Traum von Krähen und Fledermaus.was bedeutet das?

vor einigen Tagen hatte ich einen Traum, der mir nicht mehr ausdem Kopf geht?

Bin in einem großen Glashaus. Dort sitzen zahlreiche Krähen bzw. Raben. Sie sehen gefährlich aus und machen mir Angst. Es sind noch andere Menschen da, 1 oder 2. Der eine fällt mir auf, weil er die Krähen nimmt und mit der Hand erwirkt und danach unter seinen Arm legt. Er tötet eine nach der anderen und sammelt sie.
Ich sehe hinter mir eine Tür. Ich versuche langsam rückwärts Richtung Tür zu laufen. Doch einer der Krähen wird aufmerksam und meldet den anderen Krähen durch ein lautes Geschrei meine Absicht. Plötzlich stürzen sich alle Krähen auf mich und ich laufe so schnell ich kann zur Tür. Sie ist offen und ich bin erleichtert, will die Tür schließen und eine der Krähen schafft es während ich die Tür schließen will durch den sich schließenden Türspalt, aus der Krähe wird in dem Augenblick eine Fledermaus und sie beißt sich in meinem Kopf fest. Ich will sie abreißen. Doch die Feldermaus hat sich so in meinen Kopf gebissen, dass ich nur den Rumpf abreißen kann der Kopf bleibt drin.

Wenn ich an den Traum denke bekomme ich noch immer eine Gänsehaut. Kann mir jemand den Traum ansatzweise deuten?

Hallo Anni

Der eine fällt mir
auf, weil er die Krähen nimmt und mit der Hand erwirkt

Dass Du hier „erwirkt“ statt „erwürgt“ schreibst, hat ja vielleicht auch einen unbewussten Sinn, denn das Töten der Krähen hat ja eine psychische WIRKUNG, die wahrscheinlich in deiner Bedeutung jenseits des einfach physischen Tötens liegt.

will die Tür schließen und eine der Krähen
schafft es während ich die Tür schließen will durch den sich
schließenden Türspalt, aus der Krähe wird in dem Augenblick
eine

Hier erscheint es sinnvoll, die Krähen und die Fledermaus auf der SUBJEKTSTUFE zu interpretieren. Du kannst machen, was du willst, du entkommst DIR SELBER nicht, denn die Problematik ist in dir selbst, in deinem Kopf, wie der Traum anschaulich zeigt: Der Kopf der Fledermaus bleibt in deinem Kopf stecken - die Fledermaus ist also (genau wie die Krähen) ein Teil von dir selbst, den du (bisher) nicht integriert hast, den du also als fremd, als nicht zu dir gehörig, empfindest. Wenn du dir klarmachst, dass wir alle Anteile in uns haben, die uns nicht immer gefallen bzw. in unser gewünschtes Bild von uns selbst nicht zu opassen scheinen, dann kann unser Unbewusstes dies im Traum als Fremdobjekte, als Auenobjekte darstellen, oftmals Tiere, obwohl es in uns ist.
Gruß,
Branden

will sie abreißen. Doch die Feldermaus hat sich so in meinen
Kopf gebissen, dass ich nur den Rumpf abreißen kann der Kopf
bleibt drin.

Es bedeutet, daß in deiner Umgebung bösartige Gedanken gehegt werden (Krähen) sowie einer der dir hilft diese zu verscheuchen.

Der Gedanke der dich als Fledermaus angreift, ist in deinem Kopf (Geist) steckengeblieben und scheint dich jetzt zu quälen.

Richtig?

gruß
thorshammer

Dass Du hier „erwirkt“ statt „erwürgt“ schreibst, hat ja
vielleicht auch einen unbewussten Sinn, denn das Töten der
Krähen hat ja eine psychische WIRKUNG, die wahrscheinlich in
deiner Bedeutung jenseits des einfach physischen Tötens liegt.

