Hi Experten,
ich möchte einen Tauchkurs absolvieren. Nun gibt es ja verschiedenste Anbieter - auch die Preise unterscheiden sich. Kann mir jemand sagen, mit wieviel Euro ich rechnen muss, um einen soliden Grundkurs zu buchen?
Danke vorab. Schulle
Hi Experten,
ich möchte einen Tauchkurs absolvieren. Nun gibt es ja verschiedenste Anbieter - auch die Preise unterscheiden sich. Kann mir jemand sagen, mit wieviel Euro ich rechnen muss, um einen soliden Grundkurs zu buchen?
Danke vorab. Schulle
Zu Preisen kann ich leider nix sagen, aber einen Tip kann ich Dir trotzdem geben:
Fahr die Zertifizierungsschiene nach VDST/CMAS. Der VDST ist der Verband deutscher Sporttaucher und hat i.w. 4 Abstufungen:
Schon mit Bronze, mit Silber aber auf jeden Fall, bist Du weit genug, um überall auf der Welt mit einem entsprechenden Partner tauchen gehen zu können - die DTSA sind vom weltweiten Dachverband, der CMAS, anerkannt.
Warum VDST und nicht PADI? Nun, die Prüfungen des VDST sind sehr nah an der Praxis und vermitteln zudem ein ausreichendes Maß an Theorie. Außerdem steht die Sicherheit sehr im Vordergrund. Und billiger als vergleichbare PADI-Kurse sind sie meist auch noch.
Gruß, Doc.
(~100 Tauchgänge)
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Schulle…
Schön, dass Du dich für den Tauchsport interessierst. Ich bin kein eigentlicher Experte (mit 100 Tauchgängen kann ich noch nicht glänzen), habe aber im Frühjahr 2002 eine Ausbildung gemacht. Also:
Ich bin nicht der Meinung, dass Du dich durch irgendwelche 25 Prüfungen (Bronze, Silber, Gold usw.) kämpfen müßtest. Meine Ausbildung (PADI) war vollkommen OK. Die Theorie wurde gut vermittelt und anschließend gab es stets eine Übung zum gerade erlernten. Ich habe den OWD (Open Water Diver) gemacht und anschließend direkt den AOWD (Advanced Open Water Diver). Ich bin direkt nach diesen Kursen auf Kuba getaucht und bin super klar gekommen. Taucher anderer Verbände machten auch nicht gerade einen versierteren Eindruck. Dies ist natürlich eine rein persönliche Einschätzung…
Zusammenfassung:
Eine PADI-Ausbildung (und die hat auch einen guten Ruf!) ermöglicht Dir schon als OWD (Grundkurs) das Ausleihen von Ausrüstung weltweit!
Preis: Ich habe für den Grundkurs 249,- € bezahlt (inklusive Ausrüstung, Brevetierung - das ist der tolle visitenkartengroße Ausweis den man bekommt, Theorie-Unterlagen, Kaffee, Kekse - also All-Inc.) Manchmal ist das Verhandlungssache - vielleicht kannst Du eine gute Maske herausschinden - versuch es!
Dauer: Die Ausbildung ging über 4 Abende Theorie, 2 Schwimmbadtauchgänge und 4 Freiwasser-Tauchgänge (über 2 Wochen verteilt)
Den „Fortgeschrittenen Kursus“ mußt Du nicht belegen, ich hatte einfach Lust dazu.
Ich hoffe, Dir ein wenig geholfen zu haben.
Viel Spaß und immer ein paar Bar Luft im Tank!
Hase (weiss eigentlich von nix)
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Hallöchen,
ich kann meinen Vorrednern eigentlich nur zustimmen, nur würde ich Dir empfehlen den Tauchkurs in Deutschland zu absolvieren. Mein Partner hat einen PADI-OWD in Ägypten gemacht und die Ausbildung bestand nur aus einem Videovortrag. Anschließend gings gleich ins Meer. Die Theorieprüfung durfte mit Buch gemacht werden, da hätte man die sich auch gleich sparen können.
