Hallo,
ich bin mal wieder Recherche mässig unterwegs. Schreibe an einem Referat über Tiefenrausch und möchte alles wissen, wieso-weshalb-warum, Erfahrungsberichte oder hilfreiche links. Vielen Dank, Nina
Hallo,
ich bin mal wieder Recherche mässig unterwegs. Schreibe an einem Referat über Tiefenrausch und möchte alles wissen, wieso-weshalb-warum, Erfahrungsberichte oder hilfreiche links. Vielen Dank, Nina
hallo!
ein ganzes buch wartet auf dich:
http://www.mtsinai.org/pulmonary/books/scuba/gaspres…
tschüss
matthias
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi Nina!
Die Taucher bezeichnen den Tiefenrausch als „Stickstoffnarkose“
Diese kann bereits ab einer Tiefe von 23 m(im Meer) beginnen, normalerweise erlebt der durchschnittlich gesunde Taucher diese aber eher jenseits der 30 Meter.
In der „Sauerstoffflaschen“ befindet sich kein, wie von Laien oft angenommen, Sauerstoff, sondern ganz normale Luft die unter Druck steht. In der Regel so um die 220 bar. In der Luft ist ein hoher Stickstoffanteil der unter Wasser die Verbindung zwischen den Nerven blockiert und dadurch kommt es zu einer Berauschung, dem Tiefenrausch.
Der Stickstoff ist es auch der den Taucher dazu zwingt, zwischen den Tauchgängen Ruhezeiten einzuhalten und im Wasser nach längeren Aufenthalten in größerer Tiefe beim Auftauchen Stopps, sogenannte Dekostopps, einzulegen.
Sollte der Taucher bei sich eine Stickstoffvergiftung feststellen muss sofort etwas höher aufgetaucht werden. Die Symtpome verschwinden dann wieder, der Tauchgang kann in geringeren Tiefen fortgesetzt werden. Auf keinen Fall unten bleiben und die Symptome ignorieren, da es zu schweren Halluzinationen und anderen Störungen kommen kann die bis zum Tod führen können. Orientierungsverlust ist unter Wasser eine ernstere Angelegenheit als an Land.
Teilweise kann man die Narkose noch gar nicht selbst wahrnehmen. Wir haben z.B. in 30 m einfache Rechnungen probiert und Knoten geknüpft. Die Rechnungen waren teilweise unlösbar für die Knoten haben wir mehr als die doppelte Zeit als an Land gebraucht.
Soviel ganz schnell.
Du solltest aber unter Stickstoffnarkose bei Google fündig werden.
Grüße Dusan
Ich gebe Dir ja weitestgehend recht aber dies hier
Der Stickstoff ist es auch der den Taucher dazu zwingt,
zwischen den Tauchgängen Ruhezeiten einzuhalten und im Wasser
nach längeren Aufenthalten in größerer Tiefe beim Auftauchen
Stopps, sogenannte Dekostopps, einzulegen.
hat meines Wissens nichts mit dem Tiefenrausch zu tun, sondern viel mehr mit den im Blut gelösten Gasen, die bei plötzlicher Dekompression Gasblasen im Blut bilden, was wiederum dazu führt, dass eine Sauerstoffversorgung nicht mehr gewährleistet ist. Im Gegensatz zum Tiefenrausch, der an und für sich kaum gesundheitsschädlich ist (wiewohl immer noch ausgesprochen gefährlich, aber auch beim Autofahren bringt den Fahrer in den seltensten Fällen der Alkohol um, sondern erst der nachfolgende Unfall), kann dieses Phänomen direkt zu Herzstillstand und Tod führen.
Bitte die Mediziner nicht gleich wild auf mich loszuprügeln, ich gebe hier nur wieder, woran ich mich vom Tauchkurs erinnern kann.
Gruß,
TheBeast
Hi Beast!
Du hast recht. Das war nur eine Nebenbeierwähnung zum Stickstoff.
