Unsere Zeiteinteilung (24h, 60min usw.) - woher?

Hallo Wissende!

Habe gestern mit meinem Sohn eine Mathe-Aufgabe bearbeitet, bei der für uns die Frage aufgetaucht ist, wo eigentlich unser „unrundes“ Zeitsystem herkommt. Das mit dem Jahr (einmal um die Sonne = der Lauf der Jahreszeiten) und den annähernd 365 Tagen pro Jahr (von finster bis finster ist ein Tag) war uns noch klar.

Aber warum ist der Tag in 24 Stunden unterteilt? Ich konnte nur beitragen, dass die Seeleute ihren Dienst zu 4 x 6 Stunden verrichten pro Tag.

Oder warum ist die Stunde in 60 Sekunden unterteilt? Da konnte ich aus meiner Firma berichten, dass die Personalabteilung zur Gehaltsberechnung die Minuten in Industrieminuten (100 pro Stunde) umrechnet, damit die bei angebrochenen Stunden bei der Berechnung nicht ins Stolpern kommen.

Wer weiß was? Gibt’s da historische Gründe?

Danke für Erhellendes.

Gruß, Dietmar

Eine Frage der Zahlenbasis

Hallo Wissende!

Habe gestern mit meinem Sohn eine Mathe-Aufgabe bearbeitet,
bei der für uns die Frage aufgetaucht ist, wo eigentlich unser
„unrundes“ Zeitsystem herkommt. Das mit dem Jahr (einmal um
die Sonne = der Lauf der Jahreszeiten) und den annähernd 365
Tagen pro Jahr (von finster bis finster ist ein Tag) war uns
noch klar.

Aber warum ist der Tag in 24 Stunden unterteilt? Ich konnte
nur beitragen, dass die Seeleute ihren Dienst zu 4 x 6 Stunden
verrichten pro Tag.

Oder warum ist die Stunde in 60 Sekunden unterteilt? Da konnte
ich aus meiner Firma berichten, dass die Personalabteilung zur
Gehaltsberechnung die Minuten in Industrieminuten (100 pro
Stunde) umrechnet, damit die bei angebrochenen Stunden bei der
Berechnung nicht ins Stolpern kommen.

Wer weiß was? Gibt’s da historische Gründe?

das ist ein Frage der Zahlenbasis
vermutlich stammt die Zeiteinteilung aus Mesopotamien, und da wurde in diesem Zusammenhang gerne mit der Zahlenbasis 6 kombiniert mit Zahlenbasis 10 gearbeitet.
Möglicherweise war es auch ein System, das auf der Zahlenbasis 60 beruhte…

Dann sind das alles ganz Runde Zahlen :smile:

Gruß
Mike

Hasllo, Dietmar,
von wegen unrund! Die Zahl 12 ist wesentlich handlicher als Zahlenbasis als unsere zehn Finger!
Die Frage zur Herkunft der Tasgeseinteilung kommt mit schöner Regelmäßigkeit. Zum letzten Mal wurde es hier erklärt: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Gruß
Eckard

Hallo, Dietmar,

hier http://lexikon.meyers.de/meyers/Kalender

findest du sicher Erhellendes! :wink:

Sonst weist Conrad aufs Meyersche Lexikon hin.

Gruß Fritz

hallo fritz,

sicher kannst du auch sagen, seit wann wir 22 uhr sagen. m.e. war das vor 70 jahren nicht so. oder täusche ich mich?

strubbel
#:open_mouth:)

Hallo, Strubbel,

dazu habe ich den logischen Schluss:

Solange man Uhren mit zwölf Stundenziffern und Zeigern hatte, dachte wohl niemand daran

22 uhr sagen.

Erst mit dem Aufkommen der digitalen Uhren - und mir wurde das erst klar, als ich bei Douglas Adams las, „dass die Bewohner der Erde sich was auf digitale Uhren einbildeten“ - fing die digitale Zeitangeberei an. „Per Anhalter durch die Galaxis“ wurde 1977 erstmals im Radio gesendet; in den Endsiebenzigern und frühen Achtziger erschienen die Bücher.

Wenn zu der Zeit Adams diese neue Zeitangeberei literarisch verwertete, muss die Entwicklung schon früher eingesetzt haben.

