Symptom: Geltungsdrang u.a. - Ursache?

Hallo zusammen!

Meine Anfrage erfolgt nur rein interessehalber, ich will nicht versuchen, jemanden zu therapieren, falls es im Folgenden den Eindruck machen sollte.

Folgende Situation: Mensch, weiblich, 17 Jahre alt, Eltern geschieden, lebt bei Mutter, die neuen Lebenspartner hat.
Nun ist es so, dass betreffendes Mädchen anscheinend viel Aufmerksamkeit braucht. Folgende kurze Anekdoten möchte ich zum Besten geben:

  1. Brüstet sich damit, die dunkelsten Seiten des Lebens kennengelernt zu haben - 3 Freunde sind gestorben, Vater hat sie mal krankenhausreif geprügelt etc. Ich gehe davon aus, dass es wahr ist. Mein Gefühl ist allerdings (ich bezeichne mich mal als relativ empathisch, von daher gehe ich davon aus, dass ich nicht allzu falsch liege), dass ihr weniger die Ereignisse ansich nahegehen, als dass sie sie benutzen kann, um Mitleid zu erhaschen.
  2. Sagt von sich selbst andauernd „Ich weiß nichtmal selber, wer ich bin“, und das zu jeder sich bietenden Gelegenheit.
  3. Etwa im Drei-Wochen-Takt wechseln sich About-Me’s in diversen Chatrooms und auf ihrem Weblog zwischen „Ich bin wieder glücklich, ich kann wieder lachen“ und „Mein Lachen ist nur Fassade, ich bin zerstört“ ab. Erlebt man sie „live“, merkt man zumindest letzteres definitiv nicht.
  4. Blockt Versuche, ihr zu zeigen „Ich bin für dich da“ vehement ab. Bei E-Mails liest sie sich selektiv das heraus, worauf sie gerade eine halbwegs passende Antwort hat, ohne auf Argumente einzugehen, geschweige denn, selbst welche zu bringen. Steht fest auf dem Standpunkt, alleinig selbst Recht zu haben. Erwidert auf begründete Argumente aber keine Gegenargumente, spricht also nicht sonderlich für die Standhaftigkeit ihres Egos. Weicht oft aus.
  5. Ist nicht in der Lage, Verantwortung zu übernehmen. Um das mal so weit zu klären, es handelt sich um meine Ex-Freundin. Die Beziehung lief in Ordnung, allerdings kamen gewisse widrige Umstände dazu, die sie ‚zwangen‘, eine Entscheidung zwischen mir und ihrem vormaligen Freund zu treffen. Mir hat sie drei Wochen lang erzählt, sie habe keinen Kopf für eine Beziehung, ist allerdings 2 Tage, nachdem es zur Notwendigkeit dieser Entscheidung gekommen ist, geheimerweise wieder mit ihm zusammengewesen. Aufgeklärt hat sich das ganze durch eines der vielen Streitgespräche. Hat ca. 5mal gesagt ‚Mir liegt was an Freundschaft, ich will was dafür tun‘, sobald aber die Fragen zu unangenehm wurden, hieß es ‚Du hörst nie wieder von mir‘. Die Ewigkeit kann so kurz sein - drei Tage im Durchschnitt.
    Sagt mir am Ende, es hätte mit der Freundschaft sicher wunderbar geklappt, wenn ich nicht so wäre, wie ich bin.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Stimmungsschwankungen echt oder vorgetäuscht sind.
Weiterhin bin ich mir ziemlich sicher, dass sie auch selbst glaubt, was sie sagt und tut.
Hinzuzufügen sei nur noch, dass sie sich bisher aller ‚Freunde‘ entledigt hat, die irgendwie auch nur ansatzweise wagten, sie zu kritisieren - konstruktiv! - obwohl sie von sich selbst sagt, konstruktive Kritik akzeptieren zu können. Äußert man sie dann jedoch, wird einem an den Kopf geworfen ‚Du kennst mich sowieso nicht‘. Die Schuld lag natürlich immer bei den Freunden. Kommentar dazu: ‚So merkt man, wer wahre Freunde sind, und wer nicht.‘ Ich denke, die wahren Freunde sind bei ihr die, die sie nicht hinterfragen.
Sowieso ist eine allgemeine Inkonsequenz und Impulsivität, beides sehr ausgeprägt, festzustellen. Im Monatsrhythmus entschließt sie sich, nach der Schule in eine andere Stadt zu ziehen - jeweils immer eine andere, den momentanen Umständen entsprechend, was z.B. Verteilung des Freundeskreises angeht. Dieser ändert sich etwa einmal in zwei Monaten vollständig.
Als letztes möchte ich noch den Musikgeschmack erwähnen, der sich bei ihr immer mit dem momentanen festen Freund ändert. So diffamierte sie vor ca. 2 Monaten Raver noch als „Schwuchteln mit Schlaghosen und Neoprenhemden“ und konnte die Musik auf den Tod nicht leiden - nun hört sie Bass- und Speedcore. Eine Zeitlang war sie eher auf dem Gothic-Trip und fand Black Music scheiße - dann war es eine zeitlang R’n’B. Nun gut, das ist vielleicht nicht so ausschlaggebend, und ich möchte beileibe keine Diskussion über Musikgeschmäcker anregen, aber, ohne Schubladendenken zu propagieren, man kann jeder mit Musik zusammenhängenden Jugendsubkultur doch gewisse Verhaltensweisen und Ansichten anschreiben. Diese jedoch werden bei ihr wieder mit totaler Inkonsequenz behandelt, jeder Außenstehende dürfte sie wohl als „Poserin“ abstempeln. Ich bezeichne das mal als Halbwissen, was weiterhin so ziemlich jeden Themenzweig angeht, den man ihr gegenüber ansprechen kann. Überall findet sich nur Halbwissen, handfesten Dingen entzieht sie sich, ob nun bewusst oder unbewusst.

Das ist längst nicht alles, was es dazu zu sagen gibt, aber ich hoffe, es reicht für den Anfang. Wenn Fragen sind, einfach an mich stellen, ich denke, ich dürfte so ziemlich jede reinen Gewissens beantworten können.

Ich würde ins Blaue hinein mal auf ADS ohne Hyperaktivität tippen, sofern es so etwas gibt. Eine gewisse autoritäre Vernachlässigung liegt vor, Profilierungsdrang, Anpassung, ‚Ich mag nur Leute, die zu allem Ja und Amen sagen‘, erwähntes Halbwissen („Ich stimme bloß jedem zu, der mit mir über gewisse Themen redet, um ihn mir freundlich zu gesinnen und werfe mit ein paar Begriffen durch den Raum, die ich mal aus dieser Sparte gehört habe“) etc.

Möge die Diskussion beginnen. Für jeden Hinweis schonmal vielen Dank im Voraus!

Ergänzung
Was ich vergessen habe: Ursprünglich hat sie mal erzählt, SVV zu haben, hat sich wohl auch recht regelmäßig die Unterarme aufgeschlitzt, aber beileibe nicht so weit, dass es sie wirklich verletzt hätte, es sind in 90% der Fälle nicht einmal Narben geblieben. Stellt selbstverständlich Fotos davon ins Netz. Schwankt zwischen gespielten Selbstmordversuchen und Lebensfreude.
Hat dann eine zeitlang erzählt, sie sei beim Psychiater gewesen, der hätte ihr Borderliner diagnostiziert. Zwei Monate davor war ich ein ‚Arschloch‘, als ich ihr diesen Vorschlag unterbreitet habe bezüglich ihrer angeblichen Kindheitstraumata und ihrer verstorbenen Freunde. Zwei Monate danach sagt sie ‚Ich weiß, dass ich weder SVV noch Borderliner hatte.‘ Gestern in ihrem Weblog wieder ein Eintrag mit SVV, dazu ein Bild von ihrem Arm, frisch blutend, aber ohne tiefe Schnitte. Alter des Bildes: 3 Monate.
Echte Suizidgefahr besteht bei ihr auch nicht, dazu suhlt sie sich viel zu sehr im Mitleid, das sie bekommt, wenn sie sagt, sie wolle sich umbringen.
Sie würde es wohl allenfalls tun, wenn man ihr sagte ‚Du bist nie im Leben suizidgefährdet‘, um ihr Gesicht zu wahren und dem anderen bloß nicht zugestehen zu müssen, dass er Recht hat.

Man merkt, ich weiche leicht ins Polemisch-Sarkastische ab, aber anders kann ich es momentan nicht ausdrücken, da nun doch eine gewisse Verachtung hinter meiner Meinung steht, die aber eigentlich weniger in diesen Post einfließen sollte. Ich bemühe mich, so sachlich wie möglich zu bleiben.

