Hallo Peter,
ich danke Dir, dass du dir soviel Mühe gegeben und Zeit genommen hast. Ich muss morgen oder eigentlich heute nicht früh raus, da versuche mich mal zu revanchieren. 
Ich scheine da eines deiner Steckenpferde gesattelt zu haben.
Vielleicht täusche ich mich auch, aber ich habe den Eindruck Du täuscht dich hier und da doch ein wenig.
Einige Deutsche Bootstypen sollen Salzbunker
an Bord haben um sich solche Grenzschichten selbst schaffen zu
können.
Lass mich mal rechnen. Bei einem Salzgehalt von 2.5% …
66612500 t Salz.
Ein U-Boot, das also im Gefechtsfeld den Salzgehalt
signifikant veränder will, sollte mindests die Verdrängung des
gesamten Flugzeugträgerverbandes haben, um die Salzbunker
unterzubringen.
Lustige Überlegung. Ich vermute mal, das hast du des Effektes wegen mal so angenommen. Dem U-Boot, das sich seinen Jägern entziehen will, reicht aber schon ein um wenige Zehntel% veränderter Salzgehalte im Umkreis von ein paar dutzend Metern aus, damit das aktive Sonar sie nicht mehr sieht. Auch die Großen Meeresströmungen und die klassischen Sprungschichten - von denen es ja nicht so viele gibt - braucht ein kleines Boote mit der entsprechend streuenden Beschichtung anscheinend nicht. Dem reicht schon ein kleiner Temperaturunterschied.
Hier vermischst Du ein paar Sachen. Die Anti-Sonarbeschichtung
hilft gegen AKTIVSONAR.
Da vermische ich nichts, sondern genau das hab ich gemeint, denn mit dem Passivsonar kriegst du die Boote ja mindestens genauso schlecht.
Hier ging es ja nicht darum, was die Boote an Sonar einsetzen, sondern, darum, dass die Boote schlecht zu finden sind. Und das sind sie.
Bleiben wir mal auf dem Teppich. U-Boote aus
niedermagnetischem Stahl sind seit vielen Jahren ein Standard.
Das bedeutet nicht, dass sie keine Magnetfeldanomalie
erzeugen, nur, dass diese nicht so stark ist. Das ist
allerdings ein Problem, das umso stärker wird, je größer das
Boot ist. Also betrifft es sehr stark die Atom-U-Boote,
während man im Bereich der konventionellen U-Boote
Magnetometer eher für den Endanlauf verwenden kann.
Und wo widerspricht das nun meiner Annahme, dass die winzigen deutschen U-Boote mit Magnetometern nicht zu kriegen sind? (eher im Gegensatz zu den 10 bis 20 mal so großen US-Booten)
Die hochentwickelte magnetische Eigenschutzanlage ist ein
Witz? Die ist nämlich eher dazu gedacht, nicht bei den
allfälligen Minen mit Magnetzündung negativ aufzufallen, wenn
man sich im Flachwasser durch ein Minenfeld schleichen will.
Und du meinst eine Anlage die auf 20 m einem Minenzünder vormachen kann das Boot sei nicht da, könne dies auf die 20 bis 30 fache Entfernung nicht mehr? Ich meine mich zu erinnern, dass Feldeffekte im Kubik nachlassen.
Damit kannst Du dann zwar die Minen irritieren, aber dafür
hinterläßt Du eine ortbare Anomalie die Dein Boot eher
aussehen läßt wie ein versunkenes Schlachtschiff.
Ich denke Minenzünder zu Irritieren, wäre eine ganz blöde Idee. Die modernen MES-Anlagen (zumindest auf den deutschen Booten) neutralisieren die magnetische Signatur nicht mehr nur in der Vertikalen wie die 2. WK Modelle, sondern in allen Ebenen.
Genauso gut kann man sich damit
herantreiben lassen.
…
Deine einzige Chance, in Schussposition zu kommen ist also,
wenn der Kurs des Trägers „zufällig“ genau vor Deine Rohre
führt.
Also ich stelle mir einen U-Bootangriff nicht wie ein Wettrennen oder eine Schnellbootattacke vor. Die U-Boote haben schon immer schnellere Schiffe gejagt. Selbst die meisten Frachter im 2. WK waren schneller als die U-Boote, zumindest wenn dies getaucht waren. Einem guten U-Bootkommandanten laufen dabei die Ziele nicht nur zufällig vor die Rohre.
… Soweit ich weiss gehen auch die meisten
Atom-Jagd-U-Boote da nur 100 - 150 m tiefer.
…
Das die großen Boote meistens nicht tiefer als 100-150m
tauchen, hat einen anderen Grund. Erinnere Dich an die Sache
mit der Verdunstung. Wo ist der Salzgehalt höher? Da, wo das
Wasser verschwindet? Oder nochmal 100m tiefer? Oder vielleicht
nochmal 100m mehr? Es bedeutet nicht, dass sie nicht tiefer
können, es bedeutet, sie bleiben etwa in dem Bereich, in dem
Temperatur und Salzgehalt dem Passivsonar am Bekömlichsten
ist.
Da hast du mich missverstanden. Ich meinte die deutschen Boote können auch fast so tief tauchen, wie die meisten Atom-Uboote. Sofern es denn Sinn macht. Die Tauchtiefe der Klasse 212 wird offiziell mit 300 m angegeben. Inoffiziell spricht man von mindestens 700 m. Die 206er Boote hatten - aus dem Kopf - offiziell nur 200 m Einsatztauchtiefe, da kannst du dir dann selbst einen Reim drauf machen.
[Der DM 2 A4] Und er ist nicht gerade leise.
Ich hab ihn noch nicht gehört, aber in der Literatur wird er als extrem leise bezeichnet.
