Unsere Tochter ist um 7 Tage ein Kann-Kind-was tun

Wir leben in Baden-Württemberg. Die Schulpflicht für das kommende Schuljahr 2009/2010 läuft bis 30. September. Unsere Tochter wird aber „erst“ am 07. Oktober 6. Habt Ihr Erfahrung mit dem Thema?

Sie ist sehr zierlich, noch recht verspielt, unheimlich phantasiebegabt, musikalisch und wissbegierig. Alle ihre Freundinenn und Freunde gehen in diesem Jahr als Muss-Kinder zur Schule. Im Kindergarten wäre sie dann für ein langes Jahr mit Abstand die Älteste.

Die Erzieherin rät trotzdem zu noch einem Jahr Kindergarten. Weil sie motorisch noch nicht ganz so weit sei und auch die Motivation/Konzentration noch ein bisschen besser werden könnte. Der Kinderarzt rät zur Einschulung. Sie sei „fit“. Originalton: Sie haben ja keine Ahnung, was da sonst noch alles in die Schule geht als Muss-Kind. Die Verbindungslehrerin Kindergarten-Schule (hat sie 5x eine knappe Stunde gesehen) hat keine Zwefel, dass sie vom Kopf her problemlos mitkommt, empfiehlt aber, die Punkte „Motorik“ und „Motivation/Konzentration“ zumindest in den kommenden Monaten ganz genau zu beobachten. Die Musikschul-Lehrerin empfiehlt Einschulung.

Wir bewegen uns zwischen zwei Sorgen:

  1. Wenn wir sie einschulen, überfordern wir sie dann?
  2. Wenn wir sie im Kindergarten lassen, langweilt sie sich dann und geht ihre Wissbegiere vor die Hunde?

Ich bin gespannt auf Ihre Meinung, auch wenn ich weiß, dass wir das letztlich ganz alleine entscheiden müssen.

Hallo,

bei meiner Tochter war es damals ähnlich. Ich hätte es gerne gesehen, dass sie ein Jahr in die Vorschule gegangen wäre, aber Kann Kinder durften nicht in die Vorschule. Wir haben sie dann eingeschult und das Resultat war, dass sie die erste Klasse 2x gemacht hat. Ich würde nach dieser Erfahrung lieber dann noch ein Jahr warten und ihr Zeit und Raum geben zur Entfaltung. Der Druck in der Schule von Klasse 1 an ist schon immens.
Gruß,
Claudette

Hallo,

schenke deinem Mädchen noch das eine Jahr unbeschwerten Lebens, Spielen, Träumen - der Ernst des Lebens beginnt früh genug - zurückdrehen lässt sich dann nichts mehr. Wir haben in ähnlicher Situation so entschieden und beste Erfahrungen gemacht. Das eine Jahr Kindi als Älteste hat sie genossen und lernt nun in der Schule mühelos und konzentriert. Wenig ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit war ein weiterer Grund, mit der Einschulung noch zu warten.

Gruß

hallo ulrike,

ich habe meine kann-kinder alle zurückstellen lassen.
es ist ihnen gut bekommen.
mein älterster wurde allerdings durch trennung und umzug zwangsweise zurückgestellt, das war intelektuell nicht so schön, aber sozial wiederum nicht schlecht.

die schule ist ein wirklicher sprung und wenn das kind noch zart oder anders „ungeeignet“ ist, macht man den sprung noch schwerer.

dass es keine vorschulförderung mehr gibt, ist ein jammer, aber es gibt kigä, die für die großen ein tolles programm anbieten. auch außerhalb des kiga ist förderung möglich.

kann man in euren schulen innerhalb der ersten beiden/letzten beiden schuljahren aufrücken? offene grundschule heißt das, glaube ich. in unserer GS wird viel gewechselt. das finden alle kinder normal. rauf und runter.

meine meinung: wissen zufüttern ist leichter als schulstreß abpuffern müssen. ein zurück in den kiga wäre demütigend (sagt man).

tilli

Alle ihre
Freundinnen und Freunde gehen in diesem Jahr als Muss-Kinder
zur Schule.

Wirklich „ALLE“?

Die Erzieherin rät trotzdem zu noch einem Jahr Kindergarten.
Der Kinderarzt rät zur Einschulung.