Also liegst du mit

war das vor 70 jahren nicht so. oder täusche ich mich?

ganz gut. Natürlich waren uns Amerikaner und Engländer voraus, aber das waren sie auch bei Coca Cola, McDonalds und beim Rock ‚n‘ Roll.

So erinnere ich mich auch. Damals sagte man noch „fünf vor viertel nach sechs“ und Ähnliches.

Gruß Fritz

2 „Gefällt mir“

danke fritz,

bin ick also nich bekloppt.
hab am wochenende den film „mein führer“ mit ulrich mühe gesehen. war zwar fiktion, dennoch irritierte mich, daß dort „um 14 uhr“ etwas passieren sollte.
bis zu wende war eine zeitansage im radio im osten auch so:
„zehn nach halb acht“, „zehn vor halb sieben“.

strubbel
B:open_mouth:)

Aber warum ist der Tag in 24 Stunden unterteilt? Ich konnte
nur beitragen, dass die Seeleute ihren Dienst zu 4 x 6 Stunden
verrichten pro Tag.

Tach Artefakt,

zu allem anderen hast Du schon Erhellendes zu lesen bekommen; ich möchte diesen Punktein wenig korrigieren: Eine seemännische wache hat vier Stunden oder acht Glasen, was bedeutet, daß jede halbe Stunde das Glas umgedreht wurde, weil der Sand durchgelaufen war. Nach der ersten halben Stunde wurde die Schiffsglocke einmal geläutet, nach der zweiten zweimal usw. Nach der achten halben Dtunde, nach vier Stunden also, war acht Glasen, die Wache war zu Ende.
Nun kam die zweite Besetzung, danach die dritte. Anschließend wieder die erste, so daß ein Seemann an jedem Tag zwei Wachen zu je vier Stunden ging.
Das Glasen begann mit jeder Wache wieder von neuem; sie haben also nichts mit der wirklichen Uhrzeit zu tun, sondern nur mit der vergangenen Zeit einer Wache.

Gruß - Rolf

Hallo.
Auch nur als Ergänzung zu anderem hier bereits ausgeführten.
Die Zahl 12 ist in vielen Kulturen heilig jeweils aus anderen Gründen. Ein verbindendes Element ist aber wohl, dass ein Jahr 12 ganze Monddurchläufe hat.
Die Zahl 60 als Grundlage der Zeit und Gradeinteilung hat den einzigen und einfachen Grund, dass diese Einteilung noch auf die Babylonier zurückgeht und diese ein Zahlensystem auf Basis 60 hatten. Sie haben also gewissermaßen die Sekunden einfach von eins bis zu ihrer letzten Zahl durchgezählt und dann wieder von vorn angefangen.

Da kann man dann auch wieder eine Verbindung zur 12 finden, weil eine Hand voll Dutzende wieder 60 sind.

Gruß
Werner

Hallo,

die Antworten hier sind ja ziemlich einleuchted, gerade, was die Mondphasen pro Jahr betrifft.

Ich gehe doch davon aus, dass der Mensch erst Gynäkologe war und dann Astronom. Da hat sicher einer mit Freude eine Testreihe probiert, wieviele Tage im Schnitt es braucht bis die Frau fruchtbar ist, nachdem Sie die Periode hatte und wann die im Schnitt wieder anfängt.

Hinter vielen Traditionen stehen natürliche Wahrheiten.

Eencockniedo

Hallo Dietmar,

die Zeiteinteilung in 24 Stunden wurde allgemein durch die sich aus der Industrialisierung und dem Eisenbahnwesen resultierenden Notwendigkeiten.
Während sich im umgangsprachlichen ja auch heutzutage noch vielfach
Bezeichnungen wie „Viertel vor Acht“ oder „Dreiviertel Sieben“ finden so ist so ewtas für eine Industrielle Produktion und ganz besonderes bei der Eisenbahn nicht zu gebrauchen.
Die Grundlagen der Zeitberechnung selber sind allerdings schon alt.
Zuletzt hat für unseren Kulturkreis Papst Gregor mit seinem „Kalender“
die nicht ganz exakte Umdrehungsdauer unseres Planeten (der macht nämlich in weniger als 24 Stunden eine Umdrehung) auf den Kalender übertragen und durch Schaltjahre die „Tageseinteilung“ in 24 Stunden
in Einklang gebracht.Die weitere „Unterteilung“ der Stunden in Minuten und Sekunden fußt im wesentlichen ebenfalls auf der Umdrehung unseres
Planeten um seine Achse.

von wegen unrund! Die Zahl 12 ist wesentlich handlicher als
Zahlenbasis als unsere zehn Finger!

warum? why? porque?

von wegen unrund! Die Zahl 12 ist wesentlich handlicher als
Zahlenbasis als unsere zehn Finger!

warum? why? porque?

