Tut und krieg

Hallo,
ich hab gleich 2 Fragen. In der Grundschule, ich kann mich noch genau erinnern, hat unsere Lehrerinn uns immer erzählt das man „tut“ und „krieg“ (im bezug auf „krieg ich ein Eis“) nicht sagt. Sie meinte dann immer: „Tuten tut die Eisenbahn“ und „krieg sagt man nicht weil krieg was schlechtes ist“

Teilweise gibt es aber für mich keine alternativen für tut. Gibts es tut wirklich nicht bzw. sollte man, wenn es existiert, es nicht benutzen? Welche Alternativen gibt es. Bei krieg ist das wieder anderst, ich finde meinstens eine Alternative, aber ich würde trotzdem gerne Wissen ob man es nicht benutzen darf bzw. sollte.

smoovn

Hallo smoovn,

schau mal hier:

http://www.wie-sagt-man-noch.de/

Da findest du art- und sinnverwandte Wörter, wenn dir die Worte fehlen! :smile:)

LG
Birgitt

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo, smoovn,

In der Grundschule, ich kann mich
noch genau erinnern, hat unsere Lehrerinn uns immer erzählt
das man „tut“ und „krieg“ (im bezug auf „krieg ich ein Eis“)
nicht sagt. Sie meinte dann immer: „Tuten tut die Eisenbahn“
und „krieg sagt man nicht weil krieg was schlechtes ist“

das ist eine - grundschulgemäß - stark vereinfachte „Regel“. Bei „tut“ dachte sie wahrscheinlich an Sätze wie Der tut mich immer ärgern bzw. die Verwendung von „tun“ als „Allerweltswort“ statt „legen“, „stellen“, „setzen“ …

Gibts es tut wirklich nicht bzw. sollte man, wenn es
existiert, es nicht benutzen?

Natürlich gibt es „tut“, und in bestimmten Wendungen/Zusammenhängen muss es sogar benutzt werden, z. B. das tut gut/weh, er tut den ganzen Tag nichts, Gutes tun, es tut mir Leid

Welche Alternativen gibt es.

Synonyme findest Du z.B. auf http://www.wie-sagt-man-noch.de/synonyme/ und http://wortschatz.uni-leipzig.de/

Gruß
Kreszenz

OT tut
Wenn ich eine Tute haben täte,
täte ich auf der Tute solange tuten,
bis die Tute nicht mehr tuten tun täte.

Don’t mess with my Toot Toot
don’t mess with my Toot Toot.
I know you have another woman
so don’t mess with my Toot Toot.

Es macht immer Tut-Tut,
ganz laut immer Tut-Tut.
Das hat die Welt noch nicht gesehn,
so’n Ding wie mein Tut-Tut!

Das war schonmal ein Guter anfang Danke euch…

jetzt habt ihr nur kreig außenvorgelssen.

jetzt habt ihr nur kreig außenvorgelssen.

„Kriegen“ im Sinne von „bekommen“ ist vor allem in der Umgangssprache gebräuchlich und kann meist durch einen treffenderen Begriff ersetzt werden (siehe die bereits verlinkten Seiten).
Es gibt aber auch feste Wendungen, die ohne „kriegen“ nicht auskommen, z. B. in den Griff kriegen, sich in die Haare kriegen, den Hals nicht voll kriegen

Gruß
Kreszenz

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Hallo smoovn,

jetzt habt ihr nur kreig außenvorgelssen.

Nur vom Gefühl her, ich empfinde die Benutzung von „kriegen“ auch als sehr häßlich, es ist wohl mehr Umgangssprache (selbst da würde ich es vermeiden) als Schriftdeutsch. Statt „Ich kriege noch drei Euro“ kann man doch ohne Probleme „Ich bekomme noch drei Euro“ sagen.
Übrigens haben mir dann sogar die ollen Gebrüder Grimm in ihrem Wörterbuch Recht gegeben, die zu dem Verb „kriegen“ folgendes bemerken:
„Es gilt heutzutage für ein niedriges, ja fast für ein pöbelwort (genaueres s. C, 5), ist aber geschichtlich eins der merkmürdigsten wörter unserer sprache, mit mehreren dunklen stellen in seiner geschichte.“
http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…
(ziemlich weit unten)

Viele Grüße
Klaus Bernstein

Hallo,

jetzt habt ihr nur kreig [krieg!!] außenvorgelssen.