Diskussion??

Meine Anfrage erfolgt nur rein interessehalber

Folgende kurze Anekdoten möchte ich zum Besten geben

Möge die Diskussion beginnen

Was gibt es denn da zu „diskutieren“???

Du beschreibst mit reichlich Sarkasmus, Aggressivität, Verachtung und Frust eine junge Frau mit von dir bereits vorurteilsbeladen vorinterpretierten Eigenschaften und Verhaltensweisen - ok.

Ja, es schillert in deiner Erzählung schwach ein in der Psychologie nicht unbekannter Persönlichkeitstypus durch, dessen Eigenschaften bestimmte Probleme machen, wenn man mit ihm eine Beziehung eingehen will.

Da du ja nur „interessenshalber“ fragst und ein paar Anekdoten nur „zum Besten“ gibst, ist anzunehmen, daß du dir nicht gerade Sorgen um sie machst. Auch scheinst du nicht fragen zu wollen, wie du damit umgehen könntest, um damit klarzukommen und es auszuhalten, falls du mit der Lady eine Beziehung weiterhin haben wollen würdest.

Was willst du also wissen? Einen psychologischen Fachausdruck für diesen vermutbaren Persönlichlichkeitstypus? Warum? Um dann, da du sie ja offenbar weiter im Auge hast, gegen sie damit polemisch re-agieren zu können? So sensibel und liebevoll, wie es deine Art des Beschreibens vermuten läßt?

Und da du sie ja „nicht therapieren“ willst - was also fragst du nach den „Ursachen“?

bedenkliche Grüße

Metapher

Du beschreibst mit reichlich Sarkasmus, Aggressivität,
Verachtung und Frust eine junge Frau mit von dir bereits
vorurteilsbeladen vorinterpretierten Eigenschaften und
Verhaltensweisen - ok.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier gleich selber so psychisch auseinandergenommen werde. :wink: Zerreiß mich halt nicht gleich in der Luft, weil ich, wie du schon sagst, voreingenommen bin. Ich habe versucht, die Ereignisse so objektiv wie möglich darzustellen, also was sie sagt und tut, das kannst du als Fakt nehmen.
Außerdem - reichlich?
Ich stimme dir ja zu, dass es mich persönlich insofern mitreißt, als dass ich unter anderem auch von den „Kahlschlägen“ betreffenden Mädchens betroffen war. Aber mir geht es wirklich rein um eine analytische Aussage.

Ja, es schillert in deiner Erzählung schwach ein in der
Psychologie nicht unbekannter Persönlichkeitstypus durch,
dessen Eigenschaften bestimmte Probleme machen, wenn man mit
ihm eine Beziehung eingehen will.

Frag nicht nach Sonnenschein.

Da du ja nur „interessenshalber“ fragst und ein paar Anekdoten
nur „zum Besten“ gibst, ist anzunehmen, daß du dir nicht
gerade Sorgen um sie machst. Auch scheinst du nicht fragen zu
wollen, wie du damit umgehen könntest, um damit klarzukommen
und es auszuhalten, falls du mit der Lady eine Beziehung
weiterhin haben wollen würdest.

Ich mache mir insofern keine Sorgen um sie, als dass ich keinen Kontakt mehr zu ihr habe(n will), da für mich schon seit längerem der Punkt gekommen ist, wo ich meine durchaus einmal vorhanden gewesene Hilfsbereitschaft absolut zurückstellte, da sie nur ausgenutzt wurde und ich, wie du schon treffend bemerkt hast, da einige Agressionen und etwas Frust mit herausgetragen habe. (Ich glaube kaum, dass jemand sich nicht angegriffen fühlen würde, wenn er auf einmal mitbekommt, dass ein Mensch, für den man durchaus noch persönliches Interesse zeigt, sich das Leben genommen hat und er einem zwei Tage später eine Mail schreibt, dass er das nur vorgespielt hat.) Rein persönlich ist sie für mich passé. Und aus dem (hoffentlich) gewonnenen Abstand will ich mir die Sache einfach nur ein wenig differenzierter ansehen. Wie du siehst, ist mir das selbst gar nicht so möglich, ich bin da emotional anscheinend noch etwas zu sehr involviert. Deshalb frage ich ja gerade andere, wie es mit ihr aussieht - eine reine Laien"diagnose". Warum ich ihr nicht helfen will - sagte ich bereits. Da ich nunmal kein Psychologe bin, müsste ich das ganze auf Vertrauensbasis laufen lassen. Und betreffende Person ist nunmal nur sehr eingeschränkt imstande, mit Vertrauen umzugehen.

Was willst du also wissen? Einen psychologischen Fachausdruck
für diesen vermutbaren Persönlichlichkeitstypus? Warum? Um
dann, da du sie ja offenbar weiter im Auge hast, gegen sie
damit polemisch re-agieren zu können? So sensibel und
liebevoll, wie es deine Art des Beschreibens vermuten läßt?

Nein, ich habe nicht vor, bei jemandem „Psychoterror“ zu machen, das läge mir fern. Ich will mich bei niemandem „rächen“, ich ignoriere sie, sie ignoriert mich, folglich käme so etwas nicht infrage. Deine Vermutung ist berechtigt, ich würde das sicherlich auch von mir denken, wenn ich nur diesen einen Post von mir kennen würde - aber so gut, denke ich, kann ich mich dann doch einschätzen, um zu sagen, dass ich das keinesfalls gegen jemanden verwenden würde. Das verbietet mir außerdem mein Moralgefühl. Um es mal auf einen Punkt zu bringen - ich bemühe mich, niemanden zu verletzen, weil ich selbst weiß, wie es ist, verletzt zu werden. Egal, ob ich nun eine Aversie gegen die Person habe oder nicht. Egal, ob sie sich scheinbar darüber stellt oder nicht. Hätte ich diesen Post vor ca. einem Monat geschrieben, hätte er wohl komplett anders geklungen. Am Wahrscheinlichsten ist es wohl, dass ich durch etwas übersteigerte Antipathie versuche, die vormalige Sympathie zu verdrängen, bis es sich in eine gewisse Neutralität eingependelt hat. Aber, so nebenbei - um mich sollte es hier eigentlich nicht gehen. Meine Probleme kenne ich weitestgehend, eins davon mag durchaus die von dir erkannte Schwierigkeit mit Rationalität sein, aber das steht hier eigentlich weniger zur Debatte.

Und da du sie ja „nicht therapieren“ willst - was also fragst
du nach den „Ursachen“?

Wie gesagt - reines Interesse. Ich denke zwar kaum, dass ich einen guten Psychologen abgeben würde, dazu bin ich viel zu undifferenziert, aber das mindert mein Interesse an Psychologie nicht.

Hoffe, dir deine Illusion vom rachsüchtigen Ex-Freund genommen zu haben :wink:

3 „Gefällt mir“

Hoffe, dir deine Illusion vom rachsüchtigen Ex-Freund genommen zu haben :wink:

*lach* naja, so schlimm wars nu auch wieder nicht gemeint. Vielleicht warst du ja auch nur etwas unvorsichtig mit deinem „zum Besten geben“. Das kommt halt nicht so gut, wenn man weiß, welche inneren Dramen sich bei diesen Persönlichkeiten abspielen - Dramen, die um ein Vielfaches höllenmäßiger sind, als die der Personen, die mit ihnen Beziehungen eingehen wollen.

Und incl. der Anekdoten deiner Zusätze kann man schon vermuten, daß du hier ein junges Exemplar einer schon ziemlich ausgeprägten Borderlinerin erlebt hast. Um da Partnerschaft zu pflegen braucht man ein enorm starkes Nervenkostüm und Durchhaltevermögen, selten sind solche Beziehungen sehr langfristig. Daß das auch nach einer Distanzierung nicht ohne Frustration und Aggression, nicht ohne Trauer und Zorn abgeht, das ist schon klar und verständlich. Und das kommt auch durchaus rüber in deinem Posting, keine Sorge.

Das ist unvermeidlich, da mußt du durch. Aber ändern kannst dus nicht.

Nur dies sei zu deinem Posting noch gesagt: Interpretationen wie:
„Brüstet sich damit“
„spricht also nicht sonderlich für die Standhaftigkeit ihres Egos“
„Ist nicht in der Lage, Verantwortung zu übernehmen“
sind dabei ganz und gar unzutreffend, auch wenn der Zorn sie einem nahelegt.

Wogegen
„Die Ewigkeit kann so kurz sein - drei Tage im Durchschnitt“
beinahe ein Charakteristikum ist, woran man diese Persönlichkeit erkennt.

