U-Bootkommandant gemaßregelt

Hallo,
ich habe nun mehrfach eine „militärische Sage“ gehört und wollte mal klären was dran ist.

Die Geschichte soll in den 80er Jahren stattgefunden haben.
Ein deutsches U-Boot soll zur Teilname an einem NATO-Manöver in das Mittelmeer entsandt worden sein.

Dort nahm es unter dem Oberbefehl des US-Trägergruppenkommandanten am Manöver teil. Dieser US-Admiral konnte aber mit dem deutschen U-Boot wohl nicht recht was anfangen und ließ es mit belanglosen Beobachtungsaufträgen in See stehen.

Nach Abschluss des Manövers bat er alle Kommandanten der beteiligten Einheiten zum Abschlussdiner auf seinen Träger. Die Schiffe liefen den gemeinsamen Liegeplatz an, erledigten die üblichen militärischen Rituale und die Chefs setzten über.

Der deutsche U-Bootkommandant, dem Missachtung und offensichtliche Geringschätzung des Admirals natürlich missfielen, wollte nun mal zeigen was, sein Boot kann und schlich sich durch die bei einem Trägerverband ja immer aktive U-Bootortung der US-Amerikaner und tauchte direkt neben dem Flugzeugträger auf.
Ob er dem Admiral dann noch unter die Nase gerieben hat, dass er seinen schönen Träger genau so gut nun hätte versenken können und all seine schönen großen Pötte, die er offensichtlich mehr liebte als das deutsche „Spielzeug-U-Boot“, ihm da nichts genützt hätten, ist unbekannt.

Der US-Admiral soll dies auf jeden Fall als boodenlose Frechheit aufgefasst haben und eine Maßregelung des des deutschen U-Bootkommandanten gefordert haben.
Diese erfolgte dann wohl in Form einer mündlichen Ermahnung, in Zukunft außerhalb von Übungen militärisches Protokoll ernster zu nehmen.

Weiss jemand ob diese Geschichte wahr ist? Vielleicht auch mit härteren Daten wie Jahr, Namen, Bootstyp?

Gruß
Werner

Sicher eine dieser vielen Geschichten : „Wir Deutschen sind doch die Besten“.

US-Amerikanische Kriegsschiffe haben einen, jedem Kapitän auf Handelsschiffen und Kommandanten auf Kriegsschiffen bekannten, Sperrgürtel um ihre eigenen Kriegsschiffe.
Wer sich dem Sperrgürtel nähert wird sofort verwarnt und auf die Gefahr für sich aufmerksam gemacht. Der Deutsche weiß das natürlich und wird sich hüten, sein Boot dieser Gefahr auszusetzen. Er kann sich nicht sicher sein, nicht erkannt zu werden. Die Amerikaner würden jedes U-Boot, welches sich unerkannt nähert, angreifen.

Mit Recht!!

mfgConrad

Noch etwas :

Hätte der deutsche Kommandant das gemacht, was Du da schreibst, wäre er sofort abgelöst worden, da nicht mehr tragbar. Solche Spielchen gefährden Boot und Mannschaft und die Amerikaner würden so etwas nicht mit sich machen lassen, ohne Konsequenzen für das deutsche Boot.

Hallo,

die Saga geisterte schon herum, als ich noch dabei war. Ich war in den Achtzigern dabei, und damals hatte die Geschichte angeblich in den frühen Siebzigern stattgefunden.
Das ist genauso wie die Saga, wir haben sowieso die besten U-Boote der Welt. Wie mir ein aktiver deutscher U-Bottfahrer mal erklären wollten (mit bezug auf einen meiner Romane), wüßte er ganz genau, dass man im Sonar bei 30 Knoten nichts mehr hört. Mein Gott, der Mann war Smut und auf einem deutschen 206-Boot. Der hat ein Sonat aus der Entfernung gesehen und dreißig Knoten, davon hat er mal gerüchteweise gehört.
Sagen wir es mal offen: Die deutschen Streitkräfte leben in einer technologischen Traumtänzerwelt.

Gruß
Peter B.

Sagen wir es mal offen: Die deutschen Streitkräfte leben in
einer technologischen Traumtänzerwelt.

Dann verlasse ich mich da lieber auf den Smut, als auf den Schriftsteller. :wink:

Fakt ist, dass es schon mehrfach Booten der 206er Klasse bei Nato-Übungen gelungen ist eine Schusslösung auf amerikanische Flugzeugträger abzugeben ohne bemerkt zu werden. Daraus resultiert wohl auch diese urban legend.
Die 206er Klasse ist technisch sicherlich nicht das non plus ultra, aber sie ist extrem klein (da als Küstenschutz U-boot konzipiert) und sehr leise.
Und die neue 212er Klasse sind tatsächlich ein Traum, wenn auch ein realgewordener. Schon alleine deswegen, weil die Kameraden nicht mehr wechselschlafen müssen, sondern jeder eine eigene Koje hat. :wink:

Gruß Andreas

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Hallo,

genau dieses hier trifft es…:smile:

Sagen wir es mal offen: Die deutschen Streitkräfte leben in
einer technologischen Traumtänzerwelt.

Fakt ist, dass es schon mehrfach Booten der 206er Klasse bei
Nato-Übungen gelungen ist eine Schusslösung auf amerikanische
Flugzeugträger abzugeben ohne bemerkt zu werden. Daraus
resultiert wohl auch diese urban legend.

Fakt ist aber auch,das so ein Flugzeugträger nicht Mutterseelen alleine
auf dem Meer rumschwimmt…:smile:
Blöderweise ist da mindestens immer auch ein U-Boot dabei…
(Von den restlichen Begleitschiffen einmal ganz zu shcweigen…)
Schließlich war der „Erzfeind“ über 50 Jahre lang die Sowjetunion,die schließlich über Atomgetriebene U-Boote verfügte.Von daher war der
Unterwasser-Schutz schon immer eine ausgeprägte Komponente bei den
US-Flugzeugträgern.

