Hi MecFleih,
danke für deine ausführliche Darstellung. Ich will dir auch keineswegs „aus Prinzip“ dauernd widersprechen. Im Gegenteil sehe ich vieles gleich oder ähnlich wie du. Nur möchte ich auch das Verhalten anderer, hier der Presse, verstehen (lernen) und nicht vorverurteilen.
Ich würde ja verstehen wenn man bei einem wirklichen
Lufthansa-Absturz oder bei einem Unglück in Deutschland groß
berichten würde. Beides war hier nicht der Fall und ich
behaupte dass die Sondersendungen einzig und allein deswegen
gesendet wurden weil der Flug zufällig auch eine LH-Flugnummer
hatte.
Ich sehe die „Distanz“ offenbar nicht ganz so groß wie du. Spanien ist ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen, es ist Urlaubszeit in Deutschland, viele Leute fliegen noch dorthin, sind grade erst von dort zurück oder haben aktuell Angehörige vor Ort.
Das das technisch keine Rolle spielt und der Unfall unter IDENTISCHEN Bedingungen von TschenenAir in Warschau hätte passieren können, immerhin zwei Nachbarländer von Deutschland, wäre vielleicht nicht so wichtig weil die gefühlte Nähe nicht da wäre. Aber OK, das ist mein subjektiver Erklärungsversuch…
Dieses „Oh mein Gott, es hätte mich auch treffen können“ ist bei einem codegeshareten „deutschen“ Flug in Spanien IMHO einfach größer als bei einem Autounfall in meiner Nachbarstasse. Und: würden täglich Flugzeuge abstürzen wäre das Interesse sicher auch weniger. Wer weiß…vielleicht würde sich die subjektive Sicherheit sogar noch erhöhen, wenn Tote im Flugbetrieb alltäglich wären.
Das Vorgehen der Presse, wobei ich solche mit Absicht Fehlinformationen verbreitende Zeitungen wie „Zepter“ oder „Foto“ mal ausnehmen will, sehe ich deshalb auch eher als REaktion denn als Aktion. Die Presse bedient das, was die Leute wollen.
Mir geht es nur um den Medienhype. Ich würde die besonders
großen Schlagzeilen verstehen wenn das Unglück nahe an uns
dran wäre - das ist es aber nicht…
IMHO eben schon etwas.
Es kommen auch dort so Infos wie „Spanair hat wirtschaftliche
Probleme“,
All dieses sind Aussagen, die - ohne dass es so gesagt wird -
unterschwellig vermitteln (und vermitteln sollen!) dass wir es
hier mit einem Seelenverkäufer zu tun haben,
Wie hoch schätzt du denn die Möglichkeit ein, dass es in der Luftfahrt durch den steigenden wirtschaftlichen Druck zu Fehlern (im System Flugzeugwartung und -bedienung) kommen kann? „Normalerweise“ führen Arbeitsplatzangst und das aufbrechen von funktionierenden Strukturen in einer Firma IMHO nicht zu einer Qualitätsverbesserung.
In den USA z. B. macht die NTSB die Entscheidung,
Auch im medizinischen Bereich gab/gibt es Computersimulationen über den vermuteten weiteren Patientenstatus. Ob das Sinn oder Unsinn ist kann ich nciht beurteilen.
Es wurden auch zwei Laien am Flughafen befragt (ja, an sich
unsinnig)
Aber allein die Frage „Haben Sie heute besonders Angst vorm
Fliegen?“ war dermaßen daneben, dass man es kaum in Worte
fassen kann.
Ich versteh nicht ganz was dich daran SOO doll stört. Wir wissen beide, dass das kein Informationsgewinn für die Menschheit ist Ahnungslose zu interviewen. Aber wie hätten die Sender denn deiner Meinung nach das Nachfragevakuum nach Informationen füllen sollen? Nur eine Satz „Flugzeugabsturz in Spanien, wir wissen nix. Morgen heiter oder wolkig bei 18-19°“? Das treibt die Leute doch noch mehr zu Blöd&Co.
garantiert „nein“ gewesen - und das, obwohl diese Fahrt
WESENTLICH gefährlicher ist als ein Flug.
Das wissen wir beide. Aber IMHO kannst du damit die aktuelle Informationssituation nicht befriedigen. Nicht jeder ist so rational und abgeklärt wie wir 
Glascockpits wirken auf Laien
aufgeräumter und übersichtlicher - allerdings darf man sich
nicht täuschen, die Fülle an zur Verfügung gestellten
Informationen ist dort keineswegs kleiner.
Okay, ich verstehe was du meinst. Auf einem Monitor kann ich auch 300 Zahlen darstellen und erfahre weniger, als wenn ich weiß das jetzt grade das kleine rote Instrument mit dem gelben Punkt auf den Zeiger für mich wichtig ist.
Glascockpits sind meistens verbunden mit weitreichenden
Computersystem im Flugzeug, und auch hier hat man Grenzen der
Nutzbarkeit erreicht, denn die Fülle an potentiell zur
Verfügung stehenden Informationen führt inzwischen nicht mehr
zu einer verbesserten Sicherheit,
Allerdings bietet mir ein Glascockpit mit einem elektronischen Sensor dessen Signal einen Rechner durchläuft diesen vor der Anzeige zu prüfen und/oder zu verarbeiten. Das bietet ein Bowdenzug mit Zeigeranzeige nicht. Ersteres kann ich auch ausblenden wenn ich zB. der Meinung bin, dass der Druck auf das Fahrwerk in 1000ft Höhe uninteresant ist. Eine „Uhr“ ist immer da und zeigt eben 5h Flugzeit lang 0N an. (fiktives Beispiel)
Schon klar, nur fahren sich auch an jedem Wochenende 4
Jugendliche im Auto tot, morgens nach der Disco. Das führt
aber regelmäßig nicht zu Brennpunkten nach der Tagesschau…
Nee, ich und andere kennen auch keine Jugendlichen die noch um 4h in die Disko gehen. Aber Leute die in Spanien in den Urlaub fliegen, davon kenn ich und andere viele. Die sind mir einfach näher MecFleih!
Ich erwarte seriöse Berichterstattung, jedenfalls wenn ich
seriöse Nachrichtenquellen konsumiere.
Das wäre vielleicht bis gestern Nacht die sp. Verkehrsministerin was gesagt hat der o.g. Einzeiler gewesen. Das kannst du IMHO nicht erwarten in einer realen Welt…
Hier geht es allein um die Emotion, also den
„Hingucker“ wenn Passagiere, aus Madrid kommend, oder Abholer
etc. am Frankfurter Flughafen irgendwas gefragt werden.
Ja, wasweißich, frag einen Psychologen. Vielleicht ist es für Menschen einfacher die eigenen Angst zu bewältigen wenn ich sie mit anderen (hier deine genannten Leute) teilen kann?
Viele Grüße,
J~