Trotzphase, Anziehen geht gar nicht mehr

Hallo allerseits,

ich wollte doch mal hören, ob jemand vielleicht noch nen guten Tip hat um einer widerspenstigen fast Zweijährigen beizukommen.
Unsere kleine Tochter kann ja sooo lieb und süß sein, sie kann sich schon fast alleine anziehen, und wenn **sie>/> etwas wirklich will, dann ist sie äußerst kooperativ und verständig. Leider allerdings ist sie auch das genaue Gegenteil, wenn sie etwas nicht will.
Inzwischen graut mir schon jeden Morgen davor, sie zu wecken, denn dann geht der allmorgendliche Kampf los. Sie steht nicht gerne auf, aber um in den Kindergarten zu kommen muß es ja irgendwann sein. Ich plane jetzt schon eine dreiviertel Stunde ein (hat sich langsam gesteigert), aber das reicht nicht, um sie dazu zu bewegen, sich anzuziehen oder anziehen zu lassen.
Im Moment ziehe ich ihr fast täglich kurz vor Ultimo einen Schneeanzug über ihren Schlafanzug und ab in den Kindergarten. Dort lässt sie sich dann problemlos anziehen.
Und wenn ich sie dann abhole beginnt der Anziehterror von neuem.
Zeitdruck kann eigentlich auch nicht das Problem sein, denn beim Abholen ist der ja nicht mehr vorhanden. Aufstehen müssen fällt dann als Erklärung auch weg.

Es hat wohl auch gar nichts mit dem Anziehen an sich zu tun, es ist ein allgemeiner Machtkampf, sie will entscheiden (es gibt auch noch andere Reibungspunkte, das ist der schlimmste). Z.B liebt sie eigentlich Hosen und kann dann auch wieder in Tränen ausbrechen, wenn sie keine Hose anhat. Sie möchte sich einfach nicht unterordnen. Ich lasse ihr auch viele Freiheiten, aber ich finde schon, dass dem Grenzen gesetzt sein sollten. Sie sollte schon lernen, dass man nicht immer seinen Willen durchsetzen kann, ohne Rücksicht auf andere.

Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar

ratlose Grüße

Bianca**

Hallo,
Du hast ja schon erkannt, dass es die Trotzphase ist. Auf einen Machtkampf würde ich mich nicht einlassen und ihn auch nicht so nennen. Das Kind erfährt, dass es etwas durch sein Handeln bewirken kann und das ist erstmal positiv. Das einzige was hilft ist konsequent zu sein und dabei gelassen zu bleiben. Klingt doch einfach, oder? Nein im Ernst - ein trotzendes Kind ist schrecklich! Wirklich! Aber es ist ein normaler Prozess und er geht vorüber.
Ich würde wieder dazu über gehen das Kind zu Hause anzuziehen. Dem Kind ist es schnuppe ob es im Pyjama in den Kindergarten geht. Die Scham kommt erst später, aber ich vermute Du machst es nicht um Dein Kind zu bestrafen, sondern um den „Machtkampf“ aus dem Weg zu gehen. Nun da muss ich sagen, dass es hierbei um einen klaren Punktesieg für Deine Tochter geht! Du willst sie doch zu Hause anziehen, dann mach das auch.

Viele Grüße

Hallo Nigella,

ganz simpler Vorschlag: Lass sie doch selbst entscheiden.

Nicht zwischen allem und jedem, sondern biete ihr eine Wahl an: „Willst Du die Jeans mit den Blumen oder die mit den Glitzersteinen? Willst Du den rosa Pulli oder den geringelten?“

Zumindest bei meinem äußerst willensstarken Sohn funktioniert es - vorausgesetzt natürlich, keiner der Pullis ist rosa … ;o)

Beste Grüße

=^…^=

Hallo,

ich würde sie ja gerne zu hause anziehen, aber das geht eben nicht. Ich mache das mit dem Schlafanzug ja nicht, um sie zu bestrafen, sondern weil wir irgendwann los müssen, sonst gibts kein Frühstück mehr, und weil ich sie schlicht nicht angezogen bekomme, auch nicht mit festhalten. Sie schreit, schlägt um sich, und wenn man doch mal was angezogen bekommt zieht sie es sofort wieder aus.
Auswählen lassen habe ich auch schon probiert. Sie ist sogar schon mal zu ihrem Schrank gegangen, hat sich eine andere Hose geholt, hat diese dann aber genausowenig angezogen. Naja, es gibt auch mal Tage, wo es mit Überreden funktioniert oder wo ich sie dann wenigstens unten im Flur angezogen bekomme, aber auch das eben nur manchmal.
Ich habe auch keine Lust, sie noch länger zu überreden, bis sie es endlich tut, denn dann müssen wir jeden Tag ein bisschen früher aufstehen, irgendwann können wir dann gleich abends mit anziehen anfangen.

