Übertragung?

Hallo,

nehmen wir ein Paar.

Sie stört sich an einigen Sachen, die er macht und unterläßt.

Nun begibt es sich, dass er ihr genau das vorhält, was sie an ihm stört.

Wie kommt es zu diesem Phänomen?
Und: Wer hat recht?

Bsp.:
Er müllt sich mit seinen Sachen zu, möchte aber nicht, dass sie initiativ wird, weil sie nur „Chaos verbreitet“.

Er findet ihre Ideen solange unpraktikabel, bis er selber auf diese Idee kommt. Dann ist sie genial.

Er legt sehr viel Wert darauf, dass die Dinge so laufen, wie er sie schlau findet, wirft ihr aber vor, in ihrer „eigenen Welt“ zu leben.

Sicher ist an seinen Vorwürfen was Wahres dran, doch wie kann es sein, dass er so genau seine Macken dabei beschreibt, ohne dies zu erkennen?

Tilli

Hallo,

Er müllt sich mit seinen Sachen zu, möchte aber nicht, dass
sie initiativ wird, weil sie nur „Chaos verbreitet“.

Das kenne ich. Würde jemand versuchen, meine Sachen aufzuräumen - die zugegebenermaßen objektiv betrachtet recht chaotisch anmuten - würde ich, im Gegensatz zu vorher, auch nichts mehr wiederfinden, also für mich Chaos herrschen. Ich mag es eben gerne, wenn die Dinge dort liegen, wo ich sie zuletzt benutzt habe (schließlich ist es wahrscheinlich, dass ich sie genau dort auch wieder brauche).

Ähnlich könnte es mit Ideen/Lösungsvorschlägen ect sein. Eine selbst hergeleitete Idee erscheint doch automatisch logischer. Das gälte natürlich auch, wenn man die Herleitung/Begründung des anderen erklärt bekommt.

Für mich ergibt sich aus deinem Beitrag das Gefühl, dass besagtes Paar sich gegenseitig nicht so richtig akzeptiert. Wieso die Schuldfrage? Ist das nicht egal, solange man eine Lösung findet?

Beispielsweise bestehe ich persönlich darauf, meinen eigenen Raum zu haben, den ich nach Belieben zumüllen darf, ohne dass mein Freund sich darüber beschwert (oder gar aufräumt!). So hat jeder seinen Willen.
Ähnlich mit den anderen beiden Punkten, die du erwähntest: Wenn man sowohl den Vorschlag als auch die Gegenargumente des jeweils anderen ersteinmal ernstnimmt und diskutiert, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Diskrepanz nicht lösbar ist.

Mir scheint, beide leben in ihrer jeweils eigenen Welt - was ja normal so ist; wollen allerdings die Welt des anderen nicht akzeptieren (möglicherweise als Reaktion auf die Nichtakzeptanz der eigenen Wahrnehmung). Keiner der beiden hat Schuld daran, aber beide die Möglichkeit, es zu ändern.

Grüße,
Black Bolt.

Matth. 7, 3 + 4
Hallo Tilli - gutes neues Jahr, Dir!

Das steht schon in der Bibel bei Matthäus im Kapitel 7:

(Vers)3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?

(Vers) 4 Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge? 5 Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge; darnach siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!

Leider wissen wir dadurch immer noch nicht, WARUM das so ist, aber es ist offensichtlich ein uraltes (und bekanntes) Verhalten der Menschen.

Das kenne ich.

Sie räumt nicht auf. Der umgekippte Müll bleibt umgekippt.
Trotzdem gilt sie als diejenige, welche…

Ähnlich könnte es mit Ideen/Lösungsvorschlägen ect sein. Eine
selbst hergeleitete Idee erscheint doch automatisch logischer.
Das gälte natürlich auch, wenn man die Herleitung/Begründung
des anderen erklärt bekommt.

Ganz heikel. Nicht verstandene Herleitungen gelten als falsch und werden nicht angenommen. So schnell und präzise herleiten, dass es im ersten kurzen Anlauf klappt, schafft sie nicht.

Für mich ergibt sich aus deinem Beitrag das Gefühl, dass
besagtes Paar sich gegenseitig nicht so richtig akzeptiert.
Wieso die Schuldfrage? Ist das nicht egal, solange man eine
Lösung findet?

