In den Fachhochschulstudiengängen in Bayern waren seit jeher 2
Semester Praktika in Betrieben Pflicht. Und die wenigsten
Betriebe haben die 20 Wochen lang nur danach geschaut, dass
die Praktikanten nur ja keine Probleme lösen müssen, ganz im
Gegenteil: Das sollten sie doch bitte gegen das
Praktikanten-Gehalt auch tun.
ja. sie muessen probleme loesen. aber es ist egal, ob sie es schaffen oder nicht. niemand wird sie dafuer zur verantwortung ziehen oder sie feuern oder gar das praxissemester nicht anerkennen deswegen.
ich kenne nur 1 von 6 kuenftigen ingenieuren, der dort
anfaengt, wo er praktikum und diplom gemacht hat. man kann
auch niemanden verpflichten, ein erfolgreiches[also die
aufgabe loesen] praktikum zu absolvieren.
Doch, genau das mussten wir. Im ersten PS mussten wir sogar
einen Vortrag über etwas in unserer Arbeit halten, aus dem
erkennbar war, womit wir uns beschäftigten, und - Überraschung
- wie wir mit der Lösung der Probleme fertig wurden.
ja…ich weiss…und wenn du deine aufgabe geloest hast, ist das auch wunderbar. es gibt jedoch viele projekte, die so gross sind, dass du sie nicht loesen kannst. stattdessen machst du viele kleine aufgaben.
wenn du eine praxisstelle gefunden hast, die dir das gibt, was du willst, dann ist das wunderbar fuer dich. aber es gibt sehr viele und wie gesagt, bei uns war das so…die kamen zuruck und meinten:
so ein saustall.
zu dem unternehmen geh ich nie wieder.
die haben ja keine zucht.
der chef hat mich jeden tag genervt.
meine chef meinte, ich braeuchte nicht taeglich 8 stunden zu arbeiten.
als lehrling bis zu jahre[wenn es keine rein schulische ausbildung ist] an einen chef gebunden. du musst jeden tag zur selben zeit erscheinen und jeden tag mindestens[!!] 8 stunden arbeiten.
Das zweite PS sollte „ingenieurmäßige Tätigkeit“ enthalten,
auch hier ein Seminiarvortrag zu dem Thema. Wer da
rumgeflunkert hat, ist zumindestens vom Praktikumsbetreuer
doof angeredet worden.
doof angeredet? den hintern aufreissen wuerden sie dir auf arbeit. oder du bist ein guter flunkerer.
das ist halt im studium nicht so.
da steht alles am rechten platz, wenn du es brauchst[im
labor].
Schau Dich mal in FH-Labors an, in denen die zusätzlichen
studienbegleitenden Praktika absolviert werden: Die Betreuer
bauen im Zweifelsfall absichtlich Fehler ein, damit die
Studenten das Fehler suchen lernen, so z. B. im
Digitaltechnik-Praktikum: Studenten finden fehlerhaften Chip,
sortieren ihn aus, Schaltung funktioniert…
oje…du scheinst schon voll im arbeitsstress zu sein…wenn du sowas als arbeit ansiehst.
das muss man uebrigens in der lehre auch machen. das nennt sich fehlersuche.
solange man gesagt bekommt: esist ein chip kaputt, ist das wunderbar, findest du nicht.
arbeit ist, wenn du einen fernseher vor dir hast, der nicht geht.
wenn die stckdose kein strom hat, obwohl die sicherungs drin ist.
wenn geld an der ganzen sache haengt, wie das in der lehre der fall ist. im labor ist doch alles prepariert.
Betreuer schmeißt den Chip wieder in die Schublade: „Sollen
die nächsten auch wieder eine Gelegenheit zum Fehlersuchen
haben!“
ja…wie paedagigisch wertvoll…ich wette, mitlerweile kann man die zeit stoppen…dauert bestimmt nur noch 30 sekunden, die fehlersuche. die studenten werden immer schlauer und schneller.
weiterhin gibt es zwischen die hochschulen ja grosse
unterschiede, was das praktikum angeht. und selbst die
techniker[2 jahre] in frankreich muessen ein 3-monatiges
praktikum machen…
Eben, die FH in Bayern verlangen zwei halbe Jahre (=Semester)
ah…ein bayer…na dann ist mir so einiges klar:wink:
nein, scherz beiseite…das ist an den meisten fhs so.
aber das ist noch lange nichts gegen ein beruf. im beruf
kannst du das handwerk anschliessend. nach dem studium weisst
du gar nicht, was du alles nicht kannst.
Hm, ich erlaube mir zu bezweifeln, dass ein gerade
fregesprochener Geselle alles schon kann.
liebe karin. ein gerade ausgelernter elektriker ist in der lage[sollte es zumindest], ein haus zu installieren[auf elektrischer ebene]…mit allem drum und dran…bei klempner sieht’s nicht anders aus.
ich bezweifele, dass das ein gerade fertig studierter elektroingenieur kann. der kann dafuer noch ganz andere sachen.
ich kann mich nur wiederholen bzw. ehrlich gesagt meine profs. zitieren.
der eine: werden sie ja nicht hochmuetig. wenn einer schon ein paar jahre arbeitet, ist er ihnen voraus.
der andere: der ingenieur braucht 2 jahre, um sich komplett einzuarbeiten.
der dritte: sie bekommen hier grundlagen vermittelt. das studium dient nicht dazu, ihnen all das zu vermitteln, was sie spaeter brauchen, sondern das handwerk, wie sie sich selbst mit diesen grundlagen etwas erarbeiten muessen.
ein ingenieur/wissenschaftler hat eine ganz andere basis als ein geselle.
das kann man gar nicht vergleichen, was hier aber andauernd versucht wird.
mfg:smile:
rene