Urteil:Lehrer dürfen kein religiöses Kopftuch

hallo,

wenn ich das richtig mitgekriegt habe, ist heute eine muslimische Lehramtanwärterin die aus religiösen Gründen auch während des Unterrichts ein Kopftuch tragen wollte und deshalb in BW nicht in den Schuldienst übernommen wurde, vor dem Bundesverwaltungsgericht in 2.Instanz mit der Klage auf Einstellung gescheitert.

Die Begründung war im Tenor ungefähr : Keinem Schüler könne zugemutet werden ständig mit religiösen Symbolen konfrontiert zu werden.

Das ist jetzt aber gefährlich.
Laßt mal eine züchtige Lehramtanwärterin darauf bestehen, ständig ein großes Kruzifix sichtbar am Hals zu haben.
Oder Gau : ein Lehramtanwärter jüdischen Glaubens besteht darauf, sich wärend des Unterrichts immer so ein Hinterkopf-Käppi zu tragen.
DEN Sturm der Entrüstung möchte ich gerne auch noch erleben !

Ist das Urteil wirklich so aufzufassen ?

fragt sich eljot

hallo eljot,

meine kurze knappe Meinung:

wenn Anders-/Nicht-gläubige einklagen, daß in Schulen mit mehr als 90% Christen keine Kruzifixe hängen dürfen, dann sollte es auch nicht möglich sein, Daß ander Glauben ihre Symbole in der Schule präsentieren.

gruss
winkel

gemäß der neuen Familienministerin in spe sollte sie dazu übergehen und sagen:

Ich trage das Kopftuch nicht mehr aus religiösen Gründen.
Das Kopftuch, das ich nun trage, trage ich, weil ich es modisch schick finde.

Dann wär sie raus aus dem Schneider. (Drin in der Mannschaft des Stoiber)

:wink:
gruss
winkel

hallo winkel,

leider kann ich hier kein sternchen vergeben. das trifft echt gut was ich davon halte!

Aber ich will mal eine andere Begründung gegen die Kruzifixe in Klassenzimmern liefern, die ich von einer Lehrerin gehört habe:

„Ich will keine Leiche an der Wand hängen haben!“ - Finde ich auch verständlich.

Gruß ivo

Finde ich richtig - allerdings bin ich auch für die Abschaffung des Religionsunterrichts an weiterführenden Schulen.

Gruss

nebenbei gefragt : stimmt es eigentlich, dass es z. B. in der Türkei verboten ist, in öffentlichen Gebäuden (u. a. auch Schulen) ein Kopftuch zu tragen?

Gruß
Sarah

hallo,

also solange es nicht religioes missionarisch ausartet, soll jeder seine glauben tragen duerfen. natuerlich sollte ein lehrer nicht anfangen, seine eso-gloeckchen zu bimmeln oder zu sagen, jener oder jener glaube sein besser.

was aber ist, wenn jemand sagt, er finde dies und das schick? na dann bitte doch jedes kopftuch, solange es keine gewaltverherrlichen symbolde traegt etc.

das urteil halte ich mithin fuer freiheitseinschraenkung. hinweg damit sofort.

beste gruesse, lego


Lieber „eljot“,

den Sturm der Entrüstung würdest Du ohne
weiteres erleben, wenn Du in Saudi Arabien
oder Palestina Deine Gedankenexperimente
vollzögest.
Dir scheint es ja äußerst langweilig zu sein.
Ansonsten würdest Du feststellen, daß die
Trennung von Staat und Kirche in Deutschland
(ich weiß nicht, wo Du herkommst, d.h. wo der
neander regiert) eine gute Sache ist.

Nach dem Gesetz nimmt ja keiner schaden. Keine
„züchtige Lehramtanwärterin“ gehts mit ihrem
Kruzifix hausieren (außer in Schualbuamfanta-
sien…)UND: Wenn ein Jude nicht gerade an ei-
nem „geheiligten“ Ort ist, wird er nen Teufel
tun, die Kippa aufzusetzen. In der Türkei ist
in universitären Lehranstalten das Tragen von
Kopftüchern, dank Ata Türk, ohnehin verboten.

Nur unsere Mehmet&Ali-Anatolienfraktion hat
nach dem sozialistischen Kurdistan-Urlaub noch
politisch-korrekte Schwierigkeiten.