„kriegen“ im Sinn von „erhalten/bekommen“ galt mal als umgangssprachlich, und das meinte sie wohl. Es hat sich aber immer mehr durchgesetzt.
„Otto tut ein Eis kriegen“ war da natürlich entsetzlich, statt „Otto bekommt ein Eis“
Die eigentliche Bedeutung von „kriegen“ ist jdn packen, erwischen, also z.B. „Na warte, dich krieg ich“, das geht nicht anders.

Woher die seltsame Angewohnheit kommt, in einen Satz der bereits ein Verb enthält auch noch „tun“ reinzupacken, das verstehe ich auch nicht. Z.B „Was tust Du heute kochen?“

Tschüss
Pit

Hallo Kreszenz,

Es gibt aber auch feste Wendungen, die ohne „kriegen“ nicht
auskommen, z. B. in den Griff kriegen, sich in die Haare
kriegen, den Hals nicht voll kriegen

Ganz leichter Einspruch. „Etwas in den Griff bekommen“, „den Hals nicht voll bekommen“ funktioniert doch auch, oder?
Wegen „sich in die Haare kriegen“ werden wir uns allerdings wirklich nicht in die Haare kriegen :wink:

Viele Grüße
Klaus Bernstein

Hallo gargas,

Woher die seltsame Angewohnheit kommt, in einen Satz der
bereits ein Verb enthält auch noch „tun“ reinzupacken, das
verstehe ich auch nicht. Z.B „Was tust Du heute kochen?“

Was wäre sächsisch ohne das Verb „tun“, oder besser gesagt „duhn“? Der Sachse könnte garnicht reden, ohne „duhn“:
„Muddie, där duhd mich eega ährchorn“ (Mutti, der ärgert mich immer)
„Währ dudn mihr ma dä Leider haldn?“ (Wer hält mir mal die Leiter?)
„Duhsde mir ma äne Marg borchen?“ (Borgst Du mir mal eine Mark?)

Wiemär siehd, gann mär das Word duhn dem Sachsen nich einfach wegnähm duhn…
oder, wer es immer noch nicht verstanden hat: Das Wort „tun“ kann man einem Sachsen nicht einfach wegnehmen…

Viele Grüße
Klaus Bernstein

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^Hej smoovn,

das erinnert mich an meine Schülerzeit: mein Vater behauptete, das Wort „kriegen“ gebe es im Deutschen nicht (dabei meinte er wohl des gepflegte, kultivierte, klassisch durchtränkte Deutsch). Nun konnte ich ihm aber mit meinem alten Freund Luther (Grüß Dich, Freund Fritz!) erwidern: „Die auf den Herren harren, kriegen neue Kraft…“

Ähnlich erging es uns mit dem Wort „schmeißen“ - auch da hatte er Vorbehalte und Einwände, aber wieder trat mir Luther zur Seite mit der Übersetzung: „Bin ich nicht wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?“

Neben allem anderen lehrt uns diese Geschichte vor allem dies: es geht nichts über ien solide Bibelkenntnis!

Gruß - Rolf

Hallo Klaus,
duht Ihr Sachsen mal reden, wie Ihr duhnt wollt. Ich duhn’s Euch nicht wegnehmen duhn - Dialekte müssen weiterleben.

Liebe Grüße
Pit

Hallo, Smoovn,

auch hier ganz unverbindlich der derzeitige Befund des Wörterbuches:

