Überlegungen zum Pkw-Markt

Prost, Gemeinde.

Nachdem ich nun schon fast 30 Jahre in der Autobranche zugange bin, mache ich mir so einige Gedanken - auch wegen der wieder aktuell anstehenden Benzinpreisdiskussion, aber nicht nur.

Ein paar dieser Überlegungen stelle ich mal zur Diskussion.

  • Die heutigen Fahrzeuge sind potentiell wesentlich verbrauchsgünstiger als vor zwanzig oder auch vor zehn Jahren. Viel Sparpotential wird aber verschenkt, weil die Autos gleichzeitig größer, schwerer und leistungsfähiger sind. Außerdem sind inzwischen Mehrausstattungen wie Klima und Servuslenkung, Fensterheber etc.pp. Standard, die das Gewicht zusätzlich erhöhen. Sicherheitsdinge betrachte ich mal als notwendig, obwohl auch da Dinge zum Hinterfragen dabei sind.

  • Dass die Masse der Neufahrzeuge so gestrickt ist, liegt nicht (nur) an der bösen Industrie, sondern wesentlich an der werten Kundschaft, die eben diese Dinge einfordert und sie, getreu den Marktgesetzen, auch bekommt.

  • Jetzt wird aktuell ein Marktpotential für „Billigautos“ entdeckt, das durchaus auch Hochpreisanbieter für sich nutzen wollen. Dabei kommen dann Fahrzeuge heraus wie der VW Fox zu relativ erschwinglichen Preisen, aber mit eigentlich nicht konkurrenzfähiger Technik. Man schaue sich zu diesem Behuf die Bremswege an, die in diversen Tests ermittelt wurden …

  • In Rumänien oder Gottweißwostan zusammengedengelte Billigfahrzeuge werden - wegen der nicht vorhandenen Gadgets in erster Linie - schief angeschaut.

Bei den technischen Möglichkeiten im Jetzt (viel dünnere Bleche als früher, entsprechend leichterer Rahmen, Direkteinspritzung, Common-Rail …) müsste es doch möglich sein, ein Fahrzeug - und zwar mit Erfolg - zu vermarkten, das, ohne auf den fahrsicherheitstechnischen Stand von Anno Tobak zurückzufallen,

  • vielleicht 700 kg wiegt;

  • als Benziner 5 und als Diesel 4 Liter verbraucht;

  • vier oder fünf Personen ausreichend - nicht reichlich! - Platz bietet;

  • selbst, wenn es in einem Hochlohnland produziert wird, deutlich unter 8000 Euronen zu haben sein müsste;

  • ein Fortbewegungsmittel für die „breite Masse“ sein könnte;

  • hinsichtlich der Rentabilität der Produktion - bei der gegenwärtigen Produktivität - dennoch vernünftige Ertragsaussichten bietet.

Obwohl Hinz und Kunz mindestens ein Auto besitzt und der Markt als gesättigt gilt, liegt doch derzeit ein großes Potential schon allein deswegen vor, weil der Fahrzeugbestand gnadenlos überaltert ist. Außerdem hat die Masse nachweislich weniger Kaufkraft und wäre schon allein deswegen interessant als Zielgruppe für ein derartiges Fahrzeug. Entwicklungstechnisch wäre ein solches Auto auch nicht mit den exorbitanten Kosten einer vollständigen Neuentwicklung belastet … es ginge ja im wesentlichen darum, bereits entwickelte und erprobte Technik einzusetzen, nur eben nicht so viel davon. Was also hindert die Marktstrategen, etwa folgendes Auto anzubieten :

  • Länge um die 3,50 m;

  • Gewicht zwischen 600 und 700 kg;

  • Motorleistung um die 60 PS;

  • Fenster zum Leiern, Lenkung ohne Servus (aber auch keine Breitschlappen, damit auch ein Weichei noch parken kann);

  • Klimaanlage Fehlanzeige, aber natürlich vernünftige Lüftung/Gebläse;

  • Dämmstoff : so viel wie nötig;

  • moderne Sicherheitstechnik, aber Verzicht auf „Gürtel und Hosenträger“?

Freue mich auf eine hisbsche Diskussion.

Gruß kw

ohne auf den fahrsicherheitstechnischen Stand
von Anno Tobak zurückzufallen,

Lenkung ohne Servus

Servo hat für mich ganz deutlich was mit Fahrsicherheit zu tun!
Genauso wie die Klimaamlage im Sommer. Wer wegen der Hitze mehr mit dem Schweiß kämpft, wird wohl kaum aufmerksam fahren.

Hollahi.

Servo hat für mich ganz deutlich was mit Fahrsicherheit zu tun!

