Titanic

Hallo liebe Experten!

Im Radio habe ich erfahren, daß demnächst im Deutsches Museum einen mehrstündigen „Forum“ über den „Titanic“ stattfinden wird. U.a. werden DREI Filme über diesen Schiff und dessen Versenkung gezeigt.

Meine Frage ist:

Was macht die Faszination dieses Schiffes aus? Warum redet man nach fast 100 Jahren nach der Katastrophe noch immer darüber? Warum ausgerechnet der „Titanic“, denn es gab ja aber 1000 versunkenen Schiffen!..?

Ich hatte mal in München eine sehr alte, keineswegs labile oder senile und sehr mitteilungsbedürftige Patientin zu pflegen, zu der ich tgl. gefahren bin. Aus einem damals gegebenen Anlaß, kamen wir mal darüber zu reden, was sich eben in den Jahren um 1912 und später so auf die Welt geschah. Und was ihr am allermeisten sich eingeprägt hatte, war nicht der Ausbruch der 1. Weltkrieg (1914), oder gar die Oktober Revolution in Zarenrußland (1917), oder der Börsenkrach (1929) in New York, sondern eben der Schicksal des Titanics und dessen Fahrgäste.

Warum denn?

Schöne Grüße
Helena

Hallo,

ich denke, dass liegt einfach daran, dass die Titanic zur damaligen Zeit als Symbol für die Allmacht des Menschen stand.
Das größte Schiff. Unsinkbar. Der Mensch bezwingt die Weltmeere als wärs ein Kinderspiel.
Und gerade dieses Schiff, welches so viele Dinge verkörperte, sank auf seiner Jungfernfahrt. Das ist natürlich ein ganz schöner Rückschlag, für den Glauben in die damalige Technik gewesen und stellte schon was einmaliges dar. Dass sich der Frau die Kriege usw nicht so eingeprägt haben, liegt wohl daran, dass sie in ihrem Leben noch mehr Kriege erlebt hat. Krieg wurde da irgendwann zum Alltag.

mfg
deconstruct

Hallo !

Was macht die Faszination dieses Schiffes aus? Warum redet man
nach fast 100 Jahren nach der Katastrophe noch immer darüber?
Warum ausgerechnet der „Titanic“, denn es gab ja aber 1000
versunkenen Schiffen!..?

Man war von dem Unglück total überrascht.

Sie war das damals größte Schiff.
Sie galt als unsinkbar.
Mit ihr gingen viele damals Prominente unter.
Sie war eines der ersten Schiffe, welche das Unglück durch Funk meldete.

Sie war in vielen Dingen ein Erstfall.

Damals begann mit der „Titanic“ die Sensationspresse, die das Ganze natürlich noch weiter aufbauschte.

Gruß Max

Hallo Helena !

Wer weiss, wie wir in 30 jahren über den 11. September reden werden.
Bei Kriegen bekommst Du ja nicht sofort eine Bombe ab und es geschen viele schreckliche Sachen nach und nach. Da kann schon ein gewisser Abstumpfungseffekt, der wahrscheinlich auch lebensnotwendig ist, eintreten. Auch die Auswirkungen des Börsenkrachs werden nicht von heute auf morgen bei allen Menschen eingetreten sein. Vielleicht hat die alte Dame ja auf dem Lande gelebt und es daher auch nicht so intensiv, zumal als Kind, mitbekommen.
Ich glaube schon, daß Ereignisse, die aus heiterem Himmel über einem hereinbrechen, viel einprägender sind,als „schleichende“ Begebenheiten.

Grüße

Sabine

Hallo Max!
Als erstes vielen herzlichen Dank für Deine Antwort!!! :o)))

Man war von dem Unglück total überrascht.

Ja, das schon! Aber genau das meinte ich, als ich sagte, daß es viele andere Schiffe in der weltgeschichte gab, die auch untergingen… Und trotzdem weiß man überhaupt nichts mehr von denen! (und alle gehen überraschenderweise unter, oder?)