Weil 12 durch 6,4,3 und 2 teilbar ist während das bei 10 nur bei 5 und 2 der Fall ist. Und mit Brüchen rechnet es sich nicht so fein…

MfG
Christoph

das ist ein Frage der Zahlenbasis
vermutlich stammt die Zeiteinteilung aus Mesopotamien, und da
wurde in diesem Zusammenhang gerne mit der Zahlenbasis 6
kombiniert mit Zahlenbasis 10 gearbeitet.

Hatten die alten Babylonier nicht ein Sedezimalsystem, also 16 als Zahlenbasis?

fragt
Laika

Hallo,

hab am wochenende den film „mein führer“ mit ulrich mühe
gesehen. war zwar fiktion, dennoch irritierte mich, daß dort
„um 14 uhr“ etwas passieren sollte.

das kann evt. eine militärische Zeitangabe gewesen sein. Wenn Dich das interessiert, solltest Du eine entsprechende Frage im Brett eins tiefer (Militärgeschichte) stellen.
Gruß
loderunner

Hallo,

die Zeiteinteilung in 24 Stunden wurde allgemein durch die
sich aus der Industrialisierung und dem Eisenbahnwesen
resultierenden Notwendigkeiten.

Und vorher gab es Tage mit 20Stunden? Und Minuten gar nicht?

Zuletzt hat für unseren Kulturkreis Papst Gregor mit seinem
„Kalender“
die nicht ganz exakte Umdrehungsdauer unseres Planeten (der
macht nämlich in weniger als 24 Stunden eine Umdrehung) auf
den Kalender übertragen und durch Schaltjahre die
„Tageseinteilung“ in 24 Stunden in Einklang gebracht.

Was die Schalt tage mit den ausgerechnet 24Stunden zu tun haben, ist mir nicht ganz klar. Kannst Du das mal verdeutlichen? Ich dachte immer, das hinge mit der Dauer des Jahres, den Jahreszeiten und der Dauer des Umlaufs um die Sonne zusammen?

Die weitere „Unterteilung“ der Stunden in
Minuten und Sekunden fußt im wesentlichen ebenfalls auf der
Umdrehung unseres Planeten um seine Achse.

Was meinst Du damit? Eine Einteilung in 10 (entsprechend längere) oder 100(entsprechend kürzere) Stunden und jeweils 10 bzw. 100 Minuten etc. wäre doch genauso möglich. Ich sehe da keinerlei Zusammenhang, wo siehst Du diesen?

Gruß
loderunner

Nein, liebe Laika, wenn ich mich recht erinnere, hatten die babylonier ein Sexagesimal-System, eins also, das auf der Zahl 60 beruhte.
60 deswegen, weil diese Zahl durch so viele andere Zahlen teilbar ist; auch die Einteilung eines Kreises in 360 Teile stammt von den Babyloniern und hat dieselben Gründe.
Sie haben dann auch mit Brüchen mit dem Nenner 60 gerechnet: also 19/60 oder so.

Irgendwann hab ich mal in ZEIT einen Artikel darüber gelesen; das ist das, was noch hängengeblieben ist.

Gruß - Rolf

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Servus

die Zeiteinteilung in 24 Stunden wurde allgemein durch die
sich aus der Industrialisierung und dem Eisenbahnwesen
resultierenden Notwendigkeiten.

Und vorher gab es Tage mit 20Stunden? Und Minuten gar nicht?

Ich denke er meint damit dass zuvor der Tag in 2 x 12 Stunden unterteilt wurde. Das ist auf dem Land sicher nicht so tragisch aber wenn man genaue Zeitpunkte einhalten muss kann man sich Verwechslungen nicht leisten.

