Tips gesucht:2 Hunde trainieren

Na einmal muß ich noch…

-> Schleppleinentraining, nenn ich das. Ist aber auch was
anderes als ein Leinenruck *g*

aber auch hier findet eine negative Verknüpfung statt - wenn ich nicht mitmache, hänge ich blöde unangenehm in der Leine und Frauchen bringt mich mit ihrem undurchschaubarem Rumgelaufe total in Verwirrung.

Ich werde mich einfach in hundert Jahren noch dagegen verwehren, wenn jemand versucht zu vermitteln, man könne einen Hund ausbilden ohne ihm dabei jemals Frust, Stress und psychischen Druck zu verursachen oder bereits vorhandene Defizite auszunutzen.
Auch Du bringst Deinen Hund in Konflikte, verursachst in ihm Defizite - ob mit Leinenruck oder ohne. Ohne Defizit in einem seiner Triebe keine Handlungsbereitschaft. So formuliert wirst Du das sicherlich nicht meinen. Aber es kommt doch ein bißchen so rüber, als ob Deine Hunde ununterbrochen glücklich und zufrieden während des Trainings sind. Wären sie das, könnte man nicht mit Ihnen arbeiten!

Wie schön, ich glaub, ich komm zu euch!

Naja, ich bin vor Negativerfahrungen auch nicht gefeit, aber wie gesagt eher mit den Haltern. Als ich in einer Rettungshundestaffel einstieg, in der viel mit Futter gearbeitet wurde, versuchte ich durchzusetzen, daß die Hunde am Trainingstag nicht gefüttert werden. Zur Antwort bekam ich: „Dann hat mein Mäuschen doch den ganzen Tag Hunger!!“ JA, DAS SOLLTE ‚MÄUSCHEN‘ JA AUCH!! (s.o. Handlungsbereitschaft schaffen).
Ich habe natürlich etwas galanter argumentiert. Und auch andere Änderungen ließen sich nicht durchsetzen, weil „das ja schon immer so gemacht wurde“ - weshalb es auch von ungefähr 10 durchaus potenten Hunden innerhalb der letzten Jahre nur zwei zu einer bestandenen Prüfung gebracht hatten bzw. einer durchgefallen war (ein Drama, daß man seinen hündischen wie menschlichen Schützlingen ersparen sollte und das sich zum Glück vor meiner Zeit abspielte.).
Nachdem weder Bitten, Anweisen, Vorführeffekte, noch (langsam verzweifelnd) ein hinzugezogener weiterer äußerst kompetenter und in vielen Bereichen erfahrener Ausbilder an der Situation etwas ändern konnten, verließ ich die Gruppe wieder. Auch im Sinne meines Hundes, denn die Helferarbeit verlief auch entsprechend.
Aus DER Zeit habe ich auch meine Alarmsirene in Bezug auf alles, was sich allzusehr nach „Friede, Freude, Eierkuchen“ in der Hundeerziehung anhört…

Und wozu brauchst du ihn dann? Warum nicht ein positiv
konditioniertes Konzentrationswort einführen, wie „Schau“ oder
„Aufpassen“, „Look“ oder Ähnliches?

Weil er mit negativer Verknüpfung belegtes Fehlverhalten schneller ablegt. Außerdem soll er ja nicht lernen, mich anzukucken, wenn ich ihn anspreche, sondern dies dauerhaft eben OHNE Ansprache tun. Und natürlich ist er sinnlos, wenn der Hund nicht mal ansatzweise die Alternativhandlung kennt. Aber da werden wir wohl nie einig sein. Macht ja nichts! Und natürlich hast Du recht, Alleingänge unerfahrener Hunde"neulinge" bringen selten etwas.

Der liebe Clicker. Mag sein, daß Du einen klitzekleinen Tick schneller Clickern kannst, als ich durch schlagartiges Auflösen der Situation mit einem hohen „Feiiiniiiliii!!“ und dem sofortigen Starten einer kleinen Beuteauseiandersetzung um den Ball meinen Hund bestätigen kann.
Es gibt aber, genauso wie für die Wirkung negativer Verknüpfung, eine Studie diesen Jahres, die bezüglich des angeblich schnelleren Lernerfolgs das Gegenteil nachweist. Es konnte keine Steigerung der Lerngeschwindigkeit nachgewiesen werden: „Clicker increases resistance to extinction but does not decrease training time of a simple operant task in domestic dogsnext term (Canis familiaris)“, Shawn M. Smith and Ellen S. Davis, University of Wisconsin-Whitewater, USA. Veröffentlicht in Applied Animal Behaviour Science.
Mit Lerngeschwindigkeit ist hierbei die Anzahl der Versuche gemeint, bis der Hund es richtig macht, also nicht, wie schnell er schlußendlich die Übung ausführt.

Eine Hundegruppe wurde lediglich mit Futter bestätigt, die andere mit Futter und Clicker. Beide Gruppen brauchten genausoviele Versuche, bis sie die Übung richtig ausführten. Wenn ich mich recht erinnere, sollten die Hunde mit der Nase irgendeinen Gegenstand oder eine farbige Fläche berühren.