Grüße

Metapher

Hallo Nico,

Aber, so nebenbei - um mich
sollte es hier eigentlich nicht gehen.

um Dich geht´s gerade. Wenn Du Deine Ex ignorierst, sie Dich ignoriert und Du mit allem abgeschlossen hättest, dann wäre der Thread hier überflüssig und Du hättest ihn nicht geschrieben. Du hast aber nicht abgeschlossen, sondern steckst noch im Verarbeitungsprozeß. Dabei sollen wir Dir helfen, indem wir - möglichst Deine Abneigung stützende - Kommentare zu Deiner „Beschreibung“ Deiner Ex liefern. Das ist verständlich, aber dafür sind Deine Freunde da.

Mein Tipp: Vergiß die Frau, so schnell Du kannst.

BTW:

Da ich nunmal kein Psychologe bin, müsste ich das
ganze auf Vertrauensbasis laufen lassen.

In Deinem Satz schwingt die Meinung mit, daß ein Psychologe nicht auf Vertrauensbasis arbeiten müßte. Irrtum! Ohne Vertrauen läuft so gut wie nichts.

Gruß,

Oliver Walter

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Hallo Nico,

ich weiß nicht was Du hast…wenn ich mal die subjektive Brille beiseite schiebe mit der Du Deine Ex unweigerlich betrachtest, dann ließen sich allerlei junge Mädchen in dem Alter charakterisieren.

Dat Mädel ist vielleicht ein wenig unreif und eben noch auf der Suche.

Alles andere scheint lediglich Deine Hoffnung die Schuld am scheitern Eurer Beziehung in irgendeiner Psychose oder was weiß ich zu finden…und bedenke, je vehementer Du das hier abstreitest, um so unglaubwürdiger wirst Du. :wink:

Aber im Ernst, streich sie aus Deinem Leben und such Dir eine ausgeglichene junge Dame.

Viel Glück
Maid

Ich habe mit keinem Wort behauptet, nicht selbst ein wenig… nenn wir es ‚durch den Wind‘ zu sein. :stuck_out_tongue:

*lach* naja, so schlimm wars nu auch wieder nicht gemeint.
Vielleicht warst du ja auch nur etwas unvorsichtig mit deinem
„zum Besten geben“. Das kommt halt nicht so gut, wenn man
weiß, welche inneren Dramen sich bei diesen
Persönlichkeiten abspielen - Dramen, die um ein Vielfaches
höllenmäßiger sind, als die der Personen, die mit ihnen
Beziehungen eingehen wollen.

Mag durchaus sein, aber der Teufelskreis fängt da an, dass betroffene Personen sich selbst gar nicht im klaren sind, was mit ihnen los ist, was ja sowohl Ursache als auch Wirkung dieser Probleme ist.
Es ist auch beileibe nicht so, dass ich sie nicht nachvollziehen könnte. Ich hab ja bereits meine gewisse empathische Begabung erwähnt, und… Auch wenn es in meinen Augen nicht unbedingt logisch erscheint, was sie tut, so kann ich es aus ihrer Sicht doch nachvollziehen. Wie aber alle anderen hier schon richtig erkannt haben - mein Zynismus entspringt eher aus der Tatsache, dass ich sie auch innerlich in den Wind schießen will.

Und incl. der Anekdoten deiner Zusätze kann man schon
vermuten, daß du hier ein junges Exemplar einer schon ziemlich
ausgeprägten Borderlinerin erlebt hast. Um da Partnerschaft zu
pflegen braucht man ein enorm starkes Nervenkostüm und
Durchhaltevermögen, selten sind solche Beziehungen sehr
langfristig. Daß das auch nach einer Distanzierung nicht ohne
Frustration und Aggression, nicht ohne Trauer und Zorn abgeht,
das ist schon klar und verständlich. Und das kommt auch
durchaus rüber in deinem Posting, keine Sorge.

Mh. Ich hab nur mal gehört, dass Borderliner oft mit ernsthaftem SVV und/oder Suizidgefährdung einhergeht - beides ist jedoch alles andere als gegeben, beides wird nur benutzt, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Dadurch werden Leute auf die aufmerksam, die denken, an einem schweren Schicksal teilzuhaben - eben so wie ich am Anfang - und sich um sie kümmern. Und die Geschichten, die sie dann teilweise dazu erfindet, sind wirklich abenteuerlich. Sobald man dann dahinterkommt, dass man größtenteils wirklich nach Strich und Faden… Ja… verarscht wird, ‚entledigt‘ sie sich einem ganz schnell. Das sind nur die ‚Symptome‘, aus ihrer Sicht würde ich, wie gesagt, sogar ein gewisses Verständnis dafür aufbringen können und ich war lange Zeit sehr geduldig mit ihr.
Was mich interessieren würde - ist sie sich bewusst, was sie anrichtet? Ich habe immer das Gefühl, sie verschließt die Augen vor dem, was man ihr als Schuld ankreiden könnte, selbst wenn sie eigentlich selbst genau weiß/wissen müsste, dass sie selbst Scheiße gebaut hat und nicht jemand anderes.

Nur dies sei zu deinem Posting noch gesagt: Interpretationen
wie:
„Ist nicht in der Lage, Verantwortung zu übernehmen“
sind dabei ganz und gar unzutreffend, auch wenn der Zorn sie
einem nahelegt.

Das ist das, was ich an ihr sehe - sie weist alles, was sie gesagt hat, von sich oder weicht aus, sobald man es irgendwie als einen Kritikpunkt an ihr verwendet, egal wie konstruktiv oder behutsam man kritisiert. Ich habe ja nicht gesagt, dass sie die Verantwortung vorsätzlich von sich weist, nur dass sie nicht fähig ist, sich eine Art von „Schuld“ einzugestehen.

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um Dich geht´s gerade. Wenn Du Deine Ex ignorierst, sie Dich
ignoriert und Du mit allem abgeschlossen hättest, dann wäre
der Thread hier überflüssig und Du hättest ihn nicht
geschrieben. Du hast aber nicht abgeschlossen, sondern steckst
noch im Verarbeitungsprozeß. Dabei sollen wir Dir helfen,
indem wir - möglichst Deine Abneigung stützende - Kommentare
zu Deiner „Beschreibung“ Deiner Ex liefern. Das ist
verständlich, aber dafür sind Deine Freunde da.

Nein, es geht mir eher darum, zu erfahren, wem oder was ich es zu verdanken habe, so dermaßen, salopp gesagt, in den Arsch getreten worden zu sein. Ich sträube mich ein wenig dagegen, zu sagen „Sie war’s“ und damit Ende. Sogesehen eigentlich sogar das Gegenteil von dem, was du sagst - ich versuche, die Schuld von ihr zu weisen. Ich bekomme nämlich immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich allzu sehr polarisiere bzw. jemanden abstempele.
Allerdings hast du schon Recht, dass ich ein gewisses Problem damit habe, sie einfach über den Haufen zu werfen. Mich binden einfach zu viele positive Erinnerungen an sie, die durchaus auch existieren. In der Zeit bin ich dann, wie auch sonst, mit rosaroter Brille durch die Gegend gelaufen. Sagen wir so: Ich versuche, mein unangenehmes „Erwachen“ zu verarbeiten. Ansonsten, siehe Post an Metapher.

Mein Tipp: Vergiß die Frau, so schnell Du kannst.

Bin dabei.

In Deinem Satz schwingt die Meinung mit, daß ein Psychologe
nicht auf Vertrauensbasis arbeiten müßte. Irrtum! Ohne
Vertrauen läuft so gut wie nichts.

Da hab ich mich missverständlich artikuliert: Ich rede von freundschaftlichem, kompromisslosen Vertrauen ohne die gewisse professionelle Distanz, die ein Psychologe halten muss. Ich rede mehr von der emotionalen Ebene, also Einfühlsamkeit, Mitgefühl etc.

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schwierig

Mag durchaus sein, aber der Teufelskreis fängt da an, dass betroffene :stuck_out_tongue:ersonen sich selbst gar nicht im klaren sind, was mit ihnen los ist

Oh, das wissen Borderliner sehr oft sehr sehr gut. Was ihnen selbst jedoch nicht erklärlich ist, sind die extremen und plötzlichen Wechsel der Stimmungslagen.

… was ja sowohl Ursache als auch Wirkung dieser Probleme ist.

Nein, DAS ist weder Ursache noch Wirkung.

Auch wenn es in meinen Augen nicht unbedingt logisch erscheint, was :sie tut, so kann ich es aus ihrer Sicht doch nachvollziehen.

