Wir sind nicht in den USA ( Punitive Damages)
Hallo,
Da die gesetzlichen Regelungen hinsichtlich Schadenersatz in
Deutschland jedoch internationalen Standards entsprechen
Internationale Standards? Ein wenig schwammig. Ein relativ
aktuelles Beispiel
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/us…
Hier liegt US-amerikanisches Recht zugrunde.
Hier geht es nicht ausschließlich um den tatsächlichen,
nachweisbaren Schaden, nein, hier werden zusätzlich
immaterielle, nicht konkret nachweisbare Schäden in Ansatz
gebracht. Als „Strafe“ für eine unbedachte Vorgehensweise und
einen nicht konkret in Zahlen erfassbaren Schaden.
In den USA herrscht in dieser Hinsicht ein komplett anderes Rechtssystem, bei dem Zivil- und Strafrecht vermischt werden, was zu z.T. exorbitanten Schadenersatzzahlungen führt ( Punitive Damages). Diese Zahlungen sollen nicht nur den Schaden wieder gut machen sondern auch gleichzeitig Strafe sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Punitive_damages
Diese Art der Rechtssprechung ist dem deutschen System zum Glück fremd.
Auf das UP bezogen: Zumindest „Folgeschäden“ wie Aufwendungen
für Wiederherstellung des guten Rufes sind ansetzbar nach
deutschem Recht, weil nachweisbar. Darüber hinausgehende
Ersatzansprüche sind es nicht. Dahingehend hat lischen8 m.E.
Selbstverständlich können solche Folgeschäden in D als Schadenersatz beziffert und beansprucht werden.
durchaus recht mit ihrer Kritik: Wir sind nicht
internationaler Standard.
Nein. Das US-amerikanische Recht entspricht nicht dem internationalen Standard.
Änderungen wären durchaus denkbar oder gar überlegenswert.
Bevor derartige Forderungen erhoben werden, sollte man sich über die Auswirkungen eines Schadenersatzrechts like USA, insbesondere über die Nachteile im klaren werden.
Es ist zwar schön, wenn z.B. die 88 jährige Christie K. aus New York 55 Millionen Euro bekommt, weil sie sich den heißen Kaffee über den Schoß kippt weil auf dem Becher nicht darauf hingewiesen wurde, dass das Getränk u.U. heiß sein könnte. Es führt aber auch zu einer absurden Hinweis- und Regulierungswut und dazu, dass schlichtweg keiner mehr Kaffee in Bechern anbietet, da dies ein unkalkuliertes Risiko wäre.
Gruß
S.J.