synästhesie

hallo!
es gibt das was, da schaun mich andere schon immer schräg an. bsp.: ich:„wie heißt denn nun der ihre mutter? naja, egal, in der geschichte hab ich sie jedenfalls doris genannt. das sieht so schön zartgelb-weiß aus, so wie zitronencreme, genaugenommen schmeckts auch so.“ wie das mädel neben mir geschaut hat könnt ihr euch vielleicht denken, zumal ich noch nie zitronencreme im mund hatte. jedenfalls seh ich alles was mit zahlen und buchstaben zu tun hat in farbe und geometrischen formen. das jahr z.b. ist bei mir als ellipse mit 10% neigung angeordnet, „unten“ ist der winter, oben sommer, auf diese ellipse sind die monate, wochen und tage draufgeschrieben und jahreszeitbezogen immer so typisches rangemalt, wie z.b. blümchen im frühling oder n schneemann im januar. ich steh an verschiedenen stellen außerhalb dieses gebildes und schau drauf. so seh ich meine termine, und selbst wenn ich nich mehr weiß, WAS da war, DASS etwas war an dem tag, weiß ich.
die 6 ist z.b. schwarz, die 9 orange, die 8 nachtblau und die 5 weinrot.
ne freundin von mir und meine mutter haben das auch, jedenfalls annähernd, nur sieht bei denen alles vollkommen anders aus. (witzige situation mit meiner freundin: ich: „de babette, die hat n pullover, der sieht genauso aus wie sie.“ darauf meine freundin: „ja, der rot-schwarze.“ genau den hatt ich auch gemeint)

wer von euch denkt auch so „bunt“ und wenn ja, wie siehts bei euch aus? bitte beschreibt mir die farben von zahlen und buchstaben oder sonstige kuriositäten (wie z.b. mein jahr)
bin mal drauf gespannt.
gruß
yv

ich platze vor Neid!
Ich bin sonst eigentlich nie neidisch, Yvette, aber Synästhesist wär ich auch ganz furchtbar gern! Wundert mich nur: Klänge hast du nicht erwähnt… kommen die bei dir auch mit dazu?

Gruß
Burkh
*vergleichsweiseausderScheibenwelt

hallo yvette,

bei ist das nicht so ausgeprägt. ich sehe nur buchstaben und zahlen bunt, wobei zahlen und buchstaben oft die selben farben haben, was dann manchmal recht komische ergebnisse hervorbringt. (z.b. A = rot, 4 aber auch, E und 5 sind beide gelb! aber manche "E"s sind fast schon grün.) aber eigentlich betrifft das auch töne - klang farben eben. und stimmen.

aber das ist doch normal, oder nicht?

gruß
ann

Hallo,
ich kenne sowas überwiegend, wenn ich mich mit abstrakten math. Problemen beschäftige. Die dort auftauchenden Begrifflichkeiten werden zu Formen, Farben und teilweisen Klängen. Die Interpretation ist aber kontextabhängig, d.h. meist ist keine fixe Interpretation gegeben oder sie entwickelt sich im Laufe der Beschäftigung mit der Materie durch die Eigenschaften, die man den Begriffen zunehmend zuordnet. Deine Fähigkeit scheint mir aber deutlich stärker ausgeprägt - daß ich alltägliche Dinge z.B. farblich „untermale“ passiert selten. Ich kenne den Effekt allerdings auch bei starker Ausdauerbelastung (z.B. Joggen). Hier nehme ich die Umwelt wieder in dieser Form wahr oder reflektiere vergangenes auf diese Art.

Gruss
Enno

farbige buchstaben kenne ich nur aus dritter hand: eine freundin einer freundin sieht das A rot - ob es dabei eine größere übereinstimmung gibt? es hat in diesem thread auch jemand über ein rotes A (und ein gelbes E berichtet)…

was ich aus eigener erfahrung kenne, ist der „geschmack von strom“, wenn man auf wolle beißt, aber vielleicht ist das auch nur eine assoziation, wie ich sie zu verschiedenen namen habe klingt benjamin für mich irgendwie nackt :o)

