Hallo erstmal!
Schutzlos ausgeliefert sind die Kinder, die in der Doku-Soap „Super-Nanny“ auf RTL dem Millionen-Publikum vorgeführt werden, war der Tenor einer vor kurzem aufgekommenen Diskussion hier im Forum. Vor kurzem gab es rege Diskussionen darüber, inwieweit das Recht des Kindes eine Rolle spielt. Denn ihnen bleibt nichts anderes übrig, als das Kamerateam, das Tag und Nacht im Haus ist, zu ertragen und sich (wie im Beispiel Max) als Horrorkind darstellen zu lassen. Das hat auch der Kinderschutzbund kritisiert.
Da ich derselben Meinung bin, dass die Rechte der Kinder hier mit Füßen getreten werden, hab ich eine E-Mail an die Freiwillige Selbstkontrolle der Fernsehsender geschrieben. Falsche Adresse, weiß ich jetzt. Denn die sind meiner jetzigen Meinung nach den priv. Sendern unterstellt. Hier die E-Mail, die ich zurück bekam:
"In der Tat ist Ihre Beschwerde nicht die einzige, die zum Format „Super-Nanny“ erreicht hat. Allerdings ist sie die einzige, die fordert, die Sendung sofort abzusetzen.
Aufgrund der Beschwerden haben wir lange Gespräche mit den Verantwortlichen des Senders geführt. Bei RTL ist dadurch ein Problembewusstsein entstanden, das dazu geführt hat, dass der Sender eine website aufbaut, in der zum Thema Erziehung vielseitige Informationen und Hilfestellungen angeboten werden. Es werden verschiedene Erziehungsstile vorgestellt, Beratungsstellen genannt, Literatur angeboten, sowie Links zu entsprechenden websites (vergleichbar der website www.channel4.com zur englischen Vorlage des Formates).
Ferner bemüht man sich derzeit für die weiteren Folgen (insgesamt sechs sind geplant) ein Fachberatungsgremium von erfahrenen Pädagogen und Hochschullehrern zusammenzustellen, die die Redaktion begleiten und beraten.
Die Sendung hatte extrem hohe Einschaltquoten (5 Mio. bei der Erstausstrahlung und weiter 2 Mio. bei den Wiederholungen im Nachtprogramm).
Dies zeigt doch, dass ein sehr großes Interesse an dem Thema in der Bevölkerung besteht. Die positiven Wirkungen des Formates sehe ich darin, dass Diskussionen zum Thema Kindererziehung ausgelöst werden, die Empathie größer wird und betroffene Eltern sehen, dass sie nicht allein sind und es Hilfe geben kann.
Problematisch ist sicherlich, dass in einer Stunde (inklusive Werbung) nicht gezeigt werden kann, wie intensiv die Gespräche und Analysen der Familiensituation vorab waren und auch die Nachbetreuung nicht gezeigt werden kann.
Ich habe mir die Sendung angesehen, da schon nach den Vorschauen und Casting-Aufrufen Proteste kamen. Wirklich wohl war mir, Sozialpädagogin, die Anfang der 80-er studiert hat, dabei auch nicht. Allerdings habe ich keine Kinder und daher sind meine Erziehungskompetenzen eher theoretischer Natur.
Der Sender will sich bemühen, künftig deutlicher zu machen, dass es sich hier nicht um Patentrezepte handelt und es verschiedene Erziehungsstile und Methoden gibt, mit problematischen Kindern umzugehen.
Abschließend denke ich (und ich spreche da für die ganze FSF), dass das Format nicht vom Bildschirm verschwinden soll - was auch keinerlei rechtliche Grundlage hätte. Es ist das Recht des Senders, dieses Format auszustrahlen. Und es ist offensichtlich ein weit verbreitetes Bedürfnis der Menschen, ein solches Programm mit Praxiserfahrungen zu sehen. Ein wissenschaftlicher Vortrag auf 3Sat hätte kaum einen Bruchteil der Zuschauerzahlen erreicht."
WAS SAGT IHR DAZU?
Grüßle Iris