Offenbar nicht. Was also geht hier vor?
Wie könnte man Einigung erziehlen?

Wie die Dinge so darlegen, dass er letztendlich das Gefühl hat, er habe alles in der Hand, alleine erdacht, schlau durchgesetzt??

Mir scheint, beide leben in ihrer jeweils eigenen Welt - was
ja normal so ist; wollen allerdings die Welt des anderen nicht
akzeptieren (möglicherweise als Reaktion auf die
Nichtakzeptanz der eigenen Wahrnehmung). Keiner der beiden hat
Schuld daran, aber beide die Möglichkeit, es zu ändern.

Gut.
Aber wie? Sie hat langsam keine Lust mehr, weil eigentlich alles nach seienr Schnauze (ahem) geht.

Wohnort
Urlaubsort
Freizeitgestaltung (oder eben keine)

Klar, gibt es Zugeständnisse, aber die werden sehr, sehr hoch bewertet. Höher als ihr Verzicht auf viele eigene Lebenspläne.

Grummel.

Tilli

Hallo!

Sie stört sich an einigen Sachen, die er macht und unterläßt.
Nun begibt es sich, dass er ihr genau das vorhält, was sie an
ihm stört.

Möglicherweise deshalb, weil sie genau das selbst macht, was sie an ihm stört. So ist es zum Beispiel bei mir und meiner Frau. Fast alle Sachen, die sie an mir kritisiert, sind Sachen, die sie selber ebenfalls ständig macht. Noch lustiger ist das Verhältnis zu ihrer Mutter - die beiden sind sich nämlich wahnsinnig ähnlich, und wennn meine Frau über ihre Mutter redet, bräuchte ich manchmal nur ein Tonband mitlaufen lassen, weil sie dann ganz exakt sich selbst beschreibt.

Und: Wer hat recht?

Sorry - erwartest Du wirklich, das wir das aus der Ferne beurteilen können? Zwei Personen kritisieren gegenseitig am anderen das gleiche - woher soll hier jemand wissen, wer da „Techt“ hat. Und überhaupt: Was bringt das, „Recht“ zu haben? Glaubst Du, eine der beiden Personen lügt bewusst? Oder entspricht es nicht vielmehr tatsächlich bei beiden der subjektiven Wahrnehmung? Warum sollte dann aber einer mehr „Recht“ haben als der andere? Hat einer von beiden die „bessere“ Subjektivität?

Es geht in der Psychologie nicht unbedingt darum, „Recht“ zu haben. Beide Partner können nur für sich alleine entscheiden, daß sie es richtig finden, an den Partner bestimmte Forderungen zu stellen - es gibt aber kein objektives „Recht“, daß sie irgendwie einfordern könnten, der Partner kann sich ebenso entscheiden, daß er es richtig findet, die Forderung abzulehnen. Dann hilft letztendlich nur Verhandeln - und wenn keine Einigung entsteht, muss man Konsequenzen ziehen, entweder seine Forderung überdenken oder die Partnerschaft. Wenn man aber mit der Vorstellung in die Verhandlung geht, „Recht“ zu haben, dann kann es sowieso schief.

Also: Die Frage ist obsolet. Beide Partner haben Recht.

Er müllt sich mit seinen Sachen zu, möchte aber nicht, dass
sie initiativ wird, weil sie nur „Chaos verbreitet“.

Den gleichen Konflikt habe ich mit meiner Frau auch. Und, ja, aus ihrer Sicht verbreite ich auch Chaos. Es hilft bloß nichts, weil sie sonst mich auch nich zumüllt, wenn ich nicht die Initiative ergreife. Hier geht es auch um meine Grenzen, deswegen finde ich es richtig. Ich lasse ihren Kram aber in Ruhe, solange ich nicht davon betroffen bin.

Sicher ist an seinen Vorwürfen was Wahres dran, doch wie kann
es sein, dass er so genau seine Macken dabei beschreibt, ohne
dies zu erkennen?

Vielleicht kritisiert ja sie ihre Macken an ihm, ohne diese zu erkennen?

