Unterzucker?

Hallo,

ich hab das „Zuckertest“-Posting weiter unten gelesen und da war von hohen Blutzuckerwerten die Rede… gibt’s nicht auch den umgekehrten Fall, dass man zu wenig Zucker im Blut hat?
Falls „ja“, wie bezeichnet man diesen Zustand? Ist sowas auch gefährlich?

Liebe Grüße,
Cesmy

Hallo Cesmy,

gibt’s nicht auch
den umgekehrten Fall, dass man zu wenig Zucker im Blut hat?
Falls „ja“, wie bezeichnet man diesen Zustand?

Na klar, gibt es sowas und zwar, wenn der Blutzuckerspiegel auf unter 50 mg/dl runterkracht. Auf Fachchinesisch heißt dieser Zustand Hypoglykämie. Wenn Dich die Symptome interessieren:

  • regelrechter Heißhunger
  • zittrige Hände, weiche Knie
  • Blässe & Schwitzen
  • Kopfschmerzen
  • verschwommenes Sehen, etc.

Ist sowas auch gefährlich?

Jaein… Normalerweise hilft schon stinknormaler Traubenzucker (wenn der nicht zur Hand ist: etwas anderes Süßes; meinetwegen auch irgendeine Zuckerbrühe à la Cola & Co.), dann ist man innerhalb kurzer Zeit wieder hergestellt.

Schwierig wird es, wenn eine Unterzuckerung nicht erkannt wird; zum Beispiel, wenn Dir eine unterzuckerte Person entgegentorkelt (schwankender Gang & verwaschene Sprache gehören auch zu en Symptomen, deswegen werden solche Leute oft für betrunken gehalten). Gefährlich - und zwar lebensgefährlich! - wird es ab dem Moment, in dem derjenige ohnmächtig wird; das gibt dann einen wunderhübschen hypoglykämischen Schock (in vielen Fällen: Koma inclusive). Wenn jemand ohnmächtig ist, ist nix mehr mit Schlucken von irgendwelchem Süßkram (der Schluckreflex funktioniert bei Bewußtlosen nicht) und da die wenigsten von uns eine Flasche Glucose-Lösung nebst Infusionsbesteck mit sich spazieren tragen: sofort den Notarzt rufen!.

Beste Grüße

Tessa

Hallo!

Ja, das kenne ich. Es ist seit Jahren nicht mehr aufgetreten, aber an den Zustand kann ich mich noch lebhaft erinnern. Tessa hat die Symptome schon sehr treffend beschrieben.

Nach einem Arztbesuch wurde ich kurzerhand stationär ins Krankenhaus eingewiesen und dort für mehrere Tage auf „Null“ gesetzt. Alle vier Stunden wurde der Blutzucker geprüft. Man wollte wissen, ob der Körper seinen Stoffwechsel an die Veränderung anpassen kann.
Da saß ich einmal im Labor und bekam wieder diesen widerlichen Pieks in den Finger. Die Laboröse wollte nicht glauben, was der Teststreifen ihr mitteilte. Also nahm sie einen weiteren Streifen… testete… wurde ziemlich blass… und rief den Chefarzt! Er nahm ein komplett neues Päckchen dieser Teststreifen aus dem Regal und testete wieder. Anschließend fragte er mich, wie es mir denn gehe. Auf meine Antwort, daß ich mich etwas schwach fühle - immerhin hatte ich seit drei Tagen nichts gegessen - teilte er mir ganz unverblümt mit, daß ich eigentlich tot sein müsse. Ich saß dort locker mit einem Zuckerwert von 28 herum.

Was bei dieser Aktion herauskam?
Nichts!
Die Ärzteschaft konnte mit all dem nicht viel anfangen. Später wurde mir gesagt, daß es sei wie bei einer Maschine:
„Auch wenn nicht alle Werte innerhalb der Toleranzen liegen, läuft das Ding trotzem wie geschmiert.“
Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Unterzuckerung wirklich sehr gefährlich werden kann. Auch da hat Tessa recht.

Gruß!
Tino

Hallo Cesmy,

ich hab das „Zuckertest“-Posting weiter unten gelesen und da
war von hohen Blutzuckerwerten die Rede… gibt’s nicht auch
den umgekehrten Fall, dass man zu wenig Zucker im Blut hat?
Falls „ja“, wie bezeichnet man diesen Zustand? Ist sowas auch
gefährlich?

Nur noch als Ergänzung:
Einige Diabetiker haben bevor ihr Diabetes sich manifestiert, häufig Unterzuckerungen. Falls Du unter Hypoglykämie leidest, solltest Du auch diesen Aspekt im Auge behalten.
Schöne Grüße
Sabine

Hallo,
Unterzuckerung kannst Du ziemlich leicht selbst herbeiführen
und hast ihn vermutlich auch unbewußt erlebt. Einfach unter
Belastung lange Zeit nichts essen und dann zur Krönung einen
kräftigen Dextrose Schub - der Unterzucker dürfte sich dann
ziemlich bald einstellen. BTW. das Gefühl ist nicht unbedingt
unangenehm - Ich werde z.B. lethargisch mit dem angenehmen
„Sch*** egal“ Gefühl, zumindest solange alles glattläuft.
Kommt es in diesem Zustand zu einem Konflikt (z.B. im Stra-
ßenverkehr: Radfahrer(me) vs. Autofahrer) reagiere ich
allerdings unangemessen. Bei weiterer Unterzuckerung wird
die Hautfarbe bleich - vermutlich schüttet der Körper jetzt
verstärkt Streßhormone aus, die u.a. eine verminderte
Durchblutung der peripheren Blutgefäße bewirken. Irgendwann
setzt dann die Veränderung der Farbwahrnehmung ein - weiter
bin ich noch nicht gekommen :wink:
Man kann allerdings durch solche Erfahrungen sehr gut ein
Gefühl dafür entwickeln, wie es mit dem aktuellen Blutzucker
steht.

Gruss
Enno