Todespille OK ?

HI

NEU in HOLLAND:

Nach dem neuen Gesetz kann die Sterbehilfe straffrei nur im Fall unerträglichen und ausweglosen Leidens durch Ärzte gewährt werden.

Voraussetzung für die Gewährung der Todespille müsse die Zustimmung durch eine unabhängige Kommission sein, meinte die Politikerin von der linksliberalen Partei D66 Borst.

Die Kommission müsse jeden Fall vorab prüfen, meinte die Ministerin, die das Sterbehilfe-Gesetz im Parlament vertreten hatte.

DISKUSSION NICHT ANHEIZEN.

Borst sagte, sie wolle nicht eine Diskussion zu diesem Thema anheizen.

Sie hätte aber nichts dagegen, wenn zu einem späteren Zeitpunkt eine allgemeine Diskussion über dieses Thema beginne.

Schon 1991 hatte ein Mitglied des Hohen Rats, des höchsten juristischen Gremiums in den Niederlanden, für die Gewährung so genannter Todespillen an lebensmüde alte Menschen plädiert.

In einer ersten Reaktion reagierte Fraktionschef Jaap de Hoop Scheffer von der christdemokratischen Oppositionspartei CDA “mit Entsetzen” auf die Äußerung der Ministerin. Seine Partei hatte bereits das Sterbehilfe-Gesetz abgelehnt.

KOALITION REAGIERT ABLEHNEND

Auch Vertreter von zwei der drei Parteien in der Den Haager Regierungskoalition reagierten ablehnend. Im niederländischen Fernsehen bezeichnete ein Sprecher der rechtsliberalen Partei VVD die Erklärung der Ministerin als “sehr unvernünftig”.

Eine Sprecherin der sozialdemokratischen Partei der Arbeit meinte, dass zumindest der Zeitpunkt der Äußerung nicht gut gewählt gewesen sei.

What nu ?

Ok oder nicht ?

Ich finde diese Pille nicht gut, da es nichr Menschensache sein sollte in unser Ableben einzugreifen.

Bye
Hans

Ich finde diese Pille nicht gut, da es nichr Menschensache
sein sollte in unser Ableben einzugreifen.

Bye
Hans

Staatlich sanktionierter Massenmord - wie Krieg - ist das keine „Menschensache“?

Grüße

HI

Richtig, aber hier gehts um die Todespille.

Was ist damit bitte ?

Bye
Hans

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Hi Hans,

jeder Mensch kann den Zeitpunkt des eigenen Todes - durch eigene Entscheidung - bestimmen. Wer sollte dies sonst tun? Also sollten auch geeignete legale Mittel (Todespille??, blöder Name) vorhanden sein. Eine Selbsttötung geht nur den Betroffenen etwas an. Keinen Staat, oder sonstige selbsternannte „moralische Instanzen“ wie Kirchen etc., hat das etwas anzugehen. Einem „lebensmüden“ Menschen den Tod zu verweigern halte ich für höchst unmoralisch und menschenverachtend. Kaum ein Mensch kann selbstbestimmt leben. Soll er wenigstens das Recht haben selbstbestimmt - vollkommen egal aus welchem Grund - zu sterben.

Grüße

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Hi

Thanks for feedback.

Kann der Mensch - vor allem in dem von dir beschriebenen Zustand - dies ueberhaupt noch beurteilen ?

Ist Selbsttoetung nicht gesetzeswidrig ?
( heisst, sollte dieser gegen das Gesetz handeln ? )

Warum sind Staat und Kirchen so sehr dagegen ?

Kann ein todeskranker Mensch noch selbstbestimment handeln ?

Ist es unmoralisch und menschenverachtend dem Todkranken
milderende, liebevolle Hilfe zu reichen ?

Fragen ueber Fragen.

Bye
Hans

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Hans,

jeder Mensch kann den Zeitpunkt des eigenen Todes - durch
eigene Entscheidung - bestimmen. Wer sollte dies sonst tun?
Also sollten auch geeignete legale Mittel (Todespille??,
blöder Name) vorhanden sein. Eine Selbsttötung geht nur den

hallo,

(meine Premiere hier in diesem Brett, glaub ich *g*)

Kann der Mensch - vor allem in dem von dir beschriebenen
Zustand - dies ueberhaupt noch beurteilen ?