_ tun [mhd., ahd. tuon, eigtl.= setzen, stellen, legen]:
I. 1. a) eine Handlung ausführen; sich mit etw. beschäftigen: etw. ungern, gern, selbst, allein, auf eigene Verantwortung, von sich aus, unaufgefordert, freiwillig t.; so etwas tut er nicht; sie hat viel Gutes getan; sie hat genau das Richtige, Falsche getan (sich richtig, falsch verhalten); er tat, was/wie ihm befohlen; wenn du nichts [Besseres] zu t. hast, komm doch mit!; ich habe anderes, Besseres, Wichtigeres zu t., als hier herumzusitzen; sie tut nichts als meckern (ugs.; meckert ständig); ich möchte einmal gar nichts t. (faulenzen); was willst du nach dem Examen t.? (was sind deine Pläne?); ich weiß nicht, was ich t. soll (wie ich mich verhalten soll; womit ich mich beschäftigen soll); so etwas tut man nicht (gehört sich nicht); so tu doch etwas! (greife ein!; handele!); er hat sein Möglichstes, Bestes getan (sich nach Kräften bemüht); man sollte das eine t. und das andere nicht lassen (beides tun); du kannst t. und lassen, was du willst (niemand macht dir Vorschriften); tu, was du willst! (es ist mir gleichgültig, wie du handelst, dich verhältst); sie hat getan, was sie konnte (sich nach Kräften bemüht); er hat alles [Erdenkliche] getan (alle seine Möglichkeiten ausgeschöpft), um das zu verhindern; was tust du hier? (was willst du hier, warum bist du hier?); was kann ich für dich t.? (wie kann ich dir behilflich sein?); kann ich etwas für dich t.? (dir helfen?); du musst etwas für deine Gesundheit, deine Haut, für dich t. (etw. tun, was deiner Gesundheit, deiner Haut, dir gut tut); die Regierung sollte mehr für die Rentner t. (stärker in ihrem Interesse handeln); dagegen muss man etwas, kann man nichts t. (dagegen muss man, kann man nicht angehen); was wirst du mit dem Geld t.? (wie wirst du es verwenden?); du kannst damit t., was du willst (darüber frei verfügen); was tust du (hast du vor) mit dem Messer?; dafür, dass das auch in Zukunft so bleibt, müssen wir etwas t. (uns einsetzen); es hat sich so ergeben, ohne dass ich etwas dazu getan hätte (ohne mein Dazutun); sie hatte nichts Eiligeres zu t., als es weiterzuerzählen (erzählte es sofort weiter); tu langsam! (landsch.; nicht so schnell!); was t.? (was soll man in dieser Situation machen?); R man tut, was man kann (man bemüht sich nach Kräften); ich will sehen, was sich t. lässt (ich werde mein Möglichstes tun); was tut man nicht alles! (man versucht, dem anderen einen Gefallen zu tun, obgleich es einem nicht leicht fällt); Ü was tut denn die tote Fliege in meiner Suppe? (sie gehört doch hier nicht hinein!);
b) (etw. Bestimmtes) verrichten, erledigen, vollbringen: sie tut ihre Arbeit, Pflicht; ich habe noch etwas Wichtiges zu t.; es bleibt nur noch eines zu t.; wer hat das getan? (wer ist der Schuldige?); was hat sie denn getan? (sich zuschulden kommen lassen?); der Tischler hat viel zu t. (viele Aufträge); tus doch! (mach deine Drohung doch wahr!); du tust es ja doch nicht (ich glaube dir nicht, dass du es wirklich tust); nach getaner Arbeit; ich habe zu t. (muss arbeiten); ich hatte dort [geschäftlich] zu t. (war dort, um etwas [Geschäftliches] zu erledigen); Mutter hatte noch in der Küche zu t.; *mit etw. ist es [nicht] getan (etw. genügt [nicht]): mit ein paar netten Worten ist es nicht getan; es nicht unter etw. t. (ugs.; machen 1 c); es t. (ugs. verhüll.; koitieren);
c) nimmt die Aussage eines vorher im Kontext gebrauchten Verbs auf: ich riet ihr zu verschwinden, was sie auch schleunigst tat; es sollte am nächsten Tag regnen, und das tat es dann auch;
