Tetanus-Impfung nicht nötig?

Hei!

Meine Ärztin in Frankfurt hat damals vor drei Jahren, statt mir eine neue Tetanus-Impfung zu verpassen, mein Blut auf Antikörper untersuchen lassen.

Es kam raus, dass ich noch genug davon hatte, obwohl meine letzte Schutzimpfung vor 15 Jahren oder so war.

Wie ist das, ist es für Ärzte + Krankenkassen billiger, die Impfung zu machen, als das Blut zu testen? Oder warum hab ich immer nur gehört, dass man den Impfschutz auffrischen muss, unabhängig von eventuellen eigenem Schutz. Wer kann mir da was zu erzählen?
Und woher kommt das, dass sich dieser Schutz so lange halten kann?

Fragt neugierig
Trilli

Hei!

Meine Ärztin in Frankfurt hat damals vor drei Jahren, statt
mir eine neue Tetanus-Impfung zu verpassen, mein Blut auf
Antikörper untersuchen lassen.

Es kam raus, dass ich noch genug davon hatte, obwohl meine
letzte Schutzimpfung vor 15 Jahren oder so war.

Wie ist das, ist es für Ärzte + Krankenkassen billiger, die
Impfung zu machen, als das Blut zu testen? Oder warum hab ich
immer nur gehört, dass man den Impfschutz auffrischen muss,
unabhängig von eventuellen eigenem Schutz. Wer kann mir da was
zu erzählen?
Und woher kommt das, dass sich dieser Schutz so lange halten
kann?

Hi Trilli
man geht von durschnittlich 10 Jahren Impfschutz aus, der Sicherheit halber, es kann aber durchaus länger sein, das ist individuell verschieden.
Der Impfstoff kostet rund 5 Mark, eine Blutuntersuchung ist teurer.
Gruß
Rainer

Hi Trilli,

Es kam raus, dass ich noch genug davon hatte, obwohl meine
letzte Schutzimpfung vor 15 Jahren oder so war.

äußerst kritisch wird es, wenn ein Patient dann an einen Arzt gerät, der glaubt, es sei nun gar eine 3-fach Impfung zur Herstellung eines optimalen Schutzes notwendig, ohne eine Antikörperbestimmung durchgeführt zu haben.

Gefährlich kann es dann ab der zweiten und dritten Impfung werden, wo wenige Patienten (Antikörperträger) dann so heftig reagieren, dass sie an der Impfstelle eine handgroße, juckende Quaddel bekommen, und sogar eine Kreislaufschockreaktion, im Rahmen der 3-fach Impfung nach mehr als 10 Jahren ist mir speziell bei der Tetanusimpfung bekannt.

Eine Antikörpertiter-Bestimmung ist in jedem Fall die optimale Lösung. Die Höhe des Titers gibt an, wie lange (ca.) der Impfschutz vorhält, oder wann die Auffrischimpfung bzw. die nächste Titerbestimmung stattfinden sollten.

Glückwunsch zu deinem Hausarzt !
Viele Grüße

Renate

Vielen Dank,
das ist ja ein wirklich hilfreicher Beitrag. Sowas hätte ich nicht unbedingt hier erwartet (nix gegen www, aber meistens bekommt man ja doch lockerflockige Antworten).

Glückwunsch zu deinem Hausarzt !

Schade, jetzt bin ich in Krefeld und muss hier einen guten neuen finden.

Viele Grüße

Renate

Grüße zurück
Trilli

Hei!

Meine Ärztin in Frankfurt hat damals vor drei Jahren, statt
mir eine neue Tetanus-Impfung zu verpassen, mein Blut auf
Antikörper untersuchen lassen.

Es kam raus, dass ich noch genug davon hatte, obwohl meine
letzte Schutzimpfung vor 15 Jahren oder so war.