Stellt sich jetzt die Frage, wer Dein Kind besser kennt. Die Erzieherin oder der Kinderarzt.

Hast Du vertrauen zu der Erzieherin Deiner Tochter?

Originalton: Sie haben ja keine Ahnung, was da sonst noch
alles in die Schule geht als Muss-Kind.

Wenn die Pädagogische Fachkraft tatsächlich von „WAS da sonst noch in die Schule geht“ spricht, bin ich sprachlos.

Tatsächlich vergehen ja dann bis September noch einige Monate, in denen sich viel verändern „KANN“.

Grundsätzlich bin ich gegen so eine frühe Einschulung. Meine zwei großen sind November u. Dezember-Kinder, somit hatten wir Glück. Jedoch konnte ich auch beobachten, daß Mitschüler, die fast 3/4 Jahr jünger waren (natürlich nicht über einen Kamm geschwert), doch manchmal den Unterricht bremsten - was für die Älteren dann wiederum sehr langatmig war, und dann wiederum den Unterricht wegen Unterforderung störten. (Laut Lehrerin).

Es war dann auch nicht nur ein Kind dieser „Kleinen“ die dann in Klasse 3 das Schuljahr wiederholten.

Also: Wirklich keine leichte Entscheidung!

Hoffe für Euch auf weitere Tips, konnte hoffentlich ein bischen Denkanstöße geben,

und wünsche Euch bei Eurer schweren Entscheidung das richtige „Bauchgefühl“!

LG Motorradmieze

Hallo Ulrike,
wir hatten ein ähnliches Problem. Bei uns gibt es eine Schule an der eine Grundschulförderklasse eingerichtet wurde. Dieses Klasse dient eigentlich dazu Muß-Kinder mit Defiziten ein halbes Jahr vor der Einschulung die Einschlung zu erleichtern.

Unsere Tochter hat am 22.11. Geburtstag, sie war zu Zeipunkt der Einschulung demnach erst 5 + 10 Monate. Um den Übergang vom Kindi zur Schule nicht allzu drastisch zu erleben, haben wir sie auch in der Grundschulförderklasse angemeldet und sind damit bestens gefahren.

Vielleicht gibt es bei euch so eine Möglichkeit. Der Grund der frühen Einschlung bei uns lag daran, daß sie sich im Kindi sehr gelangweilt hat. Ansonsten ist sie schon auch noch sehr verspielt. Alles in allem klappt es an der Schule prima, was uns zufälligerweise heute durch das Elterngespräch auch von Seiten der Lehrerin bestätigt wurde.

Bis zur Einschlung ist noch eine ganze Menge Zeit. Wenn Ihr eurem Kind die Schule zutraut, würde ich das nicht an 7 Sieben Tagen festmachen. Würdest du dir die Frage auch Stellen, wenn Dein Kind ein Muß-Kind wäre?

Gruß
Achim

und was will sie selber?
Nicht dass ich denke, dass das Kind allein diese Entscheidung treffen soll, aber vielleicht nimmt sie das mit den Freunden gar nicht so tragisch, wie du es jetzt siehst, oder will vielleicht andererseits ganz ganz unbedingt in die Schule…
LiGrü
igel

Hallo,

meiner Erfahrung nach raten die meisten Erziehrinnen pauschal dazu, Kann-Kinder noch im Kindergarten zu belassen.

So war es auch bei meiner Tochter - das Hauptargument war (und ist - ich habe letztes Jahr mit ihrer damailigen Erzieherin über dieses Thema gesprochen): ‚Sie ist ja eher eine Stille.‘ Was ein sicheres Anzeichen dafür war, dass ihre Erzieherin in drei Jahren nicht wirklich etwas von ihrer Persönlichkeit mitbekommen hatte, denn es war und ist die Art meiner Tochter, nicht in irgendwelche Situationen einfach hineinzubrettern, sondern zunächst alles sorgfältig zu beobachten; deshalb hinderte sie diese ‚Stille‘ auch keineswegs daran, bereits im Kindergarten viele Freundschaften zu entwickeln, grundsätzlich leicht Kontakt zu anderen aufzunehmen - oder im Zweifelsfall auch zu reden wie ein Wasserfall …

Da sich meine Tochter bereits während des letzten Kindergartenjahres mit dem, was dort geboten wurde, grandios gelangweilt hat, habe ich mich damals für die Einschulung entschieden und es auch keine Minute bereut. Sie ist noch immer - und inzwischen teilweise mit deutlichem Abstand - die Jüngste in ihrer Klasse (sie ist nunmehr 13 und in der 8.); sie musste nicht nur nie eine Klasse wiederholen, sondern gehört immer noch zu den besseren Schülerinnen, und auch in den Klassenverband ist sie bestens eingefügt.