Außerdem ist nach meiner Meinung der CMAS* der beste Einstiegskurs, da man dort eine solidere Grundausbildung hat, aber das ist nur meine Meinung.
Ich persönlich habe sowohl PADI (OWD + AOWD) und CMAS (* + **) absolviert.
Gruß
Sina (~ 100 TG)
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Hallo Schulle,
als langjähriger Taucher und VDST-Mitglied (Verband deutscher Sporttaucher) bin ich sicherlich nicht ganz als „objektiv“ einzustufen.
Es gibt viele Möglichkeiten, den Tauchsport zu erlernen und es gibt gute Ausbildungen auch bei PADI und es gibt schlechte Ausbildungen auch beim VDST. Das hängt sehr stark vom persönlichen Engagement des Ausbilders ab. Und nur darauf würde ich mein Augenmerk richten.
Die Frage ist, ob du mit geringstmöglichen Aufwand dir einige wenige Grundbegriffe über das Tauchen aneignen möchtest, um im Urlaub einige wenige „easy diving“ Tauchgänge zu machen, oder ob du die Taucherei so richtig von der Pike auf erlernen willst.
Für meine Begriffe ist die weiter unten hoch gelobte PADI-Ausbildung mit 4 Abenden eher als dürftig und als Grundlagenausbildung anzusehen. Und auch der Preis von 240.- Eur ist nicht gerade preiswert (PADI = put another dollar in).
Bei uns im Verein kostet eine Tauchausbildung 160.- Eur, erstreckt sich über 15 Hallenbad-Ausbildungsstunden, 4 halbtägige Samstagsunterichtseinheiten und 4 Freigewässer-Tauchgänge. Erst unter diesen Rahmenbedingungen kann man von einer fundierten Tauchausbildung sprechen.
Mein Tip, nimm doch mal Kontakt zu einem Tauchclub in deiner Umgebung auf und erkundige dich dort einmal. Adressen von Tauchclubs bekommst du vom VDST und einen link zum VDST findest du z.B. auf der homepage von http://www.shark-mannheim.de
Natürlich musst du selbst entscheiden, ob die etwas „einfachere“ Ausbildung für deine Ansprüche nicht auch ausreicht.
Gruss
Hans DerimmernochbegeisterterTaucherist
Lieber Hans
Ich kann nicht verstehen, warum es so einen nervenden Konkurrenzkampf zwischen den Verbänden geben muss.
Erklär mir doch bitte mal den Unterschied zwischen Deiner Ausbildung und der PADI Ausbildung.
Du hast 15 Stunden im Hallenbad verbracht. Toll - JoJos schlürfen macht ja sicher Spaß aber bringt das die Anfänger wirklich weiter? Ausserdem sind in der Ausbildung nach CMAS auch nur 4 Freiwassertauchgänge inbegriffen. Ich kann da keinen Unterschied erkennen. (beim Preis natürlich schon - da hast Du Recht)
Langsam kann ich mich des Eindrucks auch nicht erwehren, dass versucht wird den Tauchsport durch vermeindlich fundiertere und hochwertigere Ausbildung zu mehr zu machen als er eigentlich ist.
Es möchte halt nicht jeder Dive-Master, Tech-Diver oder sonst was tolles werden - warum versteht das eigentlich keiner?
In erster Linie verbindet die Taucher doch die Freude am Sport - einige müssen sich hier jedoch mal wieder profilieren und durch Abzeichen und Aufnäher glänzen - ätzend!
Auch geht mir die Angabe der Tauchgänge ziemlich auf den Senkel.
