Traurig, aber wahr

Rund 5 Stunden nach dem heutigen Flugzeugabsturz, hat es die Lufthansa immer noch nicht nötig, auf ihrer Website Informationen für besorgte Angehörige zu hinterlegen. Noch schlimmer: Der Absturz wird in keiner Weise erwähnt.

Dabei handelte es sich hier um einen Kooperationsflug mit Spanair und SAS. Die beiden anderen Fluggesellschaften jedoch, bieten Info-Material und Notfall-Telefonnummern an.

Ich weiß nicht wie Ihr darüber denkt, aber ich finde dieses Verhalten erbärmlich.

Stefan

Hallo

http://www.lufthansa.com/online/portal/lh/de/nonav/l…

Hast Du die Info evtl. nur nicht gefunden?

Wendy

Unter Lufthansa.de , wo man normalerweise schaut, ist nichts zu finden. zumindest nicht zum zeitpunkt meines eintrags

gruss stefan

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Etwas OT
Hi!

Ich wollte nur anmerken, daß nachdem ich diese Pressemitteilung gelesen habe, scheint es mir so, daß Lufthansa irgendwie vorwirft, die Passagierliste nicht zu kennen. Natürlich kann ich das nur falsch verstanden haben.

Tatsache ist, daß jetzt kurz nach 9 Uhr abends sollen es nur um die 10 Passagier (von rund 165) überlebt haben. Hier mein herzlichsten Beileid.

Aber was ich sagen wollte: Ich finde dieses Verhalten, wodurch die Passagierliste nicht veröffentlicht wird, nur bestens verständlich und ein großes Zeichen von Achtung und Anstand den Angehörigen gegenüber: Hier, in Spanien hören/lesen wir, daß die Behörden, denen der Liste vorliegt, wollen vermeiden, daß ein Angehöriger erst von den Medien erfährt (und womöglich allein ist und keine Betreuung hat), daß sein Sohn/Vater/Bruder/Verlobte/… unter den Verstorbenen ist.

Das kann ich nur gut heissen und aller Achtung dafür.

Sehr traurige Grüße,
Helena

Hallo.
Für mich unbegreiflich: im TV hieß es, die Maschine sei erst im Januar gewartet worden. Ich kann das „erst“ nur als Ironie verstehen. Sie war 15 Jahre alt und Spanair der Zweitbesitzer. Sollte sich LH nicht davon trennen?

So schlimm es auch für die Angehörigen ist, wie grausig war es für die Insassen in den letzten Sekunden ihres Lebens.
Was haben sie gedacht, gefühlt? Menschen, die sich auf ihren wohl verdienten Urlaub freuten.
IST
Hagen

Unter Lufthansa.de , wo man normalerweise schaut, ist nichts
zu finden. zumindest nicht zum zeitpunkt meines eintrags

gruss stefan

Hallo Stefan,

schrecklich, was da passiert ist. Wenn man über Lufthansa.de geht, bekommt man auch die Infos auf der ersten Seite…

Sorry, für die Haarspalterei in dieser ernsten Situation.

Viele Grüße
Belini

Hallo

es steht auf der Startseite.

Solltest Du Angehörige vermuten, denke ich, wird Lufthansa Dir unter jeder ihrer normalen Servicenummern Auskunft geben.

Solltest Du nur neugierig sein, muß ich Dir sagen: Was die TV-Sender bringen sollte Dir Information genug sein.

Auf die namentliche Nennung von möglichen Opfern auf einer Webseite zu spekulieren, halte ich in dem Fall für die größtmögliche Frechheit.

Ich denke, die Familien von Angehörigen sollten in dieser Situation - in der vermutlich noch nicht klar ist, was Todesopfer und was Schwerverletzte sind - zuallererst informiert werden - ohne daß schon eine Meute von Presse vor der Tür lauert.

Ich wüßte nicht, was einen persönlich nicht betroffenen die Namensliste angeht.

Solltest Du LH einen Namen nennen einer Person, die möglicherweise auf dem Flug gewesen sein könnte, bin ich sicher, daß Du betreut wirst.

Da Du Deine Anfrage in einem Forum gepostet hast und Dich nicht an die betroffenen Airlines LH und Spanair gewendet hast, gehe ich davon aus, daß Dich die pure Neugier treibt.

Und dafür habe ich ziemlich wenig Verständnis.