Ich bin da echt ratlos

viele Grüße

Bianca

Rote Kleidung
Vielleicht ist rot OK.

Ansonsten war das neulich als unlösbares Problem in der Zeitung (in München?).

LG

Gitta

Hallo,

willkommen in der Welt der 2jährigen :smile: Möchtest du, dass sie sich selbst anzieht und kann sie das auch? Meine tut sich beispielsweise schwer, Hosen anzuziehen. Wenn ich da käme und sag: Zieh dir die Hose an, dann verweigert sie das häufig - und zum Teil sicher auch deshalb, weil es nicht klappt. Wenn man dann drängelt, möchte sie irgendwann nämlich Hilfe. Also möglicherweise möchte deine Tochter einfach Hilfe beim anziehen, aber das ist natürlich nur eine Vermutung. Wenn du sie ohnehin selbst anziehst, wie ist es mit wenn-dann-Ansagen? Vielleicht gibt es was, dass sie besonders mag, z.B. ein bestimmter Saft, ein bestimmtes Buch anschauen, so was in der Art. Bei uns funktioniert das kooperieren dann gut. Gestern beispielsweise bat ich meine Tochter, ihre Schuhe auszuziehen. Sie wollte nicht, aber sie wollte gerne Saft (sie liebt Möhrensaft). Also war unser Geschäft: wenn du die Schuhe ausziehst, gibts einen Saft. Die waren schnell ausgezogen :smile: Das funktioniert natürlich auch nicht immer und unter Zeitdruck auch nicht. Wenn wir zur Tagesmutter müssen, muss es morgens auch schnell gehen. Ich mache da nicht lange rum und zieh sie an, auch gegen Widerstand, manchmal geht es nicht anders.

hallo
ich kenne das problem.
bei uns wurde es so eingerichten das meine kinder (inzwichen 5 und 8 jahre alte jungs)
nur noch ihre liebling kleider im schrank hatten.
so nach und nach habe ich die anderen sachen dazu gelegt, und
hatte kein geschrei mehr. lass deine tochter aus suchen was im schrank bliebt und was nicht.

viel glück

sally

Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper
Hallo

Nun da muss ich sagen, dass es hierbei um einen klaren Punktesieg für Deine Tochter geht!
Du willst sie doch zu Hause anziehen, dann mach das auch.

Es geht zwar um einen Machtkampf, aber immerhin um das Selbstbestimmungsrecht des Kindes über den eigenen Körper. Soll sie sich das abschminken, dass sie da irgendwelche Rechte hat? Das finde ich entschieden zu hart, diesen Standpunkt. Zumal das wohl nur mit ziemlich brutaler Gewalt praktisch möglich wäre.

Viele Grüße
Simsy

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Hallo

Also, es liegt nicht daran, dass sie nicht in den Kindergarten will o. ä.? Es liegt wirklich nur am Anziehen, und auch weniger daran, was ihr angezogen werden soll?

Vielleicht findet sie den Vorgang des Angezogenwerdens so unangenehm. Kann es daran liegen? Das finden ja viele Kinder und sehr viele Babys äußerst unangenehm.

Naja, es gibt auch mal Tage, wo es mit Überreden funktioniert oder wo ich sie dann wenigstens unten im Flur angezogen bekomme, aber auch das eben nur manchmal.

Das finde ich entschieden zu viel Aufwand, erstens dauernd das Überreden, dann noch bis unten zum Flur gehen etc.

Einen brauchbaren Tipp kann ich nicht geben, aber das würde ich einfach nicht tun. Wozu soll das führen? Ich glaube, ich würde einfach mal Schluss machen mit dem Theater, indem ich es genau einmal versuchen würde, ob sich das Kind freiwillig anziehen lässt, und dann würde ich mich damit abfinden, dass es nicht so ist. Ich würde es dann aber auch nicht im Kindergarten oder unten im Flur oder so anziehen. Ich würde es einfach lassen. Und auch das Theater mit dem Schneeanzug würde ich lassen. Ich würde nur einen mitnehmen (oder auch nur eine Decke). Ich würde die Kleidungsstücke auch nicht in den Kindergarten mitnehmen.