Du träumst Dir da Probleme zusammen…
Als Schüler darf man noch träumen…

x-nada

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Pubertäre Probleme mit dem Crux

Liebe „Sarah“,

das ist (leider, für unsere Dummschwätzer)
wahr.
Dazu muß gesagt werden, daß das Christen-
tum nicht in der Gefahr steht, fundamenta-
listisch durchdrungen zu werden, wie es
in orientalischen Ländern mit dem dem Is-
lam der Fall ist.

Eine leistungsbedachte Uni, wie etwa die
von Ankara kann es sich nicht leisten,
daß ihre Studenten ihr berufspragmatisches
Studium zugunsten religiöser Studien
aufgeben. (Und das ist nur das halbe Pro-
blem.)

Im Abendland könnte man die Studenten mit
einem Megakruzifix an der Wand und 50 Euro
Zuschuß pro Woche nicht davon überzeugen
fundamentalisch-christlich zu werden - in
Vorderasien ist es Gang und Gäbe, daß Loo-
ser zum islamistischen Söldner gemacht wer-
den. Der Irak zahlt der Familie jedes paläs-
tinensischen Selbstmordbombers nach dessen
Tod 5000,- US-Dollar…

Deswegen hinken alle Vergleiche von Kopf-
tuch und Kruzifix.

x-nada

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das urteil halte ich mithin fuer freiheitseinschraenkung.
hinweg damit sofort.

Hallo Lego,

ich halte das Urteil nur für Inkonsequent.
Religiöse Neutralität in der Schule kommt vor Recht auf freie Religionsausübung. Gut, kann ich verstehen. Wenn die Kreuze (mir haben die nie gefallen) aus den Zimmern geklagt werden können, warum nicht? Außerdem sin Lehrer Beamte und noch weiter in Ihrer „Freiheit“ eingeschränkt, siehe Streikrecht.

Inkonsequent finde ich es nur, dass die Richter nicht auch gleich den Religionsunterricht aus der Schule verbannen!

Gruß Ivo

Hallo,
der Religionsunterricht ist freiwillig, und es wird keiner
gezwungen dort hinzugehen.

mfg: Josef

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Hi Eljot,

Die Begründung war im Tenor ungefähr : Keinem Schüler könne
zugemutet werden ständig mit religiösen Symbolen konfrontiert
zu werden.

Nein, es geht darum, dass ein Lehrer seinen Schülern neutral und offen gegenüber jeglicher Religion/Weltanschauung gegenüberzutreten hat.

Grüße
Jana

Hi Sarah,

nebenbei gefragt : stimmt es eigentlich, dass es z. B. in der
Türkei verboten ist, in öffentlichen Gebäuden (u. a. auch
Schulen) ein Kopftuch zu tragen?

Ja, denn auch in der Türkei herrscht strenge Trennung von Religion und Staat.

Jana

Hallo,

richtig ist, dass der Muslima Ludin untersagt wurde, im Unterricht ein Kopftuch zu tragen.

Ob das Urteil für unsere Landesregierung ein Vorteil ist wage ich zu bezweifeln.

Das Bundesverwaltungsgericht hat nämlich jede Art des Tragens religiöser Symbole in staatlichen Schulen auch untersagt. Das Gericht hat ausgeführt, dass mit der Entscheidung gegen das Kopftuch gleichzeitig der Staat auch anderen Religionen das Tragen von Symbolen nicht erlauben darf im Unterricht.

Ob also der eine seine Kopfbedeckung im Unterricht trägt oder der andere die Kutte, dies ist nach dem Urteil schlichtweg nicht zulässig. Das Tragen eines Kreuzes ist für einen Schüler oder einen Pfarrer, wenn es sich um ein übliches Kreuz handelt zulässig, wenn es der Pfarrer aber auf seiner Sutane trägt ist dies nicht erlaubt, da es eine religiöse Einstellung symbolisiert.

Mit diesem Urteil dürfte auch klar sein, dass auch ein Kreuz in einer Schule nichts zu suchen hat. Dies war zwar nicht zu entscheiden. Ich bin aber überzeugt, wenn zu entscheiden wäre, wäre ein Kruzifix-Verbot die Konsequenz. Das Gericht hat klar hingewiesen, dass religiöse Symbole in Schulen auf Rücksicht auf anderer Religionen nichts verloren haben und der Staat sogar verpflichtet ist, sich gegenüber Religionen unabhängig zu verhalten.

wenn ich das richtig mitgekriegt habe, ist heute eine
muslimische Lehramtanwärterin die aus religiösen Gründen auch
während des Unterrichts ein Kopftuch tragen wollte und deshalb
in BW nicht in den Schuldienst übernommen wurde, vor dem
Bundesverwaltungsgericht in 2.Instanz mit der Klage auf
Einstellung gescheitert.