Deshalb steht da auch! Ich hab noch irgendwo im Hinterkopf, daß sich das auch in den Gelenken ablagert und nur langsam vom Körper abgebaut werden kann.
Grüße Dusan
Hallo Nina,
Stickstoff hat narkotisierende Wirkung
Bereits ab 30 Metern Tiefe - dort beträgt der Stickstoffpartialdruck 3,2 bar - kann sich beim Tauchen das Phänomen „Tiefenrausch“ einstellen. Mit zunehmendem Druck der eingeatmeten Luft reichert sich der Stickstoff im Blut an. Das Gehirn ist gut durchblutet, und die Gefahr der Einlagerung von Stickstoff ist besonders groß. Der fettlösliche Stickstoff kann in Zellmembranen eindringen und deren Funktion verändern. An den Kontaktstellen der Nervenzellen, den Synapsen, wird die Freisetzung von Botenstoffen verhindert. Das heißt die Weiterleitung von Impulsen wird verzögert. Der in der Luft enthaltene Stickstoff hat unter Druck eine narkotisierende Wirkung auf den menschlichen Organismus.
Tiefenrausch führt zu Orientierungslosigkeit, Schwierigkeiten in der motorischen Koordination und kann euphorische Zuständen hervorrufen. Ab 50 Metern Tiefe ist das Urteilsvermögen gestört. Die unmotivierte Euphorie wird von Angstgefühlen und Koordinationsproblemen begleitet. Ab 60 bis 70 Meter Tiefe kann es zu optischen Sinnestäuschungen wie Röhrenblick und Farbsehen oder dem Wahrnehmen abnormaler Geräusche wie unkontrolliertem Gelächter oder Hysterie kommen. Ab etwa 100 Meter Tiefe setzen Halluzinationen wie unter Drogeneinfluss ein - es droht Bewusstlosigkeit. Ab etwa 130 Meter Tiefe tritt der Tod ein.
Die Gefahr eines Tiefenrausches verstärkt sich durch Substanzen, die auf das Gehirn einwirken wie zum Beispiel Alkohol und Medikamente. In der Regel sind Taucher nicht durch die direkte Wirkung des Stickstoffes gefährdet, sondern durch das irrationale Verhalten beim Tiefenrausch. Neben den nachlassenden kognitiven Fähigkeiten wird immer wieder über selbstgefährdende Handlungen berichtet, zum Beispiel plötzliches tiefes Abtauchen, die dann zum Tod durch Ertrinken führen.
Soweit die Theorie…
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass man den Körper durch regelmäßige tiefe Tauchgänge an den Stickstoff gewöhnen kann und dadurch (relativ) unempfindlicher gegenüber einem Tiefenrausch wird.
Wenn ich z.B. im Winter nicht viel getaucht bin und dann zum Frühjahr in den Rursee springe und direkt auf 40m runter gehe, so geht es mir da unten alles andere als gut. Mit zunehmender Frequenz der Tauchgänge auf dieser Tiefe gewöhnt sich der Körper jedoch an die Situation und stellt sich darauf ein. Du kannst dann auf einmal auf 40m ganz nornmal handeln.
Der Tiefenrausch ist insofern mit einem Alkoholrausch zu vergleichen.
Wenn man nie Alkohol zu sich nimmt, machen einen ein paar Bier schnell fertig.
Wer Alkoholiker ist und regelmäßig trinkt, der zeigt bei vergleichbarerer Alkoholmenge noch keine Symptome, auch wenn die Blutalkoholkonzentration gleich der des Nichtalkoholikers ist.
Um die Stickstoffproblematik in großen Tiefen zu umgehen, verwenden Berufstaucher keine Pressluft sondern ein Gasgemisch, in dem der Stickstoff ganz oder zum Teil durch Helium ersetzt wird.
Helium zeigt auf den Körper keinerlei Einflüsse.
Gruß - Achim