Sie war das damals größte Schiff.

Ja, klar. Aber (vielleicht weil ich ja die Mentalität eines menschen des 21. Jhs. habe) das dürfte evtl nur von Interesse sein, für jemand der sich für Schiffe und Meereskunde (sagt man so?) interessiert, oder?

Sie galt als unsinkbar.

Wie so manche andere… Damals hatte Spanien die sog. „Invencible“ („unbesiegbar“), die erste ganze Flotte von unsinkbare Schiffe. Und heutzutage weiß kaum jemand davon. Zugegeben, es war vor einigen Jahrhunderten…

Mit ihr gingen viele damals Prominente unter.

Das kann ich mir durchaus vorstellen, daß es mit ein Grund war, weshalb es sich so bei manche Menschen stark eingeprägt hat.

Sie war eines der ersten Schiffe, welche das Unglück durch
Funk meldete.

Das ist auch ein Grund, aber m.E. nur für Menschen, die sich für Funk bzw. -meldungen und -amateurwesen interessieren… Oder??? Was meinst du dazu?

Sie war in vielen Dingen ein Erstfall.

Auf jeden Fall! Ohne wenn und aber!

Damals begann mit der „Titanic“ die Sensationspresse, die das
Ganze natürlich noch weiter aufbauschte.

Das auch! Da sind wir einer Meinung.

Gruß Max

Nochmals herzlichen Dank, Max und ganz schöne Grüße
Helena

Hallo Helena !

Hi Sabine!

Wer weiss, wie wir in 30 jahren über den 11. September reden
werden.

Weißt du was? Für mich wird in 30 Jahren die Bericherstattung über den 11. september so sein, wie heute den Angriff auf Pearl Harbour. Nicht mehr und nicht weniger.(Nicht nur weil Zeit alle Wunden schließt, sondern auch weil Zeit alles etwas vergilben läßt, wenn ich mich so ausdrücken darf).

Bei Kriegen bekommst Du ja nicht sofort eine Bombe ab und es
geschen viele schreckliche Sachen nach und nach. Da kann schon
ein gewisser Abstumpfungseffekt, der wahrscheinlich auch
lebensnotwendig ist, eintreten.

Ja, das schon. Und wie hier schon jemand sagte, irgendwann mal, war es für Menschen die um 1910 geboren wurden, Krieg Alltag. Allerdings der Untergang des „Titanics“ war ein Schicksalschlag für max. 3000 Menschen und der 1. Weltkrieg für 3 Mio (?), einschl. diese Dame!

Auch die Auswirkungen des
Börsenkrachs werden nicht von heute auf morgen bei allen
Menschen eingetreten sein. Vielleicht hat die alte Dame ja auf
dem Lande gelebt und es daher auch nicht so intensiv, zumal
als Kind, mitbekommen.

Nana, wenn die Dame die Versenkung des „Titanics“ so gut in Erinnerung hat, mußte sie dann mind 5 J. alt gewesen sein (so in ca.). Das hiese, daß sie 1907 geboren wurde. 1929 war sie dann 22 Jahre alt, also kein Kind mehr. Die Historikern berichten, daß diesen Krach weltweite Auswirkungen hatte. Und die Dame war ihr ganzes Leben lang in München, mitten drin. Ausserdem so gesehen, hat es bei ihr keine persönliche Auswirkung gehabt, die Versenkung des „Titanics“. Dagegen die weltweite Wirtschaftslage, die nach diesen Oktobertag anfing, mußte sie früher oder später Konsequenzen für sie getragen haben…

Ich glaube schon, daß Ereignisse, die aus heiterem Himmel über
einem hereinbrechen, viel einprägender sind,als „schleichende“
Begebenheiten.