Das bezweifle ich nicht, aber genau das, die fast permanente Notwendigkeit, ein meist unlogisches Verhalten nachvollziehen zu wollen, ist ja das Nervenaufreibende und Anstrengende in solchen Beziehungen.

mein Zynismus entspringt eher aus der Tatsache, dass ich sie auch :innerlich in den Wind schießen will.

… was dir aber nicht gelingt, stimmts?

Mh. Ich hab nur mal gehört, dass Borderliner oft mit
ernsthaftem SVV und/oder Suizidgefährdung einhergeht

oft, ja, aber keineswegs notwendig.

  • beides ist jedoch alles andere als gegeben, beides wird nur :benutzt, um Aufmerksamkeit zu erhaschen.

Es mag sein, daß sie manches erzählt, aber nicht wirklich tut. Aber „wird nur benutzt, um Aufmerksamkeit …“ ist eine Interpretation, die am wirklichen Geschehen vorbeigeht. Sie entspringt verständlicherweise aus Enttäuschung und Zynismus. Sehr wohl haben solche Vortäuschungen (falls es wirklich solche sind) aber eine wichige Rolle für Bewältigung der inneren Dramen, für ihr Selbstmanagment also.

Was mich interessieren würde - ist sie sich bewusst, was sie anrichtet?

Ich kenne „sie“ nicht. In der Regel ist aber ein solches Bewußtsein vorhanden, ja.

Ich habe immer das Gefühl, sie verschließt die
Augen vor dem, was man ihr als Schuld ankreiden könnte,

Das ist auch nicht sinnvoll, das zu tun. Das wird sie dazu bewegen, von sich aus die Beziehung aufzulösen. Besser ist es, ihr die Zusammenhänge zwischen ihrer Verhaltensweise und der Reaktion der anderen deutlich zu machen - aber ohne moralische Zurechtweisung.
Aber das ist innerhalb einer Beziehung natürlich eine Überforderung.

Das ist das, was ich an ihr sehe - sie weist alles, was sie
gesagt hat, von sich oder weicht aus, sobald man es irgendwie
als einen Kritikpunkt an ihr verwendet, egal wie konstruktiv
oder behutsam man kritisiert.

Ja, das ist bekannt. Sie sind enorm geschickt darin, Vorhaltung abzuwehren und ihr Verhalten notfalls als begründet zu erklären.

nur dass sie nicht fähig ist, sich eine Art von „Schuld“ einzugestehen.

Siehe oben. Warum will man das denn auch erreichen? Soll sie mit jemandem eine Freundschafts-Beziehung haben, die ihr nichts als Schuldbewußtsein bringt? Wird eine tief zerüttete Seele durch Schuldbewußtsein gesund?

Gruß

Metapher

Hallo Maid,

Alles andere scheint lediglich Deine Hoffnung die Schuld am
scheitern Eurer Beziehung in irgendeiner Psychose oder was
weiß ich zu finden…

genau, und mancher wirft auch noch Mammutbäume ins Feuer. Ferndiagnostisches über die Ex-Freundin aufgrund der Berichte ihres Ex-Liebhabers abzugeben - na ja.

Gruß,

Oliver Walter

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Hallo Nico,

Nein, es geht mir eher darum, zu erfahren, wem oder was ich es
zu verdanken habe, so dermaßen, salopp gesagt, in den Arsch
getreten worden zu sein.

wäre das auch passiert, wenn Du früher ein Ende gemacht hättest? Gab es keine Anzeichen dafür, was jetzt geschehen ist?

Ich sträube mich ein wenig dagegen, zu sagen „Sie war’s“ und damit
Ende.Sogesehen eigentlich
sogar das Gegenteil von dem, was du sagst - ich versuche, die
Schuld von ihr zu weisen. Ich bekomme nämlich immer ein
schlechtes Gewissen, wenn ich allzu sehr polarisiere bzw.
jemanden abstempele.

Ist das denn die einzige Möglichkeit, ein Ende zu machen?

Allerdings hast du schon Recht, dass ich ein gewisses Problem
damit habe, sie einfach über den Haufen zu werfen. Mich binden
einfach zu viele positive Erinnerungen an sie, die durchaus
auch existieren.

Ja, ich kenne das. :smile:

Da hab ich mich missverständlich artikuliert: Ich rede von
freundschaftlichem, kompromisslosen Vertrauen ohne die gewisse
professionelle Distanz, die ein Psychologe halten muss. Ich
rede mehr von der emotionalen Ebene, also Einfühlsamkeit,
Mitgefühl etc.

Auch diese Dinge sollte ein Psychologe mitbringen. Es ist Grundvoraussetzung für die therapeutische Beziehung. Aber Du hast recht, wenn Du von professioneller Distanz sprichst, denn Empathie umfaßt auch die Fähigkeit, sich von den Gefühlen des Gegenübers distanzieren zu können und sie nicht zu übernehmen. Dies ist jedoch nicht nur eine für Psychologen wünschenswerte Eigenschaft, sondern auch eine für jedermann.

Gruß,

Oliver Walter

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Oh, das wissen Borderliner sehr oft sehr sehr gut. Was ihnen
selbst jedoch nicht erklärlich ist, sind die extremen und
plötzlichen Wechsel der Stimmungslagen.

Hinzuzufügen ist, dass du ja erwähntest, dass es für betroffene Personen oft noch eine viel größere Hölle ist als für die, die da mit „reingezogen“ werden. Nur macht es auf mich den Eindruck, als sei sie sehr gut darin, sowas zu verdrängen, indem sie sich (wahrscheinlich unbewusst) einredet, dass sie nunmal genau DIESES Problem nicht hat, steigert sich dann ebenso unbewusst auf der Grundlage, dass sie selbst glaubt, kein Problem mit sich selbst zu haben, so in die teils erfundenen Probleme hinein, dass diese zu ihren augenscheinlich „echten“ Problemen werden, womit sich mein Gehirn nun auch vollends verknotet. :wink:
Wenn ich mal rein von der objektiven Ebene absehe, würde ich wohl sagen, dass sie mit ihrer „Tour“ einfach mal vollkommen auf die Schnauze fliegen müsste, um mal ihre Augen zu öffnen. Denk dir das ganze in eine wertungsneutrale Ausdrucksweise und du weißt, was ich meine. Hatte jetzt nicht unbedingt Lust, das ganze neutral zu formulieren, da es so wesentlich einfacher geht. :wink:

Das bezweifle ich nicht, aber genau das, die fast permanente
Notwendigkeit, ein meist unlogisches Verhalten nachvollziehen
zu wollen, ist ja das Nervenaufreibende und Anstrengende in
solchen Beziehungen.

Den Fall gesetzt, ich würde nochmal an so jemanden geraten - ist beleibe nicht das erste Mal, ich ziehe solche „Problemkinder“ irgendwie an (meine erste Begegnung dieser Art war allerdings reflektionsfähig genug, selbst zum Psychiater zu gehen) - was würdest du mir dann raten?
Ich meine, zugegeben, ich hab so eine Art Helferkomplex. Bei mir läuft Einfühlsamkeit respektive Empathie immer recht kompromisslos ab, mir fällt es schwer, das abzuschalten. Das rührt daher, dass ich halt denke, dass gerade Personen mit solchen Verhaltensmustern sich in einer gewissen Weise vernachlässigt fühlen (müssen?), wenn man sich nicht voll und ganz ihnen widmet, was dann zu einer Abkapselung ihrerseits führt - schießt auch ein wenig am „Ziel“ vorbei. Ich habe beileibe nicht vor, jemanden zu therapieren, aber mir fällt doch immer auf, dass es solche Personen ein wenig ins (positive) Schwanken bringt, wenn man ihnen diese Kompromisslosigkeit zeigt. Wo sie sich (eingebildet oder nicht) von allen vernachlässigt fühlen, ist dann so eine Bedinungslosigkeit immer eine gewisse aufrüttelnde Erfahrung - genau an dem Punkt hoffe ich halt, Fuß fassen zu können.
Ich bin mir auch durchaus im Klaren, dass mir das selbst sehr an die Substanz geht - aber in solchen Situationen will ich mir halt auch selbst beweisen, dass ich das durchhalte, und die Hoffnung, dass ich vielleicht doch denjenigen oder diejenige einen Schritt in eine andere Richtung bewegen kann, spornt mich weiter an, meinen Kurs zu halten. Ich kann unglaublich hartnäckig sein. Und - an dem Punkt wird mir sicher einiger Widerspruch entgegenkommen - ich sehe nicht, dass ich die Grenze meiner psychischen Belastbarkeit auf diese Weise erreichen könnte. Aber gut, das soll genug von mir sein. :wink:

… was dir aber nicht gelingt, stimmts?