Gruß,
Max

Hallo Tilly,

Bsp.:
Er müllt sich mit seinen Sachen zu, möchte aber nicht, dass
sie initiativ wird, weil sie nur „Chaos verbreitet“.

Er nimmt ihr damit den Wind aus den Segeln,seine Schwäche angreifen zu können,indem er selbige auf sie umlenkt.
Und er schützt sich zugleich,die eigene Schwäche anerkennen zu müssen.
Ich kenne die Problematik,ich brauche selber auch äußere Ordnung(zumindest phasenweise,je nachdem,wie konfus mein Kopf grade ist).
In meinen Bereichen muß ich die strikt durchsetzen,die Türen meines Freundes mach ich erst gar nicht auf und manche Überschneidungen ertrage ich durch partielle Blindheit.
Vor vielen Jahren habe ich mal mit einem totalen messie in einer WG gewohnt.Er hat die Art,wie ich die Spültücher zusammenlegte kritisiert :smile:
Ich denke,in so extremen Fällen ist das Festhalten an unsinnig anmutenden Kleinigkeiten auch ein Schutz,damit die Chaoswelle einen nicht total verschlingt.

Er findet ihre Ideen solange unpraktikabel, bis er selber auf
diese Idee kommt. Dann ist sie genial.

Die Erfahrung hatte ich auch damals mit einem Ex-Kollegen.
Bei ihm zumindest war es offensichtlich,dass er Probleme hatte,Führungskompetenzen einer Frau zu akzeptieren.

Er legt sehr viel Wert darauf, dass die Dinge so laufen, wie
er sie schlau findet, wirft ihr aber vor, in ihrer „eigenen
Welt“ zu leben.

Nun ja,ersteres bedeutet eben anstrengendes sich durchsetzen müssen.
Zweiteres wohl ein fehlender Zugang zur Erlebens-und Gefühlswelt des Anderen.Das ist nicht im grünen Bereich.

Sicher ist an seinen Vorwürfen was Wahres dran, doch wie kann
es sein, dass er so genau seine Macken dabei beschreibt, ohne
dies zu erkennen?

Das kommt immer drauf an,wer wem zuerst etwas vorwirft und wer glaubt,sich schützen zu müssen.

viele Grüße
Heidi

Hallo Tilli

Er müllt sich mit seinen Sachen zu, möchte aber nicht, dass
sie initiativ wird, weil sie nur „Chaos verbreitet“.

Woher kennst Du meinen Schreibtisch? \o/

Auf meinem Schreibtisch liegen immer so viel Papiere, dass der Schreibtisch darunter nicht verstauben kann. Und Chaosvoll es für andere aussehen mag, ich finde alles binnen kürzester Zeit. AUSSER: Meine Freundin bildet sich ein Zusammen räumen zu müssen. Dann finde ich gar nichts mehr.

Bei ihrem Nachtkästchen ist es übrigens genau umgekehrt. Ihres ist voll und aufgetürmt bis zum geht nicht mehr. Meines ist leer. Sie findet alles in ihrem Nachtkästchen und ich wußte gar nicht dass auf und in dem so viel Platz hat.

Die Moral von der Geschichte: Was für mich Ordnung ist, ist für sie Chaos. Was für sie Ordnung ist, ist für mich Chaos.

Und: Wer hat recht?

Beide. Ich lasse ihr Nachtkästchen in Ruhe und sie lässt meinen Schreibtisch in Ruhe.

Er findet ihre Ideen solange unpraktikabel, bis er selber auf
diese Idee kommt. Dann ist sie genial.

Das ist doch ein riesen Kompliment. Was schreibe ich immer? *schnell duck und wegrenn*. Viel Loben und Komplimente machen. Kann man ruhig auch offiziell machen.

Dass meine Freundin es seit einem halben Jahr nicht mehr nötig hielt das Bad zu reinigen, nehme ich auch als unausgesprochenes Kompliment. Ich mache es so gut und auch dann wenn es nötig ist, sodass sie es nicht mehr machen muss.

Er legt sehr viel Wert darauf, dass die Dinge so laufen, wie
er sie schlau findet, wirft ihr aber vor, in ihrer „eigenen
Welt“ zu leben.