Die Begründung war im Tenor ungefähr : Keinem Schüler könne
zugemutet werden ständig mit religiösen Symbolen konfrontiert
zu werden.

Das ist jetzt aber gefährlich.
Laßt mal eine züchtige Lehramtanwärterin darauf bestehen,
ständig ein großes Kruzifix sichtbar am Hals zu haben.
Oder Gau : ein Lehramtanwärter jüdischen Glaubens besteht
darauf, sich wärend des Unterrichts immer so ein
Hinterkopf-Käppi zu tragen.
DEN Sturm der Entrüstung möchte ich gerne auch noch erleben !

Weshalb, es ist nicht mehr als in Ordnung, wenn auch diesen religiösen Kreisen das Tragen untersagt wird. Es ist ohnehin eine Unverschämtheit, wie in DE die Muslime behandelt werden. Ich stehe zwar auf der politischen Seite unserer Landesregierung, aber in dieser Frage bin ich ein unversöhnlicher Gegner dieser rassistischen Politik gegen Moslems, sei es durch die Landesregierung oder die Bundesregierung.

Wer den Katholiken, den Evangelen, den Juden, das Recht auf Unterricht einräumt hat einer derart großen Gruppe in unserem Land dasselbe Recht einzuräumen. In DE fehlt angesichts der vielen moslemischen Mitbürger schon längst ein Lehrstuhl für islamistische Kultur. Der Unterricht kann in deutsch gehalten werden.

Diese dumme Gekläffe aus Baden-Württemberg oder von der Bundesregierung, der Religionsunterricht könne nicht kontrolliert werden entbehrt jeder Grundlage. Wer kontrolliert in DE die Fundamentalisten, die genauso eine Gefahr wie Scientology in unserem Land sind, auf Seiten der Christen und der Juden ?

Gruss Günter

Ist das Urteil wirklich so aufzufassen ?

Das Urteil ist nicht so aufzufassen, das Gericht hat klar und deutlich jede religiöse Kennzeichnung der Lehrkräfte als unzulässig erklärt, den Staat ausdrücklich auf seine Pflicht hingewiesen, sich in religiösen Fragen neutral zu verhalten.

Frau Ludin hat zwar ihren Prozess verloren, aber, dieses Urteil hat weitgreifende Konsequenzen.

GRuss Günter

Ivo und Josef, reli-freiheit etc
hallo ihr beiden,

und ich meine auch, dass ein unterschied besteht, ob die schule kreuze aufhaengt, oder ob menschen privat ihren glauben zeigen, ob ein kreuz um den hals oder ein kopftuch, letzteres halte ich fuer privat und eine vorschrift fuer ein verbot der glaubensfreiheit. aber kreuze aufzuhaengen ist dann eher eine indoktrination in einer schule. die schule ist staatlich, der lehrer aber ist ein staatsdiener mit recht auf freie kleidungs- und religionswahl. wie gesagt, solange jeder lehrer nicht missioniert. also wenn diese dame nun kein kopftuch mehr tragen darf, dann darf kein lehrer ein kreuz offen mehr tragen, ist naemlich genau das gleich. ich hingegen will beides erlauben.

wenn es eine privatschule ist, dann kann diese auch kreuze oder sonstwas aufhaengen, halbmond oder magen david. die lehrer sind dann immer noch privatpersonen mit religionsfreiheit.

im uebrigen ist es auch die freiheit der kleidungswahl. es ist ja auch nicht verboten, mit springerstiefeln und weissen schnuersenkeln und perry-hemd und glatze und bomberjacke und schwarzer jeans und tuechleich aus der hosentasche herumzulaufen. wenn ich in der gegend waere (siehe urteil zu gegend), ich glaube der spass der kleidungsfreiheit waere mir als protest gegen das urteil recht :wink: oder aber ich haenge mich ueber und ueber mit kreuzen zu und gehe damit zur arbeit. ok, beides waere provokant, zeigt aber ihmo sehr schoen die schizophrenie des urteils auf. ein eingriff in die freie religionsaussuebung oder (:wink: kleidungsfreiheit, und dies noch nicht mal auf alle angewandt.

beste gruesse, lego

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Hallo,

um für Bayern zu sprechen, Religionsunterricht ist ordentliches Schulfach und Pflichtunterricht.