Kinder sind nun einmal in ihrer Entwicklung sehr verschieden, und wenn Dir nur eine Seite von der Einschulung abrät, mehrere andere aber zuraten, dann solltest Du Dich imho für die Einschulung entscheiden.

Denn genauso schlimm, wie ein Kind zu überfordern, ist es, es zu unterfordern - Langeweile kann etwas Grausames sein und auch jeglicher Freude am Lernen den Garaus machen.

Beste Grüße

=^…^=

Hi!

Ich kann Dir und BirdyAV (meiner hat am 20.11. Geburtstag, aber das „Grenzdatum“ ist in Österreich ähnlich) zustimmen, den (meisten) anderen jedoch gewaltig widersprechen, die ein weiteres Kindergartenjahr fordern.

meiner Erfahrung nach raten die meisten Erziehrinnen pauschal
dazu, Kann-Kinder noch im Kindergarten zu belassen.

Jep.

So war es auch bei meiner Tochter - das Hauptargument war (und
ist - ich habe letztes Jahr mit ihrer damailigen Erzieherin
über dieses Thema gesprochen): ‚Sie ist ja eher eine Stille.‘

Bei meinem Sohn war es ein „er ist noch zu zappelig“.
(Den restliche Absatz habe ich rausgenommen, aber ich kann dem nur zustimmen)

Da sich meine Tochter bereits während des letzten
Kindergartenjahres mit dem, was dort geboten wurde, grandios
gelangweilt hat

Und genau das ein Grund dafür war, dass er noch zappeliger wurde …

Kinder sind nun einmal in ihrer Entwicklung sehr verschieden,

Und das ist der Hauptgrund, warum ich den anderen komplett widersprechen möchte: KEINER hier kennt die Tochter des UP besser als der UP selber - und so können nur eigene Erfahrungen widergegeben werden, aber mit Empfehlungen würde ich mich zurückhalten.
Mein Sohn ist jetzt gerade mal 7 und geht in die 2. Klasse, einer seiner besten Freunde ist 8 und geht in die 1. Klasse - in beiden Fällen haben die Eltern alles in die Wege gesetzt, dass es nicht den „vorhergesehenen“ Weg geht - und bei beiden waren von den „Spezalisten“ bei Beiden alle Meinungen vertreten.

Denn genauso schlimm, wie ein Kind zu überfordern, ist es, es
zu unterfordern - Langeweile kann etwas Grausames sein und
auch jeglicher Freude am Lernen den Garaus machen.

Ich würde (aus meiner rein persönlichen Erfahrung und jener meines Sohnes) die Unterforderung sogar als „schlimmer“ als die Überforderung darstellen,.

Grüße,
Tomh

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Hallo,

an der Schule, an der ich arbeite (in Hessen) werden die Klassenstufen 1 und 2 zusammen unterrichtet. Das hat den Vorteil, dass schwächere Kinder ohne Probleme in dieser flexiblen Eingangsstufe 3 Jahre verweilen können.

In den ersten Jahren haben wir daher sehr viele Anmeldungen von Kannkindern gehabt (die jetzt fast alle 3 Jahre in dieser Stufe verweilen). Die Erfahrungen haben gezeigt, dass den Kindern damit selten ein Gefallen getan wurde und die Anforderungen doch dergestalt sind, dass die Kinder schnell überfordert werden. Aus diesem Grund wurden jetzt weniger Kannkinder bei uns eingeschult mit insgesamt wesentlich besseren Klassen.