Wie ist das, ist es für Ärzte + Krankenkassen billiger, die
Impfung zu machen, als das Blut zu testen? Oder warum hab ich
immer nur gehört, dass man den Impfschutz auffrischen muss,
unabhängig von eventuellen eigenem Schutz. Wer kann mir da was
zu erzählen?
Und woher kommt das, dass sich dieser Schutz so lange halten
kann?

Hallo,
eigentlich muß eine Impfung genügen.Denn wenn Du dich nach der Impfung wieder mit Tetanus infizierst bildet Dein Körper sogar einen natürlichen Impfschutz.
Außer Du schaffst es in den 10 Jahren Dich nicht zu infizieren.

Gruß Robert

äußerst kritisch wird es, wenn ein Patient dann an einen Arzt
gerät, der glaubt, es sei nun gar eine 3-fach Impfung zur
Herstellung eines optimalen Schutzes notwendig, ohne eine
Antikörperbestimmung durchgeführt zu haben.

Gefährlich kann es dann ab der zweiten und dritten Impfung
werden, wo wenige Patienten (Antikörperträger) dann so heftig
reagieren, dass sie an der Impfstelle eine handgroße, juckende
Quaddel bekommen, und sogar eine Kreislaufschockreaktion, im
Rahmen der 3-fach Impfung nach mehr als 10 Jahren ist mir
speziell bei der Tetanusimpfung bekannt.

hallo renate…

du hast mich jetzt ganz schön verunsichert…verstehe ich dich jetzt richtig?
ich muss gar nicht geimpft werden, auch wenn mein „offizieller“ Tetanusschutz schon nicht mehr besteht (nach 10 Jahren), weil ich eventuell noch antikörperträger bin? und wenn, dann auf keinen fall ne 3 fach impfung?
ich frage, weil ich die ärztin gewechselt habe, hatte dann ne ziemlich schlimme entzündung am daumen, und daraufhin wurde ich tetanus und tetanol? (weiss nicht mehr genau) geimpft und mussste nach 4-6 wochen zur 2. impfung und nach nem halben jahr soll ich jetzt nochmal hin! Bei mir wird dann nämlich die stelle rund um den einstich der spritze hart und weiss und juckt ca. für ne woche? *panikhab*

und wie ist das dann bei diphterie und polio! im zuge dessen hat sie mir dann auch gleich zu diesen impfungen geraten… und da die schon sehr, sehr lange bei mir zurücklagen habe ich die dann auch noch machen lassen…

wäre klasse, wenn du mir das nochmal irgendwie erklären könntest!

vielen lieben dank!

julia

ich muss gar nicht geimpft werden, auch wenn mein
„offizieller“ Tetanusschutz schon nicht mehr besteht (nach 10
Jahren), weil ich eventuell noch antikörperträger bin? und
wenn, dann auf keinen fall ne 3 fach impfung?

Nach 10 Jahren ist EINE Auffrischimpfung angeraten. Wer ganz genau wissen will, wie es mit seinem aktuellen Impfschutz aussieht, kann vorher (auf eigene Kosten) die Antikörperbestimmung durchführen lassen. Nach einer einmal stattgefundenen Grundimmunisierung (3-fach Impfung) wird jeweils einmal aufgefrischt.

ich frage, weil ich die ärztin gewechselt habe, hatte dann ne
ziemlich schlimme entzündung am daumen, und daraufhin wurde
ich tetanus und tetanol? (weiss nicht mehr genau) geimpft

„Tetanol“ ist der Handelsname des Tetanusimpfstoffs (aktive Immunisierung). Impfschutz (Antikörperbildung) baut sich nicht sofort, sondern über Wochen (bei Grundimmunisierung entsprechend länger) auf.

Liegt die letzte Tetanusimpfung länger als 10 Jahre zurück, wird zusätzlich die passive Immunisierung durchgeführt (Immunglobulin z. B. Tetagam), wirkt sofort, setzt aber keine Antikörperbildung in Gang.

und

mussste nach 4-6 wochen zur 2. impfung und nach nem halben
jahr soll ich jetzt nochmal hin! Bei mir wird dann nämlich die
stelle rund um den einstich der spritze hart und weiss und
juckt ca. für ne woche? *panikhab*

Panik ist sicher nicht angebracht, aber eine Überimpfung sollte mit Tetanol nicht stattfinden, denn besonders die Tetanusimpfung überrascht dann mit diversen Impfreaktionen.