Hm … das lasse ich da gelten, wo - wegen des Fahrzeuggewichts oder der breiten Schlappen - das Lenken extremen Kraftaufwand erfordert. Allerdings greift eine gute Servolenkung im normalen Fahrbetrieb nicht so stark ein (das Gegentum lässt sich bei typischen Amischlitten beobachten, die sich zwar notfalls von einer Maus (einer richtigen, nicht der mit dem Kabel) lenken lassen, bei normaler Fahrgeschwindizität aber fast keinen Fahrbahnkontakt mehr spüren lassen. Beim Rangieren hinwiederum ist ein wenig Kraftaufwand (ich spreche nicht von King-Kong-Aufgaben, wie einem Maybach oder so) nicht schädlich, sondern nur ungewohnt und am Anfang unbequem. Also - da sehe ich den Sicherheitseffekt nicht. Außerdem soll ein Ausfall der Servolenkung bei höheren Geschwindigkeiten auch nicht sehr angenehm sein.

Genauso wie die Klimaamlage im Sommer. Wer wegen der Hitze
mehr mit dem Schweiß kämpft, wird wohl kaum aufmerksam fahren.

Jetzt bin ich mal provokant und sage : wer vom Schwitzen so beeinträchtigt wird, dass er nicht mehr sicher fahren kann, ist in Bus und Bahn besser aufgehoben.

Wohlgemerkt : Dass Servo, Fenster elekrisch, Klimaanlage und alle möglichen Gimmicks wünschenswert sind, bestreite ich nicht. Ich habe den ganzen Schnickschnack auch an meiner Karre. Aber was braucht man wirklich? „Man“ ist hier derdiedas AutomobilistInUm, wo im Regelfalle nicht Tausende von Kilometern schrubbt, sondern den Weg von und zur Arbeit, Besorgungen und gelegentlich längere Fahrten mit dem Auto erledigt. Also : der Vertriebler mit 50000 km im Jahr (der auch nicht aussehen will wie eine gebadete Maus, wenn er beim Kunden ist) ist nicht gemeint. Der gehört aber auch nicht zu meinem fiktiven Kundenkreis für ein Einfachauto.

Gruß kw

Hi ho,

meinereiner träumt immer noch davon wie es wäre, wenn ich meinen uralten einser Golf GTI mit einem modernen Motor wieder hätte. Also die 112 PS, aber eben mit einem Motor der viel weniger schluckt. Auf den ganzen Sicherheitsschnickschnack kann ich getrost verzichten, Klima bräuchte ich nicht unbedingt, elektrische Fensterheber und Co brauch ich auch nicht.
Also einfach die 800 Kilo Karre mit neuem Motor, das wäre mein Ding…

Aber leider denkt wohl keiner der Autobauer an sowas.

Grüsse,

Herb

Hi,

es ist sicher schwierig „die Wahrheit“ zu entdecken weil erstens jeder Hersteller anders „funktioniert“ und zum anderen niemand einen wirklichen Einblick hat was in den Vorstandsetagen abläuft.

Ich sehe es wie Du daß es für ein Auto, wie Du es beschreibst, einen Markt gäbe. Warum bauen es die Hersteller nicht?

IMHO hat es damit zu tun daß sich Industrieunternehmen nicht primär damit beschäftigen ein faktisch sinnvolles Auto zu bauen, sondern es wird zu einem sehr großen Teil produziert um ein gewisses Image zu transportieren.
Seitens des Herstellers das Image, neueste, modernste, beste Technologie zu präsentieren - höher, schneller, weiter. Und die Kunden - jedenfalls die, die heute noch Geld für einen Neuwagenkauf haben - kaufen auch nicht nur ein Auto, sondern ein Image. Auch die möchten gerne beim nächsten Auto eine „Steigerung“ zum Vorgängermodell erleben, möchten sich einer besser designten, luxuriöseren, technisch ausgefeilteren Umgebung hingeben können und möchten gerne durch den Kauf bestimmter Fabrikate eine bestimmte Lebenseinstellung oder einen Status präsentieren.

Da wird also nicht unbedingt das produziert was die Leute wirklich brauchen, sondern man bietet ihnen das an, wovon man glaubt daß es irgendwelche Bedürfnisse nach Geltung und Status befriedigt. Wozu bräuchten sonst Leute einen Geländewagen, vor allem wer würde sich einen der Luxus-Geländewagen von Mercedes, BMW, Audi, oder gar den Porsche Cayenne kaufen? Ich glaube daß 99% dieser Fahrzeuge niemals wirklich abseits einer befestigten Straße gefahren sind… Wer braucht einen Wagen mit mehr als 200 PS, wer braucht sportliche Ausstattungen, wenn er kein Rallyefahrer ist und mit dem Auto nur im Stau steht?