Hört sich alles ein wenig an nach: „Laufe Marathon und rede darüber…“ - Schade eigentlich…
Hallo,
da ich im Vorstand eines im VDST Organisierten Tauchverein tätig bin,bin ich sicherlich auch etwas vorbelastet. Es gibt aber sicher auch Tauchschulen die dem VDST angehörig sind, die zu den schwarzen Schafen gehören wo der kommerzielle Gedanke im Vordergrund steht und umgekehrt gibt es sicher auch gute Tauchschulen in anderen Tauchverbänden.Wichtig ist aber eigentlich, daß Du weißt in welchem Rahmen Du den Tauchsport betreiben willst.Ob Du nur „Urlaubstaucher“ werden willst oder regelmäßig auch in heimischen Seen tauchen willst.Denn das bedeutet unter anderem auch schon mal schlechte sicht, kälte und Dunkelheit.Denn da trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Bei uns im Verein ist es so,daß die Ausbildung zu den einzelnen Brevets nicht über ein zwei Tage sondern über Wochen geht. Die ganze Ausbildung vom VDST Grundtauchschein bis hin zum DTSA Gold mit den dazugehörigen Sonderbrevets sind bei uns im Mitgliedsbeitrag enthalten. Zu dem stellen wir den Tauchänfängern für die ersten 20 Tg die komplette Ausrüstung zur verfügung so daß man genügend Zeit hat sich zu entscheiden was man nun machen will, ohne schon horrende Summen für eine Tauchausrüstung auzugeben die dann evtl. doch nicht genutzt wird.
Ich denke wenn Du mit dem Gedanken spielst das Tauchen regelmäßig auszuüben, bist Du sicher in einem gut organisierten Tauchverein sicher besser aufgehoben als in einer kommerziellen Tauchschule.
Gruß Jürgen
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Huhu!
Kleiner Tipp nebenbei: guck mal bei der DLRG nach. Dort gibt es auch oftmal die Möglichkeit tauchen zu lernen.
Mein Vater, mein Onkel und ich waren dort (dafür, dass ich leider vor dem letzten Prüfungstauchgang auch gesundheitlichen Gründen ein Jahr nicht mehr tauchen durfte können die ja auch nix).
Wir mussten erst den Rettungsschwimmer in Silber machen, dann ein Schniorchelabzeichen (ähnlich wie der Rettungsschwimmer). und dann das ‚richtige Tauchen‘. Es wurde regelmässig einmal pro Woche im Hallenbad/Freibad trainiert und so oft es eben ging im offenen Wasser.
Die Theorie wurde von mehreren Ortsverbänden gemeinsam erarbeitet und man war einen Abend mal hier und einen Abend mal dort. Abschliessend gab es eine Prüfung.
Im Anschluss an die Hallen-/Freibadtauchgänge ist immer nochmal über Theorie gesprochen worden, oder HLW geübt worden oder Knoten oder so. Achja, ein richtiger 1. Hilfe Kurs gehörte auch dazu.
Ich weiss aber nicht, inwieweit das alles im Ermessen des Kursleiters lag - wir hatten eine "staatlich anerkannte Tauchlehrerin IDA CMAS * " und fühlten uns bei ihr sehr gut aufgehoben.
Klamotten konnten alle (bis auf die ABC Ausrüstung - Schnorchel, Flossen, Maske) sehr günstig geliehen werden.
Einzelne Preise kann ich dir nicht mehr nennen, aber erkundigen kostet bestimmt nix 
Bye, Vanessa
Hallo Hase,
Ich kann nicht verstehen, warum es so einen nervenden
Konkurrenzkampf zwischen den Verbänden geben muss.
Konkurrenz ist gut und wichtig. Viele vom VDST haben durch PADI dazugelernt, dass nicht jeder die Ambitionen zu einem „Semi-Profitaucher“ hat, sondern dass die meisten das Easy-Diving bevorzugen. Du glaubst mir nicht was für ein elitärer Haufen die Tauchclubs in den 70’er Jahren waren. Wenn du nicht mindestens einen Doktortitel hattest, wurdest du nicht für voll genommen. Das hat sich mittlerweile doch drastisch geändert.
Erklär mir doch bitte mal den Unterschied zwischen Deiner
Ausbildung und der PADI Ausbildung.