Der einzige Unterschied zwischen beiden Gruppen bestand darin, daß bei den Extinktionsversuchen die Clickerhunde länger brauchten, diese Handlung wieder abzulegen. Extinktionsversuch heißt, daß nach Erlernen der richtigen Handlung dieses Kommando weiter gegeben wird, nur daß in beiden Gruppen keine Bestätigung durch Futter mehr erfolgte. Die „Futtergruppe“ bekam also gar keine Bestätigung mehr. Die „Futter-und-Clicker-Hunde“ bekamen zwar auch kein Futter mehr, aber immer noch die „Pseudobestätigung“ durch den Clicker. Dadurch ließen sie sich noch etwas länger „bei der Stange halten“ (so eine Art Pawlowscher Reflex, Clicker=Futter). Schlußendlich gaben aber auch sie das erlernte Verhalten wieder auf.

Wem es Spaß macht und wenn der Hund darauf reagiert, soll ihn ja jeder gerne verwenden. Manche Hunde haben ja auch eine Vorliebe für ein ganz bestimmtes Spielzeug und ein ganz bestimmtes Leckerli und arbeiten dann besser. Man sollte sich aber hüten, aus seinen eigenen Erfahrungen allgemeingültige Aussagen abzuleiten. Daß so viele die Wirkung des Clickers überschätzen, liegt vielleicht auch daran, daß für viele der Kauf dieses Hilfsmittels der Anlass ist, sich grundsätzlich eingehender mit dem Wesen ihres Hundes auseinanderzusetzen. Und dann soll das ja auch gut so sein!

Natürlich muß man jedem Buch und jeder Veröffentlichung kritisch gegenüberstehen. Aber ich vertraue da doch eher einer Primärquelle als einem handelsüblichen Erziehungsratgeber. Übrigens ist die immer wieder ach so niedergemachte Fedderson ja auch nicht auf ihrer Forschung sitzengeblieben sondern veröffentlicht nach wie vor und entwickelt sich weiter. Nur weiß das, wie bei vielen altbekannten Klassikern der Verhaltensforschung leider keiner, weil man auch zugegebenermaßen nur umständlich bis gar nicht an solche Veröffentlichungen rankommt. Auch sind diese heutzutage meist auf englisch verfaßt.
Die von Dir empfohlene Patricia B. MacConnell ist ja „immerhin“ selbst Zoologieprofessorin in den USA, so daß man wohl vermuten kann, daß ihre Erkenntnisse auch von sachlich und wissenschaftlich einwandfrei durchgeführten Studien stammen (in Sachen Lautäußerung des Hundes - wir hatten ja auch das „Winseln“ im Visier - ich denke nicht, daß sie meine Meinung ändern wird. Ich hatte das Glück, jemanden Kennenzulernen, der sich mit der Lautgebung des Hundes (und auch anderer Tiere) und deren Funktion beruflich auseinandersetzt und ich bzw. mein Hund war selbst Proband in einer entsprechenden Studie (war ganz harmlos, kein „Tierversuch“).

Ich finde, am Ende zählt nur eins: Ein entspannter Hund mit einem entspannten Menschen! Vielleicht können wir ja Salma mit unser geballten Power ein bißchen weiterhelfen!

Greetz, Inka!

Na einmal muß ich noch…

-> Schleppleinentraining, nenn ich das. Ist aber auch was
anderes als ein Leinenruck *g*

aber auch hier findet eine negative Verknüpfung statt - wenn
ich nicht mitmache, hänge ich blöde unangenehm in der Leine
und Frauchen bringt mich mit ihrem undurchschaubarem
Rumgelaufe total in Verwirrung.

Ja ok, da hast du natürlich schon recht. Aber es passiert einfach was anderes und das Ziel ist auch ein anderes. Beim Schleppleinentraining zwinge ich dem Hunde keine für ihn unangenehme Nähe zu mir auf, sondern erwarte nur, dass er aufmerksam ist mir gegenüber und sich anschließt. Somit ist das Schleppleinentraining zwar eine körperliche Einwirkung - aber zumindest ohne Schmerzen und gesundheitlich unbedenklich (ich mache es grundsätzlich immer mit einem Geschirr).
Bei der Fußarbeit hingegen verlange ich eine körperliche Nähe, ja - wie du schon sagstest - eine Bedrängung, die vielen Hunden sehr unangenehm ist. Wenn ich meinem Hund diese körperliche Nähe zu mir positiv vermitteln will, arbeite ich nicht mit Leinenruck sondern positiver Verstärkung. Sodass diese Art der Nähe auch angenehm ist für ihn.

Ich werde mich einfach in hundert Jahren noch dagegen
verwehren, wenn jemand versucht zu vermitteln, man könne einen
Hund ausbilden ohne ihm dabei jemals Frust, Stress und
psychischen Druck zu verursachen oder bereits vorhandene
Defizite auszunutzen.
Auch Du bringst Deinen Hund in Konflikte, verursachst in ihm
Defizite - ob mit Leinenruck oder ohne. Ohne Defizit in einem
seiner Triebe keine Handlungsbereitschaft. So formuliert wirst
Du das sicherlich nicht meinen. Aber es kommt doch ein bißchen
so rüber, als ob Deine Hunde ununterbrochen glücklich und
zufrieden während des Trainings sind. Wären sie das, könnte
man nicht mit Ihnen arbeiten!