Ich glaube richtig konfrontiert war sie mit der Untergang des „Titanics“ nicht. Denn, nicht vergessen, zu dieser Zeitpunkt gab es nicht einmal Fernsehen, Telefon, …

Grüße

Sabine

Grüße für dich auch, Sabine und vielen Dank für Deine Antwort!
Helena
PS Weitere Angaben von der Dame darf/kann ich nicht hier geben (zB. Geburtsjahr). Ansonsten war sie nur als Beispiel genannt, wie sehr ein ihr fremdes Ereignis (Versenkung eines Schiffes) sich so einprägen kann und dagegen etwas womit sie tagtäglich konfrontiert wird (zB. 1. Weltkrieg) eben teilweise aus der Erinnerung entfernt wird.

Hi Deconstruct!
Als erstes, Dir auch vielen herzlichen Dank für Deine Antwort!

ich denke, dass liegt einfach daran, dass die Titanic zur
damaligen Zeit als Symbol für die Allmacht des Menschen stand.

Vermutlich liegt hier ein grobes Korn Wahrheit. Allerdings reden wir von einem Ereignis, daß geschah als die Nachrichtensendung, -übertragung und -erstattung noch in den Anfängen waren…

Das größte Schiff. Unsinkbar. Der Mensch bezwingt die
Weltmeere als wärs ein Kinderspiel.

Das stimme ich Dir auch zu.

Und gerade dieses Schiff, welches so viele Dinge verkörperte,
sank auf seiner Jungfernfahrt. Das ist natürlich ein ganz
schöner Rückschlag, für den Glauben in die damalige Technik
gewesen und stellte schon was einmaliges dar.

Die Frage die mir jetzt kommt ist: Und haben sich damals soooooo viele Menschen und vorallem soo intensiv für die Technik interessiert, daß sie sich diese Versenkung so fest im Gehirn einprägt? Sogar bei Menschen, die nicht einmal das Meer jemals gesehen hatten…

Dass sich der
Frau die Kriege usw nicht so eingeprägt haben, liegt wohl
daran, dass sie in ihrem Leben noch mehr Kriege erlebt hat.
Krieg wurde da irgendwann zum Alltag.

Das kann auch stimmen. Ich meinte aber, daß mich wundert, daß sooo viele Leute sich an den Untergang des Titanics erinnern und keiner redet noch zB von der Ermördung von Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo 1914. Ersteres hatte keine weitere Konsequenzen. Das zweite ist ein unmittelbare Anlaß für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Auch wenn HINTERHER Kriege zum alltag gehörten…

mfg
deconstruct

Nochmals Dir auch vielen herzlichen Dank und eine schönen Gruß aus dem sonnigen, verschneiten Nürnberg!
Helena

Man war von dem Unglück total überrascht.

Ja, das schon! Aber genau das meinte ich, als ich sagte, daß
es viele andere Schiffe in der weltgeschichte gab, die auch
untergingen… Und trotzdem weiß man überhaupt nichts mehr von
denen! (und alle gehen überraschenderweise unter, oder?)

Ich schrieb das ja schon, damals war die Sensationspresse dabei. Die US-amerikanische und schlachtete das aus. Die Unglücke vorher wurden dezenter behandelt.
Man weiß alles über andere Schiffe, da untergingen. Z.B. ein paar Jahre später die „Lusitania“. Nur, fürs Publikum genügt nicht nur der Untergang. Es muß schon mehr sein.

Sie war das damals größte Schiff.

Ja, klar. Aber (vielleicht weil ich ja die Mentalität eines
menschen des 21. Jhs. habe) das dürfte evtl nur von Interesse
sein, für jemand der sich für Schiffe und Meereskunde (sagt
man so?) interessiert, oder?

Nein, ich glaube nicht. Damals hatten die Menschen ein ganz anderes Verhältnis zu Schiffen. Millionen wanderten damals aus. Nur mit Schiffen. Diese waren wichtig. Auch mit der „Titanic“ gingen Auswnaderer unter. Dieses Schicksal konnte also jeden treffen. Danach waren die Schiffe nur Transportmittel für die gut betuchten.