Ich halte sie schlicht für besser und tiefschürfender. Machen wir uns nichts vor. Obwohl sich Tauchen inzwischen schon fast zum Volkssport gemausert hat, ist es in meinen Augen immer noch eine Extremsportart, bei der Unkenntnis, Selbstüberschätzung oder Übermut zumeist mit erheblichen gesundheitlichen Konsequenzen oder sogar mit dem Leben erkauft werden. Schlag mal die Zeitung auf und du findest immer wieder Berichte von Tauchunfällen. Die passieren im übrigen nicht nur den Anfängern sondern in nicht unbeträchtlichem Mass auch den alten Hasen. Darüber sollte sich jeder Tauchanfänger im klaren sein und das wird eben nur durch eine detaillierte Ausbildung erreicht, in der auch dieser Themenbereich ausführlich behandelt wird.
Du hast 15 Stunden im Hallenbad verbracht. Toll - JoJos
schlürfen macht ja sicher Spaß aber bringt das die Anfänger
wirklich weiter?
JJJAAAA! Denn genau diese von dir verulkte „Zeitverschwendung“ bringt dem Tauchanfänger etwas ganz entscheidendes - nämlich Erfahrung und Routine. Nur wenn du etwas schon zig-mal geübt hast, dann klappt es auch (hoffentlich) dann, wenn’s drauf ankommt.
Ausserdem sind in der Ausbildung nach CMAS
auch nur 4 Freiwassertauchgänge inbegriffen. Ich kann da
keinen Unterschied erkennen. (beim Preis natürlich schon - da
hast Du Recht)
Bei der Anzahl der Freigewässertauchgänge mag es keinen Unterschied zwischen den beiden geben, aber bei der Durchführung schon. Wie gesagt, nicht jeder möchte Hardcore-Taucher werden und es ist OKAY, wenn er bei Tauchgängen entsprechend seines Ausbildungstandes bleibt. Oftmals sind es aber die „Easy-Diver“, die sich nicht an diese Grundregel halten sondern irgendwann mit Tauchgängen anfangen (man taucht ja schliesslich schon seit zig Jahren), für die sie von ihrer Ausbildung her einfach überfordert sind. Bei der Durchführung der Freigewässer Tauchgänge liegt da beim VDST schon etwas mehr der Schwerpunkt auf „Zucht und Ordnung“ als auf FUN.
Langsam kann ich mich des Eindrucks auch nicht erwehren, dass
versucht wird den Tauchsport durch vermeindlich fundiertere
und hochwertigere Ausbildung zu mehr zu machen als er
eigentlich ist.
Um beurteilen zu können, ob etwas Risiken birgt oder nicht, braucht man Wissen und Erfahrung. Da in der Regel das Leben nicht ausreicht um alle Erfahrungen selbst zu sammeln, bleibt nur, dass man sich die Erfahrungen Anderer durch Lernen aneignet. Meine Meinung über den Tauchsport habe ich oben schon dargelegt.
Es möchte halt nicht jeder Dive-Master, Tech-Diver oder sonst
was tolles werden - warum versteht das eigentlich keiner?
Das ist völlig OKAY solange du die Tauchgänge gemäss deinen Bedürfnissen und deinem Ausbildungsstand anpasst und nicht, sei es nun unbeabsichtigt oder leichtsinnigerweise, in Situationen gerätst, die dich überfordern. Vor Unfällen und saudummen Aneinanderreihungen von Zufällen sind wir alle nicht gefeit, aber man kann durch Respekt und Vorsicht versuchen, das Risiko zu minimieren.
In erster Linie verbindet die Taucher doch die Freude am Sport
- einige müssen sich hier jedoch mal wieder profilieren und
durch Abzeichen und Aufnäher glänzen - ätzend!
Tauchen macht einen Riesenspass aber es ist eben nicht nur FUN. Man sollte mit dem nötigen Ernst und Respekt darangehen.
Auch geht mir die Angabe der Tauchgänge ziemlich auf den
Senkel.
Hört sich alles ein wenig an nach: „Laufe Marathon und rede
darüber…“ - Schade eigentlich…
Eine grosse Anzahl von Tauchgängen bringt zwar Erfahrung, aber wenn man daraus nichts gelernt hat, nutzt die Erfahrung auch nichts. Also egal welche Ausbildung man gewählt hat, im Wasser erkennt man, zu was ein Taucher „taucht“.
Gruss
Hans