Meine Hunde SIND glücklich bei der Arbeit, weil sie es lieben zu arbeiten! Das ist einfach so. Dass sie keinerlei Defizite haben, die ich ausznutze, habe ich nie behauptet. Dieses Defizit heißt schlicht und einfach Hunger! *g* Wobei Hunger ein bisschen übertrieben ist. Ich benutze einfach Leckerlies, die es sonst nie gibt und auf die sie unheimlich abfahren. Trotzdem behaupte ich, dass meine Hunde sicher nicht wegen der Bestechung gerne arbeiten, sondern weil sie die Arbeit mit mir lieben, sie lieben es beschäftigt zu sein, körperlich wie geistig. Müsste ich ihnen das aufzwingen, würde ich mich fragen, was ich falsch gemacht habe.

Wie schön, ich glaub, ich komm zu euch!

Naja, ich bin vor Negativerfahrungen auch nicht gefeit, aber
wie gesagt eher mit den Haltern. Als ich in einer
Rettungshundestaffel einstieg, in der viel mit Futter
gearbeitet wurde, versuchte ich durchzusetzen, daß die Hunde
am Trainingstag nicht gefüttert werden. Zur Antwort bekam ich:
„Dann hat mein Mäuschen doch den ganzen Tag Hunger!!“ JA, DAS
SOLLTE ‚MÄUSCHEN‘ JA AUCH!! (s.o. Handlungsbereitschaft
schaffen).

Hi hi, ja das kenn ich nur zur Genüge. Im Junghunde- und Welpenkurs seh ich das vermehrt. Wenn Frauchen mit dem Leckerchen vor der Nase des Junghundes rumwedelt um ihn zu bewegen, doch ein Stückchen näher zu kommen und der nur gelangweilt die Nase rümpft und sich dann interessanteren Dingen zuwendet. Das sind oft Erstbesitzer, die meinen, ihr Hund würde sofort sterben, wenn man auch nur eine Mahlzeit auslässt.

Ich habe natürlich etwas galanter argumentiert. Und auch
andere Änderungen ließen sich nicht durchsetzen, weil „das ja
schon immer so gemacht wurde“ - weshalb es auch von ungefähr
10 durchaus potenten Hunden innerhalb der letzten Jahre nur
zwei zu einer bestandenen Prüfung gebracht hatten bzw. einer
durchgefallen war (ein Drama, daß man seinen hündischen wie
menschlichen Schützlingen ersparen sollte und das sich zum
Glück vor meiner Zeit abspielte.).
Nachdem weder Bitten, Anweisen, Vorführeffekte, noch (langsam
verzweifelnd) ein hinzugezogener weiterer äußerst kompetenter
und in vielen Bereichen erfahrener Ausbilder an der Situation
etwas ändern konnten, verließ ich die Gruppe wieder. Auch im
Sinne meines Hundes, denn die Helferarbeit verlief auch
entsprechend.
Aus DER Zeit habe ich auch meine Alarmsirene in Bezug auf
alles, was sich allzusehr nach „Friede, Freude, Eierkuchen“ in
der Hundeerziehung anhört…:

Glaub mir, da können wir uns zusammentun. Auch ich mag diese „ich streichle meinen Hund zum Gehorsam“-Mentalität nicht. Weil es nicht funktionieren KANN. Doch es gibt das eine Extrem, aber auch das andere. Und viele in der Theorie nachvollziehbaren Methoden funktionieren in der Praxis einfach nicht bzw. muß vor Allem auf den Mensch neben dem Hund geachtet werden, inwieweit dieser überhaupt in der Lage ist, das Geratene umzusetzen.

Und wozu brauchst du ihn dann? Warum nicht ein positiv
konditioniertes Konzentrationswort einführen, wie „Schau“ oder
„Aufpassen“, „Look“ oder Ähnliches?

Weil er mit negativer Verknüpfung belegtes Fehlverhalten
schneller ablegt. Außerdem soll er ja nicht lernen, mich
anzukucken, wenn ich ihn anspreche, sondern dies dauerhaft
eben OHNE Ansprache tun. Und natürlich ist er sinnlos, wenn
der Hund nicht mal ansatzweise die Alternativhandlung kennt.
Aber da werden wir wohl nie einig sein.

Ich denke auch nicht, dass wir hier auf einen grünen Zweig kommen.

Wem es Spaß macht und wenn der Hund darauf reagiert, soll ihn
ja jeder gerne verwenden. Manche Hunde haben ja auch eine
Vorliebe für ein ganz bestimmtes Spielzeug und ein ganz
bestimmtes Leckerli und arbeiten dann besser. Man sollte sich
aber hüten, aus seinen eigenen Erfahrungen allgemeingültige
Aussagen abzuleiten. Daß so viele die Wirkung des Clickers
überschätzen, liegt vielleicht auch daran, daß für viele der
Kauf dieses Hilfsmittels der Anlass ist, sich grundsätzlich
eingehender mit dem Wesen ihres Hundes auseinanderzusetzen.
Und dann soll das ja auch gut so sein!

Nun, dann sollte man aber wenn man gar keine Erfahrung mit dem Clicker gemacht hat, überhaupt keine Aussagen darüber machen, findest du nicht?
Es wäre hier wohl eine neue Diskussion angebracht, wenn man den Sinn oder Unsinn des Clickers durchgehen möchte, daher lass ich dir einfach mal deine Meinung hierzu.

Ich finde, am Ende zählt nur eins: Ein entspannter Hund mit
einem entspannten Menschen! Vielleicht können wir ja Salma mit
unser geballten Power ein bißchen weiterhelfen!

Ein schönes Schlußwort!

Sandra

Hallo! Schones WE gehabt?
Hallo ihr zwei!

