folgendes ist passiert:
Die Eltern zweier Erwachsener Söhne haben zwei Immobilien die es zu vererben gilt. Einer der Söhne wohnt noch zu Hause. Der andere ist verheiratet und wohnt in einem anderen Ort. Eines Tages ruft der Vater dem verheirateten Sohn an, und sagt ihm wir müssen uns zusammenhocken, weil wir euch die Immobilien übertragen wollen. Der Vater meinte, er solle bald kommen. Eines Tages es sind gerade mal eine Wochen vergangen ruft der Sohn an, es wir wieder gefragt wann er rauskommt damit man es besprechen kann. Der Sohn kennt die Versprechungen seiner Eltern gut aus der Vergangenheit, es wurden immer Sätze geäußert wie „Zieht nicht aus, ihr habt es so gut bei uns, und könnt euch Geld sparen“, oder „Wir werden auf einen Grundstück bald bauen“. Es ist nie was geschehen oder in die Wege geleitet worden. Da der verheiratete Sohn auch noch andere Verpflichtungen hat, ist er nicht gleich nach der ersten Woche rausgefahren. Nach zwei Wochen rief er dann an, er würde rauskommen, man könnte ja dann die Angelegeheit gesprechen. Der Vater sagte ihm dann er hätte das nie so gesagt, blöd nur das die Schwiegertochter das Telefonat mitgehört hat, und ihrem Mann das bestätigen konnte, das der Vater von Übertragung und Notar gesprochen hat. Und zwar nicht von irgendwann. Diese Täuschung sollte wohl nur dem Zweck dienen das der Sohn seine Eltern mal wieder besucht. Der hat aber durch diesen Vorfall keine Lust. Der andere Sohn hält voll zu den Eltern, da er es nie geschafft hat von zu Hause auszuziehen.
Vor allem hat der verheiratete Sohn im Vorfeld nie das Thema Übertragung angesprochen, weil die Eltern immer gesagt haben das beide Söhne es erst im Erbfall bekommen. Die Eltern wollen es für die Pflege aufbewahren, was aber sicher auch durch eine notarielle Regelung zu regeln wäre. Der verheiratete Sohn ist sauer darauf das die Eltern es überhaupt angesprochen haben, weil sonst wäre es nie zum Thema geworden, er hat sich schon damit abgefunden, erst mit dem wieder ansprechen wurde es wieder Thema. Ist der verheiratete Sohn berechtigt sauer? Sind seine Reaktionen angebracht? Er hat seinen Eltern vorgeworfen, dass sie ihm getäuscht hätten, ist es offensichtlich eine Täuschung? Oder nur eine Meinungsänderung?
Ist der verheiratete Sohn berechtigt sauer? Sind
seine Reaktionen angebracht?
Es klingt so, als wenn du der (beleidigte, verletzte, saure) verheiratete Sohn bist.
Meiner Erfahrung nach ist es zu komplex und auch nicht zielführend, darüber nachzudenken, ob jemand b e r e c h t i g t sauer ist. Wenn man sauer ist, ist es subjektiv ja immer berechtigt, weil man sich über etwas sehr geärgert hat. Natürlich ist es oft schwer, auszuzmachen, ob das Sauersein „objektiv berechtigt“ ist oder ob ein narzisstisch leicht kränkbarer Mensch da etwas auf die Goldwaage legen möchte usw usf.
Da kommst du wahrscheinlioch nur weiter, wenn du deine tiefer sitzenden Gefühle deinen Eltern und dem Bruder gegenüber analysierst.
Er hat seinen Eltern vorgeworfen,
dass sie ihm getäuscht hätten, ist es offensichtlich eine
Täuschung? Oder nur eine Meinungsänderung?
Ich finde das Wort „Täuschung“ hier nicht so angebracht; da ich glaube, dass es sich um eine Kränkung handelt, die ja vielleicht ihre Geschichte hat. Dieselbe gilt es aufzuarbeiten. Und solange die Eltern noch am Leben sind, hat man recht gute Chancen, es mit ihnen zusammen zu tun. Am Wirkungsvollsten bzw. am Professionellsten kann man das mit einigen Familientherapie-Sitzungen (Systemische Therapie ansätze z.B.) machen, aber ich fürchte, dass ihr dazu alle „keinen Bock“ habt.
