikation bringt nur dann etwas, wenn man sie auch anwendet. Qualifikation um ihrer selbst willen bringt gar nichts.

mc-donalds verkäufer sind keine unternehmensführer. die haben
weder unternehmens- oder marketingstrategie noch irgendwas
anderes entwickelt. sie sind lediglich ausführende. dass sie
ausführen dürfen, haben sie fachlich versierten leuten zu
verdanken, ohne hier einen verkäufer abzuwerten.

Das ist unbestritten. Ich wehre mich nur dagegen, daß überall gefordert wird: wir brauchen mehr Studenten, weil im Land XY prozentual mehr Leute studiert haben als bei uns. Und wenn Du richtig gelesen hättest, hättest Du auch herausgefunden, daß ich nicht gesagt habe: niemand soll studieren.

ja, wir leben von der wirtschaft. wirtschaft sind nicht
rohstoffe, wirtschaft ist nicht handel, wirtschaft ist das
zusammenspiel von allem. wir leben nicht nur davon, was wir
ins ausland verkaufen können. der wirtschaftskreislauf hat
unendlich viele andere faktoren.

Natürlich hat Wirtschaft viele Faktoren. Aber wir können nicht davon leben, daß wir uns gegenseitig die Haare schneiden! Wir leben ausschließlich von dem, was wir für das eintauschen, was wir verbrauchen. Eintauschen bei dem, der uns das liefert, was wir verbrauchen. Ein Verkäufer in Deutschland ist sicherlich nett für uns Deutsche, aber wieviel er auch verkaufen mag, damit können wir absolut NICHTS im Ausland bezahlen. Und da wir in riesigem Umfang von Rohstoffen und Handelswaren aus dem Ausland abhängig sind, müssen wir entsprechend viel ins Ausland liefern. Aldi erbringt dafür absolut keinen Anteil.

anscheinend weist du nicht, was steuern sind. naja.

Erklär’s mir.

studiengebühren und spätere abgaben aus arbeitseinkünften
haben gar nichts miteinander zu tun.

Inwiefern? Woraus willst Du denn die Studiengebühren bezahlen?

einkommensteuer zahlt jeder, um leistungen, die der staat für die
allgemeinheit zur verfügung stellt, zu finanzieren.

Hm. Gibt es da nicht vielleicht noch die ein- oder andere Steuer, die der Staat einnimmt? Und sind die dann alle zweckgebunden? Und was ist mit denen, die gar keine Einkommensstuer zahlen?

dazu gehört nun mal keine universität.

Ach. Ich wußte gar nicht, daß die Unis gar nicht vom Staat bezahlt werden. Wovon denn?

wenn du in ein fittnessstudio gehst, bezahlst du ja auch für die
inanspruchnahme. ebenso ist das mit der uni, nur da ist eben der
träger ein anderer.

Zum einen gibt es durchauis auch private Unis. Die will ich mal außer acht lassen, da sie tatsächlich eher eine Randerscheinung sind.
Zum anderen: soll also jetzt doch jeder sein Studium komplett bezahlen? Dann wirst Du mit Gebühren von 1000Euro im Jahr aber kaum auskommen. Ein Studium kostet je nach Fach zwischen 30.000 und 70.000Euro. Dabei ist der normale Lebensunterhalt noch gar nicht eingerechnet. Soll das tatsächlich der einzelne Student tragen? Dann könnten das tatsächlich nur noch die Wohlhabenden. Das Risiko, beim Studium zu scheitern oder später keine angemessene Arbeitsstelle zu finden, könnte sich sonst niemand leisten.

Irgendwie weiß ich jetzt nicht, warum Du mich überhaupt kritisiert hast. Willst Du nun Studiengebühren oder nicht? Oder darf ich Dich so verstehen, daß Du zwar für Studiengebühren bist, daß diese aber erst nach dem Abschluß des Studiums bezahlt werden sollten?

Gruß
Axel

Hallo Woolfgang,

Wenn ich während des Studiums noch Gebühren zahlen muss
(500€/Semester) muss ich nebenzu noch arbeiten, wass wiederum
der Zeit fürs Lernen schadet…

Du müsstest doch gar nichts bezahlen, wenn Deine Leistungen okay sind.

Meiner Meinung nach ist es ein Ammenmärchen, dass
Studiengebühren die Leistung verbessern.

Wenn die Studiengebühren leistungsbezogen sind, werden sie unbedingt die Leistungen verbessern. Schon dadurch, daß diejenigen, die gar kein richtiges Interesse am Studium haben und deshalb auch keine Leistung erbringen, ganz einfach das Studium gar nicht erst antreten.

Außer man lässt nur
noch wohlhabende studieren, was sich in einer wesentlich
geringeren Studentenzahl niederschlägt für die die Profs dann
mehr Zeit haben…

Geringere Studentenzahlen könnten sich durchaus ergeben. Was angesichts der Zahl der Studienabbrecher vielleicht gar nicht so schlecht wäre. Man hätte gleich zu Anfang des Studiums Studenten, die echtes Interesse am jeweiligen Fach haben. Und müsste nicht den ganzen ‚Ballast‘ mitschleppen, der nur Arbeit und Geld kostet, ohne daß auch mal irgendwann etwas zurückkommt.

Gruß
Axel

Hallo Gandalf,

also nach dem Motto ‚wer ne eins hatt zahlt 150 Euro, wer ne
vier hat, 500‘?

So ähnlich. Wobei ich wesentlich niedriger ansetzen würde: eine vier zahlt ein wenig, ab drei aufwärts zahlt gar nicht, nicht teilgenommen oder durchgefallen zahlt richtig.

