Training für Cooper-Test

Hallo,

ich habe folgendes Problem. Bei mir steht in demnächst ein Cooper-Test an. Demnächst heißt irgendwann im 2. Halbjahr.

Meine Frage: Wie trainiert man am besten, um diesen Test zu bestehen ?

Da es dafür keine allgemeine Aussagen gibt ein paar Worte zu mir (und meinem nicht vorhandenen Fitnesszustand)

Also ich bin männlich, 36 Jahre alt und von Natur aus eigentlich nicht unsportlich. Das Problem ist, dass ich mich in den letzten 2 - 3 Jahren ein wenig gehen ließ. Da ist so ein kleines Ding gewachsen - man nennt es Bauch.
Ich bringe monentan bei 185 cm knapp 90 kg auf die Waage.
Meine letzte sportliche Norm musste ich vor ca. 10 Jahren erfüllen. Damals, in der Blüte meiner Fittness, schaffte ich die 5000 m in ca. 23 Minuten.
Ein weiteres Problem - ich hasse Ausdauersport. Bin mehr der Typ für Schnelligkeit und KRaft/Sprung. Also 100-Meter-Läufe waren für mich nie eine Hürde. Ebenso Hoch- und Weitsprung. Die 1000 Meter konnte ich gerade noch so akzeptieren.
Meinen allgemeinen Fitnesszustand würde ich mal mit (sehr) mangelhaft bezeichnen. Zigaretten und Bürostuhl haben über den Spass am Sport gesiegt.

Aber nun kommt der Cooper-Test, den ich unbedingt schaffen will. Und muss, um dahin zu kommen wo ich will.
It`s time to change.

Wer kann mir helfen ?

Danke im Voraus für jeden qualifizierten Tipp

hachbeck

Hi hatchbeck!

An deiner Stelle würde ich mal vorsichtig anfangen, den Körper wieder an Bewegung zu gewöhnen. Also erst das ungeliebte Ausdauertraining. Es nutzt nix, dass es dir keinen Spaß macht (Ich selber bin auch kein Freund des langen Laufens) und es nutzt auch nichts auf andere Ausdauersportarten auszuweichen (Schwimmen, Fahrradergo,…) wenn du später die Laufmuskeln für den Coopertest brauchen wirst. Natürlich kannst du auch mit Schwimmen Ausdauer aufbauen, aber effektiver ist in diesem Fall ein Lauftraining.
Die Ausdauer ist für den Coopertest sowieso selbsterklärend nötig, aber auch für sprint- und sprungkräftige Sportarten sehr wichtig, da du mit höherer Ausdauer ein höheres Trainingspensum absolvieren und dich somit auch in Nicht-Ausdauer-Disziplinen schneller und verletzungsärmer verbessern kannst.

Ich kann nicht nachvollziehen, wie mies du derzeit körperlich drauf bist. Dein erstes Ziel sollte sein, 30 Minuten am Stück laufen zu können - also ohne Gehpause. Geh’s locker an und mach 2 Einheiten pro Woche, in denen du versuchst, dieses Ziel zu erreichen. Anfangs eben mit Gehpausen, später versuchst du, dein Tempo etwas zu steigern.
Nebenbei solltest du auf deine Rumpfmuskulatur achten, um nicht durch falsche Haltung Kreuzschmerzen o.ä. zu bekommen. D.h. ein Paar Blöcke Liegestütze, Situps, etc. alle paar Tage zwischendurch.

Übertreib’s am Anfang nicht. Gerade in der ersten Euphorie neigt man gern dazu und kriegt im leichtesten Fall Blasen oder holt sich vielleicht eine Knochenhautreizung am Schienbein oder Schlimmeres.
Dazu ist zu sagen: Benutze gutes Schuhwerk! Nimm nicht die billigsten Sneaker von Aldi sondern achte auf gute Dämpfung vor allem im Fersenbereich. Du brauchst nicht das teuerste Modell. Jeder normale richtige Laufschuh sollte heutzutage ausreichend sein für ein Coopertesttraining. Vielleicht hast du ja Glück und ergatterst irgendwo ein Vorjahresmodell. Die sind oft wesentlich günstiger.