Für Eltern ist es oft sehr schwierig zu beurteilen, ob ihr Kind wirklich schulreif ist. Neben der intellektuellen Reife und der Konzentrationsfähigkeit ist die soziale Reife ein sehr wichtiges Kriterium (d.h. wie verhält sich ein Kind in der Gruppe, wie geht es mit dem Lehrer bzw. mit Freunde um, wie reagiert es auf Aufforderungen, auch die, die an die Gruppe und nicht individuell gegeben werden usw.). Dies ist für Eltern oft sehr schwer zu beurteilen, das sie ihr Kind selten in einer größeren Gruppe erleben, bzw. wenn sie es tun, Kinder in einer Gruppe sich anders benehmen, wenn sie wissen, dass ein Elternteil auch da ist.

Ich würde, wenn ich der Erzieherin im Prinzip vertrauen würde, mehr auf ihr Urteil geben als auf das des Kinderarztes. Die wenigsten Kinderärzte wissen im Detail, was in der Schule verlangt wird und auch sie sehen ein Kind ja immer in der Einzelsituation und nicht in einer Gruppe.

Wenn ihr euch gar nicht entscheiden könnt, gibt es einen kleinen Schummelweg: ihr meldet das Kind in der Schule an und schiebt für euch die Entscheidung weiter in den Sommer. Ihr könnt das Kind immer zurückziehen. Nur Vorsicht: nicht dass euch dadurch ein Kindergartenplatz verloren geht.

Gruß
Elke

Hi Uwu,

Beim Lesen Deines Artikels muß ich schmunzeln. Dafür sorry.

Ich muß deshalb schmunzeln weil ALLES , wirklich ALLES was Du sagst, hätte ich vor 2 Jahren auch schreiben können. Der einziger Unterschied ist, daß mein Sohn nicht am 7. Oktober auf die Welt kam, sondern sogar fast 2 Wochen später.

Also meine Gedanken dazu:

  1. (Und imho das wichtigste) Du und der Kindesvater seid die einzigen (evtl Großeltern?), die das zu entscheiden haben. Ihr seid mit Abstand diejenigen, die das Kind am besten kennen. Lass Euch nichts darüber einreden!

  2. Ich finde „typisch Deutsch“ diese Art von Trennung, nachdem Motto: „Die Kinder am 4. Januar dürfen, die ab 5. Januar nicht“. Was macht das für ein Unterschied??

  3. Für uns war ein sehr wichtiges Kriterium, daß all seine Freunde in diesem Jahr eingeschult wurden. An sich kann man das auslegen, daß dies absolut nichts ausmacht. Der Meinung bin ich keineswegs. Denn wenn er freiwillig sich zum spielen mit etwas Älterem zusammen tut, heisst es für mich in erster Linie, daß er das geistig soweit ist. (Wie sonst?)

  4. Unser Sohn ist extrem wiesbegierig. Wirklich. Und das noch heute. Wir dachten, wenn er wegen diesen paar Tagen noch ein Jahr im KiGa beliben muß, werden wir eh selber den Schulstoff ihn beibringen müssen, weil er das schon fordert. Also warum nicht gleich in die Schule?

  5. Die Anforderungen der KiGa sind mMn. welten von denen der Schule entfernt. Daß eine KiGa-Erzieherin sagt, wie es in der Schule wird, basiert nur auf Vermutungen. Bei uns war es soweit, daß sie meinten, es wäre für unser Kind evtl besser noch ein Jahr im KiGa zu bleiben, weil… er mit Scheren nicht gut umgehen konnte!!!

  6. Daß er verspielt ist & Co. war im KiGa auch ein Argument fürs bleiben (ich sage ja, bei uns lief es identisch wie bei Dir). Das ist altersbedingt so. Das war den einzigen Punkt, wo wir uns das doch überlegt haben. Aber dann dachte ich, daß die Schule eh nur 3 bis max. 4 Std am Tag sind (im Vegleich, bei uns in Spanien wo es tgl. 7 Std sind!), dann kann er eh spielen. Ausserdem fordern kann auch spielend sein.

  7. Im KiGa gab es ein Kind das sogar einigen Tagen älter war als unser. Seine Eltern entschieden sich dafür, daß er noch ein Jahr im KiGa bleibt. Dagegen gab es ein Muß-Kind, daß die erste Klasse hat wiederholen müssen… Es gibt alles! Damit meine ich, daß mMn. die Entscheidung für die Schule ist irgendwie Rückgängig zu machen. (In dem das Kind die erste Klasse wiederholt). Nicht so noch 1 Jahr im KiGa.