Er kann. Nicht jeder, aber man sollte prinzipell nicht jedem Menschen, der sein Sterben forcieren möchte, nicht die Fähigkeiten absprechen, denken zu können.

Kann ein todeskranker Mensch noch selbstbestimment handeln ?

Er soll, er muss es sogar. Ein todkranker Mensch darf nicht entmündigt werden, nur weil er weiss, er wird sterben, und er es deshalb beschleunigen möchte. Weder Staat noch Kirche haben das Recht, einem Menschen vorzuschreiben, wann der Zeitpunkt ist, zu gehen.

Ist es unmoralisch und menschenverachtend dem Todkranken
milderende, liebevolle Hilfe zu reichen ?

Nein, ist es nicht. Es ist aber weitaus fraglicher, einen Menschen dahinsiechen zu lassen, in dem Wissen, das es nur eine Verlängerung eines grausamen Sterbens ist. (hab ein Statment dazu in der Innenpolitik geschrieben, eigene Erfahrung)

Fragen ueber Fragen.

Es werden noch mehr werden, ganz sicher.

CIAo

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Hi Hans,

jeder Mensch kann den Zeitpunkt des eigenen Todes - durch
eigene Entscheidung - bestimmen. Wer sollte dies sonst tun?
Also sollten auch geeignete legale Mittel (Todespille??,
blöder Name) vorhanden sein. Eine Selbsttötung geht nur den

hallo,

(meine Premiere hier in diesem Brett, glaub ich *g*)

Hi Hafenmaus

…dann mal ‚Good luck‘, welcome.

Kann der Mensch - vor allem in dem von dir beschriebenen
Zustand - dies ueberhaupt noch beurteilen ?

Er kann. Nicht jeder, aber man sollte prinzipell nicht jedem
Menschen, der sein Sterben forcieren möchte, nicht die
Fähigkeiten absprechen, denken zu können.

Verlangt dieses ‚Koennen‘ nicht klaren Verstand, ist DAS noch moeglich?

Kann ein todeskranker Mensch noch selbstbestimment handeln ?

Er soll, er muss es sogar. Ein todkranker Mensch darf nicht
entmündigt werden, nur weil er weiss, er wird sterben, und er
es deshalb beschleunigen möchte. Weder Staat noch Kirche haben
das Recht, einem Menschen vorzuschreiben, wann der Zeitpunkt
ist, zu gehen.

Ist es entmuendigend ihm zu helfen?

Kann er ueberhaupt den Zeitpunkt feststellen, ist er dazu in der Lage, moralisch und medizinisch ?

Ist es unmoralisch und menschenverachtend dem Todkranken
milderende, liebevolle Hilfe zu reichen ?

Nein, ist es nicht. Es ist aber weitaus fraglicher, einen
Menschen dahinsiechen zu lassen, in dem Wissen, das es nur
eine Verlängerung eines grausamen Sterbens ist. (hab ein
Statment dazu in der Innenpolitik geschrieben, eigene
Erfahrung)

Was ist fraglicher im Todeskampf? Belastetet ihn Unmorral und Toetung des Menschenlebens nicht zu sehr?

Ist diese extreme Belastung verantwortbar?

Fragen ueber Fragen.

Es werden noch mehr werden, ganz sicher.

Sicher, auf denn.

CIAo

Bye
Hans

Hi,

Verlangt dieses ‚Koennen‘ nicht klaren Verstand, ist DAS noch
moeglich?

Ein zum Sterben verurteilter Mensch hat doch nicht zwangläufig die Fähigkeit verloren, zu denken und über sich selber zu bestimmen.

Ist es entmuendigend ihm zu helfen?

Kann er ueberhaupt den Zeitpunkt feststellen, ist er dazu in
der Lage, moralisch und medizinisch ?

Es ist entmündigend, einem Menschen beispielsweise fast die ganze Lunge zu entfernen und ihn dann künstlich am Leben zu halten. Das ist völlig sinnlos und entwürdigend. Wenn der betroffende Mensch dann dazu noch weiss, das er sterben wird, dann kann ihm dies erspart werden, in dem man ihn sterben lässt, wenn er sich dazu entschliesst. Dem Betroffenden aber einzureden, nur diese eine Operation könne ihm helfen, wohlwissend, dass es gar nicht gutgehen kann (schon medizinisch gar nicht), das kommt einer Entmündigung ziemlich nahe.