Hmmm, das finde ich als die schwierigste Antwort. Vermutlich ist hier durch gegenseitiges nicht akzeptieren, die Toleranzgrenze des anderen ziehmlich hinunter gegangen, sodass vieles gleich als Kritik empfunden wird (immer von beidem gleichermassen). Also ich sehe es als Kompliment wenn mir wer sagt, dass ich in meiner eigenen Welt lebe. Und wenn mich alle für verrückt halten, wenn ich ohne Jacke mit geschwollenem Knöchel (kurz zurückliegende Sportverletzung) zu Neujahr 100 km mit dem Fahrrad fahre.

Liebe Grüße

Martin

Hallo!

Er nimmt ihr damit den Wind aus den Segeln,seine Schwäche
angreifen zu können,indem er selbige auf sie umlenkt.

Oder umgekehrt. :smile: Letztendlich liegt die Frage, ob etwas eine „Schwäche“ ist, im Auge des Betrachters.

Vor vielen Jahren habe ich mal mit einem totalen messie in
einer WG gewohnt.Er hat die Art,wie ich die Spültücher
zusammenlegte kritisiert :smile:

Ich lebe auch mit einem Messie zusammen. Dieses Verhalten ist paradoxerweise sogar sehr logisch, weil ein Messiverhalten oft aus Überforderung durch eigene Ansprüche entsteht: „Ich sollte die Handtücher wegräumen, aber es dauert Stunden, sie richtig zu falten, also schiebe ich das auf morgen auf. Ich sollte den Müll raustragen, aber er ist noch nicht richtig sortiert, und ich habe auch noch nicht geschaut, ob man noch etwas brauchen kann.“ Der Messie verlangt im Prinzip das, was er von sich selbst erwartet - und das ist im Prinzip unerfüllbar, weshalb ja auch der Messie daran scheitert.

Lustigerweise würde meine Frau, wenn sie hier ein Posting schreibt, sich wahrscheinlich bitter über ihren unordentlichebn Masnn beschweren. :smile:

Zweiteres wohl ein fehlender Zugang zur Erlebens-und
Gefühlswelt des Anderen.Das ist nicht im grünen Bereich.

Ja, das dachte ich mir auch. Ich denke, daß sie nicht sonderlich viel Zugang zu seiner Erlebnis- und Gefühlswelt hat. „Für mich ergibt sich aus deinem Beitrag das Gefühl, dass besagtes Paar sich gegenseitig nicht so richtig akzeptiert“, hat hier ein anderer User geschrieben, und das halte ich auch für zutreffend.

Ein Beispiel: Sie wirft ihm vor, daß er die Dinge so macht, wie er sie schlau findet - das ist aber doch eigentlich logisch, das macht jeder Mensch so. Sie übrigens auch - sie möchte nämlich, daß die Dinge so gemacht werden, wie sie für schlau findet. Auch eigentlich ein natürlicher Zug. Das Problem entsteht dann, wenn die Partner ihren Weg als den „objektiv Wahren“ betrachten und den anderen zu belehren versuchen - da entsteht dann die Respektlosigkeit, die meistens Widerstand hervorft. Es ist erstaunlich, wie oft man mit ein bißchen Respekt vor der Denkweise des anderen offene Türen einrennt.

Das kommt immer drauf an,wer wem zuerst etwas vorwirft und wer
glaubt,sich schützen zu müssen.

Heißt das jetzt, wer zuerst die Vorwürfe macht, ist im Recht? Oder umgekehrt?

Gruß,
Max

Moment…

Hallo Tilli

Er müllt sich mit seinen Sachen zu, möchte aber nicht, dass
sie initiativ wird, weil sie nur „Chaos verbreitet“.

Woher kennst Du meinen Schreibtisch? \o/

ok,
ich hab mich da falsch ausgedrückt.
Es ging nicht darum, SEINEN Kram aufzuräumen, sondern z.B. etwas in der Wohnung zu gestalten. Bild aufhängen, oder neue Waschmaschine kaufen.

Während überall seine Zollstöcke rumliegen, wird das Umhängen eines Spiegels von ihr ungern gesehen.

Tilli

Das ist doch ein riesen Kompliment. Was schreibe ich immer?
*schnell duck und wegrenn*. Viel Loben und Komplimente machen.
Kann man ruhig auch offiziell machen.