Wendy

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Hi,

Rund 5 Stunden nach dem heutigen Flugzeugabsturz, hat es die
Lufthansa immer noch nicht nötig, auf ihrer Website
Informationen für besorgte Angehörige zu hinterlegen.

Der Link wurde ja schon gepostet. Ansonsten, Kooperation hin oder her, das ist ein Spanair- und kein Lufthansa-Flug gewesen. Und eine Hotline der Spanair sowie auch Kontakt zum Auswärtigen Amt wird in allen Nachrichtensendungen publiziert.

Es ist weder in Deutschland passiert, noch mit einem deutschen Flugzeug noch sonstwie unter Bezug auf LH, außer dass Star-Alliance-Flüge pro forma immer auch eine Flugnummer der Partnerairline bekommen. Daraus jetzt aber eine direkte Beteiligung der Lufthansa zu machen - naja…

Ich weiß nicht wie Ihr darüber denkt, aber ich finde dieses
Verhalten erbärmlich.

Ich finde eher erbärmlich welcher Unsinn in den Medien verbreitet wird. Wenn man nur ein bisschen Ahnung von der Fliegerei hat, dreht sich einem der Magen um.
Man weiß NICHTS, bis auf die Tatsache dass es das Unglück und viele Tote gab, erzählt aber bis hin zu Sondersendungen und Brennpunkten überall lustig drauflos.

Und vor allem - ich bitte das nicht falsch zu verstehen, natürlich ist das Unglück eine schreckliche Sache - wird jetzt ein völlig unnötiger Hype gemacht. Brennpunkt nach der Tagesschau, Sondersendung des „heute-journals“ - ich wette dass es das nicht gegeben hätte wenn der Flug nicht zufällig auch eine LH-Flugnummer gehabt hätte.

Jetzt aber wird das unterschwellig so gedreht als habe es da einen Crash mit LH-Beteiligung gegeben und es wird ein riesiges Pressetheater abgezogen. Hätte es keine LH-Flugnummer gegeben, würde das alles nicht halb so wichtig genommen.

Und dann diese ganzen Unwichtigkeiten: die Maschine war soundso alt… das ist völlig egal bei guter Wartung, bei Flugzeugen sieht das etwas anders aus als bei Autos. Regelmäßig werden Flugzeuge gecheckt und teilweise komplett auseinander genommen, selbst völlig funktionsfähige Bauteile manchmal allein aufgrund ihrer Betriebszeit ausgewechselt. Jedes 30 Jahre alte Flugzeug ist bei guter Wartung sicherer als eine schlecht gewartete 3 Wochen alte Maschine.

Dann: es habe eine Stunde vorher schon mal einen abgebrochenen Startversuch gegeben: Na und??? Da wird unterschwellig auch wieder vermittelt dass es einen technischen Fehler gegeben habe und dieser nicht behoben wurde. Das kann zwar sein, muss aber nicht. Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb sowas stattfinden kann.

Ich habe eine zweifelnde Passagierin, die draußen einen Mechaniker am Triebwerk sah, mal gefragt ob es ihr lieber wäre wenn er nicht da wäre und den Triebel nicht wartet… Schweigen im Walde.

Ansonsten weiß die Katastrophenforschung dass bei solchen Großschadenslagen das Chaos systemimmanent ist, es gehört dazu und ist auf die Schnelle nicht zu klären. Beim Bahnunglück in Eschede hat es 6 Stunden gedauert bis die Einsatzleitung erkannte, dass sie nicht in der Lage ist alle Aufgaben zu koordinieren und dass eine Aufsplittung in unterschiedliche Führungsebenen geben muss weil es anders nicht überschaubar ist. Man war also nach 6 Stunden nicht mal in der Lage sich ein vollständiges Bild von der Einsatzstelle zu machen, geschweige denn koordiniert zu arbeiten.

In Madrid dürfte es kaum leichter sein inmitten von Trümmern, Bränden, unkoordiniertem Chaos, vielen (vielleicht unkenntlichen) Toten und Verletzten soviel Ordnung zu schaffen, dass man zuerst Angehörige informieren und dann an die Öffentlichkeit gehen kann.

Die Auswertung von Flugschreibern dauert oft Wochen und Monate, manchmal Jahre. Jeder, der in den nächsten Tagen über Unfallursachen spekuliert, stempelt sich damit selber zum Laien…

Gruß,

MecFleih

Ich weiß nicht wie Ihr darüber denkt, aber ich finde dieses
Verhalten erbärmlich.

