Der Blick nach Großbritannien (princess) oder Frankreich (princesse) oder Italien (principessa) oder Spanien (princesa) zeigt, dass allein die Endung ess/esse/es(s)a die Weiblichkeit hinreichend ausdrückt, wie es auch bei vielen anderen Begriffen ist.
Ich glaube nicht, daß der Begriff Tautologie hier richtig ist.
Ich würde es einfach Redundanz nennen.
Ein bisschen schwierig zu beurteilen, da die Begriffe oft lustig durcheinander gehen und der mir vorliegende DUDEN auch keine echte Hilfe ist. Bei Redundanz gibt es gleich gar kein Beispiel, vor allem wahrscheinlich, weil diese oft in längeren Texten auftritt. Zu Pleonasmus (überflüssiger Zusatz) und Tautologie (Fügung, die einen Sachverhalt doppelt wiedergibt) gibt es nur Beispiele, bei denen ein zweites Wort und nicht eine zweite Endung für die Doppelung sorgt. Wahrscheinlich ist die Linguistik eindeutig, denn Prinzessin ist sicher nicht das einzige Beispiel, und es würde mich auch der korrekte Begriff interessieren, aber verstanden haben wir einander ja.
Meines Wissens nach kommt die Redundanz aus der Informationsverarbeitung,
eine Sicherheit, damit bei der Übertragung von Information auch bei Verlusten
während der Übertragund die zu übertragende Information komplett beim Ziel ankommt.
zB wenn ich weiß, die Hälfte der Information geht am Weg verloren, so muß ich
alles doppelt sagen (grob gesagt).
In der Schule (Höhere Techn. Lehr- und Versuchsanstalt, Abteilung Nachrichtentechnik) haben wir ein schönes Wort ge-/erfunden:
Redundanzmaximierung: möglichst wenig Inhalt mit möglichst vielen Worten wiedergeben.
Tautologie, Pleonasmus, Redundanz und Abundanz
Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawudh al Gossarah begründet seine abundande Redeweise so:
Da die Leute sowieso nur die Hälfte von dem glauben, was sie hören, musst du mindestens das Doppelte erzählen. Wenn du also willst, dass die Leute glauben, dass du 32 Zähne hast, mustt du sagen, dass du 64 Zähne im Mund hast!
Frau Ministerin, Frau Doktorin, Frau Lehrerin etc.
alle überdefiniert!
Dann wäre übrigens „Herr Abgeordneter“, „Herr Lehrer“ oder „Herr Doktor“ auch überdefiniert! Da sowohl z.B. Doktor als auch Herr eindeutig männlich sind.
Aber nein, nicht wirklich, weil es sich um Anreden handelt. Man schreibt nun mal nicht „sehr geehrte Ministerin“ sondern eben „sehr geehrte Frau Ministerin“, genauso, wie man auch „Frau Müller“ oder auch „Frau Meier“ schreibt.
Man passt ja auch alle Adjektive dem Nomen an, warum dann nicht auch die Anrede?!
es heißt ja auch „Frau Doktor“, kurz für „Frau Doktor Müller“. Der Begriff „Doktorin“, den kenn ich nur, wenn in dritter Person über eine Ärztin gesprochen wird („die Doktorin hat gesagt…“).
Gruß
Yoyi
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Dann wäre übrigens „Herr Abgeordneter“, „Herr Lehrer“ oder
„Herr Doktor“ auch überdefiniert! Da sowohl z.B. Doktor als
auch Herr eindeutig männlich sind.
das aber erst, seit einige MenschInnen auf den Gedanken kamen, daß „Student“ alleine diskriminierend ist und es „StudentInnen“ oder „Studierende“ heißen „muß“. „Minister“, „Lehrer“, „Arzt“ usw. sind Berufs- und nicht Geschlechtsbezeichnungen.
Dann wäre übrigens „Herr Abgeordneter“, „Herr Lehrer“ oder
„Herr Doktor“ auch überdefiniert! Da sowohl z.B. Doktor als
auch Herr eindeutig männlich sind.
das aber erst, seit einige MenschInnen auf den Gedanken kamen,
daß „Student“ alleine diskriminierend ist und es
„StudentInnen“ oder „Studierende“ heißen „muß“. „Minister“,
„Lehrer“, „Arzt“ usw. sind Berufs- und nicht
Geschlechtsbezeichnungen.
Nun ja, da es derzeit nur zwei Geschlechter gibt, können die drei genannten ja gar keine sein .
Es handelt sich sicher um Berufsbezeichnung und um keine Geschlechtsbezeichnungen (habe ich auch nie behauptet, dass z.B. Lehrer oder Lehrerin ein eigenes Geschlecht im biologischen Sinne ist). Nur gehört z.B. Lehrer zu einem männlichen Träger, wenn man es grammatikalisch ganz genau nimmt. Und nichts anderes habe ich beheuptet.