Gruß,
Branden
Ich denke mal das funktioniert nicht. In einer Familientherapiestunde
blockierten die Eltern alles ab, hinterher wollten sie niemals so einer Stunde ausgesetzt werden. Das Attest dieser Sitzung berachte folgendes hervor: Die Eltern haben eine krankhaftes Verhältnis zu ihren Kindern, und es wurde außdrücklich darauf hingewiesen das unter solchen Bedingungen es für erwachsene Kinder schwer ist sich zu lösen.
Der eine hat es ja geschafft, der andere nicht.
Zur Täuschung: Wenn jemand unter Zeugen etwas sagt, welches er nicht einhält und sogar sagt er hätte es nicht gesagt, was ist das dann?
Verarschung? Ich denke mal, da kann man schon berechtigt wütend reagieren, egal ob narzistische Kränkung oder nicht.
Im Prinzip gehören immer zwei Parteien dazu etwas änder zu wollen, diese Eltern wollten das nie.
Verarschung? Ich denke mal, da kann man schon berechtigt
wütend reagieren, egal ob narzistische Kränkung oder nicht.
Im Prinzip gehören immer zwei Parteien dazu etwas änder zu
wollen, diese Eltern wollten das nie.
Nachdem der Wahnsinn ja Methode zu haben scheint: Warum ignoriert man solche Äußerungen nicht einfach? Sprich: Wenn der Vater das nächste Mal zu so einem Gespräch ruft, bleibt der Verheiratete einfach zu Hause und reagiert nicht. Erben wird man ja sowieso irgendwann und eine Aufarbeitung der Vergangenheit scheint von Elternseite nicht gewünscht zu sein.
Klar hat der verheiratete Sohn das akzeptiert bis zu dem Zeitpunkt wo der Vater zu ihm sagte er will mit beiden Söhnen über eine Übertragung sprechen. Das hat er zweimal gesagt in Anwesenheit der Schwiegertochter (Telefon war laut gestellt).
Es wird angedeutet man will was machen, zieht aber immer wieder zurück.
Das war nicht das erste mal.
Wenn es nicht angesprochen worden wäre, wäre es nie ein Problem für den verheirateten Sohn gewesen.
Richtig, das wird der verheiratete Sohn auch tun, denn es war mittlerweile das dritte mal der plötzlichen Meinungsänderung.
Das dritte Mal ist genug. Vermutlich sollte damit bezweckt werden das der Sohn sie besucht, was er erst vor zwei Monaten sowieso getan hat.
Es wird immer geäußert wie sehr doch ihnen daran liegt, dass der verheiratete Sohn sie besucht. Dann wenn er da ist, interessieren sich die Eltern nicht um ihn sondern sie erzählen ihm nur von sich oder irgendwelchen Verwandten. Sie interessieren sich nicht wirklich für ihn oder seine Ehefrau. Deshalb auch die Distanz.
Fakt ist der andere Bruder arbeitet wohl gerade an einer Garageneinfahrt. Denn Eltern war es wohl peinlich das er soviel für sie tut, und meinten sie müssten uns allen was übertragen. Der Bruder hat so eine Aktion schon mal gemacht, er verspricht sich vielleicht auch was davon, beim letzten mal hat er sich so übernommen, dass er hinterher in einer psychosomatischen Klinik landete wegen Wahnvorstellungen.
Klar hat der verheiratete Sohn das akzeptiert bis zu dem
Zeitpunkt wo der Vater zu ihm sagte er will mit beiden Söhnen
über eine Übertragung sprechen. Das hat er zweimal gesagt in
Anwesenheit der Schwiegertochter (Telefon war laut gestellt).
Es wird angedeutet man will was machen, zieht aber immer
wieder zurück.
Das war nicht das erste mal.
Dann hätte der Sohn sich doch denken können, das es evtl. doch nichts wird?
Wenn es nicht angesprochen worden wäre, wäre es nie ein
Problem für den verheirateten Sohn gewesen.
Manchmal sind ältere Menschen so. Sein Eigentum an andere zu übertragen ist ein ziemlich großer Schritt und oftmals resultiert eine Menge Ärger daraus. In manchen Fällen kommt es vor, daß die Beschenkten plötzlich Verbote aussprechen und die Schenkenden schikanieren, deshalb kann ich durchaus nachvollziehen, daß dieser Schritt schwer fällt, zumal ja die familiäre Situation hier sowieso schon angespannt ist.
