Selber bin ich dazu geneigt, nicht allzuviel auf diese - am besten per Faustformel ermittelten - Trainingspulse zu geben. Da laufen Leute mit 130er Pulsen rum, fühlen sich dabei super, wundern sich aber, dass sie weiter zunehmen, nebenbei von Spaziergängern überholt werden und Ihre Leistung nicht steigern.
Je nachdem, was man erreichen möchte, kann man sich und seinen Organen auch mal nen ordentlichen Kick verpassen. Zwar trainieren auch Profis viel in unteren Pulsbereichen, aber eben nicht nur, und gerade das macht Ausdauersport auch interessant und spassig.
Selbst hatte ich beim letzten Leistungstest nen max von 204, und 160 ist der Bereich, in dem ich quasi endlos sporteln kann. Nebenbei specke ich so nach meinen winterlichen Total-Sportpausen jedesmal ca. 5-7 Kg ab (bei 194 cm, 90-83 Kg). Gibt einfach Leutz, bei denen die Pulswerte allgemein höher angesetzt sind. so hab auch ich nen Ruhepuls von 40-45, trotzdem trainiere ich viel zwischen 160-180, in Intervallen auch bis zum max. Und das, obwohl ich nicht mal nen Pulsmesser dabei hab.
Einfach so laufen, wie man es selber für richtig hält, denn wenns keinen Spass macht, hat keiner was davon.
Falls Du noch nicht so erfahren und fit bist wie Markus, dann halte Dich lieber erst einmal an die gängigen Faustformeln oder lass Deinen optimalen Puls beim Sportarzt ermitteln (über einen Laktattest oder etwas weniger aufwendig über ein Belastungs-EKG). Denn genauso wie es Leute gibt, die sich stundenlang bei 130 von Fußgängern überholen lassen und dabei dicker werden, gibt es die Leute, die mit hochrotem Kopf und hängender Zunge die Mountenbiker überholen und dabei auch nicht abnehmen. Der optimale Puls liegt in einem recht engen Bereich
und sowohl das Über- als auch das Unterschreiten ist gleich schlecht.
Eine Frage noch: Wo kann man solch einen Test machen lassen, und was kostet er? Wie zuverlässig ist nachher das Ergebnis, und ändert sich der Wert, wenn man fitter wird?
Danke Red!
Was willst Du trinken
Meine Beiträge kommen fast alle aus eigenem Erleben. Ich probiere aus, beobachte, spüre und ziehe meine Schlüsse daraus. Gerade bei der Ernährung ist es bei der Vielfalt der Richtlinien und Empfehlungen und der Studien mit konträren Ergebnissen meiner Meinung gar nicht anders möglich das für sich richtige zu tun.
Den Test machst Du am besten bei einem Sportarzt. Ein Laktattest ist aufwendig und teuerer als nur ein BelastungsEKG. Der Arzt kann aus Deinen EKG-Werten erkennen wo Dein Grenzpuls liegt. Dieser Wert ist für diesen Tag recht genau. Es geht hierbei auch nicht darum auf den Herzschlag genau zu trainieren sondern einfach den optimalen Bereich zu finden. Mein Grenzpuls z.B. soll bei 156 liegen. Wenn ich also laufe, halte ich meinen Puls zwischen 140 und 160. Ich mach mir nicht die Mühe meinen Grenzpuls täglich neu zu bestimmen (dafür gibt es eine Formel in die als Parameter der Ruhepuls, das Alter und ein Faktor für Deinen Fitnessgrad eingehen).
im Prinzip stimme ich deinen Ausführungen zu. Allerdings möchte ich folgendes anmerken (zur Diskussion stellen):
Bei einem Seminar wurden zwei Sport-/Fitness-Testtage eingeführt mit vielen sportlichen Tests, Vorträgen und Anregungen.
Dabei hat der Sportarzt die von dir beschriebenen Lactat-/Belastungs-EKG-Tests gemacht und daraus den für die jeweilige Person optimalen Pulsbereich ermittelt.
Er hat uns aber folgendes vermittelt:
Der einmal ermittelte optimale Pulsbereich bleibt immer gleich. Er senkt oder steigert sich nicht mit erreichter größerer Fitness sondern er verschiebt sich linear.
Das bedeutet: Ist dein optimaler Puls 156 und du fängst an zu trainieren, erreichst du diesen Puls heute bereits nach einigen Minuten. In einem Jahr wirst du ihn vielleicht erst nach einer halben Stunde (oder noch später) erreichen.