Nein, ist es nicht. Es ist aber weitaus fraglicher, einen
Menschen dahinsiechen zu lassen, in dem Wissen, das es nur
eine Verlängerung eines grausamen Sterbens ist. (hab ein
Statment dazu in der Innenpolitik geschrieben, eigene
Erfahrung)

Was ist fraglicher im Todeskampf? Belastetet ihn Unmorral und
Toetung des Menschenlebens nicht zu sehr?

Ich denke nicht, dass ein Mensch, der sich selbst entschliesst, das eigene Sterben zu beschleunigen, seine eigene Moral überdenken muss. Er schadet mit seiner Entscheidung niemanden, auch sich selber nicht. (ich rede jetzt ausschliesslich von kranken Menschen, nicht von „geistesgestörten“ Suizidgefährdeten)

Ist diese extreme Belastung verantwortbar?

Jeder muss für sich selbst festlegen, wie er sich belastet. Niemand sollte irgendwem vorschreiben, was und wie zu denken und zu handeln ist. Das Recht auf Selbstentscheidung und Selbstverantwortung sollte auch gegeben sein, wenn es um den Tod geht. Das ist für viele eine viel grössere Belastung als für den Betroffenden selber. Aber die Entscheidung über das eigene Leben sollte immer in der eigenen Hand liegen.

CIAo

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Hi Hans,

jetzt wirst Du arg tautologisch. Einmal etwas krasser. Für sinnvoller halte ich es einem - noch aktiv - lebenden Menschen gegenüber „liebevoll“ zu sein, statt einem von Angst erfüllten, sterbenden Menschen, etwas vorzuheucheln. Leider habe auch ich schon sterbende Menschen belogen. Aber das soll kein Kriterium sein. Viele Menschen brauchen für ihr Leben die Lüge. Warum nicht auch beim sterben.

Grüße

HI

Richtig, ich meinte ehrliche Liebe- sorry, was sonst.

Kannst Du andere Menschen beurteilen - von dir auf andere schliessen ?

Mit Luegen sterben ist blanker Selbstzweck, DAS ist menschenverachtend fuer den Todkranken und anmassend.

Oder nicht ?

Bye
Hans

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

Verlangt dieses ‚Koennen‘ nicht klaren Verstand, ist DAS noch
moeglich?

Ein zum Sterben verurteilter Mensch hat doch nicht zwangläufig
die Fähigkeit verloren, zu denken und über sich selber zu
bestimmen.

So ist es, aber zumeist sicher, oder ? Sonst waere er ja nicht todkrank.

Ist es entmuendigend ihm zu helfen?

Kann er ueberhaupt den Zeitpunkt feststellen, ist er dazu in
der Lage, moralisch und medizinisch ?

Es ist entmündigend, einem Menschen beispielsweise fast die
ganze Lunge zu entfernen und ihn dann künstlich am Leben zu
halten. Das ist völlig sinnlos und entwürdigend. Wenn der
betroffende Mensch dann dazu noch weiss, das er sterben wird,
dann kann ihm dies erspart werden, in dem man ihn sterben
lässt, wenn er sich dazu entschliesst. Dem Betroffenden aber
einzureden, nur diese eine Operation könne ihm helfen,
wohlwissend, dass es gar nicht gutgehen kann (schon
medizinisch gar nicht), das kommt einer Entmündigung ziemlich
nahe.

Bin kein Mediziner, DU etwa ? Heisst DAS nicht schon, diesen zu Rate zu ziehen?

Nein, ist es nicht. Es ist aber weitaus fraglicher, einen
Menschen dahinsiechen zu lassen, in dem Wissen, das es nur
eine Verlängerung eines grausamen Sterbens ist. (hab ein
Statment dazu in der Innenpolitik geschrieben, eigene
Erfahrung)

Was ist fraglicher im Todeskampf? Belastetet ihn Unmorral und
Toetung des Menschenlebens nicht zu sehr?