Sagen wir mal so - es tut mir ganz gut, dass ich seit ca. 4 Wochen kein Wort mehr mit ihr gewechselt habe, weil ich doch irgendwie aus jeder kleinsten Näherung einen Funken Hoffnung geschöpft hab, irgendwie doch was tun zu können. Btw, hat einer irgendeine Art Patentrezept oder Anregung, wie man das abschalten kann?

Es mag sein, daß sie manches erzählt, aber nicht wirklich tut.
Aber „wird nur benutzt, um Aufmerksamkeit …“ ist eine
Interpretation, die am wirklichen Geschehen vorbeigeht. Sie
entspringt verständlicherweise aus Enttäuschung und Zynismus.
Sehr wohl haben solche Vortäuschungen (falls es wirklich
solche sind) aber eine wichige Rolle für Bewältigung der
inneren Dramen, für ihr Selbstmanagment also.

Dann stellt sich jedoch die Frage - wie sehen diese „Dramen“ aus bzw. wo rühren sie her?
Wie schon gesagt, ihre Standardgeschichte, die sie (ich weiß, ich bin schon wieder sarkastisch, aber ich denke, an dem Punkt ist sie wenig greifbar) jedem nach fünf Minuten unter die Nase bindet, der ein ernsthaftes Gespräch mit ihr beginnt, ist die, dass sie in ihrer Kindheit von ihrem Vater geschlagen und einmal halt krankenhausreif geprügelt wurde und dass ihr schon drei Freunde gestorben sind.
Ich gehe nicht so weit, zu behaupten, dass das triviale Dinge sind, die sie nur erzählt, um…so ungern wie du das hörst, das ist nunmal mein Eindruck, da sie das wirklich vor sich herträgt…Mitleid zu erregen (dazu gehörte zum Beispiel, dass sie angeblich mal ein Kind verloren hat - komischerweise hat sie mit dieser Geschichte erst aufgefahren, als eine Bekannte von ihr wirklich ein Kind verloren hat, und ihre Geschichte war fast auf den Wortlaut dieselbe), ich denke schon, dass das seine Wirkung hinterlassen hat. Aber ich gehe auch davon aus, dass ihre Mutter ihre Spuren bei betroffenem Mädel hinterlassen hat. Rein äußerlich würde ich die Mutter als eine Zicke sondergleichen abstempeln. Desweiteren hat sie, ebenso wie „sie“ einen Hang zur Dramatisierung und dazu, sich selbst in eine Opferrolle zu versetzen. Kann das einen Einfluss haben?

Ich kenne „sie“ nicht. In der Regel ist aber ein solches
Bewußtsein vorhanden, ja.

Wo ist dann die Blockade, an sich selbst zu rütteln? Eine Art von Selbsttäuschung?

Das ist auch nicht sinnvoll, das zu tun. Das wird sie dazu
bewegen, von sich aus die Beziehung aufzulösen. Besser ist es,
ihr die Zusammenhänge zwischen ihrer Verhaltensweise
und der Reaktion der anderen deutlich zu machen - aber ohne
moralische Zurechtweisung.
Aber das ist innerhalb einer Beziehung natürlich eine
Überforderung.

Eine Beziehung ist ja schon länger nicht mehr gegeben, und die ganzen „negativen“ Ereignisse haben sich ja auch erst im Nachhinein abgespielt. Siehe dazu auch meinen Post an Oliver Walter.

Ja, das ist bekannt. Sie sind enorm geschickt darin,
Vorhaltung abzuwehren und ihr Verhalten notfalls als begründet
zu erklären.

q.e.d. oder so :wink:

Siehe oben. Warum will man das denn auch erreichen? Soll sie
mit jemandem eine Freundschafts-Beziehung haben, die ihr
nichts als Schuldbewußtsein bringt? Wird eine tief zerüttete
Seele durch Schuldbewußtsein gesund?

Im "Normal"fall sollte es ja dazu führen, sich selbst zu überdenken und etwas an sich zu tun. Dass es da eine Blockade gibt, ist klar. Nur, woher die rührt, das leuchtet mir noch nicht so ganz ein, weil ich nunmal keine ihrer Aussagen wirklich für hundertprozentig voll nehmen kann, und es schwer ist, dahinterzublicken.

1 „Gefällt mir“

wäre das auch passiert, wenn Du früher ein Ende gemacht
hättest? Gab es keine Anzeichen dafür, was jetzt geschehen
ist?

Definitiv nein. Dazu muss ich sagen, dass sich meine Beziehung mit ihr sehr spontan ergeben hat. Ich kannte sie gerade eine Woche, da war’s dann auch schon soweit. Sie war fasziniert von meinem Verständnis für sie, ich dachte halt, dass ich da jemandem bei seinem schweren Schicksal beistehen könnte. Dazu kam dann die „rosarote Brille“ meinerseits, die mir dann relativ abrupt aus dem Gesicht geschlagen wurde.

Ist das denn die einzige Möglichkeit, ein Ende zu machen?

Nenn mir eine andere. Ich bin ja durchaus bereit, alle ungeklärten Fragen, die auch mich persönlich angehen, unbeantwortet zu lassen, wenn ich dafür meine Ruhe habe - was ja jetzt der Fall ist. So hat sie zum Beispiel in einer, meinem Gefühl nach, etwas ehrlicheren Phase durchaus mal gesagt, dass es ein Fehler gewesen sei, mit mir schlusszumachen und wie gut es ihr eigentlich mit mir gegangen sei. Nur - weiß ich sicher, dass sie das ernst meinte, oder hat sie es gesagt, weil ich es hören wollte? Als Begründung für den Schlussstrich, den sie (nichtmal wirklich) gezogen hat, meinte sie: „Es ist was dazwischengekommen.“, womit wir dann bei der von Metapher erwähnten Fähigkeit sind, Dinge so auszulegen, dass die Schuld einen nicht selbst trifft. Fakt ist, dass sie an betreffendem Tag, wo diese Lawine ins Rollen gekommen ist, ihren Exfreund gesehen hat, von dem sie „nicht loslassen“ konnte (mit dem sie dann ja auch zwei Tage nach diesem „Dies infernale“ wieder zusammengekommen ist). So lag halt die Entscheidung voll in ihrer Hand. Ich finde es, ganz egoistisch, nur schade, dass sie Angst hatte, mir einfach die Wahrheit zu sagen. Ich hätte es ohne Probleme akzeptieren können, wenn sie gesagt hätte „Du, ich entscheid mich gegen dich“ und das wusste sie auch, das hab ich ihr am selben Abend noch gesagt. Aber da sind wir halt schon wieder beim Problem - sie ist dazu einfach nicht in der Lage.

Auch diese Dinge sollte ein Psychologe mitbringen. Es ist
Grundvoraussetzung für die therapeutische Beziehung. Aber Du
hast recht, wenn Du von professioneller Distanz sprichst, denn
Empathie umfaßt auch die Fähigkeit, sich von den Gefühlen des
Gegenübers distanzieren zu können und sie nicht zu übernehmen.
Dies ist jedoch nicht nur eine für Psychologen wünschenswerte
Eigenschaft, sondern auch eine für jedermann.

Viel schlimmer als die Gefühle zu übernehmen ist es allerdings, wenn sie genau im Kontrast zu den eigenen stehen und eine unmittelbare Auswirkung darauf haben. Naja, ich denke/hoffe, dass ich aus der Phase, was sie betrifft, raus bin.

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Dazu muss ich sagen, dass sich meine Beziehung
mit ihr sehr spontan ergeben hat. Ich kannte sie gerade eine
Woche, da war’s dann auch schon soweit.

Du kanntest sie nur eine Woche, bevor ihr eine sexuelle Beziehung eingegangen seid, wußtest, daß sie „ein schweres Schicksal“ hat, wolltest ihr helfen und bist Dir über Deine ehemals „rosarote Brille“ im klaren. Siehst Du keinen möglichen Zusammenhang zum Scheitern der Beziehung, ohne daß „Verarschung“ der Grund gewesen sein muß?

Ich bin ja durchaus bereit, alle
ungeklärten Fragen, die auch mich persönlich angehen,
unbeantwortet zu lassen, wenn ich dafür meine Ruhe habe - was
ja jetzt der Fall ist.