Dann sind mal wieder die in den Arsch gekniffen, die nebenbei
arbeiten müssen, weil nicht so viel Zeit fürs Lernen blieb. Da
man dann aber mehr zahlen muß, muß man mehr arbeiten …

Man kann durchaus vom Bafög leben. Vielleicht nicht so, wie man sich das wünscht. Aber soll durchaus Leute geben, die sogar von Sozialhilfe leben müssen und können. Alles eine Frage der Massstäbe. Wer verlangt, daß ein Student ein Auto und ein Handy hat?

Da lob ich mir das deutsch Unisystem, das einen im
Weltvergleich durchaus gutes Niveau hat.

Tja - noch. Wir sind grad dabei, das zu ändern. :frowning:(

Warum sonst gehen die
Postdocs aus D weg wie die warmen Semmeln meist an wirklich
gute Institute?

Wegen Geld? Wegen Forschungsmitteln und -möglichkeiten? Ist auch ein Problem, das die deutschen Unis haben: es gibt nur feste Tarife nach Beamtenrecht. Und das Budget wird nach dem Gieskannenprinzip verteilt, da die Verteiler entweder selbst beteiligt sind oder keine Ahnung von der Materie haben.
Anscheinend liegen unsere Meinungen da gar nicht weit auseinander.

Gruß
Axel

Hi,

Genau das ist für mich der Punkt. Studium muss unbedingt
kostenlos bleiben, Schulbücher kaufen ist aber okay?

Ich rede nicht von kostenlos sondern finanzierbar. Und eben
vernünftig und nicht xy € ab nächstes Semester.

In Hessen bekamen wir die Bücher gestellt. Und wenn ich ehrlich bin
hätte ich mir die lieber gekauft. Die Dinger waren IMMER überaltert.
Vom Zustand mal ganz zu schweigen. Ok, im Jahrgang nach uns wurden
wieder neue Bücher angeschafft aber die müssen dann auch wieder 10
Jahre halten.

By the way, die Bücher fürs Studium käuft man sich ja auch und die
sind alles andere als billig. In den Bibs steht ja auch mangels Geld
nur altes Zeug.

Wenn schon Studiengebühren, dann sollten die in einem Rahmen liegen
der auch finanzierbar ist UND von langer Hand geplant werden!

Wie hoch die Gebühren werden, steht doch nicht fest. Wenn man
doch nicht mal weiß, ob es überhaupt kommt. Daher finde ich es
auch ein wenig gewagt, schonmal über die Höhe zu schimpfen.

Nunja, wir reden ganz sicher nicht von 50 € pro Semester, da wäre ja
das Einsammeln teurer als das was übrig bleibt. Und 500€ pro Semester
sind schon ein stolzes Sümmchen für alle „Unvorbereiteten“. Ich habe
mich mit 600€ und einem Halbtagsjob durchs Studium gewurschtelt und
ganz sicher nicht entspannt gelernt oder mich krumm gefeiert. Weils
mit dieser Belastung länger gedauert hat hätte ich beinahe noch
„Gammelgebühren!!!“ von 500€ blechen dürfen, wenn ich nicht grade
noch den Abschluss gemacht hätte. Die 50€ „Verwaltungsgebühren“, die
natürlich direkt in die Hessische Landeskasse plätschern und nicht an
die Uni die mich tatsächlich verwaltet, habe ich natürlich trotzdem
bezahlt…

Wenn heute beschlossen würde, dass ab dem Geburtsjahrgang xy
Studiengebühren zu entrichten sind, dann muss genügend Zeit
dafür bleiben sich entsprechend darauf einzurichten.
Damit die weitere Laufbahn WIRKLICH davon abhängig ist was man KANN
und nicht was die Alten BEZAHLEN können.

a) Stimmt es, daß das vom Geburtstag abhängig sein soll, nicht
vom Starttermin des Studiums? Wo hast Du die Info denn her?

Es war doch ein Überlegungsansatz, keine Tatsache. Aus meiner sicht
würde es Sinn machen heute zu sagen „Ab 2015 wird es Studiengebühren
in der Höhe von XY € geben“. Dann kann man sich darauf vorbereiten.
Die Eltern können vernünftige Ausbildungsversicherungen o.ä.
abschliessen, die genau auf diesen Bedarf zugeschnitten sind. Klar
hätten Sie auch vorher schon tun können aber wer tut schon ohne das
es wirklich erforderlich ist?

b) Meinst Du damit, man müsste sich irgendwie Ersparnisse
anlegen, um danach studieren zu können?

Ja. In Form von Ausbildungsfonts etc.

c) Deinen letzten Satz interpretiere ich so, daß sich der
spätere Student die Ersparnisse selber anlegen soll. Hast Du
das so gemeint?

Ja. Macht zumindest mehr Sinn als sie auf plötzlich mitten im Studium
erarbeiten zu müssen.

Auch Begabten- und Härteregelungen müssen da sein.

Davon gehe ich mal aus. Ebenso wie bei Bafög und sosntiger
Unterstützung vom Staat wird es sowas wohl auch bei den
Studiengebühren geben.

Und vorallem muss die Uni dann auch was bieten fürs Geld.

Die Uni sollte immer was bieten. Und das könnte sie auch
heute, wenn nicht zu viele teure Prestigeprojekte das Geld für
die eigentliche Lehre verknappen würde.