Und wie findest du dein Posting? Ich finde es ziemlich nutzlos. … Und ich werde jedenfalls auch weiterhin gerne mit Lufthansa fliegen, wenn es der Preis erlaubt.

Schöne Grüße

Petra

Für mich unbegreiflich: im TV hieß es, die Maschine sei erst
im Januar gewartet worden. Ich kann das „erst“ nur als Ironie
verstehen. Sie war 15 Jahre alt und Spanair der Zweitbesitzer.
Sollte sich LH nicht davon trennen?

Du spekulierst hier auf einem Gebiet, von dem Du offensichtlich überhaupt keine Ahnung hast. Lies den Beitrag von MecFleih, das hilft.

Gruß S

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Hallo,

Ich wollte nur anmerken, daß nachdem ich diese
Pressemitteilung gelesen habe, scheint es mir so, daß
Lufthansa irgendwie vorwirft, die Passagierliste nicht zu
kennen. Natürlich kann ich das nur falsch verstanden haben.

Ja. Sie sagen nur, dass die Liste nicht vorliegt und sie aus diesen Gründen keine näheren Angaben machen können.

Gruß
Elke

Hi MF,

Ich finde eher erbärmlich welcher Unsinn in den Medien
verbreitet wird. Wenn man nur ein bisschen Ahnung von der
Fliegerei hat, dreht sich einem der Magen um.
Man weiß NICHTS, bis auf die Tatsache dass es das Unglück und
viele Tote gab, erzählt aber bis hin zu Sondersendungen und
Brennpunkten überall lustig drauflos.

nunja, ich finde deine Schelte so pauschal nicht ganz gerechtfertigt. Erstens bedient die Presse das Informationsbedürfnis des Menschen. Und das ist heute vorhanden, nicht morgen oder wenn die Untersuchung abgeschlossen ist.
Zweitens, ich habe nur Texte/Filme über tagesschau.de gesehen, wurde sehr vorsichtig geantwortet und Vorbeurteilungen und Übertreibungen vermieden. Im Prinzip wurde nix gesagt, eben weil auch noch keiner was weiß. Fand ich OK.
Es wurden auch zwei Laien am Flughafen befragt (ja, an sich unsinnig) aber der eine Typ konnte seine subjektive Angst vorm Fliegen heute recht gut der seiner Überzeugung nach sicheren Fliegerei gegenüberstellen. Ist nicht alles auf Skandal gebürstet…

Ich habe vorhin ein Cockpit-Bild der verunglückten Maschine gesehen:
http://www.jetphotos.net/viewphoto.php?id=520494
Ist die Maschine mit ihren 15 Jahren schon recht alt gewesen oder täuscht mein erster (laienhafter) Eindruck? Du sprachst das Thema ja schon an…

ich wette
dass es das nicht gegeben hätte wenn der Flug nicht zufällig
auch eine LH-Flugnummer gehabt hätte.

Es waren wohl 4 Deutsche an Bord. Je früher die Presse das weiß oder vermutet, und das tut sie sicher eher wenn es ein Codeshare-Flug ist, umso eher vermuten die ein öffentliches Interesse in Deutschland. Das finde ich logisch.

Dann: es habe eine Stunde vorher schon mal einen abgebrochenen
Startversuch gegeben: Na und??? Da wird unterschwellig auch
wieder vermittelt dass es einen technischen Fehler gegeben
habe und dieser nicht behoben wurde. Das kann zwar sein, muss
aber nicht. Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb sowas
stattfinden kann.

Ich fürchte, du übersteigerst dich grade etwas in deine Presse-Allergie :wink: Deine Bewertung habe ich so heute nicht gehört.

In Madrid dürfte es kaum leichter sein inmitten von Trümmern,
Bränden, unkoordiniertem Chaos, vielen (vielleicht
unkenntlichen) Toten und Verletzten soviel Ordnung zu
schaffen, dass man zuerst Angehörige informieren und dann an
die Öffentlichkeit gehen kann.

Das bezweifelt glaub niemand.

Grüße,
J~

Hi,

Ja. Sie sagen nur, dass die Liste nicht vorliegt und sie aus
diesen Gründen keine näheren Angaben machen können.

klar liegt die vor und klar KÖNNTEN sie Angaben machen. WOLLEN sie aber nicht weil es wohl üblich ist, dass das die Behörden übernehmen. Macht ja auch sinn weil ersten zu erst die Identifikation stattfinden muss und zweitens zuerst die Angehörigen informiert werden sollen. Nachher steht einer auf der Liste, hat eingecheckt flog aber nicht mit. Aber sein Name kursiert in der Presse… Worst case…

J~

Hallo,

klar liegt die vor und klar KÖNNTEN sie Angaben machen.

