Wenn Tiere gucken, dann Tanzania
Hi Daisy,
An Kenia („Tiere gucken“ in Südafrika war eines der schönsten
Erlebnisse meines Lebens)
ich wollte gerade das Posting Deines Vorredners ergänzen, als ich Deine Antwort las. Wenn Du mit dem Gedanken spielst, Tiere zu gucken, dann würde ich Dir absolut zu Tanzania raten. (Vorausgesetzt, Ihr könnt Euch das leisten…) Das ist vom Tiere beobachten das wunderschönste, was man sich nur vorstellen kann!!
Kenya hat auch nette Nationalparks, von denen sicherlich Tsavo, Amboseli und Masai Mara die besuchtesten sein dürften. Tsavo hat zwar viele Tiere, aber da es sich um eine Dornbuschsavanne handelt, sind die Viecher oft sehr schwer zu sehen. Wenn es grün ist, dann wird es richtig schwer!
Amboseli quillt über von Elefanten und ist relativ kaputt.
Die Masai Mara ist der nördliche Ausläufer der Serengeti auf kenyanischem Gebiet. Es gibt dort, speziell wenn die „Migration“, die jährliche Wanderung der Gnus, andauert, sehr viele Tiere zu sehen. Das Problem der Masai Mara ist, dass das Gebiet kein richtiger Nationalpark ist, sondern den Masai gehört. Diese gestatten den Fahrern von den Wegen abzufahren. Dadurch ist großen Teils die Grasnarbe schon ziemlich kaputt. Außerdem ist das Gebiet recht klein und entsprechend voll. (Vor allem auch mit Tages- oder Wochenendtouristen, die eine Flugsafari von der Küste aus machen) Wenn also irgendwo ein Gepard gesichtet wird, dann hast Du gleich zehn Autos drumherum. Die Tiere sind gestresst, die Touristen sind gestresst und die Guides sind gestresst, weil sie unter Erfolgsdruck stehen. (Trinkgelder!)
Die Parks in Tanzania sind erheblich größer und viel weniger besucht. Es gibt einige architektonisch phantastische Lodgen (Lake Manyara, Ngorongoro Wildlife, Seronera, Lobo), wo vielleicht der Service etwas frugaler ist als in Kenya, aber die für sich schon ein Erlebnis sind.
Die Parks sind vom Charakter her unterschiedlich und landschaftlich sooo gigantisch. Wenn man es nicht gesehen hat, dann kann man es sich kaum vorstellen! Z.B. wenn man von Ngorongoro und den anderen Vulkanen runterkommt und schaut 100 km weit in die Serengeti. Soweit das Auge reicht Steppengras und dazwischen Inseln aus Granitbrocken. Und wenn die Migration startet, dann auch noch bis zum Horizont schwarze Gnuleiber… Oder aber Lake Manyara. Direkt unterhalb des ostafrikanischen Grabenbruchs liegen die verschiedenen Salzseen, aber auch ein Süßwassersee, der von Vögeln und Nilpferden nur so wimmelt. Mit Glück kommt eine Elefantenherde vorbei. Ich habe dort mal eine Herde mit ca. 70 Viechern gesehen, die langsam am Auto vorbeiflanierten.
Es gibt sehr viele Tiere und sehr verschiedene zu sehen. Abgesehen vom Ngorongoro-Krater, wo man schon weiß, in welcher Ecke die Nashörner stehen und wo man ziemlich sicher Elefanten findet, sind die aber nicht alle sofort zu sehen. Man muss eben richtig Safari fahren! Morgens wenn man startet, weiss man noch nicht, was einem über den Weg laufen wird. Wunderschön.
Sehr schön ist übrigens auch der Tarangire-Park. Es gibt dort eine sehr schöne Zeltlodge, von der aus man ins Tal sieht und abends beim Sundowner die Tiere beobachten kann.
Ich habe einmal eine Tour in Zimbabwe begleitet. Ich stelle mir die Parks in Südafrika ein bißchen ähnlich vor. Der Service und die Ausstattung waren perfekt (unterwegs wurde angehalten und ein Glas Sekt getrunken…), aber von den Tieren war Tanzania einfach viel, viel schöner. (Obwohl ich in Zimbabwe Wildhunde bei der Jagd beobachten konnte! Ein echtes Erlebnis!)
Liebe Grüße
Burkhard
- der weiß, wie schwer solche wunderschönen Urlaubsentscheidungen sind…