Hm, das ist sicher in einigen Bereichen so. Und unnötige Geldausgaben
stehen ja immer an :frowning:. Bei uns wurden überall im Haus neue
Seifenspender installiert. Die alten waren nicht wirklich alt… Aber
der Sicherheitsetat sei erschöpft. Man könne doch auch
Einweghandschuhe mehrmals benutzten… wenns nicht grad
saugefährliches Zeug ist :wink:

Wöllte Dein Gesicht mal sehen wenn Dein zukünftig evtl. sehr

begabtes

Kind keine der Befähigung entsprechende Ausbildung antreten könnte,
weil Dein Geldbeutel zu mickrig dafür ist.

Das wäre wirklich schade. Wobei ich aber immer noch auf den
Staat setzte bei Härtefällen.

Ja, nur ist die Definition von „Härtefall“ gerne sehr dehnbar.

Lass Dir das vielleicht noch mal durch den Kopf ziehen bevor Du
wieder die „die leben alle auf unsere Kosten“ Keule auspackst
:wink:

So hatte ich das nicht ausdrücken wollen. Ich sehe aber auch
nicht ein, daß immer grade die Gruppe staatliche Mittel
bekommt, die am lautesten schreit und durch die Presse grad
‚gepuscht‘ wird. Es gibt wesentlich mehr Kindergartenkinder
als Studenten. Und alle dort müssen zahlen. Nur leider haben
sie zur Zeit keine Lobby bzw. sind grad erst als Thema in der
Presse gewesen. Und haben deshalb zwar mittlerweile ein Recht
auf Kindergartenplätze, aber müssen fleißig dafür zahlen.

Gruß
Axel

Ich bestehe auch nicht auf einer Kostenlos Mentalität aber es soll
durchdacht sein. Studiengebühren werden kommen, das ist denk ich kein
Thema; brauch man sich nichts vormachen. Aber es sollte ein stimmiges
Konzept werden und nicht wieder so ein Schnellschuss (siehe
Steuerpolitik, siehe Gesundheitsreform, siehe …)UND vorallem
sollte es auch den Unis und schliesslich den Studenten selber auch
wieder zu Gute kommen und nicht wieder in irgendwelchen Löchern
verschwinden.

In diesem Ländle wird halt gerne erst geschossen und dann geschaut
was man da wieder alles mit umgehauen hat. Und das Recht auf einen
KiTa Platz ist auch eher ein Scherzchen, oder? Ich sage nur
Berechtigungsscheine… Und das muss man unseren Politikern einfach
lassen, sie haben ein Händchen dafür immer erst mal Flurschaden
anzurichten.

Das bei Sparen immer irgendwo geschrieen wird ist klar, nur ist es an
den Entscheidenden luftloses ewiges Jammern von wirklichen Problemen
zu unterscheiden. Und da fehlt den Damen und Herren einfach der
Verstand.

JD

Hallo Tom,

Was sollen denn 500
Euro pro Semester und Student eigentlich positives bringen?

Schutzgebühr, Leistungsanreiz. Auf keinen Fall die Finanzierung der Uni. Das sollte schon der Staat selber in ausreichender Höhe gewährleisten.

Soll dieser Betrag irgendwie zu einer nennenswerten Entlastung der
Hochschulen führen?

Nein. s.o.

Ich stelle mir jetzt mal vor, dass an meiner Uni



Verbesserung in der Betreuung und der Lehre erreicht werden?

Wohl kaum. Jedenfalls nicht dadurch.

Stattdessen führt die Zahlung dazu, dass sich die Studierenden noch
mehr als Kunden fühlen als jetzt schon und bitteschön nicht zu
hart angefasst werden wollen.

Studenten wollen NIE hart angefasst werden. Grad heutzutage nicht. Das ist aber ein generelles Problem unserer heutigen Gesellschaft. Daß das von Studiengebühren abhängt, wage ich stark zu bezweifeln.

Was die Leistungsabhängige Zahlung von Gebühren angeht, würde
es mich mal interessieren wie
Du Dir das so vorstellst? Schlechte Noten bedeuten hohes
Entgelt und umgekehrt? Oder werden
individuelle Lebenslagen mit eingerechnet, so z.B. Job,
Kindererziehung, reiche oder arme Eltern?

Siehe meine Antwort an Gandalf.

Und welche Verwaltung macht das dann?

Das ist in der Tat ein Problem. Andererseits werden die Härtefälle beim Bafög ebenfalls bearbeitet, warum sollten die gleichen Kriterien nicht auch bei den Studiengebühren gelten und gleich mit ausgewertet werden. Mittels Computer kein Thema. Auch die zusätzliche Auswertung der Noten, die ja auch heute schon im Computer erfasst sind, dürfte wohl keinen größeren Aufwand bedeuten. Und sogar die Erfassung der Studiengebühren findet heute schon statt - jeder Student muß zu Semesterbeginn eine ‚Verwaltungsgebühr‘ bezahlen. Ist also nur eine Änderung der Höhe. Also vielleicht gar kein soo großer Mehraufwand, wenn man mal die eingetretenen Bahnen verlässt.

Sei doch einfach froh, dass wir hier in Deutschland das
Privileg freier Bildung geniessen können.

Freie Bildung ist okay, wenn
a) überall die Bildung frei ist. Die Schulbildung ist es nicht, die Kindergärten erst recht nicht
b) der Leistung (freies Studium) auch eine Gegenleistung (Studienleistung des Studenten) gegenübersteht. Genau das ist heute zu oft nicht der Fall und genau da sehe ich den Grund für Studiengebühren.
Allerdings befürchte ich, daß diese Gebühren weder den Unis zugute kommt (die Zuwendungen werden im gleichen Maße gekürzt, wie die Studiengebühren angehoben), noch daß die Gebühren an Leistung gekoppelt werden.

Du hast an Deiner BW-Uni sogar noch Kohle dafür eingestrichen!