d) ausführen, machen: einen Blick aus dem Fenster, einen Sprung, einen Schritt t.; eine Äußerung, einer Sache Erwähnung t.; plötzlich tat es einen furchtbaren Knall;
e) hervor-, zustande bringen, bewirken: ein Wunder t.; (verblasst:smile: seine Wirkung t. (wirken); R was tuts? (ugs.; na und?; was solls?); was tut das schon? (ugs.; was macht das schon?); das tut nichts (das ist unerheblich, spielt keine Rolle);
f) zuteil werden lassen; zufügen, antun; in einer bestimmten Weise an jmdm. handeln: jmdm. [etw.] Gutes t.; jmdm. einen Gefallen t.; du hast dir was an der Stirn getan (dich verletzt); er hat viel an ihr getan (ugs.; hat ihr viel Gutes getan); warum hast du mir das getan (angetan)?; er tut dir nichts (fügt dir kein Leid zu); der Hund tut nichts (beißt nicht).
2. *es t. (1. ugs.; den gewünschten Zweck erfüllen; genügen, ausreichen: das billigere Papier tut es auch; Sahne wäre besser, aber Milch tut es auch; die Schuhe tun es noch einen Winter.
2. funktionieren, gehen: das Auto tuts noch einigermaßen, tuts nicht mehr so recht).
3. (landsch. ugs.) funktionieren, gehen: das Radio tut nicht [richtig].
4. (ugs.) irgendwohin bringen, befördern, setzen, stellen, legen: tu es an seinen Platz, in den Müll, in den Schrank; Salz an, in die Suppe t.; das Geld tue ich auf die Bank; den Kleinen tun wir zur Oma (geben wir in ihre Obhut); sie taten (ugs.; schickten) die Tochter aufs Gymnasium.
5. durch sein Verhalten einen bestimmten Anschein erwecken; sich geben, sich stellen: freundlich, vornehm, geheimnisvoll, überrascht t.; sie tat dümmer, als sie war; er tut [so], als ob/als wenn/wie wenn er nichts wüsste, als wüsste er nichts, als sei nichts gewesen; sie tut nur so [als ob] (sie gibt das nur vor, verstellt sich nur); tu doch nicht so! (verstell dich doch nicht so!).
6. sich ereignen; vorgehen, geschehen; im Gange sein; sich verändern: in der Politik, im Lande tut sich etwas, einiges; es tut sich immer noch nichts.
7. *es mit jmdm., etw. zu t. haben (jmdn., etw. von bestimmter Art vor sich haben): wir haben es hier mit einem gefährlichen Verbrecher, Virus zu t.; Sie scheinen nicht zu wissen, mit wem Sie es zu t. haben (als Zurechtweisung); [es] mit etw. zu t. haben (ugs.; an etw. leiden; mit etw. Schwierigkeiten haben): sie hat mit einer Grippe zu t.; er hat es mit dem Herzen zu t.; [es] mit jmdm., etw. zu t. bekommen/(ugs.:smile: kriegen (von jmdm. zur Rechenschaft gezogen werden o.Ä.): sonst kriegst du es mit mir zu t.!; mit sich [selbst] zu t. haben (persönliche Probleme haben, die einen beschäftigen); mit etw., jmdm. zu t. haben (mit etw., jmdm. umgehen, in Berührung kommen; sich mit etw., jmdm. befassen, auseinander setzen müssen): in ihrem Beruf hat sie viel mit Büchern zu t.; er hat noch nie [etwas] mit der Polizei zu t. gehabt; mit etw. zu t. haben (1. mit etw. zusammenhängen, mit etw. in [ursächlichem] Zusammenhang stehen: das hat vielleicht etwas mit dem Wetter zu t. 2. ugs.; etw. Bestimmtes darstellen, sein; als etw. Bestimmtes bezeichnet werden können: mit Kunst hat das wohl kaum etwas zu t.); mit etw. nichts zu t. haben (1. für etw. nicht zuständig, verantwortlich sein; mit etw. nicht befasst sein: mit dem Binden der Bücher haben wir nichts zu t. 2. nicht als [Mit]schuldiger für etw. [mit]verantwortlich sein: er hat mit dem Mord nichts zu t.); mit jmdm., etw. nichts zu t. haben wollen (jmdn., etw. meiden; sich aus etw. heraushalten); es ist um jmdn., etw. getan (geh.; geschehen 2); jmdm. ist [es] um jmdn., etw. zu t. (geh.; jmdm. geht es um jmdn., etw.): es ist mir um dich, deine Gesundheit zu t.

