Und wieder einmal

…hat Deutschland scheinbar zuwenig Akadeiker pro Jahrgang.
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,4365…
Ich hoffe mal, das ist das richtige Brett :smile:

Kernaussage dieses Artikels ist, dass in Deutschland zu wenig Schüler Abitur machen um dann studieren zu gehen.
Was mich nun interessieren würde, hat die OECD denn auch berücksichtigt, dass in vielen europäischen Länder bestimmte Berufe auf einer Hochschule erlernt werden, für die es in Deutschland eine mehrjährige Berufsausbildung gibt? Ich denke da an Technische-Assistenten bzw. Technische-Assistentinnen wie MTA. Ich schätze mal, dass die Ausbildung hier mindestens so gut qualifiziert wie ein Bachelor-Studium. Oder täusch ich mich da total?
Mich würde es einfach mal interessieren ob solche Unterschiede in den Statistiken auch berücksichtigt werden.
Ich würde mit der Frage aber auch gerne eine allgemeine Diskussion anstoßen. Also haltet euch mit Antworten nicht zurück :wink:

Viele Grüße
Martin

…hat Deutschland scheinbar zuwenig Akademiker pro :Jahrgang.

Wenn das Leute aus beliebten Studiengängen hören würden… An denen scheint es wohl eher zuviele zu geben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,4365…
Ich hoffe mal, das ist das richtige Brett :smile:

Ja

Kernaussage dieses Artikels ist, dass in Deutschland zu :wenig Schüler Abitur machen um dann studieren zu gehen.

Rein statistisch gesehen sind noch mehrere Mängel zu erwähnen: die Grundgesamtheit wird nicht angegeben, relative Veränderungen werden gemessen,… Oder Fragen werden nicht angeschnitten: Woher stammen die neuen Akademiker, will/kann/darf jeder studieren (nicht jeder Abiturient hat dazu die nötige -finanzielle- Unterstützung)

Ich schätze mal, dass die Ausbildung hier mindestens
so gut qualifiziert wie ein Bachelor-Studium. Oder :täusch ich mich da total?

Immerhin dürfen nur Doktoren und Professoren Studenten ausbilden. Und so ein akademischer Titel macht sich zumindest auf dem Papier besser als eine einfache Asubildung.

mfg M.L.

Was mich nun interessieren würde, hat die OECD denn auch
berücksichtigt, dass in vielen europäischen Länder bestimmte
Berufe auf einer Hochschule erlernt werden, für die es in
Deutschland eine mehrjährige Berufsausbildung gibt? Ich denke
da an Technische-Assistenten bzw. Technische-Assistentinnen
wie MTA. Ich schätze mal, dass die Ausbildung hier mindestens
so gut qualifiziert wie ein Bachelor-Studium. Oder täusch ich
mich da total?

ein bachelor ist ein studium…auch im ausland…mit einem gesellenbrief nicht zu vergleichen, genauso wie master und meister nicht das gleiche ist:smile:
in frankreich z.b. ist man nach 2 jahren techniker, kein bachelor.

mfg:smile:
rene

ein bachelor ist ein studium…auch im ausland…mit einem
gesellenbrief nicht zu vergleichen, genauso wie master und
meister nicht das gleiche ist:smile:
in frankreich z.b. ist man nach 2 jahren techniker, kein
bachelor.

Soweit klar, lässt sich aber sicher nicht auf alle Berufsparten übertragen. Das ein Master einem Diplom vergleichbar ist/sein sollte ist klar. Nur den Bachelor als solchen hatten wir ja in Deutschland bis vor kurzem nicht (das war quasi das Vordiplom und wird bei der Umstellung von Diplom auf Bachelor/Master auch oft so gehandhabt). Nur gibt es halt Berufssparten für die es im Ausland einen Studiengang gibt und in Deutschland eine 3jährige Berufsausbildung… und wenn das in der Statistik nicht berücksichtigt wird ist sie irgendwie nicht wirklich aussagekräftig finde ich mal :smile:

Gruß,
Martin

…hat Deutschland scheinbar zuwenig Akadeiker pro Jahrgang.
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,4365…
Ich hoffe mal, das ist das richtige Brett :smile:

Wundert mich nicht :wink:
In Bochum wurden m.K.n. von 11+ Bewerbern nur 9 als Erstsemester für Koreanistik zugelassen. Die haben doch im 3. Semester keine Studenten mehr oO°