Da hast Du allerdings recht. Wobei ich dann den kleinen Nachteil hatte, mich für zwölf jahre verpflichten zu müssen. Du siehst - eigentlich war das Studium beim Bund gar nicht kostenlos.

Gruß
Axel

Hi Axel!

Sei doch einfach froh, dass wir hier in Deutschland das
Privileg freier Bildung geniessen können.

Freie Bildung ist okay, wenn
a) überall die Bildung frei ist. Die Schulbildung ist es
nicht, die Kindergärten erst recht nicht

Warum ist Schulbildung nicht frei?

Ich jedenfalls habe in meinem Studium ziemlich ranklotzen muessen. Erstens habe ich jahrelang auf ein Einkommen verzichtet (und tue es nun, waehrend meiner Promotion noch immer, jedenfalls was die leistungsadaequate Hoehe desselben angeht). Und lass’ Dir gesagt sein, dass dieser Einkommensausfall ueber 10 Jahre hinweg nicht so einfach durch hoehere Einstigsgehaelter aufgrund meine Qualifikation zu kompensieren ist. Ausserdem habe ich ziemlich viel Kohle in Buecher, Rechner und weiteres Unterrichtsmaterial gesteckt. Kurzum: Ich habe jahrelang draufgezahlt, und ueberhaupt keine Lust mir sagen zu lassen, ich haette keine adequate Gegenleistung erbracht.
Meine Erfahrung hier am Institut ist ausserdem die, dass ein Grossteil der Studenten durchaus hochmotiviert sind. Die wenigen Bummelstudenten fallen kaum ins Gewicht.

Viele Gruesse
Tom

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Ich dachte an leistungsbezogene Gebühren. Es sollte GAR NICHTS
kosten, wenn ein Student ausreichende Leistungen erbringt. Und
zusätzliche Härtefallregelungen sollten auch vorgesehen sein.
Dementsprechend sehe ich nicht, wo hier etwas an den Finanzen
scheitern könnte. Wenn, dann höchstens am Mut.

leistung is kein indikator für qualität. die diskussion um studiengebühren richtet sich dahin, dass die qualität deutscher unis verbessert werden soll.

als ich mich fürs studium entschieden
habe, war mein vater arbeitslos, meine mutter alleinverdiener
für vier personen - mein bruder steckte in der ausbildung und
musste ebenfalls finanziert werden. woher also 1000€ für zwei
studenten pro semester? deshalb bin ich der meinung, dass die
gebühren nach dem studium gezahlt werden sollten und z.b.
durch Institutionen „vorgeschossen“ werden, wie’s z.b. mit dem
bafög ist.

Da wärst Du offensichtlich ein Härtefall. s.o.

aha. wohl einer von den restlichen 4 mio arbeitslosen, von denen sagen wir mal jedes vierte oder fünfte kind studieren will/kann? ich glaube das gäbe zu viele härtefälle.

Soo viele nun auch nicht.

vielleicht liegt es einfach daran, wo ich herkomme, dass ich so viele davon kenne. hier ist die arbeitslosenquote locker 18%

Allerdings gibt es viele, die
MEINEN, sie wären finanziell zu schwach ausgestattet. Weil es
vielleicht nicht zum Auto und der eigenen Wohnung reicht. Oder
man nicht jeden Abend in der Disko oder Kneipe verbringen
kann. Oder das Handy zu teuer ist, etc.
In vielen Fällen würde es reichen, einfach mal die Massstäbe
wieder zurecht zu rücken.

da is was dran. das regt mich auch oft auf.

weist du, man kann keine qualifikation anwenden, die man nicht
hat. insofern ist ein studium die ideale basis.

Ein Studium ist nicht die Basis für eine Qualifikation,
sondern die Qualifikation selber.

die qualifikation ist die basis der qualifikation? quasi angeboren?

Aber nicht jedes Studium
erfüllt diesen Zweck. Wer das Studium abbricht, hat nur Geld
gekostet. Wer Germanistik studiert und hinterher arbeitslos
ist, auch. Nochmal: Qualifikation bringt nur dann etwas, wenn
man sie auch anwendet. Qualifikation um ihrer selbst willen
bringt gar nichts.

richtig. wer abbricht hat geld gekostet. und was gedenkst du, dagegen zu tun? jemandem, der den schlechten abi-schnitt hat, das studieren verbieten? mir fallen ein paar sachen ein, aber das hat kaum was mit studiengebühren zu tun.
natürlich bringt qualifikation allein nicht, aber das eine bedingt das andere.

mc-donalds verkäufer sind keine unternehmensführer. die haben
weder unternehmens- oder marketingstrategie noch irgendwas
anderes entwickelt. sie sind lediglich ausführende. dass sie
ausführen dürfen, haben sie fachlich versierten leuten zu
verdanken, ohne hier einen verkäufer abzuwerten.

Das ist unbestritten. Ich wehre mich nur dagegen, daß überall
gefordert wird: wir brauchen mehr Studenten, weil im Land XY
prozentual mehr Leute studiert haben als bei uns. Und wenn Du
richtig gelesen hättest, hättest Du auch herausgefunden, daß
ich nicht gesagt habe: niemand soll studieren.

nana. es geht nicht darum, dass man mehr studenten braucht, hier geht es mal wieder um die qualifikation *gg* die, die hier gesucht wird, erreicht man überwiegend an der uni. den ländervergleich macht man, um international konkurrenzfähig zu bleiben. das ist auch notwendig, glaube ich.

ja, wir leben von der wirtschaft. wirtschaft sind nicht
rohstoffe, wirtschaft ist nicht handel, wirtschaft ist das
zusammenspiel von allem. wir leben nicht nur davon, was wir
ins ausland verkaufen können. der wirtschaftskreislauf hat
unendlich viele andere faktoren.

