Unschied: Hitler - Kaiserreich

Hi,

ich hoffe, dass das eine Diskussion wird, wo ich verschiedene Meinungen sammeln kann! :smile:

Also viele sagen, dass die Kriegsziele des Kaiserreichs von der Aussenpolitik und Kriegsführung Hitlers im wesentlichen Unterscheiden. Der Unterschied liegt eigentlich doch nur darin, dass im ersten Weltkrieg Deutschland „gezwungen“ wurde durch den ganzen Länderbund und im zweiten Weltkrieg man einfach das Gebiet erweitern wollte.

Gibt es jetzt eigentlich noch andere wesentliche Unterschiede?

Mit freundlichen Grüssen!
Chingy

Hallo Chingy,

… und und im zweiten Weltkrieg man
einfach das Gebiet erweitern wollte.

So kann man das natürlich auch nennen. :wink: Man wollte das Gebiet ganz erheblich erweitern - man wollte die Weltherrschaft.

Hitler meinte anlässlich der Olympischen Spiele in Berlin: Nächstes Mal finden die Olympischen Spiele noch einmal in Tokio statt, und danach für alle Zeiten nur noch in Deutschland.

Leider finde ich jetzt das genaue Zitat nicht mehr. Vielleicht habe ich das auch nur im Fernsehen gesehen? *grübel* … Stimmt, so war es. Kam irgendwann mal auf N24. Ich habe seine Stimme noch im Ohr. (Was haben die nur an dem Schreihals gefunden?)

Gibt es jetzt eigentlich noch andere wesentliche Unterschiede?

Ja, gibt es. Man beschränkte sich nicht darauf, einfach nur das Gebiet zu erweitern, sondern kämpfte auch gegen die eigene Bevölkerung, sofern diese zufällig jüdisch war.

Schöne Grüße

Petra

Hi,

Servus

ich hoffe, dass das eine Diskussion wird, wo ich verschiedene
Meinungen sammeln kann! :smile:

Also viele sagen, dass die Kriegsziele des Kaiserreichs von
der Aussenpolitik und Kriegsführung Hitlers im wesentlichen
Unterscheiden. Der Unterschied liegt eigentlich doch nur
darin, dass im ersten Weltkrieg Deutschland „gezwungen“ wurde
durch den ganzen Länderbund und im zweiten Weltkrieg man
einfach das Gebiet erweitern wollte.

Zu diesem Thema gibt es viel zu sagen und ich mache hier nur mal einen kleinen Anfang :smile:

Zunächst einmal kann man so nicht sagen, dass das Deutsche Reich in den ersten Weltkreig reingezwungen wurde. Wilhelm hat Franz-Josef ganz gezielt den Rücken gestärkt und ihm klar gemacht dass die Deutschen auf jeden Fall zu Ö-U halten werden egal was passiert. Wie so ziemlich jede Großmacht um 1914 hatte das Deutsche Reich genug Pläne im Falle eines Krieges. Wie genau der beginnen soll war ja im wesentlichen egal…

Zu den Kriegszielen muss man sagen, dass die Ausgangslage 1914 um einiges schlechter war als 1939. Der Dreibund war effektiv ein Zweibund da die Italiener ihrer Bündnisspflicht nicht nachkamen. Zudem war ein Zweifrontenkrieg vorprogrammiert da die Russen im Osten auf von Begin an aktiv am Krieg beteiligt waren. Eine dritte Front kam mit Serbien dazu und wenn man so will eine weitere Front in den Kolonien.