Legenden haben immer einen wahren Kern…

Fakt ist aber auch,das so ein Flugzeugträger nicht
Mutterseelen alleine auf dem Meer rumschwimmt…:smile:
Blöderweise ist da mindestens immer auch ein U-Boot dabei…
(Von den restlichen Begleitschiffen einmal ganz zu
shcweigen…)

Nein wirklich…und was willst du damit jetzt sagen? Um so eindrucksvoller, dass das mehrfach geklappt hat.
Ganz abgesehen davon agieren auch U-Boote nicht allein in Übungen, man könnte also auf die Idee kommen, dass die „Bewacher“ auch mal anderweitig zu tun haben könnten…

Schließlich war der „Erzfeind“ über 50 Jahre lang die
Sowjetunion,die schließlich über Atomgetriebene U-Boote
verfügte.

Die sich aber in völlig anderen Größenordnungen bewegen, als die 206 Klasse. :wink:

Von daher war der Unterwasser-Schutz schon immer eine ausgeprägte :Komponente bei den US-Flugzeugträgern.

Das ist er seit es Trägerverbände gibt und seit jeher gibt es in diesem Bereich keinen 100% Schutz - im Gegenteil ein Flottenverband hat es durch die eigene Lärmproduktion im Bereich U-Bootabwehr schon grundsätzlich schwerer einen Unterwassergegner auszumachen.

Gruß Andreas

Hallo,

Fakt ist aber auch,das so ein Flugzeugträger nicht
Mutterseelen alleine
auf dem Meer rumschwimmt…:smile:
Blöderweise ist da mindestens immer auch ein U-Boot dabei…
(Von den restlichen Begleitschiffen einmal ganz zu
shcweigen…)

Genau das ist dann wohl der Anlass für diese Legende.
Die deutschen U-Boote konnten sich immer mal wieder durch die tief gestaffelte Abwehr der eigenen Kräfte schleichen.

Auch die zur Deckung gegen U-Boote vorhandenen US-Jagd-U-Boote erfassten die kleinen deutschen Boote häufig nicht. Diese Fähigkeit wurde aber von den meistens ja US-amerikanischen Befehlshabern überhaupt nicht gesehen und genutzt.

Ich erinnere mich auch an das letzte große NATO-Seemanöver (ist schon ein paar Jahre her) wo dann in der Manöverauswertung einem Deutschen U-Boot eine zweimalige Schusslösung und damit die Versenkung eines Flugzeugträgers „zugesprochen“ wurde. Das stand sogar in einer Zeitungsmeldung, sollte also mehr als eine bloße moderne Legende sein.

Schließlich war der „Erzfeind“ über 50 Jahre lang die
Sowjetunion, die schließlich über Atomgetriebene U-Boote
verfügte. Von daher war der Unterwasser-Schutz schon immer eine :ausgeprägte Komponente bei den US-Flugzeugträgern.

Auch das ist wohl Teil des Problems. Wenn der Feind mächtige Atom-U-Boote hat und man selbst mit fast so mächtigen Atom-U-Booten dagegen hält, kann man wahrscheinlich nicht mehr anders als in Kategorien von Megatonnen zu denken und auch alle Abwehrmaßnahmen daraufhin auszulegen.

Gruß
Werner

Sagen wir es mal offen: Die deutschen Streitkräfte leben in
einer technologischen Traumtänzerwelt.

Dann verlasse ich mich da lieber auf den Smut, als auf den
Schriftsteller. :wink:

Na ja, aber im Gegensatz zum Smut hat der Schriftsteller 30 Knoten plus Hochleistungssonar life erlebt. Und besser kochen als der Durchschnittssmut kann ich wahrscheinlich auch :wink:
Aber mal im Ernst: Wer noch nie Wracks gesucht hat, hat weder Sonar noch Magnetometer wirklich erlebt.

Fakt ist, dass es schon mehrfach Booten der 206er Klasse bei
Nato-Übungen gelungen ist eine Schusslösung auf amerikanische
Flugzeugträger abzugeben ohne bemerkt zu werden. Daraus
resultiert wohl auch diese urban legend.

Das ist jetzt ein komplexes Thema. Grundsätzlich liegt das Geheimnis konventioneller U-Boote nicht ausschließlich in der Größe. Ein ganz starkes Plus liegt in der einfachen Tatsache, dass man einen konventionellen Antrieb einfach abstellen kann und sich somit Tot stellen kann. Ein Atom-U-Boot muss ja den Kühlkreislauf in Gang halten, was immer zu einem gewissen Mindestgeräusch führt (wegen der Pumpen).
Ebenfalls natürlich sind so große Schiffe wie Flugzeugträger in allen engeren Gewässern automatisch in der schlechteren Position, genauso wie der Sicherungsverband. Sowie so ein Verband über das Schelf kommt, haben konventionelle Boote ihre Chance. Keine große Chance, aber eine Chance. Und wie Du richtig sagst, hat das unter Manöverbedingungen mehrfach geklappt. Wie oft es nicht geklappt hat, zählt man ja bei Urban Legends nicht mit. Mit normalen Torpedos würde ich schätzen neun von zehn Versuchen gingen in die Hose. Das bedeutet 90% Chance auf Totalverlust ohne Erfolg und beinahe 100% Chance auf Totalverlust, selbst wenn man den Träger erwischt. Mit den neuen Diehl Torpedos verändert sich die Situation natürlich.
Wenn es raus in den Atlantik geht, wenn ein Atom-U-Boot von unten kommt, aus einer Tiefe, die den meisten bei der Deutschen Marine eingesetzten Aalen einfach den Garaus machen würde, sehen die Dinge ein Bisschen anders aus. Und wenn der Grund dreitausend Meter entfernt ist, und das totstellen durch Strömungen wie den Golfstrom und seine Ableger schwierig werden (einfach schweben ist ja so eine Sache), dann sind wir auf dem Spielplatz für die großen Kinder. Selbst die rund 20 Knoten eines 212 Boots reichen da nicht aus, um überhaupt erst einmal in Schußposition zu kommen. Da muss man sich dann, wie in Zweiten Weltkireg wieder auf sein Glück verlassen.