Natürlich hat Wirtschaft viele Faktoren. Aber wir können nicht
davon leben, daß wir uns gegenseitig die Haare schneiden! Wir
leben ausschließlich von dem, was wir für das eintauschen, was
wir verbrauchen. Eintauschen bei dem, der uns das liefert, was
wir verbrauchen. Ein Verkäufer in Deutschland ist sicherlich
nett für uns Deutsche, aber wieviel er auch verkaufen mag,
damit können wir absolut NICHTS im Ausland bezahlen. Und da
wir in riesigem Umfang von Rohstoffen und Handelswaren aus dem
Ausland abhängig sind, müssen wir entsprechend viel ins
Ausland liefern. Aldi erbringt dafür absolut keinen Anteil.

off topic.

anscheinend weist du nicht, was steuern sind. naja.

Erklär’s mir.

du hast studiert. das solltest du selber rausfinden können. zu faul? *fg*

studiengebühren und spätere abgaben aus arbeitseinkünften
haben gar nichts miteinander zu tun.

Inwiefern? Woraus willst Du denn die Studiengebühren bezahlen?

vom einkommen, wenn ich fertig bin mit studieren.

einkommensteuer zahlt jeder, um leistungen, die der staat für die
allgemeinheit zur verfügung stellt, zu finanzieren.

Hm. Gibt es da nicht vielleicht noch die ein- oder andere
Steuer, die der Staat einnimmt? Und sind die dann alle
zweckgebunden? Und was ist mit denen, die gar keine
Einkommensstuer zahlen?

natürlich, es gibt etliche steuerarten. eine einkommensteuer kann nicht zweckgebunden sein, für was denn auch? für was soll denn eine hundesteuer zweckgebunden sein? studiengebühren sind keine steuern und sollen zweckgebunden eingesetzt werden, dh den hochschulen zu gute kommen.
im übrigen zahlt jeder einkommensteuer gemäß seiner zahlungsfähgikeit. ich finde das ok. jemand, der keine zahlt, weil er keine arbeit hat, soll trotzdem von staatlichen leistungen profitieren können. wer das ausnutzt, gehört bestraft - leider schwer umsetzbar.

dazu gehört nun mal keine universität.

Ach. Ich wußte gar nicht, daß die Unis gar nicht vom Staat
bezahlt werden. Wovon denn?

es geht nicht darum, dass die unis nicht vom staat bezahlt werden. es geht darum, dass unis bzw. deren leistungsangebot nicht von jedem in anspruch genommen wird. daher sollen nur die gebühren zahlen, die sie in anspruch nehmen. natürlich decken die gebühren nicht sämtliche kosten ab. der rest wird nun mal aus steuern oder krediten finanziert. das is nun mal so. wenn ein flughafen gebaut wird, verwendet man auch deine steuergelder, obwohl du den vielleicht gar nicht haben willst oder eh nie fliegst. da sind wir bei dem unterschied von steuern und gebühren.

Zum anderen: soll also jetzt doch jeder sein Studium komplett
bezahlen? Dann wirst Du mit Gebühren von 1000Euro im Jahr aber
kaum auskommen. Ein Studium kostet je nach Fach zwischen
30.000 und 70.000Euro. Dabei ist der normale Lebensunterhalt
noch gar nicht eingerechnet. Soll das tatsächlich der einzelne
Student tragen?

jetz komm mir mal nicht so.

Irgendwie weiß ich jetzt nicht, warum Du mich überhaupt
kritisiert hast. Willst Du nun Studiengebühren oder nicht?
Oder darf ich Dich so verstehen, daß Du zwar für
Studiengebühren bist, daß diese aber erst nach dem Abschluß
des Studiums bezahlt werden sollten?

exakt.

ciao

Hallo unimportant,

also ich habe das so gemeint, dass gute Studenten
(beispielsweise die Besten x% eines jeden Studienjahrgangs)
für das darauffolgende Semester keine Gebühren bezahlen
müssen.

das mit den x% eines jahrganges kann man leider nicht in allen studiengängen realisieren. in einigen z.b. gibt es keine vorgeschriebene reihenfolge für prüfungen und klausuren. demzufolge müsste man studenten ranken, die gar nicht dieselben prüfungen abgelegt haben und die man somit gar nicht ranken kann.

Wäre für viele Leute bestimmt ein Anreiz, sich mehr
ins Zeug zu legen. Und ausßerdem müsste dazu noch ein
entprechend Stipendien-freudiges Umfeld geschaffen werden.
Dadurch könnten gute Schüler / Studenten, die nicht den
finanziellen Background haben, ebenso gut studieren wie solche
von vermögenden Eltern.

und was ist mit denen, die keine spitzenkandidaten für stipendien sind, aber dennoch gut sind und derren eltern nicht den entsprechenden finanziellen background haben? für die ist dann noch immer nicht gesorgt. mal abgesehen von der frage, wo die ganzen stipendien herkommen sollen.

Solange solche Bedingungen nicht geschaffen werden, da gebe
ich Dir Recht, sind allgemeine Studiengebühren
kontraproduktiv. Aber nur auf Masse anstatt auf Klasse bei den
Studenten zu setzen, bringt den Wirtschaftstandort Deutschland
auch nicht voran.

jepp

Es müssen also entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen
werden, damit eine allgemeine Studiengebühr nicht die
Geldelite zu Lasten der Wissenselite (Worte eines früheren
Lehrers) bevorteilt.

ja. es ist nur so schwierig, das ideale „wie“ herauszufinden.

