Wieso heisst es: „Der Zug geht um 11.52 Uhr.“ aber: „Es ist 6 Uhr.“?
Mir geht es - falls ihr es nicht verstanden habt - um das kleine Wörtchen „um“.
Ich phantasiere einfach mal: Das „um“ scheint ja von „um herum“ zu kommen, also eine ungefähre Zeitangabe anzudeuten. Die Zeit der allgemeinen Armband- oder gar Handyuhren ist ja noch nicht gar zu alt, die Zeitangaben waren daher also selten exakt und ein „um“ korrekt. Auf die Frage nach der Uhrzeit jedoch gab es eine exakte Antwort, daher kein „um“. Und so lange, wie es Zugverspätungen gibt, bleibt das „um“ auch bei Angaben der Abfahrtzeiten.
Kleiner Scherz am Rande, aber das „um“ ist in dem Satz halt ein Übrigbleibsel.
Der Unterschied ist schlicht, dass der eine Satz „der Zug geht um sechs Uhr“ eine Präposition verlangt, der andere „es ist sechs Uhr“ aber nicht.
Gegenprobe: Wenn man im zweiten Satz das Verb durch ein anderes ersetzt, z.B. „gehen“, klappt das ohne Präposition nicht mehr: „Es geht sechs Uhr“ gibt keinen Sinn, „es geht auf sechs Uhr“ aber schon.
„um“ und „um … herum“ bezeichnen verschiedene Verhältnisse. So wie z.B. örtlich auch „an“ und „an … vorbei“ verschiedene Verhältnisse bezeichnen, man kann nicht sagen, „an“ wäre ein Überbleibsel von „an … vorbei“.
Wieso heisst es: „Der Zug geht um 11.52 Uhr.“ aber: „Es ist 6
Uhr.“?
Ich phantasiere einfach mal: Das „um“ scheint ja von „um
herum“ zu kommen, also eine ungefähre Zeitangabe anzudeuten.
Das ist eine interessante Idee, vielleicht hast du mit dem „Ungefähren“ bei „um“ Recht. Man konnte früher ja nie wissen, um wieviel die beiden Uhren der sich Verabredenden in der Uhrzeit bis zum Wiedersehen auseinanderscheren und asynchron laufen würden, je längerfristiger die Verabredung, desto weniger.
Auf die Frage nach der Uhrzeit
jedoch gab es eine exakte Antwort, daher kein „um“.
Wenn der eine fragt, will er ja seine eigene Uhr -so überhaupt vorhanden- nach einer anderen eichen/kalibrieren.
In „Es ist sechs Uhr“ sehe ich aber auch keine adverbiale Angabe wie bei „Wir treffen uns um sechs Uhr“, sondern ein Prädikativ, ähnlich wie bei „Es ist kalt“. Du vergleichst hier also Äpfel mit Birnen.
Test: „Wir treffen uns.“ kannst du alleine sagen. „Es ist“ ist aber einfach nur ein unvollständiger Satz. Das Kopulaverb „sein“ braucht einfach auch noch eine Prädikativergänzung, das sehe ich genau so wie Martin.
diese Überlegungen halte ich nicht für korrekt.
„um“ und „um … herum“ bezeichnen verschiedene Verhältnisse.
Dies scheint mir der richtige Ansatz.
Schweizerdeutsch sagt man: „Dr Zug fahrt am Sächsi“ und das ist nicht um/herum, sondern genau.
Nur als Hinweis
Erich
Wieso heisst es: „Der Zug geht um 11.52 Uhr.“ aber: „Es ist 6
Uhr.“?
Ich habe zwei gute Freunde, die aus den neuen Bundesländern kommen und ohne Weiteres auch Es ist um sechs Uhr sagen können. Mir graut es zwar dabei jedes Mal, aber anmerken wollte ich es trotzdem.
LG
Ich habe zwei gute Freunde, die aus den neuen Bundesländern
kommen und ohne Weiteres auch Es ist um sechs Uhr sagen
können. Mir graut es zwar dabei jedes Mal, aber anmerken
wollte ich es trotzdem.
Vielleicht sind sich deine Freunde nur des Zeitmessungsparadoxons bewusst und wollen sagen „es ist ca. sechs Uhr“
Das Zeitmessungsparadoxon wäre ein Thema für das Mathematikforum, denn je schneller eine Uhr vor- oder rückwärtsgeht, desto häufiger zeigt sie ja die exakte Zeit an. Besonders schnell rückwärts gehende Uhren haben eine Vorteil gegenüber gleich schnell vorwärts gehendenden Uhren.
Eine Analoguhr ohne Datumsanzeige, die steht, zeigt exakt zweimal am Tag die korrekte Zeit an. Bei einer entsprechenden Uhr, die nachgeht, hat man ganz schlechte Karten. Je synchroner sie nachgehen, desto seltener zeigen sie die korrekte Zeit an.