Ich denke nicht, dass ein Mensch, der sich selbst
entschliesst, das eigene Sterben zu beschleunigen, seine
eigene Moral überdenken muss.

Richtig.

Er schadet mit seiner

Entscheidung niemanden, auch sich selber nicht. (ich rede
jetzt ausschliesslich von kranken Menschen, nicht von
„geistesgestörten“ Suizidgefährdeten)

Meine die Todkranken.

Ist diese extreme Belastung verantwortbar?

Jeder muss für sich selbst festlegen, wie er sich belastet.

Kann er das als Todkranker ?

Niemand sollte irgendwem vorschreiben, was und wie zu denken
und zu handeln ist. Das Recht auf Selbstentscheidung und
Selbstverantwortung sollte auch gegeben sein, wenn es um den
Tod geht.

Wenn dem soo waere - da es ja rechtlich derzeit nirgendwo soo ist - wie solle das denn rechtlich verankerbar sein, gibts dafuer ueberhaupt Mehrheiten? Auch wenns ZDF ermittelt haben will 50 % der D’s seien dafuer?

Das ist für viele eine viel grössere Belastung als

für den Betroffenden selber.

Richtig, fuer jeden normalen Menschen - vor allem Angehoerige.

Sollte man daher nicht lieber das alles in fachlich kompetente Haende geben, der GEIMEINSAM mit dem Todkranken das fuer und wider des Ablebens bespricht?

Aber die Entscheidung über das

eigene Leben sollte immer in der eigenen Hand liegen.

…wenn er ueberhaupt noch die Haende bewegen kann…
aber einem TODKRANKEN DAS alles zumuten ?

Diese extreme Belastung beschleunigt sicher sein Ableben, klar, meinst Du DAS damit?

CIAo

Bye
Hans

Hallo Hans,

Ich finde diese Pille nicht gut, da es nichr Menschensache
sein sollte in unser Ableben einzugreifen.

Ganz Deiner Meinung. Also schaffen wir am besten mal die gesamte Intensivmedizin ab, die ständig in unser Ableben eingreift…

Mal im Ernst, wenn Du das leben und sterben lassen einzig und allein in Gottes Hände legen willst, mußt Du die Medizin streichen. Schließlich greift die in unser Ableben ständig ein.

Ich will jetzt die Medizin natürlich nicht abschaffen, aber klar stellen, daß das Argument nicht zieht.

Und ich finde die holländische Entscheidung gut und hoffe, daß unsere Politiker irgendwann anfangen, darüber mal nachzudenken.

Könnt ihnen mal gut tun.

Gruß Kubi

Hallo Hans,

Ich finde diese Pille nicht gut, da es nichr Menschensache
sein sollte in unser Ableben einzugreifen.

Ganz Deiner Meinung. Also schaffen wir am besten mal die
gesamte Intensivmedizin ab, die ständig in unser Ableben
eingreift…

Mal im Ernst, wenn Du das leben und sterben lassen einzig und
allein in Gottes Hände legen willst, mußt Du die Medizin
streichen. Schließlich greift die in unser Ableben ständig
ein.

In Gottes Haende heisst ja nicht’alles Ablehnen’, sondern liegt in meinem Ermessen zwischen Gut und Boese, ergo hier richtig oder falsch zu entscheiden.

Dennoch bin ich hier der Ueberzeugung , dass liebevolle Menschen oder sehr ueberzeugende Fachkraefte dem Todkranken besser helfen koennen - in seinen letzten Stunden- als diese Todespille .

Ich will jetzt die Medizin natürlich nicht abschaffen, aber
klar stellen, daß das Argument nicht zieht.

Und ich finde die holländische Entscheidung gut und hoffe, daß
unsere Politiker irgendwann anfangen, darüber mal
nachzudenken.

Könnt ihnen mal gut tun.

Nun gut, siehst Du so, ich kann diesem Ansinnen nicht folgen, zumal die Huerden zur Durchsetzung der Gesetze in der BRD ja ganz erheblich sind; nicht zu vergessen, die massive Lobby DAGEGEN.

Gruß Kubi

Bye
Hans

Hi Kubi

Mal im Ernst, wenn Du das leben und sterben lassen einzig und
allein in Gottes Hände legen willst, mußt Du die Medizin
streichen. Schließlich greift die in unser Ableben ständig
ein.