Hi Martin,

Was mich nun interessieren würde, hat die OECD denn auch
berücksichtigt, dass in vielen europäischen Länder bestimmte
Berufe auf einer Hochschule erlernt werden, für die es in
Deutschland eine mehrjährige Berufsausbildung gibt?

offiziell nicht.
dazu aber eine kleine Geschichte:
Wir hatten einen Gastprof aus den USA (Michigan State University), der einige Leute bei er Prüfungsvorbereitung sah.
Er kam mit ihnen ins Gespräch und es stellte sich heraus, daß es Auszubildende Chemielaboranten waren, die sich auf ihre Zwischenprüfung vorbereiteten.
Er schaute sich die Fragen an und meinte dann es wäre vom Niveau durchaus mit einem Grundkurs an seiner Uni zu vergleichen. Als er sich Fragen für die Abschlußprüfung anschaute, war er beeindruckt und sagte, daß er kein Problem damit hätte, diesen Leutchen einen Bacelor
zu geben, zumal als er sich kundig gemacht hatte, was sie in Praktika machten.

Ich denke
da an Technische-Assistenten bzw. Technische-Assistentinnen
wie MTA. Ich schätze mal, dass die Ausbildung hier mindestens
so gut qualifiziert wie ein Bachelor-Studium. Oder täusch ich
mich da total?

Soweit möchte ich nicht gehen, aber ich bin sicher, daß Techniker und Meister in GB und den USA ein akademischer Abschluß hätten.

Mich würde es einfach mal interessieren ob solche Unterschiede
in den Statistiken auch berücksichtigt werden.

Kaum. Mit dem Dualen System steht D ziemlich alleine da, Meister- und Technikerausbildung, so wie sie in D angeboten werden, sind auch recht enzigartig. Damit kann die Statistik der OECD sicher nichts anfangen, weil keine Hochschule dahinter steht.

Gandalf

Abitur im Vergleich?
Hi Gandalf,

Ich denke
da an Technische-Assistenten bzw. Technische-Assistentinnen
wie MTA. Ich schätze mal, dass die Ausbildung hier mindestens
so gut qualifiziert wie ein Bachelor-Studium. Oder täusch ich
mich da total?

Soweit möchte ich nicht gehen, aber ich bin sicher, daß
Techniker und Meister in GB und den USA ein akademischer
Abschluß hätten.

Bin ich deiner Meinug.

Mich würde es einfach mal interessieren ob solche Unterschiede
in den Statistiken auch berücksichtigt werden.

Kaum. Mit dem Dualen System steht D ziemlich alleine da,
Meister- und Technikerausbildung, so wie sie in D angeboten
werden, sind auch recht enzigartig. Damit kann die Statistik
der OECD sicher nichts anfangen, weil keine Hochschule
dahinter steht.

Also ist mit der Statistik eigentlich in Bezug auf Akademiker relativ wenig anzufangen.
Die nächste Frage wäre, wie es mit den Zugangsvoraussetzungen für die Hochschule ist. Wo liegt das Abitur im Verglieich? Und damit meine ich jetzt nicht den PISA-Test, sondern einen Vergleich des Schwierigkeitsgrades. Ich hab irgendwie den Eindruck, wenn ich mir da mal die niedrigeren Semester an der Uni anhöre, dass von einem Abiturienten schon einiges verlagt wird (mein Abi liegt nun schon weiter zurück, daher kann ich das nach den vielen Veränderung nicht mehr ganz beurteilen).
Und zu der ganzen Diskussion mit dem Alter eines Abiturienten fällt mir nur ein, dass es sich ja auch um eine gewisse Reifeprüfung handelt.

Gruß,
Martin

35% Elite … wow.

…hat Deutschland scheinbar zuwenig Akadeiker pro Jahrgang.
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,4365…
Ich hoffe mal, das ist das richtige Brett :smile:

Kernaussage dieses Artikels ist, dass in Deutschland zu wenig
Schüler Abitur machen um dann studieren zu gehen.
Was mich nun interessieren würde, hat die OECD denn auch
berücksichtigt, dass in vielen europäischen Länder bestimmte
Berufe auf einer Hochschule erlernt werden, für die es in
Deutschland eine mehrjährige Berufsausbildung gibt? Ich denke
da an Technische-Assistenten bzw. Technische-Assistentinnen
wie MTA. Ich schätze mal, dass die Ausbildung hier mindestens
so gut qualifiziert wie ein Bachelor-Studium. Oder täusch ich
mich da total?
Mich würde es einfach mal interessieren ob solche Unterschiede
in den Statistiken auch berücksichtigt werden.
Ich würde mit der Frage aber auch gerne eine allgemeine
Diskussion anstoßen. Also haltet euch mit Antworten nicht
zurück :wink:

Guck Dir doch einfach die Zahlen an, die sprechen für sich.

