Trinken oder nicht trinken?

Hallo Experten,

ich muß gestehen: ich gehöre zu diesen „Kamelen“, die sich den ganzen Tag an einem Glas Wasser festhalten können.

Meine Frau schimpft dann immer und sagt, dass sei ungesund und ich soll auf jeden Fall mehr trinken. (Liest man ja auch überall, sollte also stimmen)

Aber: Wenn ich das mache und dabei auf 1.5-2 Liter pro Tag komme (was mir sehr schwer fällt *wurgs*), beginnen am nächsten Tag die Probleme: nicht nur, dass ich alle halbe Stunde rennen darf, sondern ich bekomme auch tierische Wadenkrämpfe. Logisch, dass ich dann wieder „normal“ trinke, also

Hallo Stefan,

Du solltest rund 2 l *Flüssigkeit* pro Tag zu Dir nehmen, egal ob in Form von fester Nahrung oder als Getränk.
Je nach Wassergehalt der festen Nahrung ist 1 l trinken pro Tag meist ausreichend.
Zu viel ist also auch nicht gut, siehe Deine Beschwerden. Du verlierst vermutlich zu viel Magnesium, eventuell auch Calcium und Kalium.
Mehr trinken ist eigentlich nur bei bestimmten Erkrankungen wie z.B. bei Nierensteinen notwendig.

Oliver

Hallo Stefan,

also die Wadenkrämpfe klingen für mich stark nach Magnesiummangel, denn der äußert sich in Muskelkrämpfen oder Muskelzucken.
Bei mir fängt dann immer das Auge an zu zucken, kann ziemlich lästig sein *gg*.
Zum Viel-Trinken muss ich mich auch immer zwingen, ich mache mir das manchmal richtig zur Aufgabe…
Mir gehts aber auch so, dass ich dann immer die elende Lauferei
habe, und zwar auch schon am Tag meiner tollen Trinkleistung :o), nur das es bei mir manchmal in fünf Minuten Abständen geht, was ungemein lästig sein kann…

Also an deiner Stelle würde ich es auf jeden Fall mal mit Magnesiumtabletten versuchen (kann man in Flüssigkeit aufgelöst trinken, dann hast du schon wieder mehr getrunken :o) )

Viel Glück beim Trinken und viele "Sauf"gelage wünscht
khadja

Chlor…
…ähh klar, das kenne ich auch.
Und Du trinkst wahrscheinlich auch schon seit Jahren sowenig, (genau wie ich…) und das Resultat: DEINE BLASE MACHT SCHLAPP!!!
Die is ein Hohlmuskel, der will trainiert sein!
Also ruhig mal ordentlich viel trinken und Deine Niere braucht natürlich auch Zeit, sich an die viele Arbeit zu gewöhnen und die ganzen Elektrolyte nicht rauszulassen.

Aller Anfang is schwer, aber bei mir stellen sich so langsam die ersten Erfolge ein.

c++

(und im Sommer solltens schon 3 Liter sein, grins)

Hi Stefan!
Bitte nimm die bereits geposteten Antworten unbedingt ernst!!!
Das Allerschlechteste ist, wenig bis gar nix zu trinken, abgesehen von Deiner untrainierten Blase hast Du Dir schon, scheint’s, einen Magensiummangel eingehandelt.
Wenig trinken kann sogar langfristig Deine Gedächtnisleistung maßgeblich beeinflussen.
Ich selber saufe (definitiv: saufe) bis zu 5 Liter Wasser pro Tag, an die Lauferei gewöhnt man sich. Falls Du einen sitzenden Beruf hast, hast Du damit auch gleich die nötigen PC-Pausen *gggg*.
Also: PROST!
Ein Tipp, mit dem ich meine SchwieMu zum Trinken gebracht habe: Einfach ein Flasche Wasser vor die Nase stellen, dann denkt man ständig dran.
Liebe Grüße und *gluggs*#
Birgit

Müdigkeit?
Hi!

Ich bin kein Mediziner, kann mir also kein fachmännisches (die Fachfrauen mögen mir verzeihen - aber finden ja auch Erwähnung) Urteil erlauben, nur soviel:

Ich war im Büro dauernd müde und hatte stellenweise echte Probleme mit der Konzentration. Mein damaliger Trainer sagte mir, ich solle mehr trinken!

Naja - ich habe es zuerst nicht ernst genommen, aber seitdem ich in meinem jetzigen Job arbeite (und ungleich konzentrierter sein muss), trinke ich während meiner Arbeitszeit ca. 3 Liter stilles Mineralwasser. Da mein Arbeitgeber die Getränke stellt (aus genau den Gründen), habe ich allerdings auch nur den Weg bis zur Abstellkammer um mir eine Flasche zu holen! Die Müdigkeit war ziemlich schnell kein Problem mehr, und die dauernde Rennerei gibt sich auch nach ein paar Wochen!