Bist Du wirklich dazu bereit? Wenn ich mir folgende Sätze ansehe, dann kommen mir Zweifel:

Ich hätte es ohne Probleme akzeptieren
können, wenn sie gesagt hätte „Du, ich entscheid mich gegen
dich“ und das wusste sie auch, das hab ich ihr am selben Abend
noch gesagt. Aber da sind wir halt schon wieder beim Problem -
sie ist dazu einfach nicht in der Lage.

Wenn Du diese Erkenntnis für Dich gewonnen hast, wieso erwartest Du dann etwas von ihr, wozu sie Deiner Meinung nach nicht in der Lage ist? Ist das nicht widersprüchlich?

Ist das denn die einzige Möglichkeit, ein Ende zu machen?

Nenn mir eine andere.

Sich die Dinge ansehen, Schlußfolgerungen ziehen (z.B. „Meine Ex-Freundin ist […]einfach nicht in der Lage“, sich anders zu verhalten"), daraus eine Konsequenz ziehen (z.B. "ich kann von ihr nichts erwarten, wozu sie nicht in der Lage ist) und die Sache akzeptieren. Schuldzuweisungen sind hierbei nicht notwendig.

Ich weiß, daß das schwer ist, wenn man emotional aufgewühlt ist, aber man kann es lernen.

Gruß,

Oliver Walter

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Du kanntest sie nur eine Woche, bevor ihr eine sexuelle
Beziehung eingegangen seid, wußtest, daß sie „ein schweres
Schicksal“ hat, wolltest ihr helfen und bist Dir über Deine
ehemals „rosarote Brille“ im klaren. Siehst Du keinen
möglichen Zusammenhang zum Scheitern der Beziehung, ohne daß
„Verarschung“ der Grund gewesen sein muß?

Das mit der „sexuellen Beziehung“ kreid ich dir mal als Unterstellung an. :wink:
Der „mögliche Grund“ war IMHO eine ziemliche Unentschlossenheit ihrerseits (ohne Schuldzuweisung, ich versuch schon soweit wie möglich zu abstrahieren - ich sehe halt nicht, dass ich innerhalb der Beziehung einen Fehler gemacht habe, der zu ihrem Scheitern hingeführt hat - zu dem Zeitpunkt dachte ich ja noch ganz anders über sie), es hat sich halt alles ziemlich plötzlich zugespitzt, als sie ihren Exfreund getroffen hat, zu dem sie bis dahin und während der Beziehung mit mir keinen Kontakt hatte. Ich war nicht dabei, als sie ihn getroffen hat, sie meinte aber, er hätte sich wohl von ihr verabschieden wollen. Er war über die Sache mit mir ziemlich frustriert und deprimiert, hat ihr unter anderem blutverschmierte Briefe geschrieben etc. Sie hat ihn bis dato als „krank“ abgestempelt, aber als sie ihn gesehen hat, wird das irgendwas in ihr geweckt haben. Sie war davor immerhin ein Jahr mit ihm zusammen.

Wenn Du diese Erkenntnis für Dich gewonnen hast, wieso
erwartest Du dann etwas von ihr, wozu sie Deiner Meinung nach
nicht in der Lage ist? Ist das nicht widersprüchlich?

Ich erwarte ja gar nichts mehr von ihr. Ich habe es von ihr bis zu dem Zeitpunkt erwartet, wo ich sie noch einmal gesehen hab (nach betreffendem „Dies infernale“ habe ich nur per Web und SMS Kontakt zu ihr gehabt, weil sie mich nicht sehen wollte) und mich mit ihr aussprechen wollte. Als auch das gescheitert ist, habe ich es aufgegeben. Nenn meine Ausführungen besser Selbstdarstellung, das hat kaum etwas mit der Sache ansich zu tun.

Sich die Dinge ansehen, Schlußfolgerungen ziehen (z.B. „Meine
Ex-Freundin ist […]einfach nicht in der Lage“, sich anders
zu verhalten"), daraus eine Konsequenz ziehen (z.B. "ich kann
von ihr nichts erwarten, wozu sie nicht in der Lage ist) und
die Sache akzeptieren. Schuldzuweisungen sind hierbei nicht
notwendig.

Vielleicht sollte ich etwas mehr differenzieren zwischen dem, was ich denke, und dem, was ich tue. Also, was ich schon oben gesagt habe - zwischen der Selbstdarstellung (belaste den Begriff ruhig negativ, ich mein ihn so, wie er im Allgemeinen verwendet wird) und meinem tatsächlichen Umgehen mit den Ereignissen.
Nochmal zusammengefasst: ich für meinen Teil bin bereit gewesen, viel für sie zu tun und sehe, was mich angeht, nach wie vor keinen plausiblen Grund, wieso ich eine „Schuld“ bei mir suchen sollte. Ich habe halt aus von dir schon erwähnten Gründen eine gewisse Schuld bei ihr gesucht und es auch als ihren Fehler angesehen, so plötzlich das Ruder herumzureißen. Davon sehe ich mittlerweile ab, eben weil sie unmittelbar wahrscheinlich selbst gar nicht so bewusst gehandelt hat. Was mir halt zur vollständigen Bewältigung der ganzen Chose fehlt, ist ein mir nachvollziehbarer Grund. Mag sein, dass ich damit jeden überfordere, weil hier nunmal nicht unbedingt alles kausal abgelaufen ist, ich aber nach genau so einer Begründung suche. Es würde mir nur sicherlich ein stückweit weiterhelfen, wenn ich die Gründe für ihr Problem wüsste, die ja eine gewisse Impulsivität verursachen und somit letztlich auch zu allem, was mich betrifft, führen.
Früher oder später hätte sich eine solche Problematik höchstwahrscheinlich sowieso eingestellt, ob jetzt Exfreund oder nicht - dazu kenne ich zu viele detailierte Beschreibungen der Abläufe anderer Beziehungen ihrerseits. Und vielleicht ist es sogar ganz gut, dass sich das alles in einem so frühen Stadium schon abgespielt hat, evtl. wäre es für mich anderenfalls sogar noch schwerer gewesen, mit der ganzen Sache umzugehen. Das ändert aber nichts daran, dass ich mir so bei nichts, was sie überhaupt angeht, vollkommen sicher sein kann.

Ich weiß, daß das schwer ist, wenn man emotional aufgewühlt
ist, aber man kann es lernen.

Wie schon gesagt - an und für sich habe ich die Sache begraben. Ich dachte halt, dass es zum besseren Verständnis deinerseits beiträgt, wenn ich auch erkläre, wie meine, ich sage mal, allgemeine Sicht der Sache „Beziehung“ ist. Um das jetzt mal was abstrakter zu sagen - das, wovon du sagst, dass ich es „erwarte“, wäre der "Normal"fall, wenn sie absolut bewusst und vorsätzlich handeln würde, trotzdem sich aber genau so verhalten würde, wie sie es tut. *am kopf kratz* Also, ist etwas kompliziert, da sie sich ja nicht so verhalten würde, hätte sie kein Problem.
Nochmal *g* Mein Problem ist dein Widerspruch: Es in Einklang zu bringen, was ich normalerweise erwarten würde, aber nicht kann/sollte, weil es in ihrem Fall insofern unangebracht wäre, als dass sie gar nicht in der Lage ist, diese Erwartungshaltung zu erfüllen. Ich bin ja auch bereit, das zu tolerieren/akzeptieren, und weitestgehend bekomme ich das mittlerweile auch auf die Reihe, aber mir fehlt halt trotzdem diese für mich nachvollziehbare Begründung bzw. dass diese auf den Punkt gebracht wird. Im Groben seh ich ja, was mit ihr los ist - diese Impulsivität und das mangelnde Vermögen, auch vorausschauend zu handeln. Ich brauche halt eine staubtrockene, in sich schlüssige, logische Erklärung dafür - ein psychologisches "Krankheits"bild etwa.

Hoffe, bei dieser was-weiß-ich-wie-oft anders formulierten Schilderung derselben Sache ist eine dabei, die verständlich ist. :wink:

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Hallo Nico,

Du hast in einem Deiner Beiträge geschrieben, dass Du nicht damit gerechnet hast, selber analysiert zu werden, ich hoffe Du nimmst mein Posting deswegen nicht übel:smile:. Mir ist beim Lesen nur was aufgefallen, was ich Dich gerne fragen möchte.

Du schreibst, dass Du empathisch bist, und das glaube ich Dir auf’s Wort, nach Deiner klaren Beschreibung der Verhaltensweisen Deiner Ex-Freundin. Also ich kenne sie natürlich nicht:wink:), aber zumindest lässt Deine Beschreibung auf eine sehr genaue Beobachtungsgabe von Menschen schliessen.