Sie galt als unsinkbar.

Wie so manche andere…

nein, eben nicht. Die „Titanic“ war das erste Passagierschiff, welches in vielen wasserdichten Abteilungen gebaut war. Als erstes Schiff!!

Sie war eines der ersten Schiffe, welche das Unglück durch
Funk meldete.

Das ist auch ein Grund, aber m.E. nur für Menschen, die sich
für Funk bzw. -meldungen und -amateurwesen interessieren…
Oder??? Was meinst du dazu?

Glaub nicht. Der normale Mensch war damals an allem interessiert, was die Technik anging. Damals gab es noch große Erfindungen, die jeden betrafen. Heute ? Wer fliegt schon zum Mond?

An den 9.11. denkt heute doch kaum einer!

Ein anderer wichtiger Punkt war der Name : „Titanic“. Den konnte sich jeder merken.

Gruß max

1 „Gefällt mir“

Hallo,

ich denke, dass liegt einfach daran, dass die Titanic zur
damaligen Zeit als Symbol für die Allmacht des Menschen stand.

Vermutlich liegt hier ein grobes Korn Wahrheit. Allerdings
reden wir von einem Ereignis, daß geschah als die
Nachrichtensendung, -übertragung und -erstattung noch in den
Anfängen waren…

Naja, die modernen Medien gabs natürlich noch nicht. Aber es gab Zeitungen en Masse und Nachrichten sind auch damals schon auf breites Interesse gestoßen.

Die Frage die mir jetzt kommt ist: Und haben sich damals
soooooo viele Menschen und vorallem soo intensiv für die
Technik interessiert, daß sie sich diese Versenkung so fest im
Gehirn einprägt? Sogar bei Menschen, die nicht einmal das Meer
jemals gesehen hatten…

Für die Technik selbst haben sich die meisten sicher nicht interessiert. Aber Schiffsreisen über den Atlantik waren damals noch was besonderes. Und wenn du dir z.B. Bilder anschaust, als die Titanic ausgelaufen ist, dann waren da zehntausende von Menschen am Ufer. Das war schon ein Ereignis für die damalige Welt. Und in den Medien ist das ganze Thema ja auch breitgetreten worden, nicht zuletzt weil auf der Titanic sehr viele prominente und reiche Leute waren. Klatsch war eben schon immer modern :wink:

Dass sich der
Frau die Kriege usw nicht so eingeprägt haben, liegt wohl
daran, dass sie in ihrem Leben noch mehr Kriege erlebt hat.
Krieg wurde da irgendwann zum Alltag.

Das kann auch stimmen. Ich meinte aber, daß mich wundert, daß
sooo viele Leute sich an den Untergang des Titanics erinnern
und keiner redet noch zB von der Ermördung von Erzherzog Franz
Ferdinand in Sarajevo 1914. Ersteres hatte keine weitere
Konsequenzen. Das zweite ist ein unmittelbare Anlaß für den
Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Auch wenn HINTERHER Kriege zum
alltag gehörten…

Das stimmte schon, dass das eine größere Konsequenzen hatte. Aber gerade so Dinge wie Krieg verdrängt der menschliche Geist schnell, weil das unangenehme, meist auch persönliche, Erinnerungen sind. Versuch allein mal mit deinem Großvater oder so über den Krieg zu reden. Über die wirklich schlimmen Dinge will da keiner gern sprechen.
Das ganze wird bei uns genauso sein. Der 11. September wird noch in 50 Jahren ein Thema sein, weil das World Trade Center eben auch ein Symbol für die westliche Welt, die Demokratie und die Wirtschaft war. Eben ein Symbol für unseren Wohlstand. Über den Fall des Ostblocks redet heute schon kaum mehr jemand, obwohl das etwas viel wichtigeres war. Auch das Zusammenwachsen Europas (EU, Euro, Schengener Abkommen, usw) wird da nicht so stark im Gedächntnis bleiben.