Abhaken und den Wunsch der Eltern, deren Eigentum es ja ist, respektieren und trotzdem den Kontakt zu den Eltern zu halten, wäre keine Möglichkeit?
schwierig ist es für die Kinder, weil die Eltern damit sehr viel Macht ausüben.
Angenommen der verheiratete Sohn bleibt nach dem Anruf zu Hause, könnte der Vater aus Frust/Ärger/Trotz dem zuhause lebenden Sohn alles überschreiben. Nach dem Motto: wenn er nicht will, dann will er nicht.
–> der verheiratete Sohn geht leer aus und wird um sein Erbe gebracht.
Eigentlich sehr traurig, wenn die Eltern so eine Beziehung zu ihren Kindern haben.
schwierig ist es für die Kinder, weil die Eltern damit sehr
viel Macht ausüben.
Traurig genug, wenn Eltern glauben, Macht könne man durch erben ausüben und nicht durch Liebe.
Angenommen der verheiratete Sohn bleibt nach dem Anruf zu
Hause, könnte der Vater aus Frust/Ärger/Trotz dem zuhause
lebenden Sohn alles überschreiben. Nach dem Motto: wenn er
nicht will, dann will er nicht.
–> der verheiratete Sohn geht leer aus und wird um sein Erbe
gebracht.
Spätestens hier wäre meine Reaktion: So What? schieb dir das Erbe dahin, wo die Sonne nie scheint. Dafür bleibt mir mein Seelenheil.
Eigentlich sehr traurig, wenn die Eltern so eine Beziehung zu
ihren Kindern haben.
Darauf muss sich der Sohn wohl einstellen.
Hätte er wohl vorher nicht ernst nehmen sollen.
Aber woher will er denn wissen wann etwas ernst gemeint ist und wann nicht? Vertrauen oder Mißtrauen. Oder egal die reden eh nur immer um den heißen Brei es steckt ja nichts dahinter?
Traurig genug, wenn Eltern glauben, Macht könne man durch
erben ausüben und nicht durch Liebe.
Verstehe ich dich richtig, dass du meinst, M a c h t könne man durch L i e b e ausüben? Also: Mit L i e b e kann man M a c h t ausüben?
Interessiert:
Branden
Darauf muss sich der Sohn wohl einstellen.
Hätte er wohl vorher nicht ernst nehmen sollen.
Aber woher will er denn wissen wann etwas ernst gemeint ist
und wann nicht? Vertrauen oder Mißtrauen. Oder egal die reden
eh nur immer um den heißen Brei es steckt ja nichts dahinter?
Ich sehe das anders, sie können doch mit ihrem Eigentum machen, was sie wollen. Und selbst wenn sie alles verkloppen, ist es ihre eigene Sache.
Steuerlich oder Pflichtteilsmäßig hat es eh keine Auswirkungen (s. Rechtsbrett) und wenn die Eltern wollen, daß man selbst nur den Pflichtteil bekommt, dann ist auch das zu akzeptieren.
Genau das wird wohl auch geschehen. Das perverse ist, dass die Eltern damit auch denn anderen Sohn manipulieren der etwas naiver ist. Der hat es mit über 40 nicht geschafft sich eine eigene Existenz aufzubauen. Ein Psychotherapeut hat mal gesagt, wenn der eine Sohn auszieht, brauchen sie denn anderen, der wird dann keine eigene Existenz aufbauen können. Es geht vor allem ums brauchen nicht um Liebe. Das perverse ist, dass sie meinen der Sohn der zu Hause ist soll sie pflegen. Soweit ich das beurteilen kann, ist der psychisch nicht in der Lage dazu sich mit dem Stress auseinanderzusetzen.
Fakt ist: Der verheiratete Bruder ist in der besseren Lage, weil er selbständiger ist als der Sohn der noch zu Hause wohnt.
Anstatt die Söhne zu fördern und zu geben wurde nur gefordert und gebraucht bzw. genomme. Kinder für um das eigene Ego und Selbstwertgefühl aufzupolieren.