35% der Bevölkerung eines Landes A gehört zur geistigen Elite des Landes.

äh… Was war nochmal „Elite“ ?
Was auch immer der „akademische Grad im Land A“ bedeutet. Elite bedeutet er jedenfalls nicht.

Nick

Guck Dir doch einfach die Zahlen an, die sprechen für sich.

35% der Bevölkerung eines Landes A gehört zur geistigen Elite
des Landes.

äh… Was war nochmal „Elite“ ?

Unter „Elite“ (lat.: Auswahl) versteht man die Zusammenfassung überdurchschnittlich qualifizierter Personen (Funktionseliten) oder die herrschenden bzw. einflussreichen Kreise (Machteliten) in einer Gesellschaft, darüber hinaus je nach Bezug auch andere Eliten, wie z. B. die Bildungselite. Da aber die Begriffe ineinander übergehen, werden sie hier in einem Artikel abgehandelt. Als Gegenbegriff wird häufig Masse benutzt.
hab ich jetzt von hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Elite
:wink:

Was auch immer der „akademische Grad im Land A“ bedeutet.
Elite bedeutet er jedenfalls nicht.

Eben mit Elite hat Studium und akademischer Grad eigentlich realtiv wenig zu schaffen. Gerade von den Personen die einen akademischen Gard erlagen gehören eben nicht alle gleich zur Elite. Das sollte man eben nie vergessen.
Klar wäre es schöner, wenn mehr Personen den Sprung in ein Studium schaffen würden - sei es sozial, sei es gestig. Vergessen sollte man dabei aber eben auch nicht, dass nicht jeder für ein Studium geeignet ist. Da machen mich dann Zahlen mit 60% Hochschulreife und so in anderen Staaten doch ein wenig nachdenklich und ich frage mich wie vergleichbar die Hochschulreifen sind.
Was eben auch ulkig ist, ist das die deutschen Doktoranden wohl immer noch in der OECD-Spitzengruppe liegen. Liegt vielleicht daran, dass hier halt nicht so viele auf ne Universität oder so können. (Lass mich gerne korrigieren)

Ich will mit der ganzen Sache eigentlich darauf hinaus, dass wir unser Bildungssystem zu schlecht machen. Klar lässt sich viel verbessern, Stichwort Chancengleichheit (wird es zwar nie ganz geben aber versucht werden muss es) oder auch besser Betreuung in der Schule (rückblickend fände ich es gar nicht so schlecht, wenn ein Teil der Freizeitgestaltung auch an der Schule stattfinden würde). Aber darüber sollten wir nicht vergessen, dass so eine Statistik, wie die der OECD, auch ihre Mängel hat.

Gruß
martin

Akademiker oder Techniker?

Was eben auch ulkig ist, ist das die deutschen Doktoranden
wohl immer noch in der OECD-Spitzengruppe liegen. Liegt
vielleicht daran, dass hier halt nicht so viele auf ne
Universität oder so können. (Lass mich gerne korrigieren)

Ich will mit der ganzen Sache eigentlich darauf hinaus, dass
wir unser Bildungssystem zu schlecht machen.

Stimmt. Wer hochbegabt ist wird bei uns höchstwahrscheinlich auch hochqualifiziert. Die Begabtenförderung ist gut. Besser als in den meisten Ländern. Als ich das erste Mal mit amerikanischen „Ingenieuren“ zusammenarbeiten musste, hab ich nicht mehr geglaubt, dass die wirklich auf den Mond gekommen sind. (ok, die Rakete hat ja ein Deutscher entwickelt :smile: )

ABER: Das Geschrei der Industrie nach „akademikern“ bedeutet nur, dass die Industrie-Manager zu blöd sind, zwischen den Begriffen „Akademiker“ und „Techniker/Ingenieur/Naturwissenschaftler“ zu unterscheiden.

Nick

ein bachelor ist ein studium…auch im ausland…mit einem
gesellenbrief nicht zu vergleichen, genauso wie master und
meister nicht das gleiche ist:smile:
in frankreich z.b. ist man nach 2 jahren techniker, kein
bachelor.