Dennoch war die anfängliche Strategie zu Lande erstaunlich ähnlich. Ein schneller Sieg im Osten sollte Kräfte freimachen um dann im Westen zunächst Frankreich und dann die Briten zu besiegen. Was 1939 gegen die Polen finktionierte ging 1918 gegen das Zarenreich böse daneben. Der Feldzug gegen Frankreich basierte sogar auf dem selben (Schlieffen-) Plan. Auch hier hatte Hitler mehr Glück als Willhelm und ab diesem Zeitpunkt kann man eigentlich keine Parallelen mehr ziehen. Im ersten Weltkrieg zog sich der Krieg im Westen durch bis 1918, im osten bis zu Kapitulation Russlands bis 1917 und im Süden mit der neuen Alpenfront gegen die Italiener ebenfalls bis 1918. Von den Kämpfen in den afrikanischen Kolonien und in den pazifischen Überseeprotekrotraten ganz zu schweigen. Generell kann man sagen dass Willhelms Ziele doch etwas konservativer waren als die von Hitler (Stichwort Weltherrschaft).

Im Seekrieg gab es auch einige Parallelen. So versuchten die Deutschen schon im ersten Weltkrieg England mit Hilfe von U-Booten auszuhungern. Zudem gab es in beiden Kriegen einige Schiffe die erfolgreich als Handelsstörer die alliierten Handelswege terrorisierten. Ansonsten sah die Strategie 1914 so aus, die Briten in eine Entscheidungsschlacht zu zwingen. Es kam dann aber nur zu einem einzigen Zusammentreffen und zwar der Schlacht am Skagerrak bei dem das Deutsche Reich zwar de facto als Sieger hervorging aber an der Situation wenig änderte.
Im zweiten Weltkrieg war die deutsche Flotte weit davon entfernt die briten direkt herauszufordern. Zwar waren die Schiffe an sich überlegen aber zahlenmäßig sah es ziemlich düster aus. Das hatte zur Folge dass die großen Einheiten meistens alleine (manchmal auch zu zweit) ausliefen mit dem Ziel den Handel zu stören und nicht um die britische Flotte anzugreifen.

Gibt es jetzt eigentlich noch andere wesentliche Unterschiede?

Das war jetzt mal eine grobe Zusammenfassung meiner Sicht der Dinge. Es gab sicher Parallelen aber die Ausgangslage und der Kriegsverlauf in den jeweils ersten Jahren war doch so unterschiedlich, dass es purer Zufall wäre wenn man hier noch Übereinstimmungen finden würde. AFAIK waren der Schlieffenplan und der U-Bootkrieg so ziemlich die einzigen Dinge die Hitler aus dem ersten Weltkrieg übernommen hat (wenn man von seiner Aversion gegen Gas mal absieht) was eigentlich auch einer der Hauptgründe für die Anfangserfolge der Wehrmacht gegen Armeen war, die sich konzeptionel noch nach dem Großen Krieg richteten.

So…jetzt wollen wir mal sehen was ich alles vergessen habe und von anderen noch so kommt :smile:

Mit freundlichen Grüssen!
Chingy

MfG
Christoph

Gibt es jetzt eigentlich noch andere wesentliche Unterschiede?

Ja, gibt es. Man beschränkte sich nicht darauf, einfach nur
das Gebiet zu erweitern, sondern kämpfte auch gegen die eigene
Bevölkerung, sofern diese zufällig jüdisch war.

Erst vorgestern horte ich auf C-SPAN2 einen Historiker sagen, dass auch der Kaiser was von der Vernichtung/Ausrottung der Juden gefasselt hat, bereits im 1.WK, glaub ich.