II. 1. dient zur Betonung des Vollverbs: singen tut sie gerne; (ugs.:smile: ich tu bloß noch schnell die Blumen gießen; (scherzh.:smile: t. tut keiner was.
2. (landsch.) dient zur Umschreibung des Konjunktivs: das täte (würde) mich schon interessieren.

© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001_

Ein tolles Wort, gell? Beachte auch die Unterstreichung => kriegen!

_ 2krie|gen [zu 1kriegen, ausgehend von der mhd. (md.) Präfixbildung erkrigen (gek. zu mhd. krigen)= strebend erlangen, erringen] (ugs.):

  1. a) bekommen, erhalten; mit etw. bedacht, versehen werden: ein Geschenk, eine Belohnung, einen Preis k.;
    b) jmdm. (als Äquivalent, als Bezahlung o.Ä.) zuteil werden; (etwas, worauf ein Anspruch besteht) bekommen, erhalten: Gehalt, Urlaub k.; ich kriege noch 5 Mark von dir (du schuldest mir noch 5 Mark); was kriegen Sie (verlangen Sie) für Ihre Arbeit?; er kriegt 20 Mark für die Stunde (verdient 20 Mark in der Stunde);
    c) jmdm. zugestellt, übermittelt werden: Post, einen Brief, eine Nachricht k.;
    d) (als Strafe o.Ä.) hinnehmen müssen; bekommen, erhalten: eine Ohrfeige, Schelte, Schläge k.; für den Einbruch hat er [ein Jahr] Gefängnis gekriegt (ist er mit [einem Jahr] Gefängnis bestraft worden);
    e) (an einer bestimmten Körperstelle) plötzlich von etw. getroffen werden: einen Stoß, einen Tritt k.;
    f) von etw. befallen, erfasst werden; Wut, Angst k.; einen Schrecken k.; allmählich Hunger k.; Falten, eine Glatze k. (faltig, kahlköpfig werden);
    g) sich etw. zuziehen; erleiden: eine schwere Krankheit, Fieber, einen Herzinfarkt k.;
    h) zu erwarten haben; mit etw. rechnen müssen: Besuch, Gäste k.; Ärger k.; Schnee, Regen k.;
    i) in einen bestimmten Zustand geraten: Löcher, Risse k. (löcherig, rissig werden);
    j) jmdm. erteilt werden: einen Befehl, keine Erlaubnis k.; er kriegt immer seinen Willen (seinen Wünschen wird immer nachgegeben).

  2. a) (durch eigenes Bemühen) zu etw. kommen; sich verschaffen: eine [neue] Stellung, keine Arbeit k.; er hat noch einen Platz gekriegt; keinen Anschluss, keine Verbindung beim Telefonieren k.; einen Einblick in etw., einen Eindruck von etw. k. (gewinnen, erlangen); er hat sie endlich gekriegt (für sich gewinnen können);
    b) kaufen können, (gegen Geld) erhalten: das Buch ist nicht mehr zu k.; er hat die Sachen billig gekriegt; was kriegen Sie? (was wünschen Sie, was möchten Sie haben?);
    c) hervorbringen, entstehen lassen: der Baum hat Blüten gekriegt; sie kriegt ein Kind, ein Baby (ist schwanger);
    d) zu einem bestimmten Verhalten o.Ä. bringen: er hat ihn nicht dazu gekriegt mitzugehen; er war bei dem Wetter nicht aus dem Haus zu k.;
    e) erreichen, dass jmd., etw. in einen bestimmten Zustand versetzt wird: das Fleisch weich k.; sie kriegt ihre Kinder nicht satt;
    f) erreichen, dass etw. irgendwohin gelangt: das Klavier durch die Tür k.; den Ball ins Tor, Netz k.;
    g) hinkriegen, schaffen, bewältigen: die Sache ist nicht ganz einfach, aber wir werden es schon k.;
    h) (noch zum richtigen Zeitpunkt) erreichen: die Straßenbahn noch, nicht mehr k.;
    i) jmds., einer Sache habhaft werden; fangen, fassen: den Dieb, den Flüchtigen k.

  3. a) in den Stand gesetzt werden, die Möglichkeit haben, etw. [zu seinem Nutzen] zu tun: etw. zu kaufen, zu essen, zu sehen k.;
    b) ertragen müssen: wenn er das tut, kriegt er von mir etw. zu hören (werde ich ihm die Meinung sagen).

  4. etw. geschenkt, geschickt, gesagt k.

  5. *es nicht über sich k. (sich nicht zu einer [für die eigene od. eine andere Person] unangenehmen Handlung entschließen können): ich habe es nicht über mich gekriegt, ihn abzuweisen.

© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001_

Auch das ist doch überaus beeindruckend, oder?

Und da zu verlangen, auf solche Wörter zu verzichten? Wegen unschönen Klangs? Umgangsprache?
Welch eine Vergeudung!

Das tät und tu ich niemals nicht!