Ja, stimmt.
Wie kriegt man das denn schlau hin?
Ich habe eine Idee und möchte, dass er sie auch hat. Zwecks Umsetzung.
Gibt es dazu Anleitungen?
Es kommt mir blöd vor, wäre aber ggf. im Sinne des Ziels schlau.

Dass meine Freundin es seit einem halben Jahr nicht mehr nötig
hielt das Bad zu reinigen, nehme ich auch als
unausgesprochenes Kompliment. Ich mache es so gut und auch
dann wenn es nötig ist, sodass sie es nicht mehr machen muss.

Ok, guter Ansatz.

Er legt sehr viel Wert darauf, dass die Dinge so laufen, wie
er sie schlau findet, wirft ihr aber vor, in ihrer „eigenen
Welt“ zu leben.

Also ich sehe es als Kompliment wenn mir wer
sagt, dass ich in meiner eigenen Welt lebe.

;:smile:

Tilli

Hallo!

Vor vielen Jahren habe ich mal mit einem totalen messie in
einer WG gewohnt.Er hat die Art,wie ich die Spültücher
zusammenlegte kritisiert :smile:

Ich lebe auch mit einem Messie zusammen. Dieses Verhalten ist
paradoxerweise sogar sehr logisch, weil ein Messiverhalten oft
aus Überforderung durch eigene Ansprüche entsteht: „Ich sollte
die Handtücher wegräumen, aber es dauert Stunden, sie richtig
zu falten, also schiebe ich das auf morgen auf. Ich sollte den
Müll raustragen, aber er ist noch nicht richtig sortiert, und
ich habe auch noch nicht geschaut, ob man noch etwas brauchen
kann.“ Der Messie verlangt im Prinzip das, was er von sich
selbst erwartet - und das ist im Prinzip unerfüllbar, weshalb
ja auch der Messie daran scheitert.

Ah…

Was charakterisiert einen Messie? Mülltüten kontrollieren, damit nicht evtl. noch ein funktionstüchtiges Gummiband fortgeworfen wird?
Dazu die Bemerkungen, dass man dem anderen nicht trauen könne, der Gummibänder im gebrauchsfähigen ZustAnd wegwirft?

Lustigerweise würde meine Frau, wenn sie hier ein Posting
schreibt, sich wahrscheinlich bitter über ihren
unordentlichebn Masnn beschweren. :smile:

Ja, und wie nennt man dieses Phänomen? Und wie kommt es zustande?
WO ist die Grenze?

Es stört einen ja nur am andern, was man selbst nicht hinkriegt, oder?
Aber wenn der andere selbst so ist? Oder schlimmer?

Zweiteres wohl ein fehlender Zugang zur Erlebens-und
Gefühlswelt des Anderen.Das ist nicht im grünen Bereich.

Ja, das dachte ich mir auch. Ich denke, daß sie nicht
sonderlich viel Zugang zu seiner Erlebnis- und Gefühlswelt
hat. „Für mich ergibt sich aus deinem Beitrag das Gefühl, dass
besagtes Paar sich gegenseitig nicht so richtig akzeptiert“,
hat hier ein anderer User geschrieben, und das halte ich auch
für zutreffend.

Das stimmt. WIe bekommt man es in den grünen Bereich, wenn die Möglichkeiten, weiter in die WElt des andern einzusteigen langsam weniger werden? WEil man quasi schon tief im fremden leben drinsitzt und die Tage anders verbringt als man selber möchte?

Es ist erstaunlich, wie oft man
mit ein bißchen Respekt vor der Denkweise des anderen offene
Türen einrennt.

Hmm…

Das kommt immer drauf an,wer wem zuerst etwas vorwirft und wer
glaubt,sich schützen zu müssen.

Heißt das jetzt, wer zuerst die Vorwürfe macht, ist im Recht?
Oder umgekehrt?

Ich weiß das nicht.

Wenn Antworten solange umgemodelt werden „Das war jetzt falsch, was du gesagt hast.“, bis sie passen?

Tilli

Hallo!

Während überall seine Zollstöcke rumliegen, wird das Umhängen
eines Spiegels von ihr ungern gesehen.

