Unordnung

Guten Abend!!

Was würdet Ihr denn machen? Meine Tochter (10 Jahre) hat ein so dermaßen überhaupt nicht aufgeräumtes Zimmer. Auf dem Schreibtisch kann nix mehr abgelgt werden (fällt alles runter; das ist nicht so schlimm, da sie meist im Hort Hausaufgaben macht) genauso ist es auf dem Nachtkästchen. Auf dem Boden kann man kaum mehr einen Fuß neben den anderen setzten… Ich bin nun sehr zwie gespalten, da ich egtl. der Meinung bin, dass sie in der Hinsicht so leben soll, wie sie will. Andererseits hab ich aber auch meine Anziehsachen bei ihr, sowie Handtücher, Bettwäsche… somit muss ich auch in dieses Zimmer und dann drehts mir jedesmal die Augen hoch… Außerdem sollte doch so ein gewisses Maß an Ordnung vorhanden sein, oder?. Wie handhabt Ihr das denn???

Gespannte Grüße Karamell

Hallo Karamell,

ich kenne die Situation von früher. Da hatte ich auch einen Schrank für Bettwäsche und Co im Kinderzimmer. Bedingung war: Ich muss bis zum Fenster kommen, ohne mir was in die Füße zu treten. Ich musste bis an den Schrank kommen, ohne mir was in die Füße zu treten. War eine Vorlesegeschichte / Gute-Nacht-Kuss gewünscht, dann musste ich das Bett dito im Dunkeln erreichen können :wink:

Weitere Bedingung: Ein Mal in der Woche saugen war Muss. Wenn der Boden bis zu einem fest gesetzten Termin MEINER Wahl (Freitag) entkontaminiert war, dann habe ich das übernommen. Ansonsten musste das bis spätestens Sonntag selbst erledigt sein. War es bis Sonntag Nachmittag nicht erledigt, habe ich angedroht, alles in einem Müllsack verschwinden zu lassen.

Wir sind ein Mal soweit gekommen, dass ich einen Müllsack begonnen habe zu befüllen… :smiley: Danach gab es nie Probleme mit der Regelung. Je nach Bequemlichkeit wurde vorher aufgeräumt, dann hatte man sich das Saugen gespart - oder am Sonntag viel halt mehr Arbeit an.

LG Petra

Hallo Petra,

ja, ich saug auch nur, wenn der Boden frei ist, bzw soweit wie ich komme ohne etwas weg räumen zu müssen.
Werd vielleicht auch mal dazu über gehen, es sie sonst selber machen zu lassen. Das mit dem Müllsack hab ich auch schon mal angedroht, aber war leider nicht konsequent genug…

dankender Gruß Karamell

Komisch. Das erinnert mich an irgendwas. Ist aber schon sehr lange her…

:wink:

Selber machen ist sicher ein Zauberwort. Bei der Gelegenheit lernt die Brut auch, dass das Arbeit macht (obwohl durchaus ein Spaßfaktor dabei ist, wenn der Staubsauger schwingt :wink:).

Das andere ist aber wirklich, konsequent zu sein. Wobei ich mir schnell selber abgewöhnt habe, zu diskutieren. Die Regel war vorgegeben. Es gab eine Alternative, zwischen der man sich entscheiden konnte…

.
.
.

Und ja - es gab auch Verhandlungsspielraum :wink:… Gab es irgendwelche wilden Legokonstruktionen oder aus Decken, Kissen, Stühlen gebaute Megahöhlen, dann durfte natürlich auch um die Ecke gesaugt werden…Voraussetzung: Die Argumente wurden verhandlungssicher vorgetragen und vom Richtergremium wohlwollend beschieden :smiley:

Im Ernst: Ich glaube, wenn die Kinder spüren, dass es da eine irgendwo eine wirklich eindeutige Grenze gibt, sie andererseits aber auch ihren - im wahrsten Sinne des Wortes - Spielraum haben, dann funktioniert das. Ohne große Nervenaufreiberei. Und über ein paar Dinge muss man halt weg gucken.

LG Petra

Hi

Lass sie in Ruhe bis es ihr selbst auf den Keks geht.

