Hallo,
Ist das nicht schade, wenn man ein Kind 24 Jahre grossgezogen
hat und dann keine „automatische“ Beziehung zu ihm haben soll
?
Du vergisst hier, dass sie sich total neu ausrichtet.
Und nicht nur ihre eigenen Lebensgewohnheiten neu ändert,
diese auch einem neuen Wesen anpassen muss bzw. sie einem
anderen (dem Freund+Vater) anpassen muss - selbst wenn diese
schon länger zusammengelebt haben, ändert sich das durchaus,
wenn Nachwuchs dazukommt.
das mit dem Nachwuchs sehe ich wie Du. Sie muss plötzlich Verantwortung auch für jemand anderen haben.
Vielleicht sollte ich mal ein wenig über unser Verhältnis erzählen.
Wir haben ein altes Mehrfamilienhaus in dem nur wir wohnen, meine Tochter hatte dort eine 2 - Zimmerwohnung für sich alleine und hat alles, was so anfällt (Wäsche, putzen …) selbst erledigt. Essen, Getränke wurden für sie mitgebracht und auch mitbezahlt (sie ist noch in einer Lehre). Wenn ein Freund aktuell war, blieben sie unter sich in ihrer Wohnung (spielte sich alles immer bei ihr ab). Mit den Freunden hatte ich wohl guten Kontakt (waren immer nette Kerle) aber eben nicht bestimmend oder intensiv. War kein Freund da, spielte sich viel Leben auch in meinem Hausteil ab, ich koche eigentlich regelmässig und hab dann für sie mitgekocht (ist nicht, dass mir das jetzt fehlt denn ich bin beruftätig und auch so viel mit Sport, Hund, pflegebedürftige Mutter, Renovierungen usw. am Hut).
Man lebte halt in einer offenen Gemeinschaft, jeder hatte seinen Bereich und niemand kam auf die Idee irgendwem was vorzuschreiben oder zu gängeln …
Soll ich mal ganz ehrlich sein? Es würde mich wirklich
interessieren, wie deine Tochter das sieht bzw. beschreiben
würde.
ja, mich auch. Aber eigentlich war ich gerne Vater und finde meine Tochter toll und zeige ihr das auch.
Das Problem was ich sehe ist, dass sie in mir immer jemand hatte, der sie auffing, bei dem sie sich ausweinen konnte und von dem sie nie Vorwürfe bekam. Nun wird sie sicherlich auch aufgefangen aber bestimmte Entscheidungen kann und will ich nicht beeinflussen.
Die Art ,wie du über deine Tochter schreibst, klingt
zumindest befremdend, wie ein sehr intensives, sehr von dir
geprägtes Verhältnis.
natürlich von mir geprägt. Ich war ja verantwortlich und habe meine Verantwortung auf wahrgenommen z.B. bei fehlendem Kindergartenplatz habe ich (nicht alleine) halt einen eigenen, heute noch existierenden, Kindergarten gegründet. Oder statt ein tolles Einfamilienhaus zu bauen habe ich ein altes 3Familienhaus gekauft, selbst renoviert und Wohnungen und Platz für alle meine Kinder und Enkel und Frauen
).
Nun mal so am Rande, dass ich so schlimm nicht sein kann. Es gab da mal ne Zeit da war ich von meiner Frau getrennt und hatte eine Freundin, trotzdem lebten wir alle zusammen und ohne Zank und Streit.
Vielleicht lehne ich mich zu weit aus
dem Fenster, aber ich reagiere nur auf deine Worte: es klingt
für mich nach zu eng, zu abgeschottet auf „ich und das Kind“
gegen die Welt.
ja, es war eng aber nicht gegen die Welt sondern eine stressfreie Insel in einer stressigen Welt… aber nicht „ich und das Kind“ sondern Familie. Aber jeder hat seine Interessen und jeder geht seinen Weg. Hin und wieder treffen wir uns halt auch mal in einer Disco oder wenn sie Party im Garten feiert werd ich/wir auch mal eingeladen oder umgekehrt.
Ich finde es aber gut, dass diese früher vorhandenen Generationenkonflikte oder Trennung der Generationen heute nicht mehr vorhanden sind. Gab es in meiner Welt (SquareDance, Mopped, Marathon) eigentlich nie.
Natürlich haben Mutter und „neues“ Kind und Ehemann die
primären Rechte an ihrem Leben. Aber hat der Grossvater nicht
auch Rechte ?