Soweit klar, lässt sich aber sicher nicht auf alle
Berufsparten übertragen. Das ein Master einem Diplom
vergleichbar ist/sein sollte ist klar. Nur den Bachelor als
solchen hatten wir ja in Deutschland bis vor kurzem nicht (das
war quasi das Vordiplom und wird bei der Umstellung von Diplom
auf Bachelor/Master auch oft so gehandhabt). Nur gibt es halt
Berufssparten für die es im Ausland einen Studiengang gibt und
in Deutschland eine 3jährige Berufsausbildung… und wenn
das in der Statistik nicht berücksichtigt wird ist sie
irgendwie nicht wirklich aussagekräftig finde ich mal :smile:

der bachelor ist kein vordiplom. ein vordiplom dauert 2 jahre. der bachelor 3.
der unterschied zwischen studium und beruf ist, dass du beim beruf mehr arbeitest als lernst. beim studium ist umgedreht.

mfg:smile:
rene

der bachelor ist kein vordiplom. ein vordiplom dauert 2 jahre.
der bachelor 3.

Das der Bacherlor KEIN Vordiplom ist, weiß ich schon. Nur wird es bei der Umstellung der Diplomstudiengänge auf Bachelor/Master fast so gehandhabt. Da werden dann halt die ersten 6 Semester des Diplomstudiengangs als Bachelor verwendet und das wars. Und nebenbei ist die Vordiplomsdauer je nach Studiengang verschieden (meist 4 Semester, selten auch 5). Der wirklich große Unterschied zwischen Vordiplom und Bachelor besteht darin, dass für den Bachelor jedes Semester Klausuren (zu Vorlesungen, Prakitka) geschrieben werden müssen die zusammen mit einer Facharbeit (die ist sicher nicht verkehrt) die Abschlussnote geben; während für ein Vordiplom meist nur die einzelne Prüfungen die zu jedem Prüfungsfach abgelegt werden in die Note einfließen.
Aber wenn ich das Grund- und Hauptstudium bei mir vergleiche, dann bin ich im Hauptstudium auch mehr im Labor gestanden und hab gearbeitet wie ich in Vorlesungen gesessen bin.

der unterschied zwischen studium und beruf ist, dass du beim
beruf mehr arbeitest als lernst. beim studium ist umgedreht.

Ohne jetzt genau zu wissen, wie z.B. so eine TA-Ausbildung läuft, ich glaub die ist fast nur schulisch. Ähnlich sieht es mit Kinderplfleger/-erziher aus, die haben zwar ein Anerkennungsjahr und auch immer einen Tag/Woche oder so im Kindergarten. Aber in einem naturwissenschaftlichen Studium schaut ein Student schon zu, dass er neben den Praktika auch richtig im Labor arbeitet - wird auch immer mehr für den Abschluss verlangt.

Gruß
Martin

Aber wenn ich das Grund- und Hauptstudium bei mir vergleiche,
dann bin ich im Hauptstudium auch mehr im Labor gestanden und
hab gearbeitet wie ich in Vorlesungen gesessen bin.

naja…ein laborschein hat nichts mit der arbeit gemeinsam, die du machst, wenn du fertig bist.
bei einer ausbildung machst du anschliessend das, was du gelernt hast[wenn du willst].
beim studium ist das aufgrund des breitgefaecherten angebotes gar nicht moeglich.

der unterschied zwischen studium und beruf ist, dass du beim
beruf mehr arbeitest als lernst. beim studium ist umgedreht.

Ohne jetzt genau zu wissen, wie z.B. so eine TA-Ausbildung
läuft, ich glaub die ist fast nur schulisch. Ähnlich sieht es
mit Kinderplfleger/-erziher aus, die haben zwar ein
Anerkennungsjahr und auch immer einen Tag/Woche oder so im
Kindergarten. Aber in einem naturwissenschaftlichen Studium
schaut ein Student schon zu, dass er neben den Praktika auch
richtig im Labor arbeitet - wird auch immer mehr für den
Abschluss verlangt.

ja…praktika usw.
jedoch sind die in den seltensten faellen mit richtiger arbeit zu vergleichen[ausnahmen bestaetigen die regel]…weil es in diesen praktika egal ist, ob du etwas tolles machst oder nicht…

bei einer lehre bist du wichtiges glied und das, was du machst, ist das, was du danach kannst. auch wirklich schnell und zuverlaessig.
der student denkt immer, er kann es, nur weil er es beobachtet hat oder weil es im labor fertig praepariert bereit stand:wink:

wie heisst es so schoen:
A:„haben sie das verstanden?“
B:„ehm…sie muessen wissen, ich habe studiert“
A:„oje…also muss ich es noch mal erklaeren“

ich hab glatt vergessen, worum es eigentlich ging…

mfg:smile:
rene

Anmerkung
Hallo,

ja…praktika usw.
jedoch sind die in den seltensten faellen mit richtiger arbeit
zu vergleichen[ausnahmen bestaetigen die regel]…weil es in
diesen praktika egal ist, ob du etwas tolles machst oder
nicht…

