Hallo,
2000 € sind eine Menge, ich denke, dass kann nur durch eine Organisation gesammelt werden. Als Tierarzt würde ich mich weigern,so etwas zu organisieren, weil mir persönlich das Risiko zu groß wäre dann pro Woche 10 Aktionen neu laufen zu haben. Einer will einen Dackel für eine herzkranke Oma, ein anderer Hartz4-Empfänger bräuchte eigentlich Spezialfutter für sein krankes Tier usw. Hinzu kommt, dass der Arzt für die Begleichung seiner eigenen Rechnung sammeln würde und das käme ziemlich komisch rüber, denke ich. Also ich würde es als Arzt nicht machen, wäre mir zu riskant.
Alle regionalen, überregionalen und bundesweit arbeitenden Tierschutzorganisationen und -heime habe ich bereits angeschrieben. Überall die gleiche Reaktion: Nein, für herrenlose Tiere tun wir alles, für Tiere, die einen Besitzer haben, tun wir nichts. Finde ich echt traurig, da ich immer dachte, dass nicht nur mir als Laie klar wäre, wie wichtig es für ein Tier ist, ein Zuhause zu haben.
An alle, die meinen, dass man mit Hartz4 kein Haustier haben sollte, möchte ich sagen, dass ich gerade für diese Menschen Tiere allgemein und Hunde insbesondere wichtig finde, da etliche Hartz4-ler in sozialer Isolation leben und aufgrund eines Hundes einfach unter Menschen müssen und mal ein anderes Gesprächsthema haben als immer nur die Gespräche über Arbeitslosigkeit, Armut und - was ja auch leider oft genug passiert- die Rechtfertigung, warum man in „Saus und Braus“ vom Staat lebt. (Mir ist sehr wohl klar, dass es diese Leute gibt, aber die verletzt es auch nicht, wenn sie solche Diskussionen mitbekommen)
Ich bin weder in einem Tierschutzverein noch habe ich ein Tier, aber ich habe immer, wenn ich in einem speziellen Supermarkt eingekaufe, Tierfutter gekauft und es in eine Spendenbox hinter der Kasse getan. Ich bin grad arg am Zweifeln, ob das so gut war und überlege mir ernsthaft, ob ich das Futter nicht bei einer Lebensmittelsammelstelle für Menschen mit geringem Einkommen abgebe, damit die das an Tierbesitzer weitergeben. Klar, man muss sich überlegen, ob man sich ein Tier dauerhaft leisten kann oder nicht, aber das ist in der heutigen Wirtschaft beim besten Willen nicht mehr so einfach zu bestimmen. Und wenn ich mir dann anschaue, wie viele Leute Mitte / Ende 20 noch nie gearbeitet haben, aber keine Bedenken haben, Kinder in die Welt zu setzen, weil sie ja wissen, dass Kinder gebraucht werden und sie deshalb etliches einstreichen können, frage ich mich, was verantwortungsloser ist. Womit ich hier auf keinen Fall ein Tier mit einem Menschen gleichsetzen möchte, sondern das auf unverantwortliches Handeln beziehe.
Traurig macht mich aber echt, dass nur herrenlosen Tieren geholfen wird. Weil man sich da als Tierschützer vielleicht so richtig edel fühlen kann? Wenn es andere Hilfsangebote gäbe, würde man ja nicht nur einem Tier helfen, sondern auch einen Menschen glücklich machen …
Die Frau war mit dem Hund diese Woche in der Beratung, er schien gut erzogen zu sein, war unheimlich verspielt und einfach süß, ich kann sie sehr gut verstehen, dass sie sich nicht von ihm trennen will. Ich bin mir sehr sicher, dass er sie in düsteren Stunden ablenkt und wirkliche Freude in ihr Leben bringt.
Bevor einer auf die Idee kommt, ich soll bei uns in der Beratung einen Aushang machen. Nein, das tue ich nicht, denn zum einem könnte ich dann für fast jeden sammeln, denn jedem fehlt was Wichtiges (der eine könnte mit einem Führerschein leichter Arbeit finden, der andere bräuchte dies und der nächste bräuchte das) wo sollte ich da eine Grenze ziehen, was „sammelwürdig“ ist und was nicht. Zum anderen kommen ausschließlich Hartz4-ler zu uns, nicht gerade das Klientel, das viel Geld für Spenden hat.
Meine einzige Hoffnung ist noch der Teilnehmer, der in denHundeforen nachfragen wollte…ich hoffe, da kommt etwas Positives raus
Viele Grüße und vielen Dank für die bisherigen Antworten.
Ich freue mich über weitere
Yentl
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