Kann mich leider jetzt erst wieder melden. Hoffe ihr hattet in der Zwischenzeit ein schoenes Wochenende.

Unser kleines Rudel hier hatte ein paar gue und ein paar nervige Tage.

Freitags waren wir alle ( an Inka: Ich und mein Freund, sein Ruede, meine Huendin) zusammen im Wald spazieren wobei der Ruede an der langen Leine lief und die Huendin frei. Hierbei ging es wirklich entspannt zu. Huendin hoerte gut, war entspannt allen anderen Hunden gegeueber . ( Und es gab viele!! )
Einmal hatte sie ihre „5 Minuten“ eine Art Raserei bei der sie ein paar Minuten wie eine Verrueckte im Kreis um uns herumlief und nicht ansprechbar war. Dazu haette ich auch noch eine Frage, frueher dachte ich das waere ueberschuessige Energie die eben mal rausmuesste. Spaeter habe ich irgendwo gelesen das man dieses Verhalten NICHT tolerieren sollte da der Hund damit seiner Ueberlegenheit Ausdruck geben will. Wisst ihr da mehr drueber?

Ihr Futter bekommt sie zum groessten Teil aus der Hand, beim „Fuss“ laufen, bei Uebungen , beim Apportieren usw. Manchmal verstecke ich Futetr im Gras und lasse sie suchen.

Der Nachteil ist das sie staendig Hunger hat und sich dann manchmal, statt sich auf mich zu konzentrieren, auf die Suche nach Futter macht. Nase am Boden und ab gehts. Habe sie auch oefters schon bei der aufnahme von Kot erwischt. Bin dann zugegebener Masse auch etwas Hilflos und belasse es beim wegscheuchen und eine " Pfui". Denke allerdings nicht das der Hund mich versteht. :smile:

Wenn ich mit ihr alleine an der Leine laufe und wir kommen Menschen ( mit oder ohne Hund ) entgegen versucht sie immer noch mit ihrer Nase dran zu kommen und achtet nicht mehr auf mich (ob ich Futter in der Hand habe oder nicht) Gesten liefen wir an einem aelteren Ehepaar vorbei, die Frau erschreckte sich vor dem Hund worauf dieser wuetend anfing in ihre Richtung zu bellen. Pfff. war ich froh das sie an der Leine war.

Tja, wir haben gute und schlechte Tage. Manchmal habe ich wirklich das Gefuehl das es dem Hund total egal bin ob ich da bin oder nicht, wenn sie nur was zu essen kriegt. Tja und an guten Tagen ist es wirklich eine Freude mit ihr zu arbeiten.

Das nervigste sind dann die Labrador/Golden Retriever Besitzer die einen strafend anschauen als ob man Abschaum ist der seinen Strassenkoeter nicht im Griff hat. Und niemand hier um mein Leid zu klagen. Bin ich froh dass ihr hier noch mitlest.:smile:

Liebe Gruesse,
Salma

Hi Inka!!

Danke nochmal fuer deinen Artikel. Finde leider jetzt erst Zeit zum Antworten.
Die Tips sind auf jedenfall fundiert. Die Nachbarn beschweren sich zum Gluck auch noch nicht. :smile:
Das ich nicht superlange Uebungsrunden mache versteht sich. Laenger als 5 Minuten am Stuck mache ich noch lang nicht, dafuer eben oefters mal. Auch stoppe ich eine Uebungseinheit immer mit einer gut gemachten Uebung. Das ist sie grosse Kunst zu wissen man man aufhoeren muss. Manchmal klappts so gut dann will ich es noch einmal machen und das eine Mal war dann zuviel. :smile: Dann muss ich wieder einen Schritt zurueck machen.
Tja von der Ausgangsfrage bin ich ja mittlerweile ziemlich abgeschweift.
Ich denke dass ich mich fuers erste wirklich eher auf meine Huendin konzentrieren muss. Dafuer gehe ich jetzt viel oefter alleine mit ihr raus denn ich merke dass mich ihr Verhalten wenn wir alles zusammen sind einfach viel zu sehr schlaucht. Dann muss ich mich nicht nur auf ein Lebewesen konzentrieren sondern auf drei. Das ist mit etwas zu viel.
Selbst wenn wir allein sind kann sie unberechenbar sein. Neulich haette sie fast ein Kind angefallen dass ploetzlich aus einem Seitenweg gesprungen kam. Zum Glueck hatte ich sie an der Leine. Ich liess sie dann sitzen und wartetet bis sie wieder ansprechbar war, nicht mehr knurrte und und nicht mehr bellte und mich ruhig ansah. Anschliessend sind wir dann weitergegangen an dem Kind vorbei das mittlerweile auf einer Schaukel sass. Hund zog wieder knurrend in die Richtung des Kindes und reagierte weder auf Futter noch auf meine Stimme.

Du hattest noch gefragt ob etwas von der Vorgeschichte bekannt ist. Ich habe sie mit ca. 3 Monaten auf der Strasse gefunden, ausgehungert und verwurmt. Vielleicht dass sie in der Zeit auf der strasse Dinge erlebt hat die ihr Verhalten gepraegt haben. Auf der Insel ging man nicht gerade zimperlich mit Tieren um. Misshandlungen sind an der Tagesordnung.
Aeltere Kinder die sie kannte und die selber auch hunde hatten ( 10 Jahre ) waren uebrigens kein Problem.

