Hallo,
na, Dein Konzept musst Du Dir aber nochmal durchdenken.
- Warum sollte jemand wahre Angaben machen?
- Warum sollte jemand nicht im gesundheitlich gefährlichen Bereich dopen, wenn es erstens freigegeben ist, zweitens andere auch machen und es drittens mehr Bewerber für eine Stelle in einem Profi-Team gibt als freie Stellen?
Um es kurz zu sagen, Du hast mit der Freigabe kein Problem gelöst.
Um Probleme zu lösen, muss man nicht an den Symptomen docktern, sondern die Ursachen kennen und abstellen 
- Konkurrenzkampf, um Stellen im Team und um Wertungsplätze
- Andere dopen und sind daher nicht schlagbar
- Doping wird durch das Management toleriert und bei Leistungschecks natürlich auch erkannt.
- Sponsoren wollen ihre Marke im Fernsehen sehen, am liebsten als Siegerfoto.
Dass Rennfahrer vor der Zieleinfahrt am Berg sich das Trikot gerade zupfen und den Reißverschluss zuziehen, sagt auch etwas über die Macht der Sponsoren. Klar will man auch schick aussehen, vielleicht. Im Amateursport habe ich das jedoch nie gesehen, wirklich niemals.
Wie sagt man doch: Der Zweite ist der erste der Verlierer. Bei 200 Startern ist die Chance zu „verlieren“ sehr hoch. Beim Fußball hat man nur einen Gegner und keine 199, mit denen man nicht gewinnen kann, ohne diese aber auch nicht (Windschattenfahren). Radsport ist Taktik am körperlichen Leistungslimit. Gute Fahrer können Schwächen der anderen erkennen, ausnutzen und eigene Schwächen überspielen, können eigene Leistungsgrenzen abschätzen und stets aktuell bewerten. Das erfordert viel Erfahrung.
Um ein Rennen zu beenden oder unterwegs auszuscheiden, liegen keine Kilometer der Anstrengung, sondern eher Sekunden der Entscheidung. Bleibe ich am Hinterrad? Springe ich ran? Fahre ich die dritte Attacke? Lasse ich abreißen? Fährt der andere die Lücke zu? Wo ist ein guter Punkt auf der Strecke zum attackieren? Bemerkt mein Konkurrent, dass ich auch völlig fertig an diesem Berg bin, aber kann ich noch kurz antreten und ihn damit zur Verzweiflung treiben, kann ich bluffen oder geht es schief und ich werde die Übersäuerung der Beine, nicht mehr rechtzeitig abbauen können? Wer hat da attackiert? Ist der fit oder ein Spinner?
Wer hier dopt, hat Vorteile bei der Schmerztoleranz und der Kraftausdauer. Aber wenn die körperlichen Warnfunktionen ausgeschaltet werden, ist die Frage offen, ob ein Kreislaufversagen oder Langzeitschäden eintreten. Ebenso kann durch Doping die Aggressivität gesteigert werden, was u.U. zu einer falschen Einschätzung der Rennsituation führen kann.
Wer einmal dopt, hat sicher Angst damit aufzuhören und dann Gefahr zu laufen am Ende der Saison durch einen anderen ersetzt zu werden.
Es spielen eben auch finanzielle Sicherheiten eine Rolle - nicht alle verdienen das Gehalt der Spitzenfahrer, leisten aber alles, damit diese überhaupt im Rampenlicht stehen können - bringen Getränke, Essen, Windschatten, Motivation, gegen ihr Rad und warten selber auf ein neues, warten bei Unfällen und Pannen, leisten Führungsarbeit. Alles, damit der Spitzensportler so wenig wie nur möglich tun muss, denn seine Kraft soll er in den Bergen verschleudern.
Nein, was hilft ist nur soziale Kontrolle im Team und unter den Mitfahrern (Freunde zu verlieren ist härter als zu gewinnen), harte Strafen, die Unbekanntheit dessen, was kontrolliert wird und werden kann und Spitzel.
Harte Strafen, bedeuten harte Strafen für das Management und vor allem den Sponsor! Das würde ziehen!
Wenn Gerolsteiner, T-Mobile. Milram u.s.w. sich zurückziehen, dann fängt das Zittern im Team an. Dass dies so sein wird, daran muss gearbeitet werden.
Nicht der Name des Sportlers ist interessant, sondern der Name des Sponsors.
Besten Gruß.