Allerdings müsste dem Kind irgendwie deutlich gemacht werden, dass jetzt ein Wechsel in der Strategie stattfindet (falls man das machen will). Wie man das bei einem 2,5 Jahre alten Kind macht weiß ich nicht genau.

Ich kann mich an solche Probleme nicht erinnern, ich habe aber auch immer - besonders als die Kinder neugeboren waren - darauf geachtet, dass ich sie ganz langsam und vorsichtig anziehe. Sie haben jedenfalls beim Anziehen nicht geweint.

Und später habe ich sie auch nie dazu gezwungen, irgendwas anzuziehen, was sie nicht anziehen wollten. Allerdings mussten die Jacken immer mitgenommen werden, weil die ja dann angezogen werden mussten, sobald die Kinder draußen waren und sie gespürt haben, dass es kalt ist. Da hätte ich allerdings besser frühzeitig drauf achten sollen, dass die Kinder die Sachen irgendwann selber schleppen müssen.

Ich wollte damit erreichen, dass die Kinder ein gutes Gefühle für ihren Körper und ihre Befindlichkeiten bekommen, und selber einschätzen lernen ob sie frieren oder nicht. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass einer von ihnen sich mal erkältet hätte, weil er/sie nicht warm genug angezogen war - doch einmal schon, das war aber jetzt vor kurzem (Kinder sind fast 16).

Viele Grüße
Simsy

Ich habe die meisten - nicht alle - Antworten gelesen. Und kann mich über die meisten davon nur wundern.

Ich verstehe weder den Vorschlag, das Kind aus dem Kindergarten zu lassen (es sei denn, es gibt konkrete Anhaltspunkte dafür, dass da ein Kausalzusammenhang zwischen Kindergarten und „Zickerei“ besteht. Aber auch der müsste dann anders gelöst werden), noch empfinde ich es als „brutal“ wenn man sich da durchsetzt.

In meinen Augen ist das ein typischer „Machtkampf“ - oder besser: ein Austesten der Grenzen. Je klarer und konsequenter man dadrauf reagiert, desto besser.

Eigentlich hast du doch schon im Ansatz eine gute Lösung, nur würde ich die konsequenter durchziehen.

  • Ihr sucht am Abend vorher die passenden Klamotten aus. Damit das Kind bei überquellendem Kleiderschrank nicht überfordert ist, gibt es 3,4 Sachen zur Auswahl. Sieht das kunterbunt und schrecklich aus - ist wurscht. Sie kann das anziehen, was sie sich aussucht. Das wird dann zurecht gelegt.

  • Sie hat am Morgen ein Mal die Gelegenheit, sich umzuentscheiden. Es gibt einen festen Rhythmus, wann sie angezogen zu sein hat. Wobei ich diesen Zeitpunkt möglichst weit nach hinten setzen würde: Also erst Frühstück, dann Körperpflege inkl. Zähneputzen (da ist es sinnvoll, das Frühstück vorher zu machen) und dann eben anziehen.

  • Du bietest ihr an, dass du ihr hilfst. Wenn sie das nicht möchte, dann muss sie bis dann und dann angezogen sein. Ggf. würde ich eine Sanduhr o.ä. besorgen, dass sie einen Anhaltspunkt hat: Wenn die abgelaufen ist, dann geht es los.

Und dann geht es los. Ohne Diskussion. Dann geht sie eben so los, wie sie gerade ist. Notfalls eben im Schlafanzug. Und in dem muss sie dann auch im Kindergarten rumlaufen! (Eine kurze Erklärung an die Erzieherinnen dürfte hilfreich sein :wink:.

Wichtig ist eben: Keine Diskussion. Sie bekommt nett Alternativen aufgezeigt, kann selbst bestimmen - und muss dann halt mit den Konsequenzen leben. Ich würde dann auch etwas entspannter sein: wenn sie von den anderen Kindern gehänselt wird wg. Schlafanzug, dann ist das so. Deshalb ist hilfreich, die Erzieher einzubinden. Dann sind die richtigen Klamotten halt im Beutel und sie kann sich vorort anziehen. Aber eben nicht sofort! Sondern erst dann, wenn sie die Konsequenzen zu spüren bekommen hat. Und sollte sie sich schon daran gewöhnt haben, dann hast du halt mal die Ersatzklamotten „vergessen“… (Vielleicht mit den Erzieher absprechen, ob die nicht völlig unpassende oder „hässliche“ (in Augen deiner Tochter) Ersatzklamotten haben.