Die 206er Klasse ist technisch sicherlich nicht das non plus
ultra, aber sie ist extrem klein (da als Küstenschutz U-boot
konzipiert) und sehr leise.
Und die neue 212er Klasse sind tatsächlich ein Traum, wenn
auch ein realgewordener. Schon alleine deswegen, weil die
Kameraden nicht mehr wechselschlafen müssen, sondern jeder
eine eigene Koje hat. :wink:

Die 212 sind Klasse, auch wenn alles gilt, was ich bereits weiter oben gesagt habe. Solange die Dinger in ihrem vorgesehenen Einsatzgebiet bleiben, würden sie im Ernstfall auch einen Stich machen. Laut Geräuschprofiltabellen sind die Boote bei 6 Knoten leiser als ein Seawolf bei 20 und bei AK immerhin noch im gleichen Bereich, was die Geräuschbildung angeht. Wenn es raus geht in den Atlantik oder ins Eismeer, sind sie trotzdem zu langsam, es fehlt an Seeausdauer und, zumindest soweit ich den Spezifikationen Glauben schenken darf, an Tauchtiefe.

Gruß
Peter B.

Das Problem ist der Einsatzraum. Bei relativ flachem Wasser (segen wir mal 200m), ist das konventionelle U-Boot wenigstens gleichwertig. Im richtigen Tiefwasser ist es Katzenfutter.
Das Problem der derzeitig im Einsatz befindlichen amerikanische Überwassereinheiten ist, dass die Systeme in flacheren Gewässern immer noch Probleme mit Geräuschreflektionen haben. Das wird sich mit den DE21 ändern, aber bis dahin ist es möglich, unter optimalen Bedingungen und nahe der Küste einen Schuss anzubringen. Was die Gutschrift einer Trägerversenkung angeht, wollen wir aber mal festhalten, dass es sich dabei um einen Vorgang auf dem Papier handelt. Eine derartige Masse kriegt man mit solchen Torpedos beschädigt, aber das versenken ist eine andere Geschichte.

Gruß
Peter B.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Werner,

alles wunderschön. Aber dann weißt Du auch, wie solche Manöver ablaufen. Was mich interessieren würde wäre, wo diese „Versenkung“ stattgefunden hat.
Und was die „Unfähigkeit“ amerikanischer Befehlshaber angeht, sollten wir uns vor Augen halten, wo die amerikanischen Einheiten normalerweise operieren. Nicht gerade in Küstengewässern. Aber es ist nicht die Unfähigkeit anders als in Megatonnen zu denken, es ist einfach die mangelnde Erfahrung in den jeweiligen speziellen Gewässern. Der deutsche U-Bootkommandant kennt die Nord- und Ostsee wie seine Westentasche - er verbringt fast sein ganze Leben dort. Der amerikanische Kommandant schaut in seine Befehle und murmelt „Nordsee, nett, da war ich schon zehn Jahre nicht mehr“. Aber in der Badewanne überlegen zu sein, bedeutet ja nicht, es generall zu sein.

Gruß
Peter B.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Werner,

dazu möchte ich einmal anmerken,das viele Kommandanten von US-Flugzeugträgern selbst vorher ein U-Boot kommandiert haben und zwar nicht nur die „Großen“…

Hallo Peter,

Geräuschreflektionen haben. Das wird sich mit den DE21 ändern,
aber bis dahin ist es möglich, unter optimalen Bedingungen und
nahe der Küste einen Schuss anzubringen. Was die Gutschrift
einer Trägerversenkung angeht, wollen wir aber mal festhalten,
dass es sich dabei um einen Vorgang auf dem Papier handelt.
Eine derartige Masse kriegt man mit solchen Torpedos
beschädigt, aber das versenken ist eine andere Geschichte.

Aber wirklich nur Theoretisch…
Sobald der „Aal“ läuft,ist es mit der „Tarnung“ des U-Bootes aus…
Schlioeßlich verfügt so ein Träger über genügend „Scherzartikel“…von den Begleitschiffen und in der Luft befindlichen ASW-Einheiten mal ganz zu schweigen…:smile:

Hallo Andreas,

das muss wohl eine Krankheit im deutschen Militärwesen sein…
„Selbstüberschätzung“…*grinz*…

Ich denke da noch an einen gewissen Herrn Meier zurück…*g*…

Oder wenn ich mal unsere Personalabteilung besuche,die haben immer Bewewrbungen von Bundeswehrsoldaten…die waren alle perfekte
„Personenschützer“…*breitgrinz*…

Um hier keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen…
Alle Angehörigen der deutschen Streitkräfte haben einen sehr guten Ausbildungsstand und machen bei ihren täglichen Einsätzen einen
hervorragenden Job.

Keine große Chance, aber eine Chance. Und wie Du
richtig sagst, hat das unter Manöverbedingungen mehrfach
geklappt. Wie oft es nicht geklappt hat, zählt man ja bei
Urban Legends nicht mit. Mit normalen Torpedos würde ich
schätzen neun von zehn Versuchen gingen in die Hose. Das
bedeutet 90% Chance auf Totalverlust ohne Erfolg und beinahe
100% Chance auf Totalverlust, selbst wenn man den Träger
erwischt.

Nun, dass Krieg keine Engtanzparty unter Jungpubertierenden ist hat hier auch niemand behauptet. Das mit Verlusten zu rechnen ist, ist doch eine der wenigen Konstanten in einer kriegrischen Auseinandersetzung. Es ging ja auch eher darum herauszustellen, dass es mehrfach bei Übungen Ziellösungen auf amerikanische Träger gab und das eben nicht ins Reich der Legenden gehört.