Keine einklagbaren.
ich sternzeichen Krebs und klage nicht sonder ziehe mich zurück und meine Tochter/Sohn sind es, die mich wieder abholen.
Muss der Opa immer unter dem Teppich herlaufen ? Kann man
nicht auch mal fragen, was der Opa will oder mag ?
Nicht in Bezug auf die Kindererziehung.
schade. Ich denke ich habe meine Sache gut gemacht. Selbständige, sozialverträgliche, liebenswerte Kinder die von Jung und Alt gemocht werden, niemandem auf der Tasche liegen und jedem helfen, keine Rassenvorurteile kennen und jeglichen Extremismus ablehnen. Menschen lieben und für alte Menschen sorgen und denen Kinder hinterherlaufen.
Sicher wird sie positive Kinder grossziehen und ich hoffe sie wird mich mit ins Boot nehmen.
Außerdem - es kommt
drauf an, wie sehr du Kompromisse brauchst, um die Beziehung
aufrechtzuerhalten.
nun ja. Ich bin zu jedem Kompromiss bereit und äusserst anpassungfähig und mit Deiner Hilfe
werde ich sicher auch Krisen bewältigen oder ?
Wenn du dir leisten kannst zu sagen:
ich will es so, wenn es den anderen nicht passt, ziehe ich
mich zurück - dann gut.
JA, das hoffe ich zu können. Der Satz war gut !!!
Wozu muss ich immer Recht haben ? Mein Leben war positiv und ich hoffe dass meiner Kinder wird es auch.
Wie gesagt, du hinterlässt hier aber schon den Eindruck,
wie wenn du der dominante in der Beziehung wärst.
bin ich ganz sicher. Aber wenn sie sich bei mir wohlfühlen, muss ich dann daran was ändern ?
Eltern
auf „Freundesstatus“ pochen, oft seltsame Auswüchse erleben.
ja, sehe ich auch so. War eigentlich immer mein Spruch „ich muss nicht der Freund meiner Kinder sein, ich muss sie erziehen. Wenn Freundschaft dabei rauskommt gut aber nicht zwingen“ . Ab einem bestimmten Alter hört das aber auf, ich kann einer 16-17 jährigen nicht verbieten in einer Disco bis morgens früh zu tanzen; wenn ich da keine Vertrauen in meine Erziehung habe, ist das eh zu spät. Ich kann aber auch einer 24 - jährigen verbieten Drogen zu nehmen und setze das notfalls mit Gewalt durch … blöd ?
Eine andere Frage: du schreibst hier zum ersten Mal „uns“, bis
jetzt hast du immer nur von dir und deiner Tochter
geschrieben,
weder von anderen Kindern noch von der Mutter deiner Tochter.
ich kann hier nur von mir schreiben. Die Beziehung zur Mutter steht ja nicht auf dem Plan. Und es ist ja nun auch nicht so, dass ich, nachdem ich Deine Mail gelesen habe, losrenne und was ändere.
Einflüsse kommen von Omas, vom Bruder, von Mutter, von Tante usw.
und aus all dem wird vielleicht was. Zumindest hat sie genug Anlaufstellen, wenn sie man ne Babypause braucht oder das Geld mal in dem Monat knapp ist. UND EHRLICH, das finde ich schön.
Natürlich. Aber ich kenne dich und deine Tochter überhaupt
nicht.
ja, ist eigentlich schade. Aber neutrale Meinungen von aussen helfen oft, wenn man selbst den Rundumblick nimmer hat und ich bin dankbar dafür.
Meine Schwester nahm meinen frischangetrauten Ehemann zur
Seite, um ihm Ratschläge zu geben, wie er mit mir umgehen
sollte.
Das ist etwas, was ich ihr eigentlich nie verziehen habe.
na ja, ich hab das jetzt mal gemacht als meine Tochter dabei war und sie hat gelacht und zugestimmt (sie ist ein Mensch, der auch mal Ruhe braucht und alleingelassen werden muss und das versteht mancher Partner falsch).
Ich empfand damals die Einmischung meiner Schwester in
meine Beziehung für total daneben.
versuche doch mal sie zu verstehen. Sie will für Dich das beste und warum soll man einem Menschen der mich liebt böse sein ?
Menschen muss man so nehmen wie sie sind, es gibt keine anderen … ein schöner Satz finde ich.
BTW: mein Vater war auch sehr dominant und er fehlt mir heute noch, obwohl er fast 30 Jahre tot ist.
Gruss vom
Roger