Suche Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur

Hallo,

da ich mich seit einiger Zeit morgens immer ganz eingerostet fühle, aber kein Arzt findet, woran das liegt, will ich jetzt ausprobieren, ob mir ein gezieltes Training der Rückenmuskulatur hilft. Ich sitze den ganzen Tag am Schreibtisch, habe mir aber seit Jahren angewöhnt, abends immer ganz brav etwa eine halbe Stunde auf dem Hometrainer zu radeln. Danach übe ich noch ein Callentics-Programm durch, bei dem man alle Körperteile der Reihe nach anspricht. Beides tat mir bisher sehr gut. Ich fühlte mich lange gelenkig und fit. Da ich auch gern zu Fuss überall hinlaufe, hatte ich nie Probleme mit der Ausdauer. Doch seit ein paar Monaten ist’s damit vorbei. Zumindest am Morgen.
Wer verrät mir einige effektive Übungen, die ich zusätzlich in mein Fitnessprogramm einbauen kann, um meine neue Problemzone noch ein wenig mehr zu stärken als bisher. Mein Schmerz sitzt im unteren Rücken und strahlt in beide Beine bis zum Knie aus. Es sind aber keine typischen Ischiasschmerzen, sondern es fühlt sich eher wie extremer Muskelkater an. Meine Wirbelsäule sei in Ordnung, stellte der Radiologe fest, die Bandscheiben auch. Ich habe nur in Brusthöhe eine Abnützungserscheinung, die aber an meine Lahmheit nicht schuld sein kann. Wenn ich Gymnastik mache, fällt mir auf, dass es mir auf einmal schwer fällt, im Sitzen (mit ausgestreckten, leicht gegrätschten Beinen) den Kopf zum Knie zu ziehen. Erst wenn ich mehrmals die Beine dabei gewechselt und mich nach allen Seiten gedehnt habe, wird’s langsam wieder besser.
Da ich mich aber nur morgens nach dem Aufstehen wie ein uraltes Weib fühle (bin 55), unter tags aber dann wieder zur alten Form auflaufe, wird wohl nichts allzu Schlimmes dahinter stecken. Trotzdem will ich mich nicht damit abfinden, dass dieser Zustand chronisch wird. Die Ärzte, die ich bisher aufsuchte, meinten alle, es sei sicher nur eine Muskelentzündung und die ginge von selbst wieder weg. Aber darauf warte ich jetzt schon seit Weihnachten. Rheuma scheidet auch aus. Das wurde schon untersucht. Und eine neue Matratze hab ich mir auch gegönnt, um ja nichts unversucht zu lassen. Hat aber nicht viel gebracht.
Ich wäre so froh, wenn mir jemand ein paar sinnvolle Übungen schildern könnte, mit denen ich meine Rückfront wieder auf Vordermann bringe. Da ich in einem kleinen Nest wohne, kann ich nicht einfach zur Rückenschule gehen, denn so etwas gibt es hier leider nicht im näheren Umkreis.
Wer hat einen guten Übungstipp für mich? Ich freue mich über jede Anregung und sag schon mal im voraus danke!

LG

von Nina

Hallo Silberfisch.

Warum Du am Morgen „eingerostet“ bist, kann ich Dir leider auch nicht sagen. Wenn das nicht mal die Ärzte wissen… Denke da aber doch an Verspannungen durch das viele Sitzen, besonders Schultern- Nacken- Rücken. Gezieltes Training (Ganzkörper, Schwerpunkte auf die gennanten) kann hier bestimmt viel bewirken. Aber mit Rückenübungen ist das so eine Sache. Einfach zu machen, was hier jemand schildert, kann sehr leicht kontraproduktiv sein. Viele Übungen, die gut gemeint sind, schaden eher. Dazu gehört übrigens auch die von Dir beschriebene Dehnübung, die unnötig die Lendenwirbelverschleißt und am Ischiasnerv zerrt, was dem auf Dauer auch nicht gefällt.
Bei was für Ärzten warst Du denn? Frage doch mal einen Orthopäden nach medizinischer Trainingstherapie. Wenn es so etwas bei Euch nicht gibt, schau nach einem gutem Fitneßstudio, wo Du 2x wöchentlich ein auf Deine Bedürfnisse zugeschnittenes Krafttraining absolvieren kannst. Oder frage Deine Krankenkasse, die können da auch viele Empfehlungen für entsprechende Kurse geben.
Rückenübungen allein helfen auch nicht unbedingt weiter. Eine Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied.
Deine Einstellung und Aktivitäten sind super, weiter so!

Bernd

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Hallo,
einfach Rückenübung für den unteren Rückenbereich.