Kurz: Mein Sohn ist der zweitjüngste in seiner Klasse. In manchen Sachen, merkt man sein Alter, wenn man mit anderen Klassenkameraden vergleicht (verspielter, z.B.). Aber was Soziales und gar Motorik betrifft, so ist er völlig unauffällig. Als ich im Rahmen eines Elternstammtisches seiner Lehrerin fragte wie kann ich ihn fördern, antwortete sie mit einer Handbewegung, die sagte „Es ist nicht notwendig“. In der Klasse und vorallem in den Fächern, die später wichtig sind für die Entscheidung Realschule oder Gymnasium, ist er mit den Besten. Und jetzt, da ich immer so mathematisch begabt gewesen bin (nämlich gar nicht) korregiert er mich meinen Rechenfehlern!!!

Also: Wir haben ihn als „Kann-Kind“ eingeschult und wir haben das nie bereut. Hätten wir noch ein Kind im gleichen Konstellation, würden wir auch so entscheiden.

Jetzt wo alle Kinder ihren 8. Geburtstag feiern, hat unsers gerade sein 7. gehabt. Aber das ist kein Problem.

Ich hoffe das hilft Dir ein bißchen!

Schöne Grüße,
Helena

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Mieze,

Die Erzieherin rät trotzdem zu noch einem Jahr Kindergarten.
Der Kinderarzt rät zur Einschulung.

Stellt sich jetzt die Frage, wer Dein Kind besser kennt. Die
Erzieherin oder der Kinderarzt.

Weder noch: Den Eltern sind das!

Hast Du vertrauen zu der Erzieherin Deiner Tochter?

Diese Entscheidung hat mMn. nichts mit der Vertrauen an der Erzieherin zu tun. Ich habe sie sehr vertraut (sonst wäre mein Kind nie in einem KiGa gewesen!), aber diese Entscheidung treffe ich. Und ihre Meinung ist für mich nur eine unter anderen.

und wünsche Euch bei Eurer schweren Entscheidung das richtige
„Bauchgefühl“!

Das wünsche ich auch, natürlich!

Schöne Grüße,
Helena

Hallo,

Weder noch: Den Eltern sind das!

Die Eltern mögen ihr Kind am besten kennen, dafür kennen sie die Schule nicht. Außerdem (zum Glück!) sehen die meisten Eltern nur das Beste in ihrem Kind und können es nicht annähernd objektiv sehen. Zum einen nicht, weil sie eben die Eltern sind, zum anderen, weil sie das Kind nicht in Gruppensituationen und in Situationen kennen, die ganz bestimmte Anforderungen stellen.

aber diese Entscheidung
treffe ich.

Das hängt vom Bundesland ab. In Hessen gibt es eine Einschulungsuntersuchung. Diese Einschätzung des Gesundheitsamtsarztes, ob ein Kind schulreif ist, kann der Schulleiter übergehen, aber er kann seine eigene Entscheidung treffen. An fast allen Schulen hier wird ein Kennlerntag abgehalten, im Rahmen dessen die Lehrerinnen der ersten Klassen und eventuell noch ein Sozialpädagoge die Kinder beurteilt und der Schulleiter entscheidet dann, ob ein Kannkind eingeschult wird oder nicht.

Gruß
Elke

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Hallo,
ich schließe mich Helenas Ausführungen an.
Gerade die Punkte Aufmerksamkeit und Motorik können auch bis zum Schulbeginn sich noch sehr weit entwickeln…

Beatrix

Hallo,

Gerade die Punkte Aufmerksamkeit und Motorik können auch bis
zum Schulbeginn sich noch sehr weit entwickeln…

Stimmt natürlich. Nur entwickeln die sich bei allen Kindern noch ein bisschen und wenn die Schulreife JETZT festgestellt wird (zum Beispiel im Rahmen eines Kennlerntages) dann wird bei allen Kindern 1. Schultag MINUS 6 Monate gerechnet.

Gruß
Elke

Hallo,

Weder noch: Den Eltern sind das!

Die Eltern mögen ihr Kind am besten kennen,

Nichts anders habe ich gesagt.

dafür kennen sie
die Schule nicht.

Sind die analphabeten? Waren sie selbst nie in einer Schule?

Außerdem (zum Glück!) sehen die meisten
Eltern nur das Beste in ihrem Kind und können es nicht
annähernd objektiv sehen.

