…schon klar!
Hallöle, das artet ja langsam in Arbeit aus!
Auf gehts:
Der Blickkontakt ist also ein universell einsetzbares
Kommunikationsmittel, das nicht einheitlich als Dominanzgeste
gewertet werden kann.
Ist ja richtig und natürlich kuckt der Hund auch einfach mal so, um zu sehen, wo man denn bleibt. Und ich umgekehrt natürlich auch!!
Aber entgegen deiner recht bildhaften Beschreibung bleibe ich dabei: Beim Fußlaufen läuft eine (natürlich SPIELERISCHE) Auseinandersetzung um Leckerli oder Spielzeug ab. Man kann einem Hund auch gut Fußlaufen beibringen ohne das zu wissen, wie gesagt, vieles macht man intuitiv richtig. Aber ich persönlich habe mehr Spaß an der Arbeit oder dem Alltag mit meinem Hund, wenn ich solche Dinge weiß. Und gerade bei schwierigen Hunden hilft dieses Wissen weiter. Auch sind für manche Menschen solche schlichten klaren Erläuterungen besser zu verstehen und umzusetzen als so schwammige Begriffe wie Du sie zum Teil verwendest („Mein Hund „fragt“ mich durch einen Blick auch nach Erlaubnis, ob er zu einem entgegenkommenden Hund laufen darf.“ Menschlich gesehen, kann man das so FORMULIEREN. Das beschreiben mit Hilfe von Dominanz, Bindung und Trieb ERKLÄRT die Hintergründe aber besser.) Außerdem kann man dann mit etwas Phantasie selbst einfache, spezielle Übungen für sehr spezielle Hunde mit sehr speziellen Problemen entwickeln. Oder auch für sehr spezielle Halter. NATÜRLICH: Der 80-jährigen Oma Pfiffig, die ihrem Dackel das Wildern abgewöhnen will, brauche ich so nicht zu kommen.
Ja, natürlich. Aber ich denke, dass das alles nicht unbedingt
mit dem Blickkontakt AUSSCHLIEßLICH zu tun hat.
Selbstverständlich. Kontext gehört immer dazu.
Du benutzt ihn
einmal dafür, um den Hund zu beruhigen, einmal um ihn zu
warnen (wenn er etwas fressen will), dann um eine best.
körperliche Reaktion zu bekommen (beim Lernen des „Sitz“) usw.
usf. Der Hund kann dies aber nicht unterscheiden, sondern
reagiert auf deine Grundhaltung, Körpersprache, Stimmung,
Spannung, etc.
MOOOMENT!!! Es passieren keineswegs soooo unterschiedliche Dinge („beruhigen, warnen, sitzen“). In allen drei Situationen geschieht de facto dasselbe im Hund. Nur wie der Hund das körperlich umsetzt ist natürlich vom Kontext abhängig.
Also: Ich warne den Hund nicht, ich beruhige ihn nicht, ich setze ihn nicht hin. Ich dominiere ihn und er löst den dadurch entstehenden Konflikt durch Unterordnung.
Ganz kurz noch mal gesagt: Sich in eine untergeordnete Position zu begeben, bedeutet immer eine Abnahme der Aktivität und Beruhigung. Wohlgemerkt, das wird nicht etwa durch die dominante Handlung des Gegenübers erzeugt. Die erzeugt zunächst mal einen kurzen Konflikt. Aber das Lösen dieses Konfliktes durch das Begeben in eine untergerodnete Position sorgt für diesen Effekt, weshalb der Hund es ja auch tut - er fühlt sich besser. In den drei Fällen heißt das: Beim Tierarzt legt er sich unter die Bank, beim Futter geht er weiter bzw. kommt zu mir und in Verknüpfung mit dem Kommando Sitz setzt er sich hin. Alle drei Handlungen entsprechen einer Abnahme der Aktivität also einer Unterordnung.