Ich will jetzt die Medizin natürlich nicht abschaffen, aber
klar stellen, daß das Argument nicht zieht.

Vollkommen deiner Meinung.

Und ich finde die holländische Entscheidung gut und hoffe, daß
unsere Politiker irgendwann anfangen, darüber mal
nachzudenken.

Wer nicht mehr leben will, hat bis jetzt auch Mittel und Wege gefunden sich zu töten. Ich würde es zutiefst entwürdigend finden, wenn ich - alt und krank - eine Kommission anbetteln muss, ob ich bitteschön sterben darf, und mich dann noch mit einem arroganten Doktor herumstreiten muss. Oder, umgekehrt, ob man mir ständig nahe legt, dass ich doch gefälligst abkratzen sollte, wäre ohnehin nur mehr lästig.
sNein, wenn ich nicht mehr will, geb die meine Rente für Cognac und Rauschgift aus, fahr auf den Schneeberg, feiere eine Party ganz allein und schlaf im Schnee mit Blick auf den Sternenhimmel ein.

gruß,
bb

Hallo Barbara,

Wer nicht mehr leben will, hat bis jetzt auch Mittel und Wege
gefunden sich zu töten.

Tja, das ist nicht ganz richtig. Wenn Du erst mal so weit bist, daß Du in der Intensivmedizin liegst, kann es durchaus sein, daß Du schlichtweg körperlich nicht mehr in der Lage bist, selbst etwas zu unternehmen - und es ist ja durchaus denkbar, daß Du erst dann beschließt, nicht mehr leben zu wollen.

Ich würde es zutiefst entwürdigend

finden, wenn ich - alt und krank - eine Kommission anbetteln
muss, ob ich bitteschön sterben darf, und mich dann noch mit
einem arroganten Doktor herumstreiten muss.

Stimmt natürlich. Aber hier geht es ja darum, daß jemand anderes Dich umbringen soll. Und da sollte es schon recht strikte Kontrollmechanismen geben, um zu verhindern, daß plötzlich der reiche Erbonkel von einem unerklärlichen Todesdrang befallen wird - sicher übertrieben, aber Du verstehst, was ich meine.

sNein, wenn ich nicht mehr will, geb die meine Rente für
Cognac und Rauschgift aus, fahr auf den Schneeberg, feiere
eine Party ganz allein und schlaf im Schnee mit Blick auf den
Sternenhimmel ein.

Ist natürlich die schönste Variante. Aber wie gesagt: was, wenn Du dazu nicht mehr in der Lage bist?

Gruß Kubi

Hallo Kubi,

Tja, das ist nicht ganz richtig. Wenn Du erst mal so weit
bist, daß Du in der Intensivmedizin liegst, kann es durchaus
sein, daß Du schlichtweg körperlich nicht mehr in der Lage
bist, selbst etwas zu unternehmen - und es ist ja durchaus
denkbar, daß Du erst dann beschließt, nicht mehr leben zu
wollen.

Gerade in der Intensivmedizin gibt es eine abgestufte Behandlung, d.h. in hoffnungslosen Fällen wird der Patient schmerzfrei und angstfrei gehalten, bis der natürliche Tod eintritt.
Weiters weiß ich von unserem Ober-Intensivmediziner hier in Wien (hab mich nämlich sehr für die sache interessiert) dass nicht mehr lebenswillige Patienten sehr schnell sterben. Ich habe eher das Gefühl, dass das für den Laien so erschreckende Bild von den „tausend Schläuchen und Maschinen“ bewusst eingesetzt wird, um die Hemmschwelle zum Töten zu senken.

Aber hier geht es ja darum, daß jemand

anderes Dich umbringen soll.

also wenn ich noch rüstig genug bin einer Kommission Rede und Antwort zu stehen bin ich sicher noch rüstig genug, mir selber einen Schlafmittelcocktail zu mischen.

Und da sollte es schon recht

strikte Kontrollmechanismen geben, um zu verhindern, daß
plötzlich der reiche Erbonkel von einem unerklärlichen
Todesdrang befallen wird - sicher übertrieben, aber Du
verstehst, was ich meine.