Und den Schneeanzug würde ich weglassen. Eine dicke Jacke drüber und gut ist. Im Augenblick machst du ihr das doch noch viel zu bequem. Sollte sie mal wirklich nen Schnupfen kriegen, weil es doch noch zu frisch morgens ist, geht davon die Welt nicht unter…

Ganz wichtig: den MachtKAMPF machst du dadraus. Du solltest dich dem entziehen. Versuch es mit Humor zu sehen - aber eben mit Konsequenz.

Und so lange deine Tochter dann eine Exitstrategie serviert bekommt, wo sie aussteigen kann, wenn sie wirklich mal „leidet“ (sprich: die Folgen spürt) ist alles in Butter.

LG Petra

Hallo allerseits,

vielen Dank für die vielen Antworten, ich werde jetzt nicht auf jede einzeln antworten, sondern das mal zusammenfassen.

Es geht nicht um die Kleidung an sich, sie hat da auch noch keine ausgeprägten Geaschmack, außer, dass die Hose das wichtigste ist. Und ich bestehe bestimmt nicht auf bestimmten Kleidungsstücken (außer, dass sie der Jahreszeit angemessen sind). Meine Große hat auch den Schrank voller Rosa, obwohl ich rosa hasse, aber ist ja nicht mein Schrank.

Ich lasse ihr auch immer die Wahl, wenn sie sich selbst anziehen will, kann sie das gerne tun, an kritischen Stellen helfe ich dann auch, wenn sie das möchte. Wenn sie gar nicht möchte ziehe ich sie aber auch ganz an, sie ist schließlich noch klein (im April wird sie zwei).
Sie einfach nicht in die Kita zu bringen ist keine Lösung, und sie sollte eben zum Frühstück dort sein, denn die Große möchte das gerne, und die hat schließlich auch Rechte. Wir sind kürzlich umgezogen, und die Große tut sich doch recht schwer, sie hat schon ganz schön Heimweh und durch den Kindergarten wird das deutlich besser, weil sie dort neue Freunde hat. Und da kann ich die Kleine ja nicht zu Hause lassen (von der Arbeit mal ganz abgesehen).

Das Anzieh-Problem war übrigens vorher auch schon da, nur nicht ganz so schlimm. Da bin ich dann einfach immer mit der Großen zum Jacke anziehen, und dann kam sie weinend hinterher, ihre Sachen in der Hand. Das geht nun nicht mehr, denn dazwischen ist eine Treppe.

Leider ist es auch nicht wirklich peinlich für sie im Kindergarten, denn in ihrer Gruppe sind nur sehr kleine Kinder, die gerade erst anfangen zu sprechen. Ich glaub, mit Hänseln haben die noch nicht viel im Sinn, und wenn, dann versteht es eh keiner.

Am Kindergarten kann es auch nicht liegen, denn beim Abholen geht es ja genauso, und da geht es ja nur um Jacke und Schuhe, also keine kalte Kleidung auf nackte Haut.

Belohnung habe ich auch schon versucht, ich habe ihr gesagt, wenn sie schnell genug ist, gehen wir noch den Esel füttern (war „damals“ vor zwei Wochen der Renner). War ihr aber egal, ich bin dann mit der Großen allein gegangen und habe sie hinterher wie üblich geschnappt.

Aber die Idee mit der Sanduhr ist gut. Ich werde sie dann einfach mal so ins Auto setzen, es wird ja auch langsam wärmer.

Anziehen gegen Widerstand mag man übrigens beurteilen, wie man will, es geht einfach nicht. Sie ist stark und geschickt genug, um das Anziehen zu verhindern. Schwierig wirds auch manchmal im Autositz, aber den Gurt bekommt sie wenigstens nicht wieder auf, wenn er denn endlich zu ist.

Es ist wohl einfach der pure Trotz, da bin ich vielleicht auch verwöhnt, die regelmäßigen Trotzphasen bei meiner Großen haben durchschnittlich zwei Wochen gedauert, dann konnte man die Nerven wieder regenerieren.