Laut der Website von Lufthansa liegt IHNEN (=Lufthansa) die Liste noch nicht vor.

WOLLEN
sie aber nicht weil es wohl üblich ist, dass das die Behörden
übernehmen.

Das ist klar und akzeptabel. Mir ging es darum, dass helena da irgendeinen Vorwurf gelesen haben will.

Macht ja auch sinn weil ersten zu erst die
Identifikation stattfinden muss und zweitens zuerst die
Angehörigen informiert werden sollen. Nachher steht einer auf
der Liste, hat eingecheckt flog aber nicht mit.

Darum ging es ja, es gab eine Passagierliste,aber Lufthansa hatte noch keine Einsicht in die Eincheckliste.

Gruß
Elke

Hi J,

nunja, ich finde deine Schelte so pauschal nicht ganz
gerechtfertigt. Erstens bedient die Presse das
Informationsbedürfnis des Menschen. Und das ist heute
vorhanden, nicht morgen oder wenn die Untersuchung
abgeschlossen ist.

Ich würde ja verstehen wenn man bei einem wirklichen Lufthansa-Absturz oder bei einem Unglück in Deutschland groß berichten würde. Beides war hier nicht der Fall und ich behaupte dass die Sondersendungen einzig und allein deswegen gesendet wurden weil der Flug zufällig auch eine LH-Flugnummer hatte.

Ich will keine Wertigkeit dahingehend definieren dass der eine Absturz schlimmer ist als der andere - es ist immer eine Tragödie.

Mir geht es nur um den Medienhype. Ich würde die besonders großen Schlagzeilen verstehen wenn das Unglück nahe an uns dran wäre - das ist es aber nicht…

Zweitens, ich habe nur Texte/Filme über tagesschau.de gesehen,
wurde sehr vorsichtig geantwortet und Vorbeurteilungen und
Übertreibungen vermieden. Im Prinzip wurde nix gesagt, eben
weil auch noch keiner was weiß. Fand ich OK.

Es kommen auch dort so Infos wie „Spanair hat wirtschaftliche Probleme“, „Vor 4 Jahren hatten die schon mal einen Vorfall mit Startabbruch“, „Eine Stunde vorher gab es schion mal einen Startabbruch“ usw.
All dieses sind Aussagen, die - ohne dass es so gesagt wird - unterschwellig vermitteln (und vermitteln sollen!) dass wir es hier mit einem Seelenverkäufer zu tun haben, wo wirtschaftliche Interessen über die Sicherheit gestellt werden. Ich kann nicht beurteilen ob es bei Spanair so ist - aber dann müsste man 95% aller Airlines anklagen so zu handeln…

In den USA z. B. macht die NTSB die Entscheidung, ob nach einem erkannten Problem eine Direktive an die Airlines gegeben wird ein problematisches Bauteil auszutauschen, von Berechnungen ab, wie wahrscheinlich und teuer ein Unfall ist. Da werden die Unfallwahrscheinlichkeit und die Kosten eines Unfalls in Relation zum Wert von Menschenleben gesetzt (wobei ich dir auswendig nicht sagen kann wie teuer ein Leben dort bewertet wird). Ist der Unfall - und damit Menschenleben - aufgrund relativer Unwahrscheinlichkeit billiger als die Schmerzensgelder und die materiellen Verluste, halten die amerikanischen Behörden sich mit Anweisungen zum Austausch mangelhafter Komponenten zurück. Wie gesagt, wir reden nicht über eine südamerikanische Bananenrepublik oder den afrikanischen Dschungel, sondern die USA.