Hallo yv
ich bin -in Grenzen- auch Synästhesist. Wir befinden uns da in „guter Gesellschaft“, z.B. Nabokov. Für mich hat auch jede Zahl, jeder Buchstabe, jede Person, eigentlich alles, eine oder mehrere Farben. Leider(?) gibt es kaum Übereinstimmungen dabei, jeder Synästhesist scheint ganz individuell zu erleben. So ist bei mir z.B. das A blau, die Zahl 5 gelb, die 6 rot usw. usf.
Gruss, Branden

hi!
also klänge hab ich eigentlich nicht, eher noch geschmäcker und charaktereigenschaften. zahlen reden z.b. mit mir. nehmen wir die 29. die neun lächelt, etwas übertrieben und will mir sagen, ich soll näher kommen, allerdings kommt sie dabei richtig…falsch rüber. die zwei hingegen hält sich mehr im hintergrund und lächelt auch, aber ehrlich, und symbolisiert damit, dass ich der 9 trotzdem trauen kann. ne 8 schaut mich immer klagend und sich beschwerend an, als wollte sie sagen „was du nur wieder fürn mist verzapft hast!“
aber wo ich so eure zahlen und buchstaben gelesen hab…also ne: n gelbes e (meins is dunkelgrün), und n blaues A (das is rot, blau ist das B)! da schüttels mich *g*. is irgendwie so unvereinbar.
wie seht ihr dann eigentlich wörter, die schon eine farbe beschreiben? wie z.b. sieht „blau“ aus, oder „grün“?
gruß
yv

hi! manchmal isses aber irgendwie auch ne belastung, wennde denn pausenlos nur farben siehst. besonders dann, wenn leute um dich rumstehen und dir alle möglichen zahlen und wörter hinschmeißen und du die farbe(n) nennen sollst. das is dann wie völlegefühl!
gruß
yv
allerdings kann ich mir nicht vorstellen, wie die normale welt dann z.b. vokabeln lernt. ich mein, ich geh da auch net nur über farben, aber es is schon machmal hilfreich wenn man sich an den charakter oder die farbe des wortes erinnern kann.
übrigens gibs bei uns immer kämpfe ums kennzeichen wenn wir mal n neues auto kaufen! das is übel! mein pap kriegt da immer ne krise

also ich hab mal gelesen, dass das ne besondere begabung sein soll, die nur jeder tausendste hat…glaube aber es sind mehr. aber wie unnormal das is, zeigt mir jeden tag wieder, wenn ich jemandem versuch ne matheformel zu erklärn und dann sach „die is doch so schön rot, wenn du da was anderes nimmst, da stimmt doch die farbe net mehr“ und derjenige guckt mich dann an, als wär ich ein ganz exotisches exemplar von einem marsianer.
gruß
yv

Hi Yvette,

ich wusste bisher nicht, dass es dafuer einen Namen gibt!
Synaesthesie also - muss ich mir mal merken.

Bei mir ist es zum Glueck nicht allzu extrem ausgepraegt, sonst wuerd’s mir wohl ab und an auf die Nerven gehen.

Als ich 5 oder 6 war, hat mir die Mutter meiner besten Freundin (Kuenstler- & Musikerfamilie) erst die Noten auf dem Glockenspiel und dann spaeter Floete beigebracht, und das hat sie gemacht, indem sie Farben auf das Glockenspiel klebte - fuer jede Note einer Oktave eben ne unterschiedliche. Ich kann Dir heute nicht mehr sagen, welche Note welche Farbe hatte. Aber viel spaeter hab ich angefangen, Klavier zu spielen. Und da hatte jede Note, bzw nicht jede sondern viele Noten, einen eigenen Charakterzug. Von gemein, lieb, gehaessig, jealeous, sanft, ruhig,…

Nur ueber diese Charakterzuege kriegten die Noten von mir auch unterbewusst ne Farbe zugeordnet. Aber der Charakterzug war immer viel wichtiger, und hat mich manchmal auch etwas gestoert - eben wenn viele Noten in dem Stueck eben negative Charakterzuege hatten.

Heute denk’ ich eigentlich weniger dran. Aber ab und zu merke ich zB, dass mein Hirn das A der 4, und beides der Farbe gruen, gleichsetzt.
Fuer mich ist die 4 sozusagen der numerische Ausdruck fuer das A.
Bei diesen beiden eigentlich gar nicht seltsam, da sie sich ja im Aussehen sehr aehneln.

Ich glaube aber nicht, dass ich spontan sagen koennte, was ich womit assoziiere. Es passiert viel zu unterbewusst.