Auf jeden Fall vielen Dank für Eure Hilfe,

Bianca

Hallo,

ich habe auch nicht alles gelesen. Aaber ich kann sehr mit Dir (sprichwörtlich) mitfühlen.

Meine kleinste Enkelin ist auch etwa 2 Jahre alt. Das Anziehen ist bei jedem Wickeln ein Problem. Ein Fuß von der Strumpfhose glücklich angezogen - den zweiten noch nicht richtig in der Hand, schon ist der erste wieder draußen.

Bei den Armen, bei den Hosen usw.: überall das Gleiche.

Vor gut einer Woche war sie einige Tage mit ihren Geschwistern und ohne Eltern bei mir. Ich habe mir tatsächlich das linke Handgelenk beim Wickeln verstaucht.

Nein, es liegt nicht daran, dass sie bei mir war oder dass die Eltern nicht dabei waren. Sie spielt dieses „Spiel“ bei Mama, bei Papa, bei der anderen Oma, im Kindergarten und wo auch immer.

Wickeln muss ich sie bei uns auf dem Bett. Meine neueste Methode wurde (nachdem das Handgelenk schon verstaucht war), dass ich wortlos die Schultern zucke, aus dem Zimmer gehe und die Tür hinter mir schließe.

Kurze Sekunden später: Ooooooooooooommmmmaaaaaaaaaaaaaaaaaa!

Oma kommt wieder und das kleine „Strampelmonster“ ist ein süßes lammfrommes Engelchen. So als hätte sie nicht Sekunden vorher versucht mit ihren Füßchen der Oma ein Veilchen zu verpassen oder die Brust zu amputieren bzw. ein Loch in den Bauch zu stoßen.

Irgendwie habe ich den Eindruck, sie genießt unseren „Machtkampf“ und sieht ihn als interessantes Spiel. Übrigens der gleiche „Zimmer-Verlassen-Trick“ funktioniert bei meiner Schwiegertochter nicht. Dort bleibt sie weiter unanziehbar und gibt erst auf, wenn sie ihre Kräfte verlassen. Mal sehen, wie ihre Mama das Problem noch lösen kann.

Also noch viel Spaß und nimm es mit einem Schmunzeln.

Gruß
Ingrid

Hallo,

dazu fällt mir eine Geschichte ein, die vor ein Paar Monaten durch die Presse ging: Polizisten hielten eine Fahrradfahrerin an, die bei winterlichen Temperaturen ihre kleine Tochter (ich glaube auch so 2 Jahre alt) im Kindersitz hatte. Die Tochter war nackt. Ihre Begründung (sie war Juristin!): ihre Tochter wollte sich nicht anziehen lassen und sie hat ein Selbstbestimmungsrecht über ihren eigenen Körper!

Selbstbestimmung in allen Ehren (mein Kind ist ein Montessori-Kind, also selbstbestimmter geht es kaum) - aber auch ein Kind will lernen, dass es Grenzen und Regeln gibt. Wenn eine Mutter ihr schreiendes Kind anzieht ist das keine Misshandlung, sondern notwendig.

Man kann auch aus dem Anziehen ein Spiel machen, so dass es Spaß macht - dann gibt es auch keinen Zank. Da muss man selbst herausfinden wie es am besten ankommt - am Ende sollte aber das Kind angezogen das Haus verlassen.

Viele Grüße

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Hallo Bianca,

ich könnt jetzt noch einmal meinen letzten Absatz wiederholen: Humor und Konsequenz :wink:… Vielleicht noch eine Prise Fantasie :smiley:

Anziehen gegen Widerstand mag man übrigens beurteilen, wie man
will, es geht einfach nicht.

Das ist auch alles andere als sinnvoll. Mal abgesehen davon, dass man so schnell in die Schiene wirklicher „Gewalt“ kommt. Das Ganze verschlimmert nur die Situation. Sollte da mal der innere Drang entstehen… lieber mal Rumdrehen, ein paar Schritte weggehen und die Fäuste in der Tasche ballen.

Es ist wohl einfach der pure Trotz, da bin ich vielleicht auch
verwöhnt, die regelmäßigen Trotzphasen bei meiner Großen haben
durchschnittlich zwei Wochen gedauert, dann konnte man die
Nerven wieder regenerieren.