OK

weil sie das Kind nicht in
Gruppensituationen und in Situationen kennen, die ganz
bestimmte Anforderungen stellen.

Woher weiß du das? Als mein Kind im KiGa war hatte er anderweitig Unterricht, wo ich sehr wohl einschätzen konnte, wie er sich in Gruppen einmischt und tut.

aber diese Entscheidung treffe ich.

Das hängt vom Bundesland ab.

Das weiß ich nicht.
Aber es täte mich sehr wundern, wenn ein Kind, das irgendwann in Oktober Geburtstag hat, per se, nicht eingeschult werden darf. Anders verhält es sich mit den persönlichen Fähigkeiten: Wenn alle meinen, daß es zu früh ist, dann ist es vermutlich auch. Aber verallgemeinen finde ich hier ganz, ganz falsch.

In Hessen gibt es eine Einschulungsuntersuchung.

In Bayern auch.

Diese Einschätzung des Gesundheitsamtsarztes, ob ein Kind schulreif ist, kann der
Schulleiter übergehen, aber er kann seine eigene Entscheidung
treffen.

Doch wenn er das richtig machen will, wird er wohl das Kind mindestens mal 5 Minten sehen wollen, oder nicht??

An fast allen Schulen hier wird ein Kennlerntag
abgehalten,

Keine ahnung ob das was bringt.

im Rahmen dessen die Lehrerinnen der ersten
Klassen und eventuell noch ein Sozialpädagoge die Kinder
beurteilt

Da ich es gar nicht kenne: Sind dann alle Kinder zusammen und wird so entschieden? Oder wie läuft das ab?

und der Schulleiter entscheidet dann, ob ein
Kannkind eingeschult wird oder nicht.

So wie es aussieht, ist es mehr eine „legislative“ Maßnahme. Sozusagen er hat die entscheidungsgewalt, aber er ist wohl gezwungen auf der meinung anderer zu hören… Oder sehe ich das falsch?

Gruß

Gruss

Helena

Vielen Dank! owT. Schöne Grüße,
ohne
weiteren
Text

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Hallo,

Nur entwickeln die sich bei allen Kindern
noch ein bisschen und wenn die Schulreife JETZT festgestellt
wird (zum Beispiel im Rahmen eines Kennlerntages) dann wird
bei allen Kindern 1. Schultag MINUS 6 Monate gerechnet.

Ich muß auch hier schmunzeln.

Und wie wird es berechnet? Heute kann das Kind mit Schreren umgehen, d.h. in 6 Monate kann er ein Skalpell benutzen oder wie?

Ich dachte wir sind uns darüber einig, daß jedes Kind sind anders entwickelt…

Gruß
Helena

Hallo,

Ich dachte wir sind uns darüber einig, daß jedes Kind sind
anders entwickelt…

Ja.
Was ich sagen wollte war, dass die Lehrer die Kinder im Februar nicht so beurteilen als solle morgen die Schule anfangen. Soviel Sachverstand muss sein.

Gruß
Elke

Hallo,

Weder noch: Den Eltern sind das!

Die Eltern mögen ihr Kind am besten kennen,

Nichts anders habe ich gesagt.

Doch. Du hast gesagt: Die Eltern kennen das Kind am besten.
Ich habe das mit einer Einschränkung belegt.

dafür kennen sie
die Schule nicht.

Sind die analphabeten? Waren sie selbst nie in einer Schule?

Weißt du wirklich, wie in einer Grundschule gelehrt wird?
Als Mutter eines Grundschülers hast du gewisse Einblicke (über HAusaufgaben, BEsuchstage, eventuell Tage, an denen du hilfst). Aber wie genau war dein Wissensstand im Sommer BEVOR dein Sohn die Schule anfing?
Ich arbeite an einer Schule und dennoch sind mir viele pädagogische Konzepte im Detail fremd.

weil sie das Kind nicht in
Gruppensituationen und in Situationen kennen, die ganz
bestimmte Anforderungen stellen.

Woher weiß du das? Als mein Kind im KiGa war hatte er
anderweitig Unterricht, wo ich sehr wohl einschätzen konnte,
wie er sich in Gruppen einmischt und tut.