Ja, und? Dann wird das Umhängen eben nicht gerne gesehen. Heißt ja nicht, daß man den Spiegel nicht trotzdem umhängt, wenn man das für richtig und vertretbar hält.

Mir deucht, es geht nicht so sehr darum, daß der Spiegel umgehängt wird, als daß der Mann ihr recht gibt, daß der Spiegel umgehängt wird. Oder anders: Die Frau möchte Konsens, bevor sie etwas tut.

Gruß,
Max

1 „Gefällt mir“

Und: Wer hat recht?

Sorry - erwartest Du wirklich, das wir das aus der Ferne
beurteilen können?

Nein, das WOrt war schlecht gewählt. ICh meinte eher: Und nun?
Wie erklärt sich das?
Was folgt daraus?
Haben beide eine Meise, muß wer in Therapie? :wink:
Oder beide?

Zwei Personen kritisieren gegenseitig am
anderen das gleiche -

–> was geht hier vor?
Wer hat die Macke, wer wird gespiegelt?
:wink:

Also: Die Frage ist obsolet. Beide Partner haben Recht.

Ja? Wo fägt das Messiesein z.b. aber an? Wo die Paraoia?

Sicher ist an seinen Vorwürfen was Wahres dran, doch wie kann
es sein, dass er so genau seine Macken dabei beschreibt, ohne
dies zu erkennen?

Vielleicht kritisiert ja sie ihre Macken an ihm, ohne diese zu
erkennen?

Kann natürlich sein. Wenn sie aber viele andere Leute fragt und auch Expertenrat annimmt, während er alleine sich selber vertraut, auch in fachfremden Gebieten? Also als Friseur Klempnerarbeiten übernimmt, weil der Klempner keie Ahnung hat?

Tilli

Hallo!

Mir deucht, es geht nicht so sehr darum, daß der Spiegel
umgehängt wird, als daß der Mann ihr recht gibt, daß der
Spiegel umgehängt wird. Oder anders: Die Frau möchte Konsens,
bevor sie etwas tut.

Jawoll.
Konsens wäre fein.
Unerträglich sind die Vorwürfe, die sich aus einem Umhängen ergeben würden.
Kein Vertrauen in ihn,der es machen würde.
Chaos verbreiten…

Bis hin eben zu „rücksichtslos“ und in „der eigenen WElt“ sein.

Gipfelt dann (bei anderen Dingen) in Betrugsvorwürfen und entsprechendem Abwehrverhalten.

Tilli

Hallo!

Was charakterisiert einen Messie? Mülltüten kontrollieren,
damit nicht evtl. noch ein funktionstüchtiges Gummiband
fortgeworfen wird?
Dazu die Bemerkungen, dass man dem anderen nicht trauen könne,
der Gummibänder im gebrauchsfähigen ZustAnd wegwirft?

Das wäre ein Symptom, ja.

Ja, und wie nennt man dieses Phänomen?

Das heißt Subjektivität.

Und wie kommt es
zustande?

Aus der philopsophischen Unmöglichkeit, die Wahrheit zu erkennen und zu beweisen.

WO ist die Grenze?

Nirgendwo und überall. Man kann nur für sich selbst entscheiden, was amn für richtig hält, und danach handeln.

Die Versuchung, dem Gegenüber beweisen zu wollen, daß er Unrecht hat, ist antürlich groß. Er hat aber nicht Unrecht, auch wenn man selbst überzeugt ist, daß er Unrecht hat. Man kann nach seiner eigenen Überzeugung handeln, aber es gibt kein unwiderlegbares Argument, daß ein für allemal beweist, daß der andere Unrecht hat. Wenn der andere sich überzeugen lässt, ok, aber auch das ist seine Entscheidung - man kann niemanden dazu zwingen. Man braucht allerdings die Überzeugung des anderen auch nicht für das eigene Handlen, sondern nur seine eigene. :smile:

Es stört einen ja nur am andern, was man selbst nicht
hinkriegt, oder?

Weiß nicht, ob man das so pauschal sagen kann.