Was mich nun sehr interessieren würde, sind Dir diese Verhaltensweisen denn nicht schon während Eurer Beziehung oder sogar schon beim ersten Kennenlernen aufgefallen? Bei Deiner Beobachtungsgabe fällt das schwer zu glauben. Deine Ex-Freundin scheint wirklich die Hölle zu durchleben, und es ist ihr nur zu wünschen, dass sie innerlich Frieden finden kann. Du hast so viele negative Verhaltensweisen aufgezählt, dass es auch schwer für mich nachvollziehbar ist, dass sie sich mit positiven Erlebnissen in Eurer Beziehung aufwiegen könnten. Was hat Dich dazu veranlasst, bei ihr zu bleiben?

Bei vielen Menschen ist es in Beziehungsfragen so, dass sie immer wieder einen ähnlichen Typen von Mensch „anziehen“, besonders bei Co-Abhängigkeit ist das oft zu beobachten. Ich will Dir jetzt bestimmt nicht zu nahe treten mit dieser Aussage, aber mir hat sich beim Lesen Deiner Beiträge dieser Gedanke oft eingeschlichen. Vielleicht hab ich da auch nur was überinterpretiert, kann natürlich auch sein:smile:.

Lieben Gruss,
Mirea

beachtliches Einfühlungsvermögen

…Nur macht es auf
mich den Eindruck, als sei sie sehr gut darin, sowas zu
verdrängen, indem sie sich (wahrscheinlich unbewusst)
einredet, dass sie nunmal genau DIESES Problem nicht hat,
steigert sich dann ebenso unbewusst auf der Grundlage, dass
sie selbst glaubt, kein Problem mit sich selbst zu haben, so
in die teils erfundenen Probleme hinein, dass diese zu ihren
augenscheinlich „echten“ Problemen werden,

womit sich mein Gehirn nun auch vollends verknotet. :wink:

Ganz offensichtlich, und zwar mit wilden Spekulationen, mit denen die Verhaltensweisen, die du allem Anschein nach erfahren hast, nicht im geringsten korrekt beschrieben sind. „verdrängen“, „sich einredet“, „selbst glaubt“ usw. damit kommst du bei dem Versuch, solche komplexen Probleme zu durchschauen, keinen Deut weiter.

Wenn ich mal rein von der objektiven Ebene absehe …

zu der du wohl kaum Zugang hast …

… würde ich wohl sagen, dass sie mit ihrer „Tour“ einfach mal
vollkommen auf die Schnauze fliegen müsste, um mal ihre Augen zu
öffnen.

Solche rüpeligen Ansichten sind genau der Grund, weshalb man zögern muß, dir dazu Weiteres zu erklären, und zwar, weil du …

Denk dir das ganze in eine wertungsneutrale Ausdrucksweise und
du weißt, was ich meine. Hatte jetzt nicht unbedingt Lust, das
ganze neutral zu formulieren, da es so wesentlich einfacher
geht. :wink:

… überhaupt nicht in der Lage zu sein scheinst, das von dir Erlebte wertungsneutral auszudrücken. Das aber wäre die Mindestbedingung, um dir Hilfen an die Hand zu geben, bei solchen Dingen etwas weiter durchzublicken.

Was bei dir selbst eigentlich abgehen und abgegangen sein müßte, das ist gar nicht so schwer nachzuvollziehen, zumindest nicht, wenn man unzählige Paarbeziehungen mit ähnlicher Problematik kennt. Und um dich kann es eigentlich hier allein gehen.

Aber von dir selbst, deinen „Emotionen“, sprichst du seltsamerweise gar nicht. Sie scheinen aber dennoch durch, nämlich in deiner Art, wie du über das Verhalten dieser jungen Frau sprichst.

Den Fall gesetzt, ich würde nochmal an so jemanden geraten -

kann man dir ohne Weiteres voraussagen

ist beleibe nicht das erste Mal

glaube ich dir

ich ziehe solche „Problemkinder“ irgendwie an

es könnte genau umgekehrt sein: sie finden dich …

(meine erste Begegnung dieser Art
war allerdings reflektionsfähig genug, selbst zum Psychiater
zu gehen) - was würdest du mir dann raten?

Als allererstes würde ich dir raten, deinen Partnerinnen nicht mangelnde Reflexionsfähigkeit zuzuschreiben. Um Selbstreflexion zu bemängelen muß man sie selbst besitzen. Du aber hast ja noch nicht einmal deine Affekte soweit im Griff, daß du sie hier beiseite lassen kannst, selbst nachdem man dir bereits signalisierte, daß man versteht, um was es geht.

Ich meine, zugegeben, ich hab so eine Art Helferkomplex.

Was auch immer du damit meinst, genau darin könnte es liegen, daß du von dieser Beziehung nicht loslassen kannst. Es könnte eher der nichtverwundene Mißerfolg sein. Man liest irgendwie recht wenig, daß dir dabei eine verlorene Liebe zu schaffen macht. Denn nach wie vor ist deine Darstellung sehr auffallend lieblos (und das ist sehr wohlwollend gesagt).

Bei mir läuft Einfühlsamkeit respektive Empathie immer recht
kompromisslos ab, mir fällt es schwer, das abzuschalten.

Mir liegt es eher nahe, dir zu sagen, daß von Einfühlungsvermögen nicht die geringste Spur zu erkennen ist. Dafür aber mehr von wüster Spekulation (ohne Grundkenntnisse - was man dir allerdings nicht ankreiden kann) und vor allem von meist polemischen Unterstellungen ihrer Beweggründe.

Das rührt daher, dass ich halt denke, dass gerade Personen mit
solchen Verhaltensmustern sich in einer gewissen Weise
vernachlässigt fühlen (müssen?), wenn man sich nicht voll und
ganz ihnen widmet, was dann zu einer Abkapselung ihrerseits führt

Wieso Abkapselung? Weil sie die Beziehung mit dir nicht mehr wollte? :smile:

Wo sie sich (eingebildet oder nicht)

„eingebildet“ entspringt auch wieder deinem „Einfühlungsvermögen“?

von allen vernachlässigt fühlen, ist dann so eine
Bedinungslosigkeit immer eine gewisse aufrüttelnde Erfahrung -
genau an dem Punkt hoffe ich halt, Fuß fassen zu können.

Ja - Fuß fassen. Hört sich das nach der Sprache eines verliebten Freundes an? Eher doch nach jemandem, der sie ehrgeizig als Forschungsobjekt betrachtet, oder? Womit, wobei Fuß fassen? Daß du ihre irgendwie wahrscheinlch vorhandene Leidensstruktur in den „Griff“ kriegst - und dann wird sie „gesund“? Das ist keine Einfühlung, sondern Einbildung deinerseits - und genau diese könnte für diese junge Frau manche Männer vorübergehend attraktiv machen, sehr wohl um deren „Einbildung“ wissend.

Ich bin mir auch durchaus im Klaren, dass mir das selbst sehr
an die Substanz geht - aber in solchen Situationen will ich
mir halt auch selbst beweisen, dass ich das durchhalte

Ja, und genau von solchem Ehrgeiz kann man der jungen Frau nur wünschen, daß sie ihn so schnell wie möglich durchschaut und Männer dieses Typs in den Wind schießt. Solche „Sichselbstbeweise“ gehören ins Fitness-Studio, was haben die bei einer solchen Frau zu suchen?

und die Hoffnung, dass ich vielleicht doch denjenigen oder
diejenige einen Schritt in eine andere Richtung bewegen kann,
spornt mich weiter an, meinen Kurs zu halten.

Yepp - deinen Kurs - und du als der sportlich ehrgeizige Retter der kranken Seele - ohne die geringste Spur von „einfühlend“ und „liebevoll“. Wenn man deine Worte liest, ist es nicht vorstellbar, daß du hier von einer Frau redest. Schon mal daran gedacht, daß genau so eine Haltung für genau so eine Frau das gefährlichste Gift sein könnte und schlimmsten weiteren Schaden anrichten könnte?

Ich kann unglaublich hartnäckig sein.

Und das hältst du für das Wichtigste in einer Liebes- oder Freundschaftsbeziehung, ja?

Und - an dem Punkt wird mir
sicher einiger Widerspruch entgegenkommen - ich sehe nicht,
dass ich die Grenze meiner psychischen Belastbarkeit auf diese
Weise erreichen könnte. Aber gut, das soll genug von mir sein.:wink:

Tja, um wen anders als DICH geht es denn hier? Und diese grenzenlose Selbstüberschätzung ist alles, was du von dir selbst outest.