Welcher Käufer ist mit der Qualität der Autos heute wirklich zufrieden? Ständig Ausfälle der Elektronik, eine Stoßstange heißt nur noch pro forma so, in Wirklichkeit ist das ein reines Designelement, dessen Beschädigung einen Schaden von ein paar tausend TEUR bedeutet. Ob die Käufer das wirklich wollen? Ich denke eher nicht.

Die Käufer können aber nur das auswählen was ihnen die Hersteller bieten. Und wer das entsprechende Kleingeld hat kauft sich dann eben ein Auto, was vielleicht 3 Nummern zu groß und umfangreich ausstaffiert ist, aber all die kleinen Eitelkeiten und Wünsche befriedigt, die man gar nicht hätte wenn man sie nicht vor die Nase gesetzt und angeboten bekommen würde.

Da findet ein „Wettrüsten“ statt, angefeuert von relativ wenigen Neuwagenkäugern und angeheizt vom MArkt, von den Konkurrenten: wenn 5 Anbieter so agieren kann Anbieter 6 schlecht sagen „da mach ich nicht mit, hier bekommt ihr nur Brot-und-Butter-Autos“. Vor allem geht es auch deswegen nicht weil Neuwagenkäufer IMHO zunehmend Leute sind, die es sich auch schlicht und einfach leisten können ihr Auto zu einem guten Teil nach dem Image anstatt dem praktischen Nutzwert auszuwählen.

Wer kann denn heute noch, wie vor Jahren, ein Auto vom Gesparten kaufen? Soviel Geld haben nur wirklich Besserverdienende, und selbst diejenigen, die Bonität für einen Bankkredit haben können so ganz schlecht nicht dran sein. Die Leute können sich allesamt den großen Wertverlust eines Neuwagens leisten und wer dafür genügend Geld hat, der kann es sich auch leisten ein Modell unter Image-Gesichtspunkten auszuwählen.

Nicht zu vergessen Firmen- und Vertreter-Fahrzeuge - aber auch die werden stark unter Image-Gesichtspunkten ausgewählt und über irgendwelche Abschreibungs-Leasing-Was weiß ich was-Konstruktionen finanziert, also ebenfalls nicht bar aus der Firmenkasse bezahlt und allein unter praktischen Gesichtspunkten ausgesucht.

Die wirklich preiswerten Fahrzeuge, also Dacia Logan, VW Fox usw. werden von den Herstellern deswegen angeboten weil sie einfach merken daß „die Masse“ der Bevölkerung sich ein größenmäßig adäquates Auto nicht mehr leisten kann und es sich auch nicht leisten kann irgendwelchen teuren Luxus an Bord zu haben - die Leute wollen einfach ein bezahlbares, gutes Auto. Das bekommt man aber nur wenn man auf dem 2. Markt einen Gebrauchten ersteht oder die einfacheren Autos kauft, die jetzt zunehmend auf dem Markt erscheinen.

Nun wirbt jeder Hersteller aber mit seinen technischen Errungenschaften und dem technologischen Fortschritt. Da paßt es nicht gut ins Bild wenn man die Verkaufsräume demnächst mit Billigautos zustellt. Dementsprechend werden die preiswerten Autos hinten in die Ecke gestellt oder gleich nicht als Renault, sondern Dacia verkauft - die Leute könnten ja meinen daß man nix anderes zu bieten hat als vernünftige, langweilige Autos zur rein praktischen Nutzung.

Gruß,

MecFleih

Prost, Gemeinde.

Nachdem ich nun schon fast 30 Jahre in der Autobranche zugange
bin, mache ich mir so einige Gedanken - auch wegen der wieder
aktuell anstehenden Benzinpreisdiskussion, aber nicht nur.

genau ! - denn das ist die falsche baustelle.
warum ?
lies mal die neue AMS zum Thema Verkäufer und Neuwagen.
die machen die stimmung. mindestens zu einem grossen teil
oder wie ist es sonst zu erklären das ein FORD-Händler (!) expandiert und zweistellige zuwachsraten vorweisen kann ?
da haben die verkäufer zuviel bild gelesen und sich selbst aus dem verkehr gezogen.
t.

Ein paar dieser Überlegungen stelle ich mal zur Diskussion.

  • Die heutigen Fahrzeuge sind potentiell

wesentlich verbrauchsgünstiger als vor zwanzig oder
auch vor zehn Jahren. Viel Sparpotential wird aber verschenkt,
weil die Autos gleichzeitig größer, schwerer und
leistungsfähiger sind. Außerdem sind inzwischen
Mehrausstattungen wie Klima und Servuslenkung, Fensterheber
etc.pp. Standard, die das Gewicht zusätzlich erhöhen.
Sicherheitsdinge betrachte ich mal als notwendig, obwohl auch
da Dinge zum Hinterfragen dabei sind.

