ich muss gar nicht geimpft werden, auch wenn mein
„offizieller“ Tetanusschutz schon nicht mehr besteht (nach 10
Jahren), weil ich eventuell noch antikörperträger bin? und
wenn, dann auf keinen fall ne 3 fach impfung?
Nach 10 Jahren ist EINE Auffrischimpfung angeraten. Wer ganz genau wissen will, wie es mit seinem aktuellen Impfschutz aussieht, kann vorher (auf eigene Kosten) die Antikörperbestimmung durchführen lassen. Nach einer einmal stattgefundenen Grundimmunisierung (3-fach Impfung) wird jeweils einmal aufgefrischt.
ich frage, weil ich die ärztin gewechselt habe, hatte dann ne
ziemlich schlimme entzündung am daumen, und daraufhin wurde
ich tetanus und tetanol? (weiss nicht mehr genau) geimpft
„Tetanol“ ist der Handelsname des Tetanusimpfstoffs (aktive Immunisierung). Impfschutz (Antikörperbildung) baut sich nicht sofort, sondern über Wochen (bei Grundimmunisierung entsprechend länger) auf.
Liegt die letzte Tetanusimpfung länger als 10 Jahre zurück, wird zusätzlich die passive Immunisierung durchgeführt (Immunglobulin z. B. Tetagam), wirkt sofort, setzt aber keine Antikörperbildung in Gang.
und
mussste nach 4-6 wochen zur 2. impfung und nach nem halben
jahr soll ich jetzt nochmal hin! Bei mir wird dann nämlich die
stelle rund um den einstich der spritze hart und weiss und
juckt ca. für ne woche? *panikhab*
Panik ist sicher nicht angebracht, aber eine Überimpfung sollte mit Tetanol nicht stattfinden, denn besonders die Tetanusimpfung überrascht dann mit diversen Impfreaktionen.
Neben möglichen allergischen Impfreaktionen, kann es wie gesagt, bei Überimmunisierung zu den vor dir beschriebenen Reaktionen kommen. Nach der 2. Impfung müsste dann die Reaktion wesentlich stärker gewesen sein, als nach der 1. Impfung, die möglicherweise sogar unauffällig war.
Leider denken die meisten Patienten nicht daran, über den Arzt abzuklären, ob die Reaktion normal oder ungewöhnlich ist - er sollte bei auffälligen Symptomen unbedingt mal daraufsehen!!
Wenn die Impfreaktion an der Einstichstelle relativ klein war und nach der zweiten Impfung nicht größer war, dann wird es sich um eine ganz normale Impfrektion handeln, die nach wenigen Tagen abklingt.
Falls du deinem Arzt die juckende Impfreaktion nicht gezeigt haben solltest, ist es auf jeden Fall wichtig, dass du sie ihm beschreibst.
In Fällen, wo nämlich eine abgeschlossene Grundimmunisierung auf Grund fehlender Impfunterlagen nicht nachzuvollziehen ist und infolgedessen eine 3-fach Impfung stattfinden soll, wird der Arzt bei vermeintlichen Überreaktionen, vor der Gabe der 3. Impfung zunächst die Patientenreaktion testen, indem z. B. am Unterarm ein Tropfen des Impfstoffes aufgetropft wird, durch den er mit einer kleinen Lanzette die Haut anritzt und während 3 Tagen eine eventuelle Reaktion abwartet. Bildet sich eine rote, erhabene, juckende Pustel, wird er selbstverständlich nicht mehr impfen!
und wie ist das dann bei diphterie und polio! im zuge dessen
hat sie mir dann auch gleich zu diesen impfungen geraten…
Die STIKO (ständige Impfkomission) vom RKI(Robert-Koch-Institut) empfiehlt nach einmal erfolgter Grundimmunisierung, nach mehr als 10 Jahren, jeweils eine Auffrischimpfung.
http://www.rki.de/GESUND/STIKO/STIKO.HTM
Die STIKO sagt. u. a. auch: Die Empfehlung über Art und zeitl. Reihenfolge der Impfungen obliegt dem Arzt, usw…
Auch diese Empfehlung, speziell zur Polio-Impfung gibt die STIKO (zu finden auch auf Infoblättern in Impflokalen):
Eine routinemäßige Wiederimpfung ist bei Erwachsenen nicht nötig, weil
das Infektionsrisiko bei uns zu gering ist.
Die Ausnahmen: medizinisches Personal, das mit Poliokranken
Kontakt hat , oder Reisende, die in Gebiete fahren, in den
Kinderlähmung noch auftritt.
und da die schon sehr, sehr lange bei mir zurücklagen habe ich
die dann auch noch machen lassen…
wäre klasse, wenn du mir das nochmal irgendwie erklären
könntest!
vielen lieben dank!
julia
Bin auch selbst noch vom Hausarzt 3-fach geimpft worden (obwohl Grundimmunisierung bestand), bis ich im Gesundheitsdienst einer Obersten Bundesbehörde, die spezielle Impfsprechstunden für Versetzungen ins Ausland durchführt, erfuhr, dass die STIKO diese Verfahrensweise nicht empfiehlt. (siehe auch www. oben)
Ich hoffe, dass dir meine Erläuterungen ein wenig weitergeholfen haben.
Viele Grüße
Renate