Bei dem Vorfall mit den Regenschirmmenschen lief sie uebrigens ohne Leine.

So, jetzt gehe ich aber raus denn es hat aufgehoert zu regnen.
Liebe Gruesse,
Salma

Beispiel Schweizer Tierschutz-Verordnung (TSchV): "Beim Umgang mit Hunden sind übermässige Härte und Strafschüsse sowie die Verwendung von Stachelhalsbändern verboten (Art. 34 Abs. 1 TSchV). Hilfsmittel dürfen nicht derart verwendet werden, dass dem Tier Verletzungen oder erhebliche Schmerzen zugefügt werden oder dass es stark gereizt oder in schwere Angst versetzt wird (Art. 34 Abs. 2 TSchV).

Unter Härte ist ein physisches Einwirken irgendeiner Art auf den Hund zu verstehen, wie Ziehen oder ruckartiges Zucken an der Leine, Packen des Hundes am Fell, Schütteln des Fells, Schlagen, Treten etc. Als Korrekturmassnahmen in direkter Verbindung zu einem Fehlverhalten des Hundes und zur Hemmung desselben sind solche physischen Einwirkungen manchmal erforderlich. Sie müssen jedoch, der Situation und der individuellen Empfindlichkeit des Hundes entsprechend, angemessen eingesetzt werden. Schläge mit einem harten Gegenstand (z. B. Karabinerhaken, Stock, Peitsche oder Kette), zielloses Schlagen oder Treten sind grundsätzlich nicht angemessen.

Als übermässig sind physische Einwirkungen in der Regel dann zu bezeichnen, wenn a. ihr Ausmass nicht im Bezug zur Situation und/oder zur individuellen Empfindlichkeit des Hundes steht, b. sie nicht in direktem Zusammenhang mit dem zu korrigierenden Fehlverhalten stehen, c. sie in Situationen erfolgen, die keiner Korrektur bedürfen.

Tiere sind grundsätzlich unmittelbar nach dem Ausführen eines unerwünschten Verhaltens zu korrigieren. ‚Bestrafungen‘, welche lange nach dem Auftreten des unerwünschten Verhaltens vollzogen werden, sind ebenfalls als ‚übermässig‘ zu qualifizieren, da der Hund den Bezug zu diesem Verhalten nicht herstellen kann. Nicht resp. falsches oder unvollständiges Ausführen eines dem Hund vorgängig angelernten Ver-haltens darf nicht als ‚unerwünschtes Verhalten‘ bezeichnet werden, da es z. B. auf fehlerhafte Zeichengabe des Menschen zurückzuführen ist. Eine Korrektur muss durch erneute fachkundige Ausbildung erfolgen und darf nicht durch ‚Bestrafung‘ vorgenommen werden.

Quelle: HundeZeitung

Zum Leute-verbellen
Hallo Salma!

Na das hört sich ja nicht gut an… Als erstes würde ich Dir raten, einen erfahrenen Hunde- (bzw. Hundehalter-) -trainers zu Rate zu ziehen, der euch mal begleitet und Dir in einer konkreten Problemsituation helfend unter die Arme greifen kann. Dann wirst auch Du dich überzeugender und klarer verhalten können, was einen Lernerfolg beschleunigen wird. Am Anfang wirst nämlich Du wahrscheinlich mehr „Fehler“ machen als dein Hund, der ja letztendlich nur darauf reagiert. Ich will trotzdem mal versuchen, Dir anhand eines „Standardablaufs“ auseinanderzuklamüsern, was eigentlich in den einzelnen Phasen der verschiedenen Interaktionen mit Dir und gegenüber den fremden Leuten im Hund ablaufen könnte. Vielleicht hilft Dir das ein wenig, zumindest erstmal ein ERSTES GEFÜHL dafür zu bekommen, was da in ein paar Augenblicken alles in einem Hund ablaufen kann.

Nach Deiner Beschreibung vermute ich, daß Deine Hündin zunächst dazu tendiert, ihren inneren Konflikt durch Fluchtansätze zu kompensieren (sie zeigt sich ängstlich, versucht den Abstand zu den Leuten zu vergrößern). Da dies weder zum Verschwinden der Leute noch zu einem Anheben ihrer Stimmung führt, gibt sie dieses Verhalten auf.
Selbst wenn eine leichte Verbesserung ihrer Stimmung eintritt, hat sie vielleicht auch bereits durch fehlgeschlagene Fluchtversuche die Verknüpfung, daß sie ihre Fluchttendenzen nicht in eine offene Flucht steigern kann, da sie ja an der Leine ist.
Sucht sie deine Nähe und geht dann trotzdem in Aggression, kann dies auch an einer ungünstigen Verknüpfung liegen: Vielleicht hast Du sie in diesem Moment zu beruhigen versucht und hast ihr mit einer hohen Stimme bzw. aufgrund Deiner Körpersprache unbeabsichtigt vermittelt, daß Du selbst nicht so selbstsicher bist, wie sie das erwartet hat.

Wie auch immer: Da Du ja bereits ein Fehlverhalten erwartest, solltest du zunächst versuchen, VOR dem Auftreten unerwünschten Verhaltens die Aufmerksamkeit des Hundes auf Dich zu lenken, indem Du ein paar Übungen durchführst. Das müssen keine angeblich besonders bindungsfördernden Übungen sein. Jede Befriedigung, die der Hund bei Dir erfährt und durch Dich erhält, ist bindungsfördernd. Läßt sie sich dabei nicht mehr von äußeren Einflüssen ablenken, kannst Du dann als logische Folge irgendwann als „Übung“ sozusagen zum „Fuß“ übergehen, was dann wiederum schlußendlich zum entspannten und desinteressierten Vorbeigehen führt ohne daß man das extra ansagen muß.