Dann sind alle Ingenieurwissenschaften Ausnahmen. Zum einen wird hier nicht alles als Praktikum anerkannt, was einige so nennen - es werden auch entsprechende Tätigkeitsberichte etc. verlangt. Zum zweiten gibt es kaum einen Ingenieursstudenten, der nicht versucht, durch eine sinnvolle Tätigkeit im Praktikum bei der jeweiligen Firma einen Fuß in die Tür zu bekommen - für seine Diplomarbeit (auch wieder einen praktische Tätigkeit) und natürlich auch für die erste Stelle nach vollendetem Studium.

Gruß
loderunner

Ingenieurwissenschaften Ausnahmen. Zum einen
wird hier nicht alles als Praktikum anerkannt, was einige so
nennen - es werden auch entsprechende Tätigkeitsberichte etc.
verlangt. Zum zweiten gibt es kaum einen Ingenieursstudenten,
der nicht versucht, durch eine sinnvolle Tätigkeit im
Praktikum bei der jeweiligen Firma einen Fuß in die Tür zu
bekommen - für seine Diplomarbeit (auch wieder einen
praktische Tätigkeit) und natürlich auch für die erste Stelle
nach vollendetem Studium.

ja natuerlich…jeder student versucht, mit viel und anspruchsvollen praktika moeglichst gut dazustehen. jedoch ist es keine pflicht.
ich kenne nur 1 von 6 kuenftigen ingenieuren, der dort anfaengt, wo er praktikum und diplom gemacht hat. man kann auch niemanden verpflichten, ein erfolgreiches[also die aufgabe loesen] praktikum zu absolvieren.
in der lehre bist du gezwungen 2 jahre zu arbeiten und 1.5 in die schule zu gehen oder so. das ist halt im studium nicht so. da steht alles am rechten platz, wenn du es brauchst[im labor].
auf arbeit musst du dich selbst drum kuemmern, wie du es bekommst.

weiterhin gibt es zwischen die hochschulen ja grosse unterschiede, was das praktikum angeht. und selbst die techniker[2 jahre] in frankreich muessen ein 3-monatiges praktikum machen…

aber das ist noch lange nichts gegen ein beruf. im beruf kannst du das handwerk anschliessend. nach dem studium weisst du gar nicht, was du alles nicht kannst.

…die unendliche geschichte…teil 6

mfg:smile:
rene

Hallo,

da muss ich aber widersprechen:

ja natuerlich…jeder student versucht, mit viel und
anspruchsvollen praktika moeglichst gut dazustehen. jedoch ist
es keine pflicht.

In den Fachhochschulstudiengängen in Bayern waren seit jeher 2 Semester Praktika in Betrieben Pflicht. Und die wenigsten Betriebe haben die 20 Wochen lang nur danach geschaut, dass die Praktikanten nur ja keine Probleme lösen müssen, ganz im Gegenteil: Das sollten sie doch bitte gegen das Praktikanten-Gehalt auch tun.

ich kenne nur 1 von 6 kuenftigen ingenieuren, der dort
anfaengt, wo er praktikum und diplom gemacht hat. man kann
auch niemanden verpflichten, ein erfolgreiches[also die
aufgabe loesen] praktikum zu absolvieren.

Doch, genau das mussten wir. Im ersten PS mussten wir sogar einen Vortrag über etwas in unserer Arbeit halten, aus dem erkennbar war, womit wir uns beschäftigten, und - Überraschung - wie wir mit der Lösung der Probleme fertig wurden.

Das zweite PS sollte „ingenieurmäßige Tätigkeit“ enthalten, auch hier ein Seminiarvortrag zu dem Thema. Wer da rumgeflunkert hat, ist zumindestens vom Praktikumsbetreuer doof angeredet worden.

das ist halt im studium nicht so.
da steht alles am rechten platz, wenn du es brauchst[im
labor].