Ich denke, dass dies zum Teil auch damit zusammenhängt, dass das eine total unerwartete und punktuelle Ereignisse waren, die niemand kommen sah, und das andere sind Prozesse, die sich oft über Jahre erstrecken und uns so der Gesamtkomplex davon einfach verloren geht.

Mein Leben ist jetzt noch nicht so lange, aber wenn mich jemand fragt, an welche Ereignisse ich mich erinnere, dann würde ich jetzt spontan Tschernobyl, Challenger-Katastrophe, Mauerfall und den 11. September nennen. Eigentlich alles punktuelle Ereignisse.

Nochmals Dir auch vielen herzlichen Dank und eine schönen Gruß
aus dem sonnigen, verschneiten Nürnberg!

Schöne Grüße aus dem heute sehr sonnigen Passau :wink:

mfg
deconstruct

1 „Gefällt mir“

Hallo !

Noch etwas zur „Titanic“ :

Vieles auf dem Schiff war nur Schein und vieles war eigentlich für ein Unglück vorprogrammiert.

Die Hauptursache war wahrscheinlich die Anwesenheit des Reeders Bruce Ismay an Bord. Dieser soll, wie es auch heute noch üblich ist, den Kapitän unter Druck gesetzt haben. Die gefährliche Route durch die Eisberge wurde genommen, um in kürzester Zeit die USA zu erreichen, damit die „Titanic“ in Zukuft Schiff der britischen Post wird. Dazu war eine Einhaltung des Fahrplanes notwendig. Da die „Titanic“ ein relativ langsames Schiff war, mußte der kürzeste Weg eingehalten werden.
Auf keinen Fall sollte sie das „Blaue Band“ erringen, dafür war sie viel zu langsam. Sie fuhr aber mit Höchstgeschwindigkeit in dem Bewußtsein, das Schiff ist unsinkbar.

Sie hatte nur für ein Drittel der Passagiere Rettungsboote an Bord. Weil das Schiff als unsinkbar galt.

Kapitän Smith sah aus wie man sich einen britischen Kapitän vorstellt, mit „Seemannsbart“, natürlich immer in großer Uniform, aber total überfordert.

Der Reeder Ismay war einer der ersten Passagiere in den Rettungsbooten. Diese, obwohl nur für ca 30% der Passagiere und Besatzungen zur Verfügung stehend, fuhren meistens nur halb besetzt, von der „Titanic“ weg.

Die „Titanic“ selbst hatte vier Schornsteine, davon war der letzte aber ohne Funktion. Er wurde nur draufgesetzt, um das Schiff größer scheinen zu lassen.

Diese Informationen wurden sofort nach dem Unglück verbreitet und trugen sehr zum Geheimnisvollen bei. Ebenso der Tod von Benjamin Guggenheim und dem 600fachen Millionär Astor mit Frau.

Es gab in der Ostsee Schiffsunglücke mit viel mehr Toten. Mit der vierfachen Menge und erst vor 59 Jahren geschehen, aber sie sind längst vergessen.
Von der „Titanic“ wird man noch in 100 Jahren sprechen und schreiben, vom 9.11. ganz sicher nicht.

Gruß Max

schreiben, vom 9.11. ganz sicher nicht.

Was macht dich so sicher?
Gruss Matti

schreiben, vom 9.11. ganz sicher nicht.

Was macht dich so sicher?