Unabhängig davon, ob Du schon prophylaktisch eine Übung mit ihr machst oder nicht:
Zeigt sie Flucht- oder Angriffstendenzen, unterbrich sie bereits, BEVOR sie die Leute bellend angeht. Fast immer gehen solchen Handlungen andere mehr oder weniger eindeutige Signale voraus, mit denen der Hund versucht, seinen durch die bedrohlich oder verunsichernd wirkende Situation verursachten inneren Konflikte zu lösen: Überwiegen die Defizite im Wehrtrieb: Versteifen des Körpers, Rute und Ohren hoch, Nackenhaare aufstellen, „Lefzenzucken“, Knurren; überwiegt ein Defizit im Fluchttrieb: Kleinmachen, Rute einziehen usw… Auch Rutenwedeln an sich deutet auf einen inneren Konflikt hin.

Wenn sie damit bereits Erfolg hat, sorgt das für ein Weiterführen bzw. Steigern dieser Handlung. Erfolg meint: Angesichts fremder Leute hat sie u.U. ein Gefühl der Unsicherheit -> Veranlagung und Erfahrung sorgen dafür, daß sie versucht, dieses unschöne Gefühl entweder mit ersten Ansätzen zur Flucht oder Aggression zu kompensieren -> sie fühlt sich zunächst besser (Individualwirkung) = Erfolg. Die Leute sind aber immer noch da (keine Außenwirkung durch ihr Verhalten) und so richtig ausgeglichen ist sie immer noch nicht -> Steigern der Aggression bzw. offene Flucht.

Das erste aggressive oder auch Flucht-Signal nach außen hin solltest Du bereits als erstes Dominanzsignal Dir gegenüber verstehen.
Du mußt also dafür Sorge tragen, daß diese eigenständigen, und Dir gegenüber dominanten, Versuche der Konfliktlösung nicht zum Erfolg führen. Jede Befriedigung, die sich der Hund eigenständig „ohne“ Dich verschafft, wirkt außerdem bindungsschädigend.

Unterbrich oder bremse sie mit einem „Nein“ oder „Pfui“ oder was immer sie in ihrer Stimmung „drückt“. Auf Dauer verknüpft sie dadurch mit ihrem Fehlverhalten ein negatives Gefühl.

Nutze ihre „gedrückte“ Stimmung (sie fühlt sich ja zunächst nicht besser durch Deine Unterbrechung) und gesteigerte Aufmerksamkeit Dir gegenüber für das Abverlangen eines Alternativkommandos, das sie beherrscht. Das kann alles mögliche sein (ich halte das Vorsitzen allerdings in einer Konfliktsituation im Alltag schon für verhältnismäßig anspruchsvoll, Sandra mag mir hier widersprechen, aber Sitz und Platz sind einfacher, da lageunabhängig durchzuführen).

Sie hat jetzt bereits den ersten Teilerfolg, da Du von weiteren dominanten Handlungen abgesehen hast. Aus dem lauten „PFUI IST DAS!!“, das sie in ihrer Stimmung „gedrückt“ hat, ist als Folge ihrer Unterordnungssignale (sie stoppt oder vermindert ihre aggressive Handlung) sofort ein freundlicheres „Sitz!“ geworden, das ihre Stimmung wieder hebt, und ihre Unsicherheit gegenüber den fremden Leuten hat zwangsläufig abgenommen, da sie sich auf Dich konzentriert.

Bestätige sie für das Sitz mit dem Auflösen der Situation (zeige selbst deutlich Deine Freude, starte ein Spiel oder gib ihr ein Leckerli). Das gibt ihr die Möglichkeit, sich selbst „groß“ und gelöst zu fühlen und - das vielleicht sogar noch in Sichtweite der ja zunächst so befremdlich erscheinenden Leute oder Hunde.

Nach ein paar richtig gelösten Konfliktsituationen wird ihre Neigung, eigenständig zu agieren, abnehmen, da dies durch Dein „dominantes“ Eingreifen ja negativ besetzt ist.

Also kurz: Unsicherheit gegenüber fremden Leuten -> Drang eigenständig zu agieren, um Unsicherheit abzubauen -> bezüglich dieses Dranges aber negative Verknüpfung -> Übergehen zu Alternativhandlung, die positiv besetzt ist (Frauchen Aufmerksamkeit schenken, Bestätigung).

Das klappt natürlich alles nicht gleich beim ersten Mal und verläuft in der Realität selten so geradlinig, wie ich es hier beschrieben habe. Vor allem Du selbst mußt eine Routine dafür entwickeln, die manchmal auch nur unscheinbaren Signale Deines Hundes zu lesen, richtig zu interpretieren und prompt darauf zu reagieren. Auch, wenn Du Dich gerade darüber ärgern wolltest, daß sie kurz aus dem Sitz aufstehen wollte, weil Fußgänger sie verunsichern - wenn sie sich sofort von selbst wieder hinsetzt, schluck den Ärger runter und schalte sofort wieder auf Freundlichkeit um. Das ist das, was meiner Erfahrung nach den meisten am schwersten fällt.