  • Dass die Masse

der Neufahrzeuge so gestrickt ist, liegt nicht (nur) an der
bösen Industrie, sondern wesentlich an der werten Kundschaft,
die eben diese Dinge einfordert und sie, getreu den
Marktgesetzen, auch bekommt.

  • Jetzt wird aktuell ein

Marktpotential für „Billigautos“ entdeckt, das durchaus auch
Hochpreisanbieter für sich nutzen wollen. Dabei kommen dann
Fahrzeuge heraus wie der VW Fox zu relativ erschwinglichen
Preisen, aber mit eigentlich nicht konkurrenzfähiger Technik.
Man schaue sich zu diesem Behuf die Bremswege an, die in
diversen Tests ermittelt wurden …

  • In Rumänien oder

Gottweißwostan zusammengedengelte Billigfahrzeuge werden -
wegen der nicht vorhandenen Gadgets in erster Linie - schief
angeschaut.

Bei den technischen Möglichkeiten im

Jetzt (viel dünnere Bleche als früher, entsprechend leichterer
Rahmen, Direkteinspritzung, Common-Rail …) müsste es doch
möglich sein, ein Fahrzeug - und zwar mit Erfolg - zu
vermarkten, das, ohne auf den fahrsicherheitstechnischen Stand
von Anno Tobak zurückzufallen,

  • vielleicht 700 kg

wiegt;

  • als Benziner 5 und als Diesel 4 Liter

verbraucht;

  • vier oder fünf Personen ausreichend -

nicht reichlich! - Platz bietet;

  • selbst, wenn es in

einem Hochlohnland produziert wird, deutlich unter 8000
Euronen zu haben sein müsste;

  • ein Fortbewegungsmittel

für die „breite Masse“ sein könnte;

  • hinsichtlich der

Rentabilität der Produktion - bei der gegenwärtigen
Produktivität - dennoch vernünftige Ertragsaussichten
bietet.

Obwohl Hinz und Kunz mindestens ein Auto

besitzt und der Markt als gesättigt gilt, liegt doch derzeit
ein großes Potential schon allein deswegen vor, weil der
Fahrzeugbestand gnadenlos überaltert ist. Außerdem hat die
Masse nachweislich weniger Kaufkraft und wäre schon allein
deswegen interessant als Zielgruppe für ein derartiges
Fahrzeug. Entwicklungstechnisch wäre ein solches Auto auch
nicht mit den exorbitanten Kosten einer vollständigen
Neuentwicklung belastet … es ginge ja im wesentlichen darum,
bereits entwickelte und erprobte Technik einzusetzen, nur eben
nicht so viel davon. Was also hindert die Marktstrategen, etwa
folgendes Auto anzubieten :

  • Länge um die 3,50

m;

  • Gewicht zwischen 600 und 700

kg;

  • Motorleistung um die 60 PS;

  • Fenster zum

Leiern, Lenkung ohne Servus (aber auch keine Breitschlappen,
damit auch ein Weichei noch parken kann);

  • Klimaanlage

Fehlanzeige, aber natürlich vernünftige
Lüftung/Gebläse;

  • Dämmstoff : so viel wie

nötig;

  • moderne Sicherheitstechnik, aber Verzicht auf

„Gürtel und Hosenträger“?

Freue mich auf eine hisbsche Diskussion.

Gruß kw

Hallöchen,

Genauso wie die Klimaamlage im Sommer. Wer wegen der Hitze
mehr mit dem Schweiß kämpft, wird wohl kaum aufmerksam fahren.

Jetzt bin ich mal provokant und sage : wer vom Schwitzen so
beeinträchtigt wird, dass er nicht mehr sicher fahren kann,
ist in Bus und Bahn besser aufgehoben.

es gibt Untersuchungen, die besagen, daß die Leistungsfähigkeit des Menschen signifikant sinkt, wenn die Umgebungstemperatur steigt (ab 25 Grad, wenn ich mich recht entsinne). Das führt beim Führer eines KfZ dann zu einer höheren Unfallwahrscheinlichkeit und bei geistig arbeitenden Menschen zu Matsch im Kopf. Nicht umsonst ist die Einkommensteuererklärung bis Ende Mai abzugeben. Wäre der Termin im Hochsommer, wär man im Finanzamt wahrscheinlich schon froh, wenn der Steuerpflichtling seinen Namen ins richtige schriebe.

Gruß,
Christian

Hallo,

Auf den ganzen Sicherheitsschnickschnack
kann ich getrost verzichten,

da freut sich dann der Fahrer eines Fahrzeugs mit Bremsassistent und ABS am Stauende, wenn ihm der Hintermann ungebremst in den Kofferraum semmelt.