Es wurden auch zwei Laien am Flughafen befragt (ja, an sich
unsinnig) aber der eine Typ konnte seine subjektive Angst vorm
Fliegen heute recht gut der seiner Überzeugung nach sicheren
Fliegerei gegenüberstellen. Ist nicht alles auf Skandal
gebürstet…

Aber allein die Frage „Haben Sie heute besonders Angst vorm Fliegen?“ war dermaßen daneben, dass man es kaum in Worte fassen kann. Fliegen ist heute nicht gefährlicher als morgen und extrem sicherer als z. B. mit dem Auto zu fahren.
Hätte man den Mann gefragt ob er Angst hat gleich mit dem Auto vom Flughafen nach Hause zu fahren, wäre die Antwort garantiert „nein“ gewesen - und das, obwohl diese Fahrt WESENTLICH gefährlicher ist als ein Flug. Allein in Deutschland sterben jährlich 5000 Menschen (!!!) im Straßenverkehr, weltweit ungefähr 1 Million, das sind 2700+ Tote an jedem Tag. Und dann interviewt man Laien zum Thema „gefühlte Flugsicherheit“, natürlich kommt heraus dass sie sich heute komisch fühlen - und so verkauft die Tagesschau die komplett falsche und rein emotionale Botschaft, dass Fliegen heute gefährlich sei.

Ich habe vorhin ein Cockpit-Bild der verunglückten Maschine
gesehen:
http://www.jetphotos.net/viewphoto.php?id=520494
Ist die Maschine mit ihren 15 Jahren schon recht alt gewesen
oder täuscht mein erster (laienhafter) Eindruck? Du sprachst
das Thema ja schon an…

Man sieht auf dem Bild dass die Mad Dogs (Spitzname der MD-80’s) noch einen „Uhrenladen“ im Cockpit haben. Das ist aber nur eine Frage des Layouts, „modernere“ Flugzeuge haben Monitore, auf denen die Anzeigen diverser Rundinstrumente zusammengefasst werden (das sog. „Glascockpit“ wegen der großflächigen Monitore). Glascockpits wirken auf Laien aufgeräumter und übersichtlicher - allerdings darf man sich nicht täuschen, die Fülle an zur Verfügung gestellten Informationen ist dort keineswegs kleiner. Im Gegenteil: Untersuchungen haben gezeigt dass der menschliche visuelle Aufnahmekanal max. 16 bit/s verarbeiten kann. Uhrenladen oder Glascockpit - das Limit ist am Ende immer der Mensch, der die Daten aufnehmen und auswerten muss. Zeigerstellungen können dabei sogar schneller wahrgenommen werden als Zahlen, denn da muss zunächst der Wert interpretiert werden.

Glascockpits sind meistens verbunden mit weitreichenden Computersystem im Flugzeug, und auch hier hat man Grenzen der Nutzbarkeit erreicht, denn die Fülle an potentiell zur Verfügung stehenden Informationen führt inzwischen nicht mehr zu einer verbesserten Sicherheit, sondern läuft Gefahr ins Gegenteil umzuschlagen: man muss die Datenflut begrenzen um die Piloten nicht mit so vielen Informationen zuzuballern dass sie den Blick für das Wesentliche - in der jeweiligen Situation - verlieren.

Mit anderen Worten: Die Mad Dog-Uhrenläden sind nicht prinzipiell schlechter weil sie unaufgeräumter zu sein scheinen. Moderne Glascockpits konfrontieren die Ploten mit mindestens ebenso vielen Informationen, nur ist es für den oberflächlichen Betrachter nicht so direkt erkennbar.

Es waren wohl 4 Deutsche an Bord. Je früher die Presse das
weiß oder vermutet, und das tut sie sicher eher wenn es ein
Codeshare-Flug ist, umso eher vermuten die ein öffentliches
Interesse in Deutschland. Das finde ich logisch.

Schon klar, nur fahren sich auch an jedem Wochenende 4 Jugendliche im Auto tot, morgens nach der Disco. Das führt aber regelmäßig nicht zu Brennpunkten nach der Tagesschau…

Ich fürchte, du übersteigerst dich grade etwas in deine
Presse-Allergie :wink: Deine Bewertung habe ich so heute nicht
gehört.

Ich erwarte seriöse Berichterstattung, jedenfalls wenn ich seriöse Nachrichtenquellen konsumiere.
Das oben bereits erwähnte Interview ist auch für jeden normal denkenden Menschen völliger Nonsens gewesen, man muss kein Spezialist für Luftfahrtthemen sein um zu erkennen dass Interviews mit Passagieren absolut keinen Erkenntnisgewinn bringen werden. Hier geht es allein um die Emotion, also den „Hingucker“ wenn Passagiere, aus Madrid kommend, oder Abholer etc. am Frankfurter Flughafen irgendwas gefragt werden. Was sollen die Schlaues zu diesem Unfall sagen?
Wenn RTL und die Blöd-Zeitung mit dieser Masche hantieren wundert mich das nicht. Von der Tagesschau und dem „heute-journal“ erwarte ich aber mehr Seriösität.