Ehrlich.

Gut ein paar Einschränkungen muss man machen:
a) Nichts essbares im Zimmer vergammeln lassen. Da hilft es am besten ihr mal zu zeigen, wie vergammelte Nudeln aussehen und ekliches… äh ähnliches.
b) Die Bahn bis zu deinem Schrank muss frei sein. Was im Weg liegt, wandert in die Mülltonne (nicht unbedingt die ersten 2 Mal, aber beim dritten vielleicht).

Ansonsten lass sie. Alles andere ist kontraproduktiv.
Ich spreche da aus Erfahrung.
Wenn Mütter ständig über die Ordnung am nölen sind, sorgt es nur dafür, dass die Kinder unordentlich bleiben.
Die als Erwachsene mag es ja nerven, das Kind aber erstmal nicht, es findet sich ja zurrecht- du musst nur gucken, dass es dir den Weg nicht verbaut.
Irgendwann wird jedes Chaos unpraktisch, v.a. wenn man irgendwann die Lieblingspuppe o.ä. sucht. Spätestens dann wird sie anfangen aufzuräumen (und evtl. etwas Hilfe brauchen).

Wenn du ständig nölst, wird sie jeden Bock verlieren aufzuräumen, auch wenn sie vielleicht grad am Morgen mit dem Gedanken aufwachte: So langsam müsste sich hier was ändern… wenn am Frühstückstisch dann eine Tirade erfolgt, wird sie es garantiert nicht tun. Dann fehlt entweder die Lust oder es ist der Trotz.

Räumst du ihr hinterher, wird sie trotz ellenlanger Tiraden nie lernen selbst aufzuräumen, weil sie es ja nie selber tun muss, nie selber erkennen muss wann es zu unordentlich ist und nie durch Unordnung behindert wird.
Unordnung ist dann nur etwas, was Mama nervt. Aber Mama kümmert sich ja auch drum.

Ich bin heute auch noch nicht die ordentlichste (aus obigen zwei Gründen), aber wenn mir dauernd die Bücher vom Nachttisch fallen, die sich dort stapeln und ich meine Haargummis nicht finde, wird gnadenlos aufgeräumt. Meist reicht der Punkt schon, um einen kompletten Frühjahrsputz zu erledigen (wenn man schonmal dabei ist…)

Also erstmal nach Möglichkeit tolerieren.
Ordnung und Unordnung kann nur unterschieden werden, wenn man beides erfährt und dann erkennt, dass Ordnung praktischer ist.

lg
Kate

Hi Karamell!

Eins vorweg: Ich hab keine Kinder, war aber mal selbst eins.
Ich war ein sehr unordentliches Kind. In einem Punkt kann ich dich beruhigen: Das kann später noch kommen, heute ist bei mir meistens sehr aufgeräumt!

Es ist sicher sinnvoll, Kinder Ordnung beizubringen und einen Mittelweg zu finden, bei dem sie noch Freiheit haben.
Wenn das mit Regeln geschieht, dann sollten sie unbedingt konsequent eingehalten werden. Die Konsequenz ist fast wichtiger als die Regel selbst.

Das mit dem Müllsack ist zweischneidig, und man sollte es nur machen, wenn man tatsächlich bereit ist, die Sachen wegzuschmeißen.
Meine Schwester hat das mit ihrer Tochter so praktiziert und diese hat es ungerührt hingenommen, das 90% ihrer Spielsachen verschwanden. (Bei einer Freundin und deren Sohn lief es genauso).

Auch das Gedächtnis für solche einschneidenden Maßnahmen ist manchmal nicht sehr anhaltend. Kinder sind eben Kinder.

Viel Glück!

LiebeGrüßeChrisTine

„Müllsack“ hat in unserem Fall nicht bedeutet, dass etwas wirklich in der Tonne landet. „Müllsack“ stand (nicht nur in direktem Zusammenhang mit Boden freihalten beim Aufräumen) für: Da verschwindet etwas im Plastiksack und ist für eine Weile nicht zugängig.