Sorge außerdem dafür, daß Dein Hund klar unterscheiden kann, ob Du schimpfst oder lobst. Bei vielen Haltern liegen „Pfui“ und „Fein“ oder ähnliches in ihrem Ausdruck so eng beieinander, daß der Hund dies nicht unterscheiden kann.
Falls Du dies nicht schon tust, achte darauf, daß Deine Ansprachen sich je nach der Funktion, die sie erfüllen sollen, klar unterscheiden.
Also „Feinili!“ mit einer hebenden lösenden Funktion = hohe Stimme, gelöste Körperhaltung, Bewegung eher vom Hund weg, am Hund vorbeikucken;
„PFUI IST DAS!!!“ mit dem Ziel, den Hund zu bremsen, zu unterbrechen, in seiner Stimmung zu „drücken“ = laut, streng, dominante Körperhaltung (gespannt, „groß“, wütend-auf-den-Boden-stampf (;o) kleiner Scherz am Rande)), Bewegung eher auf den Hund zu. Genauso, wie Du ja auch Menschen gegenüber Deine Stimmung bei Freude oder Ärger zum Ausdruck bringst, gibt es keinen Grund, dies beim Hund nicht zu tun.

Manche mögen eine Lösung ohne negative Verknüpfung zum Fehlverhalten bevorzugen. Ich sehe hier die Gefahr einer positiven Verknüpfung zum Fehlverhalten nach dem Motto: Wenn ich meinen Konflikt versuche selbst zu lösen, bestätigt mich Frauchen mit einem positiv besetzten Signal. Selbst, wenn Du auf ein „Pfui“ oder ähnliches verzichtest und sie mit einem „Sitz“ unterbrechen willst, wirst Du dies in einer Konfliktsituation je nach Erregungszustand des Hundes in einem Tonfall machen müssen, durch den der Hund sich dominiert und gedrückt fühlt. Wenn Du sie mit einer Rasseldose oder Schlüsselklappern unterbrechen willst, wird dies nur funktionieren, wenn dieser Gegenstand auch entsprechend negativ besetzt ist bzw. wenn sie sich WIRKLICH dadurch erschrickt, was sie in ihrer Stimmung genauso drückt. Ist er positiv besetzt, hat also eher eine lockende Funktion, weil nach diesem Signal in der Regel eine schöne Übung und Bestätigung folgt, wird sich der Hund in einer Streßsituation entweder gar nicht dafür interessieren bzw. wie gesagt bestätigt fühlen. Im Übrigen hast Du vielleicht selbst schon beobachtet, daß in einem Rudel mit zwei Hunden manchmal der ranghöhere dem rangniedrigeren eine „Ansage macht“, wenn dieser Aggressionen zeigt. Nun ja. Probier einfach das aus, was am besten zu euch passt und Erfolge bringt.

Negative Verknüpfungen zum Spaziergänger oder anderen Hunden entstehen immer dann, wenn Du mißverständliche Signale aussendest. Zum Beispiel können aufgrund des Tonfalls beruhigend gemeinte Worte wie ein Lob bestätigend wirken und zu einem Fortführen oder Steigern der unerwünschten Handlung führen. Andersherum kann der Hund den „Eindruck gewinnen“, Du würdest Dich mit einem strengen „Pfui ist das!“ an seinem Verbellen beteiligen, weil er aufgrund seiner mangelnden Aufmerksamkeit Dir gegenüber gar nicht realisiert, daß er selbst damit angesprochen ist und nicht etwa der Fußgänger. Oder wenn er sehr dominant ist und Deine Ansprache eh nicht ernst nimmst, „nervt“ ihn das nur, was er wiederum in gesteigerter Aggressivität rauslassen könnte.

ABER: Zum Glück wird es ja dazu gar nicht erst kommen, wenn Du bereits bei den ersten kleinen Signalen sofort reagierst!
Und selbst, wenn Du MAL etwas verkehrt machst: Dauerhafte VERKNÜPFUNGEN entstehen erst durch stetige Wiederholung.

Angesichts der zum Teil für Fremde schon sehr bedrohlich wirkenden Situationen und der Gefahr, daß irgendwann ihre Reizbarkeit oder Unsicherheit unter Umständen zu einem Beißunfall führt, rate ich Dir noch einmal, Dich von einem Hundetrainer beraten zu lassen! Wie gesagt: Das ist nur der hypothetische Standardablauf, um Dir ein kleines Gefühl dafür zu geben, wie schnell und warum Stimmungswechsel im Hund stattfinden und wie schnell man darauf reagieren muß. Die vielen verschiedenen Facetten, die im Einzelfall auftreten, kann nur jemand „live“ beurteilen und mit Dir zusammen üben.

Aber auch außerhalb dieser Konfliktsituation kannst Du folgendes beachten:

In einem Rudel mit zwei Menschen, sprecht euch ab, wer in Konfliktsituationen auf welchen Hund wirkt. Wirkt ihr beide gleichzeitig auf denselben Hund ein, führt das in der Regel nur zu Widersprüchen im Hund.

Unabhängig davon, was die Hunde für eine Rangordnung untereinander haben, behandelt sie weitestgehend gleich (natürlich in Abhängigkeit ihrer ganz speziellen Bedürfnisse; der eine will halt manchmal mehr kuscheln als der andere). Bevorzugt ihr immer wieder den rangniederen, um vielleicht Ausgleich zu schaffen, könnte das zu vermehrten Dominanzhandlungen des anderen führen. Bevorzugt ihr den ranghöheren, könnte dies zu zunehmendem Frust beim rangniederen führen.