Tja. Die Trotzphasen sind leider nicht so berechenbar, wie man / Mutter das gerne hätte. Ich könnt jetzt noch meine beste Freundin knutschen für die vielen, vielen Telefonate, die wir in diesen Trotzphasen meines Nachwuchses hatten. (Umgekehrt allerdings genauso… :smiley:) Wenn Muttern am Rad gedreht ist und den kleinen Teufel mindestens an die Wand, wenn nicht wo auch immer hin hätte klatschen könnte. In ihrem tiefsten Inneren mit sadistischen Zügen konfrontiert wurde, bei denen unter Umständen Mord noch die harmloseste Option gewesen ist :wink:

Raus gehen, um den Block gehen, frische Luft schnappen, überlegen, was die auf das Wesentliche reduzierte Marschroute ist, die genannten Exitstrategien ausmachen(auch für sich selber!) und letztlich Augen zu und durch. Und eben spätestens im Interesse späterer Manöver dieser Art die Konsequenz an den Tag legen.

Und als Mantra: Es geht vorbei. Versprochen! :wink:

LG Petra

Hallo,

dazu fällt mir eine Geschichte ein, die vor ein Paar Monaten durch die Presse ging:

Ja schöne Geschichte, aber ich hab nicht gesagt, dass man ein Kind nackt auf den Fahrradsitz anschnallen soll, wenn es das Kind so will.

Viele Grüße

Mach du doch Theater :smile:
Hallo Nigella,

Pomeranze hat schon mal erwähnt: mit Humor.
In einer ähnlichen Trotzphase meines damals ähnlich alten Sohnes (schon länger her :wink: habe ich ihn immer mit Hilfe einer Handpuppe angezogen. Er hat dann auch nur noch mit der Handpuppe gesprochen und hat mich nicht angeguckt. Das war so lustig, wie ernsthaft er sich mit der Puppe unterhalten hat, dass ich oft mit Mühe das Lachen unterdrücken konnte.
Ich habe ihn immer gefragt wer im diesmal beim anziehen helfen/zugucken soll…das Krokodil, oder der Esel…oderoder…

Das hat prima geklappt, das Kind war in Nullkommanix angezogen und das hat auch mir sehr viel Spaß gemacht :smile:

Bei meinem Patenkind und deren Bruder hat das auch gefruchtet… Probiere es aus.

Gruß, alles Gute… und viel Spaß
Maja

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Willkommen im Club!

Ich habe jetzt die anderen Antworten nicht gelsen, vielleicht hast du die Tipps schon bekommen.

  • Sprich nachmittags oder abends zu Hause an, dass sie beim Anziehen ja immer so traurig ist. Das möchtest du ja nicht. Vielleicht kann sie ja sagen, warum sie das ist? Vermutlich ist sie noch zu klein dafür (sag ihr das nicht so!). Sag, dass ihr zusammen eine Lösung finden wollt, dass sie nicht mehr traurig sein muss.

  • Wenn das Kind bestimmen will, dann lass es so viel bestimmen wie möglich. Abends legt ihr zusammen die Kleidung raus, die am Morgen angezogen wird. Bei wilden Farbkombinationen drückst du ein Auge zu, bei unpassender Kleidung erklärst du deine Bedenken und suchst zusammen mit ihr nach einer besseren Lösung.

  • Vergiss nicht, abends auch darauf aufmerksam zu machen, dass ihr dann den Schneeanzug drüberzieht, … Bereite sie auf alle Schritte vor, die Probleme machen können.

  • Mir haben zwei Dinge geholfen, mit meinem Trotzkind umzugehen:
    a) Mein Mann hat mir gesagt, ich solle etwas mehr Verständnis haben, das sei ja nicht leicht, so trotzig zu sein, ich solle nur mal an die Tage denken, wenn ich meine Regel habe.
    b) Ich habe ein Gedicht über ein Kind gehört, dass mit Ignoranz und Trotz reagiert, wenn es mit zu vielen „Muss“ konfrontiert wurde. „Jetzt müssen wir gehen“, „Jetzt musst du dich anziehen“, … Das wurde dem Kind einfach zu viel. Es geht auch ohne muss, wenn man es anders angeht. „Komm, jetzt ziehen wir uns an. Soll ich dir helfen oder magst du es alleine versuchen?“ (Wobei so eine oder-Frage manchen Kindern auch schon wieder zu viel sein kann, dann auf einen Teil der Frage verzichten).

Viel Glück!