Der Hund hat einfach eine Situation mit deiner folgenden
Reaktion verknüpft…usw. :
So ist es. Und wo am Anfang eine eindeutige Unterbrechung des Fehlverhaltens nötig war (Lautäußerung sozusagen), reicht dann der Blickkontakt (zum einen, weil zum hündischen Verhalten die Erfahrung gehört, daß beim Ignorieren einer Dominanzgeste die Gefahr besteht, daß eine noch eindrücklichere Geste folgt (und das braucht er nicht mal von mir lernen, weil ihm das andere Hunde schon zeigen) bzw. wie Du richtig schreibst: Bei Frauchen gibts noch was viel besseres als diesen vergammelten Döner hier! Super!
Der Hund hat aber trotzdem „nur“ gelernt, nichts fressen zu
dürfen, wenn Frauchen dabei ist. Wäre dein Hund alleine im
Garten und dort würde was Leckeres im Gras liegen, würde er es
fressen, weil du nicht anwesend bist. Egal wie dominant du
ansonsten bist und wie gefestigt seine Position ist. Er wird
es einfach tun, weil es in seiner Art liegt.
Na im Moment würde er das glaub ich leider wirklich tun. Da machst Du mich aber darauf aufmerksam, daß ich da mal wieder was tun muß ;o). Aber: Ich konnte mich tatsächlich jahrelang darauf verlassen, daß er in keiner Situation Fremdfutter genommen hätte. Und nicht, weil mein Hund so besonders toll ist. Sondern weil ich meinen Hund so erziehe, daß das eintritt, was ich in einem Kommentar vorher schon ansprach: Ich doktere nicht an Symptomen rum, sondern ändere dauerhaft die grundsätzliche Stimmungslage meines Hundes bestimmten Situationen gegenüber! Das heißt, daß ein normal ernährter Hund durchaus völliges Desinteresse gegenüber fremdem Futter entwickeln kann. Und damit meine ich tatsächlich Desinteresse und nicht „es interessiert ihn zwar, aber er nimmt es nicht, weil Frauchen dabei ist“. (Gleich-mal-überleg-wie-sich-das-wieder-einschleichen-konnte: Wahrscheinlich mal an einem sehr hungrigen Tag doch heimlich was gefressen - keine Konsequenzen - langsam weiter ausbauen - … irgendwie so muß es gewesen sein… und da ich wie alle Menschen ein Meister des Mißachtens schleichender Veränderung bin, fällt das dann erst auf, wenn der Hund einen noch dazu „frech“ ankuckt… womit wir gleich zur nächsten Frage kommen…)
Der Blick zu dir
ist also eine reine Überprüfung, ob du gerade hinsiehst.
Würdest du diesen Blick von deinem Hund auch also dominant
bezeichnen?
Allerdings! Wenn er das Futter nehmen würde, weil ihm noch nie jemand gezeigt hat, daß er das nicht zu tun hat, wäre es eben nur eine unwissentliche „Fehleinschätzung“ seiner eigenen Position. Er kuckt ja aber gerade deshalb, weil er den Konflikt hat, einerseits fressen zu wollen, andererseits in ziemlich genauer Kenntnis seiner Position unsicher und gehemmt in dieser Situation ist, da als erstes ja mal mir das Fressen zustünde. Und statt den Konflikt damit zu lösen, sich von alleine wieder in eine untergeordnete Stimmung zu begeben, macht er dieses davon abhängig, wie ich mich verhalte.
Aber gut, Du hast recht, er kuckt nicht, um mich DAMIT zu dominieren, sondern um die Unsicherheiten auszuräumen, die er bezüglich der geplanten dominanten FOLGENDEN Handlung hat. Da muß man ja langsam aufpassen, was man Dir hier anbietet…;o)
Naja, war eine Erinnerung, daß eine Rangordnung nichts statisches ist, sondern es in der Natur des Hundes liegt, die Lücken auszufüllen, die man ihm bietet.
Nochmal zur Dominanz:
Ich bezeichne es nur anders.
Dominanzgesten sind für mich etwas anderes, deshalb hatte ich
so ein Problem damit anfangs (weil viele Menschen diesen
Begriff nach wie vor falsch deuten und falsch ausleben).
Vielleicht scheiden sich unsere Geister einfach nur an dem
Begriff Dominanz?
