Prost, Gemeinde.
Nachdem ich nun schon fast 30 Jahre in der Autobranche zugange bin, mache ich mir so einige Gedanken - auch wegen der wieder aktuell anstehenden Benzinpreisdiskussion, aber nicht nur.
Ein paar dieser Überlegungen stelle ich mal zur Diskussion.
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Die heutigen Fahrzeuge sind potentiell wesentlich verbrauchsgünstiger als vor zwanzig oder auch vor zehn Jahren. Viel Sparpotential wird aber verschenkt, weil die Autos gleichzeitig größer, schwerer und leistungsfähiger sind. Außerdem sind inzwischen Mehrausstattungen wie Klima und Servuslenkung, Fensterheber etc.pp. Standard, die das Gewicht zusätzlich erhöhen. Sicherheitsdinge betrachte ich mal als notwendig, obwohl auch da Dinge zum Hinterfragen dabei sind.
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Dass die Masse der Neufahrzeuge so gestrickt ist, liegt nicht (nur) an der bösen Industrie, sondern wesentlich an der werten Kundschaft, die eben diese Dinge einfordert und sie, getreu den Marktgesetzen, auch bekommt.
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Jetzt wird aktuell ein Marktpotential für „Billigautos“ entdeckt, das durchaus auch Hochpreisanbieter für sich nutzen wollen. Dabei kommen dann Fahrzeuge heraus wie der VW Fox zu relativ erschwinglichen Preisen, aber mit eigentlich nicht konkurrenzfähiger Technik. Man schaue sich zu diesem Behuf die Bremswege an, die in diversen Tests ermittelt wurden …
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In Rumänien oder Gottweißwostan zusammengedengelte Billigfahrzeuge werden - wegen der nicht vorhandenen Gadgets in erster Linie - schief angeschaut.
Bei den technischen Möglichkeiten im Jetzt (viel dünnere Bleche als früher, entsprechend leichterer Rahmen, Direkteinspritzung, Common-Rail …) müsste es doch möglich sein, ein Fahrzeug - und zwar mit Erfolg - zu vermarkten, das, ohne auf den fahrsicherheitstechnischen Stand von Anno Tobak zurückzufallen,
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vielleicht 700 kg wiegt;
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als Benziner 5 und als Diesel 4 Liter verbraucht;
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vier oder fünf Personen ausreichend - nicht reichlich! - Platz bietet;
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selbst, wenn es in einem Hochlohnland produziert wird, deutlich unter 8000 Euronen zu haben sein müsste;
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ein Fortbewegungsmittel für die „breite Masse“ sein könnte;
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hinsichtlich der Rentabilität der Produktion - bei der gegenwärtigen Produktivität - dennoch vernünftige Ertragsaussichten bietet.
Obwohl Hinz und Kunz mindestens ein Auto besitzt und der Markt als gesättigt gilt, liegt doch derzeit ein großes Potential schon allein deswegen vor, weil der Fahrzeugbestand gnadenlos überaltert ist. Außerdem hat die Masse nachweislich weniger Kaufkraft und wäre schon allein deswegen interessant als Zielgruppe für ein derartiges Fahrzeug. Entwicklungstechnisch wäre ein solches Auto auch nicht mit den exorbitanten Kosten einer vollständigen Neuentwicklung belastet … es ginge ja im wesentlichen darum, bereits entwickelte und erprobte Technik einzusetzen, nur eben nicht so viel davon. Was also hindert die Marktstrategen, etwa folgendes Auto anzubieten :
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Länge um die 3,50 m;
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Gewicht zwischen 600 und 700 kg;
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Motorleistung um die 60 PS;
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Fenster zum Leiern, Lenkung ohne Servus (aber auch keine Breitschlappen, damit auch ein Weichei noch parken kann);
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Klimaanlage Fehlanzeige, aber natürlich vernünftige Lüftung/Gebläse;
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Dämmstoff : so viel wie nötig;
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moderne Sicherheitstechnik, aber Verzicht auf „Gürtel und Hosenträger“?
Freue mich auf eine hisbsche Diskussion.
Gruß kw