Sind die Rahmenbedingungen geschaffen, halte ich diese
Studiengebühr für durchaus sinnvoll.

ich auch

Hallo Axel,

Da lob ich mir das deutsch Unisystem, das einen im
Weltvergleich durchaus gutes Niveau hat.

Tja - noch. Wir sind grad dabei, das zu ändern. :frowning:(

Die Töne gabs schon vor knapp 30 Jahren, als ich mit meiner Ausbildung anfing!

Warum sonst gehen die
Postdocs aus D weg wie die warmen Semmeln meist an wirklich
gute Institute?

Wegen Geld? Wegen Forschungsmitteln und -möglichkeiten? Ist
auch ein Problem, das die deutschen Unis haben: es gibt nur
feste Tarife nach Beamtenrecht. Und das Budget wird nach dem
Gieskannenprinzip verteilt, da die Verteiler entweder selbst
beteiligt sind oder keine Ahnung von der Materie haben.
Anscheinend liegen unsere Meinungen da gar nicht weit
auseinander.

Ich glaub, Du hast mich mißverstnden.
Deutsche Postdocs werden im Ausland mit Kußhand genommen, weil sie hervorragend ausgebildet sind (ich spreche hier für die Naturwissenschaften, da kenn ich mich einigermaßen aus). Ob ein Postdoc aus D oder F oder GB kommt ist für die Bezahlung der jeweiligen Stelle herzlich unerheblich. Oft genug kriegen die sogar nichts, es sei denn sie haben ein Stipendium.
Auch als bezahlte Arbeitskräfte sind deutsche Akademiker sehr begehrt. Unsere akademische Ausbildung scheint also gar nicht mal soooooo schlecht zu sein.

Allerdings haben viele Deutsche ein Talent, es schlecht zu reden.

Gandalf

Studiengebühren finde ich eigentlich ok. Vielleicht nicht gleich ab morgen. Vor allem Leute, die im 20. Semester noch immer ohne guten Grund an der Uni rumgammeln, kann ich aber nicht verstehen. Und gerade die schreien (zumindest an meiner Uni) am lautesten.

Vielleicht ist es auch nur meine Hoffnung, dass sich durch Gebühren was ändern würde.
Die Hoffnung, dass die Fachbereiche Anglistik/Amerikanistik und Romanistik nicht mehr um Sprachkurse kämpfen müssen. (Eine Lehrkraft für 500 Studenten ist einfach zu wenig! Ist das etwa zu anspruchsvoll ???) Die Hoffnung, dass die Grundschulpädagogik mehr als einen Prof bekommt. Dass nicht einfach Fachbereiche geschlossen werden und hunderte Studenten ihre Zeit bei Demonstrationen statt in der Uni verbringen. Dass neue Studiengänge auch die Lehrkräfte bekommen, die nötig wären und nicht einfach vor sich hindümpeln müssen.

Das musste jetzt mal sein. Noch ein paar Wochen und ich liege diesem Land nicht mehr auf der Tasche. Dann ist jeweils ein Platz in den Seminaren und Vorlesungen frei. Mag ihn jemand haben ? Nicht, dass es bei 80 Leuten im Seminar groß auffallen würde…

Kel :smile:

Was willst du überhaupt? Mach halt ne Ausbildung, das rechnet sich eh viel besser. Ich würde im Rückblick nicht nochmals studieren. Es bringt weder wirtschaftliche noch sonstige Vorteile, ausser dass man jahrelang nichts verdient und jetzt sogar noch bezahlen soll. Bildung ist in diesem Land offenbar auch unter einer SPD/GRÜNE Regierung unerwünscht (siehe zusammenstrechen sämtlicher Bildungsetats).

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallochen,

Studiengebühren finde ich eigentlich ok. Vielleicht nicht
gleich ab morgen. Vor allem Leute, die im 20. Semester noch
immer ohne guten Grund an der Uni rumgammeln, kann ich aber
nicht verstehen. Und gerade die schreien (zumindest an meiner
Uni) am lautesten.

Ja, weil sie bisher auch die einzigen sind, die zahlen sollen. Ganz schön schlau von den Landesregierungen, die Minderheit „Studenten“, die nach „Sozialhilfeempfänger“, „Asylanten“ und „Arbeitslose“ zur Kasse gebeten wird, noch einmal zusätzlich zu spalten. So können sie sicher sein, scheibchenweise mit allen Frechheiten, Lügen und zum Himmel stinkenden Ungerechtigkeiten durchzukommen. Sie ernten zusätzlich sogar Lob von den jeweils nicht betroffenen Mehrheiten. Chapeau!

Aber Studenten sind ja dank PISA heutzutage ohnehin alle merkbefreit.

Gruß

Fritze

Hi auch :smile:

Ja, weil sie bisher auch die einzigen sind, die zahlen sollen.

Stimmt, und Leute, die bereits im 2. Studiengang sind und gewisse Leute in Master-Studiengängen. Die letzten beiden Gruppen jammern aber nicht die ganze Zeit rum.

Ganz schön schlau von den Landesregierungen, die Minderheit
„Studenten“, die nach „Sozialhilfeempfänger“, „Asylanten“ und
„Arbeitslose“ zur Kasse gebeten wird, noch einmal zusätzlich
zu spalten. So können sie sicher sein, scheibchenweise mit
allen Frechheiten, Lügen und zum Himmel stinkenden
Ungerechtigkeiten durchzukommen. Sie ernten zusätzlich sogar
Lob von den jeweils nicht betroffenen Mehrheiten. Chapeau!