Gruß Fritz

Wiemär siehd, gann mär das Word duhn dem Sachsen nich einfach
wegnähm duhn…
oder, wer es immer noch nicht verstanden hat: Das Wort „tun“
kann man einem Sachsen nicht einfach wegnehmen…

Eine andere - vielleicht nicht allgemein - sächsische Sprachmarotte lernte ich in Dresden kennen.

Den Gebrauch des Modalverbs „können“ ohne ergänzenden Infinitiv.

Das klingt dann so: „Kann ich noch eine Tasse Kaffee=“
Oder: „Kann ich noch ein Eis?“
Zu ergänzen ist da „bekommen, kriegen, haben, essen, trinken etc.“

Auch ganz hübsch, wenn mans mag! :wink:

Gruß Fritz

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Servus, Klaus,

Was wäre sächsisch ohne das Verb „tun“, oder besser gesagt
„duhn“?

und was daterten mia duan ohne das schöne Wörtchen tun? *lächel*

Auch den Wienern und Wienerinnen sollte man das tun nicht wegnehmen tun…*g*

Zum kriegen haben wir allerdings ein eher zwiespältiges Verhältnis - ein Kind, das in Wien sagt: „krieg ich noch an Lutscher“ hat zumindest einige Ferienzeit in Deutschland verbracht. Nur in der Zusammensetzung mit „hoch“ sagt auch der Wiener nicht bekommen* (scnr)

Lieben Gruß aus dem Waldviertel, jenny

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Es fehlen noch die Kölner!

„Dunn uns zwei Schabau!“ BAP Ruut-wieß-blau querjestriefte Frau

Lieben Gruß ins Waldviertel,
Fritz

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Hallo,

Es fehlen noch die Kölner!

…und wie ist es mit den Schwaben? Gehört nicht auch ihr bekanntes
„Dätsch’d mr net…“ (würdeste du mir nicht … tun?)dazu?

„Dunn uns zwei Schabau!“ BAP Ruut-wieß-blau querjestriefte
Frau

Lieben Gruß ins Waldviertel,
Fritz

Grüße rundum
Putna

Ich tus mal versuchen.
Hallo,

Woher die seltsame Angewohnheit kommt, in einen Satz der bereits ein Verb enthält auch noch „tun“ reinzupacken, das verstehe ich auch nicht. Z.B „Was tust Du heute kochen?“

„tun“ wird hier als Hilfsverb verwendet; das Verb „tun“ ist sehr leicht zu konjugieren, die eigentlichen Verben fordern oft unregelmäßige Beugung.

Das könnte weniger sprachgewandte und unsichere Sprecher dazu veranlassen, sich dieser Hilfskonstruktion zu bedienen.

Dies hat mir ausdrücklich ein afrikanischer Student bestätigt, der in auffälliger Weise „tun“ und die Modalverben in seiner gesprochenen Sprache verwendete.

Beiseite gesprochen:
Es ist ja auch hier zum Ausdruck gekommen, dass die gebldeteren bürgerlichen Väter ihren Gymnasiastensöhnen den Slang der Proletariersöhne austreiben wollten, die jene von diesen beim Fussballspielen aufschnappten und mit nach Hause brachten.

Warum aber die Karabettist Michelmeier sich auf diese Konstruktion kapriziert, ist mir unklar.

Dass er aber dadurch den Gebrauch dieser Konstruktion „gesellschaftsfähig“ macht, dürfte klar sein.

Gruß Fritz

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Servus, Kreszenz:smile:

Es gibt aber auch feste Wendungen, die ohne „kriegen“ nicht
auskommen, z. B. in den Griff kriegen, sich in die Haare
kriegen, den Hals nicht voll kriegen

Also wir Ösis „bekommen“ die Dinge durchaus in den Griff und können auch den Hals nicht voll genug „bekommen“ - nur bei den Haaren oder der Wolle bürgert sich auch bei uns das kriegen ein.

Lieben Gruß aus dem Waldviertel, jenny

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Schwäbisch
Hallo Putna,

…und wie ist es mit den Schwaben? Gehört nicht auch ihr
bekanntes
„Dätsch’d mr net…“ (würdeste du mir nicht … tun?)dazu?

im Schwäbischen ist das zusätzliche „tun“ nicht üblich.

Dätsch mr ned dein Auto leihen?
Dätsch mr ned beim Kochen helfen?

Die einzige Ausnahme, die mir grade einfällt, wäre:

Dätsch mr an Gfalle do? (einen Gefallen tun)

Gruß Gudrun