Klar. Das ist ja die große Gefahr. Wie soll ein alter, kranker (und damit lästiger) Mensch es aushalten, wenn ihm von der lieben Verwandtschaft täglich suggeriert wird, er solle ihnen nicht mehr zur Last fallen? Gerade bei Frauen wäre es zu erwarten, dass sie lieber den Freitod wählen als Männes Bequemlichkeit im Wege zu stehen. Es käme m.A. darauf hinaus, dass man die kranken Alten solange psychisch fertig macht und vielleicht auch ein bisserl misshandelt, bis sie brav um die Euthanasie bitten.

Ist natürlich die schönste Variante. Aber wie gesagt: was,
wenn Du dazu nicht mehr in der Lage bist?

Ich weiß, das Problem ist schwierig, habe gerade so einen Fall im Bekanntenkreis. Aber ich finde, man müsste die Schmerzmedizin und die Sterbebegleitung intensivieren, anstatt Kranke wegzuspritzen.
gruß,
bb

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Hallo Barbara,

Gerade in der Intensivmedizin gibt es eine abgestufte
Behandlung, d.h. in hoffnungslosen Fällen wird der Patient
schmerzfrei und angstfrei gehalten, bis der natürliche Tod
eintritt.

Ich sagte ja extra „könnte“. Und ich frage mich auch, ob es sehr menschenwürdig ist, wenn man 20 Jahre im Koma „schmerz- und angstfrei“ gehalten wird…und selbst ohne Koma: dieses „schmerz- und angstfrei“ klingt mir doch arg nach vegetieren…ist das erstrebenswert?

Weiters weiß ich von unserem Ober-Intensivmediziner hier in
Wien (hab mich nämlich sehr für die sache interessiert) dass
nicht mehr lebenswillige Patienten sehr schnell sterben.

Ja, das stimmt. Man kann seine Überlebenschance durchaus per innere Einstellung stark verändern.

Ich

habe eher das Gefühl, dass das für den Laien so erschreckende
Bild von den „tausend Schläuchen und Maschinen“ bewusst
eingesetzt wird, um die Hemmschwelle zum Töten zu senken.

Ich weiß nicht. Die Schläuche und Maschinen gibt’s ja nun wirklich, und sie kosten 'ne Menge Geld. Man wird sie also nur einsetzen, wenn’s nötig ist - dann aber bestimmt.

also wenn ich noch rüstig genug bin einer Kommission Rede und
Antwort zu stehen bin ich sicher noch rüstig genug, mir selber
einen Schlafmittelcocktail zu mischen.

Ich weiß nicht…Du bist zumindest trotzdem auf Deine Freunde/Verwandten angewisen, um Dir das Zeug zu besorgen.

Klar. Das ist ja die große Gefahr. Wie soll ein alter, kranker
(und damit lästiger) Mensch es aushalten, wenn ihm von der
lieben Verwandtschaft täglich suggeriert wird, er solle ihnen
nicht mehr zur Last fallen? Gerade bei Frauen wäre es zu
erwarten, dass sie lieber den Freitod wählen als Männes
Bequemlichkeit im Wege zu stehen. Es käme m.A. darauf hinaus,
dass man die kranken Alten solange psychisch fertig macht und
vielleicht auch ein bisserl misshandelt, bis sie brav um die
Euthanasie bitten.

Und da soll die Kommission halt eingreifen. Ich sage ja auch nicht, daß das System perfekt ist, aber ich sehe als einen Fortschritt gegenüber Deutschland an.

Ich weiß, das Problem ist schwierig, habe gerade so einen Fall
im Bekanntenkreis. Aber ich finde, man müsste die
Schmerzmedizin und die Sterbebegleitung intensivieren, anstatt
Kranke wegzuspritzen.

Sicher ist das vordringlich. Aber die aktive Tötung muß eine Möglichkeit bleiben. Auch wenn man sie „wegspritzen“ nennt, um die negativen Konnotationen hervorzuspielen :smile:

Gruß Kubi

Hallo Kubi,

Und ich frage mich auch, ob es

sehr menschenwürdig ist, wenn man 20 Jahre im Koma „schmerz-
und angstfrei“ gehalten wird

So lange komatöse Zustände sind sehr, sehr selten.