Außerdem geht es um die vermeintliche Redundanz von „Frau + [Berufsbezeichnung eines weiblichen Trägers]“, der ich die vermeintliche Redundanz von „Herr + [Berufsbezeichnung eines männlichen Trägers]“ entgehen gesetzt habe - mit dem Hinweis, das die [Berufsbezeichnung eines männlichen Trägers] und das Wort „Herr“ auch beide auf einen Mann schließen lassen.
Nur gehört z.B. Lehrer zu einem männlichen Träger, wenn man es grammatikalisch
ganz genau nimmt. Und nichts anderes habe ich beheuptet.
Nicht unbedingt. In „einer Gruppe von Schülern“ können auch Mädchen dabei stehen, da mit „Schüler“ zunächst einmal nur „die Schule besuchende Menschen, welchen Geschlechts auch immer“ gemeint ist. „Lehrer“ oder „Arzt“ wird auch als neutrale Form gebraucht, wenn man nicht präzisieren kann oder will, um welches Geschlecht es sich gehandelt hat. Dass hierbei unpraktisch ist, dass die männliche Form mit dieser Neutralform identisch ist, gebe ich gerne zu. Wenn Du ins Französische blickst, wirst Du ein ähnliches Prinzip vorfinden: Eine Gruppe von Tänzerinnen, „un groupe de danseuses“, wird grammatikalisch zu einer Gruppe von Tänzern, „un groupe de danseurs“, sobald auch nur ein tanzender Mann hinzutritt – auch wenn es einer unter tausenden ist. Es ist mir klar, dass es vielen Frauen nicht gefällt, dass die männliche auch gleichzeitig die allgemeine Form ist, aber das ist der Preis für jahrhundertelange Männerdominanz.
Außerdem geht es um die vermeintliche Redundanz von „Frau +
[Berufsbezeichnung eines weiblichen Trägers]“, der ich die
vermeintliche Redundanz von „Herr + [Berufsbezeichnung eines
männlichen Trägers]“ entgehen gesetzt habe
Die Formen „Herr Doktor“ und „Frau Minister“ sind meines Erachtens nicht überdefiniert, da sind wir uns hoffentlich einig. Doktor und Minister sind neutrale Berufsbezeichnungen, Herr und Frau geben neben einer inzwischen nicht mehr so bedeutsamen Ehrenbezeugung das Geschlecht an. Dass die Frau Minister – Relikt aus Zeiten, in denen man meinte, dass Frau so ein Amt ohnehin nicht selbst ausfüllen könnte – oft nur als Gattin des Ministers verstanden wird, sehe ich ebenfalls so. Wer sich als Frau mit der von Fritz genannten Variante „Frau Lehrerin“ wohler fühlt, möge sich so nennen.
Außerdem geht es um die vermeintliche Redundanz von „Frau +
[Berufsbezeichnung eines weiblichen Trägers]“, der ich die
vermeintliche Redundanz von „Herr + [Berufsbezeichnung eines
männlichen Trägers]“ entgehen gesetzt habe - mit dem Hinweis,
das die [Berufsbezeichnung eines männlichen Trägers] und das
Wort „Herr“ auch beide auf einen Mann schließen lassen.
Du untestellst weiterhin, daß es einen weiblichen Lehrer nicht geben kann. Das ist aus sprachlicher Sicht schlichtweg falsch. Lehrer ist zunächst ein Gattungsbegriff, in dem wiederum männliche Lehrer und weibliche Lehrer (vulgo Lehrerin) enthalten sind.
Ähnliches gilt für Katze. Unter diesem Gattungsbegriff versteht man weibliche Katzen und mänliche Katzen, für die sich vor langer Zeit noch der Begriff Kater eingebürgert hat. Inzwischen gibt es noch den bescheuerten Begriff Kätzin. Auf den Aufruf „schau mal dahinten, eine Katze“ wird kaum jemand antworten „oder vielleicht doch ein Kater?“. Bei Menschen ist der Unterschied meist deutlicher aus größerer Entfernung zu erkennen, aber das hat mit der sprachlichen Komponente nichts zu tun.
Der sprachliche Irrsinn „liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen“ ist an falscher political correctness kaum noch zu überbieten, außer eben durch den Ausdruck „liebe Menschen und Menschinnen“ oder die Berufsbezeichnung für einen Bürgermeister (hier geschlechtsneutral) irgendwo in Nordostdeutschland, für den zumindest Mitte der 90er die Anrede „Bürgermeisterin“ galt, auch wenn es ein Mann war.
Witzig finde ich dabei, daß sich wirklich selbstbewußte Frauen um solche Dinge keine Gedanken machen und die „BürgermeisterIn“ nebst ihren Verwandten wie StudentIn oder FahrerIn als unnütze Spinnerei abtun.
Fazit: Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre und keine Zigarrin.