Die Vergeßlichkeit der Menschen, der Name „World Trade Center“. Viel zu normal.
Wer denkt heut noch an Eschede? Stürzt heute ein Flugzeug ab und es gibt 400 Tote, weiß ein Jahr später kein Mensch mehr, worum es bei den Absturzursachen geht, wenn sie durch die Nachrichten kommen.
Gruß Max

Hallo Helena,

Du hast ja bereits zahlreiche sehr informative Antworten bekommen. Jetzt von mir noch ein kleiner Hinweis auf einen link - leider nur in englisch verfügbar - der Dir evtl. noch zusätzlich einen Eindruck von der grössten aller damals denkbaren Katastrophen vermitteln kann:
http://www.encyclopedia-titanica.org/index.php

Viele Grüsse
Eve*

Dass sich der
Frau die Kriege usw nicht so eingeprägt haben, liegt wohl
daran, dass sie in ihrem Leben noch mehr Kriege erlebt hat.
Krieg wurde da irgendwann zum Alltag.

Das kann auch stimmen. Ich meinte aber, daß mich wundert, daß
sooo viele Leute sich an den Untergang des Titanics erinnern
und keiner redet noch zB von der Ermördung von Erzherzog Franz
Ferdinand in Sarajevo 1914. Ersteres hatte keine weitere
Konsequenzen. Das zweite ist ein unmittelbare Anlaß für den
Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Auch wenn HINTERHER Kriege zum
alltag gehörten…
Vorher gehörten Kriege leider auch zum Alltag. Sie sind vielleicht nur bei Dir nicht im Geschichtsunterricht vorgekommen.

LG,
Venator

Estonia, Eschede, Lockerbie
Hi Max,

Wer denkt heut noch an Eschede?

Ich jedes Mal, wenn ich in einen ICE einsteige…

Stürzt heute ein Flugzeug ab
und es gibt 400 Tote, weiß ein Jahr später kein Mensch mehr,

Ich denke jedes Mal an Lockerbie, wenn ich in ein Flugzeug steige…
Und mir geht der Untergang der „Estonia“, deren Begleitumstände bis heute nicht vollkommen geklärt sind, wesentlich mehr an die Nieren als der der „Titanic“.
Dies vermutlich, weil alle genannten Unglücke „zu meiner Zeit“ geschahen, es also vorstellbar war und ist, dass ich oder Menschen die mir nahe sind die Opfer gewesen sein könnten…

Gruß,
Anja

Hi Venator!
Vielen Dank für Dein Beitrag, erstmal…

Auch wenn HINTERHER Kriege zum
alltag gehörten…

Vorher gehörten Kriege leider auch zum Alltag. Sie sind vielleicht
nur bei Dir nicht im Geschichtsunterricht vorgekommen.
LG,
Venator

Äähm??? Habe ich etwas versäumt?

Selbstverständlich gab es vor dem 1. Weltkrieg Kriege. Seitdem Menschen auf diese Erde gibt, gabs immer irgendwo einen. Natürlich auch in Europa…

Nur ich meinte, „Kriege, die zum Alltag der Dame gehörte(n)“. Davor hatte sie direkt keine mitterlebt, denn wie ich schon sagte, war sie zeitlebens in München gewesen. Und zwischen 1907 und 1914 gabs in München keinen Krieg.

Grüße auch!
Helena

Hi Deconstruct!! :o)))
Als erstes vielen herzlichen dank für Deinen wirklich sehr netten und ausschlußreichen Beitrag!!! :o)))

Allerdings
reden wir von einem Ereignis, daß geschah als die
Nachrichtensendung, -übertragung und -erstattung noch in den
Anfängen waren…

Naja, die modernen Medien gabs natürlich noch nicht. Aber es
gab Zeitungen en Masse und Nachrichten sind auch damals schon
auf breites Interesse gestoßen.

Das unterschreibe ich ohne wenn und aber! Ich sehe noch vor meinem geistigen Auge, ein Kind in NYC der Zeitungen verkauft und diese mit der Nachricht der Untergang des „Titanics“ anpreist. (Vielleicht kennst Du dieses Bild auch?).