Hallo,

ich denke schon, daß es da wesentliche Unterschiede gab.
Die deutschen Kriegsziele im 1. Weltkrieg waren wesentlich bescheidener - da ging es nicht um die Weltherrschaft. Eigentlich ging es hauptsächlich gegen England und Frankreich aus deutscher Sicht und da wohl eher um die Ausschaltung als Konkurrenten. Nordeuropa blieb ja außen vor, Amerika lag eh nicht in Sichtweite der Generäle und Rußland als Gegner ergab sich mehr oder weniger auf Grund der Tatsache, daß es einfach ein verbündeter der anderen Seite war. Territorial waren im Osten allenfalls die polnischen Gebiete wichtig. Und natürlich ging es um Kolonien, um die Hoffnug, durch einen gewonnenen Krieg einen teil vom britischen und französischem Kolonialreich zu ergattern.
Hitler war da wesentlich größenwahnsinniger - er wollte die Weltherrschaft. Und er begann auch ganz anders - eigentlich fing der 2. Weltkrieg ja schon mit der Besetzung Österreichs an. Er hatte da auch viel weitreichendere Pläne - die gingen bis nach Indien. Deshalb wollte er ja den Suezkanalk unter Kontrolle bekommen und über den Süden der Sowjetunion vorstoßen. Es gab ja sogar schon gedruckte Briefmarken für eine zu installierende indische Nationalregierung von 1943 - die Dinger hat jeder gute Briefmarkensammler im Album.
Hier ging es also um viel größere Dinge.

Gernot Geyer

Hallo!
Klarstellung:

Also viele sagen, dass die Kriegsziele des Kaiserreichs von
der Aussenpolitik und Kriegsführung Hitlers im wesentlichen
Unterscheiden.

KriegsZIELE also.

Der Unterschied liegt eigentlich doch nur
darin, dass im ersten Weltkrieg Deutschland „gezwungen“ wurde
durch den ganzen Länderbund

Kein ZIEL, sonder GRUND für den Krieg.
Die Kriegszieldiskussion ist eine problematische Angelegenheit, weil die Kriegsziele des Deutschen Reiches einerseits erst im Verlauf des Kriegs formuliert wurden, andererseits aber, wie auch bei den anderen Mächten, je nach Aussicht auf den Sieg, ausgeweitet oder zurückgenommen wurden (nicht ohne Meinungsverschiedenheiten zwischen der Zivilregierung und den Militärs).
Für das Deutsche Reich gilt:
Während die koloniale Expansion in der imperialistischen Phase vor dem WK I dominierte, trat sie im Krieg zugunsten der kontinentaleuropäischen hegemonialen Positionierung des Deutsche Reichs zurück (ganz im Sinn der traditionellen preußisch-deutschen Sicherheitspolitik): mit dem Ziel einer Revision der Ost- und Westgrenzen des Reichs. Der Grund dafür war die Erkenntnis aus der Julikrise, dass die immer befürchtete (und von Bismarck vermiedene) militärische Einkreisung - oder Auskreisung - unter Wilhelm II. Realität geworden war.
Eine wichtige Quelle für die deutschen Kriegsziele ist das sog. „Septemberprogramm“ des RK Bethmann Hollweg (9.9.1914, aus dem Großen Hauptquartier nach Berlin geschickt): u. a.
Angliederung Luxemburgs („wird deutscher Bundesstaat“),
aus Belgien werden Lüttich und Verviers an Preußen angegliedert,
Frankreich tritt den Küstenstreifen von Dünkirchen bis Boulogne, besonders das Erzbecken von Briey ab.
Also hier: wirtschaftliche Motive; und zwar zur Schaffung eines von den Kolonien unabhängigen mitteleuropäischen Wirtschaftsraumes, der unter der Hegemonie des Deutschen Reichs stehen sollte.
Nach 1915 wurden die Kriegsziele im Osten wichtig:
Polen sollte von Russland unabhängig werden (deshalb am 5.11.1916 die Ausrufug des Königreichs Polen durch die Mittelmächte!);
für Litauen und Kurland (baltische Provinzen Russlands) wurde die Eingliederung ins Deutsche Reich gefordert.
Hitler propagierte zwar als Ziel seiner Politik die Revision des Versailler Vertrags (Eingliederung der Sudetendeutschen, Anschluss Österreichs). Aber es ging ihm nie nur darum, und auch nicht um Kolonien, sondern um die Expansion nach Osten (Stichwort „Lebensraum“) und um die Schaffung des germanischen Weltreichs (deshalb immer wieder die Rücksichtnahme auf Großbritannien).
Der WK II begann ja, als die „Revision von Versailles“ beendet war, d. h. als darüber hinaus mit dem Überfall auf Polen der Anfang für die Expansion gemacht wurde.
Gruß!
H.

