Hi Datafox (man vergibt sich nix wenn man mit einer Begrüßung beginnt),
ich finde diese reaktion eher ein typischer fall von deutscher
bevormundung. jeder der zahlendes mitglied einer
krankenversicherung ist, hat das recht auch versorgt zu
werden, wenn er verletzt wurde. dafuer zahlt er ja
schliesslich!
Ganz recht. Deswegen verärgert es mich als Bürger und Beitragszahler einer Krankenkasse wenn der Rettungswagen durch „lebensrettende Einsätze“ wie diesen hier blockiert wird während ich, als vielleicht vital bedrohter Notfallpatient, unversorgt bleibe weil der Rettungswagen in einem anderen, mehr oder weniger überflüssigen Einsatz gebunden ist. Derartige Fälle hat es in dem Bereich, den ich überblicken kann, in der Vergangenheit einige Male gegeben, Tendenz steigend.
Ich unterstelle auch einem medizinisch unversierten Mitbürger daß er allein durch Menschenverstand zwischen einem wirklichen Notfall und einer wenn auch schmerzenden, aber ansonsten harmlosen Beule unterscheiden kann. Wenn dann trotzdem der Notruf gewählt wird grenzt das an eine strafbare „böswillige Alarmierung“, mal abgesehen von der moralischen Verantwortung, daß vielleicht anderswo jemand unversorgt bleibt (bzw. sehr viel später behandelt wird) weil keine schnelle Hilfe greifbar ist.
und still halten. DAS finde ich typisch deutsch, sorry. der
supermarkt handelt verantwortungslos, wenn derart defekte
waegen hergegeben werden (gegen kaution wohlgemerkt). es
haette noch schlimmer ausgehen koennen, sturz aelterer
personen, knochenbruch, sachbeschaedigung an autos usw. ich
finde es in ordnung, wenn der supermarkt da eins auf die
finger bekommt. dafuer ist das rechtssystem da, und auch
dafuer zahlt der geschaedigte seine steuern.
Es geht doch hier gar nicht darum daß in Supermärkten „eigentlich nur defekte Einkaufswagen“ im Verkehr sind. Ich habe noch nie gehört daß dieses ein ernsthaftes Problem in D wäre… Hier reißt jemand mit zu viel Schwung einen Einkaufswagen herum, stolpert darüber und schlägt sich dabei einen blauen Fleck am Knie an - was kann der Supermarkt dafür?
Ist das wirklich ein Problem für das Mediziner und Rechtsgelehrte bemüht werden müssen, für das man Unfallberichte schreibt und für das diverse Menschen (unter anderem wir hier) Zeit aufwenden?
Ich schreibe es mal provokativ: wer mit Einkaufswagen nicht umgehen kann, diese umwirft und beschädigt, dabei riskiert andere Autos zu beschädigen und sich auch noch selber verletzt sollte vielleicht Hausverbot bekommen weil er ein untragbares Risiko für andere Kunden des Supermarktes bedeutet… 
Aber mal im Ernst: man flucht über das Mißgeschick und den blauen Fleck, stellt den Wagen wieder auf - und fertig. Alles andere überbewertet den Vorfall.
neben den berechneten Kosten des
Rettungsdienstes wird ein Fahrzeug mit 2 Rettungsassistenten
(Berufsausbildung, also Fachkräfte!) beansprucht,
na und dafuer werden sie auch VOM GESCHAEDIGTEN bezahlt. er
bezahlt die versicherung, die versicherung zahlt den
rettungswagen. ich habe da keine skrupel die rettung zu holen
wenn ich nicht laufen kann. dafuer sind sie schliesslich da.
Ja, wenn Du dich ernsthaft verletzt hast und nicht laufen kannst. Aber nicht wegen einer Beule!
Ich habe ja schon weiter oben die Frage aufgeworfen was ein vielleicht wirklich ernsthaft erkrankter oder verletzter Mitmensch wohl denkt wenn er wegen so einer Sache nicht schnell adäquat versorgt wird… und diese Fälle kommen leider mit zunehmender Tendenz vor.
Nebenbei: als Rettungsassistent habe ich eine 3jährige Ausbildung durchlaufen, wie andere wenn sie Schreiner, Schlosser oder Bürokaufmann werden. Ich habe in dieser Zeit ein wenig mehr gelernt als Beulen zu kühlen. Schreiner machen ja auch mehr als Holz zersägen und Bürokaufleute sind nicht nur da um Blätter zu lochen und abzuheften…
Unser Rettungswagen ist Equipment für locker 100000 EUR. Seine Ausrüstung und seine Bestimmung sind nicht blaue Flecken und Hämatome zu versorgen, sondern lebensbedrohlich Erkrankte und Verletzte effektiv zu behandeln.
Neben dem moralischen Aspekt hat das Ganze auch eine finanzielle Seite: in Zeiten knapper Kassen, in Zeiten, in denen in D das Gesundheitssystem auf den Kollaps zusteuert, kann ich nicht nachvollziehen wenn die Versicherungen und damit die Allgemeinheit unnötigerweise teuer für derartige Bagatellen zahlen sollen. Außerdem: welcher Schaden entsteht der Allgemeinheit wenn durch solche Vorkommnisse andere Patienten unversorgt bleiben und nachher für massiv höhere Kosten gesund gepflegt werden müssen? DAS sind nämlich auch Folgekosten, und die zahlt mitnichten der am Knie angeschlagene Einkaufswagen-Fahrer.
hier lesen Leute mit, die sich gerade im
Büro, während der Arbeitszeit vor dem Firmen-PC befinden…
ich hab wochenende 
Du vielleicht, andere nicht. Ich würde Dir übrigens raten nicht in Supermärkte zu gehen. Die Einkaufswagen dort sind gemeingefährlich… sie können umkippen, man kann darüber stolpern, am Ende muß die Rettung kommen und Dich auf eine Intensivstation fahren. Wenn Du überlebst bleiben Narben am Bein und auf der Seele zurück. Du mußt Prozesse führen um die Behandlungskosten zurückzubekommen und Dein Recht durchzusetzen, und triffst vielleicht noch auf Unverständnis im Internet… nein, das ist die Sache nicht wert. 
Schönen Gruß,
MecFleih