Die Frage die mir jetzt kommt ist: Und haben sich damals
soooooo viele Menschen und vorallem soo intensiv für die
Technik interessiert, daß sie sich diese Versenkung so fest im
Gehirn einprägt? Sogar bei Menschen, die nicht einmal das Meer
jemals gesehen hatten…

Für die Technik selbst haben sich die meisten sicher nicht
interessiert. Aber Schiffsreisen über den Atlantik waren
damals noch was besonderes.

Ja, genau! Max hat in einer Antwort auch das gesagt. Damals waren die Schiffe der einzigen Weg auszuwandern. Und das in einer Zeit, indem Abertausenden ihre Heimate verlassen haben, um sich in der neuen Welt niederzulassen. Es muß in der Tat etwas sehr besonders gewesen sein…

Und wenn du dir z.B. Bilder
anschaust, als die Titanic ausgelaufen ist, dann waren da
zehntausende von Menschen am Ufer. Das war schon ein Ereignis
für die damalige Welt. Und in den Medien ist das ganze Thema
ja auch breitgetreten worden, nicht zuletzt weil auf der
Titanic sehr viele prominente und reiche Leute waren. Klatsch
war eben schon immer modern :wink:

Das stimme ich auch voll zu!! :o)))
Ja, ja. Daß Klatsch immer für Sensation gesorgt hat, ist ja sogar noch heute so (siehe Bild & Co.). Und ich kann mir vorstellen, daß es immer so war…

und keiner redet noch zB von der Ermördung von Erzherzog Franz
Ferdinand in Sarajevo 1914. Ersteres hatte keine weitere
Konsequenzen. Das zweite ist ein unmittelbare Anlaß für den
Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Auch wenn HINTERHER Kriege zum
alltag gehörten…

Das stimmte schon, dass das eine größere Konsequenzen hatte.
Aber gerade so Dinge wie Krieg verdrängt der menschliche Geist
schnell, weil das unangenehme, meist auch persönliche,
Erinnerungen sind.

Nun stimme ich Dir nicht ganz zu: Ich denke ein Mensch erinnert sich sehr gut an kriege, die er mal direkt miterlebt hat. Nur das menschliche Gehirn versucht das unangenehme aus der Erinnerung zu verbannen, und dieses zu „entschlüsseln“ um dann irgendwo an der hintersten Ecke des Bewußtseins zu verstauen. Und das ist ein sehr wichtiges Schutzmechanismus!

Versuch allein mal mit deinem Großvater
oder so über den Krieg zu reden.

Leider alle vier schon tot! (Meine Mutter ist ja eh seit ihrem 6. Lebensjahr Waise!)…

Über die wirklich schlimmen
Dinge will da keiner gern sprechen.

Siehe oben…

Das ganze wird bei uns genauso sein. Der 11. September wird
noch in 50 Jahren ein Thema sein, weil das World Trade Center
eben auch ein Symbol für die westliche Welt, die Demokratie
und die Wirtschaft war. Eben ein Symbol für unseren Wohlstand.

Da bin ich mir nicht so sicher. Ausser für die Angehörigen, Freunde und Verwandten (und diesen in aller Ehre!), hat keine weitere Konsequenzen mit sich gebracht. Zumindest keine die so eine tragende Rolle spielt, wie eben zB. das Attentat in Sarajevo…

Über den Fall des Ostblocks redet heute schon kaum mehr
jemand, obwohl das etwas viel wichtigeres war. Auch das
Zusammenwachsen Europas (EU, Euro, Schengener Abkommen, usw)
wird da nicht so stark im Gedächntnis bleiben.

Im Gedächtnis der einzelnen menschen vielleicht nicht. Aber sehr wohl in die Geschichtsbücher, finde ich.

Ich denke, dass dies zum Teil auch damit zusammenhängt, dass
das eine total unerwartete und punktuelle Ereignisse waren,
die niemand kommen sah, und das andere sind Prozesse, die sich
oft über Jahre erstrecken und uns so der Gesamtkomplex davon
einfach verloren geht.