…und selbst ohne Koma: dieses

„schmerz- und angstfrei“ klingt mir doch arg nach
vegetieren…ist das erstrebenswert?

Es geht hier um Kranke, für die jede weitere Operation etc. sinnlos ist und von denen man weiß, dass sie bald sterben werden. Was ist so schlimm daran ohne Schmerzen und ohne Angst dem nun einmal unvermeidlichen Tod entgegenzugehen? Man kann, wenn nötig, seine weltlichen Angelegenheiten ordnen, seinen Frieden mit Gott machen, Abschied nehmen.

Ich weiß nicht. Die Schläuche und Maschinen gibt’s ja nun
wirklich, und sie kosten 'ne Menge Geld. Man wird sie also nur
einsetzen, wenn’s nötig ist - dann aber bestimmt.

Genau.

.

Und da soll die Kommission halt eingreifen.

stell ich mir sehr angenehm vor da im Bett zu liegen, während eine Kommission mit meinen Verwandten diskutiert, ob sie mich kalt machen dürfen oder nicht …

Ich sage ja auch

nicht, daß das System perfekt ist, aber ich sehe als einen
Fortschritt gegenüber Deutschland an.

Ich habe allerdings erst vor kurzem gelesen, dass während der Probezeit in den Niederlanden rund tausend kranke Menschen GEGEN ihren Willen getötet wurden. Seien wir uns ehrlich, die Versuchung ist enorm, da den Willen des Kranken ein bisserl hinzubiegen.

Sicher ist das vordringlich. Aber die aktive Tötung muß eine
Möglichkeit bleiben. Auch wenn man sie „wegspritzen“ nennt, um
die negativen Konnotationen hervorzuspielen :smile:

Naja, umgekehrt könnte man sagen: Auch wenn man die Tötung kranker Menschen als Gnadentod bezeichnet, um die positiven Konnotationen hervorzuspielen … ist halt immer eine Frage der Formulierung, gelle?
Wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass ein kranker, alter oder schwer behinderter Mensch ernstlich sterben will und das in würdiger Weise im Kreise seiner Familie tun möchte, anstatt so lang im Krankenhaus zwischengelagert zu werden, bis er dort im Badezimmer ex geht. Nur denke ich immer noch, in dem Fall wird man, Gesetz hin oder her, eine Lösung finden. Überhaupt ist es ja erlaubt, der Schmerzbehandlung den Vorzug vor der Lebensverlängerung zu geben, besser kurz und gut mit Morphium als lang und grauslich ohne.
gruß,
bb

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Hallo Barbara,

ich glaube, langsam kommen wir uns näher, auch wenn’s eigentlich nicht so klingt. Unsere Positionen sind sich im Grunde glaube ich ähnlicher als es so in der Kürze schreiben läßt. Nun denn,…

Und ich frage mich auch, ob es

sehr menschenwürdig ist, wenn man 20 Jahre im Koma „schmerz-
und angstfrei“ gehalten wird

So lange komatöse Zustände sind sehr, sehr selten.

Es ging mir auch nicht um die genaue Zahl. Ein Jahr ist auch nicht so doll…

Es geht hier um Kranke, für die jede weitere Operation etc.
sinnlos ist und von denen man weiß, dass sie bald sterben
werden. Was ist so schlimm daran ohne Schmerzen und ohne Angst
dem nun einmal unvermeidlichen Tod entgegenzugehen? Man kann,
wenn nötig, seine weltlichen Angelegenheiten ordnen, seinen
Frieden mit Gott machen, Abschied nehmen.

Nichts. Und was ist so schlimm daran, sich den Rest zu sparen, wenn man obiges erledigt hat, und sofort zu gehen, wenn man bereit ist, statt erst zu warten, bis auch die moderne Medizin einen nicht mehr gewaltsam zurückhält?

Und da soll die Kommission halt eingreifen.

stell ich mir sehr angenehm vor da im Bett zu liegen, während
eine Kommission mit meinen Verwandten diskutiert, ob sie mich
kalt machen dürfen oder nicht …

Ist es Dir lieber, es gibt keine Kommission und man darf Dich sofort kaltmachen?