Was die Schalt tage mit den ausgerechnet 24Stunden zu
tun haben, ist mir nicht ganz klar. Kannst Du das mal
verdeutlichen? Ich dachte immer, das hinge mit der Dauer des
Jahres, den Jahreszeiten und der Dauer des Umlaufs um die
Sonne zusammen?

Wie du vermutlich weißt gibt es Schaltjahre/tage deswegen weil unsere Kalenderjahre (12 Monate/365 Tage) kürzer sind als die astronomischen Jahre (1 Sonnenumkreisung) nämlich nur 365,242198 Tage (365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 46,98 Sekunden). Also verlieren wir grob gesagt einen viertel Tag pro Jahr denn wir alle 4 Jahre mit dem Schalttag wieder reinholen. Dass das noch immer nicht ganz passt kann man ja sehen aber das zu erklären sprengt ein wenig den Rahmen.

Gruß
loderunner

MfG
Christoph

Hallo,

Ich denke er meint damit dass zuvor der Tag in 2 x 12 Stunden
unterteilt wurde. Das ist auf dem Land sicher nicht so
tragisch aber wenn man genaue Zeitpunkte einhalten muss kann
man sich Verwechslungen nicht leisten.

In den USA wurden am und pm eingeführt. Zudem erklärt das nicht, dass der Tag um Mitternacht beginnt - logischer wäre doch wohl, die Sonnenstunden zu zählen. Immerhin ist das auch das, was man bei Benutzung von Sonnenuhren bekommt.

Wie du vermutlich weißt gibt es Schaltjahre/tage deswegen weil

sehen aber das zu erklären sprengt ein wenig den Rahmen.

Das ist mir bekannt. Nur hat das eben nichts mit den 24 Stunden zu tun - es wird ja jeweils ein Tag eingeschoben und nicht ein paar Stunden. Und deshalb hat es auch nichts miteinander zu tun. Oder siehst Du das anders?

Gruß
loderunner

Hallo,

Servus

In den USA wurden am und pm eingeführt. Zudem erklärt das
nicht, dass der Tag um Mitternacht beginnt - logischer wäre
doch wohl, die Sonnenstunden zu zählen. Immerhin ist das auch
das, was man bei Benutzung von Sonnenuhren bekommt.

Dir ist aber schon bewußt dass die Sonne praktisch täglich zu einem anderen Zeitpunkt aufgeht? Die Babylonier rechneten so wobei Sonnenaufgang immer Begin der ersten, und Sonnenuntergang Ende der 12. Stunde war. Natürlich waren die Stunden dadurch immer unterschiedlich lang und das wäre heute wohl eher unpraktisch.

Zu den Amis:smiley:ie haben am/pm, die Briten fahren links und Chinesen essen mit Stäbchen. Auch wenn man Dinge auf unterschiedliche Weisen machen kann muss das nicht bedeuten dass eine besser ist als das andere. Wenn es funktioniert passt es doch…

Wie du vermutlich weißt gibt es Schaltjahre/tage deswegen weil

sehen aber das zu erklären sprengt ein wenig den Rahmen.

Das ist mir bekannt. Nur hat das eben nichts mit den 24
Stunden zu tun - es wird ja jeweils ein Tag eingeschoben und
nicht ein paar Stunden. Und deshalb hat es auch nichts
miteinander zu tun. Oder siehst Du das anders?

Es hat sehr wohl etwas damit zu tun. Es geht ja eigentlich darum dass sich die Erde nicht genau 365 mal um sich selber dreht bevor sie sich ein Mal um die Sonne gedreht hat. Diese Differenz wird dann so lange aufgeschoben bis sie in etwa so lange wist wie eine zusätzliche Erdumdrehung (aber wieder nicht 100%ig).
Würde man sich nicht darauf versteifen dass ein Jahr eine runde Anzahl von Erdumdrehungen bzw ein Tag eine runde Zahl von Stunden hat könnte man ja einfach die astronomischen Begebenheiten hernehmen. Allerdings ware das im Alltag etwas unpraktisch. Und wie heißt es so schön: was nicht passt wird passend gemacht :smile:

Gruß
loderunner

MfG
Christoph