Grüße,

MecFleih

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Hallo!

Erstens bedient die Presse das
Informationsbedürfnis des Menschen.

Da bin ich nicht so ganz der Meinung, es geht bei solchem Medienhype nicht um das Informationsbedürfnis des Menschen, sondern um das Sensationsbedürfnis vieler Menschen. Es geht um Sensationen, um Emotionen und (das ist ganz wichtig) Menschen, denen man für irgendwas die Schuld in die Schuhe schieben kann, das lieben die Leute nämlich ganz besonders. Ich kann den Ärger von Mec daher vollkommen nachvollziehen, weil ich mich selbst oft genug über Berichterstattung ärgere. Warum lesen so viele Leute die Bild oder bei uns die Kronenzeitung? Sicher nicht wegen rationalem Informationsbedürfnis, denn jeder sachlich logisch denkende Mensch weiß (und erkennt sofort beim lesen), dass solche Zeitungen so ziemlich das Gegenteil von Information vermitteln.

Es geht mir hier eher um ein allgemeines Problem: für eine Demokratie sind freie Medien wichtig, genauso können freie Medien aber demokratiefeindlich sein und ich bin mir nicht so ganz sicher, ob die Rolle der Medien bei uns wirklich so ganz positiv ist, wie sie selbst tun.

Gruß
Tom

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…und trotzdem
Hi,

zu erst die Identifikation stattfinden muss

Bis alle Leichen identifiziert sind, werden mehreren Tagen, wenn nicht Wochen, vorbei sein. Manche sind -und entschuldigung für den Ausdruck- zu Kohle verbrannt…

und zweitens zuerst die
Angehörigen informiert werden sollen.

…denn stellt Dir mal vor: Du bist allein daheim und erfährst durch den TV, daß Deine Familie auf so eine Art und weise verstorben ist!..

Nachher steht einer auf
der Liste, hat eingecheckt flog aber nicht mit.

Komisch: Ich kenne niemand, der nachdem der Flug aufgerufen wurde, durch den Ausgang gegangen ist (Finger oder Bus zum Flugzeug) und dann doch nicht geflogen ist…

Traurige Grüße,
Helena

Hallo Hagen,

Für mich unbegreiflich: im TV hieß es, die Maschine sei erst
im Januar gewartet worden. Ich kann das „erst“ nur als Ironie
verstehen. Sie war 15 Jahre alt

Ich dagegen verstehe nicht, wie Du auf „Ironie“ kommst… Wenn ich es rictig verstanden habe (bei diesem Infoflut ist ja nicht so leicht) finden 2 mal im Jahr so eine Wartung statt. Wie oft soll es Deiner Meinung nach passieren?

und Spanair der Zweitbesitzer.

Spanair ist der Besitzer des Flugzeugs. Doch die Maschine war von Lufthansa gechartet. Und Spanair gehört zu 100% die SAS. In diesem schrecklichen Fall war Spanisch nur die Strecke und vermutlich die absolute Mehrheit der Passagiere.

Sollte sich LH nicht davon trennen?

Von was denn???

So schlimm es auch für die Angehörigen ist, wie grausig war es
für die Insassen in den letzten Sekunden ihres Lebens.

Ich denke (heute hörte ich im TV einen Dr. in Forensik der so was sagte) alle Toten haben nichts empfunden, denn der Tod kam schneller als Sekundenschnell.

Was haben sie gedacht, gefühlt? Menschen, die sich auf ihren
wohl verdienten Urlaub freuten.

Wie gesagt, offenbar und nach heutigen Erkenntnis, haben sie dafür gar keine Zeit gehabt.

Gruß,
Helena

Hi Mec und J,

nunja, ich finde deine Schelte so pauschal nicht ganz
gerechtfertigt. Erstens bedient die Presse das
Informationsbedürfnis des Menschen. Und das ist heute
vorhanden, nicht morgen oder wenn die Untersuchung
abgeschlossen ist.

Ja, aber die Informationen die es dazu gibt, sind kurz nach der Katastrophe ja nicht gerade viel. Und mit diesem Wenig muß man sich am anfang zufrieden geben. OB man will oder nicht: Mehr gibt es ja nicht!

ich wette
dass es das nicht gegeben hätte wenn der Flug nicht zufällig
auch eine LH-Flugnummer gehabt hätte.