Laut Geräuschprofiltabellen sind die
Boote bei 6 Knoten leiser als ein Seawolf bei 20 und bei AK
immerhin noch im gleichen Bereich, was die Geräuschbildung
angeht. Wenn es raus geht in den Atlantik oder ins Eismeer,
sind sie trotzdem zu langsam, es fehlt an Seeausdauer und,
zumindest soweit ich den Spezifikationen Glauben schenken
darf, an Tauchtiefe.

Mag sein, wobei all die Daten, die du da erwähnst das ist, was bewusst an die Öffentlichkeit gegeben wurde. Die genauen Spazifikationen sind ja „streng geheim“.

Gruß Andreas

Hallo Frank,

dazu möchte ich einmal anmerken,das viele Kommandanten von
US-Flugzeugträgern selbst vorher ein U-Boot kommandiert haben
und zwar nicht nur die „Großen“…

Nur haben die Amerikaner gar keine Kleinen U-Boote. Schau dir mal die Unterschiede zwischen den kleinsten US-Boote und den deutschen an.
Gruß
Werner

Hallo Peter,
ich glaube auch nicht dass die deutschen Küsten-U-Boote die Ulitmative Seekriegswaffe sind. Aber sie sind eben doch mehr als lustige Hafenwachboote.
Du setzt immer voraus, dass die deutschen U-Boote bei den Manövern in der deutschen Bucht erfolgreich waren. Soweit ich mich erinnere war das letzte Manöver aber nicht in der Deutschen Bucht, sondern im Atlantik.

Du reduzierst das ganze auch auf Größe und Tiefe. Tasächlich kommen da aber noch ein ganzer Haufen anderer Faktoren dazu.
Z. B. Grenzflächen durch Temperaturunterschied oder verschiedene Salzgehalt unter denen sich Boote „verstecken“ können und zwar kleinere leichter als Große und in tiefem Wasser auch besser als in Flachem. Ich weiss nicht wie es mit den US-Booten da aussieht (vermute aber nicht anders) aber die deutschen Boote haben dafür Aussensensoren, um solche Zonen finden zu können. Einige Deutsche Bootstypen sollen Salzbunker an Bord haben um sich solche Grenzschichten selbst schaffen zu können.

Die Boote sind außerdem z. B. mit Antisonarbeschichtungen versehen, die die Sonar-Signatur verkleinern. Ein deutsches U-Boot sieht da auf dem Sonar unter Umständen nur noch aus wie ein Fischschwarm. Das ist bei 10 mal größeren Booten einfach nicht zu leisten.

Mit einem Magnetometer wirst du bei den deutschen Booten auch nicht viel Erfolg haben. Die haben schon konstruktiv eine geringe magnetische Signatur und dazu noch eine hochentwickelte magnetische Eigenschutzanlage.

Die Strömung in offener See siehst du als Hindernis für ein erfolgreiches Anschleichen. Genauso gut kann man sich damit herantreiben lassen.

Eine Tiefe von 3000 m nutzt den großen Booten auch nichts. Selbst die darin besten Jagd-U-Boote erreichen keine 1000 m. Es steht sogar zu bezweifeln, ob die meisten großen Boote überhaupt wesentlich tiefer tauchen können als die kleinen deutschen. Soweit ich weiss gehen auch die meisten Atom-Jagd-U-Boote da nur 100 - 150 m tiefer.

Was die deutschen Torpedos dann für eine Rolle spielen bei der Frage eines erfolgreichen Angriffs auf einen US-Flugzeugträger, kann ich nicht nachvollziehen. Selbst ohne Drahtlenkung ist die Chance für ein Überwasserschiff einem modernen selbstsuchenden Torpedo zu entgehen nicht gut. Obwohl ich da keine %-Zahlen habe.

Hallo Peter,
ich glaube auch nicht dass die deutschen Küsten-U-Boote die
Ulitmative Seekriegswaffe sind. Aber sie sind eben doch mehr
als lustige Hafenwachboote.

Das habe ich auch nicht behauptet. Sie sind für einen anderen Kriegsschauplatz und für die Einsatzbedingingen genau dieses Schauplatzes konstruiert.

Du setzt immer voraus, dass die deutschen U-Boote bei den
Manövern in der deutschen Bucht erfolgreich waren. Soweit ich
mich erinnere war das letzte Manöver aber nicht in der
Deutschen Bucht, sondern im Atlantik.

Soweit ich weiß, waren die Manöver mit den deutschen Booten nicht im Atlantik. Es gab Übungen, bei denen im Mittelmeer was gemacht wurde (da gab es auch zwei oder drei Tege Beteiligung eines Trägers) und ansonsten heißt das Spiel nach wie vor Skagerrak, Kattegat, Deutsche Bucht.

Du reduzierst das ganze auch auf Größe und Tiefe.

Ich reduzierte es nicht, ich nannte Faktoren, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Tasächlich

kommen da aber noch ein ganzer Haufen anderer Faktoren dazu.
Z. B. Grenzflächen durch Temperaturunterschied oder
verschiedene Salzgehalt unter denen sich Boote „verstecken“
können und zwar kleinere leichter als Große und in tiefem
Wasser auch besser als in Flachem. Ich weiss nicht wie es mit
den US-Booten da aussieht (vermute aber nicht anders) aber die
deutschen Boote haben dafür Aussensensoren, um solche Zonen
finden zu können. Einige Deutsche Bootstypen sollen Salzbunker
an Bord haben um sich solche Grenzschichten selbst schaffen zu
können.