Klar, aber dann stellt man etwas das nicht sein wird nie in den Raum.
„Wir wollen Dir und Deinen Bruder die Immobilien überschreiben, und wollen mit Euch darüber sprechen“ wie klingt das?
Vertrauen oder Mißtrauen. Klar können die machen was sie wollen, aber der verheiratete Sohn muss sich nicht von seinen Eltern diesbezüglich verarschen lassen, oder sehe ich das falsch?
Wie würdest Du darauf reagieren?
Klar, aber dann stellt man etwas das nicht sein wird nie in
den Raum.
„Wir wollen Dir und Deinen Bruder die Immobilien
überschreiben, und wollen mit Euch darüber sprechen“ wie
klingt das?
Käme auf die Situation an. Wenn es schon mehrmals ein hin und her gewesen wäre, wie Du hier schreibst, würde ich mir erst Hoffnung machen, wenn der Vertrag unterzeichnet wurde.
Vertrauen oder Mißtrauen. Klar können die machen was sie
wollen, aber der verheiratete Sohn muss sich nicht von seinen
Eltern diesbezüglich verarschen lassen, oder sehe ich das
falsch?
Warum ist der Sohn den so erpicht darauf, noch zu Lebzeiten etwas zu erhalten?
Wie würdest Du darauf reagieren?
Ganz ehrlich, mir ist es sowas von wurscht was meine Eltern mit ihrem Zeug machen, das kannst Du Dir gar nicht vorstellen. Sie haben dafür gearbeitet und wenn sie jetzt alles verkaufen und sich davon ein schönes Leben machen, dann ist es eben auch ihre Sache.
Das hast du gut erkannt. Ich denke, dass Liebe und ihre jeweiligen Ausdrucksformen viel subtiler und nachhaltiger Macht ausüben kann, als jede andere Form der Macht. Ob sich Liebende und Empfänger darüber immer im Klaren sind, steht auf einem anderen Blatt.
Gruß
schwierig ist es für die Kinder, weil die Eltern damit sehr
viel Macht ausüben.
das können Eltern aber nur, wenn materielle Zuwendungen (bzw. die Hoffnung darauf) von so großer Bedeutung für die Kinder sind, dass diese sich damit manipulieren lassen - andernfalls blieben Drohungen mit Enterbung / Vorenthaltung von Geschenken als Druckmittel wirkungslos.
Warum ist der Sohn den so erpicht darauf, noch zu Lebzeiten
etwas zu erhalten?
Prinzip ist es egal, wenn es ums Erben geht.
Fakt ist, das sie eigentlich dem Sohn der noch zu Hause wohnt, etwas geben wollten. Früher oder später wird eh aufgeteilt was übrig bleibt.
Wer anderen Hoffnung auf eine Schenkung macht, der will ja deren Leben verbessern. Wer aber falsche Versprechungen macht, nur um den Sohn zum Besuch zu bewegen, der handelt nur aus eigenen destruktiven Beweggründen und das ist nur daneben.
Es gibt Eltern wie die der Schwiegertochter, die auch Versprechen halten. Den die haben ihr eine Eigentumswohnung versprochen, und diese Schenkung auch durchgezogen.
Wer seinen Kinder etwas gutes tun will, soll nicht etwas versprechen was er gar nicht durchziehen will.
Früher sagte man ein Mann ein Wort.
Warum ist der Sohn den so erpicht darauf, noch zu Lebzeiten
etwas zu erhalten?
Prinzip ist es egal, wenn es ums Erben geht.
Fakt ist, das sie eigentlich dem Sohn der noch zu Hause wohnt,
etwas geben wollten. Früher oder später wird eh aufgeteilt was
übrig bleibt.
Wer anderen Hoffnung auf eine Schenkung macht, der will ja
deren Leben verbessern. Wer aber falsche Versprechungen macht,
nur um den Sohn zum Besuch zu bewegen, der handelt nur aus
eigenen destruktiven Beweggründen und das ist nur daneben.
Hi,
wir können hier ja nur die Sicht des verheirateten Sohnes lesen. Was aus Sicht des anderen Bruders oder der Eltern ist, wissen wir nicht. Der verheiratete Sohn kann gar nicht unbefangen sein. Deshalb kann man hier nur spekulieren.