Gruß,
Christian

Hi,

es ist sicher schwierig „die Wahrheit“ zu entdecken weil
erstens jeder Hersteller anders „funktioniert“ und zum anderen
niemand einen wirklichen Einblick hat was in den
Vorstandsetagen abläuft.

es gibt mindestens 4 autos in dieser kategorie.
alle um die 8.000,00 €
und manchmal sogar noch günstiger.
da verstehe ich die diskussion hier wirklich nicht.
das problem der absatzschwäche steht in der neuesten AMS.
vielleicht nur zum teil - dann aber zum grossen
t.

Ich sehe es wie Du daß es für ein Auto, wie Du es beschreibst,
einen Markt gäbe. Warum bauen es die Hersteller nicht?

IMHO hat es damit zu tun daß sich Industrieunternehmen nicht
primär damit beschäftigen ein faktisch sinnvolles Auto zu
bauen, sondern es wird zu einem sehr großen Teil produziert um
ein gewisses Image zu transportieren.
Seitens des Herstellers das Image, neueste, modernste, beste
Technologie zu präsentieren - höher, schneller, weiter. Und
die Kunden - jedenfalls die, die heute noch Geld für einen
Neuwagenkauf haben - kaufen auch nicht nur ein Auto, sondern
ein Image. Auch die möchten gerne beim nächsten Auto eine
„Steigerung“ zum Vorgängermodell erleben, möchten sich einer
besser designten, luxuriöseren, technisch ausgefeilteren
Umgebung hingeben können und möchten gerne durch den Kauf
bestimmter Fabrikate eine bestimmte Lebenseinstellung oder
einen Status präsentieren.

Da wird also nicht unbedingt das produziert was die Leute
wirklich brauchen, sondern man bietet ihnen das an, wovon man
glaubt daß es irgendwelche Bedürfnisse nach Geltung und Status
befriedigt. Wozu bräuchten sonst Leute einen Geländewagen, vor
allem wer würde sich einen der Luxus-Geländewagen von
Mercedes, BMW, Audi, oder gar den Porsche Cayenne kaufen? Ich
glaube daß 99% dieser Fahrzeuge niemals wirklich abseits einer
befestigten Straße gefahren sind… Wer braucht einen Wagen
mit mehr als 200 PS, wer braucht sportliche Ausstattungen,
wenn er kein Rallyefahrer ist und mit dem Auto nur im Stau
steht?

Welcher Käufer ist mit der Qualität der Autos heute wirklich
zufrieden? Ständig Ausfälle der Elektronik, eine Stoßstange
heißt nur noch pro forma so, in Wirklichkeit ist das ein
reines Designelement, dessen Beschädigung einen Schaden von
ein paar tausend TEUR bedeutet. Ob die Käufer das wirklich
wollen? Ich denke eher nicht.

Die Käufer können aber nur das auswählen was ihnen die
Hersteller bieten. Und wer das entsprechende Kleingeld hat
kauft sich dann eben ein Auto, was vielleicht 3 Nummern zu
groß und umfangreich ausstaffiert ist, aber all die kleinen
Eitelkeiten und Wünsche befriedigt, die man gar nicht hätte
wenn man sie nicht vor die Nase gesetzt und angeboten bekommen
würde.

Da findet ein „Wettrüsten“ statt, angefeuert von relativ
wenigen Neuwagenkäugern und angeheizt vom MArkt, von den
Konkurrenten: wenn 5 Anbieter so agieren kann Anbieter 6
schlecht sagen „da mach ich nicht mit, hier bekommt ihr nur
Brot-und-Butter-Autos“. Vor allem geht es auch deswegen nicht
weil Neuwagenkäufer IMHO zunehmend Leute sind, die es sich
auch schlicht und einfach leisten können ihr Auto zu einem
guten Teil nach dem Image anstatt dem praktischen Nutzwert
auszuwählen.

Wer kann denn heute noch, wie vor Jahren, ein Auto vom
Gesparten kaufen? Soviel Geld haben nur wirklich
Besserverdienende, und selbst diejenigen, die Bonität für
einen Bankkredit haben können so ganz schlecht nicht dran
sein. Die Leute können sich allesamt den großen Wertverlust
eines Neuwagens leisten und wer dafür genügend Geld hat, der
kann es sich auch leisten ein Modell unter
Image-Gesichtspunkten auszuwählen.

Nicht zu vergessen Firmen- und Vertreter-Fahrzeuge - aber auch
die werden stark unter Image-Gesichtspunkten ausgewählt und
über irgendwelche Abschreibungs-Leasing-Was weiß ich
was-Konstruktionen finanziert, also ebenfalls nicht bar aus
der Firmenkasse bezahlt und allein unter praktischen
Gesichtspunkten ausgesucht.

