Hallo!
Ich bin zu Zeit in Frankreich im Rahmen eines Austauschsemesters. Nächste Woche ist nicht nur mein Geburtstag, sondern auch die letzte Woche meines Aufenthalts. Ich wollte die Gelegenheit nutzen um meinen französischen, polnischen, taiwanesischen und weiteren Mitstudenten die deutsche Küche etwas näher zu bringen. Daher plane ich eine kleine Abschieds-/Geburtstagsparty in meinem Appartment. Leider fehlt mir die Inspiration, was ich zu Essen anbieten könnte. Es sollte etwas einfaches sein, da ich nicht viele Utensilien, zwei Herdplatten und keinen Ofen zur Verfügung habe. Außerdem müssen die Zutaten auch hier in Frankreich erhältlich sein…
Ich hatte schon überlegt einfach eine kalte Platten mit Frikadellenspießen etc zu machen. Oder rote Grütze zu Vanilleeis. Keine dieser Ideen hat mich bis jetzt komplett überzeugt
Wenn ihr also Anregungen habt, Ideen und/oder Rezepte, würde ich mich freuen von euch zu hören!
Deutschland ist groß! Aus welcher Region kommst Du? Ich würde nach Möglichkeit dann schon etwas regionaltypisches machen. Ansonsten sollte ein Schweinebraten kein großes Beschaffungsproblem sein. Dazu vielleicht noch Sauerkraut (sollte man mindestens in der elsässer Variante bekommen).
@Wit: Ich komme aus dem Norden Nordrhein-Westfalens und befinde mich grad im Süden Frankreichs. Hatte schon mal über Pickert nachgedacht, aber dafür fehlt mir die Reibe…
@Herm: ja, das deutet mir ja auch alles sehr in Richtung kalte Platte Mit Frikadellen und Kartoffelsalat käme ich auf jeden Fall klar. Ne Suppe hab ich um ehrlich zu sein noch nie selbst gekocht, also so ganz ohne Brühwürfel ;D Also ich notier mir das mal und wenn bis Montag keine weitere Erleuchtung habe bzw Anregungen bekomme bleibt dabei.
den Braten kann man durchaus in einem Topf zubereiten, und wenn die ganze Geschichte heiß und fertig ist, kommt der Topf vom Herd, und man hat zwei Platten für Kartoffeln und Sauerkraut. Wo ist das Problem? So ein ordentlicher Braten wird nicht so schnell kalt.
BTW: Unsere Großmütter nutzten ggf. noch Kochkisten, in die das aufgekochte Essen zum Weitergaren kam. Man kann hierzu durchaus auch das Bett und ein paar dicke Decken missbrauchen, wenn man Angst hat, der Braten könnte zu schnell abkühlen.
Da wir so ähnliche Anlässe kennen: als Ergänzung zu Frikadellen und Kartoffelsalat noch Soleier oder gefüllte Eier? Obazda? (Den Franzosen ihren Camembert zu verhunzen kommt gut )
wenn’s nicht kompliziert sein soll:
Falls gewünscht zuerst eine Suppe, z.B. Maultaschen oder Leberspätzle,
wenn zu kompliziert: einfach Flädlesuppe - Du weißt schon, Pfannkuchen ausbacken und aufgerollt in Streifen schneiden, das geht schon einen Tag vorher, wenn Du sie dann in Folie und den Kühlschrank packst.
Als Hauptgericht: Kartoffelsalat (leicht vorzubereiten, kein Herd notwendig) mit wahlweise: Bratwürsten und/oder Braten und/oder Frikadellen und Soße.
Und zum Dessert: Schwarzwälder Triffle: dazu brauchst Du
selbst gebackenen oder gekauften Schoko-Biskuit, der dann in Stücke gezupft wird,
ausserdem Kirschen aus dem Glas, die mit etwas Speisestärke angedickt und mit Zucker ggf. auch mit Kirschwasser abgeschmeckt werden und
geschlagene Sahne.
Diese drei Zutaten werden in einzelne Gläser (kannst Du evtl. ausleihen) gefüllt (unten Kirschen, dann Biskuitstücke, obendrauf die Sahne). Abgeleitet von der Schwarzwälder Kirschtorte, wie Du Deinen Gästen dann ja erklären kannst.
für einen Sauerbraten dürfte es wohl die Zutaten geben. Rouladen gingen auch, man muss aber dann einen Metzger finden, der das Fleisch in die richtigen Scheiben schneidet.
Semmelknödel dazu, die lassen sich auch aus Baquette machen. Spätzle habe ich - obwohl nicht aus Schwaben - mal in Russland bei einem Gemeinschaftskochen selber vom Brett geschabt.