Da das Thema nun schon angeschnitten ist und Du dich offenbar damit näher beschäftigst, hätte ich auch eine kleine Frage dazu:
Wenn ich die Anfragen hier bezüglich Traumdeutung lese, bin ich immer sehr erstaunt, wie komplex die geschilderten Handlungen sind. Meist nehmen sie auch einen relativ großen Zeitraum ein.
Mir sind solche Erlebnisse eher fremd. Ich weiß zwar, dass alle Menschen träumen, aber der letzte Traum, den ich schildern könnte, liegt etwa 8 Monate zurück. Subjektiv habe ich praktisch jeden Morgen das Gefühl, nicht geträumt zu haben. Die Traumhandlung damals erstreckte sich auch nur über wenige Sekunden, ist mir nur schemenhaft in Erinnerung und hatte keinen weiteren Zusammenhang. Kann man dazu irgendeine Aussage treffen? Mich beeinträchtigt das nicht, aber manchmal denke ich darüber nach und wäre schon für eine Erklärung dankbar.

Hallo Branden,

Danke für die hilfreiche Antwort. Ich bin mir auch sicher, dass das Problem ich selber bin. Aber wie finde ich die Lösung? Hast Du vielleicht eine Idee wie ich mir meine negative Seite bewusst machen kann? Welche Fragen kann ich mir stellen um mein unbewusstes Problem zu erkennen? Ich sehe es nicht. Ich bin zufrieden und doch drängt mich dieser Traum nachzudenken und eine Lösung zu finden.

Hallo Anni. Hab’ oben unter „Traumdeutung , Traumanalyse - Methode geeignet?“ einen kleinen Brief hinterlegt, der nach meinen Erfahrungen das in der Psychoanalyse übliche Schema für den Beginn einer Traumanalyse enthält. Das würde ich gerne mit Dir probieren, nur solltest Du, wenn Du Lust hast mitzumachen, Dich nicht auf die Richtigkeit eines Auslegungsversuches verlassen, sondern selber sehr kritisch alles prüfen.

hallo anni,

überleg dir doch mal, was dich derzeit belastet - es kann eine einzelne
sache sein oder grundlegendes. es kann ein streit gewesen sein oder etwas schleichendes - also nicht so offensichtlich spürbar belastendes.

es kann eine verdrängte seite von dir sein oder eine einstellung zu der du selbst im widerspruch stehst oder eben gewisse ambivalenzen die nicht vereinbar seinen mit der eigenen erwartungshaltung an sich selbst.

man könnte nun natürlich beispiele aufzählen, aber die wären konstruiert und können nicht wiederspiegeln was „es“ bei dir sein kann.
es bleibt also nur der mühsame weg des in sich hineinfühlens - eine art rasterfahndung in die eigene gefühlswelt bis man das gefühl bekommt - halt - stopp- DAS ists…

jedenfalls erlebe ich die suche nach des „pudels kern“ im falle von träumen und der suche nach zusammenhängen so. - den vorgang selbst
zu beschreiben erscheint mir schwierig. hoffe aber, es ist ein wenig
gelungen,-)

LG
nina

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Hallo Richard

Subjektiv habe
ich praktisch jeden Morgen das Gefühl, nicht geträumt zu
haben.

Ich weiß nicht, ob es ein Trost für Dich ist, aber da bist nur nicht der Einzige. Ein Teil meiner Patienten kann sich kaum an Träume einnern und „bringt“ also kaum dieses Material mit in die Therapie. Dann muss man sich halt auf anderes stürzen, z.B. die aufsteigenden Assoziationen, Gefühle und Phantasien.
Aber man kann natürlich mit den Träumen sehr gut arbeiten und relativ schnell auf wichtige Punkte kommen.
So gilt nach wie vor Freuds Satz „Die Träume sind die Via regia zum Unbewussten“ (Der Königsweg zum Unbewussten).
Wenn u Dir klamachst, welches Potential, welche Aussagen in deinen Träumen stecken, verstärkt sich vielleicht eine Motivation in dir, diese zu behalten. Gegen Morgen kann man manchmal einen Trazum oder ein Traum-Detail erinnern und dieses dann in ein Traumtagebuch notieren.
Gruß,
Branden

Ich weiß nicht, ob es ein Trost für Dich ist, aber da bist nur
nicht der Einzige.

Ja, das hilft mir schon weiter. Ich habe mich nur darüber gewundert, weil ich das Gefühl hatte, jeder träumt nachts ganze Romane.
Herzlichen Dank für die Auskunft.

Hallo Richard!

Ich weiß nicht, ob es ein Trost für Dich ist, aber da bist nur
nicht der Einzige.

Ja, das hilft mir schon weiter. Ich habe mich nur darüber
gewundert, weil ich das Gefühl hatte, jeder träumt nachts
ganze Romane.