Lass mich mal rechnen. Bei einem Salzgehalt von 2.5% und einer Fläche des akuten Gefechtsfeldes von 400 Quadratseemeilen (also ein 20x20 sm Gebiet, das ist dann so knapp bemessen, dass das Boot fast schon dran ist) und einer Schichtdicke von nur zwei Metern ergibt das nach Adam Riese:
((20x1825)^2)*2=2664500000 t Wasser
das ergibt bei 2.5% Salzgehalt (also 25g/kg Wasser)
66612500 t Salz.
Ein U-Boot, das also im Gefechtsfeld den Salzgehalt signifikant veränder will, sollte mindests die Verdrängung des gesamten Flugzeugträgerverbandes haben, um die Salzbunker unterzubringen.

Es gibt Schichten mit unterschiedlichem Salzgehalt, diese entstehen durch Strömungen in entgegenlaufenden Richtungen bzw durch Einwirkungen von zu und Abflüssen. Für das Mittelmeer erklärt das Wiki ganz gut (obwohl ich normalerweise kein uneingeschränkter Fan von Wiki bin). In relativ flachen Gewässern, wie z.B. der Ostsee, ergibt sich ein etwas anderer Effekt, wenn, wie in diesem Fall, der Zufluss den Schwund durch Verdunstung wieder ausgleicht. Der Salzgehalt liegt nahe der Oberfläche geringfügig höher und wird unter der ersten Sprungschicht, die in weiten Teilen der Ostsee bei etwa 12m liegt mehr oder weniger konstant sein. Da es dann aber in der westlichen Ostsee sowieso nicht mehr soviel tiefer geht, ist das für das U-Boot belanglos.
Aber: Die Schichtungen im Atlantik ergeben sich in erster Linie aus den Strömungen die ihrerseits durch Temperatur entstehen. Es gibt geringfügige Unterschiede im Salzgehalt aber eben nicht als echte Schichtung sonder nur im Sinne von innerhalb und außerhalb einer Strömung. Wobei wir z.B. den Gegenstrom zum Golfstrom sowie die Loreley-Teifenströmung außer acht lassen können, da diese einfach zu tief für jedes U-Boot liegen. Also mit gezieltem Verstecken unter einer schönen dicken Salzdecke ist meistens Essig, weil da wo Du eine brauchst ist für gewöhnlich keine. Und selbst wenn, gewinnst Du dadurch nur die Minuten, bis ein Hubschrauber sein Tauchsonar unter die Schicht läßt. Die Minuten reichen einem Atom-U-Boot in voller Fahrt möglicherweise nicht um weit genug weg zu sein, aber einem konventionellen Boot reichen sie mit ziemlicher Sicherheit nicht.

Die Boote sind außerdem z. B. mit Antisonarbeschichtungen
versehen, die die Sonar-Signatur verkleinern. Ein deutsches
U-Boot sieht da auf dem Sonar unter Umständen nur noch aus wie
ein Fischschwarm. Das ist bei 10 mal größeren Booten einfach
nicht zu leisten.

Hier vermischst Du ein paar Sachen. Die Anti-Sonarbeschichtung hilft gegen AKTIVSONAR. Was jedoch meistens zum Einsatz kommt, ist Niederfrequenz-Passivsonar. Auf diesem Gebiet hat man allerdings bei der deutschen Marine etwas gespart (es gibt dafür auch logische Gründe).
Der Gegner der kleinen U-Boote ist
a.) die Überwassereinheit. Die ist für Gewöhnlich so laut, dass man sie auch mit einem ATLAS reinbekommt. Vor allem produzieren die normalen Schiffsantriebe, gleich ob Motor, Turbine, CODAG, genügend Geräusch im hörbaren Bereich um nicht auf extreme Niederfrequenzen angewiesen zu sein.
b.) andere konventionelle U-Boote.
Die laufen unter Wasser ja elektrisch bzw. mit Brennstoffzelle, was für uns keinen Unterschied macht, da bei den 212 die Zelle nur einfach die Batterie speist und wir wieder mit dem E-Bock enden. Diese Antriebe verursachen jedoch ohnehin sehr wenig Geräusch und sie sind vor allem nicht von einem Haufen durchlaufender Hilfsaggregate abhängig. D.h. in flachen Gewässern mit der ihnen inne wohnenenden Relflexionsproblematik wirst Du die Dinger auch nur dann kriegen, wenn sie aus anderen Gründen Geräusch machen, aber nicht, wenn sie einfach durch das Wasser schleichen. Passives Niederfrequenzsonar wie von den amerikanischen Booten verwendet ist also witzlos. Stattdessen wird wieder auf höheren Frequenzen gelauscht, weil die sonstige Geräuschkulisse wenig hergibt.
Wir haben es also bei den Passivsonars ebenfalls mit verschiedenen Einsatzschwerpunkten zu tun. (Das kann ich bei Bedarf ja ausführen, aber nicht hier, das wird sowieso schon zu lang).

Mit einem Magnetometer wirst du bei den deutschen Booten auch
nicht viel Erfolg haben. Die haben schon konstruktiv eine
geringe magnetische Signatur und dazu noch eine
hochentwickelte magnetische Eigenschutzanlage.

Bleiben wir mal auf dem Teppich. U-Boote aus niedermagnetischem Stahl sind seit vielen Jahren ein Standard. Das bedeutet nicht, dass sie keine Magnetfeldanomalie erzeugen, nur, dass diese nicht so stark ist. Das ist allerdings ein Problem, das umso stärker wird, je größer das Boot ist. Also betrifft es sehr stark die Atom-U-Boote, während man im Bereich der konventionellen U-Boote Magnetometer eher für den Endanlauf verwenden kann.
Die hochentwickelte magnetische Eigenschutzanlage ist ein Witz? Die ist nämlich eher dazu gedacht, nicht bei den allfälligen Minen mit Magnetzündung negativ aufzufallen, wenn man sich im Flachwasser durch ein Minenfeld schleichen will. Damit kannst Du dann zwar die Minen irritieren, aber dafür hinterläßt Du eine ortbare Anomalie die Dein Boot eher aussehen läßt wie ein versunkenes Schlachtschiff.