Mir faellt auch gerade ein, dass ich an der Uni vor Klausuren immer alles, was ich mir merken musst, bunt unterstrichen habe. In Irland war ich damit die einzige in der Klasse, die dies tat.
Die wichtigsten Schlagwoerter, mit denen ich dann ganze Zusammenhaenge aus meinem Hirn ‚rausholen‘ konnte, waren dann halt farblich geordnet, nach Themen sozusagen. Ich haette bis jetzt nicht geglaubt, dass dies mehr als eine normale Hilfe, die jedem Menschen das Lernen erleichtern wuerde, war. Vielleicht gibt es ja wirklich Menschen, die Farben so nicht in Assoziation mit anderen Dingen bringen koennen.

Sehr interessant. Mal wieder nen neues Thema, ueber das ich gerne mehr wissen wuerde.

Gruss, Isabel

jetzt möchte ich gern aber mal eins wissen:
hallo alle (anscheinend) normalsichtigen,

wie sehen denn zahlen und buchstaben bei euch aus?
ich meine, irgendeine farbe müssen sie doch haben? schwarz? grau? alle gleich? oder sind kursive dabei?

und wenn sie einfach keine farbe haben (was ich mir nicht vorstellen kann) - wie merkt ihr euch denn zahlen? viele, endlose, jahrealte? und die 27 PINs und PUKs, die man heute so hat?

das möchte ich wirklich wissen.

gruß
ann

Hi Ann,

ja, Zahlen sind bei mir tatsächlich völlig farblos. :wink:

Wie merke ich mir Zahlen? Rhythmisch!
Für mich haben alle die Pins und Puks und Geburtstage einen bestimmten Rhythmus, wenn man sie spricht, und daran merke ich sie mir. :smile:

Allerdings bin ich schlecht im Zahlenmerken, Wörter liegen mir wesentlich mehr.

Liebe Grüße,
Nike

1 „Gefällt mir“

Hallo,
Zahlen- und Buchstabenfolgen merke ich mir über erkennbare „Muster“. Würde z.B. eine Telefonnummer mit 314 beginnen, wäre vermutlich der Link zu pi gegeben (ansonsten Primzahlen, Quadratzahlen, Symmetrien, Periodizität etc.). Ist glaube ich ein wenig willkürlich, was meinen Hirn zu der Folge an Ziffern oder Buchstaben einfällt und sicher abhängig von der Tagesverfassung.
Einzelne Zahlen gewinnen ihre „Farbe“, „Form“ oder allgemeiner das damit assoziierte durch den Kontext in dem ich sie anwende. Die einzigen Zahlen, die ich verhältnismäßig häufig gleich interpretiere sind Primzahlen und zwar als „Bauklötzchen“ *g*. Bei einzelnen Buchstaben, geht mir ähnliches komplett ab. Buchstabenfolgen oder noch besser Wörter oder „Fastwörter“ da klappt das wieder.

Gruss
Enno

1 „Gefällt mir“

Hallo,

na das ist ja mal echt ein Ding.
Da habe ich bisher noch absolut gar nichts
von gehört. Für mich sind Zahlen so wie sie
auf dem Blatt stehen…halt meistens einfach
schwarz. Wie langweilig, ein bisschen bunter
wäre sicher schön. Da bin ich jetzt aber auch
neidisch.

Nun meine Frage dazu: Wie kommt das?
Oder hat es schon jemand beantwortet und ich
habe es überlesen?

Zu dem Problem, dass man Zahlen in der Reihen-
folge schreibt wie man sie spricht muss ich
leider auch sagen, dass es mir da genauso geht…
meistens merke ich es aber noch, so dass ich die
Zahl noch richtig schreiben oder an der Arbeit in
den PC eingeben kann…es klappt meistens gerade
noch so…aber gemein ist das schon. Es stand ja
auch schon mal im Raum (bzw. in den Medien), dies
auch in der deutschen Sprache zu ändern. Na, da
bin ich mal gespannt…

Viele Grüße

Kerstin

hallo anja,

gegenfrage: wann treten eigentlich diese farbeffekte auf? wenn du an eine telefonnummer denkst, siehst du sie dann? oder wenn du eine zahl schreibst, siehst du sie dann (kurzfristig) in einer anderen farbe, als der schreibstift hat?

wenn ich an eine telefonnummer denke, dann seh ich sie nicht, sondern höre sie (ganz selbstverliebt?) in meiner eigenen stimme.

behalten werden bei mir telefonnummern etc. auch über den ryhtmus oder mit hilfe von tricks (mnemo-techniken, eselsbrücken).