Neben möglichen allergischen Impfreaktionen, kann es wie gesagt, bei Überimmunisierung zu den vor dir beschriebenen Reaktionen kommen. Nach der 2. Impfung müsste dann die Reaktion wesentlich stärker gewesen sein, als nach der 1. Impfung, die möglicherweise sogar unauffällig war.
Leider denken die meisten Patienten nicht daran, über den Arzt abzuklären, ob die Reaktion normal oder ungewöhnlich ist - er sollte bei auffälligen Symptomen unbedingt mal daraufsehen!!

Wenn die Impfreaktion an der Einstichstelle relativ klein war und nach der zweiten Impfung nicht größer war, dann wird es sich um eine ganz normale Impfrektion handeln, die nach wenigen Tagen abklingt.

Falls du deinem Arzt die juckende Impfreaktion nicht gezeigt haben solltest, ist es auf jeden Fall wichtig, dass du sie ihm beschreibst.
In Fällen, wo nämlich eine abgeschlossene Grundimmunisierung auf Grund fehlender Impfunterlagen nicht nachzuvollziehen ist und infolgedessen eine 3-fach Impfung stattfinden soll, wird der Arzt bei vermeintlichen Überreaktionen, vor der Gabe der 3. Impfung zunächst die Patientenreaktion testen, indem z. B. am Unterarm ein Tropfen des Impfstoffes aufgetropft wird, durch den er mit einer kleinen Lanzette die Haut anritzt und während 3 Tagen eine eventuelle Reaktion abwartet. Bildet sich eine rote, erhabene, juckende Pustel, wird er selbstverständlich nicht mehr impfen!

und wie ist das dann bei diphterie und polio! im zuge dessen
hat sie mir dann auch gleich zu diesen impfungen geraten…

Die STIKO (ständige Impfkomission) vom RKI(Robert-Koch-Institut) empfiehlt nach einmal erfolgter Grundimmunisierung, nach mehr als 10 Jahren, jeweils eine Auffrischimpfung.
http://www.rki.de/GESUND/STIKO/STIKO.HTM
Die STIKO sagt. u. a. auch: Die Empfehlung über Art und zeitl. Reihenfolge der Impfungen obliegt dem Arzt, usw…

Auch diese Empfehlung, speziell zur Polio-Impfung gibt die STIKO (zu finden auch auf Infoblättern in Impflokalen):
Eine routinemäßige Wiederimpfung ist bei Erwachsenen nicht nötig, weil
das Infektionsrisiko bei uns zu gering ist.
Die Ausnahmen: medizinisches Personal, das mit Poliokranken
Kontakt hat , oder Reisende, die in Gebiete fahren, in den
Kinderlähmung noch auftritt.

und da die schon sehr, sehr lange bei mir zurücklagen habe ich
die dann auch noch machen lassen…

wäre klasse, wenn du mir das nochmal irgendwie erklären
könntest!

vielen lieben dank!

julia

Bin auch selbst noch vom Hausarzt 3-fach geimpft worden (obwohl Grundimmunisierung bestand), bis ich im Gesundheitsdienst einer Obersten Bundesbehörde, die spezielle Impfsprechstunden für Versetzungen ins Ausland durchführt, erfuhr, dass die STIKO diese Verfahrensweise nicht empfiehlt. (siehe auch www. oben)

Ich hoffe, dass dir meine Erläuterungen ein wenig weitergeholfen haben.

Viele Grüße

Renate

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liebe renate!

ganz, ganz vielen dank, ich denke, daß ich jetzt aufgeklärter bin! ich hatte im übrigen tetanol und tetagam vertauscht *ggg*

julia