Ich versuche gerade, Ausländern den Unterschied zwischen machen und tun beizubringen. Die Frage ist, habe ich ihn selbst verstanden?
Die Wörter sind häufig synonym, wobei tun nicht im Sinne von produzieren benutzt wird.
Machen ist transitiv, tun fast nie, wenn dann hat es ein unbestimmtes Objekt wie etwas oder nichts.
Es gibt feste Ausdrücke, in denen tun und machen nicht synonym sind, z.B. Gutes tun oder Das macht nichts.
Manchmal gibt es sprachliche Nuancen zwischen machen und tun, die nur mit dem Sprachgefühl verstanden werden können. Z.B.: Was soll ich machen? (konkret, jetzt) Was soll ich tun? (zukunftsweisend)
Es gibt regionale Unterschiede in der Wortbenutzung.
Zum letzten Punkt habe ich noch eine Frage: Macht oder tut man bei euch Zucker in den Kaffee (und wo ist „bei euch“)? Meine Vermutung ist, dass man es in Norddeutschland macht und in Süddeutschland und Österreich tut.
Ich versuche gerade, Ausländern den Unterschied zwischen
machen und tun beizubringen.:
welch Aufgabe!!
Das ist selbst Inländern schwer beizubringen.
Es gibt feste Ausdrücke, in denen tun und machen nicht
synonym sind, z.B. Gutes tun oder Das macht nichts.:
bzw das tut nichts zur Sache
Wenn ich das mal über die Namenskunde erschließen soll, so ist der „macher“ immer jemand, der etwas herstellt.
Der Schuhmacher, Bürstenmacher, Radmacher.
Mit „tun“ ist die Bildung nicht möglich.
Insoweit könnte machen eine bestimmte Tätigkeit, tun aber eine unbestimmte anzeigen.
Zum letzten Punkt habe ich noch eine Frage: Macht oder tut man
bei euch Zucker in den Kaffee (und wo ist „bei euch“)? Meine
Vermutung ist, dass man es in Norddeutschland macht und in
Süddeutschland und Österreich tut.:
Zucker tut man in den Kaffee. Ich kann ihn doch reinmachen im Sinne von etwas herstellen. Ich kann beim Fußball einen Ball ins Tor machen, aber das dürfte ein Idiom aus dem Ruhrpott sein.
Also, ich tu den Zucker in den Kaffe und ich bin Schwabe.
Und jeder Schwabe tut den Zucker in den Kaffe.
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Zum regionalen Gebrauch: als Saarländer würde ich Zucker in den Tee/Kaffee machen, wenn ich welchen tränke. Ich habe nicht darauf geachtet, wie es die Leute hier im Norden tun/machen.
Im Saarland ist tun praktisch inexistent, wenn ich mich richtig erinnere. Es wird lediglich in festen Wendungen benutzt, z.B. das hat doomit nix ze duun, oder zur Bildung des Konditionals: Was dätscht dann Du gern mache?
Hallo,
also die Hessen, die gebrauchen das Wort machen noch in ganz anderem Zusammenhang, statt „gehen“:
Treffen sich zwei hessische Paare. Fragt einer: „Wir wollen noch einen trinken - kommt ihr mit?“ Antworten die anderen: „Ne, wir sind müde, mir machen ins Bett.“
Ist nicht auf meinem Mist gewachsen, ich bin kein Hesse, wohne nur hier!
Beim Kaffee kenne ich beide Versionen. Da in meinem kindlichen Sprachumfeld das Wort „tun“ aber verpönt war ("nur die Dummen sagen ‚wir tun jetzt lesen‘ "), benutze ich das Wort ohnehin selten. Ich mache also eine Banane in mein Müsli (Kaffee trinke ich ja nicht…)
HAHA, ins Bett machen ist für mich nun was ganz anderes
Für mich auch.
Und in Südhessen zumindest ist der Ausdruck für ins Bett gehen definitiv NICHT gebräuchlich.
Alter südhessischer /nordbadischer Ausspruch, wenn Gäste zuviel Sitzfleisch entwickelt haben und nicht heimgehen:
„Mer wern ins Bett geh, die Leit wern hoam wolle!“
Allerdings gibt es den Ausdruck: „Mer mache heit niwwer nach Verne ins Rhoi-Neckar-Zentrum.“ Aber niemals nicht ins Bett!
Asso mir Sachsen machen ooch schonnema örschndwohin. Zem Beispiel rübber in’n Wesdn, oddor wie isch vor 'nem halm Jahr nach Schina nübbergemacht bin, höj? Das gehört zum hies’schn Dialekt dadorzu. 'S Hess’sche un’s Sächs’sche, die ham ja schonn ä bissl was gemeinsam, ne?
Abbor ins Bedde machng? Das saacht mor eher seldn. Das is wo so, weil mor halt immer diese Nähmbedeudung im Kobbe hat.
Kaffee trink’sch ooch nisch, abbor isch mache mir eega Milsch in de Kornfleex rinn, dann tu’sch abbor ooch ordntlisch Zuggor troff.
(is mei Sächs’sch eingsch für Nisch-Muddorsprachlor läsbar oddor macht tun die s’sch dadormit schwer?)
Und ned bloß de Schwom und Badner, a mia Boarn (Bayern) deena an Zugga in an Kaffää
Ernsthaft …
wie schon in einem voreherigen Post zu lesen
machen - ist eigentlich die Herstellung / der Herstellungsprozess von Dingen … ich mache ein Fass ( Küfer, Schäffler, Fassmacher)
tun - so blöd es klingt, ist die Tätigkeit an sich … ich tue nageln (ich nagle), ich tue eine Fassdaube einpassen ( ich passe die Fassdaube ein) … kommt zum Teil aus dem alten deutschne sprachgebrauch Tue Buße … büße,