Ich habe allerdings erst vor kurzem gelesen, dass während der
Probezeit in den Niederlanden rund tausend kranke Menschen
GEGEN ihren Willen getötet wurden. Seien wir uns ehrlich, die
Versuchung ist enorm, da den Willen des Kranken ein bisserl
hinzubiegen.

Voilà. Also muß die Kontrolle noch strikter sein. Die Versuchung ist sicherlich enorm, aber ist das Grund genug, dem Menschen seinen Willen zu sterben abzusprechen? Bei uns kennt man irgendwie immer nur „alles oder nichts“…

Naja, umgekehrt könnte man sagen: Auch wenn man die Tötung
kranker Menschen als Gnadentod bezeichnet, um die positiven
Konnotationen hervorzuspielen … ist halt immer eine Frage
der Formulierung, gelle?

*g* Ich halte aktivbe Tötung allerdings für einen relativ neutralen Begriff. Gnadentod ist natürlich auch wieder euphemistisch. Ich würde ihn auch nicht benutzen - jedenfalls nicht in diesem Zusammenhang.

Wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass ein kranker,
alter oder schwer behinderter Mensch ernstlich sterben will
und das in würdiger Weise im Kreise seiner Familie tun möchte,
anstatt so lang im Krankenhaus zwischengelagert zu werden, bis
er dort im Badezimmer ex geht.

Volle Zustimmung.

Nur denke ich immer noch, in

dem Fall wird man, Gesetz hin oder her, eine Lösung finden.

Aber warum „Gesetz hin oder her“? Wäre es nicht besser, der Staat hält sich raus, wenn die Bedingungen schon nicht ordentlich beschrieben werden können?

Überhaupt ist es ja erlaubt, der Schmerzbehandlung den Vorzug
vor der Lebensverlängerung zu geben, besser kurz und gut mit
Morphium als lang und grauslich ohne.

Korrekt. Und wenn man die Dosierung ordentlich anpaßt, ist man wieder bei der aktiven Tötung. Nur daß man sie wegen der Gesetze natürlich als Versehen deklariert. Das ist dann staatlich verursachte Heuchelei.

Gruß Kubi

Hallo Barbara,

ich glaube, langsam kommen wir uns näher, auch wenn’s
eigentlich nicht so klingt. Unsere Positionen sind sich im
Grunde glaube ich ähnlicher als es so in der Kürze schreiben
läßt. Nun denn,…

Ich weiß, es ist sehr schwer, da eine Position zu finden, und ich ziehe mich auf das Bonhoeffer-Zitat zurück: „Es gibt für den Menschen kein absolut Gutes“. Es geht ja da auch immer um sehr individuelle Menschen und Familienkonstellationen. Die Grenze ist sehr schwer zu ziehen zwischen Selbstmord, manipuliertem „Todeswunsch“ und einem Vorwegnehmen des unvermeidlichen Todes. Man kann sicher für beides, pro und Contra, sehr anrührende Szenarien entwerfen - auf der einen Seite der gnadenlos zum Leben gezwungene Mensch, der nichts lieber will als sterben, auf der anderen Seite der ja auch von dir erwähnte Erbonkel oder die kranke Oma, auf deren Häuschen und Sparbuch die Familie geiert.
Grundsätzlich finde ich auch, dass man das moralische Recht hat, aus einem brennenden Hochhaus zu springen und nicht verpflichtet ist, sich das Verbrennen bei lebendigem Leib bis zum Letzten zu geben.
Wahrscheinlich spielt mein Misstrauen gegenüber Kommissionen mit. Wer sagt, dass die unbestechlich und unbeeinflussbar sind? Garantiert nicht. Und ich fürchte eben, dass da Menschen, die ohnehin geschwächt, deprimiert, vielleicht verwirrt sind, einem massiven Beschuss ausgesetzt werden, und das widerstrebtr meiner Moral, dass die Schwächsten am meisten Schutz brauchen.
Und wie soll das eigentlich sein mit den Geistesschwachen, Geisteskranken oder Gemütskranken, vor allem den Depressiven? Bestimmt da ein Arzt, wann die sterben zu wollen haben? Oder der gesetzliche Vormund?
Fragen über Fragen, und wir werden sie auch nicht beantworten.
gruß,
bb

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