Also, ich kann das bestätigen. Jeder träumt des nachts. (Es sei denn, schwere Medikamente machen „die Schlafphasen“ platt.[1]) Und Brandens Ausführungen finde ich auch wirklich hilfreich.

Es gibt Zeiten, da ich sehr gute Erinnerung an nächtliche Träume habe und sie in mein Wachbewusstsein hinüber nehmen kann. Aber es kommt (bei mir zumindest) auch auf die Bedeutungstiefe an und wie sehr das Unbewusste/Unterbewusste ans Tageslicht drängt.

Aber es ist schon gut, dass man das Unwichtige mit dem Aufstehen wieder vergisst. (Wer erinnert sich schon gerne an die letzten drei, vier Mahlzeiten, wenn er gerade ein wunderbares 3-Gänge-Menü vor sich hat…)

Ich kann mich z.B. an einen Traum vor Jahren erinnern, bei dem mich Terroristen fangen, auf einen Stuhl mitten in einem betonierten Hof binden. Ich beschwichtige, ich hätte nichts gesehen, was sie da trieben und sie sollten mich doch wieder frei lassen. Der Anführer meint zu mir: ‚Ja, aber erst muss ich Dich erschießen.‘ - Das war wirklich ein netter Traum. Aber ich verstand ihn ein paar Tage später vor dem Hintergrund, dass ich damals meine Miete nicht bezahlen konnte: hinrichten = liquidieren.

Aber ehrlich gesagt: solche bedeutungsstarken Träume kommen recht selten vor. - Und alles, was bereits zur Bewusstwerdung des nachts erfolgreich verarbeitet wurde, muss dann ja auch nicht derart ins Wachbewusstsein drängen. :wink:

Wenn Du aber Interesse hast, Dich an Deine Träume zu erinnern, aus fast welchen Gründen auch immer, sei’s weil Du kreativ schreiben willst, dann wirst Du schon (D)eine Möglichkeit finden, dass das auch so passiert. :smile:

Der Traum ist nur eine andere Wirklichkeitsebene, auf der wir auch existieren.

Grüße & CU DannyFox64 :smile:

[1] @Branden: Tschuldigung für die doch sehr laienhafte Ausdrucksweise.

Hallo Danny

[1] @Branden: Tschuldigung für die doch sehr laienhafte
Ausdrucksweise.

Aber ich bitte Dich! Ich fand deine Deutung Deines Traumes nicht schlecht, vor allem das „hinrichten=liquidieren“ hat mir gefallen!
Man könnte halt noch weiter schauen, ob die Terroristen auf der Objektstufe (Vermieter usw.) oder doch auch auf der Subjektstufe (Über-Ich-Anteile von Dir selbst) zu interpretieren wären… :wink:
Gruß,
Branden

Hallo Branden!

[1] @Branden: Tschuldigung für die doch sehr laienhafte
Ausdrucksweise.

Aber ich bitte Dich! Ich fand deine Deutung Deines Traumes
nicht schlecht, vor allem das „hinrichten=liquidieren“ hat mir
gefallen!

Man könnte halt noch weiter schauen, ob die Terroristen auf
der Objektstufe (Vermieter usw.) oder doch auch auf der
Subjektstufe (Über-Ich-Anteile von Dir selbst) zu
interpretieren wären… :wink:

Was möglicherweise für die Objektstufe spricht, da kenne ich mich zu wenig aus, ist, dass der Vermieter damals nach einer Aussprache und dem Bezahlen des offenen Postens von sich aus meinte: „… Aber das nächste Mal, Herr […], schießen wir scharf.“ -

(Schon merkwürdig, an welche Details man sich so erinnert. *g*)

Grüße & CU DannyFox64

Was möglicherweise für die Objektstufe spricht, da kenne ich
mich zu wenig aus, ist, dass der Vermieter damals nach einer
Aussprache und dem Bezahlen des offenen Postens von sich aus
meinte: „… Aber das nächste Mal, Herr […], schießen wir
scharf.“ -

Ja, ohne Frage, Danny, das spricht in der Tat für die Objektstufe. Ich sehe schon, Du hast ein sensibles Gefühl für die Traumdeutung.

(Schon merkwürdig, an welche Details man sich so erinnert.

Ist wie im richtigen Leben, oder?
Gruß,
Branden