Die Strömung in offener See siehst du als Hindernis für ein
erfolgreiches Anschleichen. Genauso gut kann man sich damit
herantreiben lassen.

Rechnen wir also ein Bisschen:
Der Golfstrom ist mit durchschnittlich 2.5m/s eine der stärksten Strömungen der Welt. 2.5m/s entsprechen einem Strom von etwas 5 Knoten. D.h. wenn Du zu Deinen 20 Knoten (die das U-Boot beim Anschleichen aber nicht laufen kann wegen Geräuschentwicklung) nochmal die vollen 5 Knoten addierst (weil Du Glück hattest und der Strom genau in Deine Richtung fließt), dann kommst Du auf eine resultierende Geschwindigkeit von 25 Knoten. Gegenüber den rund dreißig eines Trägerverbandes.
Deine einzige Chance, in Schussposition zu kommen ist also, wenn der Kurs des Trägers „zufällig“ genau vor Deine Rohre führt. Aber dann hoffe mal, dass dann „zufällig“ nicht der Strom gegen Dich steht. Weil Du sonst plötzlich von Deinen 3-4 Knoten Schleichfahrt die 5 Knoten Strömung abziehen musst und das heißt, Du selbst bist es, der vom Ziel abtreibt.

Eine Tiefe von 3000 m nutzt den großen Booten auch nichts.
Selbst die darin besten Jagd-U-Boote erreichen keine 1000 m.
Es steht sogar zu bezweifeln, ob die meisten großen Boote
überhaupt wesentlich tiefer tauchen können als die kleinen
deutschen. Soweit ich weiss gehen auch die meisten
Atom-Jagd-U-Boote da nur 100 - 150 m tiefer.

Es geht dabei a.) um den alten Trick konventioneller U-Boote, sich auf den Grund zu legen und totzustellen. Das können Atom-U-Boote ohnehin nicht tun, weil sie ja die Hilfsaggregate laufen lassen müssen. In flachen Gewässern also sicher ein taktischer Vorteil der kleinen Boote. In tiefen Gewässern unmöglich.
b.) Atom-U-Boote können tiefer tauchen. Die amerikanischen Los-Angeles-Boote sind offiziell bis 800 Fuss, etwa 300m angegeben. Tatsächlich können sie etwas tiefer, aber nicht Wesentlich. Das ist im Augenblick der Typ mit der geringsten Tauchtiefe, den die Amerikaner im Einsatz haben. Seawolfs gehen bis 500m, Virginias etwa 450. Die meisten russischen Atom-U-Boote gehen erheblich tiefer und wenn 2010 das erste Granay-Boot kommt, machen die offensichtlich nochmal einen Sprung.
Das die großen Boote meistens nicht tiefer als 100-150m tauchen, hat einen anderen Grund. Erinnere Dich an die Sache mit der Verdunstung. Wo ist der Salzgehalt höher? Da, wo das Wasser verschwindet? Oder nochmal 100m tiefer? Oder vielleicht nochmal 100m mehr? Es bedeutet nicht, dass sie nicht tiefer können, es bedeutet, sie bleiben etwa in dem Bereich, in dem Temperatur und Salzgehalt dem Passivsonar am Bekömlichsten ist.

Was die deutschen Torpedos dann für eine Rolle spielen bei der
Frage eines erfolgreichen Angriffs auf einen
US-Flugzeugträger, kann ich nicht nachvollziehen. Selbst ohne
Drahtlenkung ist die Chance für ein Überwasserschiff einem
modernen selbstsuchenden Torpedo zu entgehen nicht gut. Obwohl
ich da keine %-Zahlen habe.

Es geht hier wiederum um verschiedene Überlegungen:
a.) die Deutsche Marine verwendet DM2A4 „seehecht“. Dieser Torpedo besticht zwar, verglichen mit Mk48.ADCAP über eine größere Reichweite (jedenfalls bei hoher Torpedogeschwindigkeit), ist aber um fünf Knoten langsamer. Und er ist nicht gerade leise. Ein Kriegsschiff in voller Fahrt (abgesehen von der Eurofregatte, die nicht mal 30kn schafft) kann bei 35 kn eine Menge Ausweichmanöver fahren wenn der Torpedo gerade mal 15kn schneller ist und über eine weite Strecke anläuft. Diese Manöver müssen erst erkannt werden, es muss nachgesteuert werden, die Chancen sinken. Der Mk.48 ist ein zielsuchender Torpedo, der außerdem 5 kn schneller ist.
b.) Das ganze Szenario verändert sich mit dem dem Diehl-Raketen-Torpedo, auch als Superkavitationstorpedo bekannt. Denn der läuft mit 200+ kn. Da ist ein Ausweichmanöver sowieso Illusion. Aber an dem Ding wird ja noch fleißig gebastelt.
c.) Es ergibt sich auch die Frage nach der Einschlagwirkung. Der Seehecht trägt 225Kg PBX, der Mk.48 292Kg HE (im Grunde fast das gleiche Zeug, mit etwas unterschiedlichen Mischungsverhältnissen). Der Diehl-Torpedo und sein russisches Gegenstück Schkwal VA-111 liegen beide bei nur ungefähr 210Kg Traglast, wwas das russische Modell aber notfalls durch einen kleinen Nukleargefechtskopf ausgleichen kann.
Wenn die US Navy bereits Zweifel hegt, dass die Einschlagwirkung zweier schwererer Mk.48 in ein großes Atom-U-Boot der Typhoon-Klasse ausreichend ist um das Boot zu versenken, was bringt dann die deutsche Marine auf die Idee, zwei leichtere Seehechte können einen Träger, der nicht nur erheblich größer ist, sondern als Überwasserschiff auch nicht von den Druckproblemen eines U-Bootes geplagt wird, versenken? Was? Bereits im zweiten Weltkrieg überstanden Träger, wenn auch erheblich beschädigt Kamikazeangriffe, und da schlug über eine Tonne Sprengstoff auf einmal ein.