Schau Dich mal in FH-Labors an, in denen die zusätzlichen studienbegleitenden Praktika absolviert werden: Die Betreuer bauen im Zweifelsfall absichtlich Fehler ein, damit die Studenten das Fehler suchen lernen, so z. B. im Digitaltechnik-Praktikum: Studenten finden fehlerhaften Chip, sortieren ihn aus, Schaltung funktioniert…

Betreuer schmeißt den Chip wieder in die Schublade: „Sollen die nächsten auch wieder eine Gelegenheit zum Fehlersuchen haben!“

weiterhin gibt es zwischen die hochschulen ja grosse
unterschiede, was das praktikum angeht. und selbst die
techniker[2 jahre] in frankreich muessen ein 3-monatiges
praktikum machen…

Eben, die FH in Bayern verlangen zwei halbe Jahre (=Semester)

aber das ist noch lange nichts gegen ein beruf. im beruf
kannst du das handwerk anschliessend. nach dem studium weisst
du gar nicht, was du alles nicht kannst.

Hm, ich erlaube mir zu bezweifeln, dass ein gerade fregesprochener Geselle alles schon kann. (Was nicht gegen die These sprechen soll, dass ein erfahrener Werkmeister einem frischgebackenen Dipl.-Ing. nicht auch eine Menge zu erzählen hat, wenn dieser zuhören kann, aber der Werkmeister kommt ja dann auch nicht gerade neu aus der Lehre).

Gruß, Karin

Hi zusammen,

In den Fachhochschulstudiengängen in Bayern waren seit jeher 2
Semester Praktika in Betrieben Pflicht. Und die wenigsten
Betriebe haben die 20 Wochen lang nur danach geschaut, dass
die Praktikanten nur ja keine Probleme lösen müssen, ganz im
Gegenteil: Das sollten sie doch bitte gegen das
Praktikanten-Gehalt auch tun.

Auf FHs verlangt, an Unis erwünscht (und auch immer mehr an der Universität selber angeboten), zumindest im technisch/naturwissenschaftlichen Breich

ich kenne nur 1 von 6 kuenftigen ingenieuren, der dort
anfaengt, wo er praktikum und diplom gemacht hat. man kann
auch niemanden verpflichten, ein erfolgreiches[also die
aufgabe loesen] praktikum zu absolvieren.

Doch, genau das mussten wir. Im ersten PS mussten wir sogar
einen Vortrag über etwas in unserer Arbeit halten, aus dem
erkennbar war, womit wir uns beschäftigten, und - Überraschung

  • wie wir mit der Lösung der Probleme fertig wurden.

Das zweite PS sollte „ingenieurmäßige Tätigkeit“ enthalten,
auch hier ein Seminiarvortrag zu dem Thema. Wer da
rumgeflunkert hat, ist zumindestens vom Praktikumsbetreuer
doof angeredet worden.

Das kommt an einer Universität schon eher auf die Praktikumsstelle an. Klar kann ein Student es sich einfach machen und ein einfaches, wenig forderndes Praktikum absolvieren. Wenn ich da aber an meine eigenen denke, dann waren ca. 10h am Tag normal und man durfte auch mal Fehler machen und dann selber wieder ausmerzen oder erst mal suchen.

das ist halt im studium nicht so.
da steht alles am rechten platz, wenn du es brauchst[im
labor].

In Kurspraktikas schon, aber die dienen auch eher dem Vermitteln von Einblicken in die Laborarbeit bzw. Vermitteln von Grundlagen. Richtig erlernen kann man eine Methode oder die Arbeit nur im richtigen Laboralltag - dann wenn auch mal was schief geht und keiner weiß wieso :wink:

weiterhin gibt es zwischen die hochschulen ja grosse
unterschiede, was das praktikum angeht. und selbst die
techniker[2 jahre] in frankreich muessen ein 3-monatiges
praktikum machen…

Eben, die FH in Bayern verlangen zwei halbe Jahre (=Semester)

Also hier an der Uni Tübingen wird für Biochemie 3 x 6 Wochen Arbeitsgruppenpraktika verlangt (und die wollen ihr Geld und ihre Zeit nicht zum Fenster rausschmeißen), mehr geht immer und man ist in den normalen Betrieb eingebunden.

aber das ist noch lange nichts gegen ein beruf. im beruf
kannst du das handwerk anschliessend. nach dem studium weisst
du gar nicht, was du alles nicht kannst.

Hm, ich erlaube mir zu bezweifeln, dass ein gerade
fregesprochener Geselle alles schon kann. (Was nicht gegen die
These sprechen soll, dass ein erfahrener Werkmeister einem
frischgebackenen Dipl.-Ing. nicht auch eine Menge zu erzählen
hat, wenn dieser zuhören kann, aber der Werkmeister kommt ja
dann auch nicht gerade neu aus der Lehre).