… was dir aber nicht gelingt, stimmts?
Sagen wir mal so - es tut mir ganz gut, dass ich seit ca. 4
Wochen kein Wort mehr mit ihr gewechselt habe, weil ich doch
irgendwie aus jeder kleinsten Näherung einen Funken Hoffnung
geschöpft hab, irgendwie doch was tun zu können.

Ich dachte, du wolltest sie nicht „therapieren“?

Dann stellt sich jedoch die Frage - wie sehen diese „Dramen“ aus
bzw. wo rühren sie her?
Wie schon gesagt, ihre Standardgeschichte, die sie (ich weiß,
ich bin schon wieder sarkastisch, aber ich denke, an dem Punkt
ist sie wenig greifbar) jedem nach fünf Minuten unter die Nase
bindet, der ein ernsthaftes Gespräch mit ihr beginnt …

Ja, du hältst jemanden für einen „ernsthaften“ Gesprächspartner, der ihre Erzählungen als „unter die Nase reiben“ interpretiert. Das ist schon sehr beeindruckend! Und das heißt bei dir Einfühlungsvermögen …

Glaubst du im Ernst, daß man jemandem, der nicht in einem einzigen Satz von Sarkasmus und Zynismus Abstand zu nehmen imstande ist, und der nur seinen Kurshalte-Ehrgeiz auf die Probe gestellt sieht, etwas über die möglichen Hintergründe solcher Verhaltensweisen erklären würde? Mein erster Eindruck von dir lag doch nicht so daneben, oder?

Ich gehe nicht so weit, zu behaupten, dass das triviale Dinge sind
… die sie nur erzählt, um…Mitleid zu erregen

Das finde ich toll von dir, daß du soweit nicht gehst … *fg*
(Naja, tatest es andernorts aber …)

Rein äußerlich würde ich die Mutter als eine Zicke sondergleichen
abstempeln.

„abstempeln“ - man sieht: Du hältst deinen Kurs! Einfühlungsvermögen!

Desweiteren hat sie, ebenso wie „sie“ einen Hang zur Dramatisierung : und dazu, sich selbst in eine Opferrolle zu versetzen.
Kann das einen Einfluss haben?

Keine Ahnung, „Hang zur Dramatisierung“ und „Opferrolle“ sind ja wieder verachtungsvoll vorinterpretierte Forschungsresultate deines sensiblen Einfühlungsvermögens. Was du damit aber eigentlich meinst - mit Sicherheit haben die Eigenschaften von Müttern Einfluß auf die Eigenschaften von Töchtern.

Wo ist dann die Blockade, an sich selbst zu rütteln? Eine Art
von Selbsttäuschung?

Ebenfalls keine Ahnung. „Blockade“ und die Theorie, daß hier ein „an sich selbst rütteln“ nötig wäre, gehören ja zu deinem „Kurs“. Das einzige, was wir hier genauer betrachten können, ist deine Verhaltensweise bzw. deine Art der Ausdrucksweise. Das, was deinen Beschreibungen zugrunde liegt ist bei einiger Kenntnis solcher Erscheinungen unschwer zu erraten. Schwerer nachzuvollziehen ist jedoch deine Beschreibung.

Eine Beziehung ist ja schon länger nicht mehr gegeben,

Ich bezweifle leicht, daß es eine solche war, nach dem oben gesagten.

und die ganzen „negativen“ Ereignisse haben sich ja auch erst im
Nachhinein abgespielt.

… die negativen für dich, meinst du, weil ein Exfreund auftauchte?

Siehe dazu auch meinen Post an Oliver Walter.

Ich mische mich in seine Beziehungsberatung ebensowenig ein wie umgekehrt er sich in unseren Dialog.

Warum will man das denn auch erreichen? Soll sie
mit jemandem eine Freundschafts-Beziehung haben, die ihr
nichts als Schuldbewußtsein bringt? Wird eine tief zerüttete
Seele durch Schuldbewußtsein gesund?

Im "Normal"fall sollte es ja dazu führen, sich selbst zu
überdenken und etwas an sich zu tun.

Hm, und DU gibst ihr die Anleitung dazu, was sie „an sich tun“ muß? Weil du weißt, wie mans machen muß, da du ja deinen Kurs kennst.
Ich habe eher den Eindruck, daß du dich selbst (und deine Motive) überdenken müßtest.

Dass es da eine Blockade gibt, ist klar.

Du meinst, eine Blockade deines „Kurses“?

Nur, woher die rührt, das leuchtet mir noch
nicht so ganz ein, weil ich nunmal keine ihrer Aussagen
wirklich für hundertprozentig voll nehmen kann, und es schwer
ist, dahinterzublicken.

Wie soll man auch hinter etwas blicken, was man nicht für voll nimmt??
Was man nicht in einem einzigen Satz verachtungsfrei zu beschreiben vermag??

immer bedenklichere Grüße

Metapher

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Das mit der „sexuellen Beziehung“ kreid ich dir mal als
Unterstellung an. :wink:

Ist sie nicht Deine Ex-Freundin, die Du durch eine „rosarote Brille“ gesehen hast?

Der „mögliche Grund“ war IMHO eine ziemliche
Unentschlossenheit ihrerseits (ohne Schuldzuweisung, ich
versuch schon soweit wie möglich zu abstrahieren - ich sehe
halt nicht, dass ich innerhalb der Beziehung einen
Fehler gemacht habe, der zu ihrem Scheitern hingeführt hat -
zu dem Zeitpunkt dachte ich ja noch ganz anders über sie),

Wenn Du meinst, daß es Unentschlossenheit war, die auf ihrer Seite den Verlauf eurer Beziehung geprägt hat, dann ist der Verdacht der „Verarschung“ hiermit vom Tisch?

es
hat sich halt alles ziemlich plötzlich zugespitzt, als sie
ihren Exfreund getroffen hat, zu dem sie bis dahin und während
der Beziehung mit mir keinen Kontakt hatte.

Könnte es dann nicht auch situational bedingt gewesen sein? Sie sah ihren Ex-Freund wieder und hat eure kurze Beziehung zugunsten ihrer alten Beziehung aufgegeben. Noch ein Hinweis darauf, weshalb es keine „Verarschung“ gewesen sein muß.

Sie hat ihn
bis dato als „krank“ abgestempelt

Mir scheint, Du versuchst das gleiche jetzt mir ihr, wenn Du schreibst

Ich brauche halt eine
staubtrockene, in sich schlüssige, logische Erklärung dafür -
ein psychologisches "Krankheits"bild etwa.

Das ist eine drastische Abwertung ihrer Person ähnlich wie „Die ist sowieso total bekloppt. Kein Wunder, daß das geschehen ist.“ Wenn Du das brauchst, um die Sache für Dich abzuschließen, was hält Dich auf?

Nenn meine
Ausführungen besser Selbstdarstellung, das hat kaum etwas mit
der Sache ansich zu tun.

Sondern?

Nochmal zusammengefasst: ich für meinen Teil bin bereit
gewesen, viel für sie zu tun und sehe, was mich angeht, nach
wie vor keinen plausiblen Grund, wieso ich eine „Schuld“ bei
mir suchen sollte.

Wer sagt, daß Du eine Schuld bei Dir suchen sollst?

Ich habe halt aus von dir schon erwähnten
Gründen eine gewisse Schuld bei ihr gesucht und es auch als
ihren Fehler angesehen, so plötzlich das Ruder herumzureißen.
Davon sehe ich mittlerweile ab, eben weil sie unmittelbar
wahrscheinlich selbst gar nicht so bewusst gehandelt hat.

Vielleicht war das so. Offensichtlich reicht Dir diese Erklärung aber nicht aus, um die Situation zu akzeptieren:

Was
mir halt zur vollständigen Bewältigung der ganzen Chose fehlt,
ist ein mir nachvollziehbarer Grund.

Eine Reihe von möglichen Gründen hast Du schon zusammengetragen. Für Dich scheinen sie allerdings nicht nachvollziehbar zu sein, denn Du bist mit ihnen nicht zufrieden:

diese Impulsivität und das mangelnde Vermögen, auch
vorausschauend zu handeln. Ich brauche halt eine
staubtrockene, in sich schlüssige, logische Erklärung dafür -
ein psychologisches "Krankheits"bild etwa.

Ich fasse Deine Sicht folgendermaßen zusammen: Du siehst Deine Ex-Freundin als impulsiven Menschen mit schwerem Schicksal, der nicht in der Lage ist, vorausschauend zu handeln. Anläßlich der Wiederbegegnung mit ihrem Ex-Freund hat sie Dich verlassen.

Wieso ist es notwendig, diese Beschreibung, die eine mögliche Erklärung sein kann, mit dem Namen eines Krankheitsbildes zu belegen?

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