Genau das ging mir auch schon gestern im Laufe des Tages durch den Kopf, bevor ich Deine Antwort las. Ich glaube, das ist es. Für mich ist im Laufe der Zeit dieser und andere negativ besetzte Begriffe zu einem ganz normalen Fachbegriff geworden und - was hier im Internet ja nicht geht - daß ich damit keine Brutalomethoden meine, sieht man, wenn man meinen oder andere entsprechend geschulte Hunde sieht. Schön, geklärt!
Daß eine vorgebeugt Körperhaltung noch mehr Eindruck
macht, als ein Blick ist ja auch klar. Ändert aber nichts
daran, daß bei solchen Übungen der Effekt des Blickkontaktes
eben in seiner Dominanz liegt.:
Nein, eben nicht. Wie ich dir oben beschrieben habe, ist die
Aussage eines Blickkontaktes so unterschiedlich und zahlreich,
dass man ihn nur im Zusammenhang des Ganzen sehen kann. Wenn
ich also einen korrigierenden Blick an meinen Hund richte,
wenn er schlampig vorsitzt, dominiere ich ihn nicht, sondern
weise ihn darauf hin, dass das noch nicht ganz das ist, was
ich haben will.
Doch tust Du. Du bringst ihn in eine Konfliktsituation, die er damit löst, sich richtig hinzusetzen, da Du dann erfahrungsgemäß die Spannung wieder löst. Du nennst es „darauf hinweisen“, ich nenne es „dominieren“. Wie auch immer - am Ende sitzt er richtig, fein!Leckerli.
Wenn ich meinen Hund ansehen, wenn ich vor der ersten Hürde
eines Agility-Parcours stehe, weiß mein Hund, dass er jetzt
gleich losstarten darf, sich konzentrieren soll weil es gleich
losgeht. Ich dominiere ihn damit nicht.
Doch tust Du. Du erhöhst die Spannung, damit er schneller und triebiger losflitzt. Daß er in dieser Situation deine Dominanz nicht mit Unterordnung erwidert (das wäre ja fatal, siehe oben „Abnahme der Aktivität“, und ihr wärt das lahmste Team auf dem Platz), liegt daran, daß Du auf dem Hundeplatz viele Situationen schaffst, bei der die spielerische Auseinandersetzung um Dominanz und Unterordnung erlaubt und gewünscht ist. Du bestätigst ja viele dominante Handlungen und spielst das Spiel mit.
In diesem Zusammenhang noch mal zum Fußlaufen: In der Regel zeigt ein Hund, der so schön drangvoll und dicht und mit permanentem Blickkontakt läuft, wie es Prüfer gerne sehen, eindeutig dominante Gesten: Er starrt Dich an (OK, das glaubst Du mir in hundert Jahren nicht, daß das dominant ist) und er bedrängt Dich unter Umständen sogar körperlich mit seinem Kontaktlaufen. Die Kunst beim Hundesport ist eben, den Hund so dicht wie möglich unter Dir, also so weit oben wie möglich einzuordnen, damit er genügend Aktionismus für die Übungen mitbringt. Aber eben doch den kleinen Tick unter Dir, daß DU bestimmst, welche (auch dominanten) Handlungen er zeigen darf und vor allem, wann der Spaß wieder vorbei ist und er ohne Angestarre sondern entspannt gelangweilt untergeordnet neben mir her trabend wieder nach Hause geht.
Ich weiß
nicht, ob du schon vom Meideverhalten gehört hast.
Nach meinem kleinen Loblied auf meinen Hund merktest Du ja an, daß ich wahrscheinlich einfach das Glück hatte, einen wesensstarken einfachen Hund bekommen zu haben. Dem war nicht so. Von Meideverhalten kann ich ein Lied singen. Mit viiiielen Strophen.
…So einen Hund kann
ich NUR mit positiver Bestätigung und Motivation ausbilden.
Kannst Du unter Umständen eben gerade nicht. Es gibt Hunde, für die jegliche Interaktion mit dem Halter eine derartige Konfliktsituation bedeutet, daß sie sich komplett verweigern und nur noch hochgradig angespannt und handlungsunfähig dasitzen und für NICHTS mehr empfänglich sind. Weder für liebe noch böse Worte noch körperliche Einwirkung und auch nicht für Leckerli oder Ball. (Was nicht verwundert: Ein Hund in so einer Notlage hat generell weder Futter- noch Beutetrieb.) Da hilft Dir also alle Freundlichkeit auch nicht weiter. Es gibt aber sehr schöne Übungen auf der Basis von Ignoranz, die das Problem lösen.
