Aber so wie du über die Bibel redest, könnte man genau so gut
über die Grimm´sche Märchensammlung reden.
Hallo, Fritz,
j-ein, ich sage doch, dass sie eben nicht ein reines Geschicht en - sondern auch ein Geschicht>b>sbuch darstellt. Und ich sagte auch, dass man sich ihr weder ausschließlich von der einen noch von der anderen Seite nähern sollte. Man muß beide Aspekte in Betracht ziehen.
Natürlich gibt es Bezüge zu realen Ereignissen, Orten und Personen, aber andererseits gibt es eben auch (etwa wie in Märchen) den „erzieherischen“, lehrhaften Ansatz. Und nun alles die Jahrhunderte hindurch durch unterschiedliche Brillen besehen, vor unterschiedlichem Erfahrungshintergrund verstanden, mit unterschiedlichen Absichten wiedergegeben, übersetzt, übertragen, kann man heute wohl nur zu minimalen Bruchteilen die tatsächlichen ursprünglichen Fakten, die tatsächlichen ursprünglichen Intentionen bestenfalls in homöopathischen Konzentrationen herausfiltern.
Ich jedenfalls halte das für ein nahezu sinnloses Beginnen. Aber ich bin ja auch nicht gläubig. Und das muß man wohl sein, um an der abgegriffenen Münze noch mehr als ihr ehrwürdiges Alter und ihren reinen Metallwert zu erkennen.
Und vielleicht wäre eine weniger blutige Geschichte zusammen
gekommen, wenn man an Stelle der Bibel die Märchen genommen
hätte.
Auch in Märchen ist in ähnlicher Weise ein Quentchen historischer Bodensatz mit einem Fuder erzieherischer Absicht vermischt. Sie hätten sich genausowenig dafür geeignet.
Den schwachsinnigen Gebietsanspüchen z. B. wäre die Grundlage
entzogen.
Ach Fritz, wer den Hund prügeln will, findet immer einen Knüppel!
Wenn aber jemand meint, […]
dann soll er eben.
Wir werden ihn weder bekehren noch überzeugen können (und wollen)
Ich schicke dir das ganze Manuskript; musst es ja nicht lesen.
Müssen nein, Lesen ja!, zu eigen machen — vielleicht.
Grüße
Eckard.