Da kann ich mich dir nur anschließen. Klar weiß jemand, der frisch von der Uni kommt mehr Theorie und weniger an Praxis. Aber da eh niemand alles können kann und auch nicht muss, ist da ja normal. Und jeder der von einer Uni abgeht sollte sich im Klaren sein, dass gerade die Leute, die eher die praktische Seite gelernt haben immer für einen Ratschlag gut sind (und meist auch ganz gute haben). Aber die haben dann meistens auch schon ein wenig Erfahrung auf ihrem Gebiet und wissen von anderen Gebieten auch nicht so viel :wink:
Also brauchen wir beides, und nur wenn beide Seiten einsehen wo wer seine Stärken und Schwächen hat klappts auch im Labor oder in der Werkstatt :wink:

Gruß,
Martin

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In den Fachhochschulstudiengängen in Bayern waren seit jeher 2
Semester Praktika in Betrieben Pflicht. Und die wenigsten
Betriebe haben die 20 Wochen lang nur danach geschaut, dass
die Praktikanten nur ja keine Probleme lösen müssen, ganz im
Gegenteil: Das sollten sie doch bitte gegen das
Praktikanten-Gehalt auch tun.

ja. sie muessen probleme loesen. aber es ist egal, ob sie es schaffen oder nicht. niemand wird sie dafuer zur verantwortung ziehen oder sie feuern oder gar das praxissemester nicht anerkennen deswegen.

ich kenne nur 1 von 6 kuenftigen ingenieuren, der dort
anfaengt, wo er praktikum und diplom gemacht hat. man kann
auch niemanden verpflichten, ein erfolgreiches[also die
aufgabe loesen] praktikum zu absolvieren.

Doch, genau das mussten wir. Im ersten PS mussten wir sogar
einen Vortrag über etwas in unserer Arbeit halten, aus dem
erkennbar war, womit wir uns beschäftigten, und - Überraschung

  • wie wir mit der Lösung der Probleme fertig wurden.

ja…ich weiss…und wenn du deine aufgabe geloest hast, ist das auch wunderbar. es gibt jedoch viele projekte, die so gross sind, dass du sie nicht loesen kannst. stattdessen machst du viele kleine aufgaben.

wenn du eine praxisstelle gefunden hast, die dir das gibt, was du willst, dann ist das wunderbar fuer dich. aber es gibt sehr viele und wie gesagt, bei uns war das so…die kamen zuruck und meinten:
so ein saustall.
zu dem unternehmen geh ich nie wieder.
die haben ja keine zucht.
der chef hat mich jeden tag genervt.
meine chef meinte, ich braeuchte nicht taeglich 8 stunden zu arbeiten.

als lehrling bis zu jahre[wenn es keine rein schulische ausbildung ist] an einen chef gebunden. du musst jeden tag zur selben zeit erscheinen und jeden tag mindestens[!!] 8 stunden arbeiten.

Das zweite PS sollte „ingenieurmäßige Tätigkeit“ enthalten,
auch hier ein Seminiarvortrag zu dem Thema. Wer da
rumgeflunkert hat, ist zumindestens vom Praktikumsbetreuer
doof angeredet worden.

doof angeredet? den hintern aufreissen wuerden sie dir auf arbeit. oder du bist ein guter flunkerer.

das ist halt im studium nicht so.
da steht alles am rechten platz, wenn du es brauchst[im
labor].

Schau Dich mal in FH-Labors an, in denen die zusätzlichen
studienbegleitenden Praktika absolviert werden: Die Betreuer
bauen im Zweifelsfall absichtlich Fehler ein, damit die
Studenten das Fehler suchen lernen, so z. B. im
Digitaltechnik-Praktikum: Studenten finden fehlerhaften Chip,
sortieren ihn aus, Schaltung funktioniert…

oje…du scheinst schon voll im arbeitsstress zu sein…wenn du sowas als arbeit ansiehst.
das muss man uebrigens in der lehre auch machen. das nennt sich fehlersuche.
solange man gesagt bekommt: esist ein chip kaputt, ist das wunderbar, findest du nicht.

arbeit ist, wenn du einen fernseher vor dir hast, der nicht geht.
wenn die stckdose kein strom hat, obwohl die sicherungs drin ist.
wenn geld an der ganzen sache haengt, wie das in der lehre der fall ist. im labor ist doch alles prepariert.