Aber ansonsten gebe ich dir völlig recht: das Ganze steht und fällt mit der Konsequenz. Und die nicht nur in dem Punkt. Wenn die Kinder grundsätzlich wissen, dass es eine eindeutige Grenze gibt, ab der es keine Diskussion mehr gibt. Davor eine Grauzone mit Verhandlungsspielraum. Und das eben grundsätzlich. Dann funktioniert das erheblich stressfreier und besser, als wenn man (meist aus eigener Bequemlichkeit) hier mal nachgibt und da mal nachgibt.

Rückblickend jedenfalls hat das bei uns super geklappt. Je nach Phase mit minimaler Anpassung der Strategie :wink:

LG Petra

Wenn sie ein Müllzimmer haben mag, dann schmeiß doch das (saubere) Altpapier, anderen zumutbaren Müll und nicht benötigte Dreckwäsche zusätzlich in ihr Zimmer.

In dem Alter kann man das machen.

LG

Gitta

Lies mal Summerhill

http://de.wikipedia.org/wiki/Summerhill

Hi Kate

Lass sie in Ruhe bis es ihr selbst auf den Keks geht.

es mag Kinder geben, denen es irgendwann auf den Keks gehen wird, ich kenne aber definitiv zwei Exemplare der Gattung Menschenkind, denen das in keiner Weise und nie auf den Keks gehen wird.
Ich habe es mehrfach darauf ankommen lassen.
Ich habe die Auswüchse auf den Flur vor den Zimmern zurückgedrängt, aber mehr nicht. Irgendwann mußte ich dann doch auch die Zimmer anmahnen.

Gandalf

Hallo,
das gibt sich oft in der Pubertät. Plötzlich wird ein Schminktisch eingerichtet und das Zimmer aufgeräumt.
Vorher muß man sie zwingen aufzuräumen.Am Besten geht das bevor sie einen bestimmten Film im TV sehen wollen. Dann schnell reagieren mit dem Spruch „Aber erst wird das Zimmer aufgeräumt“.Allerdings wird dann gerne mal alles wahllos in den Schrank, hauptsache außer Sicht, geschmissen. Also kontrollieren :wink:) Vor Allem nicht immer selber aufräumen, das tut man ja als „gute Mutter“ nur allzu oft :wink:)
Konsequent bleiben, wird schon :wink:)
Gruß,
Claudette

Hi,

ich spreche auch aus Erfahrung:

Lass sie in Ruhe bis es ihr selbst auf den Keks geht.

Ehrlich.

Ehrlich, es gibt Menschen, denen das nie (oder sehr spät - wovon die Eltern nichts mehr haben) auf den Keks geht.
Mir ist fast nie jemand auf die Nerven gefallen mit der Aufforderung zum Aufräumen (Ausnahme meine Schwester, die aber nicht mehr zuhause wohnte und nur selten da war). Ein Mindestmaß an Ordnung (für viele ist auch das noch nicht als ordentlich zu bezeichnen) habe ich aber erst gelernt, als mir meine jetzige Frau die Pistole auf die Brust setzte… Du hättest mal meine Wohnung sehen sollen, als ich noch alleine wohnte.

Ansonsten lass sie. Alles andere ist kontraproduktiv.
Ich spreche da aus Erfahrung.

Wie gesagt, ich auch. Bei mir wäre deutlicher Druck nicht unbedingt kontraproduktiv gewesen.
Was ich damit sagen will: es gibt keine Patentrezepte.

Gruß Stefan

harke

Guten morgen!!

ICH habe in der anfangszeit eine harke genommen, alles in die mitte geharkt und leere ksiten rundum gestellt.
dann haben wir die kisten nach themen befüllt und beschriftet.
alles (!) nur einmal (!) anfassen und dann zuordnen.
ein müllsack, eine restekiste.

mittlerweile geht das auch allein ganz gut.

jede woche einmal den boden freiräumen, ehe die putze kommt.
restchaos wird gestattet, sofern
a) nichts eßbares gammelt (eßverbot in den kizi)
b) keine dreckwäsche rumliegt
c) nichts gefährliches da ist.

notfalls habe ich es zusammengeharkt und drohend in einen sack gestopft. das hat meist gereicht, das ausräumen beginnen zu lassen.

sie können jetzt ganz gut aufräumen.

tilli

Konsequenz und die Wäschewanne
Hallo!