Auf dem Bauch legen.
Füße anziehen.
Kopf gerade halten.
Oberkörper leicht nach oben heben und halten.

Kannst ja mal mit 3 x 15 sek anfangen.

Gefällt mir nicht diese Übung. Damit haben aber alle Trainer in verschiedenen Studios mit mir angefangen bevor es dann mehr wurde.

Was ich noch immer am besten finde für eine komplette Körperfittness ist schwimmen gehen.
Also überleg dir doch mal den Rest zu verschieben und 2 mal die Woche ins Hallenbad zu gehen.

mfg

Bert

Hallo Silberfisch

Ist etwas an deiner Frage vorbei, aber hast du auch schon daran gedacht, deine Sitzgewohnheiten zu ändern? Hat meinem Rücken schon sehr viel geholfen.

Möglichkeiten:

  • Sitzball (ist am Anfang etwas anstrengend, da sich die Muskulatur daran gewöhnen muss. Ev. mit normalem Stuhl abwechseln)
  • es gibt viele verschiedene Spezialstühle, die rückenfreundlicher sind als der gewohnte Bürostuhl.
  • beim grossen blauen Möbelgeschäft aus Schweden hab ich mir einen Hocker gekauft, den man beim Sitzen ankippen kann. Denke ist gut für die Rückenmuskulatur. Er ist auch höhenverstellbar und kostet kein Vermögen.
  • bei einem normalen Stuhl auf die vordere Stuhlkante sitzen und ev. dabei den Stuhl gegen vorne kippen (geht wohl nicht beim Bürostuhl)
  • den Stuhl zwischendurch mal umdrehen, damit du die Lehne vor dir hast und aufstützen kannst.
  • im Laufe des Tages mit diversen verschiedenen Stühlen abwechseln.
  • dir einen Arbeitsplatz einrichten, wo du zeitweise auch stehen kannst. Habe mir ein rollbares Gestell gekauft (wäre ursprünglich für die Unterbringung einer Stereoanlage gedacht), an dem ich stehend arbeiten kann. Ist zwar eine kleine Arbeitsfläche, aber das Notebook oder die (kabellose) Tastatur haben darauf prima Platz.

Gute Besserung
Andrea P.

Ein herzliches Dankeschön an euch drei, Andrea, Bert und Bernd, für eure schnellen Antworten!

Meine Dehnübung schadet mehr als sie nutzt? Oje, und ich mache sie die ganze Zeit so verbissen, weil mir von meiner früheren Callanetics-Lehrerin gesagt wurde, all diese Übungen seien rückenschonend und besonders gut für Schreibtischtäter geeignet.
Dann will ich sie gleich streichen und lieber Andreas Vorschlag ausprobieren.

Es ist wohl wirklich das Sinnvollste, ich tingle auch weiter durch die Arztpraxen, um herauszufinden, was hinter meinem „Rostansatz“ steckt. Bisher war ich beim Allgemeinmediziner, beim Röntgen und zuletzt beim Orthopäden. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass beide Ärzte meine Allerweltsbeschwerde nicht wirklich ernst nahmen. Rückenschmerzen habe heutzutage doch fast jeder, hieß es. „Ist vielleicht psychisch“, bekam ich auch zu hören, da ich mich nach einer gewissen „Einlaufphase“ am Morgen tagsüber ja ganz normal bewegen kann. Ja, klar, natürlich wäre das eine Möglichkeit. Aber auch dagegen könnte man etwas tun. Nur - mir geht’s ansonsten wunderbar, ich bin mit mir im Reinen und sehe weit und breit nichts, was mich zu Boden drückt oder belastet. Der Allgemeinmediziner verschrieb mir was Homöopathisches, es half nichts. Er könne mir auch eine Spritze geben, wenn ich das möchte, meinte er anschließend. Ich kam mir vor wie im Wunschkonzert. Nein, ich wollte keine Spritze oder sonst was, sondern nur wissen, woher die Beschwerden kommen und was ich selbst durch Verhaltensänderung tun kann.
Beim Orthopäden ging’s zu wie im Taubenschlag. Der sah mich kaum an, Krankengymnastik hielt er zunächst für überflüssig. Ich solle erst mal abwarten, ob es nicht von selbst vergeht. Aber er könne mir auch - schon wieder! - „ein Spritzchen“ verpassen. So ein Spritzchen scheint eine beliebte Methode zu sein, um lästige Patienten schnell wieder los zu werden.
Beide Ärzten begriffen nicht, warum ich zu ihnen kam, obwohl ich doch noch gar nicht vor Schmerz schreie oder auf den Knien rutsche. Aber ist denn wirklich so unnormal, dass man seine Körpersignale beachtet und beizeiten etwas gegen unerklärliche Schmerzen unternimmt, noch bevor sie sich verfestigen? Ich brauche keine Pillen oder Spritzen, ich will doch einfach nur erfahren, was los ist, was ich womöglich falsch mache und wie ich mich in Zukunft verhalten muss, um wieder die alte Fitness zu erlangen.

