Hallo Malte,
nicht er logen, sondern ver logen. Das empfinde
ich so, weil Du ja diese „Auslegung“ als „Beleg“ dafür
anführtest, daß das institutionalisierte Töten nicht der Style
des Judentums sei.
Ok, meinetwegen auch verlogen, ich mochte hier keinen Unterschied festmachen. Tut mir leid, dass ich das „v“ vergass.
Irgendwie kommt ihr da mit euren eigenen Regeln nicht wirklich
klar, wenn ich das mal so flapsig sagen darf. Entweder die
Todesstrafe wird abgelehnt oder nicht. „Bischen Todesstrafe“
oder „eigentlich schon, aber so wirklich dann nicht
Todesstrafe“ gibt’s nicht.
Mensch Malte, erstens ist es nicht „meine“ Regel und zweitens schrieb ich doch bereits wiederholt, dass die Todesstrafe abgelehnt wird. Es tut mir leid, wenn Du mich missverstanden hast, als dass es die Todesstrafe gibt, „aber so wirklich dann nicht“.
Daraus folgt also, daß der Tod im Judentum eine adäquate
Strafe _ist_ wie Du ja selbst einräumst.
Nein, das folgt nicht daraus bzw. ich habe es nicht eingeraeumt.
Achja, den Hagalil-Artikel hab ich nicht verstanden. Selbst im
deutschen erschliesst sich mir kein zwingender Unterschied
zwischen „Auge um Auge“ und „Auge für Auge“.
An dem Unterschied, ob es „um“ oder „fuer“ erschliesst sich bestimmt kein zwingender Unterschied.
Es mag da
irgendwo Stellen geben, die ausdrücklich von einem
finanziellen Ausgleich ergangenen Unrechts sprechen, aber
solang die nicht als Beleg aufgeführt werden, bleibt auch da
Verstehe. Es gibt nicht nur „irgendwo“ Stellen, die ausdruecklich von finanziellem Ausgleich sprechen. Aber solange man sie Dir nicht alle oder wenigstens einige als Beleg vorhaelt, haelst Du an Deinem miesen Beigeschmack bzgl. an der christlichen Interpretation fest.
ein beispiel von vielen:
http://www.bhcong.org/Sermons/2001%20Sermons/0511200…
_Similarly, our ancestors struggled with the Biblical command found in this week’s Torah portion, Emor, which states: „If any one kills any human being, he shall be put to death. . . If anyone maims his fellow, as he has done, so shall it be done to him: fracture for fracture, eye for eye, tooth for tooth. The injury he has inflicted on another shall be inflicted on him (Leviticus 25:17-20).“ We understand clearly our biblical ancestor’s plain and simple sense of justice, based, no doubt, on I-Iammurabi’s Code, an ancient Near Eastern document, of the same time period. If you kill; you are killed. If you poke out someone s eye; your eye is to be poked out. If you knock out someone’s teeth, so your teeth are knocked out.
Yet our rabbis state clearly, in both the Mishna and the Talmud which elaborated upon the Torah’s teaching, that these archaic, primitive laws were never carried out. For no matter how heinous a crime, murdering another human being is simply not the right thing to do. It not only won’t bring back the lost life, but it turns the state, those who seek and uphold justice, into the very murderers they abhor._
der miese Beigeschmack eines „mühsam und letztlich erfolglos
etwas zurechtbiegen wollen, was einem heute nicht mehr so
wirklich passt, ohne den Mumm zu haben, alte Quellen auch mal
deutlich scheiße finden zu können.“
Jetzt habe ich einen miesen Beigeschmack aufgrund Deine Antwort. Und ich stelle mir die Frage, ob ich ueberhaupt etwas gerade biegen koennte in Deinen Ansichten, denn Du schreibst „letztlich erfolglos“. Wessen Mumm meinst Du? Den meinigen? Danach war gar nicht gefragt und meine Interpretation und mein Wissen hast Du zuvor ueberlesen bzw. nach „Belegen“ verlangt. Suche Dir doch weitere Belege, „„eye for eye“ talmud mishnah“ sind Deine Freunde auf der Suche. Das Judentum sagt, dass Auge fuer Auge nicht meint, dass wiederrum ein Auge ausreissen soll und das Judentum sagt, dass das Gesetz nicht allein stehende wortwoertliche Passagen aus der Tora sind. Das kannst Du zur Kenntniss nehmen oder weiter ueberlesen oder weiter nach Belegen verlangen und dann kommentieren: letztlich erfolglos
viele Gruesse, Peter