Es waren wohl 4 Deutsche an Bord. Je früher die Presse das
weiß oder vermutet, und das tut sie sicher eher wenn es ein
Codeshare-Flug ist, umso eher vermuten die ein öffentliches
Interesse in Deutschland. Das finde ich logisch.

Der Flug wird eh als Lufthansa verkauft. Und dann irgendwo steht dann, daß es ein Codeshare-Flug mit Spanair ist. Vor rund 10 Tage habe ich das genauso erlebt.

Dann: es habe eine Stunde vorher schon mal einen abgebrochenen
Startversuch gegeben: Na und??? Da wird unterschwellig auch
wieder vermittelt dass es einen technischen Fehler gegeben
habe und dieser nicht behoben wurde. Das kann zwar sein, muss
aber nicht. Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb sowas
stattfinden kann.

Ich fürchte, du übersteigerst dich grade etwas in deine
Presse-Allergie :wink: Deine Bewertung habe ich so heute nicht
gehört.

(Auch hier heute gehört): Wenn ein Blinker in Deinem Auto nicht funktioniert, ist das für Dich ein Grund ein neues Auto zu kaufen? Und wenn nein: Läßt Du das ganze Auto komplett (Motor, Batterie, etc…) durchchecken, falls es zusätzlich später einen Platten kriegst?? Daß du einen Platten kriegst steht in keinem Zusammenhang mit dem Blinker!!
Ich glaube, das ist was Mec versucht hat zu sagen.

In Madrid dürfte es kaum leichter sein inmitten von Trümmern,
Bränden, unkoordiniertem Chaos, vielen (vielleicht
unkenntlichen) Toten und Verletzten soviel Ordnung zu
schaffen, dass man zuerst Angehörige informieren und dann an
die Öffentlichkeit gehen kann.

Das ist weder in Madrid noch in Berlin, London, Kapstadt oder LA möglich! Erstmal ist es Chaos!

Gruß,
Helena

Hi MecFleih,
danke für deine ausführliche Darstellung. Ich will dir auch keineswegs „aus Prinzip“ dauernd widersprechen. Im Gegenteil sehe ich vieles gleich oder ähnlich wie du. Nur möchte ich auch das Verhalten anderer, hier der Presse, verstehen (lernen) und nicht vorverurteilen.

Ich würde ja verstehen wenn man bei einem wirklichen
Lufthansa-Absturz oder bei einem Unglück in Deutschland groß
berichten würde. Beides war hier nicht der Fall und ich
behaupte dass die Sondersendungen einzig und allein deswegen
gesendet wurden weil der Flug zufällig auch eine LH-Flugnummer
hatte.

Ich sehe die „Distanz“ offenbar nicht ganz so groß wie du. Spanien ist ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen, es ist Urlaubszeit in Deutschland, viele Leute fliegen noch dorthin, sind grade erst von dort zurück oder haben aktuell Angehörige vor Ort.
Das das technisch keine Rolle spielt und der Unfall unter IDENTISCHEN Bedingungen von TschenenAir in Warschau hätte passieren können, immerhin zwei Nachbarländer von Deutschland, wäre vielleicht nicht so wichtig weil die gefühlte Nähe nicht da wäre. Aber OK, das ist mein subjektiver Erklärungsversuch…
Dieses „Oh mein Gott, es hätte mich auch treffen können“ ist bei einem codegeshareten „deutschen“ Flug in Spanien IMHO einfach größer als bei einem Autounfall in meiner Nachbarstasse. Und: würden täglich Flugzeuge abstürzen wäre das Interesse sicher auch weniger. Wer weiß…vielleicht würde sich die subjektive Sicherheit sogar noch erhöhen, wenn Tote im Flugbetrieb alltäglich wären.

Das Vorgehen der Presse, wobei ich solche mit Absicht Fehlinformationen verbreitende Zeitungen wie „Zepter“ oder „Foto“ mal ausnehmen will, sehe ich deshalb auch eher als REaktion denn als Aktion. Die Presse bedient das, was die Leute wollen.

Mir geht es nur um den Medienhype. Ich würde die besonders
großen Schlagzeilen verstehen wenn das Unglück nahe an uns
dran wäre - das ist es aber nicht…

IMHO eben schon etwas.