Dazu gehören
sicher Maßnahmen zur Unterbindung von Fehlverhalten. Doch
sollten diese nie körperlicher Natur sein oder so inkompetent
wie ein Leinenruck z.B.
Naja. Du mußt ihn ja nicht machen. Aber hunderte Übungsleiter auf Hundeplätzen oder Diensthundeausbilder können nicht inkompetent sein. Und wenn Du deinen angeleinten Hund durch Stehenbleiben daran hinderst, auf einen anderen los- oder über die Straße zu gehen, ist das auch eine körperliche Einwirkung, Du hältst ihn fest. Außerdem gibt es genügend Hunde, die auf Rasselgeräusche oder ähnliches nicht reagieren, weil sie im Alltag gelernt oder auch vorsätzlich beigebracht bekommen haben, eben NICHT bei jedem lauten unbekannten Geräusch zu reagieren (Stichwort Großstadt, Diensthundeausbildung).
Darf ich erfahren, wie Du so einen Hund unterbrichst, den Du unterbrechen MUSST, weil sonst Gefahr für ihn oder andere besteht???
Darf ich fragen, ob du dich mit der Ausbildung über den
Clicker schon mal auseinander gesetzt hast?
Habe ich und beschlossen, daß ich das zunächst mal nicht brauche. Es folgt ein etwas unsachlicher Kommentar: Ich halte solche ach so tollen Hilfsmittelchen für Geldmacherei. Was man da nicht für Geld für tolle Clicker nebst dazugehörigem Handbuch und Lernvideo ausgeben kann. Super. Und am Ende laufen Hinz und Kunz mit Haltis und Clickern durch die Gegend und erreichen am Ende gar nichts, weil sie die Dinge völlig falsch einsetzen.
Wenn sie es unter Anleitung eines erfahrenen Trainers wenigstens richtig anwenden lernen, soll jeder tun was er will. Ich hatte noch keinen Fall, den ich nicht ohne solche Dinge hätte lösen können.
… vor Allem verlernt der
Hund durch das selbstständige Erarbeiten eines Verhaltens die
am Ende resultierende Übung so gut wie nie wieder.
Das selbstständige Erarbeiten einer Lösung durch den Hund ist kein spezielles Ergebnis der Clicker-Anwendung. Das sollte der grundsätzliche Weg sein, einem Hund etwas beizubringen (So nach dem Prinzip "neues unbekanntes Kommando - Hund probiert verschiedene Sachen aus - macht er zufällig das richtige: Jubel, Bestätigung; nur das ICH dem Hund noch HELFEN würde, indem ich die ausprobierten verkehrten Versuche z.B. mit einem klaren „Nein!“ kommentieren würde. Oft versucht ja der Hund die falschen Handlungen mehrmals - das kann ich mit einer „negativen“ Besetzung dieser Handlungen einfach abkürzen. Es ist grundsätzlich so, daß Hunde positiv belegtes Verhalten schneller, öfter und ausgeprägter zeigen, während sie negativ verknüpftes sehr schnell seltener, langsamer und weniger deutlich zeigen. Insgesamt kann ich ihm also damit helfen, schneller aufs richtige zu stoßen.)
Ich merke es sehr wohl, dass ich ein souveräner Chef bin. Nur
muß ich dazu nicht körperlich auf meinen Hund einwirken.
Um Himmels willen, nein! muß ich auch nicht!
Ich habe ja nur ein
Problem damit, dass alles was ich meinem Hund entgegenbringe,
als Dominanzgeste betitelt wird, denn so ist es einfach nicht.