Wenn ihr unterwegs seid, mach die üblichen Übungen (aber das tust Du ja schon) oder, wenn weder Dein Hund noch andere dadurch gefährdet werden, versteck Dich einfach mal in einem Moment der Unaufmerksamkeit hinter einem Baum. Naja, das übliche eben. Wie gesagt, jede Triebbefriedigung (Fressen, Bewegung…), die der Hund durch dich erleben kann, ist bindungsfördernd.

Und noch einmal: Schlußendlich denke ich, daß die Anleitung eines erfahrenen Trainers euch sehr helfen würden!

Greetz und alles Gute!

Liebe Sandra,

es hat einen Grund, warum nicht nur die österr. Tierschutzverordnung physische Einwirkungen auf den Hund nicht vollständig ausschließt:

Er ist ein, wenn auch domestiziertes, so doch nach wie vor allein aufgrund seiner körperlichen Fähigkeiten potentiell gefährliches Tier.

Noch dazu unterscheidet er sich bei allen Parallelen zum Wolf in einem Merkmal ganz wesentlich von diesem: Sämtliche unserer heutigen Haushunde sind UM EINIGES dominanter.

Wo die Grenzen einer erzieherisch sinnvollen physischen Einwirkung liegen, hängt im wesentlichen von den Toleranz- und Belastungsgrenzen des jeweiligen Hundes ab.

Sollten Deine Hunde unter einem Leinenruck physisch wie psysisch zusammenbrechen, wurde dieser entweder im Verhältnis zur Belastungsgrenze Deines Hundes zu heftig, nicht korrekt oder im falschen Kontext durchgeführt. Wenn Du die Erfahrung gemacht hast, daß Deine Hunde bei dominanter oder physischer Einwirkung weniger motiviert arbeiten, kann das nur heißen, daß Du diese Erziehungsmaßnahmen falsch eingesetzt hast und der Hund nicht das Fehlverhalten sondern gar nichts bzw. ein anderes gar nicht gemeintes Verhalten damit verknüpft hat. Durchweg alle Hunde, die zu Fehlverhalten die korrekte negative Verknüpfung hergestellt haben, zeigen die positiv verknüpften Verhaltensweisen deutlich konzentrierter, drangvoller und freudiger.

Deine Befürchtung oder auch Erfahrung, daß einige Halter ihren Hunden unnütz Schmerzen und psychischen Schaden zufügen, aber zum Anlass zu nehmen, zu propagieren, daß jegliches dominantes oder physisches Eingreifen des Hundehalters nicht zulässig sei, ist in höchstem Maße fahrlässig und verantwortungslos. Noch dazu beschreibst Du selbst eigene dominante Verhaltensweisen. Daß es Leute gibt, die ihren Hunden Schaden zufügen, hat sicher nichts mit der Existenz des Leinenrucks zu tun. Ein „Ruck“ ist ein „Ruck“ und jeder der der deutschen Sprache mächtig ist, wird sich darunter ganz sicher kein Herumschleudern, Rumgezerre, Stachelwürger, Schläge oder ähnliches vorstellen.

Ebenso gefährlich ist es, den Eindruck zu vermitteln, ein Leinenruck ließe sich durch einen Schnauzengriff ersetzen. Letzterer ist entgegen dem Bild, das Du vermittelst, ein in höchstem Maße dominantes bis aus Sicht des Hundes aggressives Verhalten. Dessen Anwendung zur Konfliktlösung kann genauso wie der Leinenruck nur unter bestimmten, jedoch meist gänzlich anderen Voraussetzungen einen Erfolg zeigen. Beide Vorgehensweisen haben eine völlig andere Funktion und Wirkung auf den Hund. Ihn zum Hemmen eines stark aggressiv oder sonstwie trieblich erregten Hund verwenden zu wollen, ist eine gelinde gesagt abenteuerliche Vorstellung und kann im schlechtesten Fall komplett nach hinten los gehen. Ich kann nur jedem abraten, dies auszuprobieren.

Und die Feststellung, negative Verknüpfungen zu Fehlverhalten, Dominanz des Halters oder dessen physische Einwirkungen wären per se bindungsschädigend IST KOMPLETTER UNFUG.
Bindungsschädigend sind, abgesehen von permanenter sinnloser Unterdrückung, ausschließlich alle Handlungen, mit denen der Hund sich eigenständig und ohne Zutun des Halters Befriedigung in einem seiner Triebe verschafft.

Im Falle eines durch den Hund verursachten Schadens interessiert im sich übrigens niemand für ein Tierschutzgesetz. Im besten Fall mußt Du nur einen Regenschirm ersetzen (hi Salma!). Wenn Du Pech hast drohen Schmerzensgeldansprüche, Maulkorbzwang oder Beschlagnahme des Hundes. Und ich verspreche Dir, daß Du keinen Bonus dafür bekommst, daß Du Deinen Hund ja aber ach so liebevoll behandelt hast.

Liebe sollte zwar immer Deine MOTIVATION sein, LIEBEVOLLES VERHALTEN jedoch kann beim Hund leider nur selten der ausschließliche Weg sein.

Nichts für Ungut und viel Erfolg.