Die wirklich preiswerten Fahrzeuge, also Dacia Logan, VW Fox
usw. werden von den Herstellern deswegen angeboten weil sie
einfach merken daß „die Masse“ der Bevölkerung sich ein
größenmäßig adäquates Auto nicht mehr leisten kann und es sich
auch nicht leisten kann irgendwelchen teuren Luxus an Bord zu
haben - die Leute wollen einfach ein bezahlbares, gutes Auto.
Das bekommt man aber nur wenn man auf dem 2. Markt einen
Gebrauchten ersteht oder die einfacheren Autos kauft, die
jetzt zunehmend auf dem Markt erscheinen.

Nun wirbt jeder Hersteller aber mit seinen technischen
Errungenschaften und dem technologischen Fortschritt. Da paßt
es nicht gut ins Bild wenn man die Verkaufsräume demnächst mit
Billigautos zustellt. Dementsprechend werden die preiswerten
Autos hinten in die Ecke gestellt oder gleich nicht als
Renault, sondern Dacia verkauft - die Leute könnten ja meinen
daß man nix anderes zu bieten hat als vernünftige, langweilige
Autos zur rein praktischen Nutzung.

Gruß,

MecFleih

Hallo,

Jetzt bin ich mal provokant und sage : wer vom Schwitzen so
beeinträchtigt wird, dass er nicht mehr sicher fahren kann,
ist in Bus und Bahn besser aufgehoben.

Ja klasse, mit Bus oder Bahn würde ich nie auf Arbeit ankommen. :wink:

Gruß rene

Hallo,

es ist sicher schwierig „die Wahrheit“ zu entdecken weil
erstens jeder Hersteller anders „funktioniert“ und zum anderen
niemand einen wirklichen Einblick hat was in den
Vorstandsetagen abläuft.

nun ist es ja nicht so, daß sich Chefentwickler und -designer am Freitag nachmittag die Modellpalette der nächsten fünf Jahre ausdenken. Ein neues Modell kommt normalerweise nach wochen- und monatelangen Marktstudien, Kundenbefragungen usw. auf den Markt. Wenn man etwas produziert, das der Markt nicht will, bleibt man auf der Kiste sitzen, wie der 3 Liter-Lupo zeigt.

Ich sehe es wie Du daß es für ein Auto, wie Du es beschreibst,
einen Markt gäbe. Warum bauen es die Hersteller nicht?

Die meisten Menschen kämen mit einer 10 Gigabyte-Festplatte aus. Der Grund dafür, daß es die Dinger nicht mehr gibt, liegt darin begraben, daß man daran nichts mehr verdienen kann.

Die Entwicklung eines neuen Automodells verschlingt schnell einige 100 Mio. Euro, was durch den späteren Umsatz erst einmal verdient werden will. Große Lust, das Sparmobil durch andere Modelle querzusubventionieren, hat logischerweise kein Hersteller.

Hinzu kommt, daß viele sich wie Du äußern, aber am Ende doch ein „richtiges“ Auto haben wollen. Während früher Kombis die Ausnahme waren, will heute jeder zweite seine Einbauküche undemontiert spazieren fahren bzw. mindestens einen wenn nicht zwei Labradorhunde nebst Hundeaufseher und Körbchen auf der Ladefläche transportieren. Außerdem muß die Kiste mindestens 190 packen und über einen automatischen Eierwärmer verfügen. Selbst bei reinen Nutzfahrzeugen ist der Wunsch nach Motorisierung sehr stark ausgeprägt, was die Masse an übermotorisierten Kleinbussen/Transportern zeigt, die die linke Spur blockieren. Menschen sind eben Idioten.

Blutwurst gefällig?

Gruß,
Christian

Mein Traumauto
Hi Oglnaptzuwf,

Mir fallen dazu spontan 2 Sachen ein:
1.
Ich glaube, dass es den von dir beschriebenen Markt einfach nicht gibt.
Wenn ich mein Traumauto hier beschreiben würde, dann ginge das sicherlich gegen den Strich der meissten Leute, die sich als „vernünftig“ bezeichnen würden, obwohl mein Traumauto auf seine Art völlig durchdacht und vernünftig ist.
Es dürfte sich meiner Meinung nach kein gemeinsamer Nenner derjenigen Leute zu finden sein, denen die Autoentwicklung schon seit Jahren nicht mehr passt.
2.
Wenn sich so ein „Vernunftauto“ aus welchen Gründen auch immer schlagartig durchsetzen sollte, wohin dann mit den Heerscharen von Menschen, deren Arbeitsplatzrechtfertigung an diesem ganzen Schnickschnack hängt?

Gruss,

Hi,
mir geht es fast gleich wie dir.
Allerdings wiegt meine Kiste das doppelte wie deine.

Gruss,

Hi ho Christian,

keine Ahnung ob du mir jetzt unsichere Fahrweise unterstellen willst, oder ob Du das eher der Allgemeinheit unterstellen willst.