Es sind nicht ALLES Dominanzgesten! Man sollte sich aber im klaren darüber sein, daß man aber eben doch auch solche Gesten ausübt, ohne daß man sich dessen bewußt ist! Es hatte sich einfach in einem Deiner Kommentare so angehört, als würdest Du Deinen Hund NIEMALS dominieren (mit der positiven Belegung, wie ich sie habe; ich weiß einfach nicht wie ich es anders ausdrücken soll, ohne dabei allzusehr zu „menscheln“). Und dem wird auf keinen Fall so sein. Es fällt nur meist nicht auf, weil ein gut eingeordneter Hund dem nicht mit „Gegen“-Dominanz oder extremem unterordnungsverhalten begegnet. Wenn ich auf der Strasse laufe und mein Hund mitten im Weg steht, wird er mir Platz machen. Ohne daß ich darüber nachdenke, habe ich ihn mit meiner unveränderten Laufrichtung und dem unverminderten Tempo dominiert und er antwortet darauf genauso reflexartig und ohne darüber „nachzudenken“ mit Unterordnung, indem er mir Platz macht. Wenn er es nicht tun würde, fände ICH das auch nicht schlimm - ich würde es nicht mal richtig wahrnehmen und eben einfach um ihn rum laufen. Dann hätte er mich dominiert. Selbst wenn er nicht weggeht, weil er mich einfach nicht gesehen hat, wäre das dominant, denn zumindest aus dem Augenwinkel oder durch das Hören meiner Schritte hat er mir als Rudelführer immer seine latente Aufmerksamkeit zu schenken. Ich könnte ja auch plötzlich ganz woanders hinlaufen - wie will er mir folgen, wenn er das nicht merkt. Was solls - wie Du auch schreibst: Wichtig ist, daß er sich in den von mir für wichtig befundenen Situationen ganz klar untergeordnet verhält (Grenzüberschreitung an der Strasse z.B.). Wer wie wo langläuft, ist mir in der Regel egal.
Und wieder, ich stimme mit dir überein. Die Frage ist nur,
wieviel Menschen wissen über die natürlichen Verhaltensweisen
ihres Hundes Bescheid
10%?
und wissen, wie sie hundegerecht mit ihm
kommunizieren?
5%?
Und wieviele glauben nur, dass sie es wissen?
macht dann -kurz-nachrechne- 95%!
Nun, dann wirst du sicher die Blochschen Untersuchungen kennen
und wissen, dass sich Wölfe kaum mit Dominanz und
Rangordnungskämpfen auseinandersetzen - denn Chef ist wer
Erfahrung hat und nicht wer permanent Stärke und Macht
demonstriert.
Heijei, es menschelt… Jedenfalls hast Du natürlich recht: Sich permanent ohne Anlass seiner Stellung versichern zu müssen, zeugt von Unsicherheit und also davon, daß man für die Position des Rudelführers nicht geeignet ist. Im Wolfsrudel würde solch ein asoziales Verhalten schnell die Leistungsfähigkeit des Rudels schwächen und er würde alsbald nach unten ein- oder rausgeordnet. Und das Wölfe sich kaum jemals richtig „fetzen“ ist auch richtig. Sie klären ihre Positionen durch subtilere Gesten (Ohrstellung, Schwanzhaltung) bzw. z.B. durch räumliche Positionierung zum Rudelführer und den ihnen zustehenden Handlungsspielraum (Fortpflanzung z.B.)
Somit kommt es auch kaum zu den sog.
Rangkämpfen, diese treten wenn dann unter den Jungwölfen auf.
Die Alpha-Tiere sind aber unangefochten an der Spitze.
Ich bin kein Jungwolf, daher „lasse ich mich auch nicht auf
Rangkämpfe mit meinem Hund herab“. Das können meine Hunde
untereinander machen, ich bleibe da außen vor, da mich keiner
meiner Hunde in Frage stellt.
Richtig, einen ernsthaften Machtkampf wird man sowieso selbst bei einem Yorkshire Terrier kaum unbeschadet überstehen.
Was da in der Ausbildung passiert ist ja auch kein Rangkampf! Sondern kommt eher der Spielsituation gleich, die du beschreibst:
Wenn du das Spielverhalten von Hunden beobachtest wirst du
sehen, dass sich der Ranghöhere auch mal unterwirft, und der
normalerweise Rangniedrigere plötzlich nach oben kämpft. Im
Spiel. Spiel ist ein interaktives Sozialverhalten, das bei
Welpen vorrangig dazu dient, verschiedenste Verhaltensweisen
zu lernen, bei erwachsenen Wölfen dem Spannungsabbau und der
Zusammengehörigkeit dient.