Es gilt zwar verfassungsgemäß der Satz, dass die Teilnahme der Willenserklärung der Erziehungsberechtigten überlassen bleibt, nur mag deren religiöse Einstellung eine völlig andere sein als die des betroffenen Schülers.

Auch meiner Meinung nach hat ein konfessionsgebundener Religionsunterricht nichts in einer öffentlichen Schule zu suchen. Grob gesagt soll eine Schule Wissen, nicht Glauben vermitteln. Sehr wohl interessant wäre aber ein allgemeiner Religionsunterricht, der eben alle Religionen behandelt - das würde sicher helfen, Vorurteile abzubauen. Aber vieleicht gibt es sowas schon - ich habe es nur während meiner Schulzeit vermisst, auch in Ethik.

Gruss
Feanor

hallo noch mal,

ich finde das urteil absolut unsaeglich als eingriff in die private religionsfreiheit und *kleidungsfreiheit*. schule ist staat, aber lehrer ist staatsdiener mit privaten rechten.

ich habe das ganze hier noch einmal ausgefuehrt mit einigen groben beispielen garniert.

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarticl…

das ganze ist schizophren bis hin zu ansaetzen von rassismus, wie gesagt, ansaetze. anders muesste man jegliches religioeses am lehrkoerper der schule und mensch verbieten. aber hallo, wuerden die verfassungsrichter und die kirche sich freuen :frowning:-:

beste gruesse, lego

Hi!

Weshalb sollten man sich in Deutschland andauernd die Unterminierung der eigenen Kultur vorschreiben lassen?

Das Kopftuch steht für den Isalm, das Kruzifix für Christentum.
Direkt vergleichbar sind beide in diesem Zusammenhang jedoch nicht, denn das Kreuz repräsentiert einen Teil unserer Kultur.

Darf eine iranische Lehrerin ohne Koptuch mit einem Kreuz um den Hals unterrichten?

Na also, was soll die Diskussion?
Entweder die Leute passen sich unserem System an, oder sie fahren eben wieder nach Hause.
Jeder handhabt das so, nur Deutschland darf das eigenartigerweise nicht…

Grüße,

Mathias

verfassung und assimilation
hallo mathias,

Na also, was soll die Diskussion?
Entweder die Leute passen sich unserem System an, oder sie
fahren eben wieder nach Hause.

na aber, wer legal hier ist und sich in gedanken(ups die sind frei), wort und tat an die verfassung haelt nebst bekenntnis zu pluralistischer demokratie und rechtsstaat etc, soll entsprechend tun und lassen, was er will, im obigem rahmen enstsprechend. der ruf nach assimiliation der kultur und vielleicht noch verbot des tragens von glaubenszeichen in einer schule halte ich hingegen fuer rassistische ansaetze.

wo natuerlich parallelgesellschaften gebildet werden, die die liberalitaet und rechtssprechung hierzulande ausnutzen, um genau wider diese vorzugehen, hoert der spass auf, da muss schluss sein.

also bitte frei nach den worten, ein jeder nach seiner fasson,
fritz der alte sagte es unter anderem.

Jeder handhabt das so, nur Deutschland darf das
eigenartigerweise nicht…

nun ja, wer ist jeder? sichr meinst du nicht ihr fast alle EU-staaten und usa kanada japan und etc etc etc :wink:

beste gruesse, lego

Hallo.

Entweder die Leute passen sich unserem System an, oder sie
fahren eben wieder nach Hause.

Ein kleiner Denkfehler : In diesem unserem komischen Lande herrscht Religionsfreiheit. Die Verfassung schreibt auch nicht den christlichen Glauben vor. Sich selbst als einer bestimmten Glaubensrichtung zugehörig zu kennzeichnen, kann deshalb eigentlich nicht verboten werden.

Der Grund für das Kopftuchverbot ist so m.E. nicht stichhaltig. Die tiefere Absicht, die „Selbstausgrenzung“ zu verhindern dagegen, leuchtet mir durchaus ein.

Gruß kw