Aber stell Dir vor, auch in Zeiten vor ABS und Co hatten die Autos Bremsen…

Grüsse,

Herb

2 „Gefällt mir“

Hi Oki,

dazu folgende rein fiktive Geschichte (heute vormittag selbst erlebt)

VW-Skoda-Audi-Peugeot-Honda-Flaggen wehen im Wind. Einträchtig. Nebeneinander. Klein-Petzi betritt den Schauplatz. Draussen stehen unzählige Autos, die zum grossen Teil den Marken auf den Flaggen zuzuordnen sind. Da Klein-Petzi etwas unter Zeitdruck steht, wirft sie nur einen flüchtigen Blick auf die zu verkaufenden Fahrzeuge und betritt den Verkaufsraum.

Szenenwechsel: Verkaufsraum. Ein Schreibtisch unter Papieren begraben, obendrauf ein verdörrtes Gesteck, man kann noch „…neue …geut 106“ lesen. Zwei Damen im angeregten Kaffeplausch. *räusper* „Grueeetzi miteinand“. „Was wollense?“ Die Antwort „Die Kohle, und zwar alles. Und zwar zack-zack.“ verkneife ich mir lieber und leire meinen Standardspruch runter, der sinngemäss sagt: will Auto, mit Schiebedach, keine Klimaanlage, sinnvollem Kofferraum bis xxx Euro und möglichst kurzfristig.

Unmotiviert hebt sie die linke Augenbraue, die Kollegin synchron die rechte. Das müssen die beiden echt lange geübt haben :wink: Beide starren mich an, so dass ich schon den Fluchtweg sichere. Aber immerhin stehen hier Autos mit dem freundlichen Hinweis „Hier Probesitzen“ rum - ich kann also nicht falsch sein. „Rufssu oder mussich?“ Da die andere nicht reagiert schnappt sich die erste in besorgniserregender Geschwindigkeit den Telefonhörer. „Jaaaa, Toni, da isss jemand, der ein Aaaaautooooooo kaufen will. Komma hoch. Draussen warten.“ Letzteres geht wohl an mich.

Brav tapere ich zwischen „Hier Probesitzen“-Schildern rum und tue so, als ob die ausgestellen Fahrzeuge in irgendeiner Form interessant wären. Sind sie aber nicht, weil nämlich viel zu teuer und ohne Schiebedach.

Genauso schnell wie die Sprechgeschwindigkeit der Blondine bewegt sich auch der Verkäufer auf mich zu und reicht mir widerwillig die Hand. „Wassn los?“ Also nochmal mein Spruch, Auto, mit Schiebedach, ohne Klima* und sinnvollem Kofferraum, möglichst kurzfristig und bis xxx Euro. „Smart?“ Ähm, hallo? Kofferraum? „Ist aber ein bisschen teurer“ Nein, lieber nicht. „Twingo?“ Kein Problem - hat der Schiebedach? „Nö, aber Klima.“ Also erkläre ich meine Gründe nochmal ausführlich, warum ich keine Klimaanlage möchte. Auch ekelerregende Details über die Effekte die das bei mir hat erspare ich nicht. „Cabrio.“ Was für eines denn? „Is doch egal, is eh zu teuer“. Ja, haben Sie denn überhaupt was mit Schiebedach in dieser Preisklasse? „Nö, glaub nich. Und wenn wäre es mir auch egal. Draussen isses zu heiss zum schauen.“

Die Evolution schlägt zu. Flight or fight. Ich entscheide mich für letzteres. Was würde denn so interessehalber ein neuer Peugeot kosten? „Weiss ich doch nich! Kommt drauf an.“ Okay, was dem 206er entsprechendes in Basisausstattung. „Den 207er gibts noch gar nicht.“ Was denn dann in der Klasse? „1007“. QNH 1007 is set - sorry, was ist denn das für einer? Er deutet an den Horizont „So einer da“. Prima, was kostet der denn in der Basisausstattung? „Weiss ich doch nicht. (Ist mir auch egal). Kommt doch eh erst im September raus.“

Die Evolution schlägt gnadelos zurück. Diesmal mit flight. Nix wie weg hier!