So kann man das natürlich auch nennen. :wink: Man wollte das
Gebiet ganz erheblich erweitern - man wollte die
Weltherrschaft.

Den Beweis dafür hast Du mir schon vor Monaten versprochen.

Ich habe seine Stimme noch im Ohr.

Spricht er öfters zu Dir?

Schönen Gruß

Das war im holländ. Exil - zumindest wollen daß jetzt irgendwelche Historiker herausgefunden haben.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Christoph

Der Feldzug gegen Frankreich basierte sogar auf dem selben (Schlieffen-) Plan. Auch hier hatte Hitler mehr Glück als Willhelm und ab diesem Zeitpunkt kann man eigentlich keine Parallelen mehr ziehen.

Mannsteins Sichelschnitt von 1940 (durch Belgien nach Frankreich und dann nach Norden/Dünkirchen schwenken) war aber schon ein anderer als der Schlieffenplan (durch Belgien nach Frankreich und dann nach Süden/ Paris schwenken).

Im Seekrieg gab es auch einige Parallelen. So versuchten die
Deutschen schon im ersten Weltkrieg England mit Hilfe von
U-Booten auszuhungern. Zudem gab es in beiden Kriegen einige
Schiffe die erfolgreich als Handelsstörer die alliierten
Handelswege terrorisierten.

Warum stellst Du das so einseitig dar? Dtl führte Handelskrieg gegen die Entente/ Alliierten und umgekehrt.

Gruß

* so ist es (owt)

Mal dahergeredet vs. tatsächlich versucht …

Erst vorgestern horte ich auf C-SPAN2 einen Historiker sagen,
dass auch der Kaiser was von der Vernichtung/Ausrottung der
Juden gefasselt hat, bereits im 1.WK, glaub ich.

Das wusste ich noch nicht, das ist interessant. Ich muss mir doch einmal ein bisschen mehr über den Kaiser und seinen Krieg anschauen.

Aber es macht immer noch einen Unterschied, ob man etwas nur sagt, oder ob man es tatsächlich versucht … wobei „versucht“ vielleicht hier keine so ganz gelungene Wortwahl ist. Die Zahl, die ich im Kopf habe, sind 6 Mio. Todesopfer, davon in Auschwitz allein 1,5 Mio.

Und das in nur 2 1/2 Jahren!
(Januar 42: Die erste Gaskammer in Auschwitz wird gebaut, Q: Müller-Hill;
26.11.44: Himmler gibt den Befehl zur Sprengung der Gaskammern, Q: Astor)

Ich versuche manchmal, mir solche Zahlen vorzustellen. Wenn man ein Stadion durchschnittlicher Größe nimmt, dann passen da (bei einem Konzert, nicht bei einem Fußballspiel) ca. 40.000 Menschen hinein. Warte, das kann ich nicht im Kopf rechnen, da muss mir der PC helfen. … Bei mir ergibt das 37,5 solcher durchschnittlicher Stadien. Und ich weiß, was für einen Riesenverkehrsstau auch nur eines dieser Stadien verursachen kann … einmal war ich sogar auf einem Konzert mit 150.000 Zuschauern. Ich kann mir das also noch einigermaßen vorstellen - wenn auch nur einigermaßen, denn man sah damals praktisch gar nicht mehr, wo die Menschenmenge endete. Aber ich habe es nun trotzdem mit einem „kleinen“ Stadium ausgerechnet - es war ja nicht jeder auf so einem Monsterkonzert.

Andere vergleichen große Zahlen mit den Einwohnerzahlen von Städten. Aber ich finde, wenn die Menschen wirklich alle „auf einem großen Haufen“ sind, wird es deutlicher.