1 „Gefällt mir“

hallo an n ja,

(alles muß man selber machen…)

gegenfrage: wann treten eigentlich diese farbeffekte auf? wenn
du an eine telefonnummer denkst, siehst du sie dann? oder wenn
du eine zahl schreibst, siehst du sie dann (kurzfristig) in
einer anderen farbe, als der schreibstift hat?

wenn ich dran denke. verschiedene ziffern ergeben verschiedene farben. diese stehen allerdings nicht unverrückbar fest, sondern können auch etwas variieren, um sich von den nachbarn besser zu unterscheiden. die ganze zahl ergibt ein bild. und wer vergißt schon ein bild?
aufschreiben ist egal (man kann ja auch z.b. den namen einer blonden gisela mit blauem kuli schreiben.)
das mit der stimme (wobei mir meine nicht so gefällt, sie klingt in meinen ohren so quäkig wie die sprechstimme von nena. vielleicht, weil wir in die selbe klasse gegangen sind…?) ist bei mir etwas anders: wenn ich mir die zahl noch nicht gemerkt habe, kann ich sie aus dem kurzzeitgedächtnis holen, wo sie als ton-datei abgespeichert ist. aber eben nur kurzzeit.

und übrigens: und ein kleines „e“ ist freundlich.

schöne grüße
ann

1 „Gefällt mir“

Kandinsky…
Ja, das ist shcon absolut genial, ich würde es auch gerne können… zumindest mal so „einswitchen“ in die Welt der Farben…

Kandinsky konnte das auch, in seinen Büchern ist SEHR viel darüber zu lesen!!
Hochinteressant!!

Und konnte Rembrandt das nicht auch…?

Grüße
Anna

Hi,

und übrigens: und ein kleines „e“ ist freundlich.

Das ist ja logiosch, so wie es dich anlacht! :smile:

Gruß
Burkh

hallo Yvette,

für mich sind Buchstaben auch bunt.
Das A ist blau, das Ä hellblau, das E grün, das O schwarz, das U braun und das I gelb. Bei mir haben auch ganze Sprachen die Tendenz farbig zu sein. So tendiert z.B. Französisch zu Pasteltönen und unklaren runden und verwischten Linien während zu Spanisch eher ein kräftiges braun-schwarz paßt. Die Linien sind hier holprig. Englisch hingegen ist für mich schwarz-weiß mit klaren geraden Linien ohne Schnörkel.
Was Fermdsprachen angeht, hab ich festgestellt, daß meine ganzen Farben durcheinanderkommen, wenn man Vokale, wie z.B. im Englischen anders ausspricht. Manchmal gibt es dann eine Mischung aus geschriebenem und gesprochenenm Laut und manchmal funktioniert es auch gar nicht.
Auch meine Zahlen haben Farben, wenn auch nicht so klar, wie die Buchstaben.
1: weiß
2: mittelblau
3: orange
4: hellrot
5: hmm, kann ich nicht so klar sagen, manchmal bordeaurot
6: eher dunkelblau, aber nicht sehr deutlich
7: so 'ne Mischng aus olivgrün und rot, irgendwie dreckig
8: tendentiell blau
9: braun
10: schwarz-weiß

Bei mir lösen gerade Zahlen irgendwie angenehmere Gefühle aus als ungerade. Vor allem die 7 mit ihrer schmutzigen Farbe mag ich überhaupt nicht.

Meine Mutter ist auch Synästhetikerin, allerdings hat sie andere Farben als ich.

Es ist lustig, daß da das Jahr ansprichst. Ich habe auch so ein Bild im Kopf. Bei mir ist das ein ovaler Ring. Untern links ist Silvester. Dummerweise verlaufen die Monate nicht linear. Das heißt der Dezember und der Januar nehmen zusammen fast ein viertel des ganzen Ringumfangs ein, genausoviel wie die Monate März bis Juli. Ich habe schon oft versucht, das in meinem Kopf zu ändern, allerdings bis jetzt ohne Erfolg :frowning:

Grüßle,
Sandra