Schwimmen würde ich übrigens sehr, sehr gern, aber leider habe ich mir in meiner Jugend als aktives Mitglied eines Schwimmvereins eine Chlorallergie zugezogen. Seitdem darf ich nur noch ungechlorte Gewässer durchpflügen. Ich schwimme nach wie vor leidenschaftlich gern, aber im See kann man halt leider nicht so regelmäßig trainieren wie im Hallenbad. Trotzdem hoffe ich, dass ich auch mit anderen Bewegungstherapien mein „morsches Gebälk“ bald wieder in Schwung bringe.
Euch noch mals vielen lieben Dank für die nette Unterstützung! Eine gute Zeit wünscht euch

Silberfisch

Schmerzen im LWS-Bereich
Hallo Nina,

wenn du abends fit ins Bett gehst und morgens mit Schmerzen im LWS-Bereich aufstehst, spricht das eigentlich dafür, dass während deiner Nachtruhe „irgendetwas“ passiert, was deine Beschwerden auslöst.
Da du eine falsche Matratze ausschließt, lautet meine absolut unseriöse Ferndiagnose: eingeklemmter Nerv im LWS-Bereich. Dafür spräche auch, dass der Nerv durch die von dir beschriebenen Dehnübungen wieder freigelegt wird.
Wenn du dich also nach dem Dehnen schmerzfrei fühlst, spricht eigentlich alles dafür, dass du das Richtige getan hast. Vielleicht wechselst du mal dein Schlafposition?
Ansonsten würde ich dir Pilates-Übungen empfehlen, bei denen u.a. der „lange“ Rücken eine wesentliche Rolle spielt. Pilates ist mindestens genau so effektiv wie Callanatics – aber nicht so hektisch :wink:
Auch würde ich den Ausdauersport wechseln. Wenn du den ganzen Tag im Büro und abends noch auf deinem Homerad sitzt, bedeutet das auch eine enorme Belastung für den Rücken: Stauchung – speziell im LWS-Bereich. Ein Ellipsen-Trainer oder Joggen, Walken, Nordic-Walken wären in deinem Fall sinnvoller.

Gute Besseung wünscht
Pegasus

Infos zu Pilates:

http://www.glamour.de/glamour/4/4/content/01596/page…

http://www.sportunion.at/start.php?contentID=337&vie…

Hallo,

Du schreibst, dass Du morgens Probleme hast. Denk mal, dass Dein Problem AUCH Dein Bett ist. Ich habe mir vor einigen Jahren eine super teure „Bandscheibenmatratze“ gekauft und konnte nie eine Verbesserung verspüren. Im vergangenen Sommer habe ich mir ein Wasserbett gekauft. Seitdem wache ich morgens entspannt auf und kann meinen Rücken über Nacht regenerieren. Zusätzlich trainiere ich jetzt regelmäßig meine Bauchmuskeln, da Rückentraining allein nicht ausreicht. Genauso wichtig ist das Training der gegenüberliegenden Muskulatur um den gesamten Rumpf zu stabilisieren. Geh doch mal zum Orthopäden und lass Dir Krankengymnastik aufschreiben. Die Krankengymnasten können Dir ganz gezielt auf Deinen Rücken / Deine Muskulatur abgestimmte Übungen zeigen. Ich habe damit nur die besten Erfahrungen gemacht.

Wünsch Dir gute Besserung und viel Erfolg

Gruß
Danny

Hallo Pegasus und Danny!

Werde sofort auf die Pilates-Übungen umsteigen, Pegasus, (die Links sind super, danke!) und meinen Lendenwirbelbereich von einem zweiten Orthopäden checken lassen.

Mit Wasserbetten hab ich’s leider nicht so, Danny, obwohl ich mir auch vorstellen kann, dass viele Rückenschmerzgeplagte sie entspannend finden. Seit ich aber mal im Urlaub ein Hotelzimmer mit Wasserbett buchte (nur so, aus Neugier, damals fehlte mir noch nichts), weiß ich, dass ich mich darin nicht wirklich wohl fühle. Trotzdem vielen Dank für den Tipp.

Wünsche euch auch alles Gute! LG

Nina alias Silberfisch