Ich habe ab dem 1. 8. eine neue Arbeitsstelle. Da freue ich mich ja auch drüber. Aufgaben, Verdienst etc. - alles bestens. Mein „Problem“ ist, dass ich hier an meinem bisherigen Wohnort in einem Chor engagiert war und bin, der in der ersten Augustwoche eine Konzertreise geplant hat. Nicht nur, dass ich da einfach so gerne mitfahren würde, es sind auch relativ wenig Sopranistinnen (zu denen ich auch gehöre), die mitfahren können - ich werde im Chor eigentlich gebraucht.
Ich frage mich jetzt, ob ich es riskieren soll, bei der neuen Arbeitsstelle für diese Zeit um Urlaub zu bitten. Einerseits habe ich in Zeitungsartikeln „Die ersten hundert Tage im neuen Job“ (u.ä.) die Aussage gefunden, dass man in der ersten Zeit, das böse Wort mit U lieber nicht erwähnen sollte, andererseits hat mir der Verwaltungsdirektor hier an meiner bisherigen Stelle mal beim Mittagessen gesagt, ich solle ruhig mal nachfragen, immerhin wäre in den Sommerferien in meiner Branche ja eigentlich absolute Flaute. Meine Chorleiterin hat mir auch angeboten, in einem Brief an meinen Arbeitgeber um meine Freistellung/Urlaub/was auch immer zu bitten, da ich für den Chor wichtig bin. Was haltet ihr von dieser Idee?
Eine ziemliche Konfliktsituation für mich - einerseits möchte ich nicht riskieren, dass mein Arbeitgeber mich bei so einer Anfrage gleich wieder vor die Tür setzt (dafür ist die Stelle auch viel zu interessant), andererseits denke ich halt auch, wenn ich nicht frage und es dann doch möglich gewesen wäre…
Vielleicht sitzen hier ja auch ein paar „von der anderen Seite“ (= Arbeitgeber) und können mir sagen, was hier möglich ist und was ich lieber sein lassen sollte.
mir auch angeboten, in einem Brief an meinen Arbeitgeber um
meine Freistellung/Urlaub/was auch immer zu bitten, da ich für
den Chor wichtig bin. Was haltet ihr von dieser Idee?
Also als Arbeitgeber wäre ich zumindestens etwas iritiert, wenn Du gleich mit einer Urlaubswoche in den neuen Job starten würdest.
Ausnahme, wenn Du beim Vorstellungsgespräch schon auf einen geplanten Urlaub hingewiesen hättest. Gerade eine ruhige Zeit bietet sich eigentlich an, einen neuen Mitarbeiter einzuschulen.
Auch würde ich mich als Arbeitgeber fragen, ob Du in Zukunft ebenfalls eher einen Chorausflug wichtiger nimmst, als berufliche Verpflichtungen.
Hi,
also in der ersten Arbeitswoche würde ich das nicht gerade machen. Wenn du dann mal ein paar Tage da warst und die Leute kennst, dann kannst du das schon eher machen. Wie schon gesagt, liegt es natürlich daran, ob du das vorher schon erwähnt hast und wie wichtig der Grund einzustufen ist. Wenn du den AG gebeten hast, erst zum 15. anzufangen und er lieber den Vertrag zum 1. machen wollte, dann kannst du schon eher nach Urlaub fragen, als wenn du nichts gesagt hast. Wenn du z.B. noch Urlaub wg. Umzug oder Beendigung einer Diplom-/Magisterarbeit direkt bräuchtest, ist es was anderes, als eine Urlaubsreise zu machen…
Hallo Annegret,
versetz dich jetzt bitte mal in die Lage deines neuen Arbeitgebers.
Würdest du, an seiner Stelle, wirklich solch einen Mitarbeiter behalten wollen oder würdest du dich nach einem neuen Mitarbeiter, dem seine Arbeit wichtiger ist, umsehen?
Ehrlich gesagt, ich würd dir sofort wieder kündigen.
Wenn ich einen Mitarbeiter einstell, dann hat das nicht nur für den neuen Mitarbeiter Konsequenzen sondern meist für den gesamten Betrieb (Organisation/Arbeitseinteilung). Und in so einem Fall könnt ich mich, vor allem, wenns ein Kleinbetrieb ist, nicht auf den neuen Mitarbeiter verlassen und das Vertrauensverhältnis wäre von vorne herein gestört.
Ich würde dir empfehlen, die Reise abzusagen.
Gruß *wink* Daggi
ich würd es auf keinen Fall machen - ich kenne AG, die wollen, daß der Urlaub gleich abgebaut wird - bei einer Freundin ist das so. Aber da sagt der AG das dann auch.
Aber gleich mit Urlaub beginnen - sehr schlechter Stil - da würde sich mir die Frage stellen: Was ist ihr wichtiger - Job oder Chor…
na ja, nur vom Vorstellungsgespräch kann man ja nicht viel sagen. Beim Gespräch hatte ich den Eindruck (wäre auch branchentypisch), dass der AG sehr konservativ ist und alles recht formal macht. Ich kann vielleicht noch dazu sagen, dass es sich um eine Arbeitsstelle an einer recht großen Universität (also im Öffentlichen Dienst) handelt (aber als Angestellte, nicht als Beamtin). Man sagte mir z.B. am Ende des Gesprächs, dass ich erst in ca. 3-4 Wochen mit einer Mitteilung über die Entscheidung rechnen könne, da das noch durch diverse Gremien müsse. Die (für mich positive) Entscheidung wurde mir dann aber trotzdem schon nach 2 Wochen mitgeteilt.
Als ich dann telefonisch mitgeteilt habe, dass ich mich für die Stelle entschieden habe, hat sich meine zukünftige Abteilungsleiterin schon fast begeistert angehört.
Bin ja mal gespannt, was du jetzt noch zu meiner Frage sagen wirst, aber so, wie sich die anderen bisher geäußert haben, kann ich die Reise wohl vergessen. Oder siehst du noch eine Möglichkeit?
Bin ja mal gespannt, was du jetzt noch zu meiner Frage sagen
wirst, aber so, wie sich die anderen bisher geäußert haben,
kann ich die Reise wohl vergessen.
Weder noch… :o)
Du weißt innerlich ganz genau, daß niemand hier Dir wirklich sagen kann, was richtig oder falsch ist. Ich persönlich denke, daß man bei einem netten AG schon hingehen kann und die Frage auf den Tisch bringt. Selbstverständlich unter der Prämisse, daß man es auch vollkommen okay findet, wenn es dem AG nicht recht ist. Es erscheint mir nach Deinen Postings her auch nicht so, daß Du nicht in der Lage wärst, das vernünftig und ruhig dem AG zu vermitteln, als rhetorisch recht „fit“ bist. Zudem würde ich an Deiner Stelle nicht über bezahltten Urlaub sondern unbezahlte Freistellung reden, das nimmt dem AG die Gefahr, Dir „zuviel“ Urlaub zu gewähren. Aber, wie gesagt, entscheiden mußt Du ganz alleine. Ich würde fragen und die vermutliche Absage erhobenen Hauptes hinnehmen :o)