Soll ich mich denn drüber aufregen ? Ich zahle ab nächstem Semester ca. 850 Euro Studiengebühren (pro Semester, wohl gemerkt). Bin ich damit Teil der Mehrheit ? Wohl kaum.
Aber irgendwann hört die Ausbildungsverpflichtung des Staates auch auf. War doch klar, dass bald bei jedem abkassiert wird. Die Vorlaufphase muss nur gegeben sein. Da hab ich persönlich auch nichts dagegen. Dies ist allerdings meine Meinung und ich kann Leute zum Teil verstehen, die was gegen Studiengebühren haben. Aber wie schon gesagt, wenn dadurch die Situation an den Unis besser wird, finde ich es nicht schlimm. Wenn du allerdings gerne in Vorlesungen mit 500 Mann sitzt und Seminare mit 80 bis 100 Leute toll findest, ist das schön für dich. Klar, es ist wahrscheinlich (hoffentlich!) nicht in allen Unis bzw. Fachbereichen so. Würde mich für dich freuen, wenn du eine gefunden hast.

Schönen Gruß zurück

Kel

Hallo,

Ja, weil sie bisher auch die einzigen sind, die zahlen sollen.

Stimmt, und Leute, die bereits im 2. Studiengang sind und
gewisse Leute in Master-Studiengängen. Die letzten beiden
Gruppen jammern aber nicht die ganze Zeit rum.

Alle, die zahlen sollen, jammern rum. Und mit Recht!

Soll ich mich denn drüber aufregen ?

Ja (und übrigens, Du plenkst)!

Ich zahle ab nächstem
Semester ca. 850 Euro Studiengebühren (pro Semester, wohl
gemerkt). Bin ich damit Teil der Mehrheit ? Wohl kaum.

Keine Ahnung.

Aber irgendwann hört die Ausbildungsverpflichtung des Staates
auch auf.

Ja, aber die Frage ist, ob es nicht besser wäre, freiwillig doch für *alle* die *bestmögliche* Ausbildung zu finanzieren.

War doch klar, dass bald bei jedem abkassiert wird.

Offensichtlich nicht, denn bis vor kurzem hiess es noch „jaja, die Langzeitstudenten sollen mal ruhig ordentlich blechen …“

Die Vorlaufphase muss nur gegeben sein. Da hab ich persönlich
auch nichts dagegen.

Sehr kurzsichtig, meiner Meinung nach.

Dies ist allerdings meine Meinung und ich
kann Leute zum Teil verstehen, die was gegen Studiengebühren
haben. Aber wie schon gesagt, wenn dadurch die Situation an
den Unis besser wird, finde ich es nicht schlimm.

Wer glaubt, das durch die Gebühren die Situation an den Unis besser wird, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann und das der Storch die Babies bringt.

Wenn du
allerdings gerne in Vorlesungen mit 500 Mann sitzt und
Seminare mit 80 bis 100 Leute toll findest, ist das schön für
dich. Klar, es ist wahrscheinlich (hoffentlich!) nicht in
allen Unis bzw. Fachbereichen so. Würde mich für dich freuen,
wenn du eine gefunden hast.

Nein, das nicht. Aber wenn Du gerne in Vorlesungen mit 500 Mann sitzt und Seminare mit 80 bis 100 Leute toll findest UND noch 850,- EUR im Monat dafür zahlen willst, dann nur zu.

Im übrigen nehmen Langzeitstudenten niemandem einen Platz weg, da sie in den allermeisten Fällen einfach erheblich weniger Veranstaltungen pro Semester besuchen und nicht eine Veranstaltung 100 mal hintereinander.

Gruß

Fritze

Du plenkst)!

Ich tue bitte was ?

Keine Ahnung.

Stimmt, Ahnung hast du wirklich keine.

Ja, aber die Frage ist, ob es nicht besser wäre, freiwillig
doch für *alle* die *bestmögliche* Ausbildung zu finanzieren.

Und wer bitte soll die finanzieren ? Du, der garantiert wahnsinnig viele Steuern zahlt ? In was für einer Traumwelt lebst du eigentlich ?

Offensichtlich nicht, denn bis vor kurzem hiess es noch „jaja,
die Langzeitstudenten sollen mal ruhig ordentlich blechen …“

Wenn du das wirklich dachtest, bist du es wohl, der etwas kurzsichtig ist. Die paar Langzeitstudenten machen den Kohl nicht fett, deswegen ja auch „Studiengebühren ab dem 1. Semester“ und nicht „Macht die Langzeitstudies fertig“. Studiengebühren für alle wäre fair, dafür ist das System aber nicht ausgereift und vorbereitet genug. Stipendien und andere Unterstützungen sind nicht gegeben. Das braucht Zeit. Wenn man allerdings nichts ändert, wird auch nix besser. Ständig nur der bösen Regierung die Schuld zu geben hilft auch nichts.

Wer glaubt, das durch die Gebühren die Situation an den Unis
besser wird, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann und
das der Storch die Babies bringt.

Und wenn alles so bleibt wie es ist, ist das toll oder was ? Ich habe nicht behauptet, dass das geplante System toll ist. Ich meine aber, Studiengebühren sind ok WENN sie an die Unis gehen.

Nein, das nicht. Aber wenn Du gerne in Vorlesungen mit 500
Mann sitzt und Seminare mit 80 bis 100 Leute toll findest UND
noch 850,- EUR im Monat dafür zahlen willst, dann nur zu.

Wie kommst du darauf, dass ich sowas tun würde ? (Es ist pro Semester, aber PISA hast du ja bereits erwähnt.) Ich verlasse dieses schöne Land in ein paar Wochen.

