Hallo!
Ich war mir nicht sicher, wo ich diesen Artikel posten kann; ich tu es hier bei Psychologie, weil für mich die psychologischen Aspekte entscheidend sind.
Ich bin Lehrerin an einer Berufsschule, bis Weihnachten waren wir in meiner Fachgruppe zu dritt, dann ging die eine Kollegin in Mutterschutz, die andere erkrankte schwer und fällt noch länger aus.
Ich habe dann Anfang des Jahres mit viel Einsatz und Engagement dafür gesorgt, dass v.a. unsere Prüfungsklassen keinen Unterrichtsausfall haben. Dafür erwarte ich keinen Dank, es war meine Entscheidung, aber zumindest kann ich doch Fairness im Umgang mit mir erwarten. Das scheint der Schulleitung aber nicht möglich zu sein.
In den 10 Jahren, die ich an der Schule bin, war ich immer wieder Angriffen von seiten der Ausbilder ausgesetzt, bei denen die Schulleitung mir keinerlei Rückendeckung oder Loyalität entgegengebracht hat. Stets haben sich die Angriffe als haltlos erwiesen.
Vor einigen Wochen nun bot ich den Schülern eine mehrtägige Prüfungsvorbereitung an. Obwohl wir das seit 7 Jahren machen, gab es diesmal extreme Angriffe von Ausbildern mit der Unterstellung, ich wolle mich an den Schülern bereichern. Obwohl ich noch nie Referentenhonorar dafür bekommen habe, musste ich die Abrechnung dieser Klassenfahrt dem Förderverein unserer Schule übergeben, wodurch sich viele Probleme ergaben (keine Einsicht in Kontostände usw. hatte). Auch die Rückzahlung der Restbeträge gestaltete sich schwierig.
Heute nun bekam ich eine Email meines Abteilungsleiters, dass die Innungs-Obermeisterin wieder einmal eine Beschwerde an die Schulleitung gerichtet hätte: Restgelder der Prüfungsvorbereitung seien an einige Schüler nicht zurückgezahlt worden und warum ich das Geld nicht zurückzahle, das könne man doch erwarten.
Darüber bin ich dermaßen wütend und empört!
Vor einer Woche erst hatte ich ein Gespräch mit dem Schulleiter, dass ich bei meiner nachweislich guten Arbeit erwarten kann, dass die Schulleitung sich in solchen Situationen mir gegenüber loyal verhält und nicht immer gleich Tür und Tor öffnet für Beschwerden, ohne meine Seite angehört zu haben. Dies wurde mir zugesichert, aber in diesem Fall ja offensichtlich wieder nicht eingehalten.
Ich finde es respektlos und geringschätzend, dass hier nicht darauf verwiesen wird, dass die Betroffenen das Gespräch mit mir suchen sollen (schließlich haben alle meine Schüler meine Handynummer) und auch die Obermeisterin mich persönlich ansprechen könnte. Wieder einmal wird eine Beschwerde angenommen und ich zur Rede gestellt.
Außerdem hatte die Schulleitung selbst entschieden, mir die Abwicklung der Klassenfahrt aus der Hand zu nehmen, sodass ich auf die Rückzahlungen gar keinen Einfluss mehr habe, und nun soll ich mich dafür rechtfertigen.
Meiner Meinung nach trägt dieses Verhalten dazu bei, Ausbilder und Schüler zu ermutigen, sich über mich zu beschweren anstatt solche Dinge mit mir persönlich zu klären.
Auch bin ich einfach enttäuscht, weil ich unglaublich viel und auch gute Arbeit leiste und dafür nicht eine einzige positive Rückmeldung bekommen habe (lediglich ein „oh, es hat sich noch keiner über Ihre Arbeit beschwert“).
Ich weiß, dass der Lehrerjob wenig Anerkennung mit sich bringt. Aber das hier macht mich allmählich richtig fertig. Auch weil ich im Kollegium sehe, dass es mehrere Kollegen gibt, die regelrecht systematisch fertig gemacht werden.
Wie soll ich denn damit umgehen, ohne kaputt zugehen?
Sorry für das lange Posting. Mich macht das alles ziemlich fertig.
Danke, falls jemand darauf antwortet!
Liebe Grüße, Twinga