Schöne Grüße

Petra

So kann man das natürlich auch nennen. :wink: Man wollte das
Gebiet ganz erheblich erweitern - man wollte die
Weltherrschaft.

Den Beweis dafür hast Du mir schon vor Monaten versprochen.

Ich habe seine Stimme noch im Ohr.

Spricht er öfters zu Dir?

Und du meinst also tatsächlich, ich mache mich nun noch einmal auf die Suche nach der Quelle? Wie käme ich denn dazu?

Nur zur Info: Ich „höre“ Gesprochenes immer in Gedanken. So funktioniert mein Gedächtnis. Auch wenn das ganz belanglose Dinge sind - ich habe davon manchmal eine „Aufnahme“ im Kopf, und die bleibt oft jahrelang gespeichert.

Mir ist übrigens auch wieder eingefallen, wo ich den Beweis suchen könnte. Und zwar in einer E-Mail, die ich jemandem geschickt habe. Da das aber viel Arbeit ist, sehe ich nicht ein, warum ich das tun sollte, wenn man mich so schwach anredet.

Schöne Grüße

Petra

Hallo Christoph

Servus

Mannsteins Sichelschnitt von 1940 (durch Belgien nach
Frankreich und dann nach Norden/Dünkirchen schwenken) war aber
schon ein anderer als der Schlieffenplan (durch Belgien nach
Frankreich und dann nach Süden/ Paris schwenken).

Dass es keine 1:1 Übereinstimmung zwischen 1914 und 1940 gibt ist klar. Allerdings gab es genug Parallelen (Angriff über die rechte Flanke durch das neutrale Belgien, Vermeidung der starken Verteidigung im Süden). Das es unterschiedliche operative Ziele gab ist klar und ich habe ja auch geschrieben dass ich eine eher grobe Aufzählung mache…

Warum stellst Du das so einseitig dar? Dtl führte Handelskrieg
gegen die Entente/ Alliierten und umgekehrt.

Ich habe ja geschrieben dass das deutsche Reich Handelskrieg führte. Das es auch alliierte Bemühungen gab ist klar. Das hat aber mit den deutschen Kriegszielen (um die es in der Frage geht) eher weniger zu tun hat weswegen ich sie hier auch nicht erwähnt habe.

Gruß

MfG
Christoph

Servus

Erst vorgestern horte ich auf C-SPAN2 einen Historiker sagen,
dass auch der Kaiser was von der Vernichtung/Ausrottung der
Juden gefasselt hat, bereits im 1.WK, glaub ich.

Aha. Wurde da auch was über die Integrationspolitik von Wilhelm II. berichtet welche Juden erstmals zu gleichwertigen Bürgern machte? Oder von seiner Palästinareise zusammen mit Theodor Herzl? Oder von sein Freunden jüdischen Glaubens?

Fakten zu unterschlagen ist fast so schlimm wie Fakten zu erfinden. Bei solchen Historikern wollte man sich vorsehen (vorausgesetzt dass es nicht du warst der hier nicht alle Fakten brachte).

MfG
Christoph

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Hallo,

Ich habe ja geschrieben dass das deutsche Reich Handelskrieg
führte. Das es auch alliierte Bemühungen gab ist klar. Das hat
aber mit den deutschen Kriegszielen (um die es in der Frage
geht) eher weniger zu tun hat weswegen ich sie hier auch nicht
erwähnt habe.

mein Fehler

Gruß

o.t.

Und du meinst also tatsächlich, ich mache mich nun noch einmal
auf die Suche nach der Quelle? Wie käme ich denn dazu?

Wieso „noch einmal“, ich warte ja immer noch. Das scheint eine beliebte Masche von Dir zu sein: erst irgendwelche Geschichten aufzutischen und dann mit „muß ich in meinen weitläufigen Archiven nachsehen“ die Diskussion in’s Leere laufen zu lassen.