Eine Art Schweinebraten habe ich auch schon (in China) auf dem Herd (mit zwei Kochstellen) gemacht. War wohl eher ein Schmorbraten und da ich Filet genommen habe und nur relativ kleine Töpfe hatte, habe ich beim scharf Anbraten der Stücke sogar Feueralarm ausgelöst, da der Dampf den Rauchmelder aktiviert und die Hotel-Rezeption in Aktion gebracht hat.
Schweine- oder Rinderschmorbraten kann man wirklich sehr gut auf dem Herd machen. Dazu Semmelknödel oder Spätzle und Salat.
Wiener Schnitzel und/oder Frikadellen und zusätzlich Kartoffelsalat geht auch gut.
In Amerika habe ich mal mit selbstgemachter Sülze (mit Musik - also in Essig und Zwiebeln) bei ausgewanderten Deutschen heimatliche Gefühle geweckt.
Marinierte Heringe, wäre auch was. Bratheringe kann man auch selber machen. Selbstgemachte Fischstäbchen. Russische Eier (kennt kein Russe) für das Büfett.
Kassler mit Sauerkraut und Kartoffelpüree dürfte sämtliche
Vorurteile der Froschfresser bestätigen
Kartoffelpürée kennen die doch, haben sie es doch - wie fast alles - selbst erfunden. Ich würde es durch Kartoffelknödel ersetzen, vorzugsweise die gekochten. Zur Not gehen auch Semmelknödel.
Sauerkraut kann man m. E. Ausländern nur anbieten, wenn man will, dass sie nichts essen. Das ist schon sehr speziell. Ich habe das mal einer Peruanerin angeboten. Nach dem ersten Bissen hat sie sich geschüttelt und dankend abgelehnt.
LG
Malu
Sauerkraut kann man m. E. Ausländern nur anbieten, wenn man
will, dass sie nichts essen.
kann ich so nicht bestätigen.
Einem englischen Freund (sogar etlichen Briten) hab ich Sauerkraut vorgesetzt, schließlich sind wir die Krauts.
Die meisten haben es als gar nicht soooo schlimm empfunden.
Koreanische Kollegen fanden es sogar ganz gut, weil deren Gimschi etwas in der Art ist.
Andere Nationaliäten (Skandinavier, US-Amerikaner, Spanier, Japaner, Italiener) fanden es auch nicht so schlimm.
in F (Vororte von Paris) wollte ich schon mehrfach Frikadellen machen - es gibt kein gemischtes Hack. Wir haben den Metzger gefragt, ob er denn nicht ein Stück Schwein durch den Wolf drehen könnte und er hat gesagt, dann müsse er anschließend seine Maschine extrem gründlich reinigen.
Nun, eine unserer befreundeten Familien haben einen robot, so einen Alleszerkleinerer. Bei denen haben wir dann die Sau selbst kleingekriegt.
Nach all den Vorschlägen die Du jetzt hast empfehle ich Dir, ab morgen über die Märkte zu wandern, bei Fleischern und in Supermärkten zu schauen, was dort vorrätig ist. Dann kannst Du in Ruhe überlegen, was Du zu Deiner Feier problemlos kaufen kannst.
Sauerkraut kann man m. E. Ausländern nur anbieten, wenn man
will, dass sie nichts essen. Das ist schon sehr speziell. Ich
habe das mal einer Peruanerin angeboten. Nach dem ersten
Bissen hat sie sich geschüttelt und dankend abgelehnt.
Nachdem Sauerkraut / Choucroute im Elsaß absolut üblich ist, sollte man sich damit als Deutsche/r in Frankreich nicht verstecken müssen.
„Geschüttelt und dankend abgelehnt“ habe ich bei Franzosen mit jeder Art von Knödeln erlebt. Wobei ich der UP Semmelknödel empfohlen hätte, aber nicht für Franzosen
Wir haben den Metzger gefragt, ob er denn nicht ein Stück Schwein durch den Wolf drehen könnte und er hat gesagt, dann müsse er anschließend seine Maschine extrem gründlich reinigen.
Mit einer Mischung aus Rinderhack und Chair à Sauscisse im Verhältnis 1:1 bekommt man ganz ordentliche Fleischpflanzl hin.
Nach all den Vorschlägen die Du jetzt hast empfehle ich Dir, ab morgen über die Märkte zu wandern, bei Fleischern und in Supermärkten zu schauen, was dort vorrätig ist.
Mit etwas Glück findet man im Hypermarché auch das eine oder andere deutsche Produkt, z.B. Fertigspätzle und Sauerkraut sowieso. Wenn es vor Ort einen Monoprix oder Galeries Lafayette mit Lebensmittelabteilung gibt, würde ich an ihrer Stelle auch dort herum stöbern.