Vielleicht hast du Recht. Das wäre ein Thema für den Psychologen…

Mein Leben ist jetzt noch nicht so lange,

Meins auch ned… ;o))) *ggg*

aber wenn mich
jemand fragt, an welche Ereignisse ich mich erinnere, dann
würde ich jetzt spontan Tschernobyl, Challenger-Katastrophe,
Mauerfall und den 11. September nennen. Eigentlich alles
punktuelle Ereignisse.

Und doch meine ich, daß den 11. Sept. Dir in Erinnerung geblieben ist, nicht weil sich für dich soooooo vieles geändert oder gar Einfluß auf Dein Leben hatte, sondern weil es in Dein Leben nicht allzu vieles gibt, die dieses Ereignis verdrängen. Ich kann mir denken, wenn du mal zB mit „Ärzte ohne Grenzen“ (o.Ä.) in einem Land fliegst und dort das Elend hautnah mitbekommst, indem diesen Müttern, Vätern und Kindern leben, wird sich um einiges in Dein Gehirn einprägen. Und auf jeden fall viel intensiver wie das 11. Sept. vielleicht dann verdrängst du dann (und wenn es nur ein bißchen ist) diese Attentate.

Nochmals Dir auch vielen herzlichen Dank und eine schönen Gruß
aus dem sonnigen, verschneiten Nürnberg!

Schöne Grüße aus dem heute sehr sonnigen Passau :wink:

Ganz liebe Grüße aus dem total wolkenlos, matschigen und noch sonnigeren Nürnberg! ;o))))

Helena

mfg
deconstruct

Vielen Dank, Eve*!
Hi Eve*!
Vielen Dank für Dein Beitrag.
Dein Link ist sehr interessant. Deshalb ein sternchen von mir!
Alles Gute und schönen Gruß!
Helena

Vielen herzlichen Dank, Max!
Hallo Max!

Viiiiiiiiielen herzlichen und ganz ehrlichen Dank für Deine Mühe und Deine Arbeit, mir eine Antwort zu geben.

Deine zahlreiche Beiträgen haben mir am allermeisten geholfen, zu verstehen, warum ausgerechnet der „Titanic“ so viel Ruhm hat. Warum es dazu kam, daß 91 Jahre nach der Katastrophe, noch immer ein brisantes Thema ist, bei der vielen Menschen große Ohren bekommen und interessiert zuhören.

Und um meine Frage zu beantworten, würde ich alles, was hier zum Thema gesagt wurde, zusammenfassen. Damit meine ich, daß nicht nur Technik eine Rolle spielte, sondern auch die Tatsache, daß zB viele Promis dabei waren; daß damals die Passagierschiffe eine sehr große Rolle spielten; daß es als unsinkbarer Schiff galt, mit dem man kinderleicht, die Meere erzwingen konnte; daß es das größte Schiff war, was jemals gebaut wurde; daß es trotzdem so überraschend geschah; daß es zum 1. mal den Notfall per Funk gemeldet wurde;…

Deshalb vielen herzlichen Dank, Max! Ich werde bestimmt mal ein Anlaß haben, mein Sohn David diese Antworten zu geben…

Deine Beiträge haben w mir besonders viel geholfen!

Einen ganz lieben Gruß aus Nürnberg an der Pegnitz (nicht unbedingt mit dem Meer zu vergleichen, aber immerhin ein Fluß) ;o)))

Helena

Vielen herzlichen Dank an alle… (m.T.)
Hi Experten!

Vielen herzlichen Dank an alle, die zu meiner Frage eine antwort gegeben haben.

Es waren alle sehr hilfsreich und sonst gab es Denkanstöße.

Jetzt muß ich damit ankämpfen, daß ich nicht von diesem „Titanic“-Fieber gepackt werde!! :o))) (Jetzt wo ich weiß, warum es ein Anlaß dazu gibt…!) ;o))))

Also, nochmals herzlichen Dank und alles Gute!
Helena