Darüber hinaus wurde uns gesagt, dass man beim Training im Freien noch einmal 10% auf den optimalen Puls aufschlagen sollte.
Insofern müsste man also immer nur diesen einen Pulswert beachten und seine Trainingsintensität/-länge entsprechend anpassen.
Falls Du noch nicht so erfahren und fit bist wie Markus, dann
halte Dich lieber erst einmal an die gängigen Faustformeln
oder lass Deinen optimalen Puls beim Sportarzt ermitteln (über
einen Laktattest oder etwas weniger aufwendig über ein
Belastungs-EKG).[…] Der optimale Puls liegt in einem recht engen
Bereich und sowohl das Über- als auch das Unterschreiten ist gleich
schlecht.
Hallo Lothar, wenn ich da kurz widersprechen darf: Sicher ist es sinnvoll, die maximale Herzfrequenz über Laktattest oder Spiroergometrie bestimmen zu lassen. Für einen Laufanfänger würde ich das allerdings nicht unbedingt fordern. Mehr Probleme habe ich mit einem Begriff wie „der optimale Puls“, zumal wenn dieser in einem „engen Bereich“ liegen sollte.
Generell ist es so, dass es unterschiedliche Trainingsbereiche gibt (Fachleute bennenen die etwa GA1-schneller Dauerlauf, GA2-Tempodauerlauf, SWL-Schwellenlauf etc.), und dass ein gut ausgerichtetes Training in unterschiedlichen Bereichen stattfinden sollte, um immer neue Trainingsanreize zu setzen.
Vielleicht wäre Deine Aussage besser formuliert als „Das Training zur Grundlagenausdauer sollte großteils in einem Belastungsbereich stattfinden, der zwischen 65% und 80% der HFmax liegt.“
Hallo Nita,
das was du schreibst, kann so nicht stimmen:
Der einmal ermittelte optimale Pulsbereich bleibt immer
gleich. Er senkt oder steigert sich nicht mit erreichter
größerer Fitness sondern er verschiebt sich linear.
Das bedeutet: Ist dein optimaler Puls 156 und du fängst an zu
trainieren, erreichst du diesen Puls heute bereits nach
einigen Minuten. In einem Jahr wirst du ihn vielleicht erst
nach einer halben Stunde (oder noch später) erreichen.
Insofern müsste man also immer nur diesen einen Pulswert
beachten und seine Trainingsintensität/-länge entsprechend
anpassen.
Demnach müsstest du dich, wenn man bei dir z.B. einmal einen optimalen Pulsbereich von 156 berechnet hätte und dieser Wert immer konstant bliebe, auch im hohen Alter in diesem Bereich bewegen.
Ja klar, so kann man die Zahl der Rentner auch dezimieren
Der optimale Pulsbereich kann individuell stark schwanken und ist von vielen Faktoren wie z.B. Alter, Trainingszustand, Einnahme von Medikamenten, Trainingspausen abhängig. Aber auch Stress, üppiges Essen vor dem Training, so wie die Temperatur beeinflussen den Puls.
na ja, ob das so stimmen kann oder nicht - war ja die Fachmeinung des Sportarztes!
Allerdings wie ich schrieb: Dieser Wert wird individuell früher oder später erreicht.
Theoretisch wäre das also so, dass du als 24jähriger durchtrainierter Leistungssportler schon den ganzen Tag powern musst, um den Wert zu erreichen.
Mit 96 brauchst du dann wahrscheinlich nur noch vom Fernsehsessel aufstehen und bist bei 156er Puls!
Für mich macht das schon Sinn, dieses Prinzip. Es bedeutet ja nicht, dass nicht Krankheit, Trainingsstand etc. etc. Einfluss nehmen, sondern eben nur, dass du einen Puls errechnest bei dem du am besten trainieren solltest um Fett zu verbrennen etc.
Bei 156 aber lag der glaube ich auch bei dem Typen in unserer Gruppe nicht, der zweimal am Tag in den bayrischen Alpen mit dem Fahrrad jeweils 15 km zur Arbeit und zurück fuhr.
Zuverlässiger, als jede der in den anderen Postings aufgezählten Faustformeln.
und ändert sich der Wert, wenn man fitter wird?
Jepp, gerade darin liegt der eigentliche Sinn solcher Tests. Herauszubekommen, ob das Training anschlägt, ob man fit für einen Wettkampf ist, ob man übertrainiert ist, etc.