Betreuer schmeißt den Chip wieder in die Schublade: „Sollen
die nächsten auch wieder eine Gelegenheit zum Fehlersuchen
haben!“

ja…wie paedagigisch wertvoll…ich wette, mitlerweile kann man die zeit stoppen…dauert bestimmt nur noch 30 sekunden, die fehlersuche. die studenten werden immer schlauer und schneller.

weiterhin gibt es zwischen die hochschulen ja grosse
unterschiede, was das praktikum angeht. und selbst die
techniker[2 jahre] in frankreich muessen ein 3-monatiges
praktikum machen…

Eben, die FH in Bayern verlangen zwei halbe Jahre (=Semester)

ah…ein bayer…na dann ist mir so einiges klar:wink:
nein, scherz beiseite…das ist an den meisten fhs so.

aber das ist noch lange nichts gegen ein beruf. im beruf
kannst du das handwerk anschliessend. nach dem studium weisst
du gar nicht, was du alles nicht kannst.

Hm, ich erlaube mir zu bezweifeln, dass ein gerade
fregesprochener Geselle alles schon kann.

liebe karin. ein gerade ausgelernter elektriker ist in der lage[sollte es zumindest], ein haus zu installieren[auf elektrischer ebene]…mit allem drum und dran…bei klempner sieht’s nicht anders aus.
ich bezweifele, dass das ein gerade fertig studierter elektroingenieur kann. der kann dafuer noch ganz andere sachen.

ich kann mich nur wiederholen bzw. ehrlich gesagt meine profs. zitieren.
der eine: werden sie ja nicht hochmuetig. wenn einer schon ein paar jahre arbeitet, ist er ihnen voraus.
der andere: der ingenieur braucht 2 jahre, um sich komplett einzuarbeiten.
der dritte: sie bekommen hier grundlagen vermittelt. das studium dient nicht dazu, ihnen all das zu vermitteln, was sie spaeter brauchen, sondern das handwerk, wie sie sich selbst mit diesen grundlagen etwas erarbeiten muessen.

ein ingenieur/wissenschaftler hat eine ganz andere basis als ein geselle.
das kann man gar nicht vergleichen, was hier aber andauernd versucht wird.

mfg:smile:
rene

Fazit und Zusatzfrage
Hallo Martin,

wenn man die Artikel liest, bekommt man den Eindruck, dass das deutsche Ausbildungssystem in internationalen Studien nicht richtig verstanden und gewürdigt wird. Praktisch gesehen kann ein deutscher Mechatroniker qualifizierter sein, als ein irischer Ingenieur. Und ein bayrischer Hauptschulabschluß könnte mit einem us-amerikanischen Highschoolabschluß mithalten.

Dabei fallen mir zwei zusätzliche Fragen ein.

1.) Jahrzehntelang waren wir in diesem Land der Meinung, dass das deutsche Schulsystem weltspitze ist. Dann kam PISA und wir mussten zerknirscht feststellen, dass das deutsche Schulsysstem mittelmäßig ist. Könnte es sein, dass das deutsche Ausbildungswesen vielleicht doch nicht so gnadenlos überragend ist?

2.) Wie sieht es mit der Konkurenzfähigkeit der Ausgebildeten aus? Wenn sich bei einer internationalen Firma ein deutscher Mechatroniker und ein irischer Ingenieur für eine technische Stelle bewerben, hat der Ingenieur die bessere Karten. Wenn sich in Rheinland-Pfalz ein bayrischer Hauptschüler und ein Bremer Abiturient um eine Lehrstelle bewerben, hat der Abiturient die besseren Karten.

Nebenbei bemerkt habe ich auch erlebt, dass sich Hochschuldozenten über die mangelnde Qualifikation der Studenten beklagten. Sicherlich hatten sie recht, wenn es darum ging, eine wissenschaftliche Elite für Forschung und Lehre heranzuziehen. Aber der Hauptzweck der Hochschulen und Fachhochschulen ist es heute, gut ausgebildete junge Menschen für den Arbeitsmarkt bereitzustellen. Insofern ist ein höherer Anteil mit Hochschulabsolventen sinnvoll.

Gruß
Carlos

Hallo René,

erst machst Du Dir die Mühe, mir zu widersprechen, aber dann bestätigst Du mich doch:

ich kann mich nur wiederholen bzw. ehrlich gesagt meine profs.
zitieren.
der eine: werden sie ja nicht hochmuetig. wenn einer schon ein
paar jahre arbeitet, ist er ihnen voraus.

Der Prof meinte offensichtlich auch, dass ein frisch freigesprochener Geselle nicht schon alles kann, was mit seinem Berufsbild zu tun hat. Auch wenn er schon alle Regeln dafür gelernt haben sollte.

Gruß, Karin