Wenn du das Gefühl hast, eine halbe Stunde in vernünftigem, halbwegs flottem Lauftempo laufen zu können, kannst du mit Intervalltrainings beginnen. Das heißt, du läufst eine gewisse Strecke eher schnell, machst dann eine Pause und läufst dann wieder schneller. Dabei sollte die schnell gelaufene Strecke durchaus in der Länge variieren und jedenfalls etwas kürzer sein als die spätere Wettkampfstrecke, eben die, die du dann im Coopertest vorhast zu schaffen. Da du für den Ausdauerbereich trainierst, musst du nach der Pause nicht wieder vollkommen erholt sein. Dein Puls muss also nicht wieder bei 90 oder noch niedriger sein. Du solltest vielmehr schon wenn du dich noch nicht ganz 100% erholt fühlst die nächste Strecke starten.
Auch hier gilt, dass du ganz genau in deinen Körper hineinhören solltest. Nimm Schmerzen ernst. Vor allem wenn sie während des Trainings durch die höhere Durchblutung verschwinden ist das ein wichtiges Warnsignal deines Körpers, dass du ihn überlastet hast. Dann solltest du dringend pausieren bzw. das Augenmerk für eine Weile mehr auf Rumpfmuskulaturaufbau (Dafür gibt’s z.B. Bücher - Rückenschule o.ä.) legen.
Im Endeffekt kannst du wahrscheinlich je nach Zeit und Lust ein Trainingspensum von 3-4 Mal pro Woche erreichen. Dabei kannst du auch ab und zu ein paar kleine Sprinteinheiten einstreuen. Gerade wenn du das früher trainiert hast und es dir auch noch Spaß macht, kann das den notwendigen Kick geben, im Wettkampf das letzte herauszuholen. Achte wieder darauf, nicht zu schnell und zu weit zu sprinten, ordentlich aufzuwärmen und viel zu trinken. Sonst hast du schnell einen Muskelfaserriss, der dich wieder weit zurückwirft.

Ganz allgemein solltest du vor jeder, insbesondere vor jeder intensiven Einheit ordentlich aufwärmen -> ca. 10 Minuten locker einlaufen, Deine Beine, aber auch den Oberkörper und die Arme gut dehnen und immer genug zum Trinken dabei haben. Das minimiert das Verletzungsrisiko. Wenn du zu Krämpfen neigst oder dir eine Verletzung zuziehst, könntest du an Vitamin- und vor allem auch Mineralienpräparate denken.

Viel Spaß
igel

Hi,

der Cooper-Test liegt mit seiner 12-Minuten-Ausdauerleistung zwischen Mittel- und Langstrecke.
Das bedeutet, dass Du nicht nur allein die reine Ausdauer, sondern auch Kurzzeit- (15 – 30 Sec.), Mittelzeit- (1 – 8 Min.), und - optimal - auch Langzeit-Intervalle (8-15 Min.) in Deinem Trainingsplan berücksichtigen solltest. Der Schwerpunkt des Trainings liegt natürlich auf der reinen Dauermethode. Die Pausen zwischen den Intervallen sind individuell verschieden und richten sich nach dem jeweiligen Trainingsstand. Sie sollen so lang wie nötig und so kurz wie möglich sein. Durch Intervalltraining kannst Du auch etwas Abwechslung in den Ausdauersport bringen.
Um das Verletzungsrisiko zu mindern, wärm Dich vor dem eigentlichen Lauftraining auf jeden Fall locker auf. Wenn Du möchtest, kannst Du nach dem Aufwärmen die Beine dynamisch dehnen. Laufe immer mit Uhr und notier Dir Deine Zeiten.

Der Test findet meistens auf einer 400 m – Tartanbahn statt. Das bedeutet für Dich, dass Du auch dort hin und wieder trainieren solltest. So bekommst Du ein Gefühl für den Untergrund und lernst Kurven zu laufen.

Auch kann ich Dir raten, zwischendurch immer mal „halbe Cooper-Tests“ (also 6 Minuten) zu laufen. So kannst Du einen Ist-Stand und Deine Fortschritte sehen. Geh aber zu Beginn Dein Training ganz piano an und eigne Dir zunächst eine solide Grundausdauer an.

Viel Glück!
Red