Blöd, dass Deine Sachen in dem Zimmer sind.

Ansonsten würde ich einen Betretungsstreik empfehlen. Schont die Nerven, weil Du die Unordnung nicht siehst. Ist aber auch eher was für ältere Kinder. Z.B. die dreckige Wäsche nicht mehr aus dem Zimmer holen und die frische nicht in den Schrank räumen, wenn der Weg dahin nicht frei ist.

Mein Sohn ist 9 und da hilft die Methode „Erst Aufräumen, dann…“. Wenn ich richtig genervt bin, weil das nicht klappt, dann drohe ich, mit der Kehrschaufel und der Wäschewanne aufzuräumen: Die Sachen sperre ich dann für ein paar Wochen weg, egal was es ist. Durchziehen musste ich das nur 1 oder 2mal, inzwischen weiß er, dass ich die Drohung wahr mache. :smile:

Außerdem merke ich immer wieder, dass ab einem gewissen Unordungsgrad die Kinder nicht mehr in der Lage sind alleine aufzuräumen. Da ist einfach die Hilfe eines Erwachsenen gefragt.

Schöne Grüße
kernig

Hallo Karamell,

Essensreste, die vergammeln, sind bei mir jenseits der Toleranzgrenze.

Ansonsten wäre die Frage, ob Ihr beide einfach unterschiedliche Ordnungsvorstellungen habt oder ob Dein Kind nicht strukturieren KANN.

Unterschiedliche Ordnungsvorstellungen drücken sich dadurch aus, daß das Kind sich in dem zurechtfindet, was Du als „chaotischen Schreibtisch“ definierst. Ist pausenloses Suchen angesagt, würde das auf eine Unfähigkeit zu struktierieren hindeuten.

Wer unfähig ist zu strukturieren, leidet selber unter dem Chaos und KANN keine Ordnung halten, d.h. braucht stärkere Strukturierungshilfen. Da nützt es dann auch nichts zu sagen, in dem Moment, wo es ihm/ihr auf die Nerven geht, wird er/sie schon aufräumden.

Ansonsten müßtest Du deutlich machen, wo DEINE Grenzen liegen: Gesaugt wird nur, wenn die zu saugende Fläche frei ist etc.

Viele Grüße

Iris

Hallo Iris,
ja, daran mag ein großer Teil liegen, dass sie sich nicht organisieren kann. Das geht ihr auch mit ihren Schulsachen so. Ich weiß aber nicht, wie ich ihr da noch größere Hilfestellung geben soll. Sie hat ein 20qm großes Zimmer mit wirklich genügend Stauraum. Meine Zwei Regale passen da locker rein. Wir sind erst vor einem 1/2 Jahr in die Whg gezogen und haben damals gemeinsam alles schön eingerichtet, so dass es egtl. ein leichtes wäre diese Strukturen einigermaßen zu halten.

Mal sehen, was mir zur Struktur noch einfällt.

Gruß Karamell

Hallo!

Blöd, dass Deine Sachen in dem Zimmer sind.

Ja, blöd ist auch, dass sie immmernoch Probleme hat, sich morgens ihre Anziehsachen selbst raus zu suchen. Sie sitzt dann weinend vor ihrem Schrank und weiß nicht weiter. Und ich gehe dann her und helfe ihr - natürlich, es muss ja voran gehen in der früh. Bin aber schon wieder genervt, da ich diejenige bin, die aus dem Wust versucht Anziehsachen raus zu ziehen.

Außerdem merke ich immer wieder, dass ab einem gewissen
Unordungsgrad die Kinder nicht mehr in der Lage sind alleine
aufzuräumen. Da ist einfach die Hilfe eines Erwachsenen
gefragt.

Ja, soweit sollte es aber erst gar nicht kommen.

Grüße Karamell

Ja, das mit dem Müllsack hab ich auch als Wegschließen für einige Zeit verstanden.

Grüße