Mir ist übrigens auch wieder eingefallen, wo ich den Beweis
suchen könnte. Und zwar in einer E-Mail, die ich jemandem
geschickt habe. ,

toll (s.o.)

Da das aber viel Arbeit ist, sehe ich nicht
ein, warum ich das tun sollte wenn man mich so schwach
anredet.

Was erwartest Du als Reaktion auf einen (wiederholt) schwachen Artikel? Also bitte, bitte großes Medium laß noch einmal die Stimmen zu Dir sprechen und sage mir wo das Ziel „Weltherrschaft“ festgelegt wurde.

Gruß

Hallo,

Die deutschen Kriegsziele im 1. Weltkrieg waren wesentlich
bescheidener - da ging es nicht um die Weltherrschaft.

Da ist der Historiker Fritz Fischer(60er Jahre, „Griff nach der Weltmacht“) etwas anderer Meinung.

… Amerika lag eh
nicht in Sichtweite der Generäle …

Das, sagen manche, ist eine der ganz großen Verwunderlichkeiten: Amerika, der damals schon wirtschaftliche Gigant, gab es in den Plänen, Strategien der Deutschen überhaupt nicht!

Gruss
Laika

Servus!

… und und im zweiten Weltkrieg man
einfach das Gebiet erweitern wollte.

So kann man das natürlich auch nennen. :wink: Man wollte das
Gebiet ganz erheblich erweitern - man wollte die
Weltherrschaft.

Hitler meinte anlässlich der Olympischen Spiele in Berlin:
Nächstes Mal finden die Olympischen Spiele noch einmal in
Tokio statt, und danach für alle Zeiten nur noch in
Deutschland.

Aber nicht, weil er bis dahin die ganze Welt beherrschen wollte, sie größenwahnsinnig war nicht mal der Gröfaz. In seinem legendären „Zweiten Buch“ legt er noch viel klarer als im „Kampf“ seine Pläne dar: Er stellte sich vor, daß es nach seinem Siegeszug verschiedene Supermächte wie Deutschland, Japan und die USA geben würde, die dann ihre jeweils eigenen Wirtschaftsregionen dominieren sollten. Für Japan war das Asien, die USA sollten Amerika kriegen und Deutschland Europa und das europäische Rußland. Afrika war ja eh noch kolonisiert und daher „europäisch“ (d.h. nach dem Weltkrieg im Sinne Hitlers deutsch dominiert: Die Franzosen, Engländer usw. hätten ihre Kolonien im Großen und Ganzen behalten dürfen, da ihre Wirtschaft ja eh deutsch kontrolliert gewesen wäre), wobei er da auch den anderen beiden Supermächten Spielraum einräumte.

Die Vorbereitung und Etablierung dieser globalen Wirtschaftsräume war das letztendliche Kriegsziel Hitlers. Willi Zwo dachte da natürlich ganz anders - konservativer. Ihm ging es um ein hegeomniales Deutschland, das nicht nur „einen Platz an der Sonne“ haben sollte, sondern die anderen (europäischen) Mächte in den Schatten stellen sollte - in den Bahnen des europäisch dominierten Kolonialismus. Ausserhalb dieses Kolonialismus/Imperialismus konnten sich Willi und Konsorten wenig vorstellen.
Hitler dahte eher an eine Art Globalisierung unter Führung weniger Großmächte.