Wenn ich also mit meinen Hund arbeite (auf partnerschaftlicher
Ebene) und ihn anschließend lobe oder mit ihm spiele, bin ich
keineswegs in meiner Position gefährdet, sondern mache etwas,
was man „Festigung der Bindung“ nennt.
Spielerisches Unterwerfen gefährdet Dich natürlich nicht in Deiner Position. Deshalb kannst Du es ja auch unbeschadet tun! Und es kann auch zur Festigung der Bindung beitragen. Obwohl sich der Leitwolf eines Wolfsrudels so gut wie nie, und wenn dann nur kurz und eher gehemmt, am Spielverhalten beteiligt. Zu der „partnerschaftlichen Ebene“ sag ich jetzt mal nichts…
Was das devote Rumgepiepse angeht - in deinen Augen ist es
wohl schwächlich,…
Nö. Ganz normales hündisches Verhalten. Mach ich auch. Die Formulierung war etwas ironisch gemeint!
ein Hund braucht Kasernenhofton, eine feste
und laute Stimme. Oder wie?
Nö. Also manchmal natürlich. Wenn er unaufmerksam ist und nach dem zweiten Mal immer noch nicht hört. Oder wenn er etwas weiter weg oder die Baustelle so laut ist. Da kann ich dann auch schon mal RICHTIG laut werden!! Naja Spaß beiseite…
Ich nenne es „motivieren“.
Ja das tust du damit auch. Aber WARUM motiviert es den Hund denn? Warum motiviert Dein „devotes Rumgepiepse“ und Deine gelöste Stimmung den Hund, eine Handlung zu wiederholen?
Beim Schutzdienst (mit dem ich sehr wohl was zu tun habe, da
ich meine „Senior“ darin ausgebildet habe) hat dieses Klopfen
aber auch nicht die Wirkung eines Lobs oder der Bestätigung,
wie du selbst schreibst.
Bei manchen hilfts. Was mein angeführtes Beispiel betrifft: Das Klopfen kann eben als Dominanzgeste eine etwas beruhigendere Wirkung haben -siehe oben- so daß der Hund dann „prüfungsmäßiger“ bellt.
Ja, ich habe mit Problemhunden zu tun. Du kannst diese Aussage
aber nicht verallgemeinern, denn ist ein Hund verunsichert und
ängstlich, weil er schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht
hat z.B., bringt es ihm sehr wohl was, wenn sich der Chef mal
„herablässt“ und mit ihm spielt.Wie gesagt, Bindungsarbeit.
Habe ich einen umweltängstlichen oder angstaggressiven Hund,
gebe ich dir Recht. Dieser braucht eine Stütze, eine
kompetente Leitung.
Also einig: Es gibt solche und solche Fälle.
Na siehst du, es gibt ja doch viele Dinge, in denen wir
diesselbe Meinung haben.
Na klar! In manchen Fällen ist es anscheinend nur eine Frage der verwendeten Begriffe.
und benutze auch keine
Erziehung für Weicheier.
Hahahahahaha - wegschmeiß-vor-Lachen- Nein, Du lieber Himmel, das hatte ich auch nicht vermutet!!! Wenn ich Dich für komplett fehlgeleitet und inkompetent haltenwürde, hätte ich nicht so freudig weiterdiskutiert!!
Meine Hunde dürfen auf der Couch liegen, meine Hunde dürfen
auch zuerst durch die Haustür gehen, sie essen auch bevor ich
es tue.
Weil mir diese Dinge nicht wichtig sind. Dafür lege ich auf
andere Dinge größeren Wert und diese sind auch einzuhalten -
ohne wenn und aber.
Trotzdem habe ich kein Dominanzproblem von den beiden zu
befürchten, da sie wissen, wo ihr Platz ist und ich ihnen
Freiheiten erlaube, die sie zu schätzen wissen und mich im
Ansehen wieder steigen lassen. Eine wohlwollende, klare
Führung.
Na, menschelt etwas, aber: Jawoll, schön!
Ach und nur noch so am Rande: Die von mir angeführten
Problembeispiele betreffen natürlich nicht meinen eigenen
Hund.
Natürlich nicht
*schmunzel* NATÜRLICH nicht
Greetz von Inka!