Es kommen auch dort so Infos wie „Spanair hat wirtschaftliche
Probleme“,

All dieses sind Aussagen, die - ohne dass es so gesagt wird -
unterschwellig vermitteln (und vermitteln sollen!) dass wir es
hier mit einem Seelenverkäufer zu tun haben,

Wie hoch schätzt du denn die Möglichkeit ein, dass es in der Luftfahrt durch den steigenden wirtschaftlichen Druck zu Fehlern (im System Flugzeugwartung und -bedienung) kommen kann? „Normalerweise“ führen Arbeitsplatzangst und das aufbrechen von funktionierenden Strukturen in einer Firma IMHO nicht zu einer Qualitätsverbesserung.

In den USA z. B. macht die NTSB die Entscheidung,

Auch im medizinischen Bereich gab/gibt es Computersimulationen über den vermuteten weiteren Patientenstatus. Ob das Sinn oder Unsinn ist kann ich nciht beurteilen.

Es wurden auch zwei Laien am Flughafen befragt (ja, an sich
unsinnig)

Aber allein die Frage „Haben Sie heute besonders Angst vorm
Fliegen?“ war dermaßen daneben, dass man es kaum in Worte
fassen kann.

Ich versteh nicht ganz was dich daran SOO doll stört. Wir wissen beide, dass das kein Informationsgewinn für die Menschheit ist Ahnungslose zu interviewen. Aber wie hätten die Sender denn deiner Meinung nach das Nachfragevakuum nach Informationen füllen sollen? Nur eine Satz „Flugzeugabsturz in Spanien, wir wissen nix. Morgen heiter oder wolkig bei 18-19°“? Das treibt die Leute doch noch mehr zu Blöd&Co.

garantiert „nein“ gewesen - und das, obwohl diese Fahrt
WESENTLICH gefährlicher ist als ein Flug.

Das wissen wir beide. Aber IMHO kannst du damit die aktuelle Informationssituation nicht befriedigen. Nicht jeder ist so rational und abgeklärt wie wir :wink:

Glascockpits wirken auf Laien
aufgeräumter und übersichtlicher - allerdings darf man sich
nicht täuschen, die Fülle an zur Verfügung gestellten
Informationen ist dort keineswegs kleiner.

Okay, ich verstehe was du meinst. Auf einem Monitor kann ich auch 300 Zahlen darstellen und erfahre weniger, als wenn ich weiß das jetzt grade das kleine rote Instrument mit dem gelben Punkt auf den Zeiger für mich wichtig ist.

Glascockpits sind meistens verbunden mit weitreichenden
Computersystem im Flugzeug, und auch hier hat man Grenzen der
Nutzbarkeit erreicht, denn die Fülle an potentiell zur
Verfügung stehenden Informationen führt inzwischen nicht mehr
zu einer verbesserten Sicherheit,

Allerdings bietet mir ein Glascockpit mit einem elektronischen Sensor dessen Signal einen Rechner durchläuft diesen vor der Anzeige zu prüfen und/oder zu verarbeiten. Das bietet ein Bowdenzug mit Zeigeranzeige nicht. Ersteres kann ich auch ausblenden wenn ich zB. der Meinung bin, dass der Druck auf das Fahrwerk in 1000ft Höhe uninteresant ist. Eine „Uhr“ ist immer da und zeigt eben 5h Flugzeit lang 0N an. (fiktives Beispiel)

Schon klar, nur fahren sich auch an jedem Wochenende 4
Jugendliche im Auto tot, morgens nach der Disco. Das führt
aber regelmäßig nicht zu Brennpunkten nach der Tagesschau…

Nee, ich und andere kennen auch keine Jugendlichen die noch um 4h in die Disko gehen. Aber Leute die in Spanien in den Urlaub fliegen, davon kenn ich und andere viele. Die sind mir einfach näher MecFleih!

Ich erwarte seriöse Berichterstattung, jedenfalls wenn ich
seriöse Nachrichtenquellen konsumiere.

Das wäre vielleicht bis gestern Nacht die sp. Verkehrsministerin was gesagt hat der o.g. Einzeiler gewesen. Das kannst du IMHO nicht erwarten in einer realen Welt…

Hier geht es allein um die Emotion, also den
„Hingucker“ wenn Passagiere, aus Madrid kommend, oder Abholer
etc. am Frankfurter Flughafen irgendwas gefragt werden.

Ja, wasweißich, frag einen Psychologen. Vielleicht ist es für Menschen einfacher die eigenen Angst zu bewältigen wenn ich sie mit anderen (hier deine genannten Leute) teilen kann?

Viele Grüße,
J~