Ein Kriegsschiff in voller
Fahrt (abgesehen von der Eurofregatte, die nicht mal 30kn
schafft) kann bei 35 kn eine Menge Ausweichmanöver fahren
Wir sprachen aber von Flugzeugträgern (die nebenbei bemerkt auch nicht immer und überall mit 35 kn unterwegs sind), die fahren aber sicher keinen engen Slalom. Bei einem Distanzschuss, wenn der Torpedo noch 10 sm weg ist (und bemerkt wurde) brächte sowas nicht viel und in den letzten Minuten - wo es was bringen könnte - dreht ein 100.000 t Pötchen auch keine verwirrenden Priouetten mehr.
der Torpedo gerade mal 15kn schneller ist …
Welcher Depp schießt aber einen Torpedo seinem Ziel hinterher? Die optimale Schussposition ist querab voraus. Damit läuft das Schiff sogar noch auf den Torpedo zu, so dass sich die Reaktionszeit verkürzt.
und über eine weite Strecke anläuft.
Und wer sich geschickt herangepirsch hat schießt dann eben nur aus 2 sm Entfernung. Was dem Admiral dann gerad mal gute 2 Minuten Zeit lässt noch mal über seine Sünden nachzudenken.
Diese Manöver müssen erst erkannt werden, es
muss nachgesteuert werden, die Chancen sinken.
Das stimmt. Die Chancen bleiben aber hoch. Zumindest gegen ein so schwer zu überhörenden Ziel wie einen Flugzeugträger.
Der Mk.48 ist
ein zielsuchender Torpedo, der außerdem 5 kn schneller ist.
Ähh, der DM 2 A ist auch zielsuchend, sowohl passiv als auch aktiv zu haben. Sogar beides auf einmal.
b.) Das ganze Szenario verändert sich mit dem dem
Diehl-Raketen-Torpedo, auch als Superkavitationstorpedo
bekannt. Denn der läuft mit 200+ kn. Da ist ein
Ausweichmanöver sowieso Illusion. Aber an dem Ding wird ja
noch fleißig gebastelt.
Man merkt dir einige Technikbegeisterung an. Wenn er soweit ist, ist der Superkavitationstorpedo sicher fürchterlich und wohl auch fürchterlich teuer.
c.) Es ergibt sich auch die Frage nach der Einschlagwirkung.
Der Seehecht trägt 225Kg PBX, der Mk.48 292Kg HE (im Grunde
fast das gleiche Zeug, mit etwas unterschiedlichen
Mischungsverhältnissen). Der Diehl-Torpedo und sein russisches
Gegenstück Schkwal VA-111 liegen beide bei nur ungefähr 210Kg
Traglast, wwas das russische Modell aber notfalls durch einen
kleinen Nukleargefechtskopf ausgleichen kann.
Wenn die US Navy bereits Zweifel hegt, dass die
Einschlagwirkung zweier schwererer Mk.48 in ein großes
Atom-U-Boot der Typhoon-Klasse ausreichend ist um das Boot zu
versenken,
Wenn du dir die Konstruktion der Typhoon-Klasse ansiehst wirst du aber auch bemerken, dass die in besonderer Weise konzipiert sind und vor allem haben die einen Außenpanzer, von dem ein Flugzeugträger träumt. Der hat nämlich überhaupt keinen.
was bringt dann die deutsche Marine auf die Idee,
zwei leichtere Seehechte können einen Träger, der nicht nur
erheblich größer ist, sondern als Überwasserschiff auch nicht
von den Druckproblemen eines U-Bootes geplagt wird, versenken?
Darum schießt man auf einen Flugzeugträger auch keine zwei Torpedos, sondern am Besten alle die man hat, also bei der Klasse 212 sechs Stück oder doch fast alle.
Was? Bereits im zweiten Weltkrieg überstanden Träger, wenn
auch erheblich beschädigt Kamikazeangriffe, und da schlug über
eine Tonne Sprengstoff auf einmal ein.
Jetzt vergleichst du aber Äpfel und Birnen, oder besser Kopfsalat mit Kokosnüssen.
Eine Bombe oder von mir aus Kamikaze zerstört die Aufbauten eines Schiffe. Die werden aber zum Schwimmen nicht benötigt. Um das Schiff zu versenken musst du dich dabei durch die gesamte Struktur des Schiffes bis zum Boden durchsprengen. Ein Großteil der Explosionswirkung verpufft dabei in der Luft. In der „weichen“ Luft nimmt die Explosionswirkung rapide ab. Manchmal haben die internen Munitionsbunker die Sprengung für den Angreifer erledigt, oder Brände waren nicht unter Kontrolle zu bringen, aber wenn du dir die Verluste von Großkampfschiffen ansiehst, wurden die überwiegend durch Torpedos versenkt. Davon fressen die unter Umständen auch ein halbes Dutzend oder mehr bei Aufschlagzündung. Die modernen Torpedos detonieren aber mit Abstand unter dem Kiel eines Schiffes und brechen ihm buchstäblich das Rückrad. Zum einen weil die Druckwelle sich im praktisch nicht komprimierbaren Wasser unvermindert auf das Schiff überträgt und zum Anderen, weil danach das Schiff durch die Gasblase unter seinem Rumpf dort kurzzeitig den Auftrieb verliert.
Die modernen Träger haben darum spezielle doppelte Böden, die dies aushalten sollen. Fragt sich nur wie oft.
Moderne Torpedos sollen dagegen wiederum auf Naheinschläge programmierbar sein, indem sie in der Tiefe anlaufen und dann schräg nach oben in den Boden des Zieles einschlagen.
Aber selbst wenn der Träger nicht sinkt, ist er mit 4-6 Löchern im Boden für sehr lange Zeit aus dem Geschäft.
Gruß
Werner