VG
Christian

HAllo,

natürlich waren die USA schon damals eine Wirtschaftsmacht. Aber offenbar hatten Wihelms Gerneräle genug Realitätssinn, um zu wissen, daß sie nicht wirklich eine Chance hatten, die USA anzugreifen. MÖCHTEN ist ja nicht gleich KÖNNEN - das war denen schon irgendwie klar.
Ich denke, man sollte nicht zu viel auf irgendwelche militärischen Pläne geben. Die Stäbe aller Armeen planen schließlich irgendwelchen Müll für den Notfall - auch Angriffspläne - und das ist deshalb noch lange kein ernsthafter politischer Wille der Regierung.
Praktisch wollte diesen Weltkrieg wohl keiner damals in Deutschland wirklich.
Man sollte auch Wilhelms Antwort an Franz Josef nicht überbewerten - der gute Willy hatte schließlich bekanntermaßen einen gewissen Hang zu markigen Sprüchen und war damit zur Verzeiflung seiner eigenen Regierung schin oft genug in alle Fettnäpfe getreten.
ES konnte sich wohl einfach keiner vorstellen, daß die dämliche k-u-k Bürokratie mit ihrem vetrottelten Kaiser an der Spitze wirklich so blöd sein konnte, einen Krieg mit Serbien anzufangen, der ja automatisch Rußland auf den Plan rufen mußte und diese dumme KuK Monarchie zerlegen mußte. Das war geplanter politischer Selbstmord - jeder wußte, daß der morsche Haufen einem großen Krieg nicht gewachsen sein würde.
Aber Franz Josef war ja nicht zu halten, er mußte es wieder mal mit einem Ultimatum versuchen, obwohl er schon im Krieg gegen Sardinien damals gewaltig aufs Maul gefallen war. Und dann hat ihm die recht maßvolle Antwort der Serben nicht mal gereicht - er wollte es halt genau wissen… na ja.

Gernot Geyer

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HAllo,

Servus

natürlich waren die USA schon damals eine Wirtschaftsmacht.
Aber offenbar hatten Wihelms Gerneräle genug Realitätssinn, um
zu wissen, daß sie nicht wirklich eine Chance hatten, die USA
anzugreifen. MÖCHTEN ist ja nicht gleich KÖNNEN - das war
denen schon irgendwie klar.

Es geht wohl eher darum dass man sich nicht vorstellen konnte, dass sich die USA (sie waren ja Neutral) in einen europäischen Krieg einmischen würde. Desweiteren konnte man auch nicht glauben dass eine Nation in der Lage, ein großes Heer über den Atlantik hinweg effektiv zu versorgen. Mal ganz davon abgesehen dass man damit rechnete den Feind binnen Jahresende besiegt zu haben wodurch ein Eingreifen der USA quasi keine Rolle in den Plannungen spielt.

Ich denke, man sollte nicht zu viel auf irgendwelche
militärischen Pläne geben. Die Stäbe aller Armeen planen
schließlich irgendwelchen Müll für den Notfall - auch
Angriffspläne - und das ist deshalb noch lange kein
ernsthafter politischer Wille der Regierung.
Praktisch wollte diesen Weltkrieg wohl keiner damals in
Deutschland wirklich.

Das stimmt mit Sicherheit nicht. Sowohl Militär als auch Politik versprach sich einiges von einem (siegreichen) Krieg. Schließlich wurde ja auch in der Vergangenheit recht erfolgreich Krieg geführt was dann meistens in Gebietserweiterungen resultierte. Die Kriegsziele die Kanzler Hollweg in seinem Septemberprogramm festlegte wurden hier auch schon beschrieben.
Zudem war besonders im Deutschen Reich die Bevölkerung begeistert vom Krieg. In den Erzählungen ihrer (Groß)Eltern hatte Krieg etwas heroisches und fast nur positives (man hat ja gewonnen) von daher war der Ehrgeiz große auch selbst etwas zu leisten. Vor allem Jugendliche und Schüler waren kaum zu halten (siehe Notabitur).

Zum Rest deines Postings möchte ich nicht viel sagen. Ich habe selten einen so unsachlichen Beitrag zum Thema Ursachen des 1. Weltkriegs gelesen von daher ist es eigentlich nicht möglich darauf eine sachliche Stellungnahme abzugeben.

Gernot Geyer

MfG
Christoph