WEnn du dabei warst, hat er sich anders verhalten, als wenn du nicht dabei warst. Außerdem hattest du immer noch die Elternbrille auf.

aber diese Entscheidung treffe ich.

Das hängt vom Bundesland ab.

Das weiß ich nicht.

Aber ich.

Aber es täte mich sehr wundern, wenn ein Kind, das irgendwann
in Oktober Geburtstag hat, per se, nicht eingeschult werden
darf.

Nicht per se. Theoretisch kann sogar ein Dreijähriger eingeschult werden (ich rede von hessischen, staatlichen Schulen). Sofern der Rektor das will. Und der will das nur, wenn seine Spezialistin (Lehrpersonal, Soz.päd., Sprachheilpädagoge etc.) ihm sagen: das Kind ist rundrum schulreif. Aber ein/e Schulleiter/in kann ein Kannkind ablehnen, wenn er/sie denkt, dass Kind sei nicht schulreif. Und dann können die Eltern, wenn sie es durchkämpfen wollen, zum zuständigen Schulamt gehen und Einspruch einlegen. Ob sie damit durchkommmen, hängt an ihren Argumenten und am Einfluss des/der Schulleiters/in.

In Hessen gibt es eine Einschulungsuntersuchung.

In Bayern auch.

Was bedeutet die dann, wenn Eltern sie einfach übergehen können?

Diese Einschätzung des Gesundheitsamtsarztes, ob ein Kind schulreif ist, kann der
Schulleiter übergehen, aber er kann seine eigene Entscheidung
treffen.

Doch wenn er das richtig machen will, wird er wohl das Kind
mindestens mal 5 Minten sehen wollen, oder nicht??

Was hat das mit meiner Aussage zu tun?
Ich habe geschrieben, dass die Schulreifeuntersuchung des Gesundheitsamtes dem Schulleiter eine Weisung gibt, die der aber ignorieren kann. Ausschlaggebend ist seine Entscheidung. Wie er zu seiner Entscheidung kommt, habe ich erst im nächsten Abschnitt geschrieben.

An fast allen Schulen hier wird ein Kennlerntag
abgehalten,

Keine ahnung ob das was bringt.

Woher willst du das wissen? Unten habe ich geschrieben, wie das abläuft und wer dabei mitwirkt.

im Rahmen dessen die Lehrerinnen der ersten
Klassen und eventuell noch ein Sozialpädagoge die Kinder
beurteilt

Da ich es gar nicht kenne: Sind dann alle Kinder zusammen und
wird so entschieden? Oder wie läuft das ab?

Hier fragst du und oben lehnst du es schon ab?
Es ist von Schule zu Schule verschieden, aber im Groben kann man sagen, dass die Kinder in kleinen Gruppen einen Morgen verbringen. An diesem Morgen wird gespielt und geturnt (dabei wird z.B. die Grobmotorik beobachtet), gemalt und erzählt usw. Bei uns sind zu jeder Zeit in jeder Gruppe mind. zwei, eher drei Erwachsene, die mitmachen (oder im Hintergrund Spielzeug sortieren). Eine dieser Erwachsenen ist eine Sozialpädagogin, die seit über 10 Jahren diese Kennlerntage leitet und danach mit den gleichen Kindern hauptsächlich in den Klassen 1 und 2 arbeitet (d.h. sie sieht in den folgenden Jahren sehr konkret, ob ihre Einschätzungen richtig gewesen sind, zumindest bei den Kindern, die sie für schulreif befunden hat - die meisten anderen Kinder sieht sie aber im Jahr danach, weil die Eltern es ja an der gleichen Schule einschulen lassen, weil sie nicht umziehen).

und der Schulleiter entscheidet dann, ob ein
Kannkind eingeschult wird oder nicht.

So wie es aussieht, ist es mehr eine „legislative“ Maßnahme.
Sozusagen er hat die entscheidungsgewalt, aber er ist wohl
gezwungen auf der meinung anderer zu hören… Oder sehe ich
das falsch?

Nein, das ist schon richtig. Natürlich ist es im Endeffekt eine Teamentscheidung. Mir ging es darum, dein: „das entscheide einzig und allein ich“ mit der Realität (wiederum in Hessen) zu konfrontieren. Die Entscheidung liegt eben nicht (ausschließlich) bei den Eltern.

Gruß
Elke

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