Himmelkreuzdonnerwetter, wenn das so weitergeht werde ich zum Fussgänger! Ich will mir ja ein Auto kaufen. Und zwar genau das von Oki entworfene :smile:
Ich will keine Nebelscheinwerfer mit Autoblinkfunktion, Easy Entry, und Metalliklackierung an all denn Stellen wo man eh beim nächsten misslungenen Einparken eh dagegen boxt. Auch Scheiben und Schiebdach kurble ich gerne von Hand. Ich bestehe auch auf keine Zentralverriegelung für popelige 3 Türen. Und ob die Sitze nun „Arizonablau“ oder „Schwedenlila“ sind ist mir schnurz. Auch auf den Getränkedosenhalter und die Schublade unterm Beifahrersitz sowie das gekühlte Handschuhfach kann ich verzichten. Und 100 PS für eine 900 kg-Kiste halte ich obendrein für übertrieben. Genauso will ich gerne selber entscheiden, wann es Zeit ist, die Scheibenwischer oder das Licht einzuschalten! *schimpf*

*wink*

Petzi

*und für alle die mich jetzt steinigen. Ich vertrage schicht keine Klimaanlage im Auto, fange so etwa 2 min nach Einschalten an zu sterben. Details gerne auf Anfragen *fg*

Prost, Gemeinder.

ich behaupte folgendes:
Der Markt existiert, wird aber von deutlich niedrigpreisigeren Gebrauchtkarren (Golf 2 etc.) belegt. Der Benzinpreis ist noch nicht so hoch, dass es sich lohnen würde, in Dein Auto zu investieren, wenn man ähnliche Ausstattungsmerkmale für 3000 EUR bekommen kann:wink:

Und mit Leuten, die an solchen spartanischen Fahrzeugen Interesse haben, ist nur wenig Geld zu verdienen, denn mit Aufpreispolitik wird heute in unteren Segmenten Kasse gemacht.

Aber schauen wir doch mal, wie sich Fox, Logan etc. so schlagen werden in Mitteleuropa…

Grüße
Jürgen

Hallo Christian,

da freut sich dann der Fahrer eines Fahrzeugs mit
Bremsassistent und ABS am Stauende, wenn ihm der Hintermann
ungebremst in den Kofferraum semmelt.

Also, da hab ich bis jetzt andere Erfahrungen gemacht: Die meisten meiner bisherigen Autos hatten kein ABS, im Gegensatz der meisten Unfallgegner, an welchen diese Autos zerschellten (meine Geschwindigkeiten schwankten bei Unfällen zw. Stillstand und ca. 20 km/h).
Aus meiner persönlichen Unfallstatistik könnte man 3 versch. Dinge heraus lesen:

(1) Autos mit ABS sind gefährlich
(2) Deutsche Automarken sind gefährlich
(3) Geschwindigkeiten unter 20 km/h sind gefährlich

Deshalb: Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast :wink:

Apropos Unfälle: Ich verstehe nicht, wie es angeblich manche schaffen, dabei einen Gewinn zu machen - für mich war bis jetzt jeder Crash ein klarer Verlust (die Restwertschätzungen der Versicherungen bewegten sich zw. 1/3 und 1/2 des Verkaufspreises eines äquivalenten Wagens).

Mfg,
Púrsti

Hi Petzi,

Ich will keine Nebelscheinwerfer mit Autoblinkfunktion, Easy
Entry, und Metalliklackierung an all denn Stellen wo man eh
beim nächsten misslungenen Einparken eh dagegen boxt. Auch
Scheiben und Schiebdach kurble ich gerne von Hand. Ich bestehe
auch auf keine Zentralverriegelung für popelige 3 Türen. Und
ob die Sitze nun „Arizonablau“ oder „Schwedenlila“ sind ist
mir schnurz. Auch auf den Getränkedosenhalter und die
Schublade unterm Beifahrersitz sowie das gekühlte
Handschuhfach kann ich verzichten. Und 100 PS für eine 900
kg-Kiste halte ich obendrein für übertrieben. Genauso will ich
gerne selber entscheiden, wann es Zeit ist, die
Scheibenwischer oder das Licht einzuschalten! *schimpf*

Dann solltest du den 1007 unbedingt meiden… der öffnet sogar die Türen ausschließlich elektrisch ;o). Kosten soll der übrigens irgendwas ab 13000 Euronen…

Grüßle
Frank K.

keine Ahnung ob du mir jetzt unsichere Fahrweise unterstellen
willst, oder ob Du das eher der Allgemeinheit unterstellen
willst.

Aber stell Dir vor, auch in Zeiten vor ABS und Co hatten die
Autos Bremsen…

Und, stell Dir vor, die Zahl der Todesfälle im Straßenverkehr fällt seit Jahrzehnten. Sind die Menschen bessere Autofahrer geworden oder die Autos sicherer?

Gruß,
Christian

Aus meiner persönlichen Unfallstatistik könnte man 3 versch.
Dinge heraus lesen:

(1) Autos mit ABS sind gefährlich
(2) Deutsche Automarken sind gefährlich
(3) Geschwindigkeiten unter 20 km/h sind gefährlich

Au verdammt. Dann laß uns mal zügigst ABS, Bremsassistenten, deutsche Autos als solche und natürlich Langsamfahrten verbieten.

C.