Im übrigen nehmen Langzeitstudenten niemandem einen Platz weg,
da sie in den allermeisten Fällen einfach erheblich weniger
Veranstaltungen pro Semester besuchen und nicht eine
Veranstaltung 100 mal hintereinander.

Davon hab ich ja auch nix gesagt. Obwohl es schon genug Leute gibt, die Vorlesungen zum x-ten Mal machen. Einige Leute werden einen guten Grund haben, so lange zu studieren. Aber nunmal nicht alle.

Du plenkst)!

Ich tue bitte was ?

Plenken. Siehe auch http://www.sockenseite.de/usenet/plenken.html

Und wer bitte soll die finanzieren ? Du, der garantiert
wahnsinnig viele Steuern zahlt ? In was für einer Traumwelt
lebst du eigentlich ?

In der Tat zahle ich einen ganzen Haufen Steuern und ich lebe in keiner Traumwelt, sondern in der Bundesrepublik Deutschland. Im Vergleich z.B. zum Studiengebührenwunderland USA geben wir vergleichsweise wenig öffentliche Mittel für die Bildung aus. Wer hätte das gedacht (Ausgben pro Studierenden bei ca. 9500,- USD/Jahr, USA beachtliche 17500,- USD/Jahr; Anteil am BIP für Bildung: USA 7,0%, Deutschland 5,8%; Quelle: http://www.kmk.org/doc/oecd-bildung.htm)

Aber lasst euch ruhig weiter kräftig verarschen und zahlt, bis die Schwarte kracht. Deutsche Firmen können ja nun bald günstigst Akademiker aus den neuen EU-Ländern importieren, da brauchen wir nicht mehr so viele „selbstgemachte“.

Offensichtlich nicht, denn bis vor kurzem hiess es noch „jaja,
die Langzeitstudenten sollen mal ruhig ordentlich blechen …“

Wenn du das wirklich dachtest, bist du es wohl, der etwas
kurzsichtig ist. Die paar Langzeitstudenten machen den Kohl
nicht fett,

In der Tat. Bisher war die Devise aber „Erststudium bleibt grundsätzlich von Gebühren ausgenommen, nur die faulen Säcke – und nichts anderes sind Langzeitstudenten ja bekanntlich – sollen zahlen“. Schau mal im Archiv, vor gar nicht allzu langer Zeit hatten wir darüber bereits eine Debatte.

deswegen ja auch „Studiengebühren ab dem 1.
Semester“ und nicht „Macht die Langzeitstudies fertig“.

Das ist jetzt das neue und siehe da, etliche Leutchen, die noch „Jaaaa! Lasst die anderen mal zahlen, ich bin dafür“ gesagt haben, kommen jetzt mit „Aber doch nicht iiiich“ um die Ecke.

Studiengebühren für alle wäre fair, dafür ist das System aber
nicht ausgereift und vorbereitet genug. Stipendien und andere
Unterstützungen sind nicht gegeben. Das braucht Zeit. Wenn man
allerdings nichts ändert, wird auch nix besser. Ständig nur
der bösen Regierung die Schuld zu geben hilft auch nichts.

Ich finde Studiengebühren genauso fair, wie Schulgebühren oder Lehrgeld. Im übrigen sollte man auch nicht die ohnehin sehr hohe Steuer- und Abgabenlast außer Acht lassen. Wenn der Staat schon 50% des Bruttogehaltes abkassiert, dann muss er dafür auch was bieten. Aber die ganze Kohle für Bullshit wie kaputte Maut-Systeme rauswerfen UND für jeden Pups horrende Gebühren (jaja, der Fairness halber *prust*) verlangen ist nicht drin.

Wer glaubt, das durch die Gebühren die Situation an den Unis
besser wird, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann und
das der Storch die Babies bringt.

Und wenn alles so bleibt wie es ist, ist das toll oder was ?
Ich habe nicht behauptet, dass das geplante System toll ist.
Ich meine aber, Studiengebühren sind ok WENN sie an die Unis
gehen.

Studiengebühren sind ok, wenn es

  1. Generell eine weit geringere Steuer- und Abgabenlast gäbe
  2. Ein funktionierendes Stipendiensystem gäbe
  3. Das Geld direkt den jeweiligen Hochschulen zugute käme, und zwar OHNE die öffentlichen Mittel entsprechend zu kürzen
  4. Universitäten die Professoren entbeamten würden und entsprechend ihrer Lehrqualifikation einstellten
  5. Die Hochschulen die Einnahmen zu substantiellen Verbesserungen bei der Lehre und nicht für üppige Forschungsprojekte wie z.B. einen weiteren Beschleunigerring am DESY ausgäben

Solange das nicht der Fall ist, kann ich nur immer wieder sagen: Leute, tragt euer Geld ins Ausland, wo ihr für die Studiengebühren einen realen Gegenwert erhaltet und nicht den gleichen Scheiß unter neuem Namen.

Wie kommst du darauf, dass ich sowas tun würde ? (Es ist pro
Semester, aber PISA hast du ja bereits erwähnt.) Ich verlasse
dieses schöne Land in ein paar Wochen.

Recht hast Du! Und warten wir mal ab, wie sich die Gebühren so entwickeln was die 850,- EUR/Monat und nicht pro Semester betrifft :smile:

Obwohl es schon genug Leute
gibt, die Vorlesungen zum x-ten Mal machen. Einige Leute
werden einen guten Grund haben, so lange zu studieren. Aber
nunmal nicht alle.

Das probate Mittel gegen x-mal machen ist nicht, Studiengebühren einzuführen, sondern verständliche Vorlesungen mit nennenswerter Betreuunug anzubieten und dann die Anzahl der Wiederholungen z.B. auf maximal zwei zu beschränken.

Gruß

Fritze