Grüße
Guido

Hallo Birgit,

es gibt da einerseits die Oma, die kaum zwei Gläser Wasser am Tag trinkt und deren Kreislauf und Nieren langsam trockenlaufen. Dann gibt es wiederum Patienten, die sich, von dieser Meldung aufgeschreckt, Wasser reinkübeln, was das Zeug hält.
Das Gefahrenpotential hierbei sind Elekrolytverschiebungen. Beim Auftreten von Krämpfen sind die physiologischen Regulationsmöglichkeiten schon ziemlich ausgereizt; der Organismus läuft auf dem letzten Rädchen.

Wohin eine Wasservergiftung im Rahmen einer psychogenen Polydipsie (primär grundlose, gewohnheitsmäßige Wassereinnahme von mehr als 4l/d) führen kann, zeigt folgendes Beispiel: Bei dem Patienten kam es durch die dauernde Blutverdünnung zu einer tödlichen Hirnschwellung.


Umansky L; Sella A: Psychogenic polydipsia leading to water intoxication. Harefuah 2000 Jan 2;138(1):9-12, 87
Psychogenic polydipsia and its frequent complication, water intoxication, are well-known to psychologists. There are biochemical and psychiatric theories of psychogenic polydipsia which often correlate with each other. A 48-year-old man with chronic paranoid schizophrenia developed symptoms of psychogenic polydipsia. This provoked disturbances in electrolyte balance, resulting in a rapid decrease in serum sodium concentration and eventual death. There is a paucity of information and little awareness of this problem in the professional literature.

Denkbar, aber nicht verbrieft, sind auch langsam progrediente Nierenschäden (sog. Hyperfiltrationsdefekte am Glomerulum).
also: Allein die Dosis macht, ob ein Ding ein Gift sei. Sogar bei Wasser :wink:

Oliver

Hi Oliver,
Jetzt bin ich, ehrlich gesagt, mal ganz baff!
Ich hab schon viel über das Thema gelesen, aber DAS noch nicht, obwohl Deine Darstellungen absolut logisch erscheinen.

Das Gefahrenpotential hierbei sind Elekrolytverschiebungen.
Beim Auftreten von Krämpfen sind die physiologischen
Regulationsmöglichkeiten schon ziemlich ausgereizt; der
Organismus läuft auf dem letzten Rädchen.

Ich wurde schon als Kleinkind ständig auf Zucker untersucht (negativ), weil ich immer so durstig war. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich seit Jahren sehr (!) viel Salz esse.

Wohin eine Wasservergiftung im Rahmen einer psychogenen
Polydipsie (primär grundlose, gewohnheitsmäßige Wassereinnahme
von mehr als 4l/d) führen kann, zeigt folgendes Beispiel: Bei
dem Patienten kam es durch die dauernde Blutverdünnung zu
einer tödlichen Hirnschwellung.

Klingt mal so nicht so toll. Ich trinke 4 - 5 Liter Mineralwasser pro Tag (zuzüglich das Übliche an Kaffee und Orangensaft etc.)
Was sagst Du dazu? Sollte das nicht einer Entmineralisierung vorbeugen? Oder wäre es da doch besser, etwas einzuschränken?

Dazu noch eine Info: Leide an CFS und Depressionen - siehst Du hier einen Zusammenhang??

Besorgte liebe Grüße#
Birgit

PS:

also: Allein die Dosis macht, ob ein Ding ein Gift sei. Sogar
bei Wasser :wink:

Dazu fällt mir unser Prof. für Anorganische Chemie ein, der uns vor dem Trinken von Destilliertem Wasser warnte und der dann dazufügte: Auch ein Kübel normales Wasser kann tötlich sein, wenn man lange genug den Kopf hineinsteckt :smile:)

Nierendiagnostik?
…ja, und die Nieren bzw. Dein Elythaushalt/Nieren ist/sind doch bestimmt auch schon gecheckt worden?!
ADH-Mangel, Niereninsuffizienz etc.?

C++

PS: keine Panik 5 Liter am Tag machen garantiert keinen dicken Kopf

Hallo Birgit,

wie Chris schon sagte: Wenn Du an 5 Liter Wasser adaptiert bist, brauchst Du Dir wenig Sorgen zu machen. Wer dies hingegen nicht gewohnt ist und z.B. nach einem Marathonlauf schlagartig 5 Liter Wasser kippt, ist schon eher gefährdet. Bedingung: regelmäßig aufs Klo gehen, man hat nämlich bei Vieltrinkern Harnstauungen bis hinauf zur Niere beobachtet (zu großer Blasendruck). Der Zusammenhang scheint nicht eindeutig bewiesen, aber auch irgendwie logisch.

Zur Nierendiagnostik habe ich gestern Jeanny geantwortet, weiter oben findest Du also mehr Informationen.

Im Zusammenhang mit den Begleiterkrankungen: Nimmst Du Lithium? Wenn ja, steht das viele Trinken im Zusammenhang mit Beginn der Therapie? Lithium ist nämlich eine nicht seltene Ursache vom renalen Diabetes insipidus (s.o.).

Oliver