Das stimmt. WIe bekommt man es in den grünen Bereich, wenn die
Möglichkeiten, weiter in die Welt des andern einzusteigen
langsam weniger werden? Weil man quasi schon tief im fremden
leben drinsitzt und die Tage anders verbringt als man selber
möchte?

ja, die Situation kenne ich. Was man tutn soll? Man hört auf, den anderen überzeugen zu wollen, handelt nach eigener Überzeugung und wartet ab, was passiert. Möglicherweise war’s das dann mit der Beziehung. Möglicherweise tobt er aber auch nur einen Tag und dann ist alles wieder gut. Ist ein Risko. Aber: No Risk, no fun.

Kann es swein, daß die Frau Angst hat vor Liebesverlust? Vor der negativen Reaktion, dem Streit, dem Unwillen? Und daß sie deshalb versucht, ihn mit Gewalt davon zu überzeugen, daß das nichts böses ist was sie will, damit er bittebitte einverstanden ist und nicht tobt?

Hmm…

Ja. Wenn man prinzipiell eiröäumt, daß der andere ein Recht hat, diese Position zu verteten, fällt es ihm unter Umständen leichter, sie aufzugeben. Nicht nur Kinder können sehr trotzig reagieren, wenn amn ihnen Vorschriften macht, Erwachsene umso mehr.

Gruß
Max

1 „Gefällt mir“

Hallo Denker,

Er nimmt ihr damit den Wind aus den Segeln,seine Schwäche
angreifen zu können,indem er selbige auf sie umlenkt.

Oder umgekehrt. :smile: Letztendlich liegt die Frage, ob etwas
eine „Schwäche“ ist, im Auge des Betrachters.

Das ist ja vielleicht das Problem,dass Schwäche immer gleichgesetzt wird mit etwas,was man nicht haben darf.
Man kann es ja auch als eine Schwäche von mir sehen,dass ich nicht denken kann und mich nicht wohlfühle wenns aussieht wie im Saustall.Trotzdem muß ich mein Bedürfnis eben durchsetzen in manchen Bereichen,weils mir sonst die Sicherung durchknallt.
In anderen muß ich es in Ruhe lassen(grummel)-wenn`s auch schwerfällt.
Übermäßiges Chaos ist wahrscheinlich genauso eine Schwäche wie zwanghafte Ordnung.

Vor vielen Jahren habe ich mal mit einem totalen messie in
einer WG gewohnt.Er hat die Art,wie ich die Spültücher
zusammenlegte kritisiert :smile:

Ich lebe auch mit einem Messie zusammen. Dieses Verhalten ist
paradoxerweise sogar sehr logisch, weil ein Messiverhalten oft
aus Überforderung durch eigene Ansprüche entsteht: „Ich sollte
die Handtücher wegräumen, aber es dauert Stunden, sie richtig
zu falten, also schiebe ich das auf morgen auf. Ich sollte den
Müll raustragen, aber er ist noch nicht richtig sortiert, und
ich habe auch noch nicht geschaut, ob man noch etwas brauchen
kann.“ Der Messie verlangt im Prinzip das, was er von sich
selbst erwartet - und das ist im Prinzip unerfüllbar, weshalb
ja auch der Messie daran scheitert.

Nachvollziehbar.

Lustigerweise würde meine Frau, wenn sie hier ein Posting
schreibt, sich wahrscheinlich bitter über ihren
unordentlichebn Masnn beschweren. :smile:

Hört sich befreiend an.:smile:

Zweiteres wohl ein fehlender Zugang zur Erlebens-und
Gefühlswelt des Anderen.Das ist nicht im grünen Bereich.

Ja, das dachte ich mir auch. Ich denke, daß sie nicht
sonderlich viel Zugang zu seiner Erlebnis- und Gefühlswelt
hat.

Moment,e r wirft i h r das vor,das heißt,s i e zieht sich v o r
i h m in sich selbst zurück.
Also hat er keinen Zugang zu ihr.Den hat er sich entweder selbst verbaut,oder sie macht aus anderen Gründen dicht.

"Für mich ergibt sich aus deinem Beitrag das Gefühl, dass

besagtes Paar sich gegenseitig nicht so richtig akzeptiert",
hat hier ein anderer User geschrieben, und das halte ich auch
für zutreffend.

Solange man sich mit gegenseitigen Vorwürfen aufhält,ja.