Gruß
Peter B.

Hallo Peter,
ich danke Dir, dass du dir soviel Mühe gegeben und Zeit genommen hast. Ich muss morgen oder eigentlich heute nicht früh raus, da versuche mich mal zu revanchieren. :wink:

Ich scheine da eines deiner Steckenpferde gesattelt zu haben.

Vielleicht täusche ich mich auch, aber ich habe den Eindruck Du täuscht dich hier und da doch ein wenig.

Einige Deutsche Bootstypen sollen Salzbunker
an Bord haben um sich solche Grenzschichten selbst schaffen zu
können.

Lass mich mal rechnen. Bei einem Salzgehalt von 2.5% …
66612500 t Salz.
Ein U-Boot, das also im Gefechtsfeld den Salzgehalt
signifikant veränder will, sollte mindests die Verdrängung des
gesamten Flugzeugträgerverbandes haben, um die Salzbunker
unterzubringen.

Lustige Überlegung. Ich vermute mal, das hast du des Effektes wegen mal so angenommen. Dem U-Boot, das sich seinen Jägern entziehen will, reicht aber schon ein um wenige Zehntel% veränderter Salzgehalte im Umkreis von ein paar dutzend Metern aus, damit das aktive Sonar sie nicht mehr sieht. Auch die Großen Meeresströmungen und die klassischen Sprungschichten - von denen es ja nicht so viele gibt - braucht ein kleines Boote mit der entsprechend streuenden Beschichtung anscheinend nicht. Dem reicht schon ein kleiner Temperaturunterschied.

Hier vermischst Du ein paar Sachen. Die Anti-Sonarbeschichtung
hilft gegen AKTIVSONAR.

Da vermische ich nichts, sondern genau das hab ich gemeint, denn mit dem Passivsonar kriegst du die Boote ja mindestens genauso schlecht.
Hier ging es ja nicht darum, was die Boote an Sonar einsetzen, sondern, darum, dass die Boote schlecht zu finden sind. Und das sind sie.

Bleiben wir mal auf dem Teppich. U-Boote aus
niedermagnetischem Stahl sind seit vielen Jahren ein Standard.
Das bedeutet nicht, dass sie keine Magnetfeldanomalie
erzeugen, nur, dass diese nicht so stark ist. Das ist
allerdings ein Problem, das umso stärker wird, je größer das
Boot ist. Also betrifft es sehr stark die Atom-U-Boote,
während man im Bereich der konventionellen U-Boote
Magnetometer eher für den Endanlauf verwenden kann.

Und wo widerspricht das nun meiner Annahme, dass die winzigen deutschen U-Boote mit Magnetometern nicht zu kriegen sind? (eher im Gegensatz zu den 10 bis 20 mal so großen US-Booten)

Die hochentwickelte magnetische Eigenschutzanlage ist ein
Witz? Die ist nämlich eher dazu gedacht, nicht bei den
allfälligen Minen mit Magnetzündung negativ aufzufallen, wenn
man sich im Flachwasser durch ein Minenfeld schleichen will.

Und du meinst eine Anlage die auf 20 m einem Minenzünder vormachen kann das Boot sei nicht da, könne dies auf die 20 bis 30 fache Entfernung nicht mehr? Ich meine mich zu erinnern, dass Feldeffekte im Kubik nachlassen.

Damit kannst Du dann zwar die Minen irritieren, aber dafür
hinterläßt Du eine ortbare Anomalie die Dein Boot eher
aussehen läßt wie ein versunkenes Schlachtschiff.

Ich denke Minenzünder zu Irritieren, wäre eine ganz blöde Idee. Die modernen MES-Anlagen (zumindest auf den deutschen Booten) neutralisieren die magnetische Signatur nicht mehr nur in der Vertikalen wie die 2. WK Modelle, sondern in allen Ebenen.

Genauso gut kann man sich damit
herantreiben lassen.


Deine einzige Chance, in Schussposition zu kommen ist also,
wenn der Kurs des Trägers „zufällig“ genau vor Deine Rohre
führt.

Also ich stelle mir einen U-Bootangriff nicht wie ein Wettrennen oder eine Schnellbootattacke vor. Die U-Boote haben schon immer schnellere Schiffe gejagt. Selbst die meisten Frachter im 2. WK waren schneller als die U-Boote, zumindest wenn dies getaucht waren. Einem guten U-Bootkommandanten laufen dabei die Ziele nicht nur zufällig vor die Rohre.

… Soweit ich weiss gehen auch die meisten
Atom-Jagd-U-Boote da nur 100 - 150 m tiefer.


Das die großen Boote meistens nicht tiefer als 100-150m
tauchen, hat einen anderen Grund. Erinnere Dich an die Sache
mit der Verdunstung. Wo ist der Salzgehalt höher? Da, wo das
Wasser verschwindet? Oder nochmal 100m tiefer? Oder vielleicht
nochmal 100m mehr? Es bedeutet nicht, dass sie nicht tiefer
können, es bedeutet, sie bleiben etwa in dem Bereich, in dem
Temperatur und Salzgehalt dem Passivsonar am Bekömlichsten
ist.

Da hast du mich missverstanden. Ich meinte die deutschen Boote können auch fast so tief tauchen, wie die meisten Atom-Uboote. Sofern es denn Sinn macht. Die Tauchtiefe der Klasse 212 wird offiziell mit 300 m angegeben. Inoffiziell spricht man von mindestens 700 m. Die 206er Boote hatten - aus dem Kopf - offiziell nur 200 m Einsatztauchtiefe, da kannst du dir dann selbst einen Reim drauf machen.

[Der DM 2 A4] Und er ist nicht gerade leise.

Ich hab ihn noch nicht gehört, aber in der Literatur wird er als extrem leise bezeichnet.

Ein Kriegsschiff in voller
Fahrt (abgesehen von der Eurofregatte, die nicht mal 30kn
schafft) kann bei 35 kn eine Menge Ausweichmanöver fahren

Wir sprachen aber von Flugzeugträgern (die nebenbei bemerkt auch nicht immer und überall mit 35 kn unterwegs sind), die fahren aber sicher keinen engen Slalom. Bei einem Distanzschuss, wenn der Torpedo noch 10 sm weg ist (und bemerkt wurde) brächte sowas nicht viel und in den letzten Minuten - wo es was bringen könnte - dreht ein 100.000 t Pötchen auch keine verwirrenden Priouetten mehr.

der Torpedo gerade mal 15kn schneller ist …

Welcher Depp schießt aber einen Torpedo seinem Ziel hinterher? Die optimale Schussposition ist querab voraus. Damit läuft das Schiff sogar noch auf den Torpedo zu, so dass sich die Reaktionszeit verkürzt.

und über eine weite Strecke anläuft.

Und wer sich geschickt herangepirsch hat schießt dann eben nur aus 2 sm Entfernung. Was dem Admiral dann gerad mal gute 2 Minuten Zeit lässt noch mal über seine Sünden nachzudenken.

Diese Manöver müssen erst erkannt werden, es
muss nachgesteuert werden, die Chancen sinken.

Das stimmt. Die Chancen bleiben aber hoch. Zumindest gegen ein so schwer zu überhörenden Ziel wie einen Flugzeugträger.

Der Mk.48 ist
ein zielsuchender Torpedo, der außerdem 5 kn schneller ist.

Ähh, der DM 2 A ist auch zielsuchend, sowohl passiv als auch aktiv zu haben. Sogar beides auf einmal.

b.) Das ganze Szenario verändert sich mit dem dem
Diehl-Raketen-Torpedo, auch als Superkavitationstorpedo
bekannt. Denn der läuft mit 200+ kn. Da ist ein
Ausweichmanöver sowieso Illusion. Aber an dem Ding wird ja
noch fleißig gebastelt.

Man merkt dir einige Technikbegeisterung an. Wenn er soweit ist, ist der Superkavitationstorpedo sicher fürchterlich und wohl auch fürchterlich teuer.

c.) Es ergibt sich auch die Frage nach der Einschlagwirkung.
Der Seehecht trägt 225Kg PBX, der Mk.48 292Kg HE (im Grunde
fast das gleiche Zeug, mit etwas unterschiedlichen
Mischungsverhältnissen). Der Diehl-Torpedo und sein russisches
Gegenstück Schkwal VA-111 liegen beide bei nur ungefähr 210Kg
Traglast, wwas das russische Modell aber notfalls durch einen
kleinen Nukleargefechtskopf ausgleichen kann.
Wenn die US Navy bereits Zweifel hegt, dass die
Einschlagwirkung zweier schwererer Mk.48 in ein großes
Atom-U-Boot der Typhoon-Klasse ausreichend ist um das Boot zu
versenken,

Wenn du dir die Konstruktion der Typhoon-Klasse ansiehst wirst du aber auch bemerken, dass die in besonderer Weise konzipiert sind und vor allem haben die einen Außenpanzer, von dem ein Flugzeugträger träumt. Der hat nämlich überhaupt keinen.

was bringt dann die deutsche Marine auf die Idee,
zwei leichtere Seehechte können einen Träger, der nicht nur
erheblich größer ist, sondern als Überwasserschiff auch nicht
von den Druckproblemen eines U-Bootes geplagt wird, versenken?

Darum schießt man auf einen Flugzeugträger auch keine zwei Torpedos, sondern am Besten alle die man hat, also bei der Klasse 212 sechs Stück oder doch fast alle.

Was? Bereits im zweiten Weltkrieg überstanden Träger, wenn
auch erheblich beschädigt Kamikazeangriffe, und da schlug über
eine Tonne Sprengstoff auf einmal ein.

Jetzt vergleichst du aber Äpfel und Birnen, oder besser Kopfsalat mit Kokosnüssen.
Eine Bombe oder von mir aus Kamikaze zerstört die Aufbauten eines Schiffe. Die werden aber zum Schwimmen nicht benötigt. Um das Schiff zu versenken musst du dich dabei durch die gesamte Struktur des Schiffes bis zum Boden durchsprengen. Ein Großteil der Explosionswirkung verpufft dabei in der Luft. In der „weichen“ Luft nimmt die Explosionswirkung rapide ab. Manchmal haben die internen Munitionsbunker die Sprengung für den Angreifer erledigt, oder Brände waren nicht unter Kontrolle zu bringen, aber wenn du dir die Verluste von Großkampfschiffen ansiehst, wurden die überwiegend durch Torpedos versenkt. Davon fressen die unter Umständen auch ein halbes Dutzend oder mehr bei Aufschlagzündung. Die modernen Torpedos detonieren aber mit Abstand unter dem Kiel eines Schiffes und brechen ihm buchstäblich das Rückrad. Zum einen weil die Druckwelle sich im praktisch nicht komprimierbaren Wasser unvermindert auf das Schiff überträgt und zum Anderen, weil danach das Schiff durch die Gasblase unter seinem Rumpf dort kurzzeitig den Auftrieb verliert.
Die modernen Träger haben darum spezielle doppelte Böden, die dies aushalten sollen. Fragt sich nur wie oft.

Moderne Torpedos sollen dagegen wiederum auf Naheinschläge programmierbar sein, indem sie in der Tiefe anlaufen und dann schräg nach oben in den Boden des Zieles einschlagen.
Aber selbst wenn der Träger nicht sinkt, ist er mit 4-6 Löchern im Boden für sehr lange Zeit aus dem Geschäft.

Gruß
Werner