Ein Beispiel: Sie wirft ihm vor, daß er die Dinge so macht,
wie er sie schlau findet - das ist aber doch eigentlich
logisch, das macht jeder Mensch so. Sie übrigens auch - sie
möchte nämlich, daß die Dinge so gemacht werden, wie sie für
schlau findet. Auch eigentlich ein natürlicher Zug. Das
Problem entsteht dann, wenn die Partner ihren Weg als den
„objektiv Wahren“ betrachten und den anderen zu belehren
versuchen - da entsteht dann die Respektlosigkeit, die
meistens Widerstand hervorft. Es ist erstaunlich, wie oft man
mit ein bißchen Respekt vor der Denkweise des anderen offene
Türen einrennt.

Genau das ist oft der Knackpunkt.Man haut sich gegenseitig Prinzipien um die Ohren,statt über Bedürfnisse zu reden.

Heißt das jetzt, wer zuerst die Vorwürfe macht, ist im Recht?
Oder umgekehrt?

Rechtsfragen bitte ins Rechtsbrett.

viele Grüße
Heidi

Hallo!

Was folgt daraus?

Es handelt sich um zwei menschliche Wesen, die eine Beziehung haben.

Wer hat die Macke, wer wird gespiegelt?
Ja? Wo fägt das Messiesein z.b. aber an? Wo die Paraoia?

Eigentlich völlig irrelevant, weil auch der Messie ein Recht darauf hat, ein Messie zu sein, genaue wie der andere das Recht hat, das doof zu finden.

Möglicherweise sucht die Frau nach einer objektiven Wahrheit, um ihr eigenes Handeln vor sich selbst rechtfertigen zu können: „WENN er ein Messie ist, DANN ist es auch richtig, daß ich mich so verhalte, aber vielleicht ist er auch kein Messie, und dann ist es vielleicht ungerecht, das zu tun? Vielleicht bin ich ja eigentlich die mit der Macke? Vielleicht muß ich mich ändern und nicht er?“

Kann natürlich sein. Wenn sie aber viele andere Leute fragt
und auch Expertenrat annimmt, während er alleine sich selber
vertraut, auch in fachfremden Gebieten?

Dann ändert das nichts daran. Sie kann nur für sich entscheiden, daß er Unrecht aht, und danach ihr handeln ausrichten. Sie aknn nicht von ihm erwarten, daß er ihr zustimmt.

Gruß,
Max

1 „Gefällt mir“

Kann es swein, daß die Frau Angst hat vor Liebesverlust? Vor
der negativen Reaktion, dem Streit, dem Unwillen? Und daß sie
deshalb versucht, ihn mit Gewalt davon zu überzeugen, daß das
nichts böses ist was sie will, damit er bittebitte
einverstanden ist und nicht tobt?

Ok,
klingt schlau.-
Sie will nicht gehen, weil da so viele Kinder drinhängen und es (noch) nicht unerträglich ist.

Es drauf ankommen lassen…

Die Streßsymptome bei ihm sind dann enorm. Rot, zittern, Herzjagen, patzig werden, schmollen, verbal alles zu Klump hauen…

Sehr unangenehm.
Ist ein Spiegel das wert?

Danke!

TIlli

Hallo!

Unerträglich sind die Vorwürfe, die sich aus einem Umhängen
ergeben würden.

Weißt du … manchmal muß auch eine Frau tun was eine Frau tun muß, die Arschbacken zusammenkneifen und den Vorwürfen die Stirn bieten …

Gruß,
Max

1 „Gefällt mir“

Hallo!

Ist ein Spiegel das wert?

Geht’s denn wirklich nur um einen Spiegel? :smile:

Ich weiß: Man fühlt sich scheiße, weil der andere so verletzt und wütend und traurig ist, und man sucht hnderingend nach dem unfehlbaren Argument, das beweist, daß man kein egoistisches, rücksichtloses Stück Scheiße ist. Glaub mir, als Mann ist das noch viel schwieriger, weil du da ja schon per Definition das Arschloch bist. Was meinst Du, warum ich auf manche Klischees so empfindlich reagiere?

Ich kann das auch nicht wirklich gut